Ansichten zu Perry Rhodan Jupiter Heft 12

pr_jupiter12Der ewige Lügner – von Kai Hirdt/Wim Vandemaan – Handlung:

In der auf Jupiter havarierten NAPHAUT DOSCHUR hat Perry Rhodan erfahren, dass die Schiqalaya die Kontrolle verloren haben. Nur auf Schelekesch, wo jetzt die Zhiridin herrschen, könnte man auf den Fluktuationstransmitter einwirken. Die Schiqalaya haben eine Methode entwickelt, mit einer Transportkapsel dem Weg der Higgs-Teilchen zurück nach Schelekesch zu folgen. Allerdings wurde die Methode nie erprobt. Perry Rhodan, Pao Ghyss und Firmion Guidry treten mit Ileschqa die Reise an. Der junge Ganymedaner mit seiner Fähigkeit, Geräte und Maschinen beeinflussen und reparieren zu können, stabilisiert den Transport.

Die Reise verläuft ereignislos und endet an einem Kraterrand. Am Boden befinden sich einfache Gebäude. Perry Rhodan muss sich vergegenwärtigen, dass inzwischen Jahrzehntausende vergangen sind. Wie die Zhiridin aussehen, ist unbekannt. Als zwei Wesen den Ankömmlingen gegenübertreten, ist der Unsterbliche entsprechend vorsichtig. Schnell stellt sich heraus, dass die Gruppe Schelekesch verfehlt hat. Sie sind auf einer Raumstation namens THINTYSIR, die Schelekesch umkreist. Die Bewohner nennen sich Uotooy und sind einst ebenfalls für die Tritheophane Präsenz tätig gewesen. Ein einfaches Gefährt kann von Firmion Guidry wieder flott gemacht werden und der Flug nach Schelekesch verläuft problemlos, ebenso die Landung in der Nähe des Psionen-Borns.

Dort treffen Perry Rhodan und seine Begleiter erstmals auf Zhiridin. Doch auch von diesen Wesen geht keine Gefahr aus. Sie bringen die vier Reisenden zu einem Eremiten, der ihnen möglicherweise Zugang zum Psionen-Born verschaffen kann.

Der Eremit entpuppt sich als Phalguwan. Er ist Perry Rhodan als der Abgesandte der Superintelligenz YNTRIM bekannt. Der Bote verhält sich abweisend, als der Terraner ihn um Hilfe bittet und die Lage in seiner Heimat schildert. Perry Rhodan wird nicht so recht schlau aus dem Boten und vermutet, dass dessen Geschichte in Teilen anders verlaufen ist, als er sie von den Schiqalaya erfahren hat. Der Unsterbliche konfrontiert Phalguwan mit einer anderen Geschichte. Er wirft ihm vor, die Schiqalaya für seine Zwecke instrumentalisiert zu haben.

Nachdem Perry Rhodan zusammen mit Pao Ghyss, Firmion Guidry und Ileschqa in den Psionen-Born vordringen kann, erfährt er mehr über den Boten. Phalguwan selbst ist eine Maschine, eine unvollkommene dazu. Unter dem Einfluss von Psionen sollten andere Wesen Fähigkeiten entwickeln, die Phalguwan letztlich helfen können.

Im Psionen-Born kommt es schließlich zur Konfrontation zwischen Perry Rhodan und Pao Ghyss. Als sie auf ihn schießt, stürzt sich Ileschqa in die Schussbahn und stirbt. Rhodan tötet Ghyss. Firmion Guidry vereinigt sich mit Phalguwan und repariert ihn so. Rhodan gibt ihm den Zellaktivator von Ileschqa. Phalguwan beendet den Fluss von Higgs-Teilchen und schickt Perry Rhodan zum Jupiter zurück. Dort kann der Unsterbliche die NAPHAUT DOSCHUR gerade noch rechtzeitig verlassen und von Irene Lieplich geborgen werden. Alle Fremdtechnologie verschwindet vom Jupiter. Es ist Montag der 14. Februar 1461. Vor drei Tagen hatte die Katastrophe begonnen.

Im Krankenhaus von Manchester, Connecticut, wo Chayton Rhodans kranke Tochter Caruu behandelt wird, treffen sich Mondra Diamond, Perry Rhodan, Buster, Payette und Porcius Amurri. Der TLD-Agent, der in den letzten Minuten bei Chayton war, erfindet eine Geschichte, um Caruu den Tod ihres Vaters erträglich zu machen. Doch das Mädchen durchschaut ihn. Aber sie ist ihm nicht böse und ihrem Bruder Buster und Tante Payette hilft die Geschichte.

 

Rezension:

Der Roman von Wim Vandemaan schließt die Serie ab. Die Handlungselemente, die sich um Chayton Rhodan drehen, werden von Kai Hirdt zu Ende geführt. Der Roman war atmosphärisch dicht, mit teils eigenwilligen Handlungsorten und ebensolchen Figuren und sehr flott zu lesen.

Die direkte Fortsetzung von Heft 8 katapultiert Perry Rhodan in unbekannte Fernen. Ein eigenwilliges Szenario, das der abschließende Jupiterband bereithält. War die ganze Serie eigentlich darauf ausgelegt, an einem regionalen Ort zu spielen, heimisch noch dazu und mit Jupiter, Ganymed und MERLIN überschaubar, wird die Lösung der Probleme in ganz anderen Regionen gesucht. Nicht nur Perry Rhodan fühlt sich merkwürdig, als er nach dem Transport auf der Sternenstadt THINTYSIR herauskommt und sich erst orientieren muss. Mir als Leser ging es ebenso.

