Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2905

Das verlorene Volk – von Michelle Stern – Handlung:

Perry Rhodan ist noch immer mit seinen Begleitern auf Taqondh, als er endlich eine Einladung des Gondu erhält. Gäonen bringen ihn an Bord der POTOOLEM. Dort trifft er den Herrscher des Goldenen Reichs. Narashim ist mehr als nur der derzeitige Gondu des Goldenen Reichs. Er repräsentiert auch alle bisherigen Herrscher, denn ihm stehen die Gedächtnisse seiner Vorgänger zur Verfügung. Indem er ihre Erinnerungen in sich vereinigt, ist er der Garant für den Fortbestand des Reiches. Rhodan erfährt von ihm, dass die Thoogondu vor langer Zeit vom Wanderer aus der Milchstraße vertrieben wurden. Narashim will diese Erinnerungen mit Rhodan teilen. Mit einer SEMT-verwandten Technologie nimmt Perry Rhodan an den Erinnerungen von Tothoolar teil, dem designierten Thronfolger in ferner Vergangenheit.

Perry Rhodan wird in das Jahr 28.461 vor Christus versetzt. Tothoolar hält sich zu diesem Zeitpunkt auf Topsid auf. Er hat sich maskiert und nimmt an martialischen Schlachten der archaischen Echsenwesen teil. Die Topsiderin Chetch-Vrren wird ihm eine wertvolle Begleiterin in den Jahren auf Topsid. Dort fühlt er sich frei. Das Goldene Reich und seine Regeln betrachtet er distanziert, obwohl er der Sohn des Gondus ist. Eines Tages wird er von Kommandantin Shinoo überraschend zu seinem Schiff OOTHANT zurückgerufen. An Bord erfährt er vom Tod seines Vaters Baphoor. Der Gondu hatte die Bleibe des Wanderers aufgesucht und ist dort offensichtlich ums Leben gekommen. Tothoolar will entgegen allen Empfehlungen nicht ins heimatliche Prakursystem fliegen, sondern den Wanderer zur Herausgabe des Leichnams seines Vaters auffordern.

Auf den Flug dorthin bekommt Perry Rhodan weitere Informationen. Die Thoogondu stammen nicht aus der Milchstraße. Sie sind aus der Zwerggalaxis Cooris, die Rhodan unter dem Namen Canis Major kennt. Ihre Heimat ist Thoo im System der Sonne Madurant. Die Bleibe des Wanderers bewegt sich auf einer Bahnellipse. Einer der Brennpunkte ist das Prakursystem. Der andere wohl das Solsystem.

Bei der Kunstwelt angekommen, bekommt Tothoolar unerwarteten Besuch. Der Observant Ouruust berichtet, dass sich die Gansan und die Union der Chlorgasatmer gegen das Gondunat erheben werden. Tothoolar soll zur Hauptwelt zurückkehren. Doch wieder weigert sich der neue Gondu. Die Landeerlaubnis auf der Bleibe wird ihm lange verweigert. Endlich meldet sich Niemandssohn, ein künstlicher Thoogondu und wie Rhodan erkennt, ein Pendant zu Homunk. Tothoolar darf die Bleibe alleine besuchen. Rhodan sieht ein abweichendes Wanderer. ES hat seine Kunstwelt für die Thoogondu anders gestaltet. Nur die Maschinenstadt ist gleich. Auch die Spielchen der Superintelligenz sind gleich. Denn er schickt Chetch-Vrren, die Tothoolar von Topsid kennt.

Im Goldenen Saal der Maschinenstadt erlebt Perry Rhodan die Anfänge der Thoogondu. Wie sie 35.066 vor Christus das erste Mal die Heimatwelt verließen, Jahrhunderte später erstmalig ein anderes Sonnensystem erforschten und schließlich nach Poshcooris vorstießen, der Milchstraße. Sie entdeckten das Wirken einer höheren Macht und der Gondu Sholuud besuchte die Bleibe des Wanderers. Zunächst bekam Sholuud eine Zelldusche und später einen Vitalenergieakkumulator, der ihm 1240 Lebensjahre schenkte. Das Gerät wurde dann an den nächsten Gondu vererbt.

