Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2961

Der Kepler-Komplex – von Leo Lukas – Handlung:
Einer der führenden Köpfe der Verschwörung gegen das Solsystem ist Colin Heyday, der Leiter des Kepler-Komplexes in Galileo City. In jungen Jahren hat der überdurchschnittlich intelligente Mann seine Vorliebe für den deutschen Naturphilosophen, Mathematiker, Astronomen und Astrologen Johannes Kepler entwickelt. Nur soziale Intelligenz gehört nicht zu Heydays Stärken. Er sieht in seinem Leben Parallelen zu anderen Geistesgrößen, darunter eben auch Kepler. Nach seinem Studium verließ er für seine erste Anstellung das Solsystem. Doch später ergab sich die Chance, im Kepler-Komplex zu arbeiten. Alleine der Name zog ihn an. Als Anhänger des Techno-Mahdis machte er dort die Bekanntschaft von Adam von Aures, mit dem er den Plan eines gigantischen Täuschungsmanövers ausarbeitete und nach jahrelanger Vorbereitung in die Tat umsetzte.
Am 4. April 1552 NGZ treffen Reginald Bull, Toio Zindher, Shinae und Icho Tolot per Transmitter am Neo-Ganymed ein. Genauer gesagt im Kastell, einer Geheimstation der Society of Absent Friends, wo sie bereits von Homer G. Adams erwartet werden. Der Unsterbliche unterrichtet die Ankömmlinge darüber, dass die Aktionen des Techno-Mahdis von Galileo City aus gestartet wurden. Damit steht das Ziel von Bull fest. Von Adams ausgerüstet, geht er zusammen mit seiner Frau und dem Haluter nach Galileo City. Adams gibt ihnen zwei Roboter mit. Einen Roboter vom Typ SHAKTI und einen anderen, der einen Klein-Transmitter in sich trägt und daher Huckepack genannt wird.
Derweil haben sich die anderen führenden Köpfe der Verschwörung nach Terra begeben. Jano Vrinkstetter wäre gerne auf Titan geblieben, aber nun in der Logo-Oase Shonaar auf Terra, 340 km von Terrania entfernt, ist er am Brennpunkt des Geschehens. Er ist dabei, als die GOS’TUSSAN II am Rande des Solsystems erscheint und Adam von Aures Kontakt zu Bostich aufnimmt. Der Ex-Imperator ist kaum noch als Arkonide zu erkennen. Zwei glühend rote Augen beherrschen sein Gesicht und ihm scheint ein drittes Auge auf der Stirn zu wachsen. Adam von Aures geht mit einem kleinen Team, darunter Jano Vrinkstetter, per Transmitter auf Bostichs Schiff. Die Oberflächenaufbauten sind z.T. zerstört. Vrinkstetter vermutet gegenüber Bostich, dass sich dort Haluter ausgetobt haben, die hoffen, den Ausbruch der Haluterpest durch Strukturumwandlung und Drangwäsche zu verzögern. Bostich bestätigt das. Der Ex-Imperator soll helfen, den Unsterblichen Reginald Bull auszuschalten. Im Gegenzug verspricht ihm Adam von Aures ein Heilmittel gegen die Krankheit der Haluter. Zumindest stehen die Chancen gut, ein solches zu entwickeln. Bostich bringt die Anklage der Atopischen Richter ins Spiel. Wenn er und der Adaurest zusammen seien, fehlt nur noch Perry Rhodan, der glücklicherweise auf Reisen ist. Denn diese drei würden den Weltenbrand auslösen. Allerdings weiß Bostich nichts von Enklaven-Rhodan.
Adam von Aures verspricht Bostich eine sichere Passage nach Terra. Angebliches Ziel soll Neu-Atlantis sein, das viele ausgewanderte Arkoniden beherbergt. Nach Plan der Techno-Mahdisten soll Bostich angeben, zu deren Schutz gekommen zu sein. Die Regierung der LFG, die mehr und mehr die Auswirkungen des Virus abschütteln kann, wird Bostichs Ansinnen zurückweisen. Der wird sich daraufhin zum Jupiter zurückziehen und damit in die Nähe von Neo-Ganymed. Adam von Aures erwartet dort Reginald Bull, wenn er nicht bereits dort ist. Der Plan geht auf. Die GOS’TUSSAN II beugt sich dem „Druck“ und weicht zurück.