Ein paar Fragmente der Historie kennt Rhodan und somit der Leser aus den Erzählungen der Schiqalaya. Aber Perry Rhodans Vorgehen in diesem letzten Band scheint seltsam entrückt. Im Denken und Handeln der Figuren wird die nahende Katastrophe für das Solsystem ausgeblendet. Natürlich wird hin- und wieder pflichtbewusst an die Zeit erinnert, die Rhodan bleibt, um das Unglück aufzuhalten. Aber die räumliche Entfernung schafft zu dieser sich anbahnenden Katastrophe auch eine emotionale Distanz.

Die merkwürdigen Handlungsorte und die seltsamen Bewohner, von denen einige ihr Sternenerbe vergessen haben, andere als Mönche leben, tun ein Übriges, um die Katastrophe auszublenden. Ganz anders zuletzt der Roman mit Reginald Bull, als es darum ging, die Menschen von Ganymed zu retten. Da war man als Leser mittendrin. Das Szenario in diesem letzten Band der Jupiterserie dämpft gewissermaßen die Gefahr.

Erst als Rhodan auf den Eremiten trifft, der sich als der Bote einer Superintelligenz entpuppt und mit einem freundlichen Juhu aus seiner bescheidenen Behausung, einer Erdhöhle, gelockt werden kann, ändert sich auch langsam die Stimmung, die durch die Geschichte verbreitet wird. Rhodan sucht Antworten und erlangt zumindest teilweise die Kontrolle wieder, nur um sie dann wieder zu verlieren. Die Geschehnisse rauschen an Perry Rhodan vorüber, wie sie auch am Leser vorbeiziehen. Ging ich bislang davon aus, dass der Fluktuationstransmitter nach wie vor eine Gefahr für Jupiter darstellt, ist es angeblich nicht so. Da habe ich wohl was verpasst. Der Romantitel verriet es eigentlich, aber als Perry Rhodan Phalguwan mit einer anderen Geschichte konfrontiert, fand ich den spontanen Durchblick, den Rhodan auf jahrzehntausende alte Geschehnisse hat, die er nur vom Hörensagen kennt, doch erstaunlich.

Dann geht alles sehr schnell. Pao Ghyss findet ihr Ende, ebenso wie Ileschqa. Zwischen Firmion Guidry und Phalguwan gibt es eine Vereinbarung. Der junge Ganymedaner repariert den Boten und geht dabei in ihm auf. Der Fluktuationstransmitter wird abgeschaltet.

Das Ende ist überraschend. Caruu verkuppelt Amurri mit Tante Payette. Diese Verkuppelung passt irgendwie gar nicht an das Ende der Serie. Die Figur Porcius Amurri taucht in Heft 4 auf und hat mit den Geschehnissen vom Band 1 gar nichts zu tun. Die Figur ist Chayton zweimal begegnet. Einmal in den Lüftungsschächten (seufz) und zum zweiten Mal, als Chayton stirbt. Mit Mühe kann ich aus der letzten Begegnung den Zusammenhang herstellen, dass der TLD-Agent in das Privatleben des Titelhelden involviert wird. Aber die Verkuppelungsgeschichte?

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2885

pr_2885Der Leidbringer – von Robert Corvus – Handlung:

Die Gyanli Lutoo beobachtet neugierig vom Bord des Flaggschiffs SHADRUUS die Signale des manipulierten Fluids. Es scheint an Bord eines Raumschiffs zu sein, denn es bewegt sich auf die Heimat der Tiuphoren zu. Doch ein Schiff können die Ortungsgeräte nicht entdecken. Allerdings gibt es Sekundäreffekte, die auf die Anwesenheit eines perfekt getarnten Schiffes schließen lassen.

An Bord der ODYSSEUS verfolgt Perry Rhodan den Plan, die Gyanli in eine Falle zu locken. Er will nach Tiu, um dort hochrangige Gyanli gefangen zu nehmen. So will er mehr über die Absichten dieses Volkes erfahren. Ganz besonders interessiert es ihn, was die Gyanli über die Materiesenke wissen, in die sich seiner Meinung nach Orpleyd entwickeln wird. Er setzt darauf, dass auch Klavtaud selbst Tiu besucht.

Ein Gyanli-Raumschiff nahe Tiu ist nicht entgangen, dass ein getarntes Schiff eine Trümmerwolke durchfliegt und eröffnet das Feuer. Perry Rhodan setzt den Trugwerfer ein, um ein explodierendes Raumschiff vorzutäuschen. Parallel dazu werden die Signale des Fluids unterdrückt. Die ODYSSEUS landet unbemerkt auf Tiu in der Nähe von Baxrotas. Dort soll Mixandracs Bruder leben.

Weder Lutoo noch Klavtaud sind von der Zerstörung des unbekannten Schiffs überzeugt. Lutoo passt es allerdings gar nicht, dass Klavtaud sich selbst auf den Planeten begeben will. Sie stellt einen Kampftrupp aus erfahrenen Soldaten zusammen.

In Baxrotas zeigen sich die ganzen hässlichen Auswirkungen der Besetzung durch die Gyanli. Die Stadt ist zugemüllt. Restriktionen der Besatzer schränken die Freiheiten der Bevölkerung ein. Die Tiuphoren leiden unter dieser Knechtschaft. Aktuell werden zudem Trümmer der zerstörten Tiuphorenschiffe auf Tiu gelenkt und schlagen überall ein. Auch in Baxrotas. Pey-Ceyan möchte unbedingt helfen, doch Rhodan zeigt sich unbeeindruckt von dem Leid. Seiner Meinung nach droht eine kosmische Katastrophe von unvorstellbaren Ausmaßen. Sie können nicht jeden einzelnen helfen.

Nachdem sie Mixandracs Bruder Jellroc aus der Gefangenschaft der Gyanli befreit haben, führt sie dieser zum Widerstand. Jellroc ist ein Katalogiker, der wie andere Tiuphoren auch, Teile des Katalyptischen Katalogs im Gedächtnis hat. Und er ist davon überzeugt, dass nach dem Leid, das die Gyanli bringen, die Erlösung folgen wird. Mehr noch, er will sogar das Leid noch steigern, damit die Erlösung auch tatsächlich eintreten kann. Er geht davon aus, dass die vor 2000 Jahren Erlösten zurückkehren oder auch die Helfer von damals. Perry Rhodan ist entsetzt.

