Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3049

In der Zerozone – von Susan Schwartz
Auf dem Planeten Khaiguna steht das Portal in die Zerozone offen. Eine mentale Stimme hat nach einer Legitimation gefragt und Iwán/Iwa Mulholland hat sein Geburtsrecht der Zerozone vorgetragen und Zutritt erhalten. Donn Yaradua, Farye Rhodan-Sepheroa und die beiden Cairaner Bru Shaupaard und Wavalo Galparudse folgen Mulholland durch das Portal. Der Raum dahinter präsentiert sich so, wie es aus den Beschreibungen Guckys während einer Schmerzensteleportation bekannt ist. Die SERUNS sind keine Unterstützung und stellen den Betrieb ein. Die Luft in dieser seltsamen neutralen fremden Landschaft, die keine Anhaltspunkte liefert, ist jedoch atembar. Je weiter sich die Gruppe vom Portal entfernt, desto schwieriger wird das Vorankommen. Während Mulholland keine Probleme hat, verspüren die anderen einen Sog nach hinten, in Richtung des Portals. Die Zerozone mag ihre Besucher nicht. Sepheroa und Galparudse werden durch den Sog durch das Portal auf den Planeten zurückgeschleudert. Mulholland kann Yaradua und Shaupaard an sich binden. In der Nähe des Hermaphroditen sind sie in der Zerozone integriert.
Derweil muss sich die Besatzung der RAS TSCHUBAI etwas einfallen lassen. Die Phersunen scheinen auf ihrer Suche nach den Gefangenen, die dem Advokaten entkommen konnten, dem Schiff immer näher zu kommen. Gry O’Shannon scheint einen Marker zu tragen. Jedenfalls wird sie als diejenige identifiziert, die von den Phersunen aufgespürt werden kann. Die Materialspezialistin wird in Suspension gesteckt, damit die RAS TSCHUBAI nicht entdeckt werden kann.
In der Zerozone macht Donn Yaradua unglaubliche Entdeckungen. Der Hermaphrodit, der sich problemlos orientieren kann, bringt ihn zum Metronetz Padfuur. Jene Stadt der Guunpai, von der Yaradua unlängst erst erfahren hat, dass sie vor langer Zeit verschwand. Guunpais wohnen hier nicht mehr. Es sind Vertreter aus dem Volk der Luruparushe, die einst Mitglied der Vecuia gewesen waren, bevor sie dem nächsten Volk gewichen waren und spurlos verschwanden. Der Terraner und seine Begleiter treffen einen Luruparushe namens Barabancalan, der über das Erscheinen der Fremden zunächst nicht erfreut ist aber nach und nach einige Informationen preisgibt. Die Zerozone ist ein paramentaler Raum, der nach außen hin keinerlei Ausdehnung hat. Im inneren sorgen die Maschinen einer verschollenen Superintelligenz namens MATUY dafür, dass Wesen dort leben können. Barabancalan bezeichnet die Zerozone als Trajekt-Punkt. Der Trajekt-Punkt verbindet das Normaluniversum mit einem anderen Raum.
Donn Yaradua spürt, dass er dem Ziel, eine Spur zur Erde zu finden, nun sehr nahe ist. Barabancalan erlaubt es ihm, dem Trajekt-Registrator aus dem Arsenal MATUYS eine Frage zu stellen. Der Metabolist erfährt, nachdem er Beschreibungen zu Terra und Luna gemacht hat, dass die beiden Himmelskörper die Zerozone im Austausch gegen ein nicht datenidentisches Paar passiert hatten. Donn Yaradua gelingt noch mehr. Ein Handel, den er mit Barabancalan und dem Trajekt-Registrator eingeht, erlaubt die Passage eines 500-Meter-Raumers in den anderen Raum. Im Gegenzug sollen die Terraner das Portal auf Khaiguna zerstören. Und die Terraner bekommen einen Koordinatensatz, der sie zu Terra führen soll. Mit diesen Informationen kehrt Yaradua zurück.
Perry Rhodan ist Feuer und Flamme. Er wechselt mit Sichu Dorksteiger auf die TESS QUMISHA, mit der das Wagnis durchgeführt werden soll. Doch die Phersunen haben die TESS QUMISHA aufgespürt und die RAS TSCHUBAI muss ihre Deckung fallen lassen, damit das Unternehmen gelingt.
