Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3108

Kampf der Psi-Giganten – von Leo Lukas
Das Trojanische Imperium läuft Gefahr, von den Gharsen unterjocht zu werden. Diktator Khosen hält das Fracersystem für geeignet, darin eine Präliminare Bastion zu errichten. Perry Rhodan will das verhindern. Die KUPFER & GRANIT muss dazu aus dem Fracersystem gelockt werden. Anschließend soll der Ornamentraumer geentert und die Koordinaten des Trojanischen Imperiums aus dessen Datenspeichern entfernt werden. Damar Feyerlant kommt in dem Plan die besondere Aufgabe zu, die Löschung der Daten und das verwischen der Spuren mit seiner besonderen Parabegabung zu bewerkstelligen. Das Vorhaben wird auch durch die besondere Mentalität der Gharsen gestützt, wie der Kosmopsychologe Anesti Mandanda betont. Khosen und seine Besatzung wollen die Trophäe des Trojanischen Imperiums für sich und haben bislang keinen Kontakt zu anderen Ornamentraumern oder dem Chaoporter FENERIK aufgenommen.
Rhodans Plan geht zunächst auf. Es gelingt, die Gharsen aus dem Fracersystem zu locken. Mehrere hundert Lichtjahre entfernt, wartet die RAS TSCHUBAI an einem vorher vereinbarten Ort. Ohne sich zu enttarnen setzt das Fernraumschiff den Aagenfelt-Blitz ein und legt die KUPFER & GRANIT damit lahm. Raumlandesoldaten entern das Schiff der Gharsen. Und auch die Mitglieder des Parakorps, namentlich Damar Feyerlant, Shema Ghessow und Gucky, dringen in die KUPFER & GRANIT ein. Damar Feyerlant macht sich ans Werk. Die Raumlandesoldaten befreien indes weitere entführte Trojaner. Doch Diktator Khosen gibt sich nicht so schnell geschlagen. Mit seinem besten Jäger Khsanap begibt sich der Gharsen-Kommandant in die Hermetischen Galerien. Nur der Kommandant hat dorthin Zugang. Hier lagern Trophäen aus der zweitausendjährigen Geschichte der KUPFER & GRANIT. Eingelagert von früheren Kommandanten. Khsanap erwartet nicht, hier noch ein lebendes Exponat zu finden. Doch er wird eines besseren belehrt. Khosen entlässt eine Trophäe aus der Gefangenschaft, wie sie fürchterlicher nicht sein kann. Die Mitglieder des Parakorps müssen ums Überleben kämpfen.
 
Mit dem Kampf der Psi-Giganten von Leo Lukas endet zumindest vorläufig die Handlungsebene Cassiopeia. Nächste Woche wechselt die Handlung in die Milchstraße. Der Autor beginnt seinen Roman mit einem Auszug der Enzyklopädia Terranica und widmet sich darin den Begrifflichkeiten Mutant, bzw. Mutantenkorps und Parakorps. In meiner Rezension zur Nummer 3105 von Michelle Stern bin ich auf die Verwendung des Begriffs Mutant in der Serie eingegangen. Aus besonderen Anlass, denn die Autorin verwendete den Begriff nicht. Der Begriff des Mutanten ist in der Perry Rhodan-Serie schon immer anders verwendet worden und nicht eben richtig. Ich hatte auch geschrieben, dass die nächsten Romane zunächst abgewartet werden müssen, ob die sprachliche/inhaltliche Änderung Bestand haben wird. Die Macher der Serie finden nun in Heft 3108 eine elegante Lösung. Der Mutantenbegriff würde im Sprachgebrauch dominieren, auch wenn man sich bewusst sei, dass nicht alle Psi-Begabungen auf genetische Mutationen zurückgehen. Für die neue Gruppe von Wesen mit parapsychischen Fähigkeiten wählte man aber den neutraleren Begriff Parakorps. Das heißt nichts anderes, als dass uns der Begriff und die Verwendung Mutant erhalten bleibt. Und so sind laut Untertitel des Romans von Leo Lukas denn auch Mutanten an vorderster Front im Einsatz. Und in der Geschichte auch.
In den besonderen Gegner, der hier dem Parakorps zusetzt, scheint Leo Lukas vernarrt zu sein. Vom gleichen Autor wurde dieser Gegner schon im Atopenzyklus eingesetzt. Und zwar an Bord der CHEMMA DHURGA. Die Richterin Saeqaer hatte sich mit solchen Wesen umgeben.
Sieht man mal von der Enthüllung der Identität von Lyu-Lemolat ab, werden in der Geschichte keine weiteren Rätsel aufgeworfen oder gelöst. Der Cliffhanger am Ende ist auch nicht besonders ausgeprägt. Das Ziel deutete sich bereits in den vorherigen Romanen an.
Den Schwerpunkt der Geschichte bildet die Vergangenheit des jungen parabegabten Damar Feyerlant. Seine Kindheit auf Poltumno, sein Erwachsenwerden, seine Ausbildung, seine Zeit im TIPI und die Bekanntschaft mit Shema Ghessow. Das alles hat Leo Lukas stimmig beschrieben. Das hätte für meinen Geschmack durchaus ein paar Seiten mehr umfassen können. Störend wirkten die eingestreuten Wiederholungen bspw. zur Regierungsform der Trojaner oder zum Aufbau des Asteroidenfelds und der wichtigsten Orte dort. Diese Beschreibungen wurden zum falschen Zeitpunkt gesetzt. Die Terraner sind gerade dabei, die Gharsen aus dem Fracersystem zu locken und der Autor verpasst den Moment mit unnötiger Weitschweifigkeit.
Doch im Großen und Ganzen hat mir der Roman gefallen. Ich bin gespannt, ob die Romane in der Milchstraße den gleichen Schwung entwickeln, der die letzten Romane am Handlungsort Cassiopeia auszeichnete.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3107

