Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 12

Der Chaopressor – von Kai Hirdt
Perry Rhodan kennt inzwischen den Plan der Superintelligenz BARIL. Sie hat ganze Völker „ernten“ lassen, um die Vielen Einen zu gründen. Die Gemeinschaft der Bewusstseine soll TRAZULS Dorn in Besitz nehmen. Wenn TRAZUL selbst seinen Anker nicht beziehen kann, wird diese gezüchtete SI verwehen. Mit den Vielen Einen als Chaopressor bliebe TRAITOR handlungsfähig aber bei weitem nicht so stark wie mit TRAZUL als Anführer.
Perry Rhodan entwickelt einen eigenen Plan. Er will den Anker der Superintelligenz BARIL zerstören. Dadurch würde die SI gefährdet werden. BARIL selbst bliebe nur ein Ausweg. Die SI, die so viel Leid verursacht hat, müsste selbst TRAZULS Dorn beziehen.
Viele Unwägbarkeiten gefährden den Plan des Unsterblichen. A-Kuatond kommt eine wichtige Rolle zu und auch Eroin Blitzer muss Aufgaben übernehmen. Wie wird sich die Kosmokratenflotte verhalten? Welche Pläne verfolgt Aroff? Kann Haldukass aufgehalten werden? Und wird Perry Rhodan in die Milchstraße zurückkehren können?
 

 

Exposé-Autor Kai Hirdt beendet die 2. Miniserie, indem er selbst das Finale als Autor beisteuert. Der Roman war gut zu lesen, weil schnörkellos. Am Anfang stand der Plan. Man will BARIL austricksen. Die SI hatte einen eigenen Plan mit TRAITOR. Und wird über den Tisch gezogen. Den Weg zum finalen Abschluss im zwölften Band der Geschichte gestaltete der Autor ohne Fallstricke und Wendungen. Sobald der Plan stand, wurde er auch so durchgezogen. Und tatsächlich machten auch alle Figuren das, was von ihrer Rolle zu erwarten war. Kleinere Abweichungen von der Linie gab es natürlich. Aber Überraschungen blieben aus.
Kai Hirdt belebt zu Beginn zunächst die Spannungen, die zwischen Perry Rhodan und Roi Danton bestehen. Nicht zum ersten Mal frage ich mich, warum dieses Szenario gebetsmühlenartig eine Wiederholung erfährt. Es steht wohl so im Figurenexposé. M.E. sollte das mal von Autoren mit mehr Mut daraus gestrichen oder ignoriert werden. Das war hier nicht möglich, weil Exposé-Autor und ausführender Autor identisch waren. Schön wäre es dennoch, das Verhältnis von Vater und Sohn mal fortzuentwickeln, statt es auf den gleichen Stand seit Jahrtausenden zu belassen. Nach diesem Band ist freilich offen, ob es dazu nochmal eine Chance gibt.
Positiv zu vermerken ist, dass Perry Rhodan in diesem finalen Band nicht in Gefangenschaft gerät. Ja, ja, das muss erwähnt werden. Kai Hirdt bemüht sich nach Kräften, in diesem Band alle bislang in Erscheinung getretenen Figuren zu erwähnen und ihnen Gewicht zu geben. Das waren doch recht viele. Da wäre es besser gewesen, einige Figuren schon in den Vorgängerromanen zu behandeln und ihnen ein „Ende“ zu schreiben. Abgesehen davon war es aber auch mitunter humorvoll. Beispielsweise die Erwähnung von Dantons Einsatzteam, das in diesem Roman einfach nicht rechtzeitig einsatzfähig war. Die SOL kämpft sich durch Yahouna und die drei haben es wohl verschlafen.
Einige Problemlösungen muten etwas konstruiert an. A-Kuatonds Waffenversteck beispielsweise, das sie vor Tagen sicherheitshalber schon mal angelegt hat. Auch Dantons Kommandocodes durften mal wieder ran. Hier schreibt der Autor allerdings mal etwas anderes. TRAITOR hat es endlich begriffen.
Die letzte Szene ist wieder humorvoll. Alles auf Anfang. Die Frisur sitzt.

