Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3079

Yenren – von Susan Schwartz / Christian Montillon
Die galaktische Tastung wurde wissenschaftlich ausgewertet. Es konnten zwei Punkte ausgemacht werden, von denen das Phänomen ausging. Ein Punkt liegt in der galaktischen Eastside und ist unerreichbar. Der andere ist etwa 1000 Lichtjahre von Terra entfernt. Perry Rhodan bricht an Bord der ORATIO ANDOLFI dorthin auf. Das ORION-Bündnis trägt Früchte. Die Topsider sind mit der CHOLEMCO dabei. Das Ziel ist der Planet Yenren im Yomira-System.
Dort leben die einheimischen Yenranko. Die echsenartigen Wesen sind in vier Stämme zergliedert, die sich untereinander feindlich gegenüberstehen. In der Oase Attu-Yo, die den Yacol gehört und die eine Stele beinhaltet, die wahrscheinlich außerirdischen Ursprungs ist, entbrennt ein Konflikt mit einem der anderen Stämme. Die Yakur haben die Oase besetzt. Die Veteranin Obyn, die davon träumt, die vier verfeindeten Stämme des Planeten zu einigen, ist dort angelangt. Dann werden die Parteien von der Lichthand berührt. Für Obyn ergibt sich eine Chance, mit den Anführern der Yakur zu verhandeln. Denn seit der Berührung durch die Lichthand verhalten sich alle Yenranko friedlich.
Der Flug der ORATIO ANDOLFI verläuft nicht ohne Schwierigkeiten. Die CHOLEMCO ist bereits vor Ort, als Perry Rhodan eintrifft und in eine Krisensituation gerät. Der Terraner will eine Eskalation verhindern. In Obyn erkennt der Unsterbliche eine Seelenverwandte. Die Yacol und der Terraner sehen etwas, das ihren Begleitern verborgen bleibt. Und die Untersuchung der Stele führt zu einem überraschenden Ereignis für die Forscher.
Mit dem zweiten Band eines vorher bekannten Viererblocks ist das so eine Sache. Die Perry Rhodan-Serie folgt in ihrem Aufbau etwas zu häufig für meinen Geschmack bekannten Pfaden. Funktionierenden Pfaden, was nicht unerwähnt bleiben soll. Aber es sind eben bekannte Abläufe, die, wenn sie wiederholt auftreten, meinen Lesegenuss trüben können. Vom zweiten Band dieses „Vierers“ habe ich daher keine „Enthüllungen“ erwartet, die das Geschehen in diesem Zyklus entscheidend voranbringen würden. Im Gegenteil, es würde zunächst auf die Bremse getreten werden. Der Unfall auf dem Flug und auch der Konflikt mit den Opfern folgten diesem allzu bekannten Pfad.
Ich stieg darüber hinweg und suchte andere Elemente in der Geschichte, um mich unterhalten zu lassen. Und fand sie. Das Autorengespann hat es durchaus verstanden, ein paar Szenen in diese Erzählung einzuweben, die mir gefielen. Da war die Vorbereitung auf den Abzug Terras aus diesem Teil des Zwillingsuniversums. Einmal das Gespräch mit dem Werftmitarbeiter und dann die begonnenen Umzüge. Auch die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Tastung kamen hinzu. Auch die Schilderungen in der Oase Attu-Yo überzeugten mich. Insbesondere die Figur Obyn war harmonisch entworfen. Ihre Beobachtungen, die Dialoge, die Figurenentwicklung und letztlich ihre Tat als Kriegerin waren stimmig. Das finale Geschehen war kurz aber packend.

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 12

Der Chaopressor – von Kai Hirdt
Perry Rhodan kennt inzwischen den Plan der Superintelligenz BARIL. Sie hat ganze Völker „ernten“ lassen, um die Vielen Einen zu gründen. Die Gemeinschaft der Bewusstseine soll TRAZULS Dorn in Besitz nehmen. Wenn TRAZUL selbst seinen Anker nicht beziehen kann, wird diese gezüchtete SI verwehen. Mit den Vielen Einen als Chaopressor bliebe TRAITOR handlungsfähig aber bei weitem nicht so stark wie mit TRAZUL als Anführer.
Perry Rhodan entwickelt einen eigenen Plan. Er will den Anker der Superintelligenz BARIL zerstören. Dadurch würde die SI gefährdet werden. BARIL selbst bliebe nur ein Ausweg. Die SI, die so viel Leid verursacht hat, müsste selbst TRAZULS Dorn beziehen.
Viele Unwägbarkeiten gefährden den Plan des Unsterblichen. A-Kuatond kommt eine wichtige Rolle zu und auch Eroin Blitzer muss Aufgaben übernehmen. Wie wird sich die Kosmokratenflotte verhalten? Welche Pläne verfolgt Aroff? Kann Haldukass aufgehalten werden? Und wird Perry Rhodan in die Milchstraße zurückkehren können?
 

 

Exposé-Autor Kai Hirdt beendet die 2. Miniserie, indem er selbst das Finale als Autor beisteuert. Der Roman war gut zu lesen, weil schnörkellos. Am Anfang stand der Plan. Man will BARIL austricksen. Die SI hatte einen eigenen Plan mit TRAITOR. Und wird über den Tisch gezogen. Den Weg zum finalen Abschluss im zwölften Band der Geschichte gestaltete der Autor ohne Fallstricke und Wendungen. Sobald der Plan stand, wurde er auch so durchgezogen. Und tatsächlich machten auch alle Figuren das, was von ihrer Rolle zu erwarten war. Kleinere Abweichungen von der Linie gab es natürlich. Aber Überraschungen blieben aus.
Kai Hirdt belebt zu Beginn zunächst die Spannungen, die zwischen Perry Rhodan und Roi Danton bestehen. Nicht zum ersten Mal frage ich mich, warum dieses Szenario gebetsmühlenartig eine Wiederholung erfährt. Es steht wohl so im Figurenexposé. M.E. sollte das mal von Autoren mit mehr Mut daraus gestrichen oder ignoriert werden. Das war hier nicht möglich, weil Exposé-Autor und ausführender Autor identisch waren. Schön wäre es dennoch, das Verhältnis von Vater und Sohn mal fortzuentwickeln, statt es auf den gleichen Stand seit Jahrtausenden zu belassen. Nach diesem Band ist freilich offen, ob es dazu nochmal eine Chance gibt.
Positiv zu vermerken ist, dass Perry Rhodan in diesem finalen Band nicht in Gefangenschaft gerät. Ja, ja, das muss erwähnt werden. Kai Hirdt bemüht sich nach Kräften, in diesem Band alle bislang in Erscheinung getretenen Figuren zu erwähnen und ihnen Gewicht zu geben. Das waren doch recht viele. Da wäre es besser gewesen, einige Figuren schon in den Vorgängerromanen zu behandeln und ihnen ein „Ende“ zu schreiben. Abgesehen davon war es aber auch mitunter humorvoll. Beispielsweise die Erwähnung von Dantons Einsatzteam, das in diesem Roman einfach nicht rechtzeitig einsatzfähig war. Die SOL kämpft sich durch Yahouna und die drei haben es wohl verschlafen.
Einige Problemlösungen muten etwas konstruiert an. A-Kuatonds Waffenversteck beispielsweise, das sie vor Tagen sicherheitshalber schon mal angelegt hat. Auch Dantons Kommandocodes durften mal wieder ran. Hier schreibt der Autor allerdings mal etwas anderes. TRAITOR hat es endlich begriffen.
Die letzte Szene ist wieder humorvoll. Alles auf Anfang. Die Frisur sitzt.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3078

Pluto – von Christian Montillon / Susan Schwartz
Die Friedensverhandlungen zwischen Topsidern und Terranern wurden zu einem sicheren Abschluss gebracht. Perry Rhodan ist mit Sichu Dorksteiger nach Terra zurückgekehrt. Begleitet wird er von Farye Sepheroa, Donn Yaradua, Iwán/Iwa Mulholland und Rico. Der Unsterbliche will sich in den nächsten Tagen einem Ereignis aussetzen, das periodisch alle 177 Jahre in diesem Zwilling des Universums auftritt. Die galaktische Tastung. Die Topsider nennen das Phänomen Ercharch-tra und kennen es schon länger, ohne es wissenschaftlich enträtselt zu haben. Für 19,9 Sekunden spürt man, wie etwas nach einem tastet, den Geist berührt, einem in die Seele blickt. Um sich ein Bild von der Tastung zu machen, reisen Perry Rhodan und seine Begleiter zum Gestänge des Pluto. In der dortigen Forschungsstation bereitet man sich auf die Tastung vor.
Auf dem Planeten Yenren im Yomira-System ist die Veteranin Obyn auf der Oberfläche unterwegs. Normalerweise lebt ihr Volk unter der Erde. Sie wird von ihrem ehemaligen Ersten Offizier Khyarat begleitet. Obyn träumt davon, die vier verfeindeten Stämme des Planeten zu einigen. Die beiden werden zu einem Einsatz an einer Oase gerufen. Dort befindet sich eine Stele, die vielleicht außerirdischen Ursprungs ist. Einer der Stämme des Planeten hat es darauf abgesehen. Es kommt zum Kampf, als ein Ereignis eintritt, das die Bewohner Yenrens kennen. Die Berührung der Lichthand tritt ein.
Im Solsystem sind noch andere Terraner begierig darauf, mehr über das Phänomen zu erfahren. Die Sängerin Nene Emelumado kommt mit dem Schiff GIACOMO PUCCINI ebenfalls zum Pluto. In ihren Darbietungen spielt Perry Rhodan eine große Rolle, da die Künstlerin ihre Stücke mit historischen Ereignissen des Unsterblichen schmückt. Als Rhodan und seine Begleiter eine Aufführung der Sängerin besuchen, kommt es zu einem Zwischenfall. Und als die Tastung eintritt, hat Rhodan eine merkwürdige Begegnung.
 
Drei Monate nach dem zweiten Vierteiler beginnt mit Pluto erneut ein Block von Romanen des Autoren-Gespanns Montillon/Schwartz. Im anderen Zwilling des Universums steht die Galaktische Tastung im Fokus der Geschichte. Seltsam unpassend, als wäre es nachträglich eingefügt worden, steht jedoch das Kapitel „Zwischen den Welten“ am Beginn des Romans. Darin schleppt sich eine Gestalt durch ein merkwürdiges Land. Die Gestalt ist Gucky. Auf der Leserkontaktseite erläutert Klaus N. Frick, der Chef-Redakteur, dass dies der erste von vielen Hinweisen sei, die das Geschehen um Guckys angeblichen Tod erhellen sollen.
Zurück zum Roman. Die Episode beschäftigt sich auf zwei Handlungsebenen mit der galaktischen Tastung. Dem Phänomen nähern sich die Autoren mit unterschiedlichen Ansätzen. Auf der Perry Rhodan-Ebene kennt der Unsterbliche das Ereignis, mit dem die Terraner der Erde schon konfrontiert wurden, nicht. Von daher schien die Devise zu sein, Erkenntnisse darüber hinauszuzögern. Bei einem Treffen mit Topsidern wird die Tastung geradezu beiläufig erwähnt. Dann lässt Homer G. Adams jedoch die Katze aus dem Sack und erklärt, wie er die 177 Jahre zurückliegende Tastung erlebt hat. Und auch die Topsider tragen etwas bei. Die Spannung sackt allerdings nicht ganz ab, denn es stellte sich die Frage, „wie“ wohl Perry Rhodan das Ereignis wahrnehmen wird.
In der zweiten Erzählebene, die der Bewohner Yenrens, zumindest bei den Figuren Obyn und Khyarat, wird die Berührung der Lichthand zwar erwähnt, ohne dass der Leser allerdings zunächst eine Aufklärung erfährt. Man kommt natürlich schnell darauf, es auch hier mit der Tastung zu tun zu haben.
Schließlich werden die „Erlebnisse“ der beiden Figuren Perry Rhodan und Obyn näher beleuchtet. Der Terraner erfährt nur eine kurze, beinahe enttäuschende Botschaft. Dafür wurden seine Erlebnisse während der Tastung eindrucksvoller geschildert. Die Botschaft für Obyn war auf dem ersten Blick umfassender. Doch erst beide Botschaften und Erlebnisse zusammen ergeben ein starkes Bild.
Insgesamt fand ich die Geschichte auf Yenren stärker als den Rhodan-Part. Natürlich ist die Tastung das Salz in der Suppe der Geschichte gewesen. Die Rhodan-Ebene war allerdings nicht gerade berauschend. Der Unsterbliche zieht mit seinem „Tross“ von einem Schauplatz zum anderen. Seine Begleiter bleiben fast unsichtbar. Und auch der Held kann nur wenige Akzente setzen.