Vor Trojas Toren – von Oliver Fröhlich
Die BJO BREISKOLL erreicht am 6. Juli 2071 das Fracersystem und damit das Trojanische Imperium. Der Empfang ist nicht ganz so herzlich, wie es sich die Terraner gewünscht hätten aber der Name Perry Rhodan verfehlt dann doch nicht seine Wirkung. Der Unsterbliche wird mit Harper LeCount und dem Kosmopsychologen Anesti Mandanda von der Madshorin Luna Silvervägen empfangen. Nach einem kurzen Abriss der Geschehnisse auf Fajem tritt auch schnell das erwartete Ereignis ein. Die KUPFER & GRANIT der Gharsen erreicht ebenfalls das Fracersystem.
Der Auftritt des herrlichen Diktators Khosen verblüfft dann allerdings. Khosen beansprucht zwar wie erwartet das System und alles darin als seinen Besitz, aber die zuletzt auf Fajem ausgebrachten Standarten fehlen. Und auch der Chaoporter FENERIK wird nicht erwähnt. Überdies gibt der Diktator die letzten Besatzungsmitglieder der ROMEO CHO frei, die in den Galerien des Schiffes unter unmenschlichen Bedingungen zur Schau gestellt worden waren.
Der Kosmopsychologe Anesti Mandanda vermutet eine bestimmte Absicht hinter dem Verhalten der Gharsen. Und auch Perry Rhodan ist misstrauisch, denn ihm ist die terranische Mythologie bestens vertraut mit dem Trojanischen Pferd. Die freigelassenen Gefangenen werden untersucht und ein Team um Mandanda besucht die Trojaner, die noch unter dem Eindruck ihrer Zeit als Exponat stehen und befragt sie.
Khosen besichtigt derweil seinen neuen Besitz. Die Spannungen im Trojanischen Imperium nehmen zu. Die Trojaner wollen dem Diktator die Stirn bieten. Anesti Mandanda zieht aus den Ereignissen die richtigen Schlüsse. Die Frage ist, wie können die Gharsen aufgehalten werden und wie kann verhindert werden, dass weitere Ornamentraumer ins Fracersystem kommen?
 