Man lockt die Gyanli in eine Falle. Von der ODYSSEUS werden Waffen an hunderte von Tiuphoren ausgegeben, die dabei helfen sollen, hochrangige Gyanli oder Klavtaud selbst gefangen zu nehmen. Die Aktion gerät zu einem Fiasko. Die Wuutuloxo Jurukao wird getötet und die Tiuphoren unter Jellroc halten sich nicht an die Vereinbarungen. Viele Widerständler sterben, was Jellroc nicht anficht. Er hält Rhodan für den echten Leidbringer.

Perry Rhodan lässt nicht locker. Im Municipium der Gyanli startet er einen weiteren Versuch, Klavtaud habhaft zu werden. Diesmal ist auch Attilar Leccore mit dabei. Wieder gibt es viele Opfer. Auch die Larin wird verletzt. Klavtaud erscheint und diesmal hat er sich auf den Gestaltwandler vorbereitet. Mit Gewalt dringt das Wesen in Leccores Geist ein, scheint die Templates, die Leccore von anderen gemacht hat, förmlich zu zerreißen. Als der Gestaltwandler zu unterliegen droht, erinnert er sich seiner wahren Herkunft. Er ist ein Koda Aratier. TRAITOR ist sein Ursprung und diese dunklen Abgründe verhelfen Leccore nun, gegen den Gegner zurückzuschlagen. Klavtaud oder Pushaitis hatte sich geöffnet und Leccore kann Erinnerungen aufnehmen. Pushaitis flieht.

Am Ort des Geschehens ist es zu einer Pattsituation gekommen. Lutoo lässt Rhodan und die anderen abziehen. Die ODYSSEUS startet von Tiu und Leccore berichtet darüber, was er erfahren hat. Pushaitis versteht sich als weiblich und denkt von sich als eine von drei Pashukan. Sie bezeichnen sich auch als die Maschinisten des Pavvat. Sie sind seine Bediener und Hüter. Leccore hat eine sechsdimensionale Spule erkannt, die Pushaitis´ Gedanken erzeugt. Perry Rhodan kommt das bekannt vor. Homunk war ein Androide mit einer Intotronik als Bewusstseinsgenerator.

Der Bordrechner der ODYSSEUS meldet sich. Aus dem Ortungsschutz der Sonne Lichtfahne A hat sich ein drei Kilometer durchmessender Kugelraumer gelöst. Es ist die RAS TSCHUBAI.

 

Rezension:

Obwohl der Roman die Geschichte der Vorwoche fortsetzt und mit Robert Corvus auch der gleiche Autor verantwortlich zeichnet, zeigt sich die Handlung im Stil ein wenig verändert. Die von mir gelobten unaufdringlichen Details, die die Handlungen der Figuren zuletzt begleiteten, fehlen diesmal. Und der Autor treibt die Handlung wenngleich nicht überhastet, so doch etwas weniger sorgfältig geplant voran.

Lutoo zeigt sich anfangs als die harte Kämpferin und Ausbilderin alá „Full Metal Jacket“, die nicht nur Soldaten drillt, sondern sogar Roboter ins Training schickt. Auf Tiu wird die Figur zunächst ein wenig ausgebremst, um zum Ende hin wieder an Format zu gewinnen. Die Gyanli zeigt Einfühlungsvermögen. Natürlich ist es ihr nicht entgangen, dass Klavtaud kein Mitglied ihres Volkes ist. Auf der Ebene einer Soldatin zollt sie ihren Gegnern Respekt und lässt diese abziehen. Die Darstellung der Gyanli als Volk, so brutal ihr bisheriges Auftreten auch ist, zeigt in den ersten Romanen dieses Zyklus mehr Nuancen, als die Onryonen in 175 Heften erreicht hatten.

Die Ziele, die Perry Rhodan auf Tiu verfolgt, waren zunächst nebulös. Natürlich geht es ihm um Informationsgewinnung. Aber will er Klavtaud fangen, hochrangige Gyanli oder mehr über die Tiuphoren der Jetztzeit erfahren? Genauso nebulös wie die Ziele waren auch die Maßnahmen, die Rhodan ergriff. Allerdings war der Gegner ebenfalls nicht besser aufgestellt.

Eigentlich mag ich Geschichten, in denen die eine Partei weiß, was die andere vorhat. Die eine Partei stellt eine Falle und die andere gibt vor, blindlings hineinzutappen. Allerdings will sie den Spieß umdrehen. Dieses Szenario wird jedoch 2-3-mal hintereinander ausgebreitet und war wenig spannend. Es wirkte alles zu bemüht, wie das Weglassen von Leccore bei der ersten Aktion, oder das Flugmanöver mit der Wuutuloxo und einiges mehr. Robert Corvus versuchte zudem, in diesem Durcheinander so etwas wie einen ethischen Konflikt auszutragen. Der dann allerdings nur auf Sparflamme zwischen Perry Rhodan und Pey-Ceyan ausgetragen wird und durch den Hinweis auf Billiarden von Toten schnell ein Ende findet. Auf Sparflamme köchelt auch der Erkenntnisgewinn. Das war nicht sehr viel mehr als das, was schon letzte Woche in Erfahrung gebracht wurde.

Eine Überraschung gibt’s zum Schluss. Die RAS TSCHUBAI taucht auf. Damit hatte ich nicht gerechnet, da doch die ODYSSEUS zuletzt aufgerüstet wurde und Pey-Ceyans Telepathie einen akzeptablen Gucky-Ersatz darstellte. Allerdings besteht nun die Möglichkeit, Leccore zu schonen und auch mal Einsätze ohne gestaltwandlerischer Sicherheit durchzuziehen.

