Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3134

Unternehmen Sternenstaub – von Wim Vandemaan
Nach der Entmachtung als Resident der Liga hat Reginald Bull mit der THORA das Solsystem verlassen. Dies sind die offiziellen Informationen. Doch der Unsterbliche ist heimlich auf die Erde zurückgekehrt. Er will weiterhin die Fäden ziehen können, was er in verantwortlicher Position nicht mehr hatte tun können. Misstrauisch beobachtet Bull, wie sich die Kastellane immer mehr Macht aneignen. Doch zunächst kann er nicht viel tun. Bull ist nach New York gegangen. Privat verbindet ihn viel mit der Stadt. Er lässt sich treiben, lernt Menschen kennen und rettet einen Trox, die als galaktische Tramps bekannt sind, vor dem Ertrinken. Der Gerettete stellt sich ihm als Sälsinde vor. Zunächst ahnt Bull nicht, wie schicksalhaft diese Begegnung sein würde. Erst nach und nach erschließt sich dem Terraner, dass er und Sälsinde sich in einer Art Gedächtnisraum bewegen, der aus den Erinnerungen Bulls und des Trox gespeist wird. Wobei der Trox ein Werber des Chaoporters ist. Bull hat endlich die Stimme in seinem Kopf gefunden. Auf die Offerten, die ihm der Trox macht, will Bull zunächst nicht eingehen.
Er hat nämlich andere Probleme. Ylanten machen Jagd auf ihn. Doch Homer G. Adams und seine geheime Organisation der abwesenden Freunde greifen Bull unter die Arme. Der Unsterbliche kann seine Verfolger narren und wichtige Informationen über den Chaoporter gewinnen. Und Freund Adams hat eine interessante andere Sicht der Dinge. Hoffnung setzt Bull auch auf Sichu Dorksteiger, die sich auf die Suche nach der Yodor-Sphäre begeben hat.
 
Dieser Band enthält einen zusätzlichen Text von Wim Vandemaan. Heft 3134 ist der 5000. Roman, der im Perryversum spielt. Eine unglaubliche Zahl, die der Autor pfiffig mit ein paar Zahlenspielereien noch untermauert. Eine Reminiszenz an die Anfänge der Serie findet sich auch im Titelbild von Dirk Schulz, der Elemente des Titelbildes von Heft 1 von Johnny Bruck in seine Grafik einfließen lässt. Selbstredend greift auch der Autor für dieses Jubiläum auf Szenen aus dem ersten Heft der Serie zurück.
Dier wohl häufigste Fragen, der sich Autoren der Serie ausgesetzt sehen, ist, warum holt ihr nicht dieses Raumschiff zurück, warum geht ihr nicht mehr zu diesem oder jenen Handlungsort oder wann kommt die Figur xyz wieder in die Handlung. Wim Vandemaan antwortet stets, zuletzt auch am PR-Online-Abend wieder, dass es einen guten Grund geben müsse, um die aktuellen Geschichten mit solchen Elementen zu füllen.
Für den vorliegenden Roman gab es viele gute Gründe, einige Namen, Orte und bekannte Szenarien wieder auferstehen zu lassen. Und das alles wirkte nicht konstruiert. Der Autor erschafft trickreich mit dem Gedächtnisraum aus den Erinnerungen Bulls die Basis für eine hochinteressante und phantasievolle Geschichte, die die Handlung von Band 1 bis heute verbindet.
In einer früheren Rezension zu einem Roman von Wim Vandemaan schrieb ich, dass die Figuren des Autors häufig durch ferne Sphären streifen. Und er, wie kein anderer des aktuellen Autorenteams, Subtilität in seine Geschichten bringt. Nun, wenn die fernen Sphären zu weit weg sind vom Protagonisten, dann müssen sie eben zum Protagonisten kommen. Reginald Bull, der wieder mal die Stellung hält, während Perry Rhodan auf großer Fahrt ist, streift durch New York der Erde des Jahres 2071 NGZ. Der Autor beweist, dass man nicht Millionen Lichtjahre fliegen oder extrasolare phantastische Orte besuchen muss, um kosmisches Flair zu erzeugen. Das geht auch auf der Erde. Auf nur 60 Seiten werden zudem faszinierende Figuren geschaffen. Der Detailreichtum ist enorm. Auch die Action kommt nicht zu kurz. Reginald Bull erlebt in einer äußerst kurzweiligen Story Höhen und Tiefen. Dazu steuert der Autor auch noch interessante Gedankengänge zu Band 1 bei. Beispielsweise fragt er sich, warum im havarierten Arkonidenraumer auf dem Mond nicht eigentlich mehr Frauen hätten sein müssen. Schließlich waren es vor allem die Männer, die dekadent waren, die Frauen weniger. Ein Roman, den ich mir in einigen Tagen nochmals vornehmen werde, um die Nuancen besser würdigen zu können. Großes Kopfkino!

