Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3053

Mars – von Christian Montillon
Der Überfall in Neu-Atlantis durch den verräterischen TLD-Agenten Gorin Palotta diente einem Zweck. Die Entführung von Homer G. Adams, der wehrlos in seinem Suspensionsalkoven liegt. Als die Angreifer über einen Transmitter mitsamt Alkoven verschwinden, reagiert Iwán/Iwa Mulholland sofort und nimmt Perry Rhodan mit auf eine Schmerzensteleportation. Auf unbegreifliche Weise kann der Mutant den Entführern folgen.
An anderer Stelle ist auch Ghizlane Madouni durch einen Transmitter gegangen, als sie den verdächtigen Raumjägerpiloten folgte. Die Kommandantin gerät allerdings schnell in Gefangenschaft der Personen, die sie verfolgt. Die Situation spitzt sich zu, als kurz hintereinander auch die Entführer von Adams und die Verfolger in Person von Mulholland und Rhodan eintreffen. Der Terraner setzt alles daran, seinen alten Freund lebend aus den Händen der Entführer zu befreien.
Sichu Dorksteiger dagegen setzt alles daran, die Geheimnisse des Dyoversums zu entschleiern. Zusammen mit Tergén ist sie zum Pluto gereist. Der auch in diesem Zwilling zerstörte Himmelskörper, der von den Terranern auf spezielle Art neu aufgebaut worden ist, beherbergt das Institut zur Untersuchung des Dyoversums. Die Wissenschaftlerin wird mit einem „Rumoren“ auf Terra konfrontiert. Tief im Erdmantel Terras macht sich etwas bemerkbar.
In der Vergangenheit sieht sich Homer G. Adams vor Herausforderungen gestellt. Die Topsider dieses Universums haben sich als Unterdrücker einer intelligenten Spezies herausgestellt. Die Terraner dürfen dies nicht ignorieren. Da auch Topsider des anderen Universums auf Terra waren, als der Planet versetzt wurde, sieht der Advisor der Regierung eine Chance, sich mit den hiesigen Topsidern zu arrangieren.
In der Gegenwart läuft nun unerbittlich das Ultimatum der Topsider zur Auslieferung Perry Rhodans ab. Die Zeichen stehen auf Krieg.
 
