Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2969

Tag des Grimms – von Susan Schwartz – Handlung:
Am Hooris-Stern, jenem Pulsar, der etwa 19.200 Lichtjahre von Terra entfernt ist, spitzt sich die Lage zu. Aus allen Teilen der Milchstraße treffen Schiffe der Thoogondu ein, die über Jahrtausende in den Schweigsamen Werften ausgehaart haben. Noch haben diese Schiffe keine Besatzung. Und es ist gerade diese Situation, die bei einigen, der sich gleichfalls verstärkenden Galaktiker, den Ruf laut werden lässt, gegen die Thoogondu zuzuschlagen. Doch noch gibt es keine eindeutig feindlich Handlungen von Seiten der Thoogondu und deshalb greift Perry Rhodan ein, als einige Gataser gegen die Fremden vorrücken. Er kann die Lage beruhigen, fängt sich allerdings von Ruth Dunjana einen Rüffel ein. Die Admiralin ist die Befehlshaberin der Liga-Flotte vor Ort und der Unsterbliche ist mit der RAS TSCHUBAI kein Mitglied des Militärs. Versuche von Seiten der Liga, mit den Schiffen der Thoogondu zu kommunizieren, scheitern. Auch ein Topsider als Unterhändler bringt nichts. Überraschend meldet sich Jefferson Beauregard. Der Gäone ist Kommandant der NETO und möchte vermitteln. Doch wie es scheint treibt der Gäone falsches Spiel. Von seinem Schiff geht ein Funkimpuls in Richtung des Roten Zwerges, der mit dem Pulsar ein gemeinsames Schwerkraftzentrum umkreist.
Die Ortung der RAS TSCHUBAI erkennt eine Station aus zwei Würfeln, die bislang durch die Strahlung des Doppelsterns verborgen war. Und von dieser Station wird offensichtlich mit einer Reihe von Satelliten korrespondiert, die den Pulsar umkreisen. Während die Flotte für Ablenkung sorgt, teleportiert Gucky mit Sichu Dorksteiger und einem TARA mit mobilen Transmitter an Bord der fremden Station. Kaum sind sie im größeren der beiden Würfel materialisiert, baut sich ein Schutzschirm auf. Der Rückweg ist vorerst nicht möglich.
Die Ator und der Ilt erkunden das fremde Terrain. An Bord des Würfels wimmelt es von Thoogondu. Die Vertreter dieses Volkes erscheinen allerdings kleiner als ihre Verwandten in Sevcooris. Die Besucher erfahren, dass die Bewohner seit vielen Generationen auf den Tag des Grimms warten. Die beiden Besucher ordnen sie als diejenigen ein, die die Rache des Wanderers ausführen werden. Die beiden dringen zum Hohen Hüter vor, erfahren dort allerdings nicht viel mehr. Es sollen jedoch noch andere Wesen auf der Station leben. Gucky und Sichu begeben sich per Schmerzteleportation in den kleineren Würfel. Dort infiltriert die Wissenschaftlerin die technischen Systeme, während sich Gucky auf der Suche nach den Fremden macht, die noch in der Station hausen. Derweil machen die Thoogondu Jagd auf die Eindringlinge. Sichu erkennt, dass die Station einen riesigen Transmitter mit 5D- und 6D-Elementen im Pulsar zusammenbaut. Perry muss unbedingt informiert werden. Sichu weiß nicht, ob sie den Prozess aufhalten kann. Der Ilt entdeckt inzwischen einen Gemen an Bord. Der Fremde ist mit dreieinhalb Meter deutlich größer als seine bekannten Artgenossen und ist mit organischen Strängen mit der Station verbunden. Der Bhal nennt sich Sharibakeph. Gegenüber Gucky beteuert er, sich nicht einzumischen, wenn der Ilt und Sichu sich gegen die Thoogondu wehren, um die Station zu verlassen. Der Ilt muss Dorksteiger erst noch überzeugen, die Station zu verlassen, denn sie will eigentlich zurückbleiben. Die Wissenschaftlerin schafft eine Strukturlücke und beide kehren auf die RAS TSCHUBAI zurück. Dort beobachtet man den Beginn einer Invasion. Durch einen 4 km durchmessenden Ringtransmitter am Nordpol des Hooris-Sterns schieben sich Pentasphären aus Sevcooris.
