Ansichten zum Magazin SOL 105

Von der 105. Ausgabe der SOL hat mich das Titelbild sofort angesprochen. Das Motiv ist dem Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ von Jan Vermeers nachempfunden. Ich hatte vor einiger Zeit den Film „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ gesehen. Der wiederum nach einem Roman entstandene Film, zeigt die Entstehung des Gemäldes. Ich bin kurz ins Impressum der SOL gesprungen. Die Illustration stammt von Dieter Bohn. Die SOL enthält auch einen Artikel von Dieter Bohn über „Alte Meister der Eastside“. Der Artikel verweist auf eine schon längere Tradition dieses und ähnlicher Bilder, die u.a. in der Facebook-Gruppe „Perry Rhodan visuell“ gezeigt werden. Die Diskussionsteilnehmer haben zu den „Hintergründen“ ein wenig herumgesponnen. Daraus ist nun ein humoriger Text mit schönen Abbildungen für die SOL entstanden. Die Illustrationen sind übrigens auch auf Leinwand gedruckt worden und harren darauf, ausgestellt zu werden. Vielleicht am Colonia-Con im Mai 2022. Es ist schon erstaunlich, auf welche Ideen Fans kommen. Ich finde das klasse!
Die SOL hat sich auch diesmal einen Schwerpunkt gegeben. Es geht um die Autorinnen von Perry Rhodan. Ich bin direkt in die Interviews mit Lucy Guth von Christina Hacker und mit Marlene von Hagen von Reiner Krauss gesprungen. Beide sehr informativ. Es folgen weitere Berichte bspw. über Marianne Sydow, deren Kreativität und Temperament von Bernhard Kempen dargestellt werden. Einen sehr breiten und umfassenden Bericht über Gastautorinnen mit dem Titel „Zu Gast beim Unsterblichen“ steuert auch Christina Hacker bei. Erstaunlich, was die SOL-Redakteurin da alles recherchiert hat.
Interessant wie immer fand ich auch die Reflexionen über den Chaotarchen-Zyklus mit den Heften 3131 bis 3142 von Matthias Hettler. Sein Einstieg diesmal ist das Techno Babbel. Das hat mir gut gefallen und in einzelnen Rezensionen habe ich das eine oder andere gelesen, dass ich auch so gesehen habe.
Eine weitere und sehr ausführliche Betrachtung von Romanen stammt von Marcus Regler. Er hat sich alle Kurzromane von Galacto City vorgenommen und gräbt das eine oder andere interessante Detail aus.
Den Gedanken zur PRFZ von Nils Hirseland ist zu entnehmen, dass es dem Verein gut geht Die Zahl der Mitglieder ist wieder über 1000 gestiegen. Das Engagement ist hoch und es finden viele Aktivitäten statt. Vom 26. Bis 28. August 2022 sollen in Braunschweig die 4. Perry Rhodan-Tage veranstaltet werden. In Präsenz! Ich bin gespannt.
Mein Fazit: Die PRFZ hat wieder eine hochinteressante SOL zusammengestellt!

Ansichten zu Terranischer Club Eden – 60 Jahre Perry Rhodan

TCE – 60 Jahre Perry Rhodan – Herausgeber Andy Schmid u. Joe Kutzner
Der Terranische Club Eden (TCE) hat das Jubiläum zu 60 Jahre Perry Rhodan auf seine Art gefeiert und mal eben einen Band herausgegeben, in der alle, ja wirklich alle (!), die irgendwie mit Perry Rhodan in Verbindung stehen, zu Wort kommen. Und zu Bild. Bildern, um genau zu sein. Es sollen 1250 sein! Als Rezensent muss ich hier, was die Statistik angeht, scheitern. Glücklicherweise haben die Herausgeber selbst eine Statistik erfasst. 536 Seiten umfasst der Wälzer. 85 Texte von PR-Redaktion, PR-Autoren, Grafikern und aus dem Fandom füllen den Band. Da bleibt mir nur noch, das Teil mal eben auf die Küchenwaage zu legen. Satte 0,78 Kilogramm bringt das Buch vom TCE auf die Waage. Als Fan bin ich unglaublich beeindruckt. Natürlich nicht nur vom Gewicht, sondern vor allem vom Inhalt.
Ich habe das Buch schon länger zu Hause und lese täglich darin. Am Anfang habe ich gezielt Artikel aus dem Inhaltsverzeichnis angesteuert. Danach bin ich dazu übergegangen, darin zu blättern, Bilder zu betrachten, die Geschichten dazu zu entdecken und einzelne Kapitel zu lesen. Immer wieder entdecke ich Neues. Einfach phantastisch!
Die Originalausgabe bringt es auf eine Auflage von 300 Exemplaren und ist inzwischen ausverkauft. Es wird eine 2. Auflage mit 144 Exemplaren geben, die Anfang Februar erscheint. Diese Info habe ich dem Web-Auftritt des TCE entnommen. Da heißt es zugreifen, wer das Buch noch nicht hat!
Auf Seite 247 befindet sich übrigens eine ausklappbare Risszeichnung von Gregor Sedlag, die einen Fiktivtransmitter des Galaktischen Rätsels zeigt. Ein farbiges Risszeichnungsposter des Fiktivtransmitters im Format A3 ist dem Band zusätzlich beigelegt.

