Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 12

PR_Arkon12Kampf um Arkon – von Marc A. Herren – Handlung:

Der Wandelstern ist mitten im Arkonsystem materialisiert. Kerlon da Orbanaschol und Atlan sind per Transmitter verschwunden. Die Schwarze Maschine haben sie mitgenommen. Perry Rhodan, Gucky und Sahira Saedelaere sind von einem Energiefeld eingeschlossen und können nichts tun.

Die beiden Arkoniden sind nach Arkon I abgestrahlt worden. In der verlassenen Stadt Mirkandol will sich Kerlon zum neuen Imperator aufschwingen. Den Kristallpalast will Kerlon zerstören lassen und dafür das Hauptgebäude Mirkandols, das früher dem Galaktikum diente, zum neuen Kristallpalast küren. Über Atlan, von dem er sich als Erhabener ansprechen lässt, will er Tekener in eine Falle locken, um dessen Zellaktivator an sich zu nehmen. Er beordert Kralasenen zu seinem Schutz und bezieht das Zentralgebäude. Mit der Messinghaube auf dem Kopf macht sich Kerlon daran, die Flotten im Arkonsystem aufeinanderzuhetzen.

Oberst Cara Kayn, die Kommandantin von PRAETORIA sieht sich der ARK-SUMMIA-Flotte gegenüber, die sich in Bewegung setzt und den LFT-Riesen und die USO-Flotte angreift. Gleichzeitig kommt es innerhalb der Heimatflotte ebenfalls zu Gefechten, da einige Geschwader meutern und sich der ARK-SUMMIA-Flotte anschließen. Während Cara Kayn den Befehl zur ersten Teilung PRAETORIAS gibt, erkennt sie die nächste Bedrohung. 50.000 Robotschiffe nehmen Kurs auf Arkon I.

Auf dem Wandelstern ist es Sahira mit Guckys Unterstützung gelungen, den Energieschirm abzuschalten. Rhodan kann den Transmitter nicht aktivieren. Er bittet die Gijahthrakos erneut um Hilfe. Mit ihren Psi-Kräften nehmen die Kristallwesen Einfluss auf die Arkoniden in den Flotten und projizieren eine der arkonidischen Sternengötter, nämlich Quinshora, ins Arkonsystem. Gerade noch rechtzeitig, um die Schlacht zu verhindern. Allerdings fliegen die Robotschiffe weiter Richtung Arkon I. PRAETORIA vollzieht ein Linearraummanöver und legt sich der Flotte in den Weg. Die Gijahthrakos teleportieren Rhodan und seine Begleiter nach Mirkandol.

Nachdem Gucky die Kralasenen ausgeschaltet hat, dringen er und Rhodan zu Kerlon vor. Sie können ihn überwältigen. Allerdings fehlt Atlan. Rhodan setzt sich die Messinghabe auf und dringt in die Maschine ein. Es gelingt ihm, die Befehlsimpulse an die kontrollierten Extrasinnträger zu unterbrechen. Bostich kann er nicht entdecken und die Verbindung zu Atlan ist sehr beharrlich. Auf den Schiffen der Flotte kommen die bislang kontrollierten Extrasinnträger wieder zu sich, auch Kassian ist befreit und gibt das Kommando ab. Die ARK-SUMMIA-Flotte ist aufgelöst. Vor Arkon I entbrennt indes die Abwehrschlacht PRAETORIAS gegen die Robotschiffe. Gerade noch rechtzeitig kann die Robotflotte von den Arkoniden wieder zurückgerufen werden.

In Mirkandol hat Perry Rhodan die Messinghaube abgesetzt, als Sahira und Gucky auf Atlan aufmerksam werden. Der Unsterbliche hat sich genähert und behauptet, dass auch sein Extrasinn nicht mehr unter der Kontrolle der Dunklen Befehle steht. Doch Atlan oder vielmehr sein Extrasinn, täuscht die Freunde. Er lässt vorab installierte Sprengkörper detonieren und flieht mit Kerlon und der Maschine. Nachdem sich Rhodan, Gucky und Sahira aus dem Schutt befreit haben, nehmen sie die Verfolgung auf. Gucky folgt einer Leka-Disk und der Terraner und Sahira folgen einem Gleiter.

In der Leka-Disk sitzt Kerlon, der dem Mausbiber eine letzte Falle stellt, bevor er sich selbst tötet. Atlan hat indessen Perry Rhodan und Sahira in eine Falle gelockt. Rhodan erkennt entsetzt, dass der Extrasinn Atlans, obwohl von der Maschine getrennt, ein Eigenleben entwickelt hat. Atlans Erinnerungen sind zerstört. Mit letzter Kraft kann Sahira in den Gedächtnispalast Atlans eindringen und dessen Bewusstsein an den Ort seiner versteckten Erinnerungen führen. Atlan findet zu sich selbst und kämpft gegen Amaltheia, die er schließlich besiegen kann. Sahira ist dem Tode nahe, wird aber von Atlan und Perry gerettet. Atlan will die Schwarze Maschine zerstören, doch Rhodan gibt sie Sahira. Denn nur mit eingeschalteter Maschine altert Sahira wieder und muss nicht sterben. Eine LFT-Box bringt sie nach Fornax. Atlan hat, als er mit Sahira in seinem Gedächtnispalast eingeschlossen war, einen mentalen Eindruck aus Sahiras Erinnerungen erhalten. Sie will das Geheimnis der sterbenden Nocturnenstämme ergründen und das Nexiom finden und durchschreiten. Atlan will Sahira wieder treffen.

 

Rezension:

Marc Herren bringt die Miniserie Arkon zu Ende. Mit seinem zweieinhalbten Beitrag schließt der Exposé-Autor die Serie ab. Den ersten Band hatte der Schweizer auch geschrieben, während er sich Band 6 mit Dennis Mathiak teilte.

Der Autor steigt direkt in das Geschehen ein, d.h. er setzt die Handlung von Band 11 nahtlos fort. Er beginnt mit Rhodans Emotionen. Der Unsterbliche ist gefangen und daher wütend und enttäuscht. Marc Herren gibt dem Helden aber sogleich mit, dass Emotionen nur flüchtige Hindernisse im Kopf seien. Taten wären hingegen stärker als Emotionen. Das war etwas unglücklich ausgedrückt. Wahrscheinlich ging es darum, dass sich Rhodan von bestimmten Emotionen nicht blockieren lassen sollte. Denn Emotionen sind ja schon eine sehr mächtige Triebfeder zum Handeln.

Auf den ersten Seiten fällt auch der Begriff Messinghaube. Somit ist die Herkunft dieses Geräts nun auch geklärt. Zumal der Zeiteffekt bereits Bestandteil von Kerlons Schöpfung war. Tragisch ist auch, dass es schlussendlich Rhodan ist, der den Arkoniden am Ende die Messinghaube aushändigt. Wir werden sehen, welche Folgen Rhodans Handlung haben wird.

Zurück zum Roman. Für das Finale war mir der Roman in den ersten ca. 10 Seiten zu verhalten. Nachdem Rhodans Situation auf dem Wandelstern sich zunächst nicht bessert, macht Herren einen Schwenk zu Kerlon. Es folgt eine lose Aufzählung von Kerlons Absichten. Was genau Marc Herren mit diesen teils unzusammenhängenden Beschreibungen beabsichtigt, hat sich mir nicht erschlossen. Es sind Allmachtsphantasien Kerlons, gewiss, aber irgendwie fehlte es an etwas Besonderem. Seine Pläne waren naiv, sprunghaft und in Bezug auf die Zukunft der Schwarzen Maschine trotz einiger Überlegungen auch irgendwie konfus. Nun könnte man denken, der Autor will dadurch den zerrütteten und nicht mehr ernst zu nehmenden Geist Kerlons darstellen. Aber das passte auch nicht.

Nachdem die ersten Seiten also recht verhalten begannen, macht der Autor den dritten Handlungsort auf. Es geht in die bevorstehende Schlacht um Arkon. Ohne dass eine echte Handlung erfolgt, wird das Geschehen der unterschiedlichen Gruppierungen aus der Perspektive der Kommandantin von PRAETORIA beleuchtet. Zahlen und Daten bestimmen dieses Kapitel. Dann endlich darf Rhodan wieder ins Geschehen eingreifen. Nun wird die Handlung recht schnell vorangetrieben. Ärgerlich sind die typischen Fehler Rhodans und Co. Nachdem sie Kerlon überwältigt haben, lassen sie ihn aus den Augen. Und nachdem sie bereits einmal von Atlan getäuscht wurden, passiert ihnen das natürlich auch ein weiteres Mal.

Nach dem Haupthandlungsende, d.h. nach dem der Bösewicht tot ist und es eine Aussicht gibt, später wieder etwas von Sahira zu hören, räumt der Autor noch auf. Ein, wie ich finde, extrem unglückliches Kapitel, das Marc Herren dazu benutzt, um etwaige Ungereimtheiten zur Erstauflage von vornherein auszuschließen. Bostichs Rolle wird geklärt, Sahiras Verhältnis zu Alaska und zu Reginald Bull klargestellt, Shallowain darf noch mal, und so weiter und so weiter. Der Autor baut ein Friede, Freude, Eierkuchen-Ende.

Für das Finale war die Geschichte zu brav. Es fehlten Wendungen und auch Kerlons Abgang war blass. Kassians Reaktion, nachdem er von den Dunklen Befehlen getrennt wurde, spiegelt ein wenig die fehlende Spannung dieses Romans wider: Oh Bruder, was hast du bloß getan. Dann gibt Kassian das Kommando ab und geht sang- und klanglos ins Gefängnis.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2861

PR_2861Der Flug der BRITOMARTIS – von Leo Lukas – Handlung:

Nach der Enttarnung des tiuphorischen Agenten will Attilar Leccore im Gegenzug den Gegner unterwandern. Sein Plan ist es, den Tiuphoren weiszumachen, dass die Terraner eine Anti-Indoktrinatorenwaffe entwickelt haben. Natürlich würde er nicht die echte Waffe überbringen, sondern eine Täuschung. Läuft alles wie gewünscht und die Tiuphoren schlucken den Köder, würden ihre etwaigen Gegenmaßnahmen in eine falsche Richtung gesteuert. Sichu Dorksteiger entwirft daher eine auf den HÜ-Schirm basierende Abwehr, das HÜSIV-System. Dieses wird in die BRITOMARTIS eingebaut. Das 800-Meter-Raumschiff der APOLLO-Klasse wird auf Automatik-Betrieb umgerüstet. Nur vier Freiwillige, darunter der oxtornische Kommandant Thembinkosi John und die Waffenmeisterin Reeva Ntoni, bleiben an Bord. Die geringe Besatzungsstärke wird mit den Auswirkungen des Verteidigungssystems begründet, das für die Besatzung schädlich ist.

Unterdessen macht Leccore ein Template der sichergestellten Sextadim-Platine aus Sybrand Herzogs Kopf. Er nimmt die Gestalt seines Stellvertreters an und imitiert gleichzeitig die Platine im Kopf. Mit einer Kleinstkorvette verlässt Leccore das Solsystem und steuert die Position der CIPPACONTNAL an. Die Daten des Sterngewerks hat er dem Template von Camaxi Texolot entnommen. Der Kontakt kommt zustande. Leccores Schiff wird aufgebracht und die Tiuphoren halten ihn für Camaxi Texolot im Körper des Feindes. Er überbringt die Daten eines terranischen Schiffes, das mit einer Anti-Indoktrinatorenwaffe bestückt wurde. Die Tiuphoren wollen es aufbringen.

Inzwischen ist auch die BRITOMARTIS vom Flottentender SNAKE & DRAGON in die Nähe des Pulsars Myhrvoldt gebracht worden. Der Tender bezieht Ortungsschutz bei einer nahegelegenen Sonne. Die vierköpfige Besatzung des Schlachtschiffs soll sich nach dem vermeintlichen Testangriff auf ein Sterngewerk mit einem Beiboot zum Tender absetzen.

An Bord der CIPPACONTNAL läuft für Leccore indessen nicht alles wie geplant. Der Gestaltwandler hat Probleme mit dem Template Texolots. Obwohl er nur eine Kopie angefertigt hat, übertragen sich die starken Emotionen des Tiuphoren auf den TLD-Chef und behindern ihn beim Umgang mit den anderen Tiuphoren. Der Orakel-Page Paqar Taxmapu ist misstrauisch. Er glaubt, dass Texolot von den Terranern umgedreht wurde. Taxmapu konfrontiert Leccore mit Moizen, den Ysicc Texolots. Das Tier erkennt Texolot, dennoch ist der Orakel-Page noch nicht überzeugt. Er macht dem Caradocc Maxal Xommot den Vorschlag, den Terraner zu töten und in das Banner aufzunehmen. Texolot soll gleichzeitig erlöst werden.

Noch bevor die BRITOMARTIS abgefangen wird, soll Leccore sterben. In höchster Not rettet Leccore sein Bewusstsein in die Platine. Sein terranischer Körper wird getötet. Er macht ein Template von Moizen, vereinigt sich wieder mit der Leiche und tötet in der Gestalt eines übergroßen Ysicc den Orakel-Pagen, von dem er zuvor noch ein Template anfertigt. Danach beseitigt er alle Spuren und kann sich als Paqar Taxmapu frei auf dem Schiff bewegen.

Die BRITOMARTIS wird geentert. Zwei der Freiwilligen werden getötet und Thembinkosi John und Reeva Ntoni gefangengenommen. Leccore kann für die Beiden zunächst nichts tun. Die Tiuphoren analysieren die Waffe und kommen zu dem Schluss, dass sie den Indoktrinatoren nur wenig Widerstand leistet. Der TLD-Chef im Körper eines Tiuphoren treibt das Verwirrspiel weiter, indem er dem Caradocc vorschlägt, so zu tun, als ob der Waffentest der Terraner erfolgreich gewesen war. Die Völker der Galaxis würden sich in Sicherheit wiegen und die unnütze Waffe in großer Zahl produzieren. Trotz aller Schwierigkeiten fühlt sich Attilar Leccore mehr denn je als Terraner.

 

Rezension:

Ein weiterer Roman mit Attilar Leccore. Der Gestaltwandler ist inzwischen zur Ultimaten Waffe der Liga geworden. Der TLD-Chef raubte eine Stele (Heft 2771), hat erfolgreich die Onryonen unterwandert (2795), spielte eine maßgebliche Rolle bei der Eroberung der CHUVANC (2797 u. 2799), konnte die Onryonen ein weiteres Mal unterwandern und wichtige Daten für den späteren ParaFrakt stehlen und hilft nun gegen die Tiuphoren.

Von daher war es einmal an der Zeit, dass sich ein Autor mal etwas näher mit dem Innenleben des Koda Aratiers beschäftigte. Leo Lukas tut das im vorliegenden Roman und stellt die Frage, wer Attilar Leccore eigentlich ist, an den Anfang seiner Geschichte.

Bevor es mit Leccore weiterging, führte Leo Lukas auch noch die anderen an der Geschichte beteiligten Personen ein. Darunter vier Gourmets, von denen einer ein Posbi war und der Autor die Antwort auf die Frage schuldig blieb, wie der denn die Speisen, die er nicht genießen kann, überhaupt zubereitet. Seis drum, die vier Chefs spiegelten einmal mehr den besonderen Humor des Österreichers wider. Auch habe ich mich kurz gefragt, wieso denn ein 800-Meter-Raumschiff der APOLLO-Klasse auf einem langweiligen Patrouillenflug sein kann, angesichts der Tiuphorengefahr. Aber auch dafür liefert Leo Lukas keine Erklärung.

Die Geschichte kommt sehr breit aufgestellt daher, statt die wesentliche Handlung zu fokussieren. Neues liest man nicht. Brav werden die Errungenschaften der letzten Hefte, wie der ParaFrakt, noch einmal erläutert. Viele Figuren mit ebenso vielen Marotten machten schnell klar, dass hier keine Zyklusrelevanten Fortschritte erzielt werden würden. Derartige Romane sind typisch für jeden Zyklus. Man holt Luft, bevor es eine Woche später mit wichtigeren Handlungssträngen weitergeht. Neben den vier Gourmets hatten dann noch eine Wahrsagerin, ein Chefingenieur mit einem Faible für altterranische Versepen und andere skurrile Figuren ihre Auftritte.

Neben dem durchaus unterhaltenden Figurenensemble geht die eigentliche Handlung beinahe unter. Sie stellt aber auch kaum Überraschungen bereit. Einzig am Ende kann Leo Lukas nochmal punkten, als er dem Verwirrspiel eine weitere Komponente hinzufügt. Auch die Antwort auf die Frage, wer Attilar Leccore eigentlich ist, verliert der Autor nach dem interessanten Einstieg etwas aus dem Blick. Leccores Identitätskrise wird zu sehr an den starken Einflüssen der gemachten Templates festgezogen. Das war aber auch schon früher thematisiert worden, z.B. als er sehr lange einen Onryonen geben musste und in Gefahr geriet, seine Identität zu verlieren. Am Ende dann doch noch die Erlösung. Attilar Leccore ist zwar nicht der Terraner, aber immerhin fühlt er sich als ein Terraner.

Fazit: Passable Unterhaltung ohne Überraschungen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2860

PR_2860Der tote Attentäter – von Uwe Anton – Handlung:

Auf Terra schreibt man den 24. September 1518 NGZ. Camaxi Texolot, der Tiuphore, dessen Bewusstsein den Körper von Sybrand Herzog übernommen hat, flüchtet in seine Wohnung. Der Umbrische Gong hat ihm zu schaffen gemacht. Für kurze Zeit hat Sybrand Herzog mehr Kontrolle erhalten. Der Tiuphore muss schnell handeln. Sein Ziel ist die Waringer-Akademie, denn dort wird an einem Instrument geforscht, mit dem man Indoktrinatoren entdecken kann. Das Wissen Herzogs steht ihm zur Verfügung. Er kann den verantwortlichen Wissenschaftler des Projekts davon überzeugen, ihn in die Forschergruppe einzuschleusen, um nach einem angeblichen Spion fahnden zu können. Einmal in dem Projekt tätig, hat Texolot keine Probleme, die Daten zu erbeuten und seine Flucht aus dem Solsystem zu planen.

Im Solaren Haus wird indessen die ParaFrakt-Konferenz fortgesetzt. Die Teilnehmer sind zerstritten und gegenseitige Vorwürfe stellen die Ziele, die Rhodan mit dem Treffen verfolgt, in Frage. Eine Unterbrechung gibt es nur, als es darum geht, dem verstorbenen Vorsitzenden des Galaktikums die letzte Ehre zu erweisen. Nach der Zeremonie lässt sich Rhodan über den Stand der Ermittlungen gegen Sybrand Herzog informieren. Attilar Leccore hat nichts Auffälliges entdecken können. Und auch der Umstand, dass sein Stellvertreter wegen eigener Ermittlungen untergetaucht ist, stellt für den TLD-Chef nichts Ungewöhnliches dar. Er will versuchen, Herzog zu finden und beordert einen jungen TLD-Agenten zur Wohnung seines Stellvertreters.

Camaxi Texolot im Körper Sybrand Herzogs hat die Forschungsgruppe erfolgreich infiltriert und kann den verantwortlichen Wissenschaftler davon überzeugen, dass ein anderes Mitglied seiner Gruppe ein tefrodischer Spion ist, den sie gemeinsam enttarnen wollen. Texolot hat aber auch noch Probleme. Sein Körper macht ihm zu schaffen und der Aufenthalt auf einem Planeten bereitet ihm Unbehagen. Und da ist noch der Umbrische Gong. Um nicht die Kontrolle zu verlieren, lässt er sich von einem Medo-Roboter narkotisieren. Der Trick gelingt und Texolot entdeckt anschließend, dass er beobachtet wird. Er tötet den zu seiner Überwachung abgestellten Agenten. Er nimmt Zugriff auf zwei Drohnen. Eine soll ihm dazu dienen, die Daten der Forschungsgruppe zu sichern und sie, wie er vorgibt, im TLD-Tower bei AGENT GREY in Sicherheit zu bringen. Die andere Drohne soll das Solsystem verlassen und einen Statusbericht an seinen Caradocc abgeben. Der Tiuphore bereitet seinen Abgang vor. Dazu will er in der Solaren Residenz für eine Ablenkung sorgen.

Der Leichnam des TLD-Agenten wir in der Nähe der Waringer-Akademie gefunden. Perry Rhodan und Attilar Leccore ziehen nicht die richtigen Schlüsse, obwohl sie wissen, dass dort an den Indoktrinatoren geforscht wird. Für Rhodan geht die Konferenz weiter und Attilar Leccore nimmt die Sache in die Hand. Ein Gespräch mit dem Haluter Apon Gochnor bringt Rhodan auf die richtige Spur. AGENT GREY ist von Indoktrinatoren infiltriert. Während Attilar Leccore keinen anderen Weg sieht, als die Positronik zu sprengen, kann der Unsterbliche den gesuchten Sybrand Herzog in der Solaren Residenz stellen und gefangen nehmen. Die Platine in seinen Kopf kann entfernt werden. Unklar bleibt, ob auch LAOTSE mit Indoktrinatoren verseucht ist.

Nach einer emotionalen Rede vor den Konferenzteilnehmern hat Perry Rhodan endlich die Zusage, dass alle Teilnehmer an einem Strang ziehen. Es kommt zu einem Funkkontakt zwischen Perry Rhodan und Vetris-Molaud. Der Terraner soll persönlich nach Tefor kommen, um dort Dienbacer abzuholen. Der Mutant soll LAOTSE untersuchen, ob die Positronik verseucht ist. Attilar Leccore hat ebenfalls ein Ziel. Da die tiuphorische Sextadim-Platine nicht zerstört wurde, will er nun selbst den Tiuphoren eine Falle stellen und reist in das Pahbyrnsystem der Blues, das kurz zuvor in die Hände der Tiuphoren gefallen ist.

 

Rezension:

Im zweiten Teil des Romandoppels von Uwe Anton werden alle Handlungsfäden der Vorwoche fortgesetzt. Am Ende des ersten Teils hat Rhodan nach der Rückkehr von Sybrand Herzog den Verdacht geäußert, dass mit dem Geheimdienstler etwas nicht stimmt. Das Thema schien zunächst vergessen. Während Rhodan wieder an der Konferenz teilnimmt, kann sich der Tiuphore zunächst ungestört seinen Sabotageaktivitäten widmen. Wobei hier der Autor zunächst aus der Perspektive des Attentäters die Handlung fortsetzt. Erst zur Mitte des zweiten Teils nimmt der Autor den Faden auch aus der Perspektive Rhodans wieder auf. Leccore hat die Aktivitäten Herzogs untersucht und keine Auffälligkeiten entdecken können.

Da Rhodan sich mit den Ergebnissen von Leccores Nachforschungen nicht zufriedengibt, muss Leccore nun einräumen, dass er nicht weiß, wo sich die Person Sybrand Herzog aufhält. Die Gründe dafür werden von Uwe Anton geliefert und klingen zunächst plausibel. Der Stellvertreter des TLD-Chefs verfolgt eine Spur und ist untergetaucht. Nach und nach zeigen sich jedoch die Schwächen dieser Geschichte.

Herzog/Texolot kontaktiert im Einsatz AGENT GREY. Nun sollte man meinen, dass dies nicht ohne Prüfung möglich ist, sonst könnte sich jeder x-Beliebige bei der Positronik des TLD-Tower melden. Von daher sollte sich die Spur von Herzog/Texolot aufnehmen lassen. Doch halt, der Autor wirft ein, dass alle Gespräche und Aufzeichnungen anschließend gelöscht würden. Trotzdem kommt niemand auf den Gedanken alle Kommunikation zu überwachen, denn sie findet ja statt. Stattdessen wird ein junger unerfahrener Agent vor der Wohnung von Sybrand Herzog platziert und prompt enttarnt. Immerhin wird seine Leiche in der Nähe des Sabotageziels entsorgt und erneut ziehen Rhodan und Leccore aus diesem Red-Shirt-Desaster nicht die richtigen Schlüsse. Als völlig verfehlt erweist sich die Diskussion der Verantwortlichen über die Motive Herzogs oder des großen Unbekannten. Nicht ein einziges Mal wird dabei ein Zusammenhang zur Reise Herzogs nach Mimas gezogen, der dort die Leiche eines Tiuphoren untersuchte und anschließend ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legte. Die Absicht Uwe Antons war natürlich klar. Seine Figuren sollen noch eine gewisse Zeit im Trüben fischen. Aber alleine wie sie es taten, machte keinen Spaß zu lesen.

Bei der Jagd nach Herzog/Texolot wird die Dramaturgie vom Autor in den Vordergrund gestellt. Um die Spannung zu erhalten, werden naheliegende Handlungsalternativen erst gar nicht in Erwägung gezogen. Science Fiction kann ganz schön gemein sein. Gemein ist auch, dass nach den Onryonen nun auch die Terraner zu dämlich sind, Backups der wichtigsten Daten anzulegen. Aber auch der Attentäter ist dumm und so bekommen die Terraner ihre Daten wieder.

Die Perspektive der Ereignisse aus der Sicht Sybrand Herzogs, bzw. des Tiuphoren ist dem Autor sehr viel besser gelungen. Insbesondere die Empfindungen, die Camaxi Texolot im Körper von Sybrand Herzog erlebt, sei es die körperlichen Unzulänglichkeiten, oder die Auswirkungen des Umbrischen Gongs und auch seine Probleme auf einem Planeten agieren zu müssen, statt in der Enge eines Raumschiffs. Das hat Uwe Anton alles berücksichtigt und plausibel dargestellt. Abseits des Hauptplots konnte der Autor auch noch mit der Begräbniszeremonie für eine Überraschung sorgen, auch wenn sich das geschilderte fremde und ungewöhnliche Flair in diesem Roman einfach nicht so richtig entfalten konnte.

So richtig warm wurde ich dennoch nicht mit diesem Roman. Wie schon letzte Woche auch, stolpere ich einmal mehr über den Stellenwert, den der Autor seiner Figur Perry Rhodan verleiht. Auch wenn auf unterster Ebene kleine Erfolge für den Helden zu verzeichnen sind, fehlt es dem Unsterblichen seit geraumer Zeit an großen Erfolgen. Hier mal ein paar Baupläne stehlen, dort mal einen Attentäter fassen. Und sechs oder sieben Leute von einer Anti-Indoktrinatorenwaffe überzeugen, die alle sowieso haben wollen und eh bekommen hätten, reichen gerade noch aus, um den Titelhelden im Gespräch zu halten.

Der Ansatz Uwe Antons, wie letzte Woche schon vermutet, ist dann der, Rhodan verlieren zu lassen, ihn Schwäche zeigen zu lassen, um damit die anderen Teilnehmer der Konferenz zu einem Abkommen zu bewegen. Der Plan geht auf, aber auch nur deshalb, weil Rhodan tatsächlich in einer von Chaos geprägten Galaxis seit längerem kein Zeichen setzen konnte. Denn Rhodan ist tatsächlich schwach. Seine Intention, sich selbst als kraftlos und zahnlos zu zeigen, baut also unbeabsichtigt auf seiner tatsächlich gezeigten Zahnlosigkeit auf. Ich bin gespannt, welche Rolle Rhodan in den letzten 14 Heften des Zyklus noch einnehmen wird. Zieht man die letzten Hefte zu Rate, sieht’s düster aus.

Während Atlan Einblicke in kosmische Zusammenhänge erhält, sich zum Atopischen Hof kämpft, mit Fauthen und anderen Bewohnern der Jenzeitigen Lande anlegt, muss sich Rhodan mit den Toilettengängen von Jülziish und Onryonen auseinandersetzen. Und als wäre das nicht genug, auch noch mit den Ausscheidungsprodukten von Halutern. Man kann das mit Humor nehmen aber dazu bot der Schreibstil Uwe Antons keinen Anlass. In der Runde, die der Unsterbliche führt, ist er das einzige Schwergewicht. Die anderen Konferenzteilnehmer sind, abgesehen von Cai Cheung, Leichtgewichte. Sie sind absolut unbedeutende Vertreter ihrer Spezies. Das sind die Leute, die man anderenorts ins Dschungelcamp schickt, weil sie nach Aufmerksamkeit heischen. Und an diesem Personenkreis macht der Autor die Rettung der Galaxis fest. Das konnte nicht überzeugen. Und mehr noch, an diesem Personenkreis misst sich letztlich auch die Hauptfigur. Gegen einen Atopen oder gegen Vetris-Molaud wäre Perry Rhodan untergegangen.

Am Ende der Konferenz steht ein Satz von Perry Rhodan, der ein wenig auch die aktuelle Geschichte charakterisiert: „Sechs verschwendete Tage“.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 11

PR_Arkon11Auf dem Wandelstern – von Susan Schwartz – Handlung:

Perry Rhodan, Sahira Saedelaere und Gucky haben beim Durchgang durch das Portal die Geschichte Sidhars erfahren, dem Erbauer der Schwarzen Maschine, mit der die Extrasinne manipuliert werden können. Das Portal führt auf eine Welt, die nur aus Kristallen zu bestehen scheint. Schon kurz nach der Ankunft bemerkt Sahira, dass der Druck der Dunklen Befehle auf der Kristallwelt sehr stark ist. Die Gruppe hat wohl tatsächlich den Wandelstern erreicht. Hier muss sich die Schwarze Maschine befinden. Als Gucky teleportiert, um sich einen Überblick zu verschaffen, löst der Einsatz seiner Parafähigkeit eine Reaktion unter den Kristallen aus. Die Kristalloberfläche besteht komplett aus Gijahthrakos. Und die fühlen sich durch die Ankömmlinge gestört und überschwemmen sie mit starken mentalen Impulsen. Nur mit Mühe und dank ihrer Mentalstabilisierung finden Rhodan und Gucky einen Weg, sich gegen den fremden Einfluss zu behaupten.

Auf Traversan verkünden im Jahre 1376 NGZ Imchar III. und Endra da Orbanaschol die Geburt ihrer Zwillingssöhne. Der Erstgeborene erhält den Namen Kassian III., der zweite wird Kerlon genannt. Auf beiden Söhnen ruhen die Hoffnungen des Khasurns. Beide entwickeln sich prächtig, auch wenn bei Kerlon eine geringfügige Anomalie im Gehirn festgestellt wurde. Kassian und Kerlon sind bald die Lieblinge der Medien. Ihre Eskapaden machen sie berühmt. Kassian hat die Ideen und Kerlon das technische Wissen zur Umsetzung. Die beiden hochbegabten Arkoniden werden früh mit der Historie ihrer Familie vertraut gemacht. Ihr ehrwürdiger Khasurn wurde von Bostich und den Ariga zerschmettert. Aber nun sind zwei geboren, die diese Schmach beenden und den Khasurn an den angestammten Platz zurückführen werden. Die Zwillinge begehren den Kristallthron. Imchar III. setzt seine Hoffnungen besonders auf Kassian. Kerlon fühlt sich durch den Vater zurückgesetzt.

Auf dem Wandelstern gelingt Perry Rhodan der Kontakt zu Recshek, einem einzelnen Gijahthrako, der sich zunächst sehr abweisend zeigt und die Eindringlinge auffordert, zu gehen. Da die Hyperimpulse der Schwarzen Maschine die Gijahthrakos stören, kommt es zu einer Vereinbarung. Die Kristallwesen zeigen den Weg zur Schwarzen Burg, in der die Maschine steht. Rhodan verpflichtet sich, die Maschine vom Wandelstern zu entfernen. Rhodan erfährt, dass der Wandelstern im Zustand der Semittransition durch die Lokale Gruppe reist. Dies geht auf eine Initiative von ES zurück. Die Superintelligenz wollte erreichen, dass die Philosophie des Dagor in ihrem Einflussbereich verbreitet wird. Der Wandelstern war 1289 NGZ auch in Fornax. Als die Gijahthrako keine Antwort von den Nocturnen erhielten, waren sie so traumatisiert, dass sie einen mentalen Schrei ausstießen. Die Schwarze Maschine empfing den mentalen Impuls, wandelte ihn um und so wurde Sahira von dem Hyperimpuls getroffen, der ihr Leben veränderte. ES hat dies vorausgesehen. Einst würde eine Auserwählte der Nocturnen eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben, hatte die SI den Gijahthrako mitgeteilt.

Die Zwillinge haben nur einen ernstzunehmenden Gegner in der Nachkommenschaft der Traversaner. Rantom da Traversan, der Sohn des Nert, ist ebenfalls hochbegabt und lässt keine Gelegenheit aus, die Zwillinge zu ärgern. Insbesondere der stille Kerlon wird immer wieder Ziel von Rantoms Angriffen. Nach einer besonders schweren Demütigung stellt Imchar den Nert deswegen zur Rede. Als Imchar und sein Bruder kurze Zeit später bei einem Unfall ihr Leben verlieren, vermuten die Zwillinge, dass es Mord war. Nur beweisen können sie nichts. Endra übernimmt die Geschäfte und schickt die Zwillinge auf die Raumfahrtakademie. Dort erhalten sie schnell den Namen Kristallzwillinge, weil ihnen unterstellt wird, den Kristallthron anzustreben. Auch Rantom ist an der Akademie und im Gleichschritt nehmen er und die Zwillinge alle Hürden. Bei der ARK SUMMIA werden die Extrasinne von Kassian und Rantom erfolgreich aktiviert. Kerlon scheitert, da sein Hirnareal bereits anderweitig genutzt wird. Der Anomalie verdankt er seine Hochbegabung. Kein Extrasinn, keine Karriere. Die Wege der Brüder trennen sich für einige Jahre.

Auf dem Weg in die Schwarze Burg finden Rhodan und Gucky heraus, dass Sahira wieder altert. Die dunklen Befehle haben dies bewirkt. In der Schwarzen Burg finden sie die Maschine und erleben eine Überraschung. Kerlon, den sie für tot hielten, tritt ihnen entgegen und nimmt sie gefangen. Kerlon hatte nach Jahren die Spur der ersten ARK SUMMIA gefunden und den Wandelstern erreicht. Ihm gelang es, die Maschine zu aktivieren. Sein erstes Opfer war Rantom, an dem er die Manipulation testete und den er anschließend tötete. Kerlon erläutert Rhodan seine Beweggründe. Und er hat eine weitere Überraschung parat. Atlan erscheint und muss unter dem Einfluss der Maschine den Befehlen Kerlons gehorchen. Der Wandelstern materialisiert mitten im Arkonsystem. Atlan und Kerlon verlassen die Schwarze Burg per Transmitter und nehmen die Maschine mit.

 

Rezension:

Der Roman hält am Ende eine faustdicke Überraschung parat. Dass der Bösewicht enttarnt wird, kann man im vorletzten Band erwarten. Dass er zunächst entkommt ist Teil des Spannungsbogens, der zum Showdown in Band 12 führt. Aber Kerlon? Den hatte ich nicht auf meiner Liste der Verdächtigen. Susan Schwartz erläutert übrigens, wie Kerlon seinen Tod vortäuschte und warum er überhaupt an Bord von Rhodans Schiff kam. Auch die tieferen Beweggründe Kerlons zu seinem Handeln sind Bestandteil des Romans. In der Zusammenfassung habe ich das weggelassen, sonst wäre der Handlungsabriss noch länger geworden.

Insgesamt betrachtet werden etliche Geheimnisse in diesem Roman gelöst. Wir erfahren, dass mal wieder ES seine Finger im Spiel hat, wie Sahira vom Hyperimpuls getroffen wurde und einiges mehr. Kerlon arbeitet in dem Roman auch an einer Verbesserung der terranischen SERT-Haube. Dies könnte als Hinweis verstanden werden, dass sich daraus die Messinghauben entwickelt haben.

Der Roman war flüssig zu lesen und insbesondere das Kapitel, in dem Imchar mit seinem Sohn Kerlon ein Gespräch in dessen Denkarium führt, kann emotional überzeugen, da die Autorin die Gefühle der Figuren anschaulich transportiert. Die Geschichte enthielt zwei Abschnitte, die mir weniger zusagten. Da war der Gedächtnisverlust der Gruppe Rhodan auf dem Wandelstern, als die Gijahthrako ihre Kräfte einsetzen und der zweite Part, den ich beanstande, sind die Darstellungen der Zwillinge im Alter von neun Jahren und später noch einmal im Alter von vierzehn Jahren.

Beim Angriff der Gijahthrako verlieren Rhodan und Gucky unter dem Einfluss ihr Gedächtnis und die Sprache. „Die Dinge zu dingsen, um so schnell wie möglich nachzudingsen“, von der Autorin der Figur Gucky in den Mund gelegt, sowie weitere ähnliche Ausführungen waren zwar eine Möglichkeit, den Kontrollverlust zu beschreiben aber geistreich fand ich sie nicht.

Die Beschreibung der beiden Zwillinge geriet zu einem Who is Who der Adjektive. Attraktiv und außergewöhnlich, beeindruckend und auch begehrenswert, bewundernswert und charmant, ehrgeizig und elegant, extravagant und faszinierend, geradlinig, humorvoll, intelligent und mutig, um nur einige wenige der Eigenschaftswörter zu nennen, mit denen Susan Schwartz die Zwillinge beschreibt.

Das war in der Fülle ermüdend, zumal sich das auch noch ständig wiederholte. Mindestens 1x zu oft wiederholt die Autorin auch die Botschaft, welch prachtvolle Nachkommen die Orbanaschols da hatten. Selbst die Anzüge entwarf einer der Zwillinge selbst, als 14-jähriger! Und es wurden romantische Bücher geschrieben, mit den Zwillingen als Vorbilder der Helden! Hier wurde es mir zu schnulzig!

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2859

PR_2859Die ParaFrakt-Konferenz – von Uwe Anton – Handlung:

Die Tiuphoren haben Hinweise erhalten, dass die Terraner ein Mittel gegen die Indoktrinatoren entwickelt haben. Ein alter Krieger, der Tiuphore Camaxi Texolot, soll in einen letzten speziellen Einsatz gehen.

Auf Terra laufen derweil die Vorbereitungen einer Konferenz, zu der Perry Rhodan die Völker der Milchstraße eingeladen hat. Auch der Vorsitzende des Galaktikums, der Cheborparner UFo, reist an. Er muss einen diplomatischen Besuch bei den Topsidern absagen und wird den Termin auf Terra nur knapp einhalten können.

Am 20. September 1518 NGZ finden die ersten Vorbesprechungen im Solaren Haus in Terrania statt. Die Stellvertreterin von Monkey, die Cheborparnerin LiLith ist bereits anwesend. Da die USO als Terror-Organisation von den Onryonen eingestuft wird und man das Atopische Tribunal nicht brüskieren will, soll LiLith als weitere Vertreterin des Galaktikums vorgestellt werden. Hekéner Sharoun, der Mitarbeiter Cai Cheungs, wird die Konferenz eröffnen. Bei den Vorbereitungen wird eines schnell deutlich. Die Aufrüstung der Liga-Schiffe mit dem ParaFrakt-Schirm ist langwierig. Bislang konnten nur eine Handvoll Schiffe umgebaut werden, darunter die GALBRAITH DEIGHTON VI von Anna Patoman.

Neben TLD-Chef Attilar Leccore nimmt auch dessen Stellvertreter Sybrand Herzog an Gesprächen teil. Arkoniden und Blues entsenden keine Vertreter zur Konferenz, auf der Jawna Togoya für die Posbis und Apon Gochnor für die Haluter spricht. Rhodans größte Aufmerksamkeit gilt jedoch Moras Darorah von den Tefrodern und den beiden Onryonen Shekval Genneryc und Tacnan Occoly.

Wie erwartet sind es vor allem die Tefroder und die Onryonen, die harsche Kritik an der Konferenz und den Teilnehmern üben. Insbesondere Perry Rhodan wird angegriffen, waren es doch seine Aktivitäten, die zur Tiuphorengefahr führten. LiLith verteidigt den Unterblichen gegen diese Anschuldigungen. Die Zukunft, die das Tribunal angeblich so gut kennt, scheint nicht in Erz gegossen zu sein, sonst hätten die Atopen die Entwicklung vorhersehen müssen. Damit aber sind die Anschuldigungen gegen Rhodan, wegen des Weltenbrandes erst recht nicht nachvollziehbar.

In die Konferenz platzt die Nachricht, dass UFo auf dem Weg ins Solsystem von Tiuphoren angegriffen wurde. Die GALBRAITH DEIGHTON VI eilt der MERCZABA zu Hilfe. Am Ort des Geschehens ist der Angreifer verschwunden. Die MERCZABA ist nur noch ein Wrack. Einsatzkommandos entdecken Tiuphoren an Bord und töten die Invasoren. Ein alter Tiuphore, der UFo schwer verletzt hat, ist ebenfalls tot. Sein Leichnam wird geborgen und unter größten Sicherheitsbestimmungen nach Mimas gebracht. UFo wird in ein Klinikum nach Terrania transportiert.

Sybrand Herzog lässt sich auf Mimas vom Stand der Untersuchungen an dem Leichnam unterrichten. Ein kleiner Chip, der mit dem Gehirn der Leiche verbunden ist, erregt seine Aufmerksamkeit. Als er ihn berührt, setzt er eine Kette unheilvoller Ereignisse in Gang. Das Bewusstsein von Camaxi Texolot ist auf diesem Chip gespeichert und die Medo-Roboter gehorchen dessen Befehlen. Der Chip wird in Sybrand Herzog implantiert. Camaxi Texolot übernimmt den Körper des Terraners und reist nach Terrania.

Dort ist inzwischen die Konferenz erneut ins Stocken geraten, denn UFo ist seinen Verletzungen erlegen. Als Sybrand Herzog von Mimas zurückkehrt fällt Perry Rhodan ein merkwürdiges Verhalten an ihm auf.

 

Rezension:

Eigentlich müsste auf dem Titelbild von Uwe Antons Roman ein gelber Aufkleber prangen: „Jetzt neu einsteigen!“ oder „Für Neueinsteiger geeignet!“ Der Autor nutzt nämlich die ersten knapp dreißig Seiten für eine Zusammenfassung der Geschehnisse des laufenden und des vorhergehenden Zyklus. Für Neueinsteiger sicherlich willkommen, für Leser, die Woche für Woche den Geschichten folgen, eher ein Ärgernis.

Kernelement des Romans war die ParaFrakt-Konferenz, zu der die Völker der Galaxis eingeladen wurden. Tatsächlich waren es dann nur eine Handvoll Völkervertreter, die der Autor in seiner Geschichte auftreten lässt. Der an einer Romanstelle zitierte Geist des Galaktikums oder der Gavök kann so eigentlich nicht beschworen werden. Andererseits hätten noch mehr Figuren die Geschichte auch nicht besser gemacht und der Fokus auf die Onryonen und Tefroder als ungeliebte aber erforderliche Partner war sicherlich eine gute Entscheidung, um die Geschichte nicht unnötig zu überfrachten.

Uwe Anton steigt zunächst mit den Tiuphoren in seinen Roman ein, d.h. er macht die drohende Gefahr für den Leser bereits früh bekannt, ohne jedoch Details zu enthüllen. Der folgende Schwenk nach Terra brachte die Herausforderung mit sich, die einzelnen Personen, Gruppierungen und Machtblöcke vorzustellen, ohne zu viel Platz zu verschwenden. Diese Herausforderung hat Uwe Anton unterschiedlich gemeistert. Die Liga-Vertreter, die USO, Haluter und Posbis werden mit kurzen Worten eingeführt und deren Status ebenso kurz erläutert. Allerdings konnte Uwe Anton bei diesen Protagonisten kaum charakterisierende Merkmale unterbringen. Cai Cheung ist überaus attraktiv, der Ferrone blau und Jawna Togoya trägt neuerdings eine Kurzhaarfrisur. Die beiden Cheborparner UFo und LiLith wurden hingegen etwas hervorgehoben.

Der Tefroder erfüllte alle Klischees, die man von dieser Figur erwartete. Und die Einführung von Shekval Genneryc nutzte der Autor zum Rekapitulieren aller Ereignisse, in denen der Onryone seit Band 2700 involviert war. Dieses Übermaß an Wiederholungen tat der Geschichte gar nicht gut und war einfach nur langweilig. Besser wäre eine Fokussierung auf ein Ereignis gewesen, z.B. der Vernichtung der Hilfsflotte durch die Onryonen. Daran hätte der Autor einen Disput zwischen Rhodan und Genneryc aufziehen können. Stattdessen wurden nur Ereignisse in Erinnerung gerufen ohne sie mit der aktuellen Geschichte jedoch zu verknüpfen.

Immerhin benutzte Uwe Anton Tefroder und Onryonen dazu, auf den Protagonisten Perry Rhodan etwas Druck auszuüben. Es lohnt sich daher einen kurzen Blick auf die Darstellung Perry Rhodans durch Uwe Anton zu werfen. Zunächst lässt der Autor seine Hauptfigur souverän auftreten. Aus Perry Rhodans Perspektive werden die anderen Figuren eingeführt. Uwe Anton zeigt Rhodan zunächst gut informiert, als denjenigen, der die Fäden in der Hand hat. Die Figur führt ein, informiert und plant. Dann setzt Anton seine Figur Rhodan unter Druck und lässt seine Gegner auf ihn los. Rhodan zeigt sich schwach bei den vorgebrachten Anschuldigungen und überlässt seine Verteidigung anderen Personen. Verschiedentlich deutet der Autor an, dass Rhodan bestimmte Absichten und Pläne verfolgt. Dann könnte die beschriebene Zurückhaltung Teil eines Plans sein. Es ist ein wiederkehrendes Muster, dass sich der Held schwach gibt, seine Gegner scheinbar die Oberhand gewinnen, und dann doch alles nach des Helden Plan verläuft.

Für meinen Geschmack wird dieses Muster zu häufig eingesetzt. Uwe Anton hatte Perry Rhodan bereits im Neuroversum-Zyklus arg demontiert. Mit Band 2700 und einigen Aktionen, die darauf folgten, erschien der Held wieder aktiver und selbstbewusster in den Romanen. Aber er spielt zunehmend eine höchst unglückliche Rolle in diesem Zyklus. Zumindest Uwe Anton lässt den Helden auch im weiteren Verlauf seines Romans nicht gut aussehen. Der Held strahlt nur wenig Charisma aus. Er zeigt Betroffenheit, als der Tefroder ihn beschuldigt, die Tiuphorengefahr verursacht zu haben. Von weiteren Anschuldigungen ist Rhodan wie vor dem Kopf geschlagen. Der kosmische Mensch Perry Rhodan scheint Vergangenheit zu sein. In der Konferenz zeigt ein Ferrone mehr diplomatisches Geschick, eine Cheborparnerin muss für Rhodan einstehen und die Krankenhausbesuche zeigen die Bedeutungslosigkeit des Helden.

Nur zweimal darf Rhodan mehr in Erscheinung treten. Das erste Mal, als er den Befehl erteilt, der Raumschiffe zum angegriffenen Schiff des Vorsitzenden des Galaktikums beordert. Allerdings betont der Autor nur wenige Zeilen weiter, dass Rhodan keinen offiziellen Status besaß. Er hätte den Befehl also gar nicht erteilen dürfen. Am Ende ist es Rhodan, dem an Sybrand Herzog etwas Merkwürdiges auffällt.

Noch kurz etwas zum Status Rhodans. Es wäre mal an der Zeit, die Bedeutung, die der Held im Gefüge der Liga spielt, zu klären. Diese „Ich-spiele-die-erste-Geige-aber-nicht-in-allen-Situationen-Rolle“, erfordert immer eine Erläuterung. Leider fallen die Erklärungen je nach Autor unterschiedlich aus.

Insgesamt betrachtet, nimmt die Bedeutung Perry Rhodans in diesem Zyklus stetig ab. Seine Kurve zeigt nach unten. Im Vergleich zum Titelhelden spielt Atlan derzeit in einer anderen, einer höheren Liga.