Der Wanderer ist nicht zu sprechen und Niemandssohn verweigert ohne Begründung die Herausgabe von Baphoors Leichnam. Er lässt durchblicken, dass die Suche Baphoors nach dem zweiten Brennpunkt der Bahnellipse der Grund für seinen Tod ist, denn der Wanderer hat Flüge dorthin untersagt. Der Wanderer lässt über Niemandssohn mitteilen, dass die Verbindung mit dem Gondunat aufgelöst wird und die Thoogondu Poshcooris verlassen sollen. Als letztes Geschenk erhält Tothoolar die Formel für das Material Pedgondit.

Tothoolar, nun offizieller Gondu, lässt die Gansan und die Union der Chlorgasatmer angreifen und entledigt sich dieser Bedrohung. Und er schickt die Reichsflotte gegen die Bleibe des Wanderers. Die Flotte erleidet fatale Verluste und die Bleibe verschwindet. Es ist Shinoo, die Tothoolar endlich zur Vernunft bringen kann. Alle Spuren werden verwischt, niemand bleibt zurück, als die Thoogondu in einem riesigen Treck die Milchstraße verlassen, mit dem festen Willen, eines Tages zurückzukehren.

Während des Fluges wird der Thron des Gondus aus Pedgondit hergestellt. In diesen Thron wird der Vitalenergieakkumulator integriert. Auch Narashim sitzt nun auf diesem Thron, der ihm die Lebensspanne von 1240 Jahren gewährt. Aber er ist ein Gefangener des Throns, denn er kann ihn nur für maximal 62 Stunden verlassen.

 

Rezension:

Vor der Lektüre gefragt, hätte ich nicht beantworten können, was mich in dem Roman erwartet. Nach der Lektüre lautet meine Antwort: Vieles hätte ich mir auch selbst zusammenreimen können. Diese Art von „Geschichtserzählung“ ist nicht neu. Perry Rhodan hat schon unzählige Male auf diese oder eine ähnliche Weise Zusammenhänge erklärt bekommen. Und mit ihm der Leser. Die Elemente, die Michelle Stern in ihrer Geschichte verbaut, sind bekannt, auch wenn sie andere Namen tragen.

Allerdings hat es mir dennoch Spaß gemacht zu lesen, wie in ferner Vergangenheit frühere „Günstlinge“ von ES mit der Situation umgegangen sind. Ich erwartete auf jeder Seite der Geschichte eine Bombe. Aber so richtig geknallt hat es an keiner Stelle.

Die Passage, bis Rhodan endlich den Thronsaal erreicht, zog sich ein wenig und sprach mich am wenigsten an. Die Schilderungen auf Topsid gehörten zu jenem Teil des Romans, der mich überraschen konnte. Wie schon Narashim gegenüber Rhodan erwähnte, zeigt sich darin der Charakter der Figur Tothoolar. Er ist wild, ungebändigt und lässt sich nichts vorschreiben. Später, als Gondu, muss er doch den Rat anderer folgen und sein Volk in die Ferne führen.

In der Geschichte, wie sie Rhodan erfährt bleiben viele Fragen offen. Was ist mit den Thoogondu in Cooris? Ist die Heimatwelt der Thoogondu ebenfalls aufgegeben worden? Was ist mit Baphoor tatsächlich geschehen? ES treibt so manche Scherze aber einen Mord auf Wanderer zur Strafe, weil derjenige einen verbotenen Sektor angeflogen hat? Warum die Bestrafung eines ganzen Volkes mit Verbannung? Im Roman werden „Jahrtausende“ erwähnt, die der Bund des Wanderers mit dem Gondunat bestand. Selbst wenn die Thoogondu nicht ganz so viele Welten wie die Terraner in dieser Zeitspanne besiedelt haben, bleibt die Frage, wie diese vielen Milliarden und aber Milliarden in 100.000 Schiffe passten? Und warum man nicht eine der nächstgelegenen Galaxien angeflogen hat? Warum 111 Millionen Lichtjahre weit? Die Mächtigkeitsballung von ES ist deutlich kleiner. Und warum wollen die Thoogondu zurück? Die Milchstraße ist ja nicht ihre Heimat, wie wir nun wissen.

Die Aufklärung der Hintergründe wird wohl noch ein bisschen auf sich warten lassen. Die Handlung springt mit dem nächsten Band in die Milchstraße.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 1

Zeitspringer – von Uwe Anton – Handlung:

Die Geschichte beginnt am 05. September 1523 NGZ im Kuipergürtel des Solsystems. Auf Orcus, einem der zahlreichen Plutinos, wurde bei einem Einschlag eine Kaverne freigelegt. Darin entdeckten Archäologen neun Obelisken, die um einem Sockel aus Hyperkristallen schweben. Die Obelisken werfen keinen Schatten. Als Perry Rhodan den Fundort aufsucht, wundert er sich. Er kann sich nicht erinnern, aber alles kommt ihm vertraut vor. Als der Unsterbliche den Sockel berührt, wird alles klarer. Er erinnert sich plötzlich an Ereignisse, die ab dem 30. Oktober 3430 alter Zeitrechnung im Kuipergürtel ihren Anfang nahmen.

Die WOOGAN-237, ein kleines getarntes Schiff des Imperiums Dabrifa befindet sich auf Kurs ins Solsystem. Es sind drei Agenten an Bord. Juki Leann und ihr Kollege Darren Zitarra können sich nicht ausstehen. Beide müssen jedoch mit dem Dritten im Bunde, Wloto Gribsen, zusammenarbeiten. Ihr Ziel ist die Informationsbeschaffung über Paratrontechnologie, bzw. die Zerstörung wichtiger Anlagen auf den Saturn-Monden. Die Anti-Terranische Koalition glaubt, dass sich das Solsystem gegen einen Angriff mit einem systemumspannenden Paratronschutzschirm schützen kann. Der Aufbau dieses Schirms muss verhindert werden.

Die drei Agenten geraten zufällig mit ihrem Schiff in den Aufbau des ATG-Feldes. Perry Rhodan hat Fall Laurin ausgerufen. Die Energien des ATG-Feldes lassen die WOOGAN-237 ausbrennen. Die drei Insassen werden verstrahlt. Wloto Gribsen löst sich auf und verschwindet. Der Haluter Icho Tolot kommt zur Hilfe und birgt die beiden Überlebenden. Sie werden in Zellen von Imperium-Alpha inhaftiert. Das Verhör führt der junge SolAb-Agent Alaska Saedelaere. Der Transmittergeschädigte verabreicht Darren Zitarra ein Wahrheitsserum und erfährt so den Plan der Agenten. Er berichtet gerade Admiral Tezen Sadinoha von den Ergebnissen des Verhörs, als die Nachricht eintrifft, dass die Gefangenen aus den Zellen verschwunden sind.

Juki Leann wird plötzlich kalt und ihre Umgebung verschwimmt. Als sie wieder klar sehen kann, ist ihre Zellentür offen. Keine Sicherheitseinrichtung hält sie auf, als sie durch Gänge und Schächte von Imperium-Alpha wandert. Alle Menschen sind verschwunden. Sie glaubt an eine Täuschung. An der Oberfläche angekommen, ist Terrania verlassen. Plötzlich trifft sie doch auf eine Gruppe verwahrloster Terraner. Ein Redner bezeichnet sich als Homo superior. Sie wird gefangengenommen und misshandelt, als ihr plötzlich wieder kalt wird.

Darren Zitarras Zelle steht plötzlich offen. Auch er verlässt sie und begegnet verschiedenen Personen, die ihn misstrauisch mustern. Er wird auf eine Auseinandersetzung aufmerksam. Zwei Humanoide kämpfen gegeneinander. Ihre Körper und Gesichter erscheinen maskenhaft und verändern sich. Dann spürt er wieder die Kälte.

Inzwischen sind Galbraith Deighton, Perry Rhodan und Gucky über die seltsamen Gefangenen informiert worden und vor Ort, als diese wieder in ihren Zellen erscheinen. Die Frau ist übel zugerichtet und muss ärztlich versorgt werden. Der Hyperphysiker Renier Bievre aus dem Waringerteam wird hinzugezogen und macht Messungen. Seine Theorie ist einfach. Zusammen mit den von Icho Tolot gemachten Beobachtungen und den Aussagen der beiden Agenten, die von ihren „Ausflügen“ berichteten, ergibt sich ein Bild. Die beiden Agenten sind durch die Energien des ATG-Feldes zu Zeitspringern geworden. Während Darren Zitarra für ca. 12 Jahre in die Vergangenheit gesprungen ist, hat es Juki Leann möglicherweise für den gleichen Zeitraum in die Zukunft geschleudert. Alte Aufzeichnungen NATHANS und anderer Positroniken scheinen Zitarras Erlebnisse zu bestätigen. Vor 12 Jahren ist ein Unbekannter in Imperium-Alpha eingedrungen und hat Tezen Sadinoha angegriffen. Die Aufnahmen sind unscharf, sie zeigen aber ein Gesicht im Hintergrund, das die Kämpfenden beobachtet. Das könnte Darren Zitarra sein.

Perry Rhodan erklärt den gesamten Fall zur Geheimsache. Er sieht seinen 500-Jahres-Plan gefährdet. Und er hat Angst vor der Zukunft, wie Juki Leann sie schildert. Er versucht die Agenten auf seine Seite zu ziehen. Die Sextadim-Strahlung ist tödlich für die beiden Zeitspringer. Für ihre Hilfe sollen sie medizinische Betreuung erhalten. Rhodan vermutet anhand der Aufzeichnungen weitere Verschwörer in Imperium-Alpha. Die beiden Agenten werden mit Nanopartikeln „geimpft“, um sie verfolgen zu können, wenn sie fliehen. Was Rhodan (noch) nicht weiß, ist, dass Tezen Sadinoha nicht der ist, der er vorgibt zu sein.

Juki Leann und Darren Zitarra werden verlegt. Plötzlich geht das Licht in ihrem Transportgleiter aus.

 

Rezension:

Mit dem Roman „Zeitspringer“ eröffnet Uwe Anton die Mini-Serie „Terminus“, für die er auch die Exposés verfasst. Wie andere Mini-Serien des Verlags ist Terminus auf 12 Hefte konzipiert und in sich abgeschlossen. Neu ist hingegen das Erscheinungsbild. Der Schriftzug Perry Rhodan kommt zwar nach wie vor im typischen Layout daher, wird aber direkt in weiß auf das Titelbild gedruckt. Der Name der Mini-Serie wird von zwei Balken mit silbergrauen Farbverlauf gesäumt. Das finde ich gut gemacht. Alt trifft Modern. Perry Rhodan-Leser erkennen „ihren“ Perry und Neu-Leser werden vielleicht neugierig zugreifen.

Zum Roman. Das Solare Imperium ist zurück! Zackige Meldungen der Art, „Jawohl Sir“ oder „Ja, Sir, jawohl Sir“ werden von Uwe Anton so lässig heruntergeschmettert, als hätte der Autor der ersten Garde der Perry Rhodan-Autoren angehört und nie etwas anderes geschrieben. Seltsam mutet das siezen an, auch unter den langjährigen Freunden Perry Rhodan und Galbraith Deighton, dem Gefühlsmechaniker. Seltsame Fähigkeit. Eigentlich müsste sie ihm helfen, mit „allen“ Menschen klarzukommen. Weil er sie „lesen“ kann. Tatsächlich ergibt sich in diesem Roman ein anderes Bild. Der Solarmarschall wirkt unnahbar auf seine Umgebung. Seine Mitarbeiter werden nicht warm mit ihm.