Ansichten zu Jerry Carbon – Bomben, Gangster und Mutanten

Bomben, Gangster und Mutanten – von Kurt Kobler
Ein Jahr nach dem vereitelten Atomkrieg steht die Erde vor einer neuen Herausforderung. Die Individualverformer (IVs) bedrohen den Planeten. Darüber macht sich Jerry Carbon in New York jedoch zunächst keine Sorgen. Der FBI-Agent hat in der Großstadt an der Ostküste auch ohne außerirdische Invasoren genug zu tun. Das Verbrechen schläft nie. Nach einer viel zu kurzen Nacht ist Jerry Carbon wieder im Einsatz. Nur kurz denkt er an die Stunden zurück, als Atomraketen auf New York im Anflug waren. Er genehmigte sich mit seinem Partner Bill Dekker einen Single Malt. Nicht der letzte, denn die Sprengköpfe zündeten nicht. Und nun, ein Jahr später, fällt plötzlich der Strom aus, die Kommunikation bricht zusammen und hunderte Unfälle ereignen sich auf den Straßen. New York versinkt im Chaos, Bill ist verschwunden und aus dem Polizeihauptquartier werden unsinnige Befehle gegeben.
Jerry schwingt sich in seinen blauen E-Type und macht sich auf dem Weg ins Rathaus. Das ist jedoch von Polizisten abgesperrt. Als Jerry seine FBI-Marke zeigt, geht in den Cops eine seltsame Veränderung vor. Sie scheinen in ihm einen Feind zu erkennen und eröffnen das Feuer. Der Agent entkommt. Da die offiziellen Kanäle verstummt sind, zapft Jerry „verlässliche“ Quellen an. Der Gangster Roberto Volge bringt ihn auf die richtige Spur. Die IVs stecken hinter dem Chaos. Und die haben auch einen Angriff auf das GCC von Homer G. Adams durchgeführt. Carbon versucht das Finanzgenie zu finden und trifft dabei auf Rod Nyssen von der Dritten Macht.
Die Bedrohung ist größer, als es sich der FBI-Agent vorgestellt hat. In New York ist eine Atombombe versteckt. Die IVs werden die Bombe zünden, wenn ihre Pläne scheitern. Glücklicherweise ist Rod Nyssen nicht alleine nach New York gekommen. Die Mutanten Betty Toufry, Anne Sloane und Son Okura sind auch in der Stadt. Die drei haben inzwischen Bill Dekker aus der Patche geholfen. Nun machen sich die beiden Gruppen auf zum Versteck der Bombe. Und auch Roberto Volges Bande mischt mit. Gangster, Mutanten und FBI-Agenten nehmen den Kampf gegen die IVs auf.
 
Zu dieser Fan-Fiction schreibt der Autor Kurt Kobler noch ein paar Erläuterungen und Danksagungen in den Anhang. Klaus N. Frick von VPN und Michael Schönenbröcher vom Bastei Verlag haben ihm die Erlaubnis zu diesem Fanroman erteilt. Die Originalnamen der Jerry Cotton-Serie durften auf Bitte des Bastei Verlags nicht verwendet werden. Eigentlich egal, denn man weiß sofort, wer hier gemeint ist. Die Aufmachung des Tibi mit der sehr lustigen Abwandlung der bekannten Bastei-Logos weist bereits den Weg. Die Geschichte ist eine Hommage an zwei der bekanntesten Serienhelden der deutschen Literatur. Kurt Kobler selbst schreibt im Anhang, dass er mit einem Augenzwinkern versucht hat, den Stil der frühen Jerry Cotton-Romane zu treffen.
Ich selbst habe in den 70ern auch einige der Jerry Cotton-Romane gelesen. So richtig erinnern kann ich mich nicht. Aber auch das spielt keine Rolle, denn Kurt Kobler schafft eine tolle Atmosphäre. Genau so stelle ich mir die Jerry Cotton-Romane der 70er vor. Apropos Augenzwinkern. Wer hier eine Parodie erwartet oder eine seichte Story, wird überrascht werden. Kurt Kobler mixt die Genres Krimi und SF gekonnt zu einer unterhaltsamen Geschichte. Die Mischung ist gelungen und der Aufbau durchdacht. Selbstverständlich mit humorigen Einlagen aber vom Tenor her ist die Story durchaus ernst. Es wird hier nicht geblödelt sondern die Figuren müssen sich einer Bedrohung stellen und agieren mit handfester Action. Klar, bei zwei Telekineten gibt es die eine oder andere Flugeinlage. Aber der Autor nimmt die Szenen selbst ein wenig auf die Schippe. Die Geschichte ist kurzweilig und ein gelungenes Crossover. Erstaunlich, wie flüssig sich die Geschichte lesen lässt. Das wirkt sehr professionell.
Mir hat der Roman viel Spaß gemacht. Ich kann diesen Fanroman sehr empfehlen.