Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2914

Im Bann des Pulsars – von Michelle Stern – Handlung:

An Bord der RAS TSCHUBAI ist man dabei, die DAAIDEM aufzuspüren. Der Pentasphärenraumer des Ghuogondu hat das Tizillarsystem vor längerer Zeit verlassen. Mutmaßlich hält sich Perry Rhodan und sein Team an Bord auf. ANANSI analysiert die Strukturerschütterungen der DAAIDEM, um deren Zielort bestimmen zu können.

An Bord der DAAIDEM wiederum hat man den Kontakt zu Perry Rhodan verloren. Den Ghuogondu stört das zunächst wenig. Die Party an Bord geht weiter. Auch die Musikerin Thaunaar nutzt die Feiern, um sich an Puoshoor ranzumachen. Von den zurückkehrenden Soldaten des Einsatzes auf der Welt der Soprassiden werden die Daten ausgewertet. Sie belegen, dass Rhodan mit seinen Begleitern und dem Gäonen Gi Barr durch einen Transmitter gegangen ist. Die Spur führt zu einem Pulsar. Die DAAIDEM fliegt dorthin. Während Thaunaar den Ghuogondu davon überzeugen kann, sie in einen Kampfeinsatz zu schicken, den sie als Inspiration für ihre Musik ansieht, versucht die zurückgekehrte Shuuli ihr das auszureden.

An Bord des Galakt-Transferers analysiert Perry Rhodan mit seinen Begleitern die Lage. Sie sind mehr oder weniger Gefangene der Vanteneuer, die den Terranern nach wie vor nicht trauen. Perrys Ziel ist es, einen Funkspruch an die RAS TSCHUBAI abzusetzen. Dazu benötigen sie die Technik der AN-ANAVEUD. Der Unsterbliche will zudem Gi Barr auf seine Seite ziehen, dem er in Gesprächen die Lügengeschichten der Thoogondu präsentiert.

Gerade als Perry Rhodan die Antwort des Gäonen erhalten will, der ihn an Bord des terranischen Schiffes begleiten soll, trifft die DAAIDEM ein. Die Thoogondu sind überrascht, einen alten Galakt-Transferer vorzufinden. Während der Pentasphärenraumer das Schiff der Vanteneuer zum Wrack schießt, werden Einsatzkommandos gebildet, um Perry Rhodan zurückzuholen. Seine Begleiter hingegen sollen getötet werden. Auch Thaunaar geht mit, obwohl Shuuli sie daran hindern will.

An Bord der AN-ANAVEUD bricht Chaos aus, das Perry Rhodan nutzt, um Gi Barr aus dem Gefängnis zu holen. Die beiden schlagen sich Richtung der Außenhülle durch, um zu einem Beiboot zu gelangen. Penelope Assid, Báron Danhuser und Dean Tunbridge machen sich ebenfalls auf den Weg. Sie nehmen den Soprassiden Ossprath und den Rebellenführer der Soprassiden, Loloccun, mit. Der Versuch, im Beiboot die Hyperfunkanlage zu benutzen, scheitert, weil die Thoogondu das Beiboot noch im Hangar zerstören. Perry Rhodan und die anderen können nur mit Mühe entkommen.

Inzwischen ist die RAS TSCHUBAI eingetroffen und ein kleines Team, bestehend aus den Gothwerth-Drillingen und Sichu Dorksteiger macht sich mit einem transportablen Transmitter auf den Weg ins Schiff der Vanteneuer. Die haben die AN-ANAVEUD in Richtung des Pulsars in Marsch gesetzt. Die Hyperstörungen drohen alle an Bord zu töten. Die Lage an Bord des Galakt-Transferer ist chaotisch, als Perry Rhodan von Sichu Dorksteiger hört. Sie schlägt einen Treffpunkt vor. Auf dem Weg dorthin wird Rhodans Team von den Thoogondu gestellt. Die Rebellen liefern den Soldaten des Goldenen Reichs eine letzte Schlacht und auch Gi Barr stellt sich auf die Seite der Terraner. Mit dem Transmitter erreichen schließlich alle terranischen Einsatzmitglieder wohlbehalten die RAS TSCHUBAI. Und auch Ossprath, Loloccun und Gi Barr kommen mit an Bord des terranischen Schiffes. Der Galakt-Transferer vergeht im Pulsar und mit ihm drei Pentasphärenraumer der Thoogondu. Ein herber Verlust für Puoshoor, der nicht weiß, ob Rhodan den Galakt-Transferer vor dem Untergang verlassen konnte. Thaunaar hingegen hat überlebt. Dank Shuuli, die die Musikerin vor dem Einsatz bewahrt hat.

Nächstes Ziel von Perry Rhodan ist das Zweite Solare Imperium der Menschheit.

Rezension:

Michelle Sterns Roman markiert das vorläufige Ende der Handlungsebene Perry Rhodan im Goldenen Reich, denn nächste Woche wechselt die Handlung wieder in die Milchstraße. Perry Rhodan hatte sich aufgemacht, die Lügengeschichten der Thoogondu zu durchschauen. Beweise dafür zu finden, wie die Herrscher des Goldenen Reichs andere Völker manipulieren und Geschichtsfälschung betreiben.

Man hat zwar Risse im Lügennetz der Thoogondu entdeckt und Beweise für ihre Manipulationen gefunden aber irgendwie tat sich Rhodan schwer bei dieser Aufklärung. Viele Beweismittel wurden in den vergangenen fünf Romanen ein ums andere Mal gesichtet, durchgekaut und wiederholt. Kurzum, am Ende weiß Rhodan nun das, was er am Anfang eh schon vermutet hat.

Der Abschlussband von Michelle Stern kommt mal ohne Cliffhanger aus. Die Story war nur mäßig spannend. Der Geschichte fehlte es an einer großen Idee, die die einzelnen Handlungsebenen Thoogondu, Rhodan, RAS TSCHUBAI miteinander verband. Stattdessen erzählt die Autorin viele kleine Geschichten, die für sich betrachtet zwar ganz nett waren, aber mehr auch nicht. Einiges habe ich wohl überlesen. Wo kamen die drei Pentasphärenraumer her, die mit der AN-ANAVEUD in den Untergang fliegen? Denn der Ghuogondu hatte doch keine Hilfe angefordert. Und auch wie die RAS TSCHUBAI den Standort der DAAIDEM letztendlich ausmachen konnte, ging mir bei der Lektüre nicht so richtig auf. Der Pulsar spielte trotz des Titels nur eine geringe Rolle in der Geschichte. Die physikalischen Auswirkungen eines solchen Objekts kamen mir ein wenig zu kurz. Hier hatte ich mehr erwartet. Es gab auf Seiten der Thoogondu ein paar schöne bildliche Beschreibungen und an Bord des Galakt-Transferer die schon bekannten hyperphysikalischen Phänomene. Aber handfeste Realphysik bei den Schilderungen eines Raumkampfs im Einflussbereich dieses Sterns hätten die Geschichte noch aufwerten können.

Das dekadente Spiel mit und um den Thronfolger kennen wir schon zur Genüge. Diesmal eine Sängerin. Der Bogen zur Ursprungswelt der Thoogondu hörte sich zunächst vielversprechend an. Vielleicht würde sich daraus etwas ergeben, war mein Gedanke. Aber das habe ich wohl falsch interpretiert oder zu viel davon erhofft. Die Musikerin Thaunaar entpuppte sich als eine zweite Shuuli. Allerdings fand ich es gut, dass die beiden Frauen dann doch einen anderen Weg gefunden haben.

Fünf Romane zuletzt über die Lügen der Thoogondu sind erstmal genug. Ich freue mich auf die Handlungsebene Milchstraße.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2913

Das neue Imperium – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

An Bord des Galakt-Transferer AN-ANAVEUD bekommt Perry Rhodan vom Gäonen Gi Barr, der sich als Terraner-Abkömmling entpuppt hat, eine erstaunliche Geschichte zu hören. Sie geht zurück in das Jahr 3441 alter Zeitrechnung. In die Milchstraße ist der Schwarm eingedrungen. Die Manipulation der Galaktischen Feldlinien-Gravitationskonstante hat zu einer Verdummung der hochstehenden Lebewesen in der Galaxis geführt. Es gibt nur wenige Immune.

An Bord des Ultraschlachtschiffs ORION, das sich nahe des Sterns Curicaberis in der Randzone der Milchstraße aufhält, kämpfen die wenigen Immunen der Besatzung unter Führung der schwangeren Kommandantin Maeva Aponte an mehreren Fronten. Nach Ausbruch der Verdummung ist ein Großteil der technischen Infrastruktur des Riesenschiffs beschädigt oder zerstört worden. Beiboote, Funkanlagen und Triebwerke können nicht mehr genutzt werden. An Bord haben sich verschiedene Gruppierungen gebildet. Die Immunen verschanzen sich im Zentralebereich und halten dort mit Mühe die wenigen funktionierenden Systeme am Laufen. Zu einem gemeingefährlichen Gegner hat sich ein durchgedrehter TARA-III-UH entwickelt, den seine Anhänger Papa Uh nennen.

Die ORION droht in die nahestehende Sonne zu stürzen. Einmal mehr versuchen die Immunen, angeführt von Pincas Nikolov, einem Sergeant des Raumlandebataillons, zu den Impulstriebwerken vorzustoßen. Sie scheitern an Papa Uh, der ihnen eine Falle stellt. Nikolov verliert ein Mitglied seines Teams. Kommandantin Maeva Aponte hat einen neuen Plan. Sie will mit Lisi Schiller zusammenarbeiten. Die Terranerin hat sich als Homo superior geoutet. Die äußerst intelligente Frau ist allerdings überheblich und sieht sich und ihresgleichen als die Zukunft der Menschen. Sie lehnt jede Nutzung von Technik ab. Und doch ist Aponte auf Schiller angewiesen, denn die hat das technische Verständnis, um die Hyperfunkanlage zu reparieren. Das Treffen der Kommandantin mit der Homo superior wird von einer weiteren Gruppierung an Bord gestört, doch Pincas Nikolov kann die Situation entschärfen und sich dabei den Respekt von Lisi Schiller sichern.

Gemeinsam stoßen sie zur Hyperfunkanlage vor. Dank Lisi Schiller gelingt die Reparatur und ein Notruf kann abgesetzt werden. Doch nur kurze Zeit später fällt die Anlage endgültig aus. Ein gleichzeitig durchgeführter Stoßtrupp zu den Impulstriebwerken wird von Papa Uh vereitelt. Unter der Leitung von Lisi Schiller wird ein neuer Plan in Angriff genommen. Aus den Überresten zweier Beiboote sollen Triebwerke ausgebaut und im Hangar der ORION platziert werden, um sie als Nottriebwerke zur Kursänderung zu benutzen. Die Zeit wird knapp.

Maeva Aponte informiert Pincas Nikolov über einen möglichen neuen Gegner. Fremde haben das Schiff geentert und dringen Richtung Zentrale vor. An der Seite der ORION schwebt ein fremder Raumer, aus mehreren weißen Kugeln bestehend. Nikolov geht den Fremden entgegen. Die Zusammenkunft wird von Papa Uh gestört. Im Kampf opfert Lisi Schiller ihr Leben für Pincas Nikolov. Der TARA wird zerstört.

Die Fremden stellen sich als Thoogondu vor. Sie beobachten seit Jahren die Gegebenheiten in der Milchstraße. Die Thoogondu tragen Netze über den Schädel, die sie vor der Verdummung schützt. Sie haben ein gespaltenes Verhältnis zu ES und mahnen die Terraner an Bord der ORION, mit nach Sevcooris zu kommen. Der Schwarm wird die Milchstraße über Jahrzehnte oder Jahrhunderte im Griff haben. Die Immunen der ORION stimmen schließlich zu. Ihr Schiff wird mit nach Sevcooris geschleppt und dort auf dem Planeten Gäon ausgeschlachtet. Es bildet die Keimzelle des Zweiten Solaren Imperiums. Die Lage des ZSI, Orionsland, wird geheim gehalten.

Gi Barr beendet seine Geschichte, die nach Ansicht von Perry Rhodan und Penelope Assid einige Ungereimtheiten aufweist. Insbesondere die Rolle der Thoogondu, die die Terraner in ihre Galaxis gelockt haben, ist unklar. Und auch der Gäone selbst zeigt besorgniserregende Ansichten. Er ist der Meinung, dass sich das Zweite Solare Imperium mit seinen Schiffen in die alte Heimat aufmachen sollte, um dort für Ordnung zu sorgen. Perry Rhodan lehnt dankend ab.

Rezension:

2400 Romane oder 48 Jahre nach dem Schwarmzyklus wirft Michael Marcus Thurner mit dem vorliegenden Roman einen schonungslosen Blick auf die Situation in der Milchstraße im Jahre 3441 alter Zeitrechnung. Ich erinnere mich noch gut. Mit Heft 520 stieg ich in die Erstauflage ein. Die zuvor erschienen Romane von 500 bis 519 verschlang ich geradezu. Aber damals spielte das Schicksal der von der Verdummung betroffenen Menschen nur eine Nebenrolle. Intensive Schilderungen der Art, wie sie Thurner nun mit Abstand folgen lässt, waren damals Fehlanzeige. Im Mittelpunkt stand Perry Rhodan, der mit seinen treuen Gefährten an vorderster Front gegen den Schwarm kämpfte. Spätestens als die MARCO POLO in den Schwarm geführt wurde und später auch das Solsystem, schienen die Auswirkungen und die Folgen der Verdummung überwunden. Die Opferzahl, die Michael Marcus Thurner jetzt nennt, mit Billionen Toten in der Galaxis, ist jenseits aller Vorstellungskraft. Wohl auch jenseits der Vorstellungskraft der damaligen Autoren. Welche Tragödien sich abgespielt haben müssen, wird nun erstmals unverhohlen geschildert.

Autor Michael Marcus Thurner entwickelt sich zu einem Spezialisten darin, wie Raumschiffe zu einem Horrorszenario für ihre Besatzungen werden. In Band 2627 schilderte Thurner die letzten Tage der GEMMA FRISIUS und in Band 2706 schickte er die JULES VERNE in ihr Sternengrab. Und nun die ORION. Und darin einen verrückten Roboter, der mit einer Machete bewaffnet Jagd auf Menschen macht. Wenn Papa Uh die Waffe über den Metallboden schaben lässt und den Opfern mit seinem Singsang Schrecken einjagt, bedient sich der Autor zwar bekannter Motive aus Horrorromanen, gut geschrieben war es trotzdem.

Die Motive der Thoogondu bleiben allerdings nach wie vor im Dunkeln. Nun wissen wir allerdings, dass sie schon vor über 1500 Jahren in die Milchstraße zurückgekehrt sind. Es müssen starke Gründe sein, die ein Volk, das sich über tausenden von Jahren in einer 111 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxis emanzipiert hat, zurück zu seinen Wurzeln treibt.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 5

Im Sonnenpalast – von Dietmar Schmidt – Handlung:

Am 14. November 3430 verlässt die CART RUDO mit Perry Rhodan, Gucky, Alaska Saedelaere, Galbraith Deighton, Renier Bievre, Juki Leann und Darren Zitarra das Solsystem über die Temporalschleuse. Ziel des Schiffes ist das System von Boscyks Stern. Der Kaiser von Olymp, Anson Argyris, empfängt seine Besucher und lässt sich von den bisherigen Ereignissen berichten. Dabei werden von Deighton auch nachrichtendienstliche Erkenntnisse vorgetragen, die beunruhigend sind. Offenbar verschwinden auf solaren Welten seit geraumer Zeit tausende von Humanoiden, die nicht in das übliche Schema von Vermisstenfällen passen. Auch auf Olymp, auf Terra und sogar Nosmo sind Menschen verschwunden. Rhodan bildet zwei Teams, die diesen Vorkommnissen auf den Grund gehen sollen. SolAb-Agenten haben zudem herausgefunden, dass es in der Positronik des Sonnenpalasts auf Nosmo einen Datenbankbereich gibt, der sich dem Zugriff entzieht. Wenn es gelänge, diesen Bereich aufzuklären, dann könnte man diese Information benutzen, um eine Koalition mit dem Imperator einzugehen. Denn es ist zu vermuten, dass diese Erkenntnisse etwas mit der Unterwanderung des Imperiums zu tun haben. Diese Unterwanderung hatte Zeitspringer Zitarra bei seinen Ausflügen in die Vergangenheit feststellen müssen.

Unter dem Kommando von Alaska Saedelaere sollen die beiden Zeitspringer nach Nosmo fliegen, in den Sonnenpalast eindringen, die Informationen erbeuten und entkommen. Rhodan, Gucky und die anderen wollen indes auf Olymp der Angelegenheit mit den Vermissten nachgehen. Saedelaere bekommt von Rhodan noch den Auftrag, bei Verrat durch die Zeitspringer, seine Maske abzunehmen und die Agenten dadurch zu töten. Erschwerend für die Mission auf Nosmo kommt hinzu, dass nur ein schmaler Zeitrahmen zur Verfügung steht. Zwar ist das Intervall der Zeitsprünge von Leann und Zitarra gleich geblieben, aber die Sprünge in die Zeit werden wieder länger, wie Bievre feststellen muss. Beide Agenten machen noch vor dem Einsatz einen Zeitsprung, der eine Stunde in die Zukunft, bzw. in die Vergangenheit geht. Als Zitarra sich dabei selbst begegnet, fallen er und sein Zeitdouble in Ohnmacht. Während des Einsatzes auf Nosmo muss eine solche Situation vermieden werden.

Eine Springerwalze bringt das Team noch Nosmo. An Bord sind zwei hochmoderne terranische Space-Jets, die als Trojanisches Pferd dienen. Angeblich hat der Springer-Kapitän, der insgeheim für die SolAb arbeitet, die Raumschiffe für Dabrifa besorgt. Das Geschenk wird angenommen. An Bord gut versteckt sind Saedelaere und die Zeitspringer. Das Team muss zahlreiche Hürden nehmen, um in den Sonnenpalast einzudringen, der so heißt, weil er von hunderten künstlicher Sonnen angeleuchtet wird. Die verursachen aber auch Störstrahlungen, die das Team ausnutzt, dann einen See mit Dinosauriern durchquert und mit einer gewissen Kaltschnäuzigkeit in den Palast eindringt. Zeitweise verlässt das Team das Glück, denn sie bekommen zunächst keinen Zugang zu einer Positronik und müssen zudem in ihrer Maske als Angehörige der Palasttruppen an einer Feier zu Ehren des Imperators teilnehmen und stundenlang stillstehen.

Endlich erhalten sie Zugang zu einem unverschlossenen Raum mit Zugang zur Positronik. Während sich Juki Leann an die Arbeit macht entdeckt ihr Kollege im Wandschrank den Grund für den unverschlossenen Raum. Er findet den verprügelten und gefesselten Techniker des Raums. Plötzlich setzt wieder der Zeitsprung ein. Zitarra gerät in die Vergangenheit, überrascht dort den Techniker, den er überwältigt und die Tür für sein später kommendes Ich öffnet. Juki Leann reist in die Zukunft und hat dort die notwendigen Daten bereits gesammelt und auf Speichern abgelegt, die das Team nach einer Stunde nur noch aufnehmen muss.

Das Einsatzteam entert die Space-Jet, jagt ein Transformgeschoss von innen gegen den Schutzschirm des Palasts, der daraufhin eine Lücke bekommt, die sie zur Flucht nutzen. Trotz der Abwehrflotte um Nosmo gelingt die Flucht in den Linearraum. Später werden sie von der Springerwalze wieder aufgenommen.

 

Rezension:

Für Autor Dietmar Schmidt ist dieser Roman, wenn ich mich nicht täusche, die erste größere Perry Rhodan-Publikation. Bislang trat Dietmar Schmidt als Autor von Stellaris-Geschichten in Erscheinung.

Die Geschichte um den Sonnenpalast entwickelte sich gemächlich. Es beginnt damit, dass die Emotionautin der CART RUDO den Befehl ihres Kommandanten erhält, das Schiff über die Temporalschleuse aus dem Solsystem zu fliegen. Als die CART RUDO den Transmitter durchflogen hatte und im System von Boscyks Stern materialisierte, war man schon auf Seite 11. Die Beschreibungen, die Arbeit der Besatzung, das Bedienen von Kippschaltern, die Flugmanöver, dazu ein paar technische und wissenschaftliche Ausführungen, einige Rückblenden und nicht zuletzt etwas von dem typischen altbackenen Humor der 60er-Jahre-Hefte benötigten doch ihren Raum.

Auch danach dachte der Autor keineswegs daran das Tempo zu steigern. Anson Argyris tritt auf und lässt sich zunächst über die Ereignisse im Solsystem unterrichten. Diese Wiederholungen füllten weitere Seiten, so dass ein Drittel des Romans um war, bevor die Geschehnisse etwas an Fahrt aufnahmen. Auf Nosmo muss das Team etliche Schwierigkeiten meistern, bevor sie erstmals ernsthaft in Gefahr geraten, entdeckt oder getötet zu werden. Da waren mehr als zwei Drittel der Geschichte schon vorbei. Die Textstelle, als ich das erste Mal sowas wie Spannung aufkommen sah, war allerdings ganz gut gemacht. Das Team wird von einen Raubsaurier bedroht. Bei der Diskussion, welches Abwehrmittel, das man mitführt, das geeignetste sei, kam noch keine Spannung auf. Das war schon beinahe komisch, wie sich die Agenten und der Maskenträger in Ruhe unterhielten. Aber dann setzen sie einen aufgezeichneten Jagdruf eines noch größeren Sauriers ein, der den Angreifer in die Flucht schlägt. Saedelaere lässt den Ruf dreimal erschallen. Der vierte kommt dann tatsächlich von einem Tier, das einen Rivalen vermutet und nun erst recht angreift. Hier kam tatsächlich erstmals Spannung bei mir auf.

Einmal im Palast war der Moment verflogen. Das Team ist erfolgreich und kann den Kordon hunderter oder tausender Raumschiffe um Nosmo problemlos mit der Space-Jet durchbrechen und mit den erbeuteten Daten fliehen.

Obwohl mir der Aufbau der Geschichte eine Spur zu gemächlich war, kann der Autor auf den ersten Seiten mit seinem Schreibstil bei mir punkten. Ich kam gut in die Geschichte rein. Die seltsamen Witze der Zentralebesatzung hätten nicht sein müssen und erinnerten mich ein wenig an Mentro Kosums Schüttelreime. Generell hatte ich jedoch Probleme mit den Inhalten und dem Gerüst des Romans.

Die ersten vier Romane der Miniserie beschäftigen sich mit den Zeitspringern, die durch ihre Gabe einer Verschwörung auf die Spur kommen. Diese Gabe ist auch ein Fluch, denn sie gefährdet das Solsystem. Also müssen die Zeitspringer raus. Da von der Verschwörung auch das Imperium Dabrifa betroffen ist, käme der Imperator als möglicher Koalitionspartner in Frage. Das Problem bestand nun darin, einen Anlass zu finden, den Imperator ins „Spiel“ zu bringen. Plötzlich und völlig überraschend für mich als Leser zaubert Deighton eine Auswertung von Daten aus dem Hut, die besagt, dass auf den Welten der Terraner und Terraner-Abkömmlinge seit geraumer Zeit tausende von Menschen spurlos verschwunden sind. Siganesen der SolAb, die im Sonnenpalast Dabrifas eingedrungen sind, entdecken einen blinden Bereich in der dortigen Positronik. Das Team wird zusammengestellt, wobei ausgerechnet die drei Agenten dort eindringen sollen, die am unerfahrensten und am wenigsten loyal einzustufen sind. Mit diesem Aufbau und Motiv hatte ich so meine Probleme. Es wäre besser gewesen, das Motiv der verschwundenen Menschen schon in den ersten Romanen zu erwähnen. Jetzt wirkt es irgendwie arg konstruiert, auch wenn es offensichtlich ein wichtiger Teil der Zyklusstory ist.

Das Einschmuggeln mit Hilfe des Trojanischen Pferdes ist gut durchdacht gewesen. Merkwürdig natürlich, dass der „bestgeschützte“ Palast der Galaxis durch Atomsonnen bestrahlt wird, die derart hohe Störstrahlung abgeben, dass Agenten mit Deflektoren ungehindert einen kilometerweiten Platz überwinden können. Und die gezeigte Kaltschnäuzigkeit von Zitarra beim Überwinden der letzten Sperre war auch seltsam. Dem Personal, das Futtertiere zu den Sauriern treibt, wird Tierquälerei vorgeworfen?

Und warum glauben die Siganesen oder die SolAb, dass Dabrifa von dem blinden Bereich der Datenbank keine Ahnung hat? Vielleicht sind es gerade besonders geschützte Daten des Imperators. Und warum geht man davon aus, dass man mit den Informationen über den Bereich, selbst wenn man keine Daten daraus entschlüsseln kann, zu Dabrifa gehen kann, um den Imperator damit von einer Verschwörung zu überzeugen?

Fazit: Der Autor kann in Sprache und Stil überzeugen. Der Aufbau mit dem aus dem Hut gezauberten Einsatzmotiv hat mich weniger überzeugt.