Wie alle vorherigen Romane des Zyklus knüpft auch diese Geschichte direkt an die letzten Ereignisse an. Autor Oliver Fröhlich hat es mit „diesem“ Titel insofern schwer, als es neben dem Titelhelden natürlich noch andere gibt, die mit der Mythologie der Erde recht gut vertraut sind. Nämlich die Leser. Das trojanische Pferd spuckte schon in meinem Kopf herum, lange bevor Perry Rhodan die trojanische Regierungschefin darauf aufmerksam machte. Das zurückhaltende Verhalten der Terraner begünstigte trotz dieser Kenntnisse das Vorgehen der Gharsen. Bei Einsatz aller vorhandenen Mittel wäre die Geschichte nicht so gelaufen.
Oliver Fröhlich legte in der Folge falsche Fährten, um von dem eigentlichen trojanischen Pferd, bzw. seinem Inhalt, abzulenken. Das ist ihm auch gut gelungen. Allerdings wäre ein kleinerer Kreis an potentiell Verdächtigten spannender gewesen. Ebenso, wenn man den „Trojaner“ auf der Liste gehabt hätte. So blieb als Überraschung dessen spezielles Innenleben. Der Hauptverdächtigte in diesem Roman ist dann letztlich eine sehr tragische Figur, wie die letzten Zeilen zeigen. Die Zurschaustellung der Trojaner in den Galerien, ihre Gefangenschaft in durchsichtigen Hüllen, die Aussicht, bis zum natürlichen Tod darin dahinvegetieren zu müssen, das hat der Autor in eindringlichen Worten geschildert. Kein Roman für Klaustrophobiker.
Anfangs störte mich der Umgang mit dem vermeintlichen Verrat. Den Gefangenen wird ebensolcher unterstellt. Denn woher sollten die Gharsen die Koordinaten des Fracersystems erhalten haben, wenn nicht von den Gefangenen? Doch dass dies psychische Folterung war, ist auch den Protagonisten von Anfang an bekannt. Dennoch dauert es, bis sich auch die Figuren darauf einlassen, in der Art der Gefangenschaft auch Folter zu erkennen.
Noch immer ungewöhnlich ist das Auftreten dieser Chaotarchendiener. Da ist man als Leser natürlich schon anderes gewohnt, wenn man an den Dekalog der Elemente denkt oder an die unglaubliche militärische Macht von TRAITOR. Natürlich kennen wir noch zu wenig vom Chaoporter. Aber die Gharsen sind schon eher bizarr in ihrem Auftreten und weniger eine erdrückende Macht. Mit der Nano-Irritation wird ein weiteres kleines Rätsel in die Geschichte eingebaut. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3106

Das Trojanische Imperium – von Uwe Anton
Die Besatzung der BJO BREISKOLL konnte die Gharsen überlisten. Shema Ghessow hat Damar Feyerlant aus der Gefangenschaft befreit. Ebenso den Sohn von Harper LeCount und die Tefroderin Lyu-Lemolat, die angeblich einer Handelsdelegation angehörte, bevor sie in Gefangenschaft der Gharsen geriet. Perry Rhodan traut der Tefroderin nicht. Sie scheint etwas zu verbergen.
Das terranische Schiff hat mit einem Gewaltstart Fajem verlassen. Da noch immer Besatzungsmitglieder der ROMEO CHO, Harper LeCounts Schiff, an Bord der KUPFER & GRANIT sind, befürchtet der Major, dass das nächste Ziel des Ornamentraumers das Trojanische Imperium sein wird. Tatsächlich startet die KUPFER & GRANIT ebenfalls von Fajem, nachdem dort drei weitere Ornamentraumer eingetroffen sind.
Perry Rhodan will die Gharsen abfangen. Die BJO BREISKOLL ist getarnt und wartet auf den Gegner. Der hat es jedoch nicht eilig. Es bleibt Zeit, die Geschichte des Trojanischen Imperiums zu hören. Der Historiomime Volascou Rosman erzählt aus der Vergangenheit. Die Trojanischen Analen reichen zurück ins Jahr 2402 alter Zeitrechnung, als der ausgehöhlte Asteroid Troja von den Terranern nach Andro-Beta eingeschleust wurde, um dort einen Brückenkopf zu bilden. Das Unternehmen gelang, aber im Laufe der Zeit spielte Troja immer weniger eine Rolle. Mit Gleam besaßen die Terraner einen stärkeren Stützpunkt. Unter dem Kommando von Major Fracer Whooley warteten etwa 200 Terraner auf weitere Befehle, die nicht kamen. Hier ist die Historie ungenau. Troja machte sich letztlich selbständig und ging den Konflikten so gut es ging aus dem Weg. Einige Besatzungsmitglieder siedelten auf einem Planeten, die andern zogen weiter und machten die Bekanntschaft der Indarrean, die ebenfalls einen Asteroiden bewohnten. Troja wurde im Tauschgeschäft mit stärkeren Triebwerken ausgestattet und erhielt zudem einen Transitionsantrieb.
Die Terraner kamen in der Folge Tefrodern zur Hilfe, die von Maahks bedroht wurden. Die Population auf Troja stieg auf mehrere Tausend an. Weitere Zugänge folgten. Die Bevölkerung des Asteroiden betrachtete sich bald als Trojaner und beschloss, nach Cassiopeia zu fliegen. Zwanzig Jahre später kam man dort an. Wieder mehrere Jahrzehnte später fanden die Trojaner ein System mit einer gelben Sonne. Ein Asteroidenring lag in der habitablen Zone. Die Trojaner hatten ihre neue Heimat gefunden. Das System wurde Fracersystem getauft.
Die BJO BREISKOLL kann inzwischen den Kursvektor der KUPFER & GRANIT auswerten. Der Ornamentraumer ist auf Kurs Trojanisches Imperium gegangen. Rhodan wartet nicht mehr länger ab. Die BJO BREISKOLL fliegt voraus und trifft sich dabei kurz mit der RAS TSCHUBAI, um Gucky abzuholen. Im Fracersystem will man die Gharsen erwarten.
 