Bull und seine Begleiter sind inzwischen getarnt in Galileo City eingesickert. Obwohl auch dort noch das Täuschungsmanöver läuft, das eine Invasion Außerirdischer vorgaukelt, gehen die Einwohner gelassen mit der Situation um. Die Gruppe kann mehrere Techno-Mahdisten identifizieren. Caprice Noopila wird als diejenige ausgemacht, die wohl das das Design der Xumushan entwickelte. Und auch Colin Heyday wird demaskiert. Reginald Bull dringt in die Schaltzentrale des Kepler-Komplexes vor und trifft dort auf Heyday. Toio Zindher erkennt, dass der Mann von seinem Handeln zutiefst überzeugt ist. Er will die Simulation, trotz Bulls Aufforderung, nicht abbrechen. Die Vitaltelepathin erkennt auch Bostich, der per Transmitter eintrifft. Nur kurze Zeit später stehen sich zwei kampfbereite Teams gegenüber, denn Bostich hat Kampfroboter und vier Haluter mitgebracht. Zunächst kommt es jedoch nur zu einem verbalen Schlagabtausch. Heyday, der durch die Präsenz der anderen immer mehr in den Hintergrund gedrängt wurde, sieht sich und sein Werk nicht gewürdigt. Er bedroht alle mit einer Neuroschockstrahlung, die er freisetzen wird. Bostich reagiert als erster und dann bricht doch noch ein Kampf aus. Heyday stirbt und Bulls Team kann mit dem mobilen Transmitter entkommen.
Im Kastell wird schnell deutlich, dass durch den Tod Heydays und dem Chaos in seiner Zentrale die Simulation im gesamten Solsystem beendet wurde. Die Situation normalisiert sich. Die schlechte Nachricht ist, dass der Techno-Mahdi im Schatten der Simulation die Kontrolle über den TERRANOVA-Schirm erlangt hat. Der hüllt inzwischen das Solsystem ein. Niemand kommt herein und niemand hinaus. Auf der Erde klatschen sich die Techno-Mahdisten ab. Projekt Genesis kann nun entscheidend vorangebracht werden.
Vor dem Solsystem erscheint die RAS TSCHUBAI mit Perry Rhodan. Das Riesenschiff kommt etwas zu spät.

 

Rezension:
Leo Lukas macht einen ungewöhnlichen Einstieg in seinen Roman. Während ich eine knallharte Eskalation in der Fortsetzung der Okkupation des Solsystems durch den Techno-Mahdi erwartete, wirft der Autor einen verlegenen Blick auf zwei junge Menschen des 52. Jahrhunderts, die sich zu einem Date treffen. Der Mann, der als erstes seine Lebensgeschichte preisgab, wird von Leo Lukas im launigen Stil präsentiert und so geriet der eher unverfängliche Einstieg zu einer willkommenen Abwechslung der für mich ungeliebten Hauptstory. Die Figur, die er hier näher charakterisiert, ist Colin Heyday, der spätere Leiter des Kepler-Komplexes. Und die Verknüpfungen des Wissenschaftlers zu Johannes Kepler, die Leo Lukas hier zeichnet, sind kurzweilig und haben eine andere Note, als die Darstellungen Heydays in den beiden Romanen zuvor.
Etwas störend wirkten die im Glossar-Stil gehaltenen Erläuterungen. Während der Baufortschritt Neo-Ganymeds informativ war, sorgten Begriffsbestimmungen wie etwa zu Tolots zwei Gehirnen und andere Einwürfe für eine Unterbrechung des Leseflusses. Und auch im weiteren Verlauf seiner Geschichte greift Leo Lukas zu etlichen, aus meiner Sicht überflüssigen, Lexikoneinträgen. Das ist etwas untypisch für den Autor.
Nichtsdestotrotz bot der Roman kurzweilige Unterhaltung. Das Hauptthema, nämlich das Invasionsszenario des Techno-Mahdis, wird natürlich weiter fortgesetzt. Diese Story konnte mich in den zwei vorangegangenen Romanen nicht überzeugen. Zu sehr war vieles an den Haaren herbeigezogen. Zu häufig wurden etablierte Strukturen und Handlungen, die man als Leser erwartet, der Dramaturgie geopfert. Und Leo Lukas kann das Szenario, auf dem seine Geschichte aufbaut, gewiss nicht wegschreiben. Allerdings bringt er Humor in die Geschichte. Die beiden Roboter, der Lebenslauf Heydays, der immer wieder Parallelen zum Leben Keplers aufweist und eine schnörkellose Handlung der Figuren, drängten die wenig plausibel erscheinende Rahmenhandlung in den Hintergrund.
Sollte aber irgendwann das angesprochene Projekt Genesis aus diesem Szenario der drei Romane heraus eine größere Bedeutung erlangen, dann war der Grundstein, der dazu mit den letzten drei Geschichten gelegt wurde, nicht gerade überzeugend.

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 10

Adarem antwortet nicht – von Dennis Mathiak – Handlung:
Nachdem die tefrodischen Schiffe am 15. Mai 1550 NGZ damit begonnen haben Shoraz zu beschießen, eilt die IBANI GALOA unter dem Kommandanten Madulu Fontak den Archäologen zu Hilfe. Sichu Dorksteiger und Gucky, die eigentlich nach Adarem wollen, wo sie Perry Rhodan vermuten, fliegen notgedrungen mit. Vor Ort angekommen zeigt sich schnell, dass die 120m-Raumer noch nicht mit aller Macht angreifen. Die Waffenstrahlen könnten den Schutzschirm über den Wabenmodulen der Wissenschaftler eigentlich mühelos durchbrechen. Aber die Tefroder machen noch nicht ernst. Doch auch so richten sie immensen Schaden an. Und wertvolle Artefakte in den ungeschützten Ausgrabungsstellen werden unwiederbringlich zerstört.
Die Wissenschaftler sollen evakuiert werden. Um zu sehen, ob die Tefroder auch auf die Archäologen schießen würden, wird auf Initiative Sichu Dorksteigers hin, ein verkleideter Roboter von den Wissenschaftlern aus dem Komplex geschickt. Der Roboter bleibt heil und zwei Shifts, je einer von der ETSI und der IBANI GALOA, werden nach Shoraz geschickt. Gucky selbst teleportiert so viele Wissenschaftler wie möglich von der Oberfläche. Die anderen werden mit den Shifts abtransportiert. Derweil lenkt die IBANI GALOA die Tefroder ab, die das Olymp-Schiff aber offensichtlich nicht als Bedrohung wahrnehmen. Dorksteiger will auch die Shoziden-Box auf Shoraz deponieren, doch die Evakuierung hat Vorrang. Gucky macht mal wieder eine Extratour. Er teleportiert auf mehrere tefrodische Schiffe, die er als Robotraumer identifiziert. Er kehrt nochmal mit Karim Balthasar zurück, dem es gelingt, die Kontrolle über die Schiffe zu übernehmen, die allesamt noch Prototypen sind.
Einen Tag zuvor, am 14. Mai, im System von Boscyks Stern, bekommt Onara Gholad die Information, dass Adarem nicht antwortet. Die Tefroderin ist genervt. An verschiedenen Fronten läuft es nicht so, wie sie es gern hätte. Sie gibt den Befehl, Ram Nanuku festzunehmen, der zu Protesten aufgerufen hat. Und ihrem Vertreter Falk Anrin gibt sie den Auftrag, einen schnellen Aufklärer nach Adarem zu entsenden. Immerhin hat sie endlich von ihrem Vater Demirius Gholad die ersehnte Legitimation erhalten, die sie befähigt, die Unterschrift unter dem Vertrag mit Olymp selber zu setzen. Falk Anrin ist vom Befehl seiner Kommandantin nicht begeistert. Er weiß inzwischen von Perry Rhodan und findet, dass Onara einen Schritt zu weit gegangen ist. Der Terraner ist ihm egal, er sieht aber seine eigene Karriere in Gefahr, wenn Onara scheitert. Denn er will sie als Kommandant beerben. Er schickt nur ein kleines Team von 10 Tefrodern unter dem Kommando seines Freundes Majvis Drey mit dem Schiff SHASTA nach Adarem, 403 Lichtjahre von Olymp entfernt. Als sich die SHASTA Adarem nähert, bekommt auch sie keinen Kontakt zum Gefangenenkomplex. Der Einsatztrupp entert die Station.
