Articles by Uwe Bätz

Ansichten zur Miniserie Wega Heft 05

Die Mission des Wurms – von Olaf Brill
Aus dem Garten des Unsterblichen gelangen Perry Rhodan und Gillian Wetherby per Transmitter an einem neuen ungewöhnlichen Ort. Eine riesige Halle mit uralten Maschinen und scheinbar verlassen erwartet die Ankömmlinge. Vibrationen und Bewegungen deuten darauf hin, dass sie sich in einem Fahrzeug befinden. Viel Zeit zur Erkundung haben die beiden Terraner nicht, denn auch Krakatau wird durch den Fiktivtransmitter hier abgesetzt. Unbewohnt ist die Halle ebenfalls nicht, denn es lösen sich bislang getarnte reptiloide Wesen von den Wänden und Maschinen und greifen die Neuankömmlinge an. Rhodan, Wetherby und Krakatau fliehen in eine ähnlich aussehende Halle unter der ersten.
Derweil ist im Wegasystem der Kommandant und Oberbefehlshaber der Flotte nach der Zerstörung seines Schiffes von den Maccani gerettet worden. Admiral Marium Polescar ist schwer verletzt. Die Maccani können ihn mit robotischen Implantaten das Leben retten. Im Gegenzug verlangen sie Unterstützung. Die Ferronen sollen angeblich befreit werden.
An Bord des seltsamen Gefährts bekommen Perry Rhodan und seine Begleiter Unterstützung von zwei Fremdwesen vom Volk der Garstag. Sie erfahren, dass sie sich in einem gigantischen technischen Wurm befinden, der sich seit Jahrtausenden im Auftrag von ES durch einen Planeten gräbt. Gesteuert wird der Bohrwurm von den Gebrüder Vorannen und man sucht den Kradiac. Niemand weiß, was das ist. Man wartet auf Gesandte des Unsterblichen, die der Aufgabe gewachsen sind. Der Bastardprinz gibt sich als Sohn des Unsterblichen aus. Und wird in dieser Rolle von den Garstag anerkannt. Auch Rhodan wird anerkannt. Für Karyptichon, den Ersten Bewahrer der Garstag, zählt nur die Mission des Wurms. Die Gesandten sollen um jeden Preis geschützt werden. Denn im Wurm haben sich seit Jahrtausenden Gefahren gebildet. Unterschiedliche Völker und Gruppierungen kämpfen im Wurm um Territorien und um Macht. Notgedrungen muss Rhodan mit Krakatau, der ihm nach dem Zellaktivator trachtet, gemeinsam den Weg durch den Wurm antreten.
 
Nach dem kurzen Wechsel der Handlungsebene in Band 4 setzt Olaf Brill das Geschehen aus seiner Geschichte von Heft 3 fort. Der Autor treibt die Handlung aus der Sicht von drei Figuren voran. Die eine ist Perry Rhodan, der im Wurm mit Krakatau zusammenarbeiten muss. Die andere ist Karyptichon, aus dessen Sicht vor allem Hintergründe zur Geschichte einfließen. Und da ist da noch Marium Polescar, der im Wegasystem dem Tod entronnen ist. Dem Admiral hallen im Gedächtnis die letzten Worte des Thort nach, der die Schuld für die Ereignisse Perry Rhodan gab. Das ergibt eine gute Basis für die Maccani, in den Reihen der Ferronen einen loyalen Unterstützer zu platzieren, der das Volk beeinflussen kann.
Der fünfte Roman der Miniserie Wega hat erneut wenig mit einem „zweiten galaktischen Rätsel“ zu tun. Welches eigentlich bereits das dritte galaktische Rätsel ist, denn das zweite wartet seit geraumer Zeit im Stardustsystem auf eine Lösung. Seis drum, in den Anfängen der Serie machte sich Perry Rhodan auf, um die Welt des ewigen Lebens zu finden. Er musste Aufgaben lösen und bekam am Ende die Unsterblichkeit.
In der Miniserie Wega muss Rhodan nach der mit homerischen Gelächter vorgetragenen  Botschaft aus Heft 1 vor allem ums Überleben kämpfen. Was Perry Rhodan am Ende suchen und finden soll, bleibt weitgehend unklar. Die Zwischenziele entfalten aktuell keine Magie. Der Terraner und seine Begleiterin sind eher Getriebene als Suchende.
Perry Rhodan und Krakatau müssen den beschwerlichen Weg durch den Wurm gemeinsam bewältigen. Das Szenario barg gewaltigen Konfliktstoff. Den der Autor komplett ignorierte. Rhodan, der Menschenkenner, Rhodan, der Diplomat, Rhodan, der Versöhner, Rhodan, der Kompromiss suchende, Rhodan, der Schlichter … Irgendetwas in der Richtung hätte ich erwartet. Zumindest hätte ich erwartet, dass Rhodan zumindest mal das Gespräch sucht. Doch weit gefehlt. Olaf Brill schickt seine Kontrahenten Seite an Seite durch das Labyrinth des Wurms und lässt sie nicht einen einzigen Dialog zur Sache führen!? Da war ich am Ende doch ziemlich überrascht. Und enttäuscht.
Als Rhodan auf die Len‘taar trifft, erinnert ihn ihr Aussehen an Kranen. Das ist merkwürdig, da Rhodan dieses Volk nie selbst getroffen hat. Er kennt es allenfalls aus Berichten Atlans. Von daher wäre, da die eigenen Erlebnisse und die Erinnerungen daran naheliegender sind, der Vergleich zu Gurrads verständlicher gewesen.
Die Geschichte hatte Schwung. Sie war spannend, kurzweilig, mit tollen Beschreibungen, die eine gute Atmosphäre schufen. Bei mir entstanden Bilder im Kopf und ich konnte in die Geschichte eintauchen. Die Charakterisierung der Figuren musste aufgrund des actionreichen Geschehens hintenanstehen. Würde der Roman alleine stehen, wäre es ein sehr guter Roman. In Bezug auf die Hauptstory der Serie, und die muss man immer mit dazurechnen, fehlt es mir etwas an Flair um das galaktische Rätsel. Und das Schweigen von Rhodan und Krakatau enttäuschte mich. Ach ja, der Vogel lebt.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3116

Flug in die Freiheit – von Kai Hirdt
Die Meute Jochzor hat die CLAUDIA CHABROL unter ihre Kontrolle gebracht und das Solsystem verlassen. Die Jäger FENERIKS gehen davon aus, zwei der Deserteure getötet zu haben, als sie eine der Korvetten auf den Uranus-Mond zum Absturz brachten. Der dritte Deserteur wurde ebenfalls getötet. Seine Leiche ist an Bord und sein Gehirn kann nach Rückkehr zum Chaoporter ausgewertet werden. Zumindest ist das die Annahme des Anführers der Munuam. Jochzor weiß nicht, dass die vermeintliche Leiche nur ein Bio-Velamen von Aurelia Bina ist. Die Posmi ist schwer beschädigt. Durch Maßnahmen der Mehandor Aoshana werden ihre Reparatur-Routinen gestartet. Aurelia erlangt die Kontrolle zurück. Ihre Prioritäten gelten dem Schutz der Liga und dem Schutz der Besatzung des Medo-Schiffes. Über Aoshanas Kommunikationsgerät hat die stellvertretende TLD-Chefin Kenntnis von Fedor Grimms neuen Plan. Die Meute soll an einem erfolgreich ausgeführten Plan glauben und zum Chaoporter zurückkehren dürfen. Das Problem dabei ist der Velamen. Wird die Leiche analysiert, werden die Jäger schnell erkennen, dass sie hereingelegt wurden. Dann droht dem Solsystem Gefahr. Die Bio-Hülle muss zerstört werden und es muss wie ein Unfall aussehen.
In der Zentrale der CLAUDIA CHABROL kämpft Kommandant Bekim Ballard für seine Besatzung. Jochzor hat bereits seine Stellvertreterin ermordet und Ballard tut alles, um die anderen Crew-Mitglieder zu retten. Er wird mit sehr ungewöhnlichen Eigenschaften der Munuam konfrontiert. Alleine der Begriff Freiheit hat für dieses Volk eine ganz andere Bedeutung. Bei seinen Gesprächen mit Jochzor erfährt Ballard auch ein wenig über den Chaoporter. Von der Zentrale aus können sowohl Jochzor als auch Ballard ungewöhnliche Aktivitäten an Bord feststellen. Beide wissen nicht, dass mit Aurelia Bina eine Gegnerin an Bord ist, die es mit den Munuam aufnehmen kann. Ihre Aktivitäten könnten die Besatzung gefährden. Bekim Ballards Loyalität wird auf eine schwere Probe gestellt.
 
Dieser Roman scheint nun das Finale der Meute Jochzor zu sein. Obwohl sich diese Handlung über mehrere Romane erstreckt, wirkt die Thematik nicht gestreckt. Alle beteiligten Autoren haben tolle Geschichten geschrieben. Kai Hirdt brennt im Finale ein Feuerwerk ab. Einen Gesichtspunkt will ich an den Anfang stellen. Als Leser werde ich bei allen gezeigten Blickwinkeln über alle Geschehnisse nicht im Unklaren gelassen. Der Autor schildert alle Ereignisse transparent für den Leser. Der ist immer auf der Höhe der Handlung. Rückblickend überlege ich, ob dies ein Aspekt ist, der in diesem Zyklus häufiger zum Einsatz gekommen ist, als in vorausgegangen Zyklen.
Die in der Serie manchmal an den Tag gelegte Geheimnistuerei ist beinahe schon ein Markenzeichen. Einerseits wollen die Autoren verhindern, dass in der Hauptstory, die über 100 Hefte geht, zu früh Rätsel gelöst werden. Andererseits hat dieser Stil auch auf manche Romane durchgeschlagen. Der Aha-Effekt trat oftmals erst auf den letzten Seiten eines Romans auf. An diesem Stil scheint sich etwas geändert zu haben. der Zyklus kommt bei mir gut an. Die Romane unterhalten mich gut. Die Geschehnisse sind direkter, die Handlung ist fokussierter. Der Leser ist dichter am Geschehen.
Wie dem auch sei, Kai Hirdts Figuren haben Pläne und sie werden dem Leser mitgeteilt. Die Umsetzung der Pläne scheitert zuweilen. Es werden neue geschmiedet und auch diese werden durch Maßnahmen der anderen Partei gestört, bzw. erneut zum Scheitern gebracht. Unbeirrt verfolgen die Figuren in dieser sehr actionreichen Geschichte neue Ziele. Der Spannungsbogen bleibt hoch und gipfelt in einem Showdown. Dieser Entscheidungskampf wiederum ist ein spannendes Auf- und Ab. Die Munuam und ihre Möglichkeiten werden im Finale sicherlich nicht voll ausgeschöpft. Ein wenig muss der Autor die Meute einbremsen, um seine Ziele zu erreichen. Aber damit kann ich leben.
In die Handlung um Bekim Ballard fließen weitere Elemente ein. Loyalität ist hier ein herausgehobenes Element. Sowohl bei Ballard, als auch bei den Munuam. Die Informationen über den Chaoporter zeigen ein ungewöhnliches System. Die Serie hat bisher die Antwort auf die Frage, was die Chaosmächte anstreben, was sie motiviert, offen gelassen. Es scheint zumindest kein Zustand von vollständiger Unordnung oder Verwirrung angestrebt zu werden. Diese Chaosdiener, wobei der Begriff Diener bei Jochzor schon Missfallen auslöste, verfolgen wohl etwas anderes. Und sie haben einen speziellen Weg gewählt. Welcher das ist, wird in der Beantwortung sicherlich noch etwas auf sich warten lassen. Aber es strahlt Faszination aus.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3115

