Ansichten zum Magazin SOL 103

Diese Tage stehen ganz im Zeichen von 60 Jahre Perry Rhodan. Heute haben mich einige Merchandising-Artikel erreicht, die ich erworben habe und die 60 Jahre der größten SF-Serie der Welt markieren. Und auch die SOL, das Magazin der Perry Rhodan-Fanzentrale, hat das Jubiläumsthema zum Schwerpunkt der 103. Ausgabe gemacht. Das Titelbild von Heft 19 erlebt in diesem Jahr eine Flut an Veröffentlichungen. Es ist „der Aufhänger“ für Veröffentlichungen in den Medien. Es prangt auf Kalendern und Puzzles. Kreativ ist Christina Hacker geworden. Die SOL-Redakteurin setzt das Motiv wiederum aus den tausenden von Titelbildern der Serie zusammen, die im Laufe der 60 Jahre erschienen sind.
Der Querschnitt der Artikel ist wie immer breit geraten. In dieser Ausgabe ist wieder für jeden was dabei. Seien es, die wie immer interessanten Besprechungen der aktuellen Ausgaben der Erstauflage und von NEO oder Alexandra Trinleys Rückblicke auf die früheren Geburtstage der Serie, die sie realen Ereignissen der Zeitgeschichte gegenüberstellt. Eine Betrachtung der Serie im Jubiläumsjahr aus Sicht der Fans fehlt ebenso wenig. Dazu gibt’s Informationen zur Mitgliederversammlung der PRFZ, Romanrezensionen, Kurzgeschichten und einiges mehr. Wieder sehr zu empfehlen. Und wer noch nicht Mitglied der PRFZ ist, kann aktuell einen Rabatt bekommen. Die Aktion läuft noch bis Sonntag, den 12.09.21 Näheres siehe hier: https://www.prfz.de/home.html.

Ansichten zur Fan Edition 22 Sonnenwärts

Sonnenwärts – von Ulf Fildebrandt
Auf Manas, einem Planeten im Proxit-System, 100 Lichtjahre von der Erde entfernt, starten Jato und sein Vater Karamo im Januar 1200 NGZ zu einem touristischen Ausflug. Auf dem Planeten existieren Artefakte der Lemurer. Interessanter ist jedoch der Untergrund des Planeten. Dort leben seit vielen Jahrzehnten Menschen, die sich von der Außenwelt abgeschottet haben. Sie flohen einst vor Monos, dem Teufel in Terras Hallen. Kontakte zu ihnen sind eigentlich verboten, doch Touristenführer bieten hin und wieder Expeditionen in die unterirdischen Kavernen an. Die Besucher tarnen sich mit Deflektoren.
Als plötzlich die 5D-Technologie ausfällt, werden Jato und sein Vater, die gerade heimlich im Untergrund die Einheimischen beobachten, sichtbar. Sie versuchen, den Rückweg zur Oberfläche zu finden. Sie werden von den Höhlenbewohnern für Dämonen gehalten. Der Wächter Deshan folgt der Spur der Eindringlinge, um seine Mitbewohner vor ihnen zu schützen. Deshan muss sich seinen Ängsten stellen, die dunklen Kavernen verlassen und sonnenwärts gehen.
 
