Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2856

PR_2856Spiegeljunge – von Verena Themsen – Handlung:

Die Geschichte ist in der Falschen Welt (siehe PR 2812 bis 2815) angesiedelt und beleuchtet die Herkunft von Germo Jobst. Der Junge ist auf der Suche nach sich selbst und erfährt nach und nach, dass seine Erinnerungen manipuliert wurden.

Halin Evorett (d.i. Germo Jobst) ist ein Induzierter. Das Tamanium hat Kinder wie ihn, die potentielle Psi-Fähigkeiten in sich tragen, im Hort der Geistesblüte mit einem Induktor ausgestattet. Das in seiner Schulter implantierte Gerät ist mit gezüchteten Nervensträngen mit seinem Gehirn verbunden. Nach und nach soll der Induktor ihn dabei unterstützen, Psi-Fähigkeiten zu entwickeln und sie zu beherrschen. Doch Halin/Germo hat auch Wochen nach der Operation nur schlechte Träume. Und auch im wachen Zustand glaubt er, dass er eine Schuld in sich trägt, dass er Freunde verloren hätte und dass er nicht er selbst wäre. Halin/Germo freundet sich mit Iraide an. Das Mädchen bringt ihn mit Lukio-Varin zusammen, der fortan sein bester Freund wird. Im Hort der Geistesblüte haben Latente wie Halin/Germo und Lukio einen schweren Stand. Insbesondere die Nativen, die ohne Induktor Psi-Fähigkeiten entwickelt haben, halten die Induktor-Träger für minderwertig.

Die Ausbilder des Heims lassen den Nativen viele Gemeinheiten durchgehen. Insbesondere der Telekinet Rudnar greift mehrmals Latente an. Halin/Germo benötigt eine lange Zeit, bis er mit seinem Induktor richtig kommunizieren kann. Er entwickelt die Fähigkeit der Beeinflussung von Wasser und die Teleportation. Seine Ausbilder kann er täuschen, aber insgeheim trainiert er seine Fähigkeiten. Nur Lukio kommt hinter sein Geheimnis. Lukio wird auch der Drahtzieher genannt, weil er gerne Marionetten bastelt. Sein Hobby wird bald auch von Halin/Germo geteilt.

Lukio-Varin, dessen Fähigkeit, Metallatome zu beeinflussen, mal stärker, mal schwächer ausfällt, bekommt eines Tages ein Update seines Induktors und stirbt nach dem Eingriff. Halin/Germo lässt Iraide und die Ausbilder in dem Glauben, dass durch den Tod seines besten Freundes seine Psyche angeknackst sei. In Wirklichkeit bereitet er seine Flucht vor. Er benötigt viele Monate für die Recherche, welche Raumschiffe den Planeten wann verlassen und wohin sie fliegen. Per Teleportation erreicht er den Raumhafen, wechselt in ein startendes Kugelschiff und später in ein anderes Schiff.

Halin/Germo erreicht einen Bergbauplaneten des Tamaniums. Die Hyperkristalle, die dort abgebaut werden sorgen für eine perfekte Abschirmung des Induktors. Er hält sich mit kleinen Diebstählen am Leben, doch Minenkinder kommen ihm auf die Schliche und verprügeln ihn. Seine Fähigkeiten setzt er nicht ein, aus Angst, enttarnt zu werden. Gula Jobst, die Tochter der Minenarbeiterin Patiri kommt dem Bedrängten zu Hilfe und nimmt ihn mit nach Hause. Er findet Aufnahme in der Familie Jobst und nennt sich fortan Germo. Patiri Jobst ist ihm wie eine Mutter.

Er lernt schnell und ist eine echte Hilfe beim Abbau von Hyperkristallen. Eines Tages empfängt er bei der Arbeit eine Botschaft. MUTTER teilt ihm mit, dass er die Gefolgsleute informieren soll, dass der Seher kommt. Germo hat keine Ahnung, aber Patiri hat schon von dem Seher gehört, der diese Welt als eine Welt der Trübnis bezeichnet und eine lichte Welt preist. Germo geht zu dem Treffen und als dort Ch’Daarn Gefahr läuft verhaftet zu werden, teleportiert er den Topsider in Sicherheit. Germo verabschiedet sich von seiner „Familie“ und schließt sich Ch’Daarn an, der mit MUTTER über ein hochwertiges Raumschiff verfügt.

Zwei Jahre später ist Germo noch immer nicht im Klaren über seine Herkunft. Mit Hilfe von MUTTER dringt er in den Hort der Geistesblüte ein und durchforstet die Datenbanken von AnMarkon, der Leiterin der Einrichtung. Überraschend trifft er auf Iraide. Das Mädchen hat sich nicht verändert. Germo erfährt, dass er von ihr manipuliert wurde. Seine Eltern fanden den Tod, weil sie Rebellen des Tamaniums waren. Seine Erinnerungen wurden manipuliert, auch sein Freund Lukio war Bestandteil der Manipulation seines Gehirns. Lukio existierte nicht wirklich. Germo war nur eine Marionette. Iraide lässt Germo dennoch die Chance zur Flucht, die dieser nutzt.

 

Rezension:

Als ich die Rezension zu Band 2815 schrieb, erinnerten mich die Kapitel mit den Halutern, die innerhalb der Falschen Welt in einer weiteren falschen Welt lebten, an den Roman Simulacron 3. Der deutsche Titel „Welt am Draht“ hätte auch zum aktuellen Roman von Verena Themsen gepasst. Waren es im letzten Band des Viererblocks die verschachtelten Welten, so sind es in diesem Roman die Drähte, an denen die Figuren, die Marionetten bewegt werden. Und selbst der Marionettenbauer entspringt nur der Phantasie einer Figur, die selbst an den Drähten eines Anderen, an denen des Matan, hängt.