Springer gegen Dame – von Kai Hirdt
Die Meute Jochzor konnte dem Plan des TLD etwas entgegensetzen. Der Gegner vom Chaoporter sollte eigentlich an Bord eines schwer bewaffneten TLD-Schiffes gelockt werden. Die Munuam manipulierten jedoch erfolgreich den Transmitter und materialisierten auf dem Medoschiff CLAUDIA CHABROL. Dort haben sich Jochzor und seine Leute nun eingenistet und mit den manipulierten Mehandor und dem ebenfalls mit Mitteln gefügig gemachten TLD-Agenten Anselm Harriman mehrere Trümpfe in der Hand.
Doch auch Aurelia Bina in der Maskierung einer der Deserteure ist mit auf die CHABROL gelangt. Sowohl die Posmi als auch Fedor Grimm wissen, dass es nicht damit getan ist, die Meute einfach nur zu stoppen. Den Jägern des Chaoporters muss ein Erfolg ihrer Mission vorgegaukelt werden. Denn sonst werden neue Jäger kommen. Doch zunächst hat Aurelia das Nachsehen. Zwar wird sie in ihrer Maske nicht enttarnt, aber die Meute Jochzor kann die Posmi außer Gefecht setzen. Damit hätte die Meute einen wichtigen Teil ihres Auftrags erfüllt. Nun können sie die beiden anderen Deserteure töten.
Die Ereignisse an Bord der CLAUDIA CHABROL spielen den Jägern in die Karten. Doch mit der Mehandor Aoshana ist eine Figur mit im Spiel, die beide Seiten nicht so richtig einschätzen können. Und auch Fedor Grimm hat noch nicht alle Trümpfe ausgespielt.
 
Die Romane um die Meute Jochzor wurden bislang von drei verschiedenen Autoren geschrieben. Man hat sich wohl darauf verständigt, diese Bedrohung durch Angehörige des Chaoporters nicht allzu bierernst zu schildern. Auch in der Geschichte von Kai Hirdt gibt es den einen oder anderen lockeren Spruch und die eine oder andere witzige Einlage. Kai Hirdt zieht die Zügel dennoch straffer an, als sein direkter Vorgänger Leo Lukas. Allerdings erst nach dem Ausbruch der „Furor mehandoris“ an Bord der CLAUDIA CHABROL. Denn mit zunehmendem Fortschreiten der Handlung gibt es schon die eine oder andere Szene, die den Ernst der Lage schonungslos darstellt. Und es gibt Opfer.
Kai Hirdt lässt das Geschehen mehrmals die Richtung wechseln, bzw. lässt er den Leser im Unklaren darüber, wer der konkurrierenden Parteien mit seinen Plänen im Soll ist und wer noch was in der Hinterhand hat. Seine Geschichte ist komplex aber nicht unübersichtlich. Aoshanas Einsatz, insbesondere in Kampfsituationen, hätte ich ihr so nicht zugetraut, nach den Schilderungen ihrer geistigen Beeinträchtigung in den Romanen zuvor. Das war grenzwertig, aber die Heldin wider Willen machte das aber auch sympathisch und als Leser drückte ich der Figur beide Daumen, dass sie da unbeschadet rauskommt. Typisch Kai Hirdt ist nicht immer alles so, wie es scheint. Dass am Ende Fedor Grimm die Oberhand behielt, war allerdings abzusehen. Der TLD-Agent wurde in seinen Aktionen lediglich aus dem Blickwinkel von Anselm Harriman betrachtet. Da musste einfach noch was kommen.
Okay, die Sache mit dem Traktorstrahl der CLAUDIA CHABROL, mit der die Besatzung kleinere Flugkörper in den Kurs der Korvette bewegte, war an den Haaren herbeigezogen. Einer mit einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit fliegenden Korvette, wohlgemerkt. Aber sonst lässt sich der Autor mal wieder viel einfallen. Am Ende hätte es mich interessiert, was aus der Bombe im Kopf des TLD-Agenten Anselm Harriman wurde? Da der nächste Band ebenfalls von Kai Hirdt stammt, rechne ich mit einer Antwort dort.
Das war wieder eine kurzweilige Geschichte von Kai Hirdt. Nicht so locker, wie der Roman der Vorwoche aber mit einer sympathischen Heldin.