Der Autor verfolgt in seiner Geschichte zwei Handlungsstränge. Die eine, die von Jato und Karamo, ist eine Vater-Sohn-Geschichte, die einiges an Konfliktpotential birgt. Im zweiten Erzählstrang wird die Entwicklung des Einheimischen Deshan geschildert, der in einer von falschen Vorstellungen geprägten Welt aufgewachsen ist. Einer Welt, in der bestimmte Dinge und Ereignisse eine hohe symbolische Bedeutung haben. Als diese Welt durch den Kontakt mit Jato und Karamo auf den Kopf gestellt wird, muss Deshan seinen Weg finden.
Es dauerte sehr lange, bis sich bei mir beim Lesen ein deutliches Gefühl für die Thematik der Geschichte einstellte. Ebenso auch für den Ort und die Zeit. Ca. 50 Jahre nach Monos ist die Geschichte angesiedelt. Der Ausfall der 5D-Technologie hat mit dem Hyperimpedanz-Schock also nichts zu tun, denn der kam erst 1331 NGZ. Der Autor geht nicht näher auf den Ausfall ein, bzw. verzichtet er auf eine Erklärung. Es ist ein Element, die beiden Handlungsstränge in Berührung zu bringen und die handelnden Figuren unter Druck zu setzen.
Mit dem Vater-Sohn-Konflikt hatte ich so meine Probleme. Obwohl der Autor diesen Strang von Beginn bis zum Ende als Krise durchzieht, erzeugt er kaum Spannung. Es ergibt sich in diesem Konflikt kein erkennbarer Erzählbogen, kein Auf-und Ab, keine Entwicklung. Die fehlende Kommunikationsfähigkeit ist ein erkennbares Element in diesem Konflikt. Die Vermittlung der Emotionen von Jato ist manches Mal wie ein Pik, der aus der gleichmäßigen Gerade, in der die Beziehungsschwierigkeiten von Jato und seinem Vater geschildert werden, herausschießt und dann wieder zurückfällt. Reaktionen darauf bleiben aus und werden bis kurz vorm Romanende auch unterdrückt. Erst dann kommt zu Tage, warum der Vater nicht mit dem Sohn kann oder umgekehrt. Im Übrigen ist der Anlass des Konflikts sehr harmlos. Die Figur Karamo bleibt bis zum Romanende eine unbekannte Größe.
Besser geriet die Darstellung des Deshan. Die Figur ist bodenständig, wenn man das so sagen kann. Denn schließlich glaubt auch er an Dämonen und ähnlichen Dingen. Aber er hat Familie und einen Job. Und er hat Courage und packt die Dinge an, die angepackt werden müssen. Mit dieser Figur nähern wir uns dem anderen Erzählstrang an, denn der Wächter Deshan verfolgt die plötzlich sichtbaren Dämonen, die niemand anderes sind, als Jato und sein Vater Karamo. Deshan wird mit dem Wahrheitsanspruch der Mythen konfrontiert, bzw. fängt er an, diese angeblichen Wahrheiten zu hinterfragen. Nicht so gut fand ich an diesem zweiten Erzählstrang die zeitweise Verdrängung der Figur Deshan durch dessen Freund Atubur. Deshan wird in die Rolle des beobachtenden Verfolgers gedrängt. Atubur selbst trägt zu wenig zur Geschichte bei und es war mir nicht ganz klar, warum der Autor diesen Schritt tat. Schließlich tauschen Atubur und Deshan wieder ihre Rollen.
Etwas in den Hintergrund geriet der Titel des Romans. Ich war gespannt, wie der Autor den Leser da heranführen würde. Die erste Erwähnung war dann etwas farblos. Ich erkenne die Absicht, nicht alleine die dunklen Kavernen zu verlassen und an die Oberfläche zu gehen unter einer Sonne, sondern auch dunkle Zeiten und Vorurteile hinter sich zu lassen. Aber diese Motive wurden nicht so herausgearbeitet, wie ich es mir wünschen würde. Allerdings ist es ein Fan-Roman und meine Erwartungen sind da sicherlich zu hoch.
Am Ende geht die etwas zu lang geratene Geschichte etwas unspektakulär zu Ende. Der Vater-Sohn-Konflikt war doch nicht so brisant. Von Deshan bekommt der Leser noch die ersten Ansätze einer Änderung der Gesellschaft im Untergrund mit. Mein Fazit: Der Vater-Sohn-Konflikt hätte etwas mehr Schärfe enthalten dürfen. Die Figur Atubur war gut geeignet, bestimmte Werte, wie Freundschaft etc. bei Deshan herauszustellen. Aber Deshan hätte nach der Gleiterszene an die Seite von Jato und Karamo gehört und nicht Atubur.