Der Roman bot wieder gute Unterhaltung, erweckt bei mir allerdings den Eindruck, nicht mehr ganz so sorgfältig geplant worden zu sein, wie der erste Teil.

Ansichten zu Perry Rhodan Jupiter Heft 11

pr_jupiter11Countdown für MERLIN – von Christian Montillon – Handlung:

Auf der Station MERLIN wüten Schwerkraftanomalien. Der Gravo-Fraß wird zur tödlichen Gefahr für jeden Bewohner der Faktorei. Außerdem stürzt Ganymed auf Jupiter zu. Der Mond wird noch vor dem Aufschlag auf den Planeten MERLIN in den Untergang reißen.

Für Mondra Diamond und Porcius Amurri scheint schon vorher das Ende zu kommen. Der Stationsleiter Oread Quantrill zwingt die beiden ins Casino und will sie Tau-acht aussetzen. Mehrere Techno-Jaguare begleiten die beiden Terraner und machen eine Flucht undenkbar. Plötzlich stürmen Roboter das Casino. Sie feuern auf die Techno-Jaguare, die unter DANAES Kontrolle stehen. Oread Quantrill und Anatolie von Pranck setzen sich ab, während Mondra und Porcius in dem Chaos bewusstlos werden.

Als sie erwachen, werden sie medizinisch versorgt. Ihr Retter ist ein alter Mann. Schnell stellt sich heraus, dass es Chayton Rhodan ist. Der Verwandte von Perry Rhodan ist dem Tode nahe. Er hat mit der alten Positronik MERLIN einen Teil der Kontrolle über die Faktorei zurückerlangt. Aber DANAE muss zerstört werden. Er übergibt Mondra ein kleines Gerät, mit der das bewerkstelligt werden kann. Dann stirbt Chayton.

Mondra erfährt von den Dragoman, den unter MERLINS Kontrolle stehenden Roboter, wie schlimm es um die Station steht. Die 20.000 Bewohner werden sterben. Quantrill lässt sein Fluchtschiff TYCHE mit Tau-acht beladen. Die beiden Terraner trennen sich. Während Mondra loszieht, um DANAE auszuschalten, damit MERLIN mehr Kontrolle bekommt, will Porcius Amurri die Bewohner der Station wachrütteln und den Verrat von Oread Quantrill unter die Leute bringen. So sollen möglichst viele Verbündete gewonnen werden, mit denen man die TYCHE erobern kann, das einzige Schiff, mit dem eine Flucht möglich ist.

Auf dem Weg ins Casino gerät Mondra mehrere Male in Lebensgefahr. Eine junge SteDat-Angehörige hilft ihr, wird aber bald darauf getötet. Auch für den TLD-Agenten beginnt eine mörderische Mission. Mit MERLINS Hilfe hat er einen kleinen Teil der Faktorei mit einer Botschaft bestrahlen können. Etliche Stationsangehörige, darunter Cheborparner, schließen sich ihm an. Aber DANAE beginnt sofort mit Gegenmaßnahmen. Amurris Truppe wird immer wieder angegriffen.

Inzwischen hat sich Mondra zum Casino und zu DANAE vorgekämpft. Dort setzt sie das Gerät von Chayton ein. Der hatte ein Ganymed-Graviton in einem Kraftfeld eingesperrt, das nun freigesetzt wird und DANAE vernichtet. Mondra trifft auf ihrer Flucht einen Schiqalaya. Sie befreien die Artgenossen des Wesens aus dem Labor.

Auch Porcius Amurri erhält von unerwarteter Seite Unterstützung. Anatolie von Pranck wurde von Oread Quantrill hintergangen. Die Wissenschaftlerin will sich rächen. Auch sie ist Tau-acht-süchtig und nutzt nun ihre Para-Gabe, um mit dem TLD-Agenten ein paar Space-Jets flottzumachen, um die TYCHE anzugreifen. Anatolie von Pranck tötet Oread Quantrill, wobei auch sie ums Leben kommt. Mondra Diamond und Porcius Amurri erobern die TYCHE und nehmen so viele Bewohner der Station auf, wie sie können. Auf der Flucht bekommen sie mit, wie von der TSUNAMI-X ein SHIVA-Torpedo auf Ganymed abgefeuert wird. Der Mond zerbirst. Ein gewaltiges Trümmerstück reißt MERLIN endgültig in den Untergang.

 

Rezension:

Auf dem Cover ist nur Christian Montillon als Autor angeführt. Aber da Chayton Rhodan in der Geschichte seinen letzten Atemzug haucht, steckt auch ein wenig von Kai Hirdt in dem Roman, aus dessen Feder der zusätzliche Handlungsstrang um den fernen Verwandten von Perry Rhodan stammt. Damit ist bereits ein Heft vor Serienfinale klar, dass sich die beiden Rhodans nicht begegnen.

Das ist ein wenig schade, da es diese Familienbande waren, die das erste Heft der Jupiterserie bestimmten und der Reihe zu einem ungewöhnlichen Auftakt verhalfen. Ein Happy End für die Figur Chayton wurde zuletzt immer unwahrscheinlicher. Dennoch sieht es so aus, als ob der Bogen, der mit den Geschehnissen in Band 1 begonnen wurde, nicht abgeschlossen wird. Ob das erst im 12er geschieht, wenn Perry Rhodan die traurige Nachricht überbringen darf?

Der vorletzte Band der Jupiterreihe bringt wieder Mondra Diamond ins Spiel. Die Idee, sie in den Parcours zu schicken passte zwar zu dieser Figur, aber eigentlich gefällt sie mir in diesem Roman besser. Montillon schildert die Lebensgefährtin des Serienhelden irgendwie erwachsener. Dazu kommen noch ein paar selbstironische Gedanken, beispielsweise als sie über ihre Außenwirkung nachdenkt, als sie von der jungen SteDat-Frau mit dem Begriff einer Geliebten Perry Rhodans konfrontiert wird.