 
Rezension:
Susan Schwartz schreibt einen Roman mit wohlbekannten Elementen. Zwei Protagonisten dringen zur Aufklärung in fremdes Terrain ein, werden dort entdeckt, schlussendlich gejagt und zum Verlassen der Station gedrängt. Die „Ausbeute“ dieser Aktion erscheint mager, wenn uns die Autorin nicht zusätzliche Erkenntnisse ihrer Protagonistin Dorksteiger beim Durchsuchen des Terminals verheimlicht. Aber letztlich wird die Besatzung der RAS TSCHUBAI dann doch nur über etwas informiert, was man sowieso gerade beobachtet. Eine Invasion. Die Geschichte des Romans ist dünn. Ein Generationenplot, der zudem überflüssig war, weil die Ereignisse gerade nicht von den unwissenden Bewohnern der Station in Gang gesetzt wurden. Der Roman war kurzweilig auch wenn mich die Hauptgeschichte nicht sonderlich entzückte.
Einmal mehr stehen die Galaktiker vor einer ungewissen Zukunft. Während zu Beginn eines jeden Zyklus Mantra-artig der Zusammenhalt und Friede der galaktischen Völker propagiert wird, sieht es nach ein/zwei Heften meist (immer?) anders aus. Das Projekt von San schaffte es gerade zu einer einzigen, aus heutiger Sicht kümmerlichen, Erwähnung im Heft 2900. 70 Romane später schalten und walten fremde Mächte in der Galaxis, die keinen Zusammenhalt zeigt, aber ausgerechnet in der Larengalaxis (Heft 2900) nach Bündnispartnern sucht.
Dreitausend Schiffe stehen unter dem Kommando der Admiralin. Das Galaktikum schickt noch weniger und von Olymp sind es tausend Schiffe. Letztere auch nur deshalb, weil die Autorin zuletzt die Olymp-Miniserie betreute und den Schauplatz unbedingt erwähnen wollte. Die Tiuphorenkrise vor 33 Jahren wird gleich zu Beginn als Begründung für den schwachen Auftritt der Galaktiker angeführt. Mit Zahlen hält sich die Autorin wohlweislich zurück. Und lässt sich stattdessen zur Aussage hinreißen, dass egal, was die Galaktiker aufbieten, die Thoogondu immer überlegen sein werden (Seite 32). Hier fließt wohl Autorenwissen aus der Planung des Zyklus ein. Als Sperrspitze der Milchstraße tritt einmal mehr Gucky in Erscheinung. Natürlich fußt die Romanserie Perry Rhodan auf den Kreis der Unsterblichen rund um den Titelhelden. Trotzdem erscheint auch hier das Vorgehen mager. Die Chefwissenschaftlerin an der Seite Guckys war gar unnötig. Ein pickliger Positronik-Nerd aus dem Keller der RAS TSCHUBAI hätte das auch erledigen können. Die Darstellung der Schwäche der Galaktiker hat allerdings auch sein Gutes. Wir dürften wohl ohne größere Raumschlachten in diesem Zyklus auskommen.
Bleibt zum Schluss noch die Frage nach dem Titelhelden. Zum dritten Mal in Folge, nach dem Wechsel von der Atlan-Ebene in die Milchstraße, erleben wir die Figur Perry Rhodan als, ja als was eigentlich? In Warteposition? Als Nebenfigur? Als Schlichter? Als Vermittler? Perry Rhodan tritt kaum in Erscheinung. In Sevcooris hat er nichts ausgerichtet. Bei seiner Rückkehr in die Milchstraße durfte er bei der USO ein wenig nachhelfen. Vor dem Solsystem war er ausgesperrt und in den drei Romanen zuletzt konnte er nichts bewirken. Ich warte immer noch darauf, dass der Titelheld was Großes einleitet.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2968

Die Schweigsamen Werften – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Schauplatz des Geschehens ist Frobisher. Der vierte Planet von Frobishers Stern ist knapp 26.000 Lichtjahre von Sol entfernt. Frobisher gehörte einst zur ZGU. Nun ist die gemischte Bevölkerung von Terranern und Gatasern Mitglied der Opral-Union, die wiederum zur LFG gehört.
Die Terranerin Antua Tapper ist als Diplomatin auf Frobisher tätig. Den Job hasst sie, ebenso wie sie ihren Kollegen Yüs Ghysar hasst. Der Gataser und sie sind als Kontakter tätig, um zwischen Blues und Menschen zu vermitteln. Tapper ist unfreiwillig in ihre Tätigkeit gerutscht. Noch 1 Jahr zuvor war die ehrgeizige Karrieristin stellvertretende Kommandantin der Raumflotte des Systems. Eine Anweisung von ihr hat zum Tod von zwei Kadetten geführt. Die Terranerin nimmt starke Medikamente und leidet unter der Situation, in einer Kolonie am Rande der Bedeutungslosigkeit leben zu müssen.
