Articles by Uwe Bätz

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3194

Haus der Chimären – von Susan Schwartz
In der Yodor-Sphäre wurde die erste Schlacht gegen Addanc und die Truppen FENERIKS gewonnen. Alschoran hat dabei seine Sextadim-Kapsel geopfert. Schwerer für den Kastellan wiegt allerdings der Verlust des auf ihn geeichten Physiotrons, dem er seine Unsterblichkeit verdankt. Der Ase hat während des Rücktransports aus der THANA kurzzeitig Kontakt mit Anzu Gotjian gehabt. Die Parabegabte hat ihm Informationen zum Chaofaktenhort gegeben. Addanc hätte darauf beinahe unbegrenzten Zugriff.
Über den Kontaktroboter wird Mu Sargai über die neue Lage informiert. Gleichzeitig soll die Kosmokratin es gestatten, dass die Galaktiker mit einer großen Flotte in die Yodor-Sphäre einfliegen dürfen. Die Yodoren selbst, das hat der letzte Kampf gezeigt, können die Schiffe des Chaoporters nicht aufhalten. Perry Rhodan, Atlan und Alschoran werden zum Planeten Tülasy gebracht. Dort unterhalten die Yodoren eine Hyperfunkstation und Perry Rhodan wendet sich darüber per Funk an die Flotten.
Der Planet entpuppt sich als Künstlerkolonie. Terraner und andere Lemurerabkömmlinge siedeln hier seit langem. Dem Arkoniden Atlan ist auch das so genannte Haus der Chimären bekannt. Die drei Unsterblichen werden vom Bürgermeister des Ortes zu diesem Gebäude gebracht. Drei Hüterinnen des Hauses, die Eile, Verweile und Weiche heißen, machen die Besucher auf besondere Umstände im Inneren des Hauses aufmerksam. Sowohl an der Außenwandung der Rotunde als auch im inneren zeigen sich Chimären, die aus den Wänden wachsen und stetigen Wandel unterliegen. Eine skurrile Tour erwartet die drei Besucher. Alschoran lässt einen kleinen Gegenstand, einen Würfel, mitgehen. Daraufhin müssen sie gehen.
Inzwischen sind mehrere Schiffe eingetroffen. Die RAS TSCHUBAI und der Tender MAGELLAN, der das Wrack der PAALVAGUR transportiert. Auch Alaska Saedelaere und Gry O’Shannon sind dabei. Eine Konferenz bringt alle Beteiligten auf den Stand der Dinge. Man will versuchen, auf zwei Wegen in FENERIK einzudringen und die Kontrolle über den Chaoporter zu erlangen. Ein Team soll mit der PAALVAGUR einfliegen. Problem ist allerdings, dass der Chaotreiber des Schiffes defekt ist. Möglicherweise kann Farbaud diesen reparieren, denn auch die LEUCHTKRAFT erreicht den Planeten. Ein anderes Team soll über den Primordialen Korridor eindringen. Auch hier gibt es ein Problem. Der Perlokator, den Alaska Saedelaere vom Chaotekten bekam, kann den Primordialen Korridor zwar öffnen, aber nur in unmittelbarer Nähe zu FENERIK.
Der Sorgore Spateese kann hier jedoch helfen. Das Haus der Chimären bedarf der Hilfe, da es sich bestimmter Gäste, die sich darin verloren haben, nicht mehr entledigen kann. Perry Rhodan, Atlan und Alschoran betreten erneut das seltsame Haus. Diesmal in Begleitung Alaska Saedelaeres. Der Maskenträger soll dem Haus helfen. Im Gegenzug winkt die Möglichkeit, im Haus den Primordialen Korridor öffnen zu können.
 
Meine Romanzusammenfassung wird der Geschichte, die Susan Schwartz erzählt, nicht ganz gerecht. Wie immer lasse ich Resultate des Figurenhandelns, insbesondere zum Ende hin, weg. Der Roman ist jedoch vollgepfropft mit diversen Weichenstellungen. Alles, was Rang und Namen hat, erscheint nun in der Yodor-Sphäre. Noch fehlende Figuren werden aufwändig aus der ganzen Galaxis herangekarrt. Man merkt, das Zyklusfinale ist nahe und die Autoren bringen ihre Figuren in Stellung. Das war mitunter zu viel des Guten. Für manche Figurenpaarung, die bspw. im Alleingang Cassiopeia von den Chaostruppen befreite, reichte es da nur zu einem Nebensatz und selbst der Haluter Icho Tolot darf nur in der Ecke stehen. Ich habe einiges schlicht weggelassen, auch wenn es für die nächsten Romane wichtig sein könnte.
Pläne werden geschmiedet. Man will FENERIK übernehmen und Einfluss auf den Kurs des Chaoporters nehmen. Das mutet nicht nur tollkühn an, es scheint auch dem bisherigen Erkenntnisstand zum Wesen des Chaoporters zu widersprechen. Das Objekt befindet sich auf der Chaoversalen Querung nach dem Serendipitätsprinzip. Anders ausgedrückt, der Chaoporter findet seine Ziele per glücklichen Zufall. Möglicherweise kann Zou Skost den Flug, der zuletzt eher ein Sturz war, beeinflussen. Wenn er denn will. Dass nun Perry Rhodan und Co. eine „Steuerzentrale“ aufsuchen wollen, passt nicht zum bisherigen Geschehen. Fehlt bloß noch, dass es Perry in 3199 mit einem riskanten Einsatz als Risikopilot gelingt, den Chaoporter am Bauplatz der Kosmokraten vorbei zu lenken.
Den größten Raum in der Geschichte nimmt allerdings das Haus der Chimären ein. Ich habe mir den Kopf zermartert. Ich kann mich nicht daran erinnern, davon zuvor schon einmal gehört zu haben. Die Art und Weise, wie die Autorin dieses „Geschenk“ für die Helden einführt, ließ mich zunächst vermuten, dass ich die Erwähnung in einem früheren Roman schlicht überlesen hatte. Die Figuren jedenfalls erweckten den Eindruck, genau zu wissen, was sie dort wollen. Letztlich sind zwar zwei Besuche notwendig, aber es steht mal wieder passend zum Finale ein Gadget parat. Fehlt eigentlich nur noch eine Unterstützungsflotte aus Andromeda, die passend zum Finale über einen alten Sonnentransmitter erscheint, den Soynte Abil reaktivieren konnte.
Ich tat mir schwer, in die Geschichte reinzukommen. Wann immer die Helden vor einer Tür standen, die es zu durchschreiten galt, legte ich eine Pause ein. Und der Roman hatte viele Türen! Die Autorin kann mit einigen Details und den Schilderungen im Haus der Chimären punkten. Anderes, wie die Konferenzen, die im Stenogrammstil Figuren und Ereignisse zusammenbringen, flogen an mir vorüber.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3193

Notruf der Kosmokratