Ansichten zu NEO-Story 8 – Die Graulinge

Neo-Story08Die Graulinge – von Alexander Huiskes– Inhalt:

Die Mehandor Belinkhar ist die Matriarchin der Nham-Sippe und Herrin der Raumstation KE-MATLON. Sie erhält Besuch des Terraners Wuriu Sengu. Mit den Terranern hat die Mehandor Geschäfte gemacht. Sie greift auf ihren reichen Erfahrungsschatz zurück und lässt Sengu an einem ihrer Erlebnisse teilhaben, die sie als Fremdgeherin hatte, lange bevor sie die Leitung der Sippe übernahm.

An der Station KE-MATLON hatte eines Tages die GRAULING angedockt und Belinkhar ging mit der Besatzung einen Kontrakt ein. Sie würde als Maklerin mit dem Schiff reisen und die Geschäftsinteressen der Graulinge gegenüber Dritten vertreten. Sie soll für eine profitable Reise und eine sichere Heimkehr sorgen. Als sie an Bord geht taucht sie in eine völlig fremdartige Welt ein. Die Graulinge sind mit keiner anderen ihr bekannten Spezies vergleichbar. Der Erste Offizier und der Kommandant weisen sie in ihre Aufgaben ein. Die Graulinge, die ihr Schiff niemals verlassen, benötigen dringend eine besondere Art von Hyperkristallen, um ihren experimentellen Überlichtantrieb zu reparieren. Mit Hilfe eines schwächeren Transitionsantriebes können die Handelsplätze angeflogen werden, die ihnen die Maklerin zuweist.

Unterwegs wird Belinkhar mit den überaus merkwürdigen kulturellen Eigenarten der Graulinge konfrontiert und in die komplizierte Beziehung zwischen Kommandant und Besatzung hineingezogen.

 

Rezension:

Für Autor Alexander Huiskes ist es bereits die zweite Kurzgeschichte zu Neo nach der Neo-Story 6. Die Story um die Graulinge ist in eine Rahmenhandlung eingebettet. Belinkhar erzählt ihre Geschichte von der Begegnung mit den Graulingen dem Terraner Wuriu Sengu. Dieser Teil diente wohl dazu, einerseits die Verflechtung mit dem Rhodan-Kosmos abzudecken und zum anderen sollte darüber der besondere Stellenwert von Verständigung, Vertrauen und Verständnis vermittelt werden.

Wie Alexander Huiskes seine Protagonistin die Welt der Graulinge erleben lässt, das hatte etwas. Als Leser begann ich ebenso wie Belinkhar die Ausdrücke, Gesten und Mimiken (bei drei Köpfen gar nicht so einfach) der Graulinge zu studieren, um sie besser einschätzen zu können. Trotz des knappen Raumes schafft der Autor eine faszinierende Spezies mit zahlreichen Eigenarten. In der Kurzbeschreibung fällt der Begriff der kulturellen Eigenarten und tatsächlich bringt der Autor zahlreiche Kulturelemente in seiner Kurzgeschichte unter. Seien es geschlechtsspezifische Besonderheiten, die Identitätsbildung oder die Ausbildung von bestimmten Strukturen. Die Geschichte nimmt einen unerwarteten Verlauf und nur zum Ende hin geht mir die „Auflösung“ etwas zu schnell.

Auf die Rahmenhandlung hätte man weitgehend verzichten können aber wie eingangs erwähnt, sollte wohl der Bezug zu Perry Rhodan etwas deutlicher herausgestellt werden, als es bei der Konzentration auf den eigentlichen Inhalte mit den Graulingen der Fall gewesen wäre.

Wieder eine kleine feine Geschichte als Ergänzung des Neo-Kosmos.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2865

PR_2865Die Finale Stadt: Hof – von Oliver Fröhlich – Handlung:

Nachdem sie Pend 1749 aus dem kristallinen Eisblock befreit haben, bringt das halb existente Wesen Atlan, Lua Virtanen und Vogel Ziellos zum Dank in die dritte Facette der Finalen Stadt, der als Hof bezeichnet wird. Nach der Eiswüste im Oben erscheint das Land, das sich vor der Gruppe ausbreitet, wie ein Idyll. Eine grüne fruchtbare Ebene, die am Horizont durch blaue Berge begrenzt wird. Bisons grasen in der Ferne und hier und da ist ein Haus zu sehen. Aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen bleibt Atlan misstrauisch. Zu Recht, wie ein Blick in den Himmel sofort zeigt. Statt einer Sonne, die an einem blauen Firmament zu sehen sein sollte, ist dort nur eine alles verzehrende bodenlose Schwärze. Der Anblick schlägt auf das Gemüt und nur mühsam können Atlan und seine jugendlichen Begleiter den Blick abwenden. Der Pend verabschiedet sich mit wenigen Worten und lässt das Trio alleine. Da die Flugfunktion der Anzüge nur zeitweise genutzt werden kann, muss der Weg zu Fuß zurückgelegt werden.

An anderer Stelle der merkwürdigen Landschaft hat der Revolvermann schon sehr lange auf die Ankunft Atlans gewartet. Er will dem Weißhaupt den Tod schenken. Eine andere Bewohnerin der Landschaft ist hingegen auf der Flucht. Maybelle Carr ist mit einem Conestoga-Wagen, an dem zwei Pferde angespannt sind, unterwegs zu einem Arzt. An der Wegstation haben Wilde die Bewohner angegriffen und sie mit dem Sediment des Schlafes infiziert. Auch Maybelle ist betroffen und ebenso ihre Tochter Jocy. Die Brücke über den Black River wurde von den Wilden, die Maybelle Carr als Awour kennt, in Brand gesteckt. Nun muss sie sich durch das Territorium der Awour einen Weg suchen. Nur ihr Roboter Obadia steht ihr zur Seite.

Auf ihrem Marsch durch das Land werden Lua und Vogel zunehmend pessimistischer. Nur Atlan scheint besser gewappnet. Wasser, das sie trinken, schmeckt abgestanden, Zweige an Bäumen, die sie bewegen, brauchen unnatürlich lange, um in die Ausgangsposition zurückzuschwingen. Die Welt, die sie durchqueren, schläft ein. Gelegentlich beobachten sie farbige Röhren, die in geringer Höhe die Landschaft überfliegen. In einem Haus finden sie eine alte Frau, deren Haut von einem Adergeflecht bedeckt ist, das sich an den Augen ballt. Sie lebt, aber sie ist nicht ansprechbar. Sie ziehen weiter und entdecken ein englischsprachiges Schild, das zu einer Wegstation weist. Dort angekommen, zeigen alle Bewohner die gleichen Symptome wie die alte Frau. In einer Zeitung, die auf den 18.09.1878 datiert ist, findet Atlan einen Hinweis auf Glossberc. Der Fauth musste seinen Besuch in Court City verschieben, weil das Wetter eine Reise nicht zulässt. In dem Artikel werden auch die Atopen Headrut und Lesseris Cossvan erwähnt, deren Reise nach GA-Laleen sich ebenfalls verzögert. Atlans Ziel steht fest. Er will nach Court City.

Maybelle Carr wird von den Awour angegriffen. Ihre Krankheit verhindert, dass sie sich effektiv verteidigen kann. Nur Obadia kann einige Awour ausschalten, bevor er zerstört wird. Der Revolvermann kommt ihr zu Hilfe. Er schlägt die Awour in die Flucht. Und er kann noch mehr. Er heilt Maybelle und Jocy. Allerdings kehren die Awour zurück.

Atlan hört Schüsse in der Nähe und nähert sich dem Planwagen. Er beobachtet zu seiner Überraschung einige Awour, die er aus der Terminalen Kolonne TRAITOR kennt. Die Awour greifen drei Personen am Planwagen an. Atlan, Lua und Vogel mischen sich ein. Als die Angreifer in die Flucht geschlagen sind, erkennt Atlan den Mann am Planwagen. Es ist Piet Rawland. Atlan erfährt, dass die Awour mit ihren Geschossen das Sediment des Schlafes auf die Bewohner des Landes übertragen. Auch Lua ist inzwischen infiziert. Gemeinsam will man nach Court City reisen. Atlan stellt unterwegs Rawland zur Rede. In einer Hütte am Wegesrand gibt der Revolvermann ein paar Antworten. Er behauptet, dass ES ihn vor Äonen hierher geschickt hat, um auf Atlan zu warten. Im Hof durfte Rawland sich einen eigenen Lebensraum gestalten. Die Fauthen haben ES ein Fraktal überlassen, weil die SI den Vögten von Thez seinerzeit einen Dienst erwiesen hat. ES hat dem Atopischen Tribunal zwei Personen überlassen, die der Mächtigkeitsballung von ES eine Wendung hätten geben können. Matan Addaru und Julian Tifflor.

Die Röhren, die Atlan beobachtet hat, bezeichnet Rawland als Fabriken. Sie erschaffen unvorstellbar winzige Maschinen, die Maschinellen, die in der Lage sind, an Elementarteilchen anzudocken. Damit kann die Realität verändert werden. Allerdings kann die Wirklichkeit nur innerhalb der Jenzeitigen Lande von Thez umgedacht werden. Thez hat die Fabriken in den späten Regionen der Synchronie entwickelt und damit die Jenzeitigen Lande geschaffen.

Der Konglomerierte Bacctou hat den Hof angegriffen und die Agenten, die Awour eingeschleust. Atlan muss den Awour entkommen. Das Schicksal unzähliger Welten entscheidet sich. Rawland hält auf Geheiß von ES Atlan den Weg in den Turm der Fauthen frei. Auch auf die Frage, warum nicht Matan Addaru, der ja ebenfalls ein Kind von ES ist, Atlan einfach durchwinkt, gibt Rawland eine Antwort. Matan Addaru ist einen Weg gegangen, auf dem ES ihm nicht folgen konnte. Der Matan hat den Konglomerierten Bacctou für seine Zwecke gewonnen. Matan Addaru versucht Atlan aufzuhalten.

Um voranzukommen, muss Atlan Piet Rawland töten. Der Arkonide erschießt den Revolvermann. Dessen innewohnende Vitalenergie befreit das Land vom Sediment des Schlafes und heilt alle Bewohner, auch Lua. Thez hat wieder Zugriff auf das Land. Der Pensor holt Atlan ab und zusammen mit Lua und Vogel geht es zum Turm der Fauthen.

 

Rezension:

Howdy! Piet Rawland habe ich sofort erkannt. Nur kurz kam mir der Gedanke, dass es ein anderer Revolverheld sein könnte. Aber seien wir ehrlich: Es kann nur einen geben, in dieser Serie!

In Heft 2586 hat Wim Vandemaan die Lebensgeschichte von Piet Rawland erzählt. Der Revolvermann hatte die Bank von El Paso überfallen und wurde erschossen. ES machte dem Mann ein Angebot. Er soll gelegentlich Freunde von ES auf die Probe stellen. Nun also in der Spätzeit des Universums wieder ein Auftritt dieser skurrilen Figur aus der Frühzeit der Serie. Oliver Fröhlich kann sehr gut an die exzellente Darstellung Rawlands von Vandemaan anknüpfen. Neben der sehr guten Figurendarstellung Rawlands kann auch die Charakterisierung der Witwe Maybelle Carr, die ihre Tochter retten möchte, überzeugen.

Trotz der vordergründig schönen Landschaft ist es insbesondere die beginnende Tristesse, die der Autor sehr gut einfangen kann. Der verzehrende Himmel, das schale Wasser, die Bewegungen der Bäume und andere Beschreibungen vermitteln einen Hauch von Melancholie.

Es hat mir gefallen, wie Oliver Fröhlich den dritten Teil der Finalen Stadt-Tetralogie gestaltet hat. Betrachten muss man jedoch auch das Hauptthema des Zyklus und wie der Spannungsbogen dazu gestaltet wurde. Neben den Abenteuern, die die Protagonisten erleben, muss auch das Zyklusthema vorangebracht werden. Und hier lahmt die Geschichte deutlich, trotz oder gerade wegen der Antworten, die in diesem Roman durch Piet Rawland transportiert werden.

Wir haben also eine Tetralogie und sind bereits im dritten Teil. Nicht zu vergessen, Atlan hat bei seinem Weg bis in die Finale Stadt schon etliche Blöcke hinter sich gebracht. Nun steht ein Viererblock an, der als „Final“ tituliert wird. Final steht für Zielgerichtet, für Zielstrebigkeit. Davon kann leider keine Rede sein. Hier wurde viel versprochen, aber wenig gehalten. Diese Erkenntnis lässt sich bereits vor dem abschließenden vierten Band ziehen.

Analysiert man die Aussagen Rawlands, die Atlan und den Lesern einen Erkenntnisgewinn bescheren sollen, fällt das Resümee mager aus. Dass Matan Addaru Atlan aufhalten will, wussten wir schon vorher. Dass er sich des Konglomerierten Bacctous bedient, auch. Dass sich das Schicksal unzähliger Welten entscheidet, ist ebenso wenig eine Überraschung. Dies ist der Standardsatz schlechthin in allen Zyklen!

Humorig wird die Lösung von Thez´ „Umdenken“ präsentiert. Hier musste ich schmunzeln. Schließlich habe ich auch im meinem Rezensionen zu den Romanen im Sturmland Bedenken zu dieser Art der Machtfülle eines Wesens geäußert.

Nach Oben und Unten nun der Hof, der keiner war. Die dringendste Frage, die sich mir stellt, ist die, warum Atlan nach Ankunft mit einem Fauthen und dem Pensor in den Jenzeitigen Landen nicht sofort in den Hof eingeladen wurde? Es waren alle Beteiligten zusammen, die nötig waren, dies zu ermöglichen. Der Fauth, der Atlan erst in die Jenzeitigen Land gebracht hat und wohl kaum auf Seiten des Matan Addaru steht und der Pensor, der wohl mehr ist, als nur der einfache Pilot eines Richterschiffes.

Die Antwort darauf dürfte ebenso einfach wie unbefriedigend sein. Die Expokraten haben es so gewollt. Das Problem dabei ist, dass sie vergaßen, auf dem Weg, den Atlan beschreiten musste, Meilensteine zu platzieren, die nicht nur Beschreibungen der Jenzeitigen Lande beinhalteten, sondern die entscheidend für seine Mission waren.

Ich mag Geschichten, die breit aufgestellt sind, dadurch schaffen sie Atmosphäre. Bei aller Leistung, die Michael Thurner, Michelle Stern und jetzt Oliver Fröhlich geliefert haben, bleibt das Zyklushauptthema der Schwachpunkt. Nicht inhaltlich aber in der Art und Weise, wie es von den Exposé-Autoren vorangetrieben wird.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2864

PR_2864Die Finale Stadt: Oben – von Michelle Stern – Handlung:

Atlan ist mit seinen Begleitern Vogel Ziellos und Lua Virtanen erneut durch die Membran gegangen und sie erreichen die zweite Facette der Finalen Stadt. Das Oben präsentiert sich als eintönige Eiswüste. Ein wolkenförmiges Gebilde spendet ein schwaches Licht, das die Landschaft in eine ewige Dämmerung taucht. Die Schutzanzüge arbeiten nur eingeschränkt. Die Ortung zeigt einige Wärmequellen in größerer Entfernung. An einer Stelle konzentrieren sich mehrere dieser Quellen. Sie sind das nächste Ziel von Atlan. Nicht nur die Flugfunktion der Anzüge setzt hin- und wieder aus. Auch die Heizfunktion wird zu einem Totalausfall. Die Kälte unter null Grad macht dem Arkoniden und seine jugendlichen Freunden zu schaffen. Der Balg, den Atlan nach wie vor trägt, bringt Hilfe. Atlan bringt ihn dazu, die Gruppe einzuhüllen und besser gegen die Kälte zu schützen. Zwischen den Eisschollen gibt es Klüfte, an deren Grund schwelende Materie liegt. Allerdings steigen davon giftige Gase auf. Plötzlich wird der Gruppe von einem riesigen Wurm attackiert. Atlan kann das Tier in eine der Klüfte locken. Ein Humanoider hilft Atlan aus der Kluft zu entkommen. Es ist ein Onryone, allerdings mit sehr heller Haut.

An anderer Stelle in der Finalen Stadt ist der Konglomerierte Bacctou über den Tod seines Bruderteils alles andere als erfreut. Er ruft ein weiteres Bruderteil zu sich, das Atlan aufhalten soll. Es ist das Sediment Frost, das Atlan ins Eis stürzen soll.

Der Onryone stellt sich als Ahhav Hotnoyar vor, Kapitän eines Eisschiffes namens SEYFINA. Er hält das Trio erst für Eispiraten. Gegen das Abtreten der Bergung an dem Weißwurm nimmt er Atlan, Lua und Vogel mit an Bord. Die Besatzung ist bunt gemischt. Neben Onryonen sind Caräer an Bord, die man bereits aus dem Unten kennt. Dazu vier Meter große Zeromiden und den Blues ähnelnde Tshiday. Sie nennen sich gemeinsam die Hungervölker, weil es in der Eiswüste ständig darauf ankommt, an Nahrung zu gelangen. Vogel macht sich nützlich. Mit seinen scharfen Augen wird er als Späher eingesetzt. Die Onryonen unterscheiden sich in mancher Hinsicht von ihren Vertretern in der Milchstraße. Sie essen zusammen. Allerdings schlafen sie gemeinsam und ein Pyzhurg wacht über ihren Schlaf.

An anderer Stelle der Eiswüste muss sich der junge Onryone Leylecc erst seinen Platz in der Gemeinschaft erkämpfen. Sein Vater ist Ahhav Hotnoyar und mit der SEYFINA unterwegs. In seinem Rudel traut man Leylecc nicht viel zu. Als er andere Kinder hüten muss, gelingt ihm die Erlegung eines Eisrutschers. Das Tier hatte sie angegriffen. Durch seine Tat gewinnt er an Ansehen und kann später, als sie von zwei Eispiraten angegriffen werden, den Rest der Gruppe davon überzeugen, die Eispiraten nicht zu töten, sondern gefangen zu nehmen. Es sind zwei Onryoninen, die sich jedoch als sehr durchtrieben erweisen und von Leylecc nur mit einem Trick davon abgehalten werden können, seinem Rudel Schaden zuzufügen.

Vogels Tätigkeit als Späher führt die Besatzung der SEYFINA zu einer erfolgreichen Jagd auf Eisrutscher. Der Zeromide Hayris versinkt in Eiswasser, das die Besatzung Bitterwasser nennt und sehr gefährlich ist. Lua und Vogel retten gemeinsam mit Atlan dem Zeromiden das Leben. Hayris hat im Bitterwasser eine Spur zu einem Depot gespürt. Depots sind seltene Lagerstätten mit nützlichen Gegenständen und Nahrung. Atlan wundert sich, dass niemand fragt, wer diese Lager füllt. Von Ahhav Hotnoyar erfährt der Arkonide von einem Wesen, das angeblich alles weiß und nichts sagt. Es wird Pend genannt. Atlan horcht auf. Ihm ist ein Wesen namens Pend an Bord der WIEGE DER LIEBE begegnet. Er will Pend treffen, der sich der Legende nach in der Zone Null befinden soll. Nur die Eispiraten bauen Schiffe, die dorthin vordringen können. Atlans Plan steht. Er will ein Piratenschiff kapern und der Zufall will es, dass sie von einem Piratenschiff verfolgt werden. Als sich der Arkonide an Bord des Piratenschiffs MAVVED schleicht, tappt er in eine Falle. Der Kapitän Uchev ist der Bacctou und nimmt Atlan zusammen mit seiner Gehilfin Zudchan gefangen. Auch die Besatzung der SEYFINA wird festgesetzt. Atlan wird ins Bitterwasser geworfen. Die Reste des Sediments Hoffnung, die sich um seinen Zellaktivator gelegt haben und der Balg retten ihm das Leben. Er verfolgt die MAVVED, schleicht sich wieder an Bord und tötet den Kapitän.

Nach den Bordregeln ist nun Atlan der Kapitän. Die SEYFINA kehrt in ihre Gefilde zurück und Atlan nimmt mit der MAVVED Kurs auf die Zone Null. Als das Schiff nicht mehr weiterkommt, gehen Atlan, Lua und Vogel von Bord. Sie erreichen einen Eisblock, in dem der Pend eingeschlossen ist und können das Wesen befreien. Der Pend ist dankbar und will die Gefährten zum Hof bringen, da auch sein Weg über den Hof führt. Von Pend erfährt Atlan auch, dass die Entzogenen oder Versunkenen Lande als Quellspiegel der dys-chronen Sicherungen gelten. Dann umhüllt der Pend das Trio und transportiert es in die nächste Facette der Finalen Stadt.

Die SEYFINA kehrt nach Hause zurück und Leylecc und sein Vater Ahhav Hotnoyar haben sich viel zu erzählen.

 

Rezension:

Michelle Stern setzt die Abenteuer Atlans in der Finalen Stadt fort. Und wieder wird ein Szenario dargestellt, das ich so nicht erwartet habe. Die Inseln der Hiesigkeit, zumindest jene, in der Atlan unterwegs ist, zeigen alle Anzeichen einer Fehlentwicklung. Die Wesen, die aus der Spätzeit des Universums in diese Habitate „gerettet“ wurden, führen einen erbarmungslosen Überlebenskampf. Thez hat sie vergessen, wird an einer Stelle des Romans gesagt.

Wie schon auch im Unten wird auch für das Oben der Finalen Stadt ein atmosphärisch sehr dichter Schauplatz beschrieben. Manches erscheint bekannt, wie die auftretenden Onryonen, anderes ist neu. Es ist zu vermuten, dass diese bislang gezeigten Szenarien einzig alleine dem Zweck dienen, aufzuzeigen, dass die Atopie einen Weg eingeschlagen hat, der so ursprünglich nicht geplant war.