Auf Olymp reibt sich derweil Talin Buff verwundert die Augen. Gucky hatte den Kaiser zurückgebracht und der ist nach dem Aufwachen wie ausgewechselt. Talin erkennt Beryn Mogaw kaum wieder. Der Tyrann ist gut gelaunt, gibt sich aufgeräumt und scheint von den Ereignissen der Nacht nichts mitbekommen zu haben. Der Kaiser hat an diesem 14. Mai nur 1 Termin. Um 11:00 Uhr hat sich Onara Gholad angesagt. Mogaw glaubt, dass er in der Position ist, der Tefroderin nun seine eigenen Bedingungen diktieren zu können. Talin Buff ist nicht wohl zumute, als er Onara Gholad vom Transmitter abholt und zum Kaiser begleitet. Und die Tefroderin gibt ihm kurz vor Erreichen des Ziels einen Vorgeschmack dessen, was passiert, wenn sie erst auf dem Thron sitzt. Sie droht Talin, der seine Sachen packen und verschwinden soll. Und der Rospaner zieht sich zurück. Allerdings ist er trotz seiner Panik nicht gewillt endgültig zu weichen. Er fühlt sich inzwischen als Olymper und will etwas unternehmen. Er setzt auf Überwachung des Gespräches zwischen Gholad und dem Kaiser. Mehr durch Zufall kann der Rospaner auch Gespräche zwischen Gholad und Anrin belauschen.
Der Kaiser wird von der Tefroderin mit dem Vertrag konfrontiert. Er soll nun endlich unterzeichnen. Mogaw lässt sich Zeit. Mit positronischer Unterstützung erkennt er Änderungen gegenüber den letzten Versionen des Vertrags. Gholad will bereits in der Übergangszeit nach Beitritt Olymps zum Tamanium mit allen Befugnissen einer Tamrätin ausgestattet sein. Mogaw hat jedoch andere Pläne. Er will erst nach einiger Zeit seinen Stuhl räumen und als Wirtschaftsmagnat ein Auge auf die Tamrätin haben. Er will sich mit Olymp Monopole erschließen und sich mit der Wirtschaftsmacht Olymp unsterblich machen. Doch der Kaiser hat nicht mit einem gerechnet. Die Tefroderin ist es leid, sich an der Nase herumführen zu lassen. Sie schlägt und foltert den Kaiser so lange, bis der schließlich den Vertrag unterzeichnet. Triumphierend kehrt Gholad an Bord der SHEONA zurück. Sie schickt 50 Mann nach Olymp, die als Olymper verkleidet auf ihr Kommando hin die Sicherheitskräfte angreifen sollen. Auf diese Eskalation würde Gholad als Tamrätin mit Gewalt reagieren.
Am Nachmittag des 15. Mai treten Sichu Dorksteiger und Onara Gholad in Funkkontakt. Sichu lügt die Tefroderin an, als sie sagt, dass die Box wieder auf Shoraz ist. Wird der Beschuss nicht eingestellt, wird die Box zerstört. Onara soll umgehend Perry Rhodan freilassen. Sie sagt auch, wo sich Perry Rhodan befindet, nämlich auf Adarem. Ein Schwesterschiff der IBANI GALOA würde ihn befreien. Doch die Tefroderin kontert. Sie hat einen Funkspruch erhalten. Ihre Leute haben Perry Rhodan. Er ist unterwegs nach Shoraz und Onara Gholad wird auch kommen. Der Deal ist Rhodan gegen Mutaktor.

 

Rezension:
Auch im zehnten Roman der Miniserie Olymp, diesmal verfasst von Dennis Mathiak, wird Homogenität großgeschrieben. Die Geschehnisse werden nahtlos fortgesetzt. Würde ich sagen, dass die Ereignisse einem Höhepunkt entgegenstreben, wäre dies maßlos übertrieben. Sicher, die einzelnen Handlungsstränge machen Schritte. Aber wenn, wie hier geschehen, zum gefühlt hundertsten Mal die Lage auf Olymp zu eskalieren droht, bzw. die Eskalation durch Steuerung von außen herbeigeführt werden soll, dann tritt ein Gewöhnungseffekt und eben kein Fortschrittseffekt ein. Der Gleichschritt, mit der die Handlung seit 10 Heften voranschreitet, schafft insgesamt für Olymp eine Identität. Allerdings eine, die für meinen Geschmack zu hartnäckig verfolgt wird.
Es gibt keinen Roman, der aus der Masse der anderen herausragt. Weder im positiven, noch im negativen Sinne. Es gibt keine Ausreißer, auch nicht im Schreibstil. Die Serie ist glattgeschliffen. Man kann einzelne Romane kaum tadeln, andere nicht hervorheben, da doch alle irgendwie gleich sind. Mal eben auf einen anderen Autor hoffen? Mal eben die andere Handlungsebene herbeisehnen? Mal eben auf eine andere Figur setzen, die mal richtig aufräumt? Fehlanzeige. Alle Romane sind gleich, Olymp ist gleich. Sollte es einen Nagel gegeben haben, der hervorstand, wurde er flachgehämmert.
Was gibt es sonst noch zu sagen, zum zweiten Beitrag von Dennis Mathiak zu Olymp? Der Autor füllt seine Geschichte mit Details. Mal sind sie auffällig, mal passen sie, mal wirken sie übertrieben. Star Wars lässt grüßen, wenn er C-3PO zum Testziel der Tefroder werden lässt. Nachdem Gucky und Perry Rhodan nicht mehr von jedem erkannt werden, sind es nun die Italiener, der sich niemand mehr erinnert. Auch die Berater (Leser oder vielmehr Foristen) bekommen ihr Fett ab. Haben sie dem Kaiser oder vielmehr dem Autor doch mit schöner Regelmäßigkeit zum Einsatz der Flotte aufgerufen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2960

Hetzjagd auf Bull – von Hubert Haensel – Handlung:
Nachdem der Techno-Mahdi für die Menschen im Solsystem ein gigantisches Täuschungsmanöver gestartet hat, soll nun bald der nächste Schritt folgen. Mit dem Projekt Genesis soll die Menschheit vor den Zugriffen von Superintelligenzen geschützt werden. Adam von Aures rechnet damit, dass die Macht im Solsystem bald auf den Wohlfahrtsrat übergeht, dessen Mitglieder überwiegend Techno-Mahdisten sind. Doch zunächst müssen die drei im Solsystem befindlichen Zellaktivatorträger ausgeschaltet werden.
Einer ist Reginald Bull. Dario Bechtil hat den Unsterblichen nach Hause gebracht. Toio Zindher und Shinae schlafen, während Icho Tolot das Anwesen bewacht. Die Hauspositronik LESLY zeigt zunächst keine Ausfälle. Doch plötzlich greift ein TARA-Kampfroboter das Haus an. Bull, Zindher und Tolot können die Maschine zerstören. Später zeigen sich bei LESLY erste Ausfälle. Die Positronik reagiert nur langsam und Bull versetzt sie in den Diagnosemodus. Dadurch kann das Haus noch weniger geschützt werden. Erneut dringt ein TARA in das Haus ein. Wieder gelingt es nur mit vereinten Kräften, die Maschine auszuschalten. Toio Zindher wird verletzt und zudem paralysiert. Bull baut einen Gleiter auf Handsteuerung um. Erneut bekommt das Haus Besuch. Es ist eine Frau, die sich als Famke Bach vorstellt und die behauptet, von Homer G. Adams geschickt worden zu sein. Bzw. von den Society of Absent Friends. Bull testet sie. Famke hält ein paar Geschichten parat, die nur die beiden Unsterblichen wissen können. Sie brechen mit zwei Gleitern zum Landsitz von Adams auf.