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 11

Anker der Superintelligenz – von Olaf Brill
Perry Rhodan befindet sich in Gefangenschaft. Mit der Rückkehr der Ritterin A-Kuatond von BARIL scheint sie sich zu einer Fanatikerin entwickelt zu haben. Der Zellengenosse des Unsterblichen ist ausgerechnet die Stimme BARILS. Der Ritter Haldukass hat jedoch längst seine Befreiung geplant. Als seine Komplizen das Gefängnis stürmen und Haldukass ihnen befiehlt Rhodan zu töten, kann der Terraner seine Chance nutzen und ebenfalls entkommen. Das Siegel in seiner Brust führt ihn zu A-Kuatond. Die Ritterin hat einen Auftrag erhalten und startet von der Spitze von BARILS Adyton, der Zitadelle des Ritterordens auf Kessaila. Dort ist das Lockschiff SYRAN verankert gewesen. Die Zentrifaal soll es ins Sphärenlabyrinth steuern. Zu TRAZULS Dorn. Im letzten Moment kann sich Rhodan an Bord schleichen.
Derweil sieht sich die SOL mit einer Übermacht feindlicher Schiffe konfrontiert. Es sind jedoch nicht Traitanks, die den Hantelraumer zusetzen. Eine Flotte von Kosmokratenschiffen unterschiedlichster Bauart ist überraschend aufgetaucht und hetzt das Fernraumschiff. Auch die NEUBEGINN ist darunter. Die Schiffe wollen Eroin Blitzers letzten Befehl ausführen. Und der lautet, die SOL zu vernichten. Roi Danton will die Flotte von den guten Absichten der Solaner überzeugen. Eroin Blitzer wird aus der Suspension geholt. Der Androide verlangt den Tod von Aroff und Zerbone. Mit einem Trick will Roi Danton das verhindern. Doch Aroff hat andere Pläne.
Inzwischen hat A-Kuatond die Anwesenheit ihres Orbiters auf der SYRAN entdeckt. Es kommt zum Kampf, der unerwartet endet, als das Schiff angegriffen wird. Wieder einmal müssen sich Ritterin und Orbiter zusammenraufen. Rhodan erfährt von A-Kuatonds Auftrag und vom Plan BARILS. Die Superintelligenz will das Gleichgewicht der universellen Kräfte wahren. In ihrem Plan spielt das Viele Eine und TRAZULS Dorn eine wichtige Rolle. A-Kuatond muss sich erneut opfern, um den Plan der Superintelligenz zu erfüllen. Doch in ihrer neuen Rolle erfährt die Zentrifaal vom Untergang ihres Volkes und ändert ihre Meinung. Perry Rhodan entwickelt einen Plan, um allen gerecht zu werden.
 
Der Roman von Olaf Brill beginnt, wie sollte es anders sein, mit Rhodans Gefangenschaft. Der Autor lässt seinen Protagonisten über diese Situation zumindest mit einem Augenrollen reflektieren. Besser wird es dadurch natürlich nicht. Obwohl es für den Autor wohl einfacher ist, seine Figur aus einer Krisensituation zu führen, und daher dieses Element immer und immer wieder eingesetzt wird. In der Miniserie jedoch deutlich zu häufig. Rhodans Eindringen in das Lockschiff war hingegen wieder spannend geschrieben. Ich konnte mit dem Helden mitfiebern. Auch wenn das Siegel der Ritterin die Spannung dann abrupt raubte. Konsistent war dieses Element sowieso nicht. Rhodan darf es nicht einsetzen, um sich gegenüber A-Kuatond nicht zu verraten. Aber er setzt es, wenngleich nicht bewusst, ein, um an Bord zu gelangen. Die Ritterin hätte gerade da den Einsatz bemerken müssen. Sie war zwar durch den Chor abgelenkt aber das aktive Siegel hätte ihr nicht entgehen dürfen. Später, als es ihr unter dem Eindruck des Chors sogar noch schlechter ging, hat sie das Siegel schließlich auch entdeckt, als Rhodan zu nachlässig war.
Rhodan grübelt im Übrigen darüber, dass es sich gar nicht um A-Kuatond handeln könnte. M.E. war ihm aber schon im vorhergehenden Roman, nicht nur wegen dem Siegel, klar, dass die junge Zentrifaal doch die Ritterin sein muss.
Wie schon in Dietmar Schmidts Roman ist auch in dieser Geschichte von Olaf Brill die Hauptfigur im Zentrum des Geschehens, ohne allerdings wenig eigene Akzente setzen zu können. Die Befreiung aus der Gefangenschaft besorgt ein anderer für ihn. Der SYRAN, auf die er gelangt, kommt eine wichtige Rolle zu. Eine Rolle, in die ihn allerdings A-Kuatond einweiht, die diese Informationen am Anker der Superintelligenz BARIL erhalten hat. Zusammen mit einem Auftrag. Den auch nur sie ausführt. Rhodan bleibt zunächst nur, ein wenig die Orter zu bedienen. Als A-Kuatond im Chor aufgeht, kann Rhodan die Mission ohne sie nicht zu Ende führen. Er holt sie zurück. Nur hat A-Kuatond inzwischen Informationen erhalten, die sie erneut zur Gegnerin Rhodans macht. Erst hier kann der Titelheld erstmals eingreifen und etwas bewegen.
Die Nebenhandlung an Bord der SOL, die das Schicksal von Aroff und Zerbone betrifft, war für meinen Geschmack etwas zu breit angelegt. Und dem Ricodin dichtet der Autor einige wundersame Fähigkeiten an. So wie auch Rhodans Parafähigkeit mal wieder erwähnt wird. Die seit Jahrzehnten keine Rolle mehr spielt. Dieses Aufwärmen war unnötig. Das Ende der Nebenhandlung fand ich gut. Vielleicht spielt Aroff noch das berühmte Zünglein an der Waage.
Wie schon mehrfach erwähnt, ist mir die Zyklusstory eine Spur „zu groß“ angelegt. Auf kleinem Raum, wie diese 12 Romane, entwickeln die „kosmischen“ Pläne, an denen der Titelheld unfreiwillig mitwirkt, genauso unfreiwillig eine andere Wirkung. Eine, in der die Zutaten nur noch mit einem Achselzucken quittiert werden. SoW war gestern, geblieben ist hier teilweise nur ein Namedropping.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 10

Die gespaltene Welt – von Dietmar Schmidt
Perry Rhodan ist dem Ruf A-Kuatonds gefolgt und mit dem Leichten Kreuzer INKADYE am Treffpunkt eingetroffen, an den ihn die Ritterin bestellt hatte. Die Zentrifaal lässt sich jedoch nicht blicken. Während der Unsterbliche wartet, erreicht ihn eine Nachricht von der SOL. Kommandantin Qumisha übermittelt die letzten Ereignisse. Die Entscheidung, das Sphärenlabyrinth zu vernichten und damit Billiarden Wesen zu retten, aber Billionen zu töten, steht als ultimative Notlösung nicht mehr zur Verfügung. Die SOL musste sich absetzen und das Mauritiussystem ist von TRAITOR abgeriegelt.
Die Besatzung der INKADYE wird auf ein System mit dem Planeten Unja aufmerksam. Unja zeigt zwei verschiedene Seiten. Die eine Planetenhälfte ist eine normale präindustrielle Welt, die andere Planetenhälfte dagegen verbrannt und wird von einem Schutzschirm überspannt. Bedrohliche Cyborgs verkünden, dass Unja gesperrt sei. Die Cyborgs sehen genau so aus, wie Roi Danton die Stimme BARILS beschrieben hatte. Haldukass scheint von hier zu stammen. Rhodans Interesse ist geweckt. Und das BARIL-Siegel, das er in seiner Brust trägt, signalisiert ihm, dass sich A-Kuatond auf Unja befindet.
Perry Rhodan landet nur mit seinem SERUN unbemerkt auf der präindustriellen Seite der gesperrten Welt. Er hat eine unliebsame Begegnung mit den Cyborgs, die seinen SERUN lahmlegen und Rhodan auf die andere Seite Unjas verschleppen. Perry Rhodan erfährt vom Werdegang des Ritters Haldukass, der vor langer Zeit als Richter auf Unja wirkte. Bei einem Unfall wurde er so schwer verwundet, dass er mit den Möglichkeiten Yahounas nicht geheilt werden konnte. TRAITOR muss schon aktiv gewesen sein und hat ihn in einen Cyborg verwandelt. Die Implantate scheinen ihn unter chaotarchischer Kontrolle zu halten.
Perry Rhodan erhält über das Siegel alle Informationen, die A-Kuatond über die Stimme BARILS sammeln konnte. Diese Informationen müssen zum Rat der Ritter gebracht werden. Perry Rhodan setzt alles daran, A-Kuatond zu befreien und den Rat der Ritter zu erreichen. Seine Bemühungen erleiden einen schweren Rückschlag. Und es ist nicht eindeutig, wer mit wem im Bunde steht. Das Gleichgewicht der universellen Kräfte steht auf dem Spiel.
 