Seltsam wirken auch die knappen Dialoge auf mich, die Uwe Anton seinen Figuren bei den „offiziellen“ Anlässen spendiert. Aus den kurzen Sätzen ist alles und auch wiederum nichts interpretierbar. Ist das jetzt nur Pflichterfüllung, wenn ein „Jawohl Sir“ gebellt wird? Ist die Person, die das brüllt, glücklich oder verstimmt, vielleicht beleidigt oder angefressen? Fühlt sie sich übergangen? Nur die Figur des Hyperphysikers Renier Bievre lockert das Figurenensemble mit den militärisch korrekten Umgangstönen etwas auf. Vielleicht hat Uwe Anton diese Figur aus der „Autorenzukunft´“ in seinen Vergangenheitsroman mitgebracht, um den Faden zu den modernen Figuren mit Stärken und Schwächen nicht ganz zu verlieren.

Der Auftakt mutet aus meiner Sicht seltsam an. Wenn ich zunächst dachte, dass mal wieder eine Zeitreise den Beginn der Geschichte markiert, kann Uwe Anton diese Befürchtung schnell entkräften. Perry Rhodan erinnert sich an diese Ereignisse, die aus seinem Gedächtnis gelöscht wurden. Es bleibt abzuwarten, ob seine Erinnerungen zu Handlungen in 1523 NGZ führen werden oder ob sich die Miniserie überwiegend mit der Zeit um 3430 beschäftigen wird. Spannend bleibt auch, warum Rhodans Gedächtnis manipuliert wurde.

Die (Handlungs)Zeit Solares Imperium ist mir, ich muss das einräumen, etwas fremd geworden. Mich haben immer die Romane mehr angesprochen, die den Zerfall des SI und den weiteren Weg der Menschheit zum Inhalt hatten. Der Zerfall hatte etwas Morbides, das mir irgendwie gefallen hat. Und der weitere Weg der Menschheit griff endlich das Thema aus Band 1 wieder auf, nämlich den Weg des Menschen in die Zukunft. Mit dem SI traten die Menschen unter Rhodans Führung lange auf der Stelle. Den Einstieg von Uwe Anton in Terminus fand ich dennoch recht vergnüglich und kurzweilig. Mal sehen, wie es weitergeht.

Der Terminus-Edition lag noch eine Postkarten-Collection bei.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2904

Gerichtstag des Gondus – von Leo Lukas – Handlung:

Die RAS TSCHUBAI folgt dem Pentasphärenraumer DAAIDEM. Das Schiff des Ghuogondus Puoshoor soll die Terraner zu einem Treffen mit dem Gondu geleiten. Die Schäden, die von den Verschwörern, den Schutzgeistern, angerichtet wurden, sind inzwischen behoben. Auf die noch unbekannten zwei Schutzgeister und dem Barong gibt es keine Hinweise.

An einem Zwischenhalt kommt eine Delegation der Thoogondu, darunter Puoshoor, an Bord. Der Sohn des Gondus will nicht, dass die RAS TSCHUBAI sich Taqondh im Tizillarsystem nähert, auf dem sein Vater Hof halten wird. Rhodan darf mit vier Begleitern an Bord der DAAIDEM gehen. Zum Team des Unsterblichen gehört Penelope Assid, halb Terranerin, halb Báalol und eine schwache Suggestorin. Sie springt für die Chefdiplomatin Fabienne Iukik ein, die erkrankte. Weiterhin sind der Oxtorner Báron Danhuser und der Terraner Dean Tunbridge dabei. Alle tragen Slender-SERUNS, die durch extreme Miniaturisierung kaum auftragen. Perry Rhodan verlässt die RAS TSCHUBAI nur ungern. Die Krise mit den Schutzgeistern ist noch nicht überstanden und Sichu Dorksteiger hat nur wenig über die Holzkästchen in Erfahrung gebracht, außer, dass sie in geringem Maße hyperenergetisch aktiv sind, was an einer Beschichtung des Holzes liegt.