Sowohl Mondras als auch Porcius´ Handeln wird in der ersten Romanhälfte allerdings durch einen Umstand nicht so richtig zur Geltung gebracht. Der erste Teil der Geschichte besteht im Grunde genommen aus einer Aneinanderreihung von Begebenheiten, wie die Menschen an Bord zu Tode kommen. Der Gravo-Fraß hält reiche Beute und der Autor lässt die bizarrsten Todesformen über die Bewohner der Station kommen. Das war mir etwas zu plakativ in den Vordergrund gestellt worden.

Als sich die Wege der beiden Hauptfiguren trennen, wird es etwas besser. Beide gewinnen Verbündete. Der Sinneswandel von Anatolie von Pranck kommt überraschend. Und Porcius Amurri muss sich ihre Geschichte anhören. Das geriet sehr statisch. Überzeugender wäre es gewesen, wenn der TLD-Agent mit seinen Helfern zum Kampf um das Silo dazu gestoßen wäre. Dann hätte man sich den Rückblick und die Überzeugungsgeschichte sparen können.

Relativ schnell findet der Handlungsstrang um Chayton Rhodan ein Ende. Wobei es mich interessieren würde, wie Mondra ohne dessen Geschenk den Kampf gegen DANAE im Original von Jupiter bestritten hat. Ein wenig zeigt sich zum Ende von Chayton auch wieder eine Widersprüchlichkeit, die mir in den Bänden zuvor schon aufgefallen ist. Er, der auch hier wieder betont, wie egal ihm andere Menschen sind, rettet zuerst Mondra und stiftet sie dann an, die Menschen der Station zu retten.

Das fühlt sich nicht gut an, passt irgendwie nicht zusammen. Seine bisherigen Handlungen hatte ich noch dahingehend interpretiert, dass er diejenigen bestrafen will, die ihm das angetan haben. Also Pao Ghyss oder Oread Quantrill. Dazu hätte es nicht unbedingt Hass benötigt, obwohl dies ein starker Antrieb gewesen wäre. Doch Chayton hat durch Tau-acht seine Emotionen verloren. Zu Hass ist er nicht mehr fähig. Zu Mitgefühl mit anderen geschundenen Kreaturen auch nicht. Selbst seine eigenen Kinder sind ihm egal. Warum also will er Mondra und die anderen retten? Damit sie zu Erfüllungsgehilfen seines Plans werden, Oread Quantrill zu töten? Ist jemand, der aller Empathie beraubt wurde, fähig, solche Pläne zu verfolgen?

 

Ansichten zu Perry Rhodan Trivid 06 – Die Klonverschwörung

pr_trivid06Trivid 06 – Zusammenhalt – von Christian Montillon und Oliver Fröhlich – Handlung:

Vom Bord des Ara-Schiffes in der Nähe des Saturns hat Lian Taupin eine der ausgestrahlten Werbebotschaften dazu benutzt, um an Perry Rhodan eine Nachricht zu senden. Nun befindet sich die junge Frau auf der Flucht. Im Freizeitgelände kann sie eine Explosion auslösen und die Überwachungssonde zerstören. Mit Geschick und Cleverness kann sie die Verfolger narren und sich Zeit verschaffen, bis Perry Rhodan eintrifft. Doch ihre Flucht durch das Schiff wird dann doch gestoppt. Ein Roboter paralysiert sie.

Als Lian Taupin erwacht, steht Neyla Abiola neben ihr. Ihre Mutter zeigt nun ihr wahres Gesicht. Doch mehr noch überrascht Lian der Mann neben Neyla. Sie hatte damit gerechnet, dass der Ara Khar Baraly der große Unbekannte ist. Doch das ist falsch.

Inzwischen ist Perry Rhodan mit einer Space-Jet vor Ort. Auch zwei Raumschiffe der Liga halten den Ara-Raumer in Schach. Der Mann, der Lian Taupin in seiner Gewalt hat, meldet sich. Rhodan kennt ihn als eines der Mitglieder des Konsortiums von Projekt TRAFO.

Spoiler
Der Ara Tratsek Vrach hatte seinerzeit für die Einstellung von TRAFO votiert. Baraly warf ihm vor, ihm in den Rücken gefallen zu sein.

Der Mann muss schon damals den Plan gehabt haben, das Projekt weiterzuführen. Allerdings mit anderen Zielen. Da der Mann Lian und Dano in seiner Gewalt hat, und droht sie zu töten, lässt sich Perry Rhodan auf einen Handel ein. Er soll den zellulären Kohäsionsverstärker besorgen, den der TLD aus dem unterirdischen Labor auf Merkur geborgen hatte. Der Hintermann wird damit Dano heilen und benötigt somit Lian nicht mehr, die er gehen lassen will.

Auf dem Uranusmond Oberon trifft sich Rhodan mit Herman Lugauer. Der Arzt hat Ischi mitgebracht. Sie holen aus dem Depot den Kohäsionsverstärker. Rhodan hat die Hoffnung, dass Lugauer das Gerät versteht und Ischi helfen kann. Doch Lugauer muss ihn enttäuschen. Es würde Wochen brauchen, das Gerät auf die erforderlichen Parameter zu Ischis Bestrahlung einzustellen. Diese Zeit haben sie nicht.

Lian Taupin und Dano werden von Neyla Abiola bewacht. Lian ist von den Äußerungen Neylas zutiefst entsetzt. Sie will alles tun um sie und den Hintermann aufzuhalten. Perry Rhodan meldet sich wieder. Mit dem Hintermann handelt der Unsterbliche einen Deal aus. Er kommt mit einer Space-Jet an Bord und Ischi mit Lugauer als Begleitperson dürfen das Schiff betreten. Ischi wird behandelt und darf mit Lugauer zurückkehren. Lian überredet Perry, dass sie mit dem Hintermann gehen darf. Ihr soll nichts geschehen.

Als Lugauer und Ischi eintreffen, muss Lian hilflos mit ansehen, wie der Hintermann alle täuscht. Er paralysiert Lugauer, schaltet Dano aus und geht mit dem Kohäsionsverstärker durch einen Transmitter. Neyla Abiola begleitet ihn und Ischi und Lian müssen mitgehen. Hinter ihnen explodiert der Transmitter und die Selbstzerstörung des Schiffes wird eingeleitet. Rhodan, der durch eine Spionsonde alles mitbekommen hat, kann Lugauer und Dano von Bord holen. Der Klon macht ihn auf ein kleines Gerät aufmerksam, dass in den Trümmern des Transmitters liegt und die Zielkoordinaten gespeichert hat. Dano hat längst mit dem Hintermann abgerechnet und vor einiger Zeit das Überwachungsgerät dort platziert.

Der Zufluchtsort des Hintermanns liegt in den Saturnringen. Auf einem Felsbrocken hat sich der Mann eine gut geschützte Basis geschaffen, die alle Annehmlichkeiten bietet. Lian ist von der ersten Sekunde an bereit, ihn und Neyla aufzuhalten. Ischi wird behandelt und ihr Zustand verbessert sich. Ein erster Kunde des Hintermannes macht sich ein Bild von den beiden Klonen. Lian spielt das perverse Spiel widerwillig mit.

Perry Rhodan hat die Daten entschlüsseln können. Dano ist dem Tode nahe und beschwört Rhodan, dass er Neyla und seinen Partner töten soll. Mit einem sechsköpfigen Einsatzteam geht der Unsterbliche durch den Transmitter. Am Zielort wird Alarm gegeben. Zwei Soldaten bleiben am Transmitter, mit den anderen stürmt Rhodan die Station. Lian nutzt das Chaos und verfolgt Neyla. Es kommt zu einem Kampf, bei der Neyla stirbt. Der Hintermann hat sich Ischi als Geisel schnappen können. Doch am Transmitter begeht er einen schweren Fehler und kann getötet werden.

In der Klinik auf dem Mars kann Ischi weiter behandelt werden, doch für Dano kommt jede Hilfe zu spät. In den letzten Momenten seines Lebens sind Lian und Ischi an seiner Seite.

 

Rezension:

Wer mit Band 6 das erste Mal Trivid liest, was zugegebenermaßen sehr unwahrscheinlich ist, wird mit den ersten beiden Sätzen oder vielmehr dem zweiten Satz sich verwundert die Augen reiben. Da heißt es: „Ihr (Lian Taupin) Schicksal würde sich in dem Saunahäuschen erfüllen, wo der nackte Daniel-Roboter auf sie wartete.“

Aber keine Angst, man wird nicht in ein anderes Genre katapultiert. Der Moment verfliegt schnell, denn Lian reißt dem Roboter das Herz heraus. Und schon ist man wieder mitten drin, in diesem SF-Thriller. Auch sonst läuft die Trivid-Künstlerin im ersten Kapitel zur Höchstform auf. Sie springt, rennt, sorgt für Ablenkung und versucht am Leben zu bleiben. Die Figur macht einfach alles richtig und die Autoren, die sie beschreiben, natürlich auch. Nur gegen die Kälte von Neyla und dem großen Unbekannten kann Lian zunächst nichts ausrichten.

Auch wenn die Identität des Hintermanns schnell geklärt wird, hält der abschließende Band von Trivid noch einige Überraschungen parat. Die Rolle Neylas wird geklärt, ebenso das Schicksal Danos und Ischis. Und das Ausnutzen des Fehlers, den der Hintermann begeht, und der ihm letztlich das Genick bricht, fand ich originell. Perry Rhodan reagiert schnell. Einfach aber wirksam!

Wie auch in den Romanen zuvor, zeigt auch der letzte Teil der Serie verstörende Einblicke in die tiefsten Abgründe menschlichen Handelns. Das schonungslose Handeln von Neyla und ihrem Partner verschlägt nicht nur Lian den Atem sondern auch mir. Überhaupt Lian. Mit der Figur konnte ich mitleiden. Christian Montillon und Oliver Fröhlich haben für diese Figur einen Werdegang gezeichnet, den es so noch nicht im Perryversum gegeben hat. Das Ende ist emotional und stimmig. So wie die ganze Serie sehr harmonisch ist.

Fulminanter Abschluss von Trivid. Von dieser Serie würde ich gerne mehr lesen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2884

pr_2884Unter allem Grund – von Robert Corvus – Handlung:

Während die ODYSSEUS auf dem Weg ins Lichtfahnensystem ist, tobt dort eine Raumschlacht. An Bord des Flaggschiffs der Tiuphoren ist Chefingenieur Mixandrac mit seinem Personal in einer schwierigen Lage. Sein Schiff, die CELAXTA ist nach dem Beschuss durch ein Raumschiff der Gyanli nur noch ein Wrack. Als das Schiff vor dem Untergang steht, geschieht etwas Merkwürdiges. Ein Gyanliraumschiff der GYAAS-Klasse verhindert mit Löschtorpedos weitere Explosionen und nimmt die CELAXTA in Schlepp.