 

Ansichten zum Magazin SOL 102

Die 102. Ausgabe der SOL hat sich erneut ein Schwerpunktthema gegeben. Wie bereits dem TiBi zu entnehmen ist, sind es diesmal die Risszeichner, die mit ihren Arbeiten, die alle vier Wochen in der Heftserie erscheinen, zu Wort kommen. Ich selbst, das muss ich an dieser Stelle gestehen, bin nur noch mäßig an den Risszeichnungen interessiert. Die Zeiten, in denen ich die Hefte vor dem Lesen gleich im Mittelteil aufschlug, liegen schon etwas zurück.
Doch zunächst zur Pflichterfüllung. Im Editorial fragt Christina Hacker, ob in der SOL zukünftig QR-Codes statt URLs abgedruckt werden sollen, wenn es um weiterführende Informationen geht. Ich hätte nichts dagegen. Genauso könnten aber beide abgedruckt werden. Und da sich mein Blog gerade unter Steuerberatern steigernder Beliebtheit erfreut, leite ich auch noch die nächste Frage der Redakteurin hier weiter. Die SOL oder vielmehr der Verein der Perry Rhodan Fanzentrale, sucht einen Steuerberater, der den Verein unentgeltlich bei der Steuererklärung unterstützen könnte.
Nils Hirseland weist darauf hin, dass die PRFZ schon seit Anfang April eine neue Website hat. Gut zu wissen, so häufig schaue ich da auch nicht vorbei. Das liegt auch daran, dass nur selten was Neues unter den „News“ dort zu sehen ist. Tatsächlich gibt es seit der Auffrischung der Website, die ich gelungen finde, nur den Hinweis auf die neue SOL 102. Also seit 7 Wochen nichts Neues. Der Vorstand der PRFZ hat das auch erkannt und will die Seite aktueller gestalten. Den Gedanken finde ich gut. Vielleicht könnte man den Newsletter, der inzwischen Fanzine-Umfang hat, wieder etwas schlanker gestalten und Artikel daraus zum Weiterlesen auf die Website stellen?
Kritische Worte findet Matthias Hettler zum Abschluss des Mythos-Zyklus. Waren seine Reflexionen in der Vergangenheit etwas distanziert mit dem Fokus auf Inhalte und Querverbindungen, findet der Rezensent nun etwas persönlichere Worte zu den letzten Romanen des vergangenen Zyklus. Zudem wirft Matthias Hettler einen Blick auf die Romane 3100 bis 3108. Susanne Modl setzt das arkonidische Nachschlagewerk fort. Ich habe wieder was gelernt, was die Herleitung von Arkon angeht. Leonhard Beyrle reist zurück in die Ära der Videospiele. Als Sammler habe ich die vorgestellten Spiele von ITT Family Games auch. Aber nie gespielt. Die hatte ich erst entdeckt, als ich meine 2600er Konsole schon nicht mehr hatte. In diesem Report wäre übrigens der QR-Code gewünscht, denn die URLs auf Emulatoren sind doch recht lang.
Bei einem der letzten Online-Abende, die von Roman Schleifer organisiert werden, waren auch die Risszeichner Gregor Sedlag und Gregor Paulmann zugeschaltet und erzählten von ihrem Hobby. Christina Hacker hat diese Gespräche für die SOL veröffentlicht. Neu sind dann die Artikel zur Entstehung der THORA von Gregor Paulmann und der NESBITT-BRECK von Mark Fleck. Die Berichte sind mit zahlreichen Skizzen und Entwürfen versehen, die die Entstehung dieser RZ zeigen. Im Interview gibt Verena Themsen dann auch noch Antworten darauf, wie RZ ausgeschrieben werden, ob Exposé-Autoren Einfluss nehmen und wie mit Vorschlägen der Zeichner umgegangen wird. Und noch ein Interview zum Thema. Roman Schleifer befragt Georg Jörgens zum RZ-Journal.
Viele weitere interessante Artikel, bspw. zum Kurd Laßwitz Preis, für den übrigens auch die SOL-Redaktion nominiert wurde, füllen die aktuelle SOL-Ausgabe. Auf 78 Seiten ist wieder ein stattliches Magazin entstanden.