Articles by Uwe Bätz

Ansichten zum Magazin SOL 104

Ausgabe 104 des Magazins der Perry Rhodan Fan-Zentrale hat wieder viele interessante Artikel an Bord. Der Schwerpunkt der Beiträge ist jedoch Klaus Bollhöfener gewidmet. Denn der PR Marketingchef ist in den Ruhestand gegangen. Und da Klaus Bollhöfener maßgeblich am Aufbau der PRFZ beteiligt war, deren Redaktion er auch jahrelang geleitet hat, lag es auf der Hand ihn im Interview zu Wort kommen zu lassen. Zahlreiche Weggefährten steuerten zudem Anekdoten bei. Ich selbst bin Klaus Bollhöfener unzählige Male auf Cons und anderen Veranstaltungen begegnet. Ein super sympathischer Mensch, mit dem ich interessante Gespräche geführt habe.
Norbert Fiks beschäftigt sich in einem weiteren Artikel mit dem Roman „Reich im Mond“, zu dem vor Jahren schon diverse Statements aus Autorenkreisen zu lesen waren. Dieser vor 70 Jahren erschienene Roman wurde als Inspirationsquelle für die Rhodan-Gründer K.H. Scheer und Clark Darlton angesehen. Hermann Ritter hatte dazu vor Jahren einen Beitrag auf der Perry Rhodan-Homepage verfasst. Norbert Fiks Artikel geht nun mehr in die Tiefe und er setzt sich kritischer mit dem Roman auseinander. Eines kann er allerdings auch nicht klären. Ob nämlich dieses Werk die Perry Rhodan-Serie am Anfang beeinflusst hat. Ich finde das auch gar nicht wichtig. Scheer und Darlton waren sicherlich von vielen inspiriert. Es zählt, was sie daraus gemacht haben. Nämlich die größte SF-Serie der Welt.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3150

Sternensturz – von Christian Montillon
Die binärreale Verschränkung konnte durch den Einsatz von Gry O’Shannon gelöst werden. Mit unabsehbaren Folgen. FENERIK bewegt sich durch die Kluft in Richtung Milchstraße. Die Fortbewegung ist unkontrolliert aber die Hochrechnungen zeigen, dass der Chaoporter von etwas angezogen wird. Das Ziel liegt in der Eastside. Höherdimensionale Schockfronten sind in ganz Cassiopeia wirksam geworden. FENERIK hat tausende von Schiffen freigesetzt, die zurückbleiben. Auch die RAS TSCHUBAI lässt zwei ihrer Großbeiboote unter dem Kommando von Farye Sepheroa zurück, um die Lage in der Kleingalaxis weiter zu beobachten. Da die LEUCHTKRAFT schwer beschädigt ist, kann sie den Flug in die Milchstraße nicht mitmachen. Doch Alaska Saedelaere wird mit seiner Expertise dringend in der Milchstraße gebraucht. Vetris-Molaud leiht dem Maskenträger seinen Zellaktivator. Der Tefroder wird auf der LEUCHTKRAFT bleiben und kann dort auch ohne ZA bis zum Rücktausch überleben. Als Belohnung winkt dem Maghan ein Beiboot der LEUCHTKRAFT. Soynte Abil nutzt die Gelegenheit und sichert sich ein gleiches Geschenk, wenn sie dazu beiträgt, die LEUCHTKRAFT bis zu ihrer Wiederherstellung zu schützen.
Größtes Problem der Terraner ist jedoch ein ungebetener Gast an Bord der RAS TSCHUBAI. Farbaud, der im Glanz, hat sich an Bord geschlichen. Anfangs unentdeckt, interessiert sich der Besucher von FENERIK aber intensiv für eine Handvoll Besatzungsmitglieder. Denn Farbaud ist ein Quintarch. Sein Ziel ist die Rekrutierung von Sextadim-Kanonieren. In Anzu Gotjian hat er eine Kandidatin erkannt. Die Terraner kommen dem Treiben des Quintarchen auf die Spur. Doch sie können gegen dessen überlegene Technologie nichts ausrichten. Was können Perry Rhodan und die Besatzung tun, um FENERIK aufzuhalten und den Quintarchen wieder loszuwerden?
 