Der Titel „Spiegeljunge“ hatte mich dann auch zunächst auf einen anderen Gedanken gebracht. Meine Überlegungen setzten dabei nicht an der Falschen Welt an. Der Vierteiler war, so die allgemeine Aussage, ein abgeschlossenes Thema innerhalb des laufenden Zyklus. Neben MUTTER hat allerdings auch Germo Jobst den Weg in die Haupthandlung und dort in die Handlungsgegenwart gefunden. Die Art und Weise wie das möglich war, wurde m.E. noch nicht geklärt. Schließlich konnte der aus der Vergangenheit eintreffende Perry Rhodan ja gewarnt werden. Die Zukunft, wie sie Germo kennt und der er entstammt, wird so nie entstehen. Es stellt sich somit die Frage, ob es in dieser Zukunft, die dann eine andere ist, einen Germo Jobst geben wird. Wenn nein, wie kann er dann zurückreisen und falls ja, welche Veranlassung hätte ein Junge, dessen Entwicklung wohl ganz anders verlaufen würde, in die Vergangenheit zu reisen?

Mit dem Titel des vorliegenden Romans verband ich also die Aufklärung dieser Fragen. Allerdings hat mich Verena Themsen an der Nase herumgeführt. Oder vielmehr an den Drähten. Die Geschichte war dann doch eine ganz andere. Meine Enttäuschung, keine Antworten auf meine Fragen zu erhalten, hielt sich allerdings in Grenzen. Denn die Geschichte von Germo Jobst hatte andere Qualitäten. Die Lebensgeschichte von Germo Jobst zeigt vor allem viele wertvolle Einsichten. Etwa Humoristische wie den Planeten Jotweedee, oder Lebensweisheiten wie lose Mundwerke, die davonlaufen. Und schließlich moralische Aspekte, denn der Junge, dem das Schicksal übel mitspielt, bewahrt sich eine Ethik, die manchem Unsterblichen der Serie auch gut stehen würde.

Letztlich leistet sich der Roman nur eine Schwäche. Er liefert keine Antwort auf die Frage, warum sich der Seher an Dinge erinnert, die nie waren?

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 9

PR_Arkon09Flotte der Verräter – von Kai Hirdt – Handlung:

Perry Rhodan ist mit seinen Begleitern Sahira und Gucky auf dem Planeten Glynth, nur vier Lichtjahre von Arkon entfernt, abgesetzt worden. Der Terraner will hier ein Raumschiff organisieren, das sie nach Iprasa bringen soll. Doch zunächst läuft alles anders, als erwartet. Schon kurze Zeit nach ihrer Ankunft in der Nähe einer der wenigen Oasen der Wüstenwelt, wird Rhodans Trupp von Glynkoniden gefangengenommen. Die Kolonialarkoniden geben Rhodan die Schuld für ein Massaker, das ein arkonidisches Schiff auf ihrer Welt angerichtet hat. Sie wollen Rhodan und seine Begleiter töten, doch ein junger Glynkonide steht den Bedrängten bei. Toracc bringt Rhodan zu Tharc Sanaire, den der Terraner von früher kennt. Der Unsterbliche bekommt ein Schiff und fliegt Iprasa an. Toracc verstärkt Rhodans Team.

Im Arkonsystem spitzt sich indessen die Lage zu. Die fünftausend Schiffe unter Atlans Kommando sind in das System eingeflogen. Sehr zur Verwunderung von Perto Gural, dem Kommandanten eines kleinen Wachschiffes beim Planeten Iprasa, scheint die Heimatflotte keine Anstalten zu machen, dem überraschenden Flottenaufmarsch entgegenzutreten.

Im Flottenkommando ist die verdiente Veteranin Osma ter Rey genauso erstaunt. Zwar wird eine Sitzung einberufen, aber niemand macht Anstalten, der Bedrohung entgegenzutreten. Mehr noch, die Anwesenden werden getäuscht. Die Botschaft, mit der Gaumarol da Bostich die Rückeroberung Arkons ankündigte, ist nach Osma ter Reys Informationen eindeutig gefälscht. Die Verantwortlichen im Flottenkommando behaupten indes, die Nachricht sei echt. Osma ter Rey übernimmt die Initiative. Sie paralysiert die meisten Anwesenden und macht den unbedeutenden Bijaine da Ortoba zum neuen Oberbefehlshaber der Heimatflotte. Zusammen mit da Ortoba geht sie an Bord des Flaggschiffs. Dreihunderttausend Schiffe stehen nun Atlans fünftausend Schiffen gegenüber.

In diese Szenerie platzt eine kleine Flotte von USO-Schiffen unter Monkeys Kommando. Der USO-Chef will dem göttlichen Imperium gegen die Verräter beistehen. Die Fronten verschieben sich überraschend zu Ungunsten der Verteidiger. Atlan scheint die Kommandocodes der Robotschiffe von Bostich erhalten zu haben, denn 180.000 Robotschiffe stellen sich auf seine Seite. Es kommt zu ersten Gefechten, bei denen die Verteidiger Verluste hinnehmen müssen.

Alle freien Schiffe sollen sich nun der Systemverteidigung anschließen. Perto Gural bedauert das sehr. Er hat gerade Rhodans Schiff vor Iprasa aufgebracht. Er lässt den Terraner ziehen. Und wieder ändert sich die Lage. PRAETORIA materialisiert im Auftrag des Galaktikums im Arkonsystem und fordert die Beteiligten des Konflikts auf, die Gefechte einzustellen.

Perry Rhodan, Toracc und Sahira werden von Gucky nach Iprasa teleportiert. Dort geraten sie im Kosh’kran-Gebirge in eine Übung von Kadetten der ARK SUMMIA und werden gefangengenommen. Die vier Kadetten lassen sich aber relativ schnell von Rhodans guten Absichten überzeugen, nicht zuletzt, weil sie plötzlich von Unbekannten angegriffen werden. Rhodan erfährt, dass in der Gegend vor kurzen Grabungen stattgefunden hätten. Die Arkoniden unter dem Kommando eines Extrasinn-Trägers wurden gefangengenommen, konnten sich aber befreien. Rhodan, Sahira und Gucky dringen in den Berg ein und machen die gleiche Erfahrung wie Tekener auf Archetz. Sie sehen Geisterbilder aus der Vergangenheit. Im Inneren des Berges entdecken sie ein Portal und durchschreiten es. Mentale Stimmen fragen nach dem Ziel der Reise und Rhodan gibt den Wandelstern an. Die Stimmen wollen den Reisenden auch darüber aufklären, wie es zur ARK SUMMIA kam.