Insofern werden wir wohl auch keine Handlungen erleben, der diesen Ort entrückt darstellt, so wie man es vielleicht von den Jenzeitigen Landen erwartet hätte und wie es auf den Weg dorthin das eine oder andere Mal angedeutet wurde. Bei Atlans Aufenthalt im Sturmland schien Thez und das was diese Wesenheit geschaffen oder gedacht hat, schon etwas abgehoben.

Stattdessen stellt Michelle Stern den Kampf gegen die Natur in den Vordergrund ihrer Geschichte. Das geriet einige Male spannend, auch wenn sich in die Darstellungen des Überlebenskampfes im Oben doch einige Fehler eingeschlichen haben. Als Atlan das erste Mal die MAVVED entert, geht er in die Falle Uchevs. Seine Begleiterin Zudchan überwältigt ihn und nennt ihn bei seinem wahren Namen, Atlan da Gonozal. Später kehrt Atlan zurück und zieht Zudchan auf seine Seite, um Uchev zu besiegen, der ein Bacctou ist. Doch plötzlich kennt Zudchan den Arkoniden nicht mehr und fragt ihn nach seinen Namen.

Auch Atlans photographisches Gedächtnis ist nicht mehr das, was es mal war. Der Bacctou in der Gestalt seines Vaters hat offen zugegeben, dass Richter Matan Addaru ihn beauftragt hat. In Michelle Sterns Roman müssen jedoch erst Zwiegespräche zwischen Extrasinn und Atlan stattfinden, um diese Erkenntnis zu gewinnen. Überhaupt stellt der Arkonide recht wenige Überlegungen zu seinen eigentlichen Zielen an. Das wiederum verstärkt den Eindruck, dass die Geschichte zur Finalen Stadt doch etwas gestreckt wurde.

Die Charakterisierung der Figuren, sei es Kapitän Ahab, ähm. Kapitän Ahhav oder andere tritt ein wenig in den Hintergrund. Die Handlungen bestimmen das Geschehen und nicht die Figuren.

Etwas unglaubwürdig ist der Einsatz der Hilfsmittel. Atlan hat diverse Gegenstände eingesammelt oder erbeutet, die bei passender Gelegenheit ihre Funktion erfüllen, die Atlan im Übrigen nicht kennt. Der Balg schützt ihn vor der Kälte, der Überrest des Bacctou befreit ihn aus dem Eis und beide helfen dabei, den Pend zu befreien. Der wiederum zeigt sich dankbar und bringt alle in den Hof der Finalen Stadt. Diese Abfolge hat mir weniger gut gefallen.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Jupiter Heft 01

PR_Jupiter01Kristalltod – von Wim Vandemaan/Kai Hirdt – Handlung:

Im Dezember 1460 NGZ ist Chayton Rhodan auf MERLIN tätig, einer riesigen Fabrik der Kristallfischer, die in der Atmosphäre des Planeten Jupiter schwebt. In den drei Monaten seines Aufenthalts in der Faktorei soll Chayton verschiedene Systeme MERLINS upgraden. Der Job ist gut bezahlt, doch Chayton Rhodan ist auf Pao Ghyss getroffen. Die geheimnisvolle Schönheit hat ihn an Tau-acht herangeführt, einer Droge in Form eines feinen Kristallstaubes, die sein Leben veränderte. Sein frisch erworbenes Vermögen ist verbraucht. Geblieben ist ihm nur Tau-acht. Die Droge, die sein Bewusstsein in unglaublicher Weise erweitert hat, bescherte ihm eine Paragabe. Er kann Schwerkraftvektoren beeinflussen. Chayton hält sich für unbesiegbar. Im Casino von MERLIN will er sein Geld zurückgewinnen. Doch die Steuerpositronik DANAE bemerkt seinen Betrugsversuch am Roulettetisch und Chayton wird von Sicherheitskräften der Faktorei abgeführt.

Auf Terra hat Spiros Shimkos in Terrania ebenfalls die Bekanntschaft der Ganymedanerin Pao Ghyss gemacht. Er will die Frau unbedingt wieder sehen. Er muss sich gedulden. Schließlich will sie sich mit ihm in Los Angeles treffen. Nur unweit der Stadt der Engel liegt auch die größte Kolonie von Ganymedanern auf der Erde. Pao Ghyss ist in Begleitung eines anderen Mannes namens Basil. Spiros bekommt von Pao etwas Tau-acht. Sie lädt Spiros in ihre Wohnung ein. Als er die Frau fragt, was sie sei, bezeichnet sie sich als Honovin. In der Wohnung ist auch Basil. Spiros fühlt sich durch den Mann gestört. Er schleudert Basil durch die Wand des Wohnturmes in den Tod. Spiros Shimkos wird von der Polizei verhaftet.

Im Januar 1461 reist Perry Rhodan in seine Heimatstadt Manchester. Er will sich mit seiner Ur-hoch-x-Großcousine Payette Rhodan treffen. Die Schwester von Chayton macht sich Sorgen. Ihr Bruder ist verschwunden. Da Chaytons Frau tot ist, ist es an ihr, auf die Kinder ihres Bruders aufzupassen, Carolin und den stillen Buster, der gerne Fischen geht. Perrys Anreise gestaltet sich merkwürdig. Es gibt einen Beinahezusammenstoß, den ein unter Drogen stehender Jugendlicher verursacht, der steif und fest behauptet, ein fremder Mann sei kurzzeitig vor seinem Gleiter aufgetaucht. Der hinzugezogene Sheriff Kwong verteilt jedoch nur Straffzettel. Selbst Perry erhält einen. Perry Rhodans Recherchen haben zum Fall Chayton nichts ergeben. Die Faktorei behauptet, dass sein Verwandter die Station verlassen habe.

Zusammen mit Payette und den Kindern besucht der Unsterbliche das Museum. Dort soll er später im Rahmen einer Kunstausstellung eine Rede halten. Plötzlich läuft in einiger Entfernung Chayton vorbei und verschwindet wieder. Die Aufzeichnungen aus dem Museum, die Sheriff Kwong nur widerwillig herausrückt, zeigen Chayton, wie er das Museum betritt aber nicht mehr verlässt. Payette findet den Gang ihres Bruders seltsam. Sie vertauscht den Speicherkristall, ohne dass der Sheriff dies mitbekommt. Perry und sie analysieren die Aufnahmen, kommen aber zu keinem Ergebnis. Am nächsten Tag soll Perry die Rede halten. Während er auf seinen Einsatz wartet, sieht er Chayton. Er rennt dem Flüchtenden hinterher. Er kann ihn ein paar Haare herausreißen, bevor Chayton hinter einer Tür verschwindet. Als Perry sie öffnet, liegt Chayton tot am Boden und eine Bombe detoniert.

Perry Rhodan kann Chief Brady, den Sicherheitsbeauftragten des Museums davon überzeugen, eine Gen-Analyse des Haares zu machen. Die ergibt, dass es nicht Chayton gewesen sein kann. Es muss ein Gestaltwandler gewesen sein. Sie fahren zu Sheriff Kwong. Doch der ist tot und in seinem Büro detoniert eine Bombe. Die zweite Explosion an diesem Tag überstehen Rhodan und Brady mit Glück. Perry Rhodan rast zum Wohnhaus seiner Verwandten. Ein dürrer Mann bedroht Payette mit einer Waffe. Es kommt zu einem Kampf, in der sich der Dürre als Teleporter und Telekinet zeigt. Seine Kräfte sich jedoch schwach. Als er verletzt teleportiert, schlägt der Sprung fehl und der Dürre kommt ums Leben. Dabei wird eine Kristallwolke von Tau-acht freigesetzt, die Carolin einatmet. Sie behauptet, ihr Vater sei im Himmel bei den Engeln und käme nie wieder.

Auf Terra laufen die Ermittlungen an. Reginald Bull verhört Spiros Shimkos und Perry Rhodan entdeckt Spuren zwischen Jupiter und Los Angeles. Auf MERLIN kommt Chayton Rhodan in einem Labor zu sich. Es ist Ende Januar 1461. Seine letzte Erinnerung liegt einen Monat zurück. Die Chefwissenschaftlerin beginnt mit einem weiteren Test. Die Entzugsexperimente werden fortgesetzt.

 

Rezension:

Mit Jupiter folgt nur zwei Wochen nach Arkon die nächste Mini-Serie. Wieder sind es 12 Romane, die alle zwei Wochen erscheinen. Anders als bei früheren Kurz-Zyklen ist die Geschichte nicht neu. Jupiter, geschrieben von Wim Vandemaan, Hubert Haensel und Christian Montillon, wurde erstmals 2011 als Taschenbuch veröffentlicht. Der 1008 Seiten starke Band, der gerne auch als Ziegel bezeichnet wird, steht seitdem bei mir im Regal und wird nur einmal jährlich zum abstauben hervorgeholt. Ich hatte das Buch seinerzeit angelesen aber aus mir nicht mehr bekannten Gründen nicht zu Ende gebracht. Von daher finde ich es gut, dass der Roman nun in Heftform und der gewohnten Portionsgröße nochmal angeboten wird. Die Geschichte nach den Exposés von Wim Vandemaan wird mit einem weiteren Handlungsstrang erweitert, der von Kai Hirdt geschrieben wurde.

Welche Anteile jetzt von Kai Hirdt der ursprünglichen Erzählung hinzugefügt wurden, kann ich nicht identifizieren. Alles wirkt sehr homogen. Auf Seite 26 kann ich etwas entdecken, dass es im Buch aus 2011 noch nicht gegeben hatte. Es wird hier kurz auf ein Ereignis eingegangen, das Bestandteil der Arkon-Mini-Serie war.

Der Auftakt von Jupiter ist sehr verheißungsvoll. Mal kein Gegner, der aus Universumstiefen im Solsystem erscheint und Angst und Schrecken verbreitet. Stattdessen wird der Leser mit einer Droge konfrontiert. Die Schilderungen der Bewusstseinserweiterung der betroffenen Figuren sind faszinierend. Diese Verbindung zu Jupiter, die in allen Darstellungen hervorgehoben wird, lässt ahnen, dass da noch etwas kommt, das weit über die Droge hinausgreift.

Die Darstellung Perry Rhodans gehört zu den gelungenen Beschreibungen dieses Romans. Selten habe ich den Unterblichen so lebendig und intensiv erlebt, wie in diesem ersten Teil der Jupiterreihe. Perry Rhodan wird darin mehr als sonst üblich in der Rolle des Privatmenschen gezeigt und diese Rolle war überzeugend geschrieben. Der Roman wirft auch einen Blick auf die Gesellschaft im 15. Jahrhundert NGZ. Es sind nicht nur faszinierende Orte, die in Jupiter behandelt werden. Es treten auch allesamt höchst interessante Figuren auf. Selbst die kleinste Nebenfigur wird mit viel Liebe zum Detail charakterisiert, ohne jedoch zu übertreiben. Sei es der jugendliche Gleiterpilot, der beinahe einen Unfall baut, der Sheriff, dessen Art zeitlos zu sein scheint, Spiros Shimkos, an dessen Handlungen wir die Stadt der Engel kennenlernen und die Auswirkungen der Droge.

Der Roman trägt die deutliche Handschrift von Wim Vandemaan, den ich als Autor sehr schätze. Nichts in seinen Geschichten scheint dem Zufall überlassen. Alles ist sehr sorgfältig ausgearbeitet und mit einer Fülle an phantastischen Elementen ausgeschmückt. Die teils absonderlichen Szenerien wirken lange nach.
Ein überaus gelungener Auftakt der Serie, der Lust auf mehr macht.

Das Herz von Kallisto – Eine Kurzgeschichte von Wim Vandemaan

PR_Jupiter_KallistoConstanze Androshin, die kurz vor ihrem 22. Geburtstag steht, lebt auf Kallisto, einem der Galileischen Monde. Ihr Vater ruft sie zu sich, um ihr von einem Fund zu berichten, den er im Alten Territorium gemacht hat. Als der Mond terraformt worden war, gab es zwei Fraktionen. Die Landnehmer, die für die Schaffung paradiesischer Landschaften eintraten und die Überlasser, die viel von den ursprünglichen planetaren Naturen beibehalten wollten. Constanzes Vater, ein leidenschaftlicher Forscher für die Hinterlassenschaften der Lemurer, arbeitet für den Administrator. Und der gibt sich als Landnehmer und will auch das Alte Territorium umgestalten. Ihr Vater zeigt ihr seine Entdeckung, ein altes lemurisches Schiff und Constanze erhält ein überraschendes Geburtstagsgeschenk.

Auf 9 Seiten entwickelt Wim Vandemaan ein kleine feine Geschichte, mit erstaunlich viel Lokalorit. Knappe Landschaftsbeschreibungen, Bilder von den Hinterlassenschaften der ersten Siedler und Impressionen von Flora und Fauna, wechseln sich ab mit ebenso knappen aber pointierten Dialogen. Dazu der Aufgang des Giganten Jupiters über dem Mond und am Ende eine moralische Botschaft. Die Story hat mich überzeugt.