Das Quartett geht dennoch an Bord der DAAIDEM. Sie geben ihre Waffen ab. Ihnen werden zwei Begleiter zur Seite gestellt, die sie durchs Schiff führen. Sfianid und Kauttuno präsentieren stolz den mit allerlei Prunk ausgestatteten Raumer. Da die Koordinaten der Zielwelt unbekannt sind, versucht die RAS TSCHUBAI dem Pentasphärenraumer zu folgen. Deren Lokatoren erlauben Sprünge von bis zu 3000 Lichtjahren. Die Thoogondu zeigen sich davon überzeugt, dass sie das terranische Schiff abhängen können. Doch Oberst Cascard Holunder fühlt sich herausgefordert. Die Terraner lassen sich nicht abhängen. Als die RAS TSCHUBAI mit voller Tarnung das Tizillarsystem erreicht, wird sie von einer starken Flotte bereits erwartet und unmissverständlich aufgefordert, Abstand zur Paladischen Welt zu halten. Holunder fügt sich und nimmt eine Position 10 Lichtjahre entfernt ein. Gleichzeitig ist sein Misstrauen geweckt. Woher wissen die Thoogondu immer über die Position des Schiffes Bescheid? Sind es die Schutzgeister, ein Spion oder ist es eine fremde Technik, die hier aktiv ist?

Während des Aufenthalts an Bord der DAAIDEM müssen Perry Rhodan und seine Begleiter auch an Feierlichkeiten teilnehmen. Rhodan fühlt sich unwohl, alt und fehl am Platz. Die unverhohlen zur Schau getragene Überheblichkeit der Gastgeber tut ein Übriges. An Bord werden Drogen konsumiert. Das Luooma gibt den Konsumenten Das Gefühl von Jugendlichkeit und Frische. Allerdings beschleunigt es den Alterungsprozess. Am Zielort, dem Planeten Taqondh ist bereits das Flaggschiff POTOOLEM eingetroffen. Puoshoor hat während des Fluges zahlreiche Andeutungen gemacht, dass ihn sein Vater und die Politik nicht interessieren. Perry Rhodan ist darauf nicht eingegangen. Am 10. Oktober landet das terranische Quartett auf der Paladischen Welt. Auch hier müssen sie zahlreiche Feierlichkeiten erdulden. Für die POTOOLEM gibt es einen eigenen Landeplatz. Rhodan und seine Bergleiter können das Landefeld besichtigen und machen eine eigenartige Entdeckung. Wie auch ihre Raumschiffe haben die Thoogondu das Landefeld mit Einlegearbeiten geschmückt. Eines davon zeigt einen Kugelraumer mit Ringwulst. Und es trägt den Namen ORION im Gondunin-Alphabet. Aus der gelandeten POTOOLEM schwebt ein würfelförmiger Block von 500 m Größe zu einem vorbereiteten Geviert aus Türmen. Dort soll die Audienz stattfinden.

Auf der RAS TSCHUBAI wird dem gesuchten Peilsender inzwischen ein Name gegeben. Der Tracker muss unbedingt gefunden werden. Ausgeschleuste Beiboote können kein Signal empfangen. Es wird vermutet, dass der Tracker mobil ist und nicht ständig sendet. Der Techniker Kriff Dnotz, der mit der ersten Pilotin Briony Legh liiert ist, liefert den entscheidenden Hinweis. Da inzwischen außer Iukik noch weiteres Führungspersonal erkrankt ist, zieht er den Schluss, dass Führungsmitglieder mobiler als andere sind und irgendwo mit etwas in Kontakt gekommen sind, was sie krank macht. Die Expresskabinen geraten ins Visier der Ermittler und man kann nachweisen, dass drei dieser Kabinen mit Hyperkristallen unbekannter Art kontaminiert sind. Kommen diese drei Kabinen sich nahe, wird ein ultrakurzer Impuls abgestrahlt, der den Aufenthaltsort des Schiffes verrät. Die Erkrankten leiden an der Strahlung, können aber geheilt werden. Man baut die Kabinen in eine Korvette ein und schafft sich damit eine Möglichkeit, sie jederzeit auszuschleusen und die Thoogondu zu täuschen. Ein Test verläuft erfolgreich.

Mit zahlreichen anderen Gästen strebt das terranische Quartett zur Audienz des Gondu. Hightech-Leibwächter, die Gäonen, schützen den Herrscher. Selbst Puoshoor muss sich legitimieren. Der Thron des Garanten zeigt sich als türkisfarbener Zylinder. Assid spürt eine drohende Gefahr und tatsächlich bricht plötzlich das Chaos aus. Verschiedene Wesen enttarnen sich und greifen den Gondu an. Da die Terraner ohne Waffen sind, können sie nichts tun. Die Gäonen machen kurzen Prozess mit den Angreifern, wobei sie keine Rücksicht auf die vielen Gäste nehmen. Nur Rhodan und seine Begleiter werden geschont. Assid wird schwer, Rhodan leicht verletzt. Der Gondu war nur ein Doppelgänger. Fünf der Angreifer können festgenommen werden. Am nächsten Tag hält der Gondu Gericht über die Attentäter.

Der Alleinherrscher erscheint wiederum nicht persönlich sondern als Holo. Die Attentäter gehören einer Gruppierung Fürsten des Lichts an und wecken keine Sympathie bei Rhodan. Sie dürfen ihr eigenes Strafmaß wählen. Nichtige Vitrine oder Gedächtnisbuße. Alle wählen die Vitrine. Rhodan wird aufgefordert, das Urteil zu revidieren, d.h. sich für Gedächtnisbuße für die Verurteilten zu entscheiden. Rhodan lehnt dies ab, zumal ihm der Unterscheid der Strafarten nicht mitgeteilt wird. Wie es sich herausstellt, ist die Vitrine ein Todesurteil. Die Verurteilten werden desintegriert. Rhodan greift nun doch ein und die drei verbliebenen Attentäter bekommen die Gedächtnisbuße. Rhodan erfährt erst hinterher, dass sie die Erinnerung daran erhalten haben, ihre eigene Familie ermordet zu haben. Der Terraner ist entsetzt.

 

Rezension:

Michael Marcus Thurner hat es in seinem Blog und Kai Hirdt im Forum ausgesprochen. Die ersten Hefte des Zyklus sollen so geschrieben werden, dass auch Neueinsteiger eine Chance haben. Auch Leser, die den Band 2900 verpasst haben, sollen in den ersten Romanen einen leichten Einstieg in die Thematik erhalten. Die beiden Autoren haben ihre Aufgabe ganz gut gelöst. Leo Lukas wiederholt ein wenig zu viel der bisherigen Ereignisse. Daran ändert auch nichts, dass er bislang unbekannte Besatzungsmitglieder, z.B. die erste Pilotin, dazu benutzt, um seine Wiederholungen zu platzieren. Nachdem sich zweitrangige Besatzungsmitglieder mit den Ereignissen beschäftigten, lässt Lukas auch noch Perry Rhodan das Vergangene Revue passieren. Das war ein wenig zu viel des Guten (selbst für Neuleser).

Leo Lukas macht gleich zu Beginn deutlich, wie er seinen Roman angeht. Insbesondere in den Dialogen wählt der Autor eine einfache, launige Sprache. Schnell kristallisieren sich zwei Handlungsebenen. Die eine wird von Perry Rhodan und seinem kleinen Einsatzteam bestritten, die andere beschreibt mit vielfältigen Personal die Aufklärung der Spiontechnik an Bord der RAS TSCHUBAI.

Rhodans Team muss sich mit zwei Dingen auseinandersetzen. Dem Prunk und die Überheblichkeit der Thoogondu und dem undurchschaubaren Gebaren des Herrschersohns. Die Sprache des Autors ist dabei genauso ausschweifend wie der dargestellte Prunk. Das war am Anfang witzig, später nervte es mich zusehends. Zum Ende hin, als die Dramatik des Geschehens zunahm, wurde es wieder besser. Wobei die äußerst blumige Sprache von Leo Lukas doch einige Merkwürdigkeiten produzierte. Pen Assid „umtanzte“ die Thoogondu, wirbelte „mehrfach um die eigene Achse“. Was für ein merkwürdiges Bild muss das gewesen sein. Glücklicherweise musste ich es nicht sehen. Lesen war da schon schwer genug.