 

Rezension:

Auf Glynth landen, dort ein Schiff bekommen, mit dem Perry Rhodan, Sahira und Gucky nach Iprasa fliegen wollten. Das klang einfach, war es aber nicht. Autor Kai Hirdt baute ein paar Hindernisse ein. Einmal mehr diente die Gutgläubigkeit des Helden dazu, den geraden Weg zu verlassen und ein paar Schlenker zu machen. Ein Ablauf, der schon unzählige Male so oder ähnlich zu lesen war. Rhodan will ein bestimmtes Ziel erreichen, dem stehen Figuren im Wege, denen man per Teleportation, per Deflektorfeldern, per Flug mit den SERUNS, per was auch immer hätte ausweichen können, aber der Held entscheidet sich für die Gefangennahme und dem Aufgeben fast aller Vorteile. Das Szenario ist zu Genüge bekannt. Es hat sich über viele Jahre herausgebildet, weil es funktioniert – weil dadurch ganz geschickt in eine Geschichte eingestiegen werden kann. Kai Hirdt zeigt, dass er diese Form kennt. Und doch fehlte etwas Besonderes. Originalität stellt sich erst über die Details her. Und darüber, wie jeder Autor ein kleines bisschen anders mit der Sache umgeht. Genau diese Originalität lässt der Auftakt der Geschichte jedoch vermissen.

Der Autor stand zudem vor der Herausforderung, den Mausbiber Gucky adäquat einzusetzen. Psi-Sperren gab es keine, also mussten andere Mittel bemüht werden, den Ilt in seinen Fähigkeiten zu beschränken. Das gelang nicht immer, bzw. wurden die Begabungen des Mutanten aus dramaturgischen Gründen nicht eingesetzt. Kai Hirdt bemüht sich, diesen Nichteinsatz von Guckys Psi-Fähigkeiten auch zu erläutern. Diese Anmerkungen wirkten auf mich etwas gequält. Sie waren nicht grundsätzlich falsch und zeigten auch, dass sich der Autor dabei etwas gedacht hat. In ihrer Häufigkeit verfehlten sie jedoch die beabsichtigte Wirkung. Nun kamen beim Lesen erst recht die Gedanken auf, warum der Mausbiber seine Fähigkeiten nicht einsetzt!

Zur Halbzeit der Geschichte war Rhodan immer noch auf Glynth unterwegs, seine Situation hatte sich nur geringfügig verbessert. Kai Hirdt hatte zu diesem Stand seiner Geschichte zwei weitere Handlungsstränge begonnen. Den eines gelangweilten Schiffskommandanten in der Nähe von Iprasa und den einer Veteranin der Flotte im Hauptquartier auf Arkon III. Nun machte der Autor einen Rückblick auf jene Ereignisse, die Perry Rhodan 1398 NGZ auf Glynth erlebt hatte. Der ohnehin kaum vorhandene Spannungsbogen bekam eine Delle. Diese Retrospektive hätte man sich sparen können oder verkürzt an den Anfang des Romans stellen müssen. Denn am Anfang hatte Kai Hirdt sowieso einige Details über Glynth einfließen lassen und sich dabei der Erinnerungen seiner Figur Perry Rhodan bedient.

In der zweiten Hälfte des Romans nahm die Handlung an Fahrt auf. Die Fortschritte, die die Handlung macht, waren zwar nicht dramatisch, aber immerhin bewegte sich etwas. Und Kai Hirdts Schreibstil geriet etwas lockerer. Die Geschehnisse beim Flottenkommando, die Übernahme der Flotte durch Bijaine da Ortoba, Monkeys Eingreifen und nicht zuletzt das Gespräch zwischen dem Zweimondträger Gural und Toracc beim Anflug auf Iprasa entschädigten für den schwachen Romanbeginn. Dieses Kapitel, so grotesk es auch war, gehört zu den gelungenen Passagen dieser Geschichte.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2855

PR_2855Der Linearraum-Dieb – von Michelle Stern – Handlung:

An Bord der TOMASON schreibt man den 09.Juli 1518 NGZ. Das Führungsschiff des Liga-Verbands hält sich nach wie vor beim Planeten Medusa auf. Auch Germo Jobst und Jawna Togoya sind an Bord und teilen sich eine Unterkunft. Während die Posbi nach dem Hyperfrost-Schlaf wieder einsatzbereit ist, leidet Germo noch unter den Nachwirkungen. Der Junge rätselt über Bilder, die er selbst in der Zentrale von MUTTER gemalt hatte. Sie zeigen Kerouten, allerdings hat Germo nie Kontakt zu diesen Lebewesen gehabt. Er ist erst über die Berichte aus der Vergangenheit und den Kerouten auf Medusa in Kontakt zu diesen Wesen geraten. Auch sein Chrono-Duplikat hat an Bord der Irr-MUTTER solche Bilder gemalt. Die Bilder von Bord der Irr-Mutter wurden aufgezeichnet, bevor das Schiff zu Staub zerfallen ist, da alle Energie bei der Rettung der RAS TSCHUBAI aufgebraucht worden war. An Bord der TOMASO wird Alarm gegeben. Ein einzelner Linearraum-Torpedo der Onryonen hat sich Medusa genähert. Möglicherweise ein Irrläufer, denn die Onryonen sind Partner der Terraner beim Einsatz vor Medusa.

Fünfeinhalb Wochen zuvor ist der Raumvater HOOTRI im Landeanflug auf die Onryonenwelt On-Vennbacc. Der Planet ist Heimat von 1,2 Milliarden Onryonen und dreht sich in einer On-Vakuole, eines im Linearraum stabilen Gebildes, das von einem Schwarzen Loch mit Energie versorgt wird und den Planeten als Sonnenersatz dient. On-Vennbacc ist Teil der On-Ökumene, deren Hauptwelt On-Ryo ist. TLD-Chef Attilar Leccore, der sich als der Terraner Ovid Penderghast ausgibt, wird mit anderen Galaktikern in ein medizinisches Zentrum der Hauptstadt gebracht und dort behandelt. Leccore kann sich relativ frei bewegen und wird in den Medien auf eine geschätzte Persönlichkeit aufmerksam. Die Onryonin Typhan Opporosh ist die Mutter des aktuellen Kanzlers des Planeten und mischt sich gerne unter das Volk. Zwei Wochen später hat Leccore eine Gelegenheit und trifft auf Typhan Opporosh, die er kurz berühren kann. Als Gestaltwandler ist er nun in der Lage, ein Template der Onryonin abzuspeichern. Er erfährt dadurch, dass die Onryonen an einer Abwehrwaffe gegen die Indoktrinatoren der Tiuphoren arbeiten. Der TLD-Chef hat nun ein Ziel. Er will die Daten des Verwirblers erbeuten.