In der ersten SOL-Staffel teilten sich zwei Protagnisten die Handlung. Parallel trieben die Figuren das gleiche Geschehen voran. Nicht immer mit den gleichen Zielen. Und auch in der Vorgehensweise ergab sich ein Dissens.
Die Handlungsfäden der zweiten Staffel sind räumlich getrennt und die Meinungsverschiedenheiten auf deutlich mehr Köpfe verteilt. In der Vorwoche steuerten die SOL und ihre Besatzung auf einen konfliktreichen Höhepunkt zu. Dietmar Schmidt setzt nun wieder Perry Rhodan in Szene, der in Yahouna einen tieferen Einblick in die Verschwörung gewinnt. Obwohl, nach etwas überlegen, stimmt das so nicht. Dietmar Schmidts Protagonist Perry Rhodan ist die meiste Zeit nur Zaungast der Ereignisse. Sein Perry Rhodan kämpft zwar an vorderster Front, bewirkt aber nur wenig und die wichtigen Hinweise sammeln andere. Rhodan tut zunächst das, was er immer tut. Er bringt sich in eine schlimme Lage. Mehr noch, er bringt ein junges Mädchen in die gleiche schlimme Lage. Die Erkenntnisse zu Haldukass gewinnt die Zentrifaal. Diese Informationen gibt sie an Rhodan weiter, der sie im Rat der Ritter vortragen soll. Und versagt. Glücklicherweise hat A-Kuatond die Daten noch einem anderen Ritter anvertraut.
Und schließlich ist es A-Kuatond, die auf die andere Seite der Verschwörung blicken kann. Dass es vielleicht gar keine Verschwörung gibt und BARIL gar nicht abtrünnig wurde oder von Haldukass hintergangen wird. BARIL selbst könnte den Plan verfolgen, TRAITOR zu schwächen und dafür Haldukass zu benutzen.
Was A-Kuatond am Anker der Superintelligenz widerfahren ist, erfährt der Leser zunächst nicht. Die Auswirkung ist jedoch die, dass sich die Waage am Ende wieder in die andere Richtung neigt. Wobei die Beteiligten darüber abstimmen, für die Balance der Ordnungsmächte und der Chaosmächte einzutreten.
Der Roman von Dietmar Schmidt war prall gefüllt und greift wieder das Motiv aus Band 1 auf. Die SOL wurde entsandt, um u.a. herauszufinden, ob BARIL die Seiten gewechselt hat. Das sich wiederholende Bild einer Waage, die Störung des universellen Gleichgewichts, bzw. die Schaffung eines Ausgleichs sind ebenfalls starke Motive in diesem Roman und in der Miniserie. Dazwischen mühen sich die Helden und ihre Begleiter um Erkenntnis. Einmal mehr werden auch einheimische Zivilisationen in den Konflikt mit einbezogen. Mit den Unjanern wird das dritte oder ist es schon das vierte oder fünfte rückständige Volk in dieser Staffel präsentiert, an dessen Leiden oder Schicksal sich die höheren Mächte laben. Auch ein bekanntes Motiv, mit den Schwachen mitzufiebern, wenn die Großen sich balgen. Ebenso bekannt natürlich Rhodans mehrmalige Gefangenschaft. Schon in der ersten Staffel über Gebühr ausgereizt. Und auch in der zweiten Staffel beliebt. Band 10 enthält, wie schon auch Band 9, viele bekannte Muster aber wenig Neues. Auch wenn sich für die Beschreibungen zum Anker der Superintelligenz viel Mühe gegeben wurde, sprang kein Funke bei mir über.
Das Ganze hat mich wenig beeindruckt. Wenn man über Perry Rhodan redet, dann muss man zwangsläufig über Gigantismus reden. Die Themenblöcke, die Exposé-Autor Kai Hirdt in der Miniserie aufstapelt, gereichen einem 100er oder gar 200er-Zyklus zur Ehre. Als Perry Rhodan-Leser weiß ich, nein, will ich, dass meine Helden natürlich auch in solchen Konflikten, die jenseits aller Vorstellungskraft angesiedelt sind, bestehen und gar siegen können. Ein behutsames Voranschreiten und ein bedächtiger Aufbau fördern die Akzeptanz des Motivs Ameise gegen Mensch, bzw. Mensch gegen Superintelligenz. Nur die Miniserie schreitet in einem ganz anderem Tempo voran. Die Elemente dieser Serie können mich gar nicht beeindrucken, weil sie nur vorüberhuschen. Dadurch gerät das Handeln der Figuren in diesem Konglomerat an Elementen geradezu aberwitzig. Und gleichzeitig verlieren an und für sich gute Motive, wie die Waage, an Substanz. Auch die in diesem Roman aufgeworfene Bedeutungsvielfalt der Ereignisse verliert ihre Wirkung.
Wohl um dem Thema „SOL“ gerecht zu werden, weil das Schiff immer in höheren Sphären unterwegs war, wird das Schiff und seine Besatzung auch in der Miniserie mit diesen Dimensionen konfrontiert. Eine Spur kleiner, um dem geringeren Umfang einer Miniserie zu berücksichtigen, wäre besser gewesen. Ich habe keine Zweifel, dass Kai Hirdt in Band 12 die Fäden zusammenführen wird. Ich zweifele jedoch daran, dass es mich dann noch interessiert.