Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3076

Inmitten der Lichtfülle – von Arndt Ellmer
Die THORA und ihre drei Begleitschiffe KARYA, BALANOS und SYKE sind von den schweren Hyperstörungen betroffen, die das Erscheinen des Sternenrads der Cairaner ausgelöst hat. An Bord der SYKE halten sich auch der Hyperphysiker Lionel Obioma und die Astrophysikerin Chione McCathey auf. Das Gebilde, das im Normalraum nahe der Bleisphäre materialisiert ist, identifizieren beide als Weißes Loch. Und die Cairaner scheinen es zu beherrschen. Es ist kleiner als die Beobachtung des Objekts im Leerraum vor der Milchstraße gezeigt hat. Offensichtlich kann die Größe variiert werden. Zwei Sonnen, zwischen denen das Weiße Loch platziert ist und die von mehreren Planeten umkreist werden. Aus dem Weißen Loch werden von zwei gegenüberliegenden Polen riesige Energiemengen ausgestoßen, die das System in einen weißen Schirm hüllen.
Die FONAGUR ist von den Cairanern aufgebracht worden und wird nun zum Sternenrad geschleppt. Auf der SYKE entsteht der Plan, an Bord zu gehen und damit in das Innere des Cairanischen Machtinstruments zu gelangen. Der TARA-PSI, der sich an Bord der FONAGUR aufhält, benötigt Salkrit. Lionel Obioma und die Astrophysikerin Chione McCathey können sich mit einem Beiboot dem Naatraumer so weit nähern, dass sie vom TARA-Psi per Teleportation abgeholt werden können, bevor die Cairaner das Beiboot vernichten. Sie werden von Dancer und Schlafner in Empfang genommen. Der Weiße Schirm wird durchflogen und das Schiff zum Planeten Ecaitan gebracht. Diese Welt wird nicht nur von Cairanern bewohnt. Dort steht auch die Stadt Kosmopolis, in der mehr als 1 Million Terraner leben, sowie Vertreter anderer Völker der Milchstraße.
Die cairanische Kosmopsychologin und Agentin Dupa Emuladsu soll sich um die FONAGUR kümmern. Sie soll herausfinden, was mit der Besatzung geschehen ist. Dabei kommt die Cairanerin dem Einsatzteam auf die Schliche, die inzwischen nach Kosmopolis vorgedrungen sind. Während die Terraner versuchen an Informationen zu gelangen, macht Dupa Emuladsu Jagd auf die Eindringlinge.
 
Nach über sechs Jahren Pause hat der dienstälteste Perry Rhodan-Autor Arndt Ellmer wieder einen Roman zur größten SF-Serie der Welt beigesteuert.
Der Autor pflegt einen besonderen Stil. Typisch für Arndt Ellmer ist, dass er bekannten Begriffen und sattsam bekannten Szenarien andere Namen gibt und andere Abläufe konstruiert. Das lockert nicht nur das rhodansche Vokabular auf, sondern gibt den bekannten Mustern einen anderen Anstrich. Mechanische Katapultschlitten, die Space-Jets ins All befördern hatten wir schon ein paar Jahrtausende nicht mehr. Manche Beschreibung führt auch in Sackgassen. Beispielsweise in den Darstellungen der Auswirkungen, als das Sternenrad erscheint und die Schiffe der Galaktiker durcheinanderwirbelt und der Autor das Verursacherprinzip auf dem Kopf gestellt sieht. Oder wenn eine Wissenschaftlerin den Begriff lunar verwendet und damit auf astrophysikalische Besonderheiten in der Frühzeit des Universums verweisen möchte. Auch die Figuren sind außergewöhnlich. Designerkinder wechseln sich ab mit cairanischen Abnormitäten und mit eitlen Legaten. Wege, die der Autor seine Figuren zurücklegen lässt, sind nur selten geradlinig. Und auch mancher Gedanke ist vielfach verschlungen und lässt nicht immer schlussfolgern, in welche Richtung der Autor seine Geschichte entwickelt. So manchem Gegenstand wird ein geheimnisvolles Eigenleben angedichtet. Jeder gewöhnliche Raum wie ein Irrgarten verschachtelt.
Die Geschichte entwickelte dadurch eine Skurrilität. Eine, wenn sie nicht zu häufig verwendet wird, durchaus unterhaltend ist. Nur allzu oft will ich diese Art nicht lesen wollen.
Einige der von Arndt Ellmer eingesetzten Charaktere fand ich gut. Enttäuschend sind die Figuren des Einsatzteams. Obwohl Atlan vor Ort ist, wird er nicht als Protagonist eingesetzt. Erneut bestimmen Nebenfiguren die Handlung. Natürlich hätte der Arkonide die Handlung forciert. Und es erscheint einleuchtend, dass dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus Autorensicht nicht gewünscht war, eine starke Figur einzusetzen. An Atlan hat man als Leser eben gewisse Erwartungen. Die vorerst aber wohl nicht erfüllt werden sollen. Das ändert leider nichts daran, dass Dancer und Schlafner ziemliche Langweiler sind. Letzte Woche schrieb ich zum Vorgängerroman, dass die beiden Mutanten keine Impulse in die Handlung bringen. Das ist in diesem Roman nicht anders. Dann vielleicht Lionel Obioma und Chione McCathey? Mit den beiden Wissenschaftlern wird das Geschehen etwas bunter. Das Quartett kann jedoch nicht überzeugen. Obwohl sie aktiv tätig sind, verströmen die Figuren Passivität. Als Leser sind mir die vier Figuren völlig unbekannt geblieben. Die vier sind problemlos austauschbar.
Ansonsten unverkennbar ein Arndt Ellmer-Roman!