Einige Tage später übernimmt Leccore die Identität des Onryonen Dannekhar Tokkhoi. Der junge Onryone ist Kämpfer in einem Wettstreit, bei dem es darum geht, Freiwillige für einen Test des Verwirblers zu rekrutieren. Zusammen mit zwei weiteren Onryonen erreicht Tokkhoi/Leccore das Ziel des Wettkampfes und wird in das geheime Forschungszentrum gebracht. Der Verwirbler hält zwar die Indoktrinatoren auf, hat aber tödliche Nebeneffekte für die Verteidiger. Eine sechsdimensionale Blendung entsteht, die unbedingt eliminiert werden muss. Projektleiter ist der alte Onryone Tass Shaycanar, der zusammen mit seinem Assistenten Cessnad Assoy die Tests leitet. Versuche Leccores, von Shaycanar ein Template zu machen, scheitern.

Inzwischen spitzt sich die Lage in der Milchstraße weiter zu. Zwar ist der größte Teil der Tiuphorenflotte nach wie vor passiv, dennoch haben Überfälle auf mehrere Aarus-Wurme stattgefunden. Der Zeitriss nähert sich bedrohlich dem Solsystem, so dass Cai Cheung, als kommissarische Residentin, Vorbereitungen zur Evakuierung des Systems angeordnet hat.

Bei den Tests wird Tokkhoi/Leccore schwer verletzt und liegt Tage im Koma. Glücklicherweise wird seine wahre Identität von den Onryonen nicht entdeckt. Er ändert seinen Plan und findet überraschend in Cessnad Assoy einen Partner. Der Onryone ist ebenfalls der Ansicht, den Verwirbler allen Völkern zur Verfügung zu stellen. Die beiden schmieden einen Plan. Leccore gelingt es unter verschiedenen Tarnidentitäten die Führungsriege des Planeten davon zu überzeugen, dass ein abtrünniger Jaj im Auftrag der Terraner die Pläne erbeuten will. Um die Daten zu sichern, sollen sie mit einem umgebauten Linearraum-Torpedo in Sicherheit gebracht werden, während man den vermeintlichen Jaj auf eine falsche Spur lockt.

Cessnad Assoy kann den Torpedo für den Transport vorbereiten. Als Leccore und er bereits unterwegs in Richtung Medusa sind, fliegt ihr Schwindel auf. Die beiden Diebe können jedoch nicht mehr aufgehalten werden. Ihr Funk ist beschädigt, aber Germo erkennt, dass in dem Torpedo, der so überraschend aufgetaucht ist, zwei Lebewesen sitzen. Assoy und Leccore werden gerettet und die Pläne des Verwirblers sind nun in der Hand der Terraner.

 

Rezension:

Glaubt man den Umfragen, dann machen nur vier von zehn PC-Anwendern in Deutschland eine Sicherungskopie ihrer Daten. Onryonen, so teilt uns Michelle Stern mit, gehören ebenfalls zur Gruppe der Anwender, die bei Datenverlust ziemlich dumm dastehen. Man sollte eigentlich davon ausgehen, dass die Daten der Waffe auch auf der Hauptwelt On-Ryo vorliegen. Der (vermeintliche) Jaj muss sich also ganz schön wundern, wenn die „Originaldaten“ dorthin in Sicherheit gebracht werden sollen. Es hätte eigentlich genügt, die Daten auf On-Vennbacc zu löschen. Da dies aber nicht gemacht wird, sind die Onryonen entweder so dumm, tatsächlich kein Backup der Daten zu haben oder sie sind dumm, weil sie glauben, einen Jaj mit einer solchen Geschichte ködern zu können. Da sie aber versuchen, den Torpedo abzuschießen, wird wohl doch irgendwo ein Backup existieren.

Ich hatte zunächst Probleme, die Handlungsstränge zu sortieren, bzw. zu erkennen, welche Ziele die Autorin mit den verschiedenen Ebenen ihres Romans verfolgt. Germo Jobst schien zunächst nur dazu angelegt, um aus dieser Figurensicht den Erfolg Leccores zu dokumentieren. Dann natürlich der Erzählstrang, der den Gestaltwandler als Hauptakteur hat und schließlich ein Einsprengsel zum Tamanium, das irgendwie nicht zum Roman zu passen schien, das aber, wie sich schnell herausstellte, zur Germo Jobst-Handlung gehörte. Die Bilder, die der Junge betrachtete, scheinen etwas zu bedeuten. Leider wurde dieser Aspekt von Michelle Stern weniger intensiv, als erhofft, verfolgt. Stattdessen diente Jobst seitenlang dazu, die Leser auf den Stand der Handlung von Band 2840 zu bringen, dem Vorgängerband. Eine tiefergehende Charakterisierung der Figur Germo Jobst bleibt Verena Themsen vorbehalten, wie die Vorschau auf den Roman nächste Woche verrät.

Endlich beschreibt Michelle Stern auch mal Onryonen, die sich als selbständige Individuen zeigen. Es werden nicht nur Demonstranten von ihr beschrieben, sondern mit dem Assistenten des Wissenschaftlers wird gleich ein gänzlich anderer Typ von Onryone eingeführt. Einer, der sich als Rebell betätigt. Zeit wurde es ja, denn die Konformität, die von den Autoren dieser ganzen Zivilisation angehängt wurde, wirkte, je länger sie andauerte, immer weniger plausibel.

Die Autorin kann mit dem Planeten On-Vennbacc einen weiteren sehr ungewöhnlichen Handlungsort einführen. Die von Michelle Stern gemachten Beschreibungen vermittelten ein exotisches Flair. Die Landschaftsbeschreibungen, das Farbenspiel in der Atmosphäre und die Wirkungen der verschiedenen Phänomene auf die Städte und deren Bewohner werden detailliert eingefangen. Auch in den zahlreichen Interaktionen der Figur Leccore mit anderen Onryonen geht die Autorin erschöpfend zu Werke. Abseits davon wirkte die Geschichte allerdings unnötig kompliziert. Da war zunächst der „Wettbewerb“, der auf der Onryonenwelt veranstaltet wird, um Probanden für ein Experiment zu gewinnen. Und wie schon eingangs erwähnt, war auch die Idee, wie die Onryonen die Pläne des Verwirblers in Sicherheit bringen wollen, verzwickt. Da hilft auch nichts, dass Leccore diese Aktion beeinflusst.

Ein entscheidender Aspekt fehlte in der Geschichte von Michelle Stern gänzlich. Zu keiner Zeit machen sich ihre Figuren weitreichende Gedanken darüber, was diese Abwehr gegen die Indoktrinatoren tatsächlich bedeutet. Denn es fehlt nach wie vor an einer Möglichkeit, Sterngewerke, die sich in Hyperstenz befinden, zu bekämpfen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2854

PR_2854Der letzte Mensch – von Oliver Fröhlich – Handlung:

Der Arkonide Atlan tritt die zweite Bewusstseinsreise an, die ihn die Geschichte von Matan Addaru erleben lassen soll, dem letzten Menschen. Wie schon bei der ersten Reise wird Atlans Bewusstsein in den Körper eines anderen Lebwesens transferiert oder vielmehr in die Erinnerungen dieses Wesens. Anders als erwartet, findet sich Atlan jedoch nicht im Körper des Atopen, sondern in einem Jeadhal wieder. Sein Wirt heißt Maay’char-raygonar und ist Besatzungsmitglied der FRAGDANK, dem Führungsschiff der Triade, die im Auftrag der Wissgemeinschaft Jeadhal unterwegs ist, um die Kenntnis der Jeadhal über das Universum zu vertiefen.

Von YLA, die das Szenario kurz unterbricht, erfährt Atlan, dass er an der Mnemo-Essenz eines von Billionen Lebewesen gekoppelt ist, die in NTATHAN in einem Sextadim-Bezugsfeld agieren. Atlan hat die Persönlichkeit von Maay’char-raygonar übernommen. Je nachdem, wie tief er darin eintaucht, überlässt er dem Jeadhal die Steuerung oder übernimmt sie selbst. Da dies mehr als nur eine Simulation ist, könnte es sein, dass er die Erinnerungen beeinflusst. Allerdings würden die Beharrungskräfte der Gesamtheit der Mnemo-Essenz dies zu verhindern suchen.

Atlan benötigt einige Zeit, um einerseits am Wissen Maay’char-raygonars teilzuhaben, andererseits sich nicht zu sehr in den Vordergrund zu drängen, um die Erinnerungsabläufe nicht zu sehr zu beeinflussen. Die kristallinen Jeadhal stehen mit ihrem Schiff in der Nähe einer Kreuzgalaxis. Sie wird von ihnen als GA-yomaad bezeichnet. Atlan erkennt, dass Milchstraße und Andromeda in dieser Zeit sich durchdrungen haben. Er ist etwa 4 Milliarden Jahre in der Zukunft! Die Kreuzgalaxis war bis vor kurzem von einer Barriere umgeben, die nun verschwunden ist. Die neugierigen Jeadhal unternehmen eine Expedition in das Innere von GA-yomaad. Die ersten Tage verlaufen enttäuschend. Es gibt keine hyperenergetischen Signale. GA-yomaad scheint tot zu sein. Die Jeadhal untersuchen einen Planeten und nehmen dort Proben von Flechten und Moosen. Es gibt keine Anzeichen höherwertigen Lebens. Auch alle weiteren Planeten zeigen das gleiche Bild. Nur einfache Flechten, Moose, Pilze und Bakterien. Ein Vergleich fördert etwas völlig Überraschendes zu Tage. Die Proben von allen untersuchten Planeten sind genetisch identisch.

Atlan ist enttäuscht, doch YLA bittet ihn, Geduld zu haben. Maay’char-raygonar wird ihn in Kontakt zu Matan Addaru bringen. Nach zehn Jahren Forschung steht die Expedition der Jeadhal vor dem Aus. Dann jedoch werden Signale empfangen. Maay’char-raygonar kommt in Kontakt zu einem Posten der tiotronisch-biomorphen Zivilisation, der Kaiserlichen TioBiom. Die TioBiom sind nach Ansicht Atlans ein Zweigvolk der Posbis. Vor langer Zeit hat das gigantische Sternenreich Tarania die Galaxis beherrscht. Maay’char-raygonar wird auf eine Spur zu Relikten dieser Tarania geschickt. Die Reise geht ins Sol-System, das sich merklich verändert hat. Merkur und Venus fehlen, auf der Erde herrschen 100 Grad, weil die Leuchtkraft der Sonne stark angestiegen ist. Sol wird auch von Luna umkreist. Es gelingt ein Kontakt zu NATHAN, der jedoch nur mit einem Leibidentischen Bürger der Tarania sprechen will. Aus den Genproben der untersuchten Welten erschaffen die Jeadhal einen humanoiden Körper aus Kristall und übertragen darauf das Bewusstsein von Maay’char-raygonar. Atlans Bewusstsein geht ebenfalls mit.

Maay’char-raygonar darf auf Luna landen und wird dort von Matan Addaru Nathan begrüßt, dem letzten Menschen. Ein junger Humanoider, der Atlan vage an Vetris-Molaud erinnert, mit Federn, statt Haaren auf dem Kopf. Und der begrüßt Atlan wie einen alten Bekannten. Er nennt ihn Bruder. Die Mnemo-Essenz des Matans ist anders. Und sie erinnert sich daran, wie Atlan nur dank des Eingreifens der ZEITWEIDE die Flucht gelang. Auch diese Vergangenheitsversion von Addaru ist noch kein Atope, wie Atlan erkennt und dass trotz der vier Milliarden Jahre. Zu Beginn dieser Zeitspanne ist Vetris-Molaud, später Matan, der Begründer einer Gemeinschaftszivilisation aus Milchstraßen- und Andromedavölkern mit NATHAN als zentrale Verwaltungsinstanz des Tamaniums, das sich zu Tarania wandelte. Das Atopische Tribunal ist längst abgezogen. Gigantische Explorerflotten wurden ins Universum entsandt. THERMIOC wurde darauf aufmerksam und half dabei, NATHAN in eine Intotronik zu verwandeln. Es begann die Zeit der NATHAN-Avatare, die als Berater der Tarania dienten. Hunderttausende Jahre sind vergangen.

Bereits nach 20.000 Jahren versagte Matans Zellaktivator. Da ES verschwunden war, schlug NATHAN vor, dass die Sganshan, die von Explorern entdeckt wurden, eine Biokopie von Matans Körper erschaffen sollen. Sein Bewusstsein wurde auf den neuen Körper übertragen, zusammen mit einem Bewusstseinsfraktal NATHANS. Alle 10.000 Jahre musste die Prozedur wiederholt werden. Millionen Jahre vergingen und die Anzahl der Taraner ging zurück. Viele Welten starben aus. Matans Erinnerungen mussten ausgelagert werden in den Clivtor, da sein Gehirn die Menge nicht mehr speichern konnte. Im Clivtor fand auch der MDI Zeno Kortin seine Ruhe. Das Tarania zerfiel und NATHAN zog sich zurück. Die Milchstraße und Andromeda kollidierten. Irgendwann wurde von Unbekannten eine Barriere um die Kreuzgalaxis errichtet. Gleichzeitig ging das höhere Leben in der Galaxis zurück. Nur auf Luna schien das Phänomen nicht zuzugreifen.

Schließlich besuchen die Jeadhal den letzten Menschen. Nur drei Jahre später erscheint die ZEITWEIDE mit dem Richter Veirdandi. An dieser Stelle wird die Bewusstseinsreise Atlans unterbrochen. YLA erzählt dem Arkoniden weitere Details. Veirdandi hat nicht etwa Matan Addaru für das Atopische Tribunal rekrutiert. Er hat ihn gewarnt. Die echte Werbung fand Jahre später statt. Atlan würde es nicht ertragen, wenn YLA ihm den Namen des Atopen sagt, der Matan Addaru geworben hat. Da der Richter Matan Addaru von Anfang an ein Interesse an Luna gezeigt hatte, vermutet Atlan eine Zeitschleife. YLA will das nicht bestätigen und spricht von abweichenden Charakteristika, die sie selbst nicht ganz verstünde. Atlan ist auch besorgt, dass er in den Erinnerungen Venus und Merkur nicht vorgefunden hat. In der falschen Welt sind beide vom Atopischen Tribunal umfunktioniert worden. Beim Abzug des Atopischen Tribunals wurden sie mitgenommen oder zerstört. Seine Bemühungen, die falsche Welt nicht entstehen zu lassen, wären demnach gescheitert.

Die Tochter NATHANS informiert Atlan, dass der Atopische Hof in die Veste Tau eingezogen ist. Nach einer Rücksprache NATHANS erhält Atlan zusammen mit Lua und Vogel die Genehmigung, den Hof zu betreten. Er wird von einem der größten Atopen empfangen. Jenem Atopen, der einst den letzten Menschen geworben hat.

 

Rezension:

Nun ist es also passiert. Julian Tifflor ist seinen Status als längster lebender Mensch losgeworden. Der Wanderer, der 10 Millionen Jahre von Zeitkorn zu Zeitkorn im Zeitspeer unterwegs war, wird tatsächlich übertrumpft. Und wie! Gleich mal 3.990.000.000 Jahre länger als Tifflor lebt der letzte Mensch. Ich habe gerade noch mal nachgesehen, was ich zu den Bänden 2592 und 2593 geschrieben hatte. Die damaligen Beschreibungen, wie ein Mensch eine solche Zeitspanne überhaupt erleben, bzw. überleben kann, waren dumm. Im vorliegenden Roman macht Oliver Fröhlich nicht noch einmal diesen Fehler. Der „Mensch“, der da auf einem Thron sitzend Atlan begrüßt, hat mit einem Menschen nicht mehr viel gemein, vom äußeren Erscheinungsbild mal abgesehen. Der Vorgang des Durchlebens einer Mnemo-Essenz tut ein Übriges, nicht alles so zu nehmen, wie es in dieser Geschichte ausgedrückt wurde.

Nachdem Oliver Fröhlich die Leser letzte Woche schon mal darauf eingestimmt hat, wie eine Bewusstseinsreise vonstattengeht, konnte man dieses Element nun frohgemut ein weiteres Mal genießen. In der ersten Hälfte seines Romans verbirgt sich die eigentliche Story. Zusammen mit seinem Wirtskörper oder vielmehr der Mnemo-Essenz eines Jeadhal wird Atlan Zeuge von Ereignissen, die Milliarden Jahre in der Zukunft liegen. Alleine die Nennung dieses Zeitraums löst beim Lesen ein wohliges Kribbeln aus. Und dann schiebt der Autor Fakten hinterher, die dieses Kribbeln noch verstärken. Es geht um die Zukunft der Milchstraße, der Menschheit, des Solsystems. Unabhängig davon, dass die Fiktionen der Perry Rhodan-Serie nicht unbedingt auf realer Physik oder realen Naturgesetzen aufbauen, sind es gerade solche Entwicklungen, die einen faszinieren.

Die Beschreibungen der Jeadhal, ihre Forschungen und die Erlebnisse Atlans dabei, sind Oliver Fröhlich sehr gut gelungen. Insbesondere der Kampf den Atlan austragen muss, um in der Erinnerung nicht verloren zu gehen, hat Oliver Fröhlich packend schildern können. Schwierig wurde es, als es darum ging, die Mnemo-Essenzen zu definieren. Die Rückkopplungen gerieten bizarr und dennoch konnte der Autor diesen Vorgang anschaulich darstellen. Der Spannungsbogen wurde bis zur Begegnung mit dem letzten Menschen hoch gehalten. Während die erste Romanhälfte noch der Science Fiction verbunden war, gerieten die letzten zwanzig Seiten nicht mehr so rund. Es gab Ansätze in Richtung eines Utopischen Romans, zumindest könnte man das Tarania als den Versuch einer zukünftigen idealen Gesellschaft beschreiben. Da darin allerdings nur Menschen und Posbis als einzige Völker gleichgestellt sind, ist es wohl eher eine Dystopie. Aber egal, der ruhige Aufbau mit der Geschichte der forschenden Jeadhal wurde durch Geschichtsfragmente und Sprünge abgelöst. Und leider besann sich der Autor wieder auf die Stärken (eigentlich Schwäche) eines Perry Rhodan-Autoren. Er streut gezielt Desinformationen, bzw. lässt er seine Figuren etwas zu deutlich die Informationsaufnahme verweigern.