 
Die beiden Handlungsebenen, die Autorin Susan Schwartz in ihrem Roman verfolgt, können unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite Perry Rhodan, der wie immer an vorderster Front die unglaublichsten Abenteuer erlebt und endlich eine Spur zur verschollenen Erde findet. Auf der anderen Seite der Rückhalt durch die Besatzung der RAS TSCHUBAI, die Däumchen drehend auf die Rückkehr des Unsterblichen wartet.
Halt! So war es nicht. Donn Yaradua war derjenige, der das Abenteuer seines Lebens erlebt. Der Metabolist hat die Spur zur Zerozone gefunden. Er hat das Portal in diesen seltsamen Raum entdeckt. Er hat die Zerozone betreten, hat das Mysterium um diesen Ort ein Stück weit gelüftet und hat letztlich einen Weg gefunden, der schließlich nach Terra führen soll. Erst zu diesem Zeitpunkt greift der Titelheld wieder in das Geschehen ein. Diese „Personalentscheidung“ der Autorin fand ich gut. Es müssen nicht immer die Unsterblichen sein, die unglaubliche Entdeckungen machen. Mit der Figur Donn Yaradua konnte ich gut mitfühlen, als ihn zwischendurch die Erregung packt, eine Spur der verschwundenen Erde gefunden zu haben.
Der Roman von Susan Schwartz „lebt“ von den Ereignissen und den Erlebnissen Donn Yaraduas in der Zerozone. Die Handlungen an Bord der RAS TSCHUBAI dienen lediglich dazu, dem Leser etwas Entspannung zu verschaffen, bevor es wieder darum geht, den Geheimnissen um das Verschwinden von Terra und Luna auf den Grund zu gehen. Kurz vor Halbzeit des Zyklus liefert der Roman einige Antworten. Eine Verbindung zum Trajekt-Projekt der Cairaner ist ersichtlich. Allerdings werden, wie kann es anders sein, auch neue Fragen aufgeworfen.
Jedenfalls war dieser Roman der gelungene Startschuss zum so genannten Zerozone-Vierteiler, der die Bände 3050 bis 3053 umfasst und von Christian Montillon geschrieben wird. Ich bin gespannt.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3048

Die Fäden, die die Welt bedeuten – von Kai Hirdt
Das terranische Einsatzteam hat den Planeten Basslat verlassen können. Drei der cairanischen Index-Bewahrer haben sich selbst getötet, als der Advokat der Kandidatin Phaatom angriff. Synn Phertosh hat auch die Oxtornerin Siad Tan getötet. Ihr Okrill Phylax ist seitdem in der Obhut von Donn Yaradua. Mit seinen besonderen Fähigkeiten als Metabolist kann er das Tier beruhigen. Nun strebt die RAS TSCHUBAI Khaiguna entgegen. Dort soll sich der Zugang zur Zerozone befinden. Donn Yaradua ist nicht wohl in seiner Haut. Unter seiner Verantwortung sind mehrere Tote zu beklagen. Und nun sieht es so aus, als ob Perry Rhodan ihm erneut ein Team anvertraut.
Auch der Phersune Jashol Zhaushun fühlt sich unwohl. Der Kommandant der PALAGUN, an der die APPU des Advokaten angedockt hat, fürchtet Synn Phertosh. Nach dem Tod des Mutanten Monboddo muss ein anderer Weg gefunden werden, die drei Flüchtigen aufzuspüren.