Mit Mars liefert Christian Montillon den vierten Roman in Folge. Wenn es alleine nach der „Reihenfolge“ der aufzusuchenden Handlungsorte gegangen wäre, hätte ich Solsystem – Mars – Luna – Terra in der Rangfolge gewählt. Der Held trifft im Solsystem ein, besucht den Mars, wird nach Luna vorgelassen und betritt dann endlich, bevor die Handlungsebene wechselt, die Heimat. Es ist ein bisschen anders gekommen. Solsystem lieferte Informationen zum Ganzen. Luna brachte NATHAN ins Spiel, Terra stand an dritter Stelle und Mars dafür, weil der Planet im Konflikt mit den Topsidern mehrmals Schauplatz war.
Im Aufbau unterscheidet sich der vierte Band nicht von seinen Vorgängern. Ein Brief Tergéns markiert den Einstieg, Hoschpian das Ende. Dazwischen wechseln die Figurenperspektiven zwischen Vergangenheit und Gegenwart und innerhalb der Gruppe um Rhodan. Endlich kann auch Sichu Dorksteiger etwas beitragen, wenn auch nur wenig. Auch Farye bekommt etwas tu tun. Über diese Figur wird der Schrecken gespiegelt, die die Aktionen der Attentäter, bzw. Entführer auslösen.
Wie ich inzwischen aus den Interviews mit Christian Montillon erfahren habe, hätten sich zwei Autoren die vier Romane teilen sollen. Der angedachte zweite Autor Oliver Fröhlich musste jedoch wegen anderer Aufgaben absagen. Es bleibt Spekulation, ob sich dies in welcher Form auch immer auf die vier nun vorliegenden Romane ausgewirkt hat. Aber es dürfte ziemliche Arbeit für Christian Montillon bedeutet haben.
Die vier Romane lasen sich gut. Soll heißen, ich fühlte mich gut unterhalten. Die Menschen auf Terra haben sich kaum verändert. Sekten hat es auch diesseits gegeben. Es sind keine so hohen Hürden gelegt worden, die die Rückkehr ins angestammte Universum in Frage stellen könnten. Ein kleiner Anlass kann genügen und die Terraner wechseln nicht nur sprichwörtlich die Seite. Etwas mehr Distanz hätte ich gut gefunden. So aber steht dem Happyend nichts im Wege. Bislang jedenfalls nicht. Ich hoffe, ich irre mich. Bezgl. des Happyends natürlich. 😉
Das Motiv des Zyklus und dieser Vierteiler haben gute Grundlagen beinhaltet, um den berühmt berüchtigten Sense of Wonder auszulösen. Mythos Erde, Perry kehrt nach 500 Jahren nach Hause zurück, doch die Erde ist verschwunden, hat es gar nie gegeben. Er macht sich auf, die Erde wieder zu finden. Und findet sie im Dyoversum. Doch in den Inhalten des Zerozone-Vierteilers sehe ich einen Bruch in dieser mystischen Storyline. Die Erde ist nicht verändert. Die Menschen wie eh und je. Planeten werden besiedelt und man muss sich mit aggressiven Außerirdischen auseinandersetzen. Alleine die „Natur“ des Zwillings reicht nicht aus und auch NATHANS Selbstverwirklichungstrip trägt zumindest bei mir nicht dazu bei, SoW auszulösen. Da fehlt mir etwas. Andere sehen das vielleicht anders aber da muss ein bisschen stärkerer Tobak rein. Zeiträume, die nach Äonen bemessen werden, Pläne alter Mächte oder Wesen, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verknüpfen etc.
Interessanterweise ist es in diesem letzten Roman die Figur des Tergén, die mich am meisten beeindruckt hat. In meiner Besprechung des Romans 3050 schrieb ich noch, dass die Figur des Tergén etwas zu kurz kam. Ich hatte die Hoffnung, von ihm mehr zu lesen. Der dieser Figur eingeräumte Umfang ist jedoch im letzten Band nicht das Entscheidende. Es ist einfach so, dass am ehesten Tergéns Briefe an seinen verstorbenen Bruder Mésren etwas SoW bei mir auslösen. Wenn er, im Gestänge des Pluto sitzend, philosophische Überlegungen zu einem allumfassenden Schicksal und zu einer Vorherbestimmung anstellt. Und angesichts der Tragweite der Ereignisse den menschlichen Verstand kapitulieren sieht. Tergéns Schicksal und dass seines Bruders, die siamesische Zwillinge waren, bis sie getrennt wurden, wobei Mésren starb, könnte auch eine Vorsehung für das Zwillingsuniversum bedeuten. Sollte, aus welchen Motiven auch immer, in die Zerozone „operativ“ eingegriffen werden, dann könnte dies den Tod eines der zwei Universen nach sich ziehen. Band 3099 könnte dann lauten: Tod eines Universums.

 