Mit dem Fakt, dass Matan Addaru der Nachfahr von Vetris-Molaud ist, löst die Geschichte zumindest eines der ältesten Geheimnisse, seit dem Auftreten des Atopischen Tribunals. Für die Zeitlinien, die auch in dieser Geschichte einmal mehr thematisiert werden, zeichnet sich noch immer keine Lösung ab.

Ich spekuliere selten, aber auf Seite 46 lässt sich Addaru oder vielmehr der Autor, etwas in die Karten blicken. Nunmehr aus der Perspektive Addarus lässt er den Besucher Atlan an seinen Erinnerungen teilhaben. Addaru hat Atlan als Bruder begrüßt und hat erst dann erkannt, dass dieser Atlan eine frühere Version ist. Eine frühere Version von was? Dieser Hinweis und YLAS Bemerkung am Romanende, dass Atlan die Antwort nicht ertragen könnte, lässt mich vermuten, dass nur Atlan selbst der Werber von Matan Addaru zum Richter des Atopischen Tribunals war, ist oder sein wird. Atlan wird sich also selbst treffen, wenn er auf einen der größten aller Atopen trifft.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 8

PR_Arkon08Die Stunde des Smilers – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Auf Aralon ist der auf Archetz verletzte Gaumarol da Bostich in Behandlung. Der Imperator wird von der ARK’IMPERION geschützt, einer kleinen Flotte von GWALON-Kelchen, die von der GOS’TUSSAN angeführt wird. Auf dem Planeten jedoch braucht Bostich einen anderen Schutz. Seine Leibwache, die berüchtigten Kralasenen, begleiten den Imperator zur Behandlung, darunter auch die junge, noch in der Ausbildung befindliche Sheama da Zahrt. Sie ist aufgeregt, denn noch nie war sie dem Imperator so nah. Gleichzeitig könnte jeder im Umfeld des Herrschers ein potentieller Feind sein.

Ronald Tekener hat zusammen mit Korrt Moody die ATLANTIS erreicht. Das Schiff ist nach wie vor fremdgesteuert. Da unmöglich alle Besatzungsmitglieder auf das kleine USO-Schiff TIGA’ZHYM evakuiert werden können, entscheidet die Besatzung an Bord des Kugelraumers zu bleiben. Die beiden USO-Agenten, Perry Rhodan und Gucky wechseln in die Leka-Disk und suchen das Weite. In das Flottenaufmarschgebiet hat es auch Sahira mit der RT-13 verschlagen, mit der sie von Aralon geflohen ist und Richtung Arkon wollte. Mit einem waghalsigen Manöver kann sich Tekener dem Schiff nähern und Gucky holt Sahira ab. Der Ara Goloshir bleibt zurück.

Ronald Tekener berichtet von seinen Erlebnissen auf Archetz. Perry Rhodan, Sahira und Gucky lassen sich auf dem Planeten Glynth absetzen. Dort will Rhodan eine Schiffspassage nach Iprasa organisieren. Der Smiler verfolgt mit Moody seinen alten Plan, nämlich Bostich zu kidnappen, und fliegt nach Aralon. Dorthin unterwegs ist auch Shallowain, der ähnliche Absichten wie Tekener verfolgt. Der Kralasene hat keine Schwierigkeiten, auf Aralon zu landen. Er bringt in Erfahrung, dass Bostich auf dem schwimmenden Habitat Vits behandelt wird. Der Hund bekommt Unterstützung durch den Geheimdienst Aracom. Die Ara Gyhalla-Maas begleitet den Kralasenen, der darüber wenig erfreut ist. Unter Tarnidentitäten gelangen Shallowain und die Ara an Bord des Habitats.

Tekener und Moody machen Maske und infizieren sich mit einer Krankheit, um unentdeckt nach Aralon einreisen zu können. Mit diesem Trick und einigem an Bestechungsgeld gelangen die beiden Spezialisten auf den Planeten der Mediker. Der Mantar-Heiler Hool-Daneda unterstützt sie. Er ist ein USO-Spezialist, der auf Tekener nicht gut zu sprechen ist. Vor Jahren kamen bei einem Einsatz zwei USO-Spezialisten ums Leben. Hool-Daneda ist der Ansicht, dass Tekener die beiden auf dem Gewissen hat. Entsprechend frostig fällt die Zusammenarbeit aus. Hool-Daneda besorgt aber die Ausrüstung und vermittelt Kontakte zu zwei Marsianern, die früher mal für die USO tätig waren und jetzt auf Aralon für den Sicherheitsdienst arbeiten. Tekener und Moody nehmen deren Identität an und können sich auf die Treibinsel Vits einschleichen.

Nun sind alle Agenten auf dem Habitat, auf dem Bostichs Behandlung inzwischen Fortschritte gemacht hat. Tekener und Moody sorgen beim Sicherheitspersonal für Ablenkung. Es gibt Explosionen an Bord und Sheama da Zahrt versucht Bostich aus der Gefahrenzone zu lotsen. Die Kralasenin und die anderen Leibwächter werden jedoch von den USO-Spezialisten paralysiert. Tekener betäubt auch Bostich und sorgt für ein tiefes Koma, um zu verhindern, dass der fremdgesteuerte Arkonide per Gedankenbefehl getötet wird. Auch Shallowain hat sich zum Imperator vorgekämpft. Tekener und der Hund verbünden sich, um vom Habitat und von Aralon fliehen zu können. Tatsächlich gelingt den beiden an Bord der TIGA’ZHYM die Flucht. Bostich nehmen sie mit aber ihre Begleiter sterben auf Aralon. Die TIGA’ZHYM verlässt Thantur-Lok und die Milchstraße, um eine größtmögliche Distanz zu erreichen, damit Bostich keine Befehle mehr erhält. Der Plan gelingt. Shallowain und Tekener sind jetzt allerdings zur Untätigkeit verdammt, denn sie dürfen Bostich nicht in den Einflussbereich der ARK’SUMMIA-Verschwörer zurückbringen. Auf Perry Rhodan ruhen jetzt die Hoffnungen.