Es erfolgt ein Rückblick auf die Aktivitäten des Techno-Mahdi in der Vergangenheit. Ausgangspunkt der Verschwörung ist der Jupiter-Mond Neu-Ganymed. Dort ist Colin Heyday im Kepler-Komplex tätig. Der Positroniker macht die Bekanntschaft des Genetikers Hank. Für eine kleine Revanche hackt Colin Heyday einige positronische Systeme im Labor des Genetikers. Er hinterlässt keine Spuren. Dennoch, nur kurze Zeit später bekommt Colin Heyday Besuch. Der Fremde stellt sich als Adam von Aures vor. Er ist von Colins Fähigkeiten beeindruckt. Die beiden treffen sich häufiger. Colin wirft eine Idee ein, die ihm schon länger durch den Kopf spuckt. Verändert eine Invasion die vorherrschende Moral? Der Grundgedanke wird von beiden beständig ausgebaut. Die Massenpsychologin Caprice Noopila stößt zum Team, später der führende Positroniker Tango Burosch und die Strategietheoretikerin Truc Moretti. Sie bilden das Kern-Team, das über viele Jahre ein absolut perfektes Invasionsszenario kreiert, das die Menschheit erschrecken und aufrütteln soll. Wenn die Simulation Erfolg hat, soll die Zeit der Technokraten anbrechen.
Wieder in der aktuellen Zeit startet Adam von Aures einen Angriff auf das Anwesen von Homer G. Adams in der Grafschaft Kent. Er wird von Tango Burosch und etlichen Kampfrobotern begleitet. Tango sieht erstmals, wie Adam Nanogenten einsetzt, die die diversen Sicherheitssysteme des Unsterblichen außer Kraft setzen. Doch der Aktivatorträger hat sich abgesetzt. Adam von Aures rekonstruiert eine Aufzeichnung, die besagt, dass Bull mit seiner Familie und Tolot hierherkommen soll. Die Techno-Mahdisten legen sich auf die Lauer.
Der Flug von Bull und seinen Begleitern wird mehrmals unterbrochen. Auf die Hilfe der speziellen Fähigkeiten von Toio Zindher muss der Unsterbliche zunächst verzichten. Die Psi-Gabe der Vitaltelepathie wird durch die Verletzung behindert und kehrt nur langsam zurück. In Homers Haus werden sie bereits von Adam von Aures erwartet und angegriffen. Doch nun zeigt sich, dass Homer noch ein paar Tricks parat hat. Famke Bach entpuppt sich als Roboter, die Adam von Aures hart zusetzt. Mit einem Datenkristall können Bull und seine Begleiter entkommen. Ein Raumschiff steht bereit, das sie von der Erde wegbringt. Per Transmitter gelangen sie nach Neo-Ganymed, wo Homer sie erwarten will. Danach explodiert das Schiff.
Adam von Aures musste einen Rückschlag hinnehmen. Und er hat die Spur der Aktivatorträger verloren. Er erhofft sich nun Hilfe von Bostich. Der Arkonide soll ihm helfen Bull zu fangen. Und als Lockmittel will Adam von Aures etwas für die Freunde Bostichs anbieten. Er hat möglicherweise ein Heilmittel für die Haluter.

 

Rezension:
In diesem Heft von Hubert Haensel sind sie mal wieder zu lesen. Die Losungen des Techno-Mahdis. Dazu fällt mir auch ein Merksatz ein: Ein Zyklus ist dann zu Ende, wenn das letzte Heft dazu erschienen ist. In der Regel ist dann auch zur Hauptstory ein, wie auch immer gearteter, Abschluss erreicht. Es fehlen noch 40 Bausteine zu dieser Hauptstory und somit noch 40 ungeschriebene Geschichten. Gerade bei diesem Roman von Hubert Haensel frage ich mich allerdings, ob die ausstehenden Geschichten es generell schaffen, rückwirkend diesem Baustein einen Sinn zu geben. Zu verworren präsentiert sich der vorliegende Roman für meinen Geschmack. Er setzt da an, wo der Roman der Vorwoche endete. Dem Plot konnte ich nicht allzu viel abgewinnen. Aber immerhin war der Invasionsplot doch ein wenig anders gestaltet. Letzte Woche half diese Andersartigkeit noch über so manche Schwäche der Geschichte hinweg.
In den Schilderungen Hubert Haensels zum aktuellen Geschehen und zum Langzeitplan der Techno-Mahdisten blieb jedoch genügend Leer-Raum, um sich Gedanken zum Grundgerüst der Geschichte zu machen. Was die Darstellung positronischer Systeme, deren Vernetzung oder Abschottung gegen Manipulation betrifft, bewegt sich die Serie (nicht ganz unerwartet) weiter auf niedrigsten Niveau. Eine durchdachte Fortentwicklung heutiger Computersysteme in die Zukunft findet de Facto nicht statt. Das Szenario wird vollständig der Dramaturgie geopfert. Dem Autor ist die Schwäche seines Plots keineswegs entgangen. Er stellt die absurde Überlegung nach Elektronenrechnern an. Das ist schräg! Außerdem spricht er von einer satten, einer trägen Menschheit. Schon merkwürdig. In den 500 Heften zuvor konnte ich davon nichts lesen. Wenn man die Ziele des Techno-Mahdis wirklich von Autorenseite unterstützt haben möchte, dann hätte man früher damit anfangen müssen, der Menschheit die Schwäche zuzuschreiben, die sie momentan zeigt. Oder zeigen soll. Dass das Solsystem von tausenden außerirdischer Raumschiffe besucht wird, blendet der Plot ebenfalls vollständig aus. Deren Positroniken/Computer können nicht befallen sein. Langzeitplan hin oder her. Die Story steht auf schwachen Füßen. Umso mehr wäre es erforderlich gewesen, mit ein oder zwei anderen Handlungsebenen abzulenken.
Diese Handlungsebenen gibt es. Doch ich wurde mit ihnen nicht warm. Die Handlungen der Akteure gehen seltsame Wege. Bull wird verfolgt, mehrmals von TARAS angegriffen und gönnt sich daraufhin eine Dusche und eine gepflegte Unterhaltung über Haustiere mit seiner Frau, während das Töchterchen mit eben jenem Haustier spielt. Toio Zindher scheint ebenfalls nicht gewillt, den seltsamen Ereignissen auf den Grund zu gehen. So muss sie erst von Bull darüber informiert werden, dass das alles gar keine Invasion ist. Und Tolot? Wird wie zumeist in diesem Zyklus als Kindermädchen eingesetzt.
Selbst nach dem dritten Angriff (Bull im Park und zweimal im Haus) bleiben Reaktionen der beiden Unsterblichen aus. Tolot hütet weiterhin das Haus, ungeachtet der Tatsache, dass er zwei Mal das Eindringen von Robotern nicht verhindern konnte und Bull schickt die Tochter ins Bett, was auch nicht geklappt hat und sie zuvor in Gefahr brachte. Dabei lässt der Autor den Terraner unablässig Gedanken wälzen. Allerdings sind sie meist rückwärts gerichtet. Die Flucht von Reginald Bull, die Täuschungen, die Holos, seine Eindrücke, die abhanden gekommene Begleiterin, der „passende“ Ausfall von Toios Fähigkeit. Das war alles so holprig geschrieben, dass ich froh war, endlich „durch“ gewesen zu sein. Eine dürftige Darstellung Reginald Bulls, die ich da durch Hubert Haensel erleben musste.
Es gab nur eine Textpassage, die mir auf Anhieb zusagte. Die Techno-Mahdisten hoffen, dass die Zeit der Technokraten kommt. Sollte das tatsächlich so kommen, dass die Technik der Terraner einen Aufschwung nimmt, hätte ich einen kleinen Tipp parat. Baut als erstes bessere Computer!