Nachdem der Tag mit Yüs Ghysar mal wieder höchst unerfreulich lief, bekommt sie überraschend einen Anruf der Administratorin Paula Katasser. War Antua Tapper in der Vergangenheit als ehrgeizig zu bezeichnen, wird sie von der Administratorin in jeder Hinsicht getoppt. Paula Katasser geht sprichwörtlich über Leichen. Sie hat einen Auftrag für Antua Tapper und erinnert sie daran, dass sie es war, der sie ihren Job als Kontakterin nach der Verfehlung im Dienst zu verdanken hat. Tapper macht sich falsche Hoffnungen, als sie sich auf Katasser einlässt. Um was es geht, bleibt zunächst unklar. Ein Gleiter holt sie mitten in der Nacht ab und bringt sie zum Raumhafen. Unangenehm ist ihr, dass auch Yüs Ghysar mit von der Partie ist. Ein schneller Kreuzer bringt sie zum Flaggschiff der Flotte. Die MASARA SKATCHIS steht in der Nähe des Planeten Stormy Norman, einem Gasriesen des Systems. Bevor sie von Bord des Kreuzers geht, wird Tapper von ihrer Vergangenheit eingeholt. Der Kommandant des Kreuzers ist ein Bruder der durch ihre Schuld getöteten Kadettin und er ist unversöhnlich.
Antua Tapper und Yüs Ghysar werden über ihren Auftrag in Kenntnis gesetzt. Von Stormy Norman aus sind hunderte Perlenschiffe in den Raum aufgestiegen und eine künstliche Intelligenz, die sich Eins-das-Ganze nennt, erwartet eine Antwort auf die Frage, ob die Bewohner des Systems Freunde oder Feinde des Wanderers sind. Während man auf den Beistand der Opral-Union wartet, hat Paula Katasser ein Angebot der Fremden angenommen. Da sie keine Antwort auf die Frage nach dem Für und Wieder zu ES abgeben will, sollen sich zwei Bewohner von Frobisher zu den Fremden begeben. Eins-das-Ganze will sie testen und ihre Beweggründe herausfinden. Und Tapper hatte sich in der Vergangenheit immer kritisch zu ES und den Unsterblichen geäußert und wurde daher ausgewählt. Die Terranerin bekommt einen Medikamentencocktail verpasst, der sie gegen Beeinflussung ihres Geistes durch die Fremden schützen soll. Und im Notfall sollen verabreichte Botenstoffe die Terranerin leistungsfähiger machen. Ihre Körperchemie wird im Gefahrenfall optimiert.
Die Terranerin und der Gataser werden an Bord eines riesigen Perlenschiffs gebracht und dort von einem Roboter begrüßt. Hoppatoon hat eine merkwürdige Rückenkette, die sich ständig bewegt und will die beiden befragen und dabei Erfahrungen sammeln. Auch körperliche Untersuchungen werden vorgenommen. Die beiden versuchen den Roboter hinzuhalten, um selbst an Informationen zu gelangen. Ghysar entpuppt sich als überaus hilfreich. Er ist Positronikspezialist und hat Hoppatoon bei der Begrüßung unbemerkt mit einem positronischen Kontaktplättchen geimpft. Darüber kann er nun zeitweise Hoppatoon beeinflussen und tote Winkel schaffen. In der Zeit können sie sich ungestört unterhalten und das Schiff erkunden. In den offiziellen Gesprächen versuchen sie die Welt von Hoppatoon zu begreifen, der nur Freund oder Feind des Wanderers akzeptiert. Schließlich erkennt der Roboter die beiden als potentielle Verbündete an und gibt ein paar Informationen preis. Die Flotte wartet auf Führungspersonal, das über das Hooris-Prozedere an Bord kommen soll. Eins-das-Ganze soll Informationen über die Lage in der Milchstraße sammeln. Und die Flotte wird demnächst zu einem Treffpunkt aufbrechen. Zur Tagstatt der Thoogondu.
Tapper und Ghysar arbeiten an einem Weg, Frobisher über die gewonnenen Erkenntnisse zu informieren, als sie von Hoppatoon angegriffen werden. Der Roboter hat die Manipulation durchschaut. Gleichzeitig setzt sich die Flotte der Perlenschiffe in Bewegung. Die Schiffe der Administratorin versuchen zu folgen, doch die Schiffe der Thoogondu setzen eine Mischung aus Transitionen und Linearraummanövern ein und sind bald nicht mehr auffindbar.
Hoppatoon hat derweil die Gefangenen am Leben gelassen. Und Ghysar hat noch ein Ass im Ärmel während bei Tapper der Drogencocktail zu wirken beginnt. Bei einem Kampf mit Hoppatoon reißt sie ihm die Rückenkette aus dem Leib und beschädigt ihn sehr. Ghysar kann erneut tote Winkel schaffen und die beiden verbergen sich im Schiff. Der Gataser kann mit dem Roboterteil und einem Interkom Zugriff auf Schiffsysteme nehmen. Das Schiff hat einen Pulsar erreicht. Es ist der Hooris-Stern. Etwa 19.200 LJ von Terra entfernt. Die beiden können ein Funksignal absetzen. Das ruft einige Schiffe der Blues auf den Plan, die die Pentasphäre angreifen. Und auch die RAS TSCHUBAI ist informiert, die das Raumgebiet durchflogen hat, weil dort auffällig viele Pentasphären gesichtet wurden. Die RAS TSCHUBAI unterstützt die Blues beim Angriff auf das Schiff mit Tapper und Ghysar an Bord. Die sind erneut in Bedrängnis, denn Hoppatoon hat sie wieder aufgespürt. Tapper geht erneut über ihre Leistungsgrenzen hinaus und zerstört den Roboter.
Nun greift Gucky ein, der zusammen mit Donn Yaradua an Bord der Pentasphäre springt und die beiden auf die RAS TSCHUBAI teleportiert. Yaradua bekämpft den Drogencocktail in Tappers Körper. Doch eines kann er nicht heilen. Tapper ist nach einem Selbstmordversuch, den sie vor einem Jahr mit einer Strahlung unternommen hatte unheilbar krank. Sie hat nur noch Monate. Die wird sie an Bord der RAS TSCHUBAI verbringen. Perry Rhodan, der sie besucht, hat dafür gesorgt.
 
Rezension:
Mein Bedarf an „Üs“ ist für die nächsten Monate gedeckt. Obwohl es Michael Marcus Thurner durchaus gelingt, einige humorvolle Wortkonstruktionen zu erzeugen. So trägt beispielsweise die Hauptverkehrsverbindung von Frobisher den schönen Namen Üglüy-Süt.
Der Roman ist einer von der Sorte, in den man hineinwachsen muss. Er hat mir anfänglich nicht wirklich gefallen. Mit zunehmenden Verlauf habe ich mich damit arrangiert und einiges einfach akzeptiert. Die Geschichte gewann zuweilen an Format. Und sie konnte mich vorübergehend auch fesseln.
Mit der Figur der Antua Tapper hatte ich anfangs die meisten Probleme. Dem Autor blieb nicht viel Zeit, um seiner Protagonistin einen Hintergrund zu geben und sie dem Leser vorzustellen. Bald darauf wird sie wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Zuerst mit einem Familienmitglied einer der Getöteten. Und danach mit der Administratorin. Die Bausteine der Geschichte Tappers passten schon zusammen, aber es waren doch ein paar Sprünge dabei. Ich habe ihr nicht die harte Karrieristin abgenommen. Erst im Vergleich zur Administratorin gewinnt die Figur mehr an Format. Vermutlich war es auch dieser Vergleich, der der Figur dann doch noch den Charakter gibt, den sie am Ende zeigt.
Auch der Begleiter, der ihr zur Seite gestellt wird, ist merkwürdig. Beide Probanden fügen sich für meinen Geschmack ein Tick zu schnell in das Unvermeidliche der Situation. Und Positronikgenies hatten wir in letzter Zeit genug. An Bord des Perlenkettenschiffs gefallen mir die beiden dennoch ganz gut. Auch wenn die Fähigkeiten des Jülziish ex abrupto auftraten und in ihrer Art zwar geeignet waren, mir zu gefallen, aber doch ein wenig übertrieben wurden.
Auch Hoppatoon überrascht mich mit seiner Entwicklung. Der Autor hat mich zwar darauf vorbereitet, indem der den Roboter als lernende Entität einführte. Aber dennoch sind die positronischen Hirnwindungen des künstlichen Gegners in der Geschichte ein wenig zu einfach aus dem Takt geraten.