Der Titel „Sternensturz“ des Romans von Christian Montillon knüpft an den Zyklusauftakt „Sternenruf“ an. Heft 3199 könnte vielleicht „Sternentod“ lauten. Die Story, die sich der Autor und Expokrat zum Auftakt der zweiten Zyklushälfte ausgedacht und umgesetzt hat, stellt, wenig überraschend, keine Zäsur dar. Die Handlung um den Chaoporter wird fortgesetzt und verlagert sich in Richtung Milchstraße. Vetris-Molaud und Soynte Abil bleiben, mit Aussicht auf eine großzügige Entlohnung, in Cassiopeia. Zwei Beiboote der RAS TSCHUBAU unter der Führung von Farye Sepheroa bleiben ebenfalls dort zurück. Die RIBALD CORELLO, ein Beiboot, das mal in Heft 3100 erwähnt wurde und spezielle Fähigkeiten haben soll, ist nicht dabei. Ob wir von dem Schiff nochmal was lesen? Hoffentlich wird es nicht wie das berühmte Kaninchen aus dem Hut gezogen.
Zur Halbzeit des Zyklus beginnt sich der Chaoporter für die lästigen Terraner zu interessieren. Ein Quintarch kommt an Bord und bekommt von Perry ein Quartier zugewiesen. Eine sinnlose Aktion aber auch irgendwie typisch. Unter den 35000 Besatzungsmitgliedern findet sich endlich mal ein Hyperphysiker, der die vielen Gerätschaften, die die RAS TSCHUBAI mit sich trägt, auch tatsächlich mal anwendet. Wie den Kantor-Sextant und auch ein tragbares Suchgerät improvisiert. Das ist schön, dass dieses Riesenschiff doch nicht nur dazu da ist, viele Menschen mit vielen Beibooten irgendwohin zu tragen. Die Technik in Perry Rhodan wird leider allzu häufig auf Offensiv/Defensiv-Waffen reduziert. Und Antrieb natürlich.
Der Roman war unterhaltsam, riss mich jedoch nicht vom Hocker. Der Wow-Effekt, den ich mir vom 50er erhofft hatte, blieb aus. Die Storyline könnte mich nur noch dann überraschen, wenn es den Terranern gelänge, den Chaoporter vor Erreichen der Milchstraße zu vernichten, sich in der Folge das Bauprojekt der Kosmokraten als die größere Bedrohung herausstellen würde und es zum Konflikt mit Mu Sargai käme.
 
Noch zu erwähnen ist die farbige Sternenkarte von Michael Thiesen auf der Umschlaginnenseite. Sie stellt den Orionarm dar und damit das Gebiet, in dem voraussichtlich FENERIK hindurchstürzen wird. Überraschenderweise enthält die Karte einen Hinweis auf Quinto-Center. Ob dieser Geheimnisverrat Monkey gefallen wird? 😉

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3149

Der Preis des Entkommens – von Oliver Fröhlich
Die Situation an Bord der LEUCHTKRAFT ist gefährlicher als zunächst angenommen. Der Audh, der sowohl Alaska Saedelaere als auch Anzu Gotjian gefangen hielt, konnte zwar in die Flucht geschlagen werden und hat sehr wahrscheinlich mit seinem Chaofaktum die Kosmokratenwalze verlassen. Saedelaere und Gotjian sind befreit aber die Informationen, die sie haben, lassen dennoch das Schlimmste befürchten. Das Schiff befindet sich mit FENERIK in einer binärrealen Verschränkung. Eine Bergung der LEUCHTKRAFT mit dem Hypertraktor kommt unter diesen Umständen nicht in Frage.
Die LEUCHTKRAFT zerfällt, der Kontakt zu Kemur, seiner KE-wohlfeil und der STATOR-FE ist nur sporadisch möglich. Das Bordgehirn DAN ist die einzige Instanz, die den drohenden Untergang noch aufhalten könnte. Doch DAN ist gestört, wähnt sich dem Ende nahe und schlägt jede Kooperation aus. Rhodans Team hat sich aufgeteilt und kämpft sich an verschiedenen Fronten durch die nach wie vor bestehenden Pararealitäten. Anzu Gotjian kämpft ebenfalls. Allerdings mit Erinnerungsverlusten. Nach und nach dämmert es der Parabegabten, was die Störung von DAN ausgelöst hat. Sie selbst war es. Als der Audh sie angriff, hatte sie mit ihrem Fernblick einen Kontakt zu DAN. Der niemals ganz abriss, auch als Gotjian in Eis eingefroren wurde.
Wenn es der Parabegabten nun gelingen könnte, die Verbindung zu DAN zu trennen, kann die LEUCHTKRAFT vielleicht noch gerettet werden. Die Zeit wird knapp, denn die Selbstzerstörung des Schiffes wurde aktiviert. Und da ist immer noch die binärreale Verschränkung, die es zu lösen gilt.
 