 
Aus dem Buch Perry Rhodan, Kap. 3106/UA
Und es begab sich, dass ein bescheidener Leser am Sonntage nach dem Gebete das Buch Perry Rhodan in die Hand nahm und vom Kap. 3106 las und vom Auszug der Trojaner in das gelobte Land.
Und als nun der Leser die Lektüre beendete, sprach er: Fürwahr, was für ein ungewöhnlicher Roman. Da er ihn nun aber gelesen hatte, breitet er hier nun das Wort aus, welches zu ihm von diesem Autor gesagt war.
 
Wer schon mal in der Bibel geblättert hat, kennt diese Worte: „Und es begab sich.“ Autor Uwe Anton beginnt beinahe jedes Kapitel seines Romans damit. Die Geschichte des Trojanischen Imperiums ist eine Mund-zu-Mund-Überlieferung. Ein professioneller Geschichtenerzähler, ein Historiomime, trägt sie den Terranern vor. Diese Form, historische Begebenheiten an andere weiterzugeben, ist nicht ganz neu. Die Begründung, dass elektronische Daten manipuliert werden könnten, stimmt nur bedingt. Aber wie ich schon zum Posizid vermerkte, steckt die Perry Rhodan-Serie computermäßig, trotz imposanter Biopositroniken, Syntroniken und Semitroniken, manchmal noch in den Kinderschuhen. Die späteren Legenden über Perry Rhodan, die der Historiomime zum Besten gibt, zeigen dann auch die Schwächen der mündlichen Überlieferungen.
Ganz am Anfang steht eine nackte Zahl. Gerade einmal 200 Terraner sind es, die auf Troja zurückblieben, als der Tross um Perry Rhodan weiterzog, um gegen die Meister der Insel zu kämpfen. Viel zu wenig, um eine anständige Population aufzubauen. Zumal der Perry Rhodan-Kenner weiß, dass es im Solaren Imperium der Frühzeit der Serie keine Frauen gab. 😉 Und es wäre schon arger Zufall gewesen, dass es die wenigen weiblichen Figuren, die bis zum MDI-Geschehen Erwähnung fanden, ausgerechnet alle auf den Asteroiden Troja verschlagen hätte. Uwe Anton tappt nicht in diese „Falle“ und steuert einen Genpool von Frauen und Kindern der Tefroder bei. Der Rest ist Geschichte.
Mir fehlte es bei der Geschichte des Trojanischen Imperiums an Faszination. Die „Zutaten“, für die spätere Gründung des Trojanischen Imperiums konnten mich nicht verzaubern. Die Grundlage, der Asteroid Troja, war richtig gut und zeigte einmal mehr, dass die Serie zurzeit einen tiefen Griff in die Geschichte tut. Aber der Rest ist ein wenig banal.
Der Autor wird zudem nicht müde, den Erzähler und dessen Darbietung ein ums andere Mal zu loben und sein Aufgehen in die Darbietung herauszustellen. Von dieser „Begeisterung“, die der Autor seine Figur Rhodan spüren lässt, kommt bei mir nicht viel an. Neben den Bezug zum MDI-Zyklus mit dem Handlungsort und dem Asteroiden Troja nimmt der Autor auch nach andere Rückgriffe auf die Serienhistorie.
Nur waren die Legenden über Perry Rhodan, die der Historiomime zum Besten gab, für meinen Geschmack zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen. Die Handlung um die falsche Erde aus den Zeiten der dritten Macht, hatte mich als Jugendlicher fasziniert. Doch der Funke will diesmal nicht überspringen. Ich teile die Enttäuschung mit der Figur Perry Rhodan, der auch gerne etwas übers seine Rolle im Andromedakrieg erfahren hätte. Warum der Autor dem Historiomimen ausgerechnet Anekdoten aus der Dritten Macht vortragen lässt, passte nicht zur Geschichte des restlichen Romans.
Uwe Anton macht solche Griffe in die Serienhistorie sehr gern. Nur hier übertreibt der Meister in Rückbezüge herstellen etwas. Troja, die MDI, Andromeda sind bereits sehr starke Zugpferde und Rückbezug genug. Das andere war unnötig.
Ein unterhaltsamer Roman aber ohne Überraschungen.