Ansichten zum Magazin SOL 97

In den letzten Tagen habe ich häppchenweise die 97. Ausgabe der SOL gelesen. Sehr interessante Artikel füllen die mehr als 60 Seiten des Magazins. Das Layout mit eingebetteten Grafiken, Hintergrundillustrationen und einem schönen Schriftbild, zwei- oder dreispaltig, gefällt mir sehr gut. Es ist kaum zu glauben, dass das von Fans gemacht wird. Das ist schon außerordentlich professionell.
Den Schwerpunkt bildet die NEO-Serie. Und das Magazin enthält ein umfangreiches Interview mit Alfred Kelsner, einen der Titelbildzeichner der Perry Rhodan-Serie. Der Künstler hat zudem das Titelbild dieser SOL-Ausgabe gestaltet. Geführt wurde das Gespräch von Björn Beier. In der Einleitung steht, dass Björn mit Alfred Kelsner über dessen Leben und Schaffen gesprochen hat. Und das muss man wörtlich nehmen. Kindheit, erste Malversuche an der Tapete im Elternhaus, Schule, Kontakt zu Comics und der Faszination, die Hans-Rudi Wäscher auf den jungen Alfred Kelsner ausgeübt hat. Daran reihen sich viele kleine Anekdoten und Einblicke in den Menschen Alfred Kelsner. Wie er mit Willi Voltz in Kontakt kam, zu Perry Rhodan stieß und wie er die Welt als Rentner erlebt. Kurzum, ein tolles Interview.
Matthias Hettler und Christina Hacker beleuchten wie immer mit sehr unterschiedlichen Ansätzen die letzten Romane in den beiden Hauptserien. Matthias Hettler reflektiert die Romane von 3031 bis 3044. Das Supramentum hat es ihm besonders angetan. Er steigt mit einem längeren Abriss über künstliche Lebensformen in der Serie in seine Besprechungen ein. Die einzelnen Heftbesprechungen werden von Inhaltsanalysen dominiert. Bei Christina Hacker hingegen liegen Freud und Leid mit den Romanen aus NEO, die sie bespricht, dicht beieinander. Sie lässt ihren Emotionen freien Lauf. Das gefällt mir.
Weitere Rezensionen steuert Markus Regler bei. Er behandelt die verlorenen Jahrhunderte und hier die letzten drei Romane der eBook-Reihe. Die Besprechungen sind umfangreich und die Eindrücke, die Markus Regler aus den Romanen gewinnt, treffen häufig auch meine eigenen Anschauungen.
Was ist sonst noch erwähnenswert? PRFZ-Mitglieder und Aktive im Fandom haben die Möglichkeit, sich für einen Online-Chat registrieren zu lassen. Und es wird auf ein exklusives Event im April in Leverkusen hingewiesen, für das man sich bewerben kann.
Wie eingangs erwähnt, bildet die NEO-Serie einen Schwerpunkt. Von daher sind auch etliche Berichte enthalten, die hinter die Kulissen der Serie blicken. Klaus Frick beleuchtet die ersten Schritte zur neuen Serie, Dieter Schmidt zeigt die Arbeit eines Lektors und Michael Tinnefeld und Nils Hirseland sind als Fans 2011 einem Aufruf des SF-Clubs Black Hole Galaxie gefolgt, die Serie neu zu schreiben. Und mussten verblüfft feststellen, dass der Verlag im gleichen Jahr die NEO-Serie an den Start brachte. Seit NEO 100 ist Peter Dachgruber technischer Berater des NEO-Exposé-Teams. Wer schon immer mal wissen wollte, wie denn Raumschiffe gestaltet werden, sollte diesen Artikel lesen. Und dann sind da ja noch die grünen Sterne. Gleich zwei Artikel widmen sich diesem unmöglichen Thema.
Kai Hirdt, Exposé-Autor der Miniserie Mission SOL wirft nochmal einen Blick zurück auf die erste Staffel „seiner“ Serie. Und macht ein, zwei Anmerkungen, wie es mit der 2.Staffel, die im März 2020 startet, weitergeht. Der Autor war am gestrigen Abend auch bei unserem Stammtisch Nord in Itzehoe dabei und eines unserer vielen Gesprächsthemen war natürlich auch Mission SOL. Ich bin gespannt, wie es mit der 2. Staffel weitergeht.
Mit der SOL, dieser SOL hier, geht’s auch weiter. In diesem Jahr erscheint die 100. Ausgabe. Und auch darauf freue ich mich.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3052