Bislang war das Auftreten des Titelhelden gegenüber den Gastgebern von Diplomatie geprägt. Diese Zurückhaltung währt nun bereits seit vier Romanen. Dabei ist die Form der Einladung, nämlich Sonnen zu zünden und dabei beabsichtigt oder unbeabsichtigt eine ganze Welt zu vernichten, unbedingt ein Grund, den Perry Rhodan zwingend zur Sprache bringen muss. Erstmals seit vier Geschichten verschärft der Terraner seinen Ton, als er dem Sohn des Gondus an Bord der RAS TSCHUBAI Verzögerung vorwarf. Dieser Moment währte jedoch nur kurz. Dann ist Rhodan wieder förmlich. In der Folge rückt Leo Lukas den Unsterblichen ziemlich an den Rand des Geschehens. Nur scheinbar steht der Unsterbliche noch im Mittelpunkt. Tatsächlich wird er von der Chefdiplomatin Fabienne Iukik vorgeführt, in der Wahl des Einsatzteams übergangen, und von ebenjenen auf dem Flug zum Gondu mehrmals düpiert. Auch ansonsten lässt Leo Lukas keine Gelegenheit aus, dass sich Perry Rhodan über sich selber ärgert. Der Unsterbliche erduldet alle Feiern und mag diese auch nicht, er lässt unzählige Gelegenheiten verstreichen, um mit Puoshoor ein klares Wort zu führen. Selbst als er erfährt, dass die angedachte Audienz keinesfalls nur für ihn alleine ist und er sich in eine Warteschlange einreihen muss, bleibt Rhodan ruhig. Zu ruhig. Und in den entscheidenden Momenten macht sich Rhodan zum Erfüllungsgehilfen eines grausamen Rechtssystems, das er nicht durchschaut und trotzdem handelt er.

Die zweite Handlungsebene an Bord der RAS TSCHUBAI konnte mich mehr begeistern. Abgesehen von den Wiederholungen des letzten Heftes legten die Terraner etwas Geschick an den Tag. Sie konnten der DAAIDEM folgen, auch wenn sie bereits erwartet wurden. Dennoch konnten die Terraner bei dem Hase-Igel-Spiel überzeugen. Seltsam nur, dass ANANSI durch Berechnungen „strapaziert“ wurde. Aber die Semitronik zeigt sich leistungsmäßig schon seit einiger Zeit eher auf dem Niveau eines Taschenrechners.

Sichu Dorksteiger kommt mit den Holzkästchen nicht weiter. Immerhin will sie nun – nach Tagen – mal einen Blick hineinwerfen. Das ist natürlich eine epochale Herangehensweise! Andere Besatzungsmitglieder zeigen sich empirischer. Man kommt dem Tracker auf die Spur und kann vielleicht zukünftig ohne Beobachtung der Thoogondu operieren.

Vier verschiedene Autoren haben die ersten vier Romane des neuen Zyklus im Goldenen Reich verfasst. In allen Romanen zeigt sich Perry Rhodan zurückhaltend. Positiv kann man das mit dem Begriff „diplomatisch“ belegen. Negativ zeigt sich der Held zu zaudernd. Es gibt längst genügend Situationen, in denen der Held ein energischeres Auftreten hätte zeigen können und müssen. Das Eingreifen in ein Rechtssystem, das Perry Rhodan nicht versteht und er dafür auch keine Erklärungen bekam, stellt jedoch einen unrühmlichen Höhepunkt dar. Gerade da hätte der Held sich zurückziehen müssen.

Rhodans Teilnahme am Prozess, spätestens jedoch die Teilnahme an der Urteilsvollstreckung sind dumm und unüberlegt. Seine Einmischung ohne jede Kenntnis ist beängstigend. Ich weiß nicht, was sich die Autoren dabei gedacht haben. Denn auf den Mist von Leo Lukas alleine ist diese Beschreibung Perry Rhodans sicherlich nicht gewachsen. Diese Szene wertet den Roman ab und auch den Zyklus. Da lässt sich auch nichts reparieren.