An Bord der ODYSSEUS beklagt sich Jurukao darüber, dass zu wenig vom Fluid der Gyanli für die Forschungen zur Verfügung steht. Die Flüssigkeit wimmelt von Kleinstlebewesen und es werden Gehirnströme angemessen. Ob die Aktivitäten im höherdimensionalen Spektrum bedeuten, dass das Fluid denkt, kann noch nicht gesagt werden. Mit etwas Abstand zum Lichtfahnensystem wird die Etappe beendet. Die Konstellation des Systems zeigt, dass die Position Tius zwischen den beiden Sonnen nicht natürlich entstanden sein kann. Als die Energieausbrüche der Schlacht gemessen werden, geht die ODYSSEUS in den Ortungsschutz einer der beiden Sonnen des Systems. Perry Rhodan und seine Begleiter erfahren, dass der Kriegs-Operator der Kohäsion im Lichtfahnensystem weilt. Er ist einer der drei Lenker des dominierenden Sternenreichs Orpleyds. Sein Schiff ist die SHADRUUS und Perry Rhodan wittert eine Chance. Zunächst jedoch verfolgt er mit Attilar Leccore und Pey-Ceyan angewidert das Vorgehen der Gyanli. Die tiuphorischen Schiffe, die einer Hantel gleichen, sind hoffnungslos unterlegen. Mehr noch, die zerschossenen Wracks werden von den Gyanli auf einen Kurs gebracht, der sie irgendwann auf Tiu stürzen lässt. Die Sieger demütigen die Tiuphoren.

Der Unsterbliche will nachsehen, ob hinter diesem Vorgehen noch mehr steckt. Mit Hilfe der Dakkar-Spanne will er an Bord der SHADRUUS. Die Wuutuloxo können das Gerät ein wenig modifizieren. Es ist außerhalb ihrer Technologie, aber das Gerät sollte es Rhodan und Leccore gestatten, sich in einen Transmitterimpuls einzufädeln. Rhodan macht Maske und Leccore nimmt die Gestalt eines Gyanli an. Dann geht es los.

An Bord der SHADRUUS hat die Gyanli Lutoo eine besondere Aufgabe von Kriegs-Operator Yeemburc erhalten. Sie soll einen Gast beschützen, der an Bord der SHADRUUS gekommen ist. Klavtaud ist sein Name und der äußeren Erscheinung nach ein Gyanli. Doch Lutoo spürt die Besonderheit Klavtauds.

Perry Rhodan und Attilar Leccore materialisieren in einem Transmitterraum der SHADRUUS. Ihr Eindringen wird bemerkt. Mehrere Soldaten können sie paralysieren, einen der Gyanli muss Leccore töten, nicht ohne vorher ein Template von ihm anzufertigen. Dadurch erhält der TLD-Chef wertvolle Informationen über die Lage an Bord. Im Transmitterraum ist auch der Tiuphore Mixandrac, der kurz zuvor als verletzter Gefangener an Bord gebracht wurde. Rhodan und Leccore nehmen ihn mit in ein Versteck. Von dort wollen sie zu Yeemburcs Quartier vorstoßen, um den Kriegs-Operator zu entführen.

An Bord der SHADRUUS wird Alarm gegeben und Lutoo untersucht den Vorfall im Transmitterraum. Die Aufzeichnungen lassen vermuten, dass zwei Gyanli zu Verrätern wurden. Lutoo verstärkt die Sicherheitsmaßnahmen. Allerdings bemerkt die Gyanli an ihrem Schutzbefohlenen auch etwas Merkwürdiges. Die Bewegungen Klavtauds sind wie die eines Teleporters auf kürzeste Distanzen. Der Mann springt bei Bewegungen für einige Zentimeter.

Inzwischen sind Perry Rhodan und Attilar Leccore auf den Bereich für Klavtaud aufmerksam geworden. Nachdem sie mehrere Sicherheitssysteme überwunden haben, werden sie von Lutoo gefangengenommen. Alle technischen Instrumente, auch die Dakkar-Spanne, werden ihnen abgenommen. In seiner Zelle findet Rhodan ein Fluid-Bassin vor. Die Gyanli haben seine Maske nicht durchschaut. Der Terraner legt sich in das Fluid. Einerseits um etwas davon in seiner Körpermaske zu speichern. Andererseits weil er hofft, etwas zu erfahren. Tatsächlich glaubt der Unsterbliche Stimmen wahrzunehmen. Es werden immer mehr. Etwas derartigen ist Rhodan schon begegnet. Wesenheiten, die den Status einer höheren Daseinsform erreicht hatten. Diese Superintelligenz, die er hier spürt, ist jedoch weiter. Sie will keine Bewusstseine mehr vereinen. Sie will die nächste Stufe erklimmen. Und irgendetwas sagt Rhodan, dass dies eine Materiesenke sein wird.

Leccore kann sich befreien. Damit sie von Bord können, müssen sie die Dakkar-Spanne holen, die sie in Klavtauds Quartier vermuten. Mit Leccores Fähigkeiten gelangen die beiden zusammen mit Mixandrac dorthin. Klavtauds Quartier wird von einem riesigen Hologramm Orpleyds dominiert. Auf dem Boden liegen silberfarbene kleine Metallscheiben. Leccore spürt etwas absolut Fremdartiges nähern. Plötzlich tritt Klavtaud ein. Der sehr selbstsichere Gyanli trägt die Dakkar-Spanne. Klavtaud hält Rhodan für einen Vertreter von KOSH. Der Unsterbliche nutzt die Gelegenheit und drückt Unmut aus. Klavtaud spricht von drei Maschinisten des Pavvat. Tellavely, Nunadai und Pushaitis. Sobald das Pavvat über die Geistkomponenten der zurückgekehrten Sammler verfügt, wird die Konvertierung KOSHS in eine Materiesenke unumkehrbar sein.

Rhodans Versuch, das Gespräch weiter zu führen wird durch zwei Ereignisse unterbrochen. Leccore scheitert bei dem Versuch, ein Template Klavtauds anzufertigen. Der Gestaltwandler krümmt sich vor Schmerzen. Und Klavtaud scheint über sich die Kontrolle zu verlieren. Er springt wie ein Teleporter durch den Raum. Dabei zieht er die Silberscheiben an. Als sie ihn bedecken, verschwindet das Wesen. Die Dakkar-Spanne bleibt zurück. Rhodan kann mit Leccore und Mixandrac an Bord der ODYSSEUS springen.

An Bord der SHADRUUS ist Klavtaud mit Lutoo sehr zufrieden. Das manipulierte Fluid, das der Fremde hat mitgehen lassen, sendet Signale aus, denen sie folgen können. Doch auch Jurukao auf der ODYSSEUS hat erkannt, dass das von Rhodan mitgebrachte Fluid sendet.

 

Rezension:

In Robert Corvus Roman passiert eine ganze Menge. Interessant ist, dass hier erneut vom Pavvat zu lesen war. Von diesem Gerät hat Rhodan bereits gehört. Es hat die Ur-Tiuphoren beim Aufbau des Catiuphat unterstützt. Es scheint nun so, als ob nicht alleine die Tiuphoren in einen Langzeitplan gepresst wurden, sondern auch die Gyanli.

In seiner Geschichte wechselt Corvus häufig die Perspektive. Hauptsächlich Rhodans und Leccores Sicht bestimmt das Geschehen. Aber auch die Nebenfiguren Lutoo und Mixandrac haben starke Auftritte. Über die Ziele, die Robert Corvus mit Mixandrac verfolgt, bin ich mir nicht sicher. Der erwähnte starke Auftritt war zunächst an die Einführung der Geschehnisse im Heimatsystem der Tiuphoren gekoppelt. Die Raumschlacht und die unmittelbaren Auswirkungen auf das Leben des Chefingenieurs ließen zunächst einen bodenständigen SF-Roman vermuten. Das Geschehen war sehr eindringlich geschildert. Danach entwickelte sich die Story aber ganz anders, als es der Beginn in Aussicht stellte. Und nach seiner Gefangennahme spielte Mixandrac immer weniger eine Rolle. Er diente noch dazu, einige Verwandlungen Leccores zu kommentieren. Allerdings nimmt ihn Rhodan mit, als sie zur ODYSSEUS fliehen.

Die zweite Nebenfigur ist den ganzen Roman über präsenter. Mit der Gyanli Lutoo schafft Corvus eine interessante Perspektive auf das Wesen der (vermeintlichen) Herrscher Orpleyds. Der Beginn des Kapitels „Infiltrationen“, als Lutoo erwacht und aus dem Becken mit dem Fluid steigt, gehört zum interessantesten, was bislang zu den Gyanli zu lesen war. Robert Corvus macht mit der Schilderung des Bedauerns Lutoos, den Kollekttraum zu verlassen auch eine Schilderung darüber, welchen Funktionen der Schlaf dient, bzw. zu was er nicht dient. Denn Lutoo findet im Schlaf keine Antworten auf ihre Fragen. Es bleibt nur das Bedauern, etwas Größeres, Stärkeres aufgeben zu müssen, wenn sie das Fluid verlässt. Später schafft es Lutoo gleich mehrmals, den Eindringlingen eine Falle zu stellen. Sie erkennt die Ziele der Fremden und nutzt dies aus, um ihnen das Fluid unterzujubeln. Allerdings haben die Wuutuloxo die Manipulation bemerkt.

Aber auch das ist ein Kennzeichen dieses Romans. Es geht hin und her, ohne dass eine der Parteien einen entscheidenden Vorteil erhält.

Rhodans und Leccores Eindringen in das Gyanli-Schiff begleitet der Autor weniger mit den üblichen Verhaltensweisen des Bewegens in einem unsicheren Terrain. Er konzentriert sich auf zwei Perspektiven. In der einen wird das Unternehmen aus Sicht des Gestaltwandlers geschildert. Der TLD-Chef verfügt über genügend Erfahrung und seine spezielle Fähigkeit gibt ihm genügend Selbstbewusstsein. Die Sicht des tiuphorischen Gefangenen liefert eine ähnliche Bewertung der Situation, quasi eine Bestätigung von Leccore. Die beiden Eindringlinge sind Herr der Lage. Von daher kommt das Scheitern, als sie in die Falle von Lutoo tappen, sehr überraschend. Der Autor hat seine Leser vorher ganz schön eingelullt.

In seiner Geschichte bringt Robert Corvus erstaunlich viele Details unter, die eines gemeinsam haben. Sie wirken unaufdringlich. Häufig erlebe ich Detailbeschreibungen, die eher einem Glossareintrag ähneln. In diesem Roman ist das, abgesehen von einigen Wiederholungen zu den Gyanli-Raumern nicht der Fall. Wenn ich mich nicht täusche, schildert Corvus zum ersten Mal eine Verwandlung von Leccore. Noch dazu vor Zeugen.

Auch für das Überwinden einer Türsicherung nimmt sich der Autor Zeit. Und findet dafür verständliche Erklärungen. Und nebenbei liefert er auch eine Begründung, warum Leccores Fähigkeit, mit einem Template auch das Wissen eines anderen Wesens zu übernehmen, durchaus Grenzen hat. Das sind nur einige Beispiele, aber der Autor überlässt nichts dem Zufall, liefert Begründungen, da wo sie notwendig sind und wo sie die Plausibilität der Geschichte fördern.

Im zweiten Teil wird der Roman kosmischer. 185 Romane nach Einführung der Tiuphoren wird deutlich, wozu die Geistkomponenten gesammelt wurden. Eine SI möchte den nächsten Evolutionsschritt tun. Mit der Materiesenke wird ein riesiger Bogen geschlagen. Vor 2000 Romanen wurde ein solches Objekt (Wesenheit?) erstmals erwähnt und in der ganzen Zeit ist außer dem Namen im Grunde genommen nichts darüber bekannt geworden. Es wird sich zeigen, ob die Vorgehensweise KOSHS der „normale“ Ablauf ist, um eine Materiesenke zu bilden, oder doch eher ungewöhnlich.

Eine spannende Geschichte mit einem ungewöhnlichen Verlauf.