Ap­pe­tit­häpp­chen zur Miniserie Atlantis

Ab März 2022 startet wieder eine Miniserie mit 12 Romanen. Die PR-Redaktion hat heute in Facebook einen ersten Blick auf die Serie gestattet. Das veröffentlichte Bild dürfte das Tibi von Heft 1 sein. Mir gefällt es richtig gut.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3145

UNGEZÄHLTE STERNE – von Michelle Stern
Die Kastellanin Verind Nott ist für die Entführung Atlans und seiner Begleiter verantwortlich. Als Uxantin gehört sie einem Volk an, das älter als die Lemurer ist. Die Einzelgängerin erträgt nur schwer die Gesellschaft anderer Wesen. Sie ignoriert die Aufforderung Alschorans, ins Solsystem zu kommen. Sie unterzieht Atlan einer zweiten Prüfung. Er und seine Begleiter werden von ihr an Bord des Nomadenschiffes UNGEZÄHLTE STERNE gebracht. Dort wird der Unsterbliche mit einer brisanten Lage und einem Geheimnis konfrontiert. Die Kastellanin beobachtet das Geschehen von ihrer Sextadim-Kapsel aus. Sie möchte erfahren, wie sich der Prüfling in der Situation verhält.
Atlan erwacht von seinen Begleitern getrennt an Bord des Schiffes. Er macht die Bekanntschaft der Schattenläuferin Bo, die den Arkoniden für Arena-Kämpfe einsetzen will. Der Arkonide braucht Geduld, um die Rätsel der merkwürdigen Bord-Gesellschaft des Schiffes zu entschleiern. Derweil sind seine Begleiter, die drei Akonen Deena von Prasior, Angu von Zamzegh und Odard tan Antappon, sowie der Arkonide Skrul auch nicht untätig. Sie schließen sich einer Gruppierung an, die den Bordtyrannen stürzen wollen.
Atlan wird ebenfalls in dieses Vorhaben involviert. Doch der Gegner ist nicht zu unterschätzen. Hat Verind Nott die Gefahr unterschätzt?
 
Atlan wird einer weiteren Prüfung unterzogen. Dieser Plot innerhalb der Kastellan-Handlungsebene kommt, wie ich schon letzte Woche anmerkte, zu spät. Autorin Michelle Stern versucht sich im Prolog ihrer Geschichte an einigen Erklärungen für diese Prüfungen. Die genannten Thesen sind haltlos und wirken dadurch erst Recht wie eine äußerst schwache Rechtfertigung für eine Story, für die der Prolog eigentlich Interesse wecken sollte.
Die Autorin rückt anschließend die Kastellanin und deren Absichten in den Vordergrund. Atlan und seine Begleiter werden getrennt an Bord eines Nomadenschiffs gebracht, dessen Besatzung unter der Herrschaft eines Tyrannen leidet. Die Aufgabe für Atlan war damit klar benannt. Der Unsterbliche würde gegen den Diktator vorgehen. Das zusätzliche Geheimnis in den Tiefen des Schiffes brachte etwas Mystisches in die Story ein. Die im Zusammenhang mit Alschoran behandelten Hinterlassenschaften von Ganjasen und Takerern auf der Venus, erhalten durch die Entdeckungen Atlans zusätzlichen Nährwert. Allerdings sind die behandelten Elemente äußerst vage in die Story eingebunden. Das kann alles oder nichts bedeuten. Sollten die Bilder und Jahresangaben der Entdeckung mehr als nur Namedropping sein, dann wäre das Exposé-Team aufgefordert, hier mehr Substanz einzubringen.
Abgesehen davon entwickelte sich aber einen muntere Story, die die Fähigkeiten der Figur Atlan stärker in den Mittelpunkt rückte, als in den zwei Romanen zuvor. Auch die Nebenfiguren konnten überzeugen und das Setting an Bord der UNGEZÄHLTE STERNE hielt die eine oder andere Überraschung für den Leser parat. Am Ende dreht Atlan den Spieß um. Na ja, zumindest scheint es so. Schließlich waren die bisherigen Prüfungen der Kastellanin überaus durchdacht. Vielleicht hat sie auch Atlans „Schachzug“ so eingeplant. Wir werden sehen.
Der Prolog war eine Katastrophe. Derart vorbelastet und nicht eben motiviert, ging ich die Story an. Die mich dann positiv überraschte. Ein guter Einzelroman. Der Zyklus bleibt jedoch in einer schwachen Phase.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3144