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3075

Die Warnung der Signatin – von Uwe Anton
Die BAILNOOD ist vernichtet worden. Das Agenten-Duo Dancer und Schlafner treibt durch das All. An ihrer Seite der TARA-Psi. Von den Flotten der Naats werden Schiffe in den Sektor entsandt, um Überlebende zu bergen. Dancer, Schlafner und der TARA-Psi werden von der FONAGUR an Bord genommen. Mit ihnen gelangen Naats und Báalols an Bord, die es von der BAILNOOD geschafft haben. Auch Gozom Phibro ist dabei.
Die Lage an Bord der FONAGUR kommt den Geretteten sofort seltsam vor. Niemand nimmt sie in Empfang. Sie durchsuchen das Schiff. Wie es scheint, hat es die Besatzung überstürzt aufgegeben. Dann entdecken sie doch einige Naats. Sie sind in Blasen eingeschlossen, die durch das Schiff treiben. Die goldfarbenen Sphären können Materie durchdringen und scheinen in Richtung der Bleisphäre zu treiben.
Die Báalols versuchen mit ihren Kräften in das Innere der Blasen einzudringen, um die Natur dieses Phänomens zu erkunden. Viel können sie nicht feststellen. Andere Schiffe eilen zur Hilfe. Außerdem melden sich die Signaten und sprechen eine Warnung aus. Die Naats wollen ungeachtet dessen mit einem weiteren Schiff die Experimente fortsetzen. Das setzt nun Markul agh Fermi unter Druck, der dies verhindern will. Er ruft die Posbi-Flotte zur Unterstützung herbei. Die ersten Scharmützel entstehen. In diese aufgeheizte Situation kehrt Atlan mit der THORA zurück. Doch das Erscheinen des Unsterblichen wird von einem anderen Ereignis in den Hintergrund gedrängt. Ein ganz und gar unglaubliches Gebilde materialisiert im Sektor. Das Sternenrad der Cairaner.
 
Uwe Anton schreibt die Geschehnisse um die Bleisphäre fort. Das Objekt der Leserbegierde wurde vorige Woche zwar thematisiert aber eigentlich stand da die Messingwelt des Imperiums im Vordergrund. Jener ominöse Rückzugsort für die imperiumstreuen Weißhaarigen. Die einen Blick auf ein anderes Universum nehmen konnten, das auch das Ziel der Cairaner ist. Vielleicht tun sich ja Messingwelt und Friedensbund zusammen und wandern gemeinsam aus. Über die Bleisphäre. Warum deren Natur das zufälligerweise ermöglichen soll, muss noch erklärt werden. Das Arkonsystem ist seit dem Thez-Zyklus unzugänglich und die Messingträumer dümpeln da auch irgendwo rum. Vielleicht findet ein Großreinemachen im Perryversum statt und man entledigt sich alter Überbleibsel früherer Zyklen.
Zunächst erscheint jedoch das Sternenrad der Cairaner. Bei diesem Machtmittel verwundert es schon, dass die Cairaner überhaupt Probleme haben, in den anderen Zwilling des Dyoversums zu wechseln. Perry hat das schon im ersten Anlauf geschafft. Ohne Bleisphäre, Sternenrad und anderem Getöns.
Zurück zum Roman. Letzte Woche schrieb ich, der Autor müsse eine ordentliche Schippe drauflegen. Das hat Uwe Anton auch getan. Die Geschichte um die Warnung der Signatin las sich deutlich besser als der erste Teil dieses Doppelbandes. Das hat verschiedene Gründe. Die UA-typischen Wiederholungen sind weggefallen. Die teils penetranten Erläuterungen wurden zurückgefahren. Natürlich hatte dieser Roman auch mehr Substanz. Er vermittelte zumindest das Gefühl, dass die Serie mal wieder einen Schritt voranmachte. Zumindest sind die Zutaten für einen solchen Schritt an einen gemeinsamen Handlungsort gebracht worden. Daraus kann sich etwas entwickeln.
Schwach waren die Figuren letzte Woche. Und schwach blieben die Figuren auch diese Woche. Die beiden Kopfgeldjäger Dancer und Schlafner bringen keine Impulse in die Handlung. Schlafner ist wohl eingeschlafen und mit Dancer rockt die Geschichte auch nicht. Auch nicht ansatzweise kann der Autor etwas mit seinen Figuren anfangen. Olem Osborg hätte vielleicht eine interessante Figur sein können. Doch der Autor schiebt ihn in den Hintergrund und setzt eine weitere unbekannte andere Figur davor, die zwei Sätze sagen darf. Atlan stand auch im Hauptpersonenkasten. Aber das war wohl ein Fehler. Der Arkonide durfte nicht ran. Puh, das war gar nichts auf der Figurenseite.
Das Setting des Romans stimmte. Die Figuren blieben farblos.
 

Ansichten zur Perry Rhodan Online Woche Juli 2020

Perry Rhodan Online Woche (PROW)
Vergangene Woche, vom 13. bis 19. Juli 2020, wurde erstmalig die Perry Rhodan Online Woche durchgeführt. Veranstaltet wurde diese Aktion vom Perry Rhodan-Stammtisch Wien und der Perry Rhodan-Fanzentrale. Ich hatte in meinem Blog darauf hingewiesen und über ein Banner auch ein bisschen Werbung dafür gemacht. Und ich habe als Gast an einigen der stündlichen Videokonferenzen teilgenommen.
Die Zusammenkünfte wurden über den Videokonferenzdienst „Zoom“ abgewickelt. Moderiert hat die Programmpunkte Roman Schleifer. Der Österreicher, der selbst schon als Autor diverser Perry Rhodan-Romane in Erscheinung trat, moderiert seit Jahren bereits Programmpunkte auf diversen Cons. Seine Art, sein Fragestellungen und seine charmante Art kommen gut an. Mir gefällt dieser Stil, mit dem er seinen Interviewpartnern immer wieder Informationen herauskitzelt.
Roman Schleifer, und das gefällt mir besonders gut, erzeugt immer wieder eine angenehme Atmosphäre. Und zudem werden die Programmpunkte nicht nach Schema F abgewickelt. Mal ist es witzig, mal ernst, mal bohrt der Moderator nach, mal lässt er seinen Gesprächspartnern den Raum.
Wegen Corona findet in diesem Jahr kein Con statt. Die Idee mit der Online-Woche, die Fans und die Serienmacher zusammenbringt, ist Spitze. An der PROW gibt es von mir nichts zu kritisieren. Außer vielleicht die Anzahl der Programmpunkte. An sieben Tagen, je vier einstündige Sessions. Das war für mich etwas zu viel. Ich habe eine Auswahl treffen müssen. Aber ansonsten kann ich nur sagen: Gerne wieder eine PROW!