Perry Rhodan spielt erneut nur eine Nebenrolle. Der Titelheld ist präsent und „vor Ort“, er kann aber nichts „Großes“ bewirken oder soll es auch nicht. Die Rollenverteilung der Hauptfiguren ist in diesem Zyklus bislang untypisch. Eigentlich finde ich alles gut, das vom „Üblichen“ abweicht. Ich kann auch auf Perry Rhodan (der Figur) verzichten. Zumindest kann ich das, wenn er nicht in der Handlung ist und irgendwo geparkt wurde. Aber die Figur uninspiriert mal hierhin, mal dorthin zu schicken ist etwas anderes, als sie mal in Ruhe zu lassen und andere Figuren verstärkt einzusetzen. Das bisherige Auftreten von Perry Rhodan ist schwach.
Insgesamt hat mich der Roman aber gut unterhalten.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2967

Das zweite Terra – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Die Okulus-Dunkelwolke, 700 Lichtjahre vom Solsystem entfernt, beherbergt 5 Sterne. Einer davon ist Lyo. Ihn umkreisen sechs Planeten, von denen der zweite Trowno heißt. Der Planet wird auch als das zweite Terra bezeichnet. Denn hier läuft seit mehr als 2500 Jahren ein Projekt der Menschheit. Trowno dient als Backup-Planet der Heimat der Menschen. Den Auftrag dazu hatte Perry Rhodan nach den verherrenden Dolan-Angriffen erteilt. Mit umfangreichem Terraforming dient Trowno als Reservoir der irdischen Flora und Fauna. Mehr als 20.000 Wissenschaftler und anderes Personal begleiten das Vorhaben.
Einer von ihnen ist Magnus Rohoff. Er ist Kommandant der PIÈ BONMARCHALL. Die Raumstation aus acht ausgemusterten und aneinandergekoppelten LFT-Boxen umkreist den Planeten. Zu Rohoffs Aufgaben gehört auch, Kontrolle über die Wissenschaftler auszuüben. Gurumul Zierotin, der Hüter Trownos, bringt ihn dabei mit seinen eigentümlichen Ansichten zum Verzweifeln. Nun aber wird seine Aufmerksamkeit auf den fünften Planeten, den Gasriesen Thyello, gelenkt. Ein unbekannter Impuls wurde aufgefangen, der auf Thyello gerichtet war. Der Kommandant entsendet seine Stellvertreterin mit dem Jagd-Kreuzer BABA JAGA. Aimare Tournefort sieht sich den fünften Planeten genauer an. Thyello hat die neunfache Masse Jupiters. Sollte irgendetwas seinen energetischen Haushalt stören, könnte eine Umwandlung zu einem Braunen Zwerg eingeleitet werden. Dadurch wäre auch Trowno bedroht. Vor Ort wird der Bathyskaphe eingesetzt, ein Spezialschiff, um in die dichte Atmosphäre des Planeten einzutauchen.
Das Vorgehen führt zu einer unerwarteten Reaktion. Ein riesiges Schiff taucht aus den Tiefen des Planeten auf. Fünf aneinander gereihte Kugeln. Ein Funkspruch geht ein. Jemand, der sich Eins-das-Ganze nennt, fragt, in welcher Beziehung die Gemeinschaft (gemeint sind die Terraner) zum Wanderer steht. Tourneforts Versuche einer Kommunikation werden von den Fremden immer wieder mit dieser einen Frage beantwortet. Außerdem wird der Funk im Lyosystem durch den Perlenraumer massiv gestört. Magnus Rohoff bekommt Daten, bevor der Funk zur BABA JAGA ausfällt. Eine Space-Jet verlässt in seinen Auftrag die Dunkelwolke und ruft um Hilfe. Admiralin Patoman, die über die Thoogondu informiert ist, verspricht Hilfe. Bis die Flotte eintrifft, werden jedoch Stunden vergehen. Der Kommandant beschließt die Evakuierung der Besatzung der PIÈ BONMARCHALL auf den Planeten. Gurumul Zierotin soll dazu eine alte Station vorbereiten. Das wenige Militär der Raumstation bezieht Verteidigungspositionen.
Die Besatzung des Bathyskaphen macht inzwischen eine beunruhigende Entdeckung in tieferen Schichten der Thyello-Gashülle. Sie kann ihr Wissen jedoch nicht weitergehen, weil ihr Schiff zerstört wird. Aimare Tournefort entsendet zwei Space-Jets, um Kontakt zu Magnus Rohoff halten zu können. Das fremde Schiff schießt eines der Kleinraumschiffe ab und die BABA JAGA muss fliehen. Während ein Großteil der Besatzung der Raumstation auf Trowno evakuiert wurde entbrennt im Orbit der Kampf. Der Perlenraumer will offensichtlich Informationen sammeln. Tausende Balkenroboter dringen in die PIÈ BONMARCHALL ein. Die Verteidiger erzielen zwar einige Erfolge, weil sie eine Schwäche der Roboter ausnutzen, müssen jedoch die Station bald aufgeben. Tournefort hat mit der BABA JAGA auch keine Chance. Der Kreuzer wird zerstört und die Besatzung rettet sich zum großen Teil auf den Planeten. Rohoff vernichtet die PIÈ BONMARCHALL per Selbstzerstörung. Inzwischen liegen neue Informationen vor. Das Perlenschiff ist eine Pentasphäre, die von einem Thoogondu namens Zatholons Haruurid aus jahrtausendlangem Schlaf geweckt wurde. Eins-das-Ganze ist eine Positronik, die auf ihren Herrn, den Hooris-Prozessor wartet. Die Pentasphäre ist nicht das einzige Schiff. Auf Thyello warten über 500 Schiffe auf den Einsatz.
Nun greifen die Roboter der Pentasphäre auch die Station auf der Oberfläche an, worin sich die Menschen gerettet haben. Die Terraner können die Angreifer täuschen. Sie zerstören die Station, haben sich jedoch zuvor in die Tiefe des Planeten zurückziehen können. In dieser Lage trifft die RAS TSCHUBAI ein. Perry Rhodan lässt die Terraner von Trowno evakuieren und verlässt die Dunkelwolke. Die Pentasphäre von Eins-das-Ganze macht keine Anstalten, der RAS TSCHUBAI zu folgen.

 

Rezension:
Dem Roman von Michael Marcus Thurner liegt eine interessante Idee zugrunde. Die Erde musste in den letzten Jahrtausenden so manchen Angriff wegstecken. Die Gefahr, dass dadurch Unwiederbringliches verloren geht, ist groß. Zum Erbe der Menschen gehören jedoch nicht alleine die Menschen selbst. Die haben sich auf so viele Planeten ausgebreitet, dass die Spezies Mensch in jeden Fall überleben wird. Aber die Erde hat eben auch eine typische Tier- und Pflanzenwelt hervorgebracht, die es zu bewahren gilt. Ein Langzeitprojekt soll Flora und Fauna schützen. Im Fall der Fälle können dann Tiere und Pflanzen wieder angesiedelt werden.
Zwei Fragen drängen sich mir allerdings auf. Warum wird für dieses immens wichtige und teure Projekt ein System mit einem Gasriesen gewählt, der aufgrund seiner Größe beständig Gefahr läuft, sich in einen Braunen Zwerg zu verwandeln und damit das System destabilisieren würde? Und warum untersucht niemand in 2500 Jahren diesen Gasriesen, um eben Bedrohungen für Terra II auszuschließen, da doch das technische Equipment für solche Erforschungen vorhanden ist?
Die Menschen, die an einem solchen Vorhaben beteiligt sind, müssen schon eine gewisse Leidenschaft an den Tag legen. Generationen vor ihnen haben daran gearbeitet und Generationen nach ihnen werden immer noch Menschen daran arbeiten. Der Autor fängt ein paar dieser Typen ein. Den Hüter, der, begleitet von einem Gehstock mit Positronik, sich ganz dem Projekt verpflichtet hat. Einigen Menschen auf der Station, die dort geboren wurden und deren Leben das völlige Gegenteil zeigt. Denn sie lehnen das Biotop ab. Sie fühlen sich in der klinischen Atmosphäre der Station sicherer.
Leider spielen der Planet und die Idee mit zunehmenden Verlauf des Romans immer weniger eine Rolle. Die Bedrohung durch die Thoogondu wird vom Autor in den Vordergrund gerückt. Der Autor setzt eine ganze Riege unterschiedlicher Figuren ein. Beispielsweise eine Armada an Piloten, von denen jeder der Beste im ganzen System ist. So was hat man selten in einem Roman. Für mich waren es zu viele Nebenfiguren. Eine Konzentration auf wenige Figuren hätte der Geschichte gut getan. Ein wenig verlieren auch die Hauptfiguren an Ausdruck. Der Wandel des spleenigen Hüters zum Militär kam etwas schnell und etwas klischeehaft daher.
Perry Rhodan hatte nur einen Kurzauftritt. Ich bin gespannt, wie der Titelheld in den nächsten Romanen mit der Situation, an mehreren Fronten kämpfen zu müssen, umgeht.