Terra – von Christian Montillon
Perry Rhodans Identität wurde von NATHAN bestätigt. Der Unsterbliche darf nun mit seinen Begleitern Terra besuchen. Ghizlane Madouni, die Kommandantin des hiesigen Liga-Flaggschiffes ORATIO ANDOLFI, bleibt auf Luna zurück. Mit ihrem Sicherheitschef Torr Nishal will sie Ermittlungen zu dem Attentat aufnehmen, das auf Rhodans Besuchergruppe auf Luna verübt wurde. Noch während sie ermittelt, wird Alarm gegeben. Ein Raumjäger wurde entwendet und steuert auf das Topsiderschiff zu, das außerhalb des Solsystems das Ende des Ultimatums abwartet. Andere Raumjäger starten zum Abfangen des Jägers. Die ganze Aktion kommt Ghizlane Madouni und Torr Nishal merkwürdig vor. Die beiden ermitteln nun auch gegen andere Raumjägerpiloten und stoßen auf einen geheimen Transmitter. Ghizlane Madouni lässt sich an einen unbekannten Ort abstrahlen.
Inzwischen ist Perry Rhodan auf Terra angelangt. Dort begegnet der Unsterbliche der Residentin Orfea Flaccu und einem alten Bekannten. Rico. Der Roboter ist inzwischen einer der Bürgermeister von Neu-Atlantis. In der Stadt wird auch der Suspensionsalkoven betreut, in der Homer G. Adams eine Regenrationsphase verbringt, damit sein Aktivatorchip wieder funktioniert. Während Sichu-Dorksteiger und Tergén sich zum Institut zur Erforschung des Dyoversums aufmachen, sucht Rhodan mit dem Rest seiner Begleiter Homer G. Adams auf, der allerdings noch einige Tage in seinem Alkoven verbringen muss. Mit Rhodans Ankunft dort spitzt sich die Situation zu. Die Topsider drohen damit, das Solsystem anzugreifen, sollte Perry Rhodan nicht ausgeliefert werden. Und der Unsterbliche selbst wird in Neu-Atlantis erneut bedroht.
 
Im dritten Band des Zerozone-Vierteilers führt der Weg Perry Rhodans nach Terra. Der Roman folgt dem gleichen Aufbau wie die ersten beiden Teile. Perry Rhodan und Homer G. Adams sind die Hauptakteure. An der Seite von Rhodan erleben wir die Gegenwart, aus der Sicht Adams die Vergangenheit. Der Prolog wird wieder mit einem Brief gestaltet, das Schlusswort gehört Hoschpian. Die Erzählebene Adams wird mit Träumen durchmischt. Die Gegenwartebene räumt der Figur Ghizlane Madouni einen größeren Part als zuletzt ein.
Wie auch schon zum Auftaktband erwähnt, enthält auch diese dritte Erzählung eine Vielzahl an Darstellungen, an Perspektiven, an Stilmittel. Einzeln betrachtet gefallen mir diese Elemente ganz gut. Alleine die „Gräbersicht“ von Adams erzeugt starke Bilder bei mir. Die Konfrontation in der Vergangenheit mit den Topsidern brachte bei mir auch etwas von dem Feeling zurück, als ich vor langer Zeit die Romane aus dem Zyklus der dritten Macht gelesen habe. Beinahe schon archaisch, wie der Konflikt bei Beteigeuze auf mich wirkt.
Die Perry Rhodan-Ebene ist schwach. Sie bezieht ihre Spannung lediglich daraus, wann das nächste Attentat verübt wird, das dann auch wie erwartet eintrifft. Der Titelheld agiert kaum. Seine „Rückkehr“ nach Jahrhunderten gestaltet sich unspektakulär. Denn für den Unsterblichen sind keine 500 Jahre vergangen, sondern nur wenige Jahre. Vielleicht hätte es sich gelohnt, diese Rückkehr anders zu schildern. Aus dem Figurenensemble, das der Autor für seine Erzählung zusammengestellt hat, ist allerdings nur Tergén geeignet, andere Emotionen auszulösen. Und das auch nur bedingt, da er eben Terra nicht kannte. Dem Roman fehlt eine Figur, die bei der Wiederentdeckung der Erde und bei der Rückkehr starke Emotionen an den Leser transportieren kann.
Die Begleiter Rhodans sind auch im dritten Band in Folge abgemeldet. Die Geheimnisse des Dyoversums werden in Wiederholungen angerissen aber kein Versuch unternommen, sie zu entschleiern. Insgesamt wirkt auch dieser Roman im Zusammenspiel seiner Elemente nicht besonders stark auf mich. Einzelne Passagen sind interessant, der große Wow-Effekt wird bei mir allerdings nicht ausgelöst.
Fazit: Gute Unterhaltung aber der vierte Band muss jetzt unbedingt eine Schippe drauflegen.