Im ewigen Krieg – von Susan Schwartz
Die Situation um den verschwundenen Planeten, der als neues Arkon III die Symbolik des Tiga Ranton wieder herstellen soll, konnte geklärt werden. Seine Reise kann fortgesetzt werden. Atlan ist mit der THETA DA ARIGA auf dem Weg zur Yodor-Sphäre. Die BROVAYD mit dem Yodoren Voryad Dämmerwärts begleitet ihn. Als der Arkonide die vergangenen Ereignisse rekapituliert, fällt ihm eine Bemerkung seiner Begleiterin Deena von Prasior wieder ein. Die junge Akonin hatte von einem Etappenhof berichtet, auf dem unerwartet Artefakte aufgetaucht seien. Figuren, die über 12000 Jahre alt waren. Atlan lässt einen kleinen Umweg machen. Es geht in das Doppelsternsystem Ghudru-Ghurva zum gleichnamigen Etappenhof, der als Forschungsstation abseits liegt und vom Kommandanten Odard tan Antappon geleitet wird.
Der Unsterbliche erkennt die Figuren als Hinterlassenschaften der N’naurten, die von den Maahks entdeckt und in die Methan-Kriege hineingezogen wurden. Während der Arkonide und seine Begleiter noch darüber grübeln, wer diese Figuren versendet hat und aus welchem Grund, werden er und seine Begleiter per Kokon-Transmitter entführt. Atlan findet sich mit Deena von Prasior, dem Arkoniden Skrul, dem Stationskommandanten und dem Chefwissenschaftler des Etappenhofs, Angu von Zamzegh, auf einer unbekannten Welt wieder.
Dort wird die Lage für die Entführten schnell brenzlig. Der unbekannte Entführer bleibt zunächst unsichtbar, aber die einheimische Spezies befindet sich in einem ewigen Krieg. Nur mit Mühe können sich Atlan und seine Begleiter zwischen den Fronten behaupten. Schließlich erscheint der Entführer und erklärt seine Absichten.
 
Zum Ende des Vorgängerromans mutmaßte ich, dass die Handlungsebene Atlan mit der übrigen Milchstraßenhandlung zusammengeführt wird, denn es ging in Richtung Yodor-Sphäre, wo mit Sichu Dorksteiger und Icho Tolot zwei Hochkaräter bereits im Einsatz sind. Ganz so schnell soll diese Fusion dann wohl doch nicht vonstattengehen. Atlan macht einen Umweg. Und gerät in ein ganz anderes Abenteuer. Den Arkonidenfürst verschlägt es mit seinen Begleitern auf eine Forschungsstation, auf der merkwürdige Artefakte materialisiert waren. Das hörte sich zunächst geheimnisvoll an und ich hegte die Hoffnung, dass das Autorenteam dann vielleicht doch Atlan einen eigenen Handlungszweig spendiert, der die Fähigkeiten dieser Figur zu Geltung bringen würde.
Nach der Lektüre darf dies bezweifelt werden. Im Roman der letzten Woche trat der Unsterbliche noch nicht so in den Vordergrund. Der Gegenstand seines Auftretens passt zur Figur. Arkon III soll wieder aufleben. Dieser Plan bedingte einige Beschreibungen sowohl technischer als auch historischer Art. Dabei blieb der Aktivatorträger selbst mit seinem Handeln und seinen Einfluss auf die Geschichte zurückhaltend. Das war aber aufgrund der beschriebenen Umstände okay. Nun aber kann die Figur gefordert werden. Und wie es scheint, haben die Autoren ein Thema gefunden, dass Atlan auch fordert. Er wird von einer Kastellanin geprüft. Wäre das im Zuge des Auftauchens der Kastellane geschehen, hätte ich das wohl leichter akzeptiert, als es nun der Fall ist. Die Kastellane haben sich bislang einen Dreck um die Aktivatorträger geschert. Warum jetzt noch einen davon prüfen? Das Thema kommt 20 Wochen zu spät.
Dass sich der Arkonide über die Prüfung und die Art und Weise ärgert, ist nachvollziehbar. Leider war die Figur auch in diesem Roman bis dahin erneut blass. Odard tan Antappon läuft ihm den Rang ab. Der Akone kam gut rüber. Deena von Prasior und Angu von Zamzegh waren unauffällig. Wer oder was ist Skrul? Wenn diese Figur, außer mich zu nerven, eine Mission hat, dann sollte das bald klargestellt werden.
Lange mussten die Leser in diesem Zyklus auf das Erscheinen Atlans warten. Und nun ist die Figur da, aber irgendwie noch nicht so richtig angekommen. Zudem wird eine Handlung beschrieben, die den Leser auf eine harte Geduldsprobe stellt. Es ist schon viereinhalb Jahre her, da schrieb ich in meinem Fazit zum Sterngruftzyklus: „Wir können alles, bloß nicht schnell!“ Meine damalige Aussage zielte auf das Autorenteam und dem Umgang mit dem Zyklusaufbau. Sternengruft war ein 25-bändiger Kurzzyklus, der letztlich nach dem gleichen Schema wie ein 100er Zyklus geschrieben wurde. An dem grundsätzlichen Aufbau eines Zyklus wird wohl auch im Chaotarchen-Zyklus nichts geändert. Anfänglich war das Tempo hoch. Insbesondere in Cassiopeia fielen die üblichen „Sondierungsromane“ weg und die Helden erlebten spannende, auf einander aufbauende, Abenteuer. Die Kastellan-Thematik brachte den ersten Dämpfer für mich. Zurück in Cassiopeia konnte mich der erste Ausflug in den Chaoporter faszinieren. Danach entwickelte sich die Handlung auch dort zäh. Das Geschehen gleicht mehr einer Schnitzeljagd, wobei deren Erfolge zuletzt durch merkwürdige Zufälle geprägt waren. Andere Themen, wie die Vosskon-Geschichten wurden zu breit aufgezogen. Und nun wird auch in der Milchstraße auf die Bremse getreten. Der Zyklus ist vor der Halbzeit in einer Krise.
Die Autoren geben ihr Bestes. Aber die x-te gute Nebenfigur und ein ansprechendes Planetenszenario entfalten immer weniger eine Wirkung, wenn erkennbar ist, dass die Hauptstory dahinter schwächelt. Von daher war der Roman noch unterhaltend, aber der Unterhaltungswert der Romane sinkt, zumindest bei mir, momentan stetig.