Ansichten zum Magazin SOL 103

Diese Tage stehen ganz im Zeichen von 60 Jahre Perry Rhodan. Heute haben mich einige Merchandising-Artikel erreicht, die ich erworben habe und die 60 Jahre der größten SF-Serie der Welt markieren. Und auch die SOL, das Magazin der Perry Rhodan-Fanzentrale, hat das Jubiläumsthema zum Schwerpunkt der 103. Ausgabe gemacht. Das Titelbild von Heft 19 erlebt in diesem Jahr eine Flut an Veröffentlichungen. Es ist „der Aufhänger“ für Veröffentlichungen in den Medien. Es prangt auf Kalendern und Puzzles. Kreativ ist Christina Hacker geworden. Die SOL-Redakteurin setzt das Motiv wiederum aus den tausenden von Titelbildern der Serie zusammen, die im Laufe der 60 Jahre erschienen sind.
Der Querschnitt der Artikel ist wie immer breit geraten. In dieser Ausgabe ist wieder für jeden was dabei. Seien es, die wie immer interessanten Besprechungen der aktuellen Ausgaben der Erstauflage und von NEO oder Alexandra Trinleys Rückblicke auf die früheren Geburtstage der Serie, die sie realen Ereignissen der Zeitgeschichte gegenüberstellt. Eine Betrachtung der Serie im Jubiläumsjahr aus Sicht der Fans fehlt ebenso wenig. Dazu gibt’s Informationen zur Mitgliederversammlung der PRFZ, Romanrezensionen, Kurzgeschichten und einiges mehr. Wieder sehr zu empfehlen. Und wer noch nicht Mitglied der PRFZ ist, kann aktuell einen Rabatt bekommen. Die Aktion läuft noch bis Sonntag, den 12.09.21 Näheres siehe hier: https://www.prfz.de/home.html.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3133

Blautvinds Zuflucht – von Oliver Fröhlich / Christian Montillon
Die STATOR-FE ist auf der Phasenwelt gestrandet. Belamassu, der Wächter der Kluft, hält sie und die Besatzung dort fest. Eine Prüfung der Legitimation zum Befahren der Kluft wird er nur dann vornehmen, wenn zuvor ein Lohn entrichtet wird. Ein Mitglied der Besatzung soll auf der Phasenwelt zurückbleiben und in ihr integriert werden. Denn das ist es, was die Phasenwelt, genauer, was Belamassu tatsächlich ist. Der Kluftwächter besteht aus Myriaden winziger Teilchen. Die ganze Phasenwelt besteht daraus.
Außer Vimuin Lichtschlag, dem Commo’Dyr der STATOR-FE, ist niemand bereit, dieses Opfer zu bringen. Da wird Gucky auf den verzweifelten Mekano aufmerksam. Der Meletana kämpft um sein Leben. Belamassu hat sein Volk hier festgehalten. Zu seinem Vergnügen. Mekano ist nun der letzte seines Volkes. Gucky rettet ihn, doch Mekano ist am Ende. Seinen Rettern bietet er einen letzten Dienst an. Er, der seit Ewigkeiten versucht, die Bindung zwischen den Teilchen, aus denen Belamassu besteht, aufzuheben, findet an Bord der KE-wohlfeil die benötigten Hyperkristalle. Präpariert geht Mekano zum Kluftwächter, der die Koordinaten der LEUCHTKRAFT herausgibt und anschließend sein Opfer in die Masse des Planeten integriert. Der Plan geht auf, Belamassu zerfällt zusehends. Die STATOR-FE entkommt.
Auf dem Flug zur Kosmokratenwalze erhaschen Perry Rhodan und seine Begleiter einen Blick auf FENERIK. Bei der LEUCHTKRAFT angekommen, zeigt sich, dass die kobaltblaue Walze in schlimmen Zustand ist. Vimuin Lichtschlag und seine Begleiter treffen bei ihrem Vorstoß ins Schiff auf mannigfaltige Probleme. Schließlich treffen sie auf Blautvinds Zuflucht. Und wieder muss ein Mitglied der Gruppe die Entscheidung treffen, auf der LEUCHTKRAFT zu bleiben, die wohl nur von außerhalb gerettet werden kann.
 
Diesen Roman „Blautvinds Zuflucht“ zu betiteln, hatte mich etwas verwirrt. Blautvind taucht nicht im Personenkasten auf. Als er dann in Erscheinung trat, schlug ich mir vor den Kopf. Klar doch, ein Zwergandroide. Einer der Art, die mehr sind als nur gezüchtete Diener der Kosmokraten. Einer vom Typus Blitzer oder Neuntau.
Jedenfalls tritt er erst am Ende auf und überbringt die wichtigsten Informationen. Nämlich die Benennung des nächsten Hinweises, den Perry Rhodan suchen muss. Die kosmische Schnitzeljagd geht weiter.
Ansonsten hält die Geschichte für den Leser eine erbarmungslose Liste kosmischer Phänomene, unglaublicher Ereignisse, phantastischer Beschreibungen, Vertreter von Hohen Mächte und anderem parat. Das war in der Konzentration beinahe schon zu viel, um nicht zu sagen abgehoben. Letztlich ist das Ganze, ich schrieb es im Absatz zuvor, eine Schnitzeljagd. Perry Rhodan und seine Gefährten erfahren in dieser Geschichte den nächsten Hinweis. Sie müssen einen interuniversalen Traktorstrahlprojektor in die Finger bekommen, um die LEUCHTKRAFT zu bergen. Rhodans Erscheinen, die Schwierigkeiten der LEUCHTKRAFT und anderes wurden vorhergesehen. Also hat man einen Bundegenossen schon mal mit der Verwahrung des Hypertraktors beauftragt. Fehlt noch eine Figur, auf die ebenfalls ein Wink zeigt, die den Hypertraktor in der Wirkung verstärken kann. Da fragt man sich, warum bei so viel Weissagung die LEUCHTKRAFT überhaupt in Schwierigkeiten steckt? Und wie macht es eine Kosmokratin, in dem Fall Mu Sargai, eine einzelne Figur im Universum auf dem Radar zu haben? Letzteres wird wohl niemals geklärt. Sollen Aktionen der Hohen Mächte erklärt werden, greifen die Autoren gerne auf abgehobene bildhafte Vergleiche zurück. Ist es jedoch opportun, dann sind Vertreter dieser Mächte erstaunlich differenziert. Da wird aus dem gesamten Universum schon mal zielsicher eine Person auserkoren.
Um diesen Roman genießen zu können, muss man als Leser das eine oder andere Zugeständnis an die besonderen Abläufe und Inhalte solcher Geschichten machen. Die Kluft? Rätselhaft. Der Limbus? Undurchschaubar. FENERIK? Abgehoben. Belamassu? Wohl noch am ehesten zu begreifen. Zumindest sein Zustand. Nicht seine Art. Ansonsten gebiert die Geschichte viele neue Begrifflichkeiten. Die Helden und die Leser kämpfen gegen Chaogramme, müssen sich Chaophotonen stellen, beobachten machtlos, wie ein Chaofaktum die Hülle der LEUCHTKRAFT befällt und betrachten allgemein die Auswirkungen der Chaoradiation. Nur um die wichtigsten zu benennen. Alles chaotisch oder alles klar?
Damit das Gehörte/Gelesene nicht zu zwanghaft ernst gerät, garnieren die beiden Autoren die meisten Dialoge mit neckischen Kommentaren der Figuren. Anzu und Gucky tun sich dabei besonders hervor. Mitunter greifen auch die anderen Figuren auf Humor zurück, um die Situation zu entschärfen. Auch Kosmokratendiener sind nicht davon befreit. Wie formuliert es doch Blautvind, als er mit Gucky konfrontiert wird? Er wurde gewarnt über die Art von zwanghaften Humor, in der der Mausbiber gefangen sei.
Vielleicht ist nicht nur der Ilt darin gefangen, sondern die Autoren auch. Das meine ich übrigens nicht negativ. Wie erwähnt, diese Art von Erzählung benötigt ein begleitendes Element, dass die Handlung etwas auflockert. Trotzdem ist es gut, dass nächste Woche zunächst ein anderes Thema verfolgt wird.