Derweil hat die RAS TSCHUBAI den Planeten Khaiguna erreicht. Während das Riesenschiff im Ortungsschutz einer nahen Sonne geparkt wird, geht Donn Yaradua erneut in einen Einsatz. Er wird von Farye Rhodan-Sepheroa, Iwán/Iwa Mulholland, Phylax und den beiden verbliebenen Index-Bewahrern begleitet, von denen Bru Shaupaard einen Sextadim-Span der VECU in seinem Nacken trägt. Die Einheimischen des Planeten sind spinnenartige Wesen, die sich Guunpai nennen. Die Zivilisation hat gerade erst das Fernsehen erfunden. Sehr zum Leidwesen von Ebdowakrot, dem ersten Guunpai, dem das Einsatzteam begegnet. Ebdowakrot ist Schauspieler. Und das Schauspiel, das er und seine Truppe aufführen, wird Etruut genannt. Da die Guunpai bislang keine Aufzeichnungen ihres Wissens anfertigen, sind Schauspielgruppen die einzige Möglichkeit, Geschichten zu verbreiten. Doch das Fernsehen bedroht Ebdowakrot und seinesgleichen.
Auf Khaiguna hat es Donn Yaradua nicht leicht. Der Zugang zur Zerozone scheint gut versteckt und seine Fähigkeiten als Anführer sind gefordert. Ein lange als verschollen geltender berühmter Schauspieler bringt das Team auf die richtige Spur.
 
Die Geschichte von Kai Hirdt erinnerte mich ein wenig an „Die Muse“, eine Episode aus Star Trek Voyager. B’Elanna Torres, die mit dem Delta Flyer auf einem Planeten abgestürzt ist, wird für einen Einheimischen zum Vorbild eines neuen Theaterstückes. Auch Ebdowakrot in Kai Hirdts Roman ist stets auf der Suche nach einer neuen Geschichte, die sein Ensemble spielen könnte. Und die Besucher aus dem All sind ihm eine willkommene Inspirationsquelle. Wäre da nicht sein Ziehvater, der die falschen Stücke spielen lässt. In Voyager ringt die Schauspielgruppe um die Anerkennung ihres Patrons. In diesem Roman ist es ähnlich. Die Schauspieler ringen um die Anerkennung der Bevölkerung.
Zugleich aber ist es der gesellschaftliche und technische Wandel, der die Schauspieler bedroht. Die Probleme der einheimischen Bevölkerung, was den Fortschritt in der Übertragung der Etruuten betraf, waren gut geschildert. Die Medien erobern den Planeten, das Leben wird schneller und bestimmte Gruppierungen werden quasi überholt. Als Perry Rhodan seine bissige Anmerkung zur kulturellen Stufe der Guunpai einwirft, die Wiederholungen im Fernsehen betreffend, musste ich lachen. Nur den Figuren dreieinhalb Jahrtausende in der Zukunft fehlte es an Erleuchtung. Dem Anführer des Einsatzkommandos fehlte das zuweilen auch. Oder etwa doch nicht?
Kai Hirdt schildert seinen Protagonisten Donn Yaradua nicht nur mit viel Selbstzweifel, er fängt auch die Reaktionen auf seine Entscheidungen ein. In anderen Einsatzteam, insbesondere in denjenigen, die von den Unsterblichen angeführt werden, hat der Anführer immer Recht. Und Kritik an deren Entscheidungen gibt es nicht. Von daher war es mal an der Zeit, dem Einsatzleiter auf den Zahn zu fühlen, so wie es Kai Hirdt durch Farye machen lässt.
Es fehlte mir in diesem Roman aber an Zündstoff. Die Probleme Donn Yaraduas werden oberflächlich behandelt. Gerade seine Fähigkeit als Metabolist bietet Möglichkeiten, an die der Autor nicht gedacht hat. Wie wäre es, wenn Yaraduas Selbstzweifel so groß geworden wären, dass der Metabolist auf seinen eigenen Körper einwirkt? Sich zu Glücksgefühlen stimuliert und dabei die Kontrolle verliert?
Noch ein Wort zu Hypnoschulungen. Die werden meist zur Erlernung einer fremden Sprache verwendet oder im Umgang mit der Bedienung einer Apparatur. In diesem Roman werden jedoch auch weitere Informationen vermittelt, wie beispielsweise kulturelles Wissen über Theaterstücke. Da täte mich schon interessieren, welche Kapazität hat das menschliche Gehirn für solche Daten und wie wird man das wieder los?
Insgesamt eine gute Geschichte, die starke Bilder auslöst. Die spinnenartigen Wesen, deren Welt aus Fäden, die sie selbst spinnen, aufgebaut ist. Und Schauspieler. Da musste ich ständig an Marionetten denken, die ja auch an Fäden hängen. Etwas Brisanz hätte der Story gut getan.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3047

Der Sextadim-Span – von Leo Lukas
Die Terraner sind in Ancaisin auf der Suche nach einem Zugang zur Zerozone. Darin hat Iwán/Iwa Mulholland einen Weltenschatten wahrgenommen, der unzweifelhaft Terra zeigt. Ein Einsatzteam der RAS TSCHUBAI hat vier Index- Bewahrer zum Planeten Basslat begleitet. In der Stadt im Sturm wurden sie von Synn Phertosh aufgespürt und angegriffen. Obwohl die fliegende Stadt daraufhin abstürzt, können sich die Terraner und Cairaner dem Zugriff des Advokaten entziehen. Dabei wird die Gruppe allerdings auseinandergerissen. Siad Tan und Oxana Schmitt werden von Iwán/Iwa Mulholland per Schmerzensteleportation in eine unbekannte Gegend des Planeten in Sicherheit gebracht.
Donn Yaradua, die Cairaner, der verletzte Okrill und Remalhiu ke-Keelac schießen sich mit einer Rettungskapsel aus der Stadt. Anschließend werden sie vom ehemaligen Steward in dessen Heimatort geführt. Remalhiu hat dort eine Tochter, die als Veterinärin den Okrill betreut. Ziel der Gruppe ist es nach wie vor, den fünften Index-Bewahrer zu finden. Dieser spezielle Cairaner trägt einen Splitter der Superintelligenz in sich. Einen Sextadim-Span. Den anderen vier Cairanern gelingt es, diesem Träger eines Mentalsplitters der VECU eine Botschaft zu senden. Unterstützt von Einheimischen des Planeten, wollen sich die fünf Index-Bewahrer vereinigen. Ihr Ziel ist die Befreiung der Superintelligenz aus ihrem Verließ. Die Terraner erhalten im Gegenzug die Koordinaten einer Welt, auf der sich ein Zugang zur Zerozone befindet.
Doch der Advokat hat noch ein Wörtchen mitzureden. Sein Helfer, der Mutant Monboddo, hat Siad, Oxana und Iwán/Iwa aufgespürt. Und auch Synn Phertosh selbst begibt sich nun auf den Planeten.
 
Um es kurz zu machen. Die Terraner erhalten die Koordinaten eines Planeten, der den Zugang zur Zerozone ermöglichen soll. Der Weg zu diesen Informationen war kein einfacher. Zumindest nicht für mich als Leser. Letzte Woche wünschte ich mir eine Steigerung für diesen Roman. Die ist aus meiner Sicht ausgeblieben. Zunächst führte Leo Lukas eine neue Handlungsebene ein. Der fehlende Index-Bewahrer hat durch den Sextadim-Span bedingt, seine Erinnerung verloren und ist in einem Kasino als Mädchen für Alles tätig. Die Handlung in diesen Einschüben beschreibt der Autor aus Sicht des Index-Bewahrers mit der Verwendung eines persönlichen informellen Du. Die Zwanglosigkeit in diesen Beschreibungen hob sich allerdings nicht besonders von den anderen verwendeten Erzählweisen ab. Die anderen Ebenen werden aus Sicht der Parapsychologin, bzw. des Stewards beschrieben. Die Sicht Oxanas war dabei am wenigsten getrübt. Humorig und launig werden alle Erzähler eingesetzt. Aber dadurch gab es auch keine Abwechslung in der Geschichte.
War der Roman in der ersten Hälfte durch die Flucht und Neusortierung der Figurenkonstellationen sowie der dritten Erzählebene noch dynamisch geraten, taten sich in der zweiten Romanhälfte doch einige träge Abschnitte auf. Es fehlte an Zug, die Geschichte einem Höhepunkt zuzuführen. Der trat dann zwar ein aber als Leser nahm ich es eher gleichgültig hin. Die Figuren waren mir irgendwann auf dem Weg zu diesem Höhepunkt entglitten, bzw. interessierten mich deren Schicksale nicht mehr. Nur noch das Ergebnis war wichtig und das hieß, dass die RAS TSCHUBAI das nächste Ziel anfliegen kann.