Oliver Fröhlich schließt mit einem Cliffhanger die erste Zyklushälfte ab. Wenn die Ereignisse dann so eintreten, wie sie am Romanende geschildert werden, konzentriert sich das Geschehen in der zweiten Zyklushälfte auf die Milchstraße. Oder gibt es noch einen Grund in Cassiopeia zu verweilen?
Wie auch im Roman davor, gibt es für die Figuren Vetris-Molaud und Soynte Abil wenig zu tun. Der Autor macht noch das Beste aus der Situation und teilt Rhodans Team in zwei Gruppen. Vetris-Molaud und Soynte Abil ziehen mit Gucky und Vimuin Lichtschlag durchs Schiff, um die Zentrale zu erreichen. Das Unternehmen ist wenig inspiriert und lebt alleine von etwas Action und dem besonderem Setting, das aus Saedelaeres Erinnerungen gebaut wurde. Diese besonderen Orte und Objekte wie Derogwanien und Zeitbrunnen üben Faszination aus. Die Verzauberung des Lesers in diesen Passagen hätte allerdings stärker sein können, wenn Saedelaere selbst, vielleicht in Begleitung Rhodans, diesen Weg beschritten hätte. So wählt der Autor mit Vetris-Molaud eine Figur, die die Geschehnisse, die sie ergründet, nur vom Hörensagen einer Figur kennt, die selbst nicht dabei war.
Vetris-Molaud und Soynte Abil machen, wenn es denn zurück in die Milchstraße geht, dort als handelnde Figuren keinen Sinn. Sie würden noch weniger „benötigt“ werden als ohnehin schon. Dann doch besser in Cassiopeia zurücklassen. Dort gibt es die Hinterlassenschaften FENERIKS zu bekämpfen.
Auch Perry Rhodan und Gucky tragen nicht viel zur Beeinflussung der Geschehnisse bei. Es war Anzu Gotjian und Gry O’Shannon vorbehalten, die Dinge zu bewegen. Mit Anzu Gotjian kennt sich der Autor bestens aus. Die Figur hat Oliver Fröhlich schon mehrfach eingesetzt. Und auch in diesem Roman zeigt der Autor die Stärken der Figur. Weniger deren Fähigkeit, als vielmehr die besondere Art der Figur, ihre Umgebung zu betrachten und zu kommentieren. Spontan, emotional und frech. Auch Gry O’Shannon trägt zur Rettung der LEUCHTKRAFT bei. Da dieser Einsatz von Mu Sargai so „gesehen“ wurde, bleibt bei mir auf Leserseite ein Beigeschmack, der mir nicht so richtig gefällt. Unsere Helden sind nur Marionetten in einem Spiel. Die Fäden ziehen die Hohen Mächte.
Nun, letztlich greift der Autor zu bekannten Lösungen. Der gute alte Neustart. Immer wieder ein probates Mittel um eingefrorene Computersysteme zum Laufen zu bringen. Und wenn sich etwas verhakt, dann hilft schmieren.
Zu guter Letzt etwas zum Vorspann des Romans. Traditionell werden darin die Ereignisse zusammengefasst und in den Roman übergeleitet. Ich hatte schon länger nicht mehr darin gelesen. Nun ist mir aber aufgefallen, dass darin die Kastellane gar nicht so gut wegkommen. Es wird zunächst darauf eingegangen, dass es so scheint, als würden die Völker der Milchstraße in Freiheit und Selbstbestimmung zusammenwirken. Nun aber übernehmen Kastellane wichtige Machtpositionen. Weiterhin würde eine Yodor-Sphäre entstehen. Aber die größte aktuelle Bedrohung ginge von FENERIK aus.
Das ist eine interessante Steigerung. Kastellane und Yodor-Sphäre bedrohen die Milchstraße. Nur der Chaoporter wird als noch größere Bedrohung eingeschätzt.  Es ist an der Zeit, dass Perry Rhodan dem Treiben der Kastellane in der Milchstraße ein Ende setzt und den Typen mal zeigt, wo der Barthel den Most holt.