 

Rezension:

Der Roman kann mit einem überraschenden Ende aufwarten. Bostich konnte von den Dunklen Befehlen befreit werden. Und auch der Rest der Geschichte hat mir gut gefallen. Interessant ist auch, dass die einzelnen Romane innerhalb weniger Tage spielen. Tekener war zuvor auf Archetz im Einsatz. Zur gleichen Zeit ist Rhodan mit der ATLANTIS unterwegs und Sahira nach Aralon entführt worden. Im vorliegenden Band wird Bostich auf Aralon behandelt und dort zum Ziel der Agenten. Das Rhodan-Abenteuer in zwei Wochen dürfte ebenfalls parallel zu den Ereignissen von Band 8 angesiedelt sein. Doch der Reihe nach.

Band 7 vor zwei Wochen ließ am Ende einige Fragen unbeantwortet. Wie kam Tekener zur ATLANTIS und welche Gründe bewegen die unter Einfluss stehenden Arkoniden ausgerechnet das Arkon-System einzunehmen? Die erste Frage bleibt unbeantwortet und zur zweiten Frage, warum die Verschwörer etwas einnehmen wollen, das ihnen sowieso gehört, gibt’s zwar eine Antwort, die ich aber nicht ganz verstanden habe. Rhodan und Gucky vermuten, dass der Feind aus dem Inneren der Arkoniden kommt, ein Feind, den sie vielleicht sogar kennen und der die großen Führungspersönlichkeiten der Galaxis in Misskredit bringen will. Na, mal sehen, was da noch kommt.

Sahira, im Roman der Vorwoche eigentlich nach Arkon unterwegs, verschlägt es ebenfalls in das Flottenaufmarschgebiet. Das wird nicht erklärt aber vielleicht hat sie sich ja auch nur verflogen.

Nachdem die Weichen gestellt sind, geht Michael Marcus Thurner ins Eingemachte. Der Autor stellt zunächst alle Protagonisten vor. Der Leser wird genauestens informiert, wer, wo, mit welchen Mitteln und Motiven in den Einsatz geht. Auf Aralon kommt es zu einem Stelldichein unterschiedlichster galaktischer Geheimdienstmitarbeiter, Schutztruppen und Söldnern. Zu Beginn des Aralon-Einsatzes der verschiedenen Figuren waren manche Abläufe etwas antiseptisch beschrieben, was aber durchaus zum Planeten der Mediziner passte. 🙂

Leidenschaftlicher war die Nebenhandlung mit dem als Mantar-Heiler getarnten USO-Spezialisten Hool-Daneda angelegt. Der Dialog zwischen dem Ara und dem Unsterblichen über Frust, Pflichterfüllung und insbesondere das Gefühlsleben, lässt den Terraner ganz schön alt aussehen. Michael Marcus Thurner gewährt uns einen – wenngleich kurzen – Blick auf die dunkle Seite des Unsterblichen. Diese Facette, die der Autor hier den Smiler anhängt, lässt die Figur, zumindest in dieser Szene, unsympathisch erscheinen. Allzulange lässt der Autor diesen Eindruck allerdings nicht stehen. Die Rechtfertigung folgt nur ein paar Zeilen weiter und später wird noch das Bekenntnis nachgeschoben, das Tekener derjenige der Unsterblichen wäre, der am meisten mit sich selbst rang.

Also alles wieder im Lot und Tekener kann seinen Einsatz durchziehen. Mit derartigen Gewissensbissen brauchte Shallowain glücklicherweise nicht zu kämpfen. Allerdings stellt Thurner auch diesen hartgesottenen Kralasenen vor einige Schwierigkeiten und Shallowain muss einige Gedanken über seine Arbeit anstellen, die man von dem Hund so nicht erwartet hätte. Deutlich einfacher gestrickt und dann auch so gezeichnet sind die zahlreichen Leibwächter oder Söldner der Handlung. Hier greift der Autor gerne mal zu prägenden Sätzen wie diesen hier: „Der Sonne nah, dem Herrscher nah.“ Mehr braucht es nicht, um eine überzeugte Kralasenin in die Handlung einzuführen. „Voll Hitze und Glut, voll Feuer und Wut.“

An Bord des Habitats kommt es dann zu einer sehr lustigen Szene, als Shallowain und seine Begleiterin glauben, dass sie diejenigen sind, die Alarm ausgelöst haben. Dann bemerken sie, dass der Alarm auf einem anderen Deck ausgelöst wird und der Hund ahnt bereits, wer der andere Feind ist. Auf dem Habitat tobt sich der Autor aus. Die Handlung schreitet mit sehr hohem Tempo voran. Und abseits der Agententätigkeiten bleibt dennoch viel Raum für Beschreibungen einer verrückten Welt und einer durchgeknallten Gesellschaft, in der alles möglich scheint.

Trotz aller Planungen haben die Agenten keinen blassen Schimmer davon, wie sie mit Bostich die Plattform verlassen können. Der Autor initiiert daher eine Szene, die aus dem Ende von Butch Cassidy und Sundance Kid stammen könnte. Alle stürmen mit Hurra-Geschrei los. Die Helden kommen allerdings unbeschadet durch und nur die Red-Shirts bleiben auf der Strecke. Alle, bis auf eine. Michael Marcus Thurner hatte einen Internetaufruf gestartet und gefragt, ob eine bestimmte Nebenfigur überleben soll. Sheama da Zahrt überlebt, so wollten es die Leser. Allerdings bekommt sie am Romanende die Entlassung. Ihre Mitarbeit am Haus der Kralasenen wird beendet.

Ein guter Roman mit ganz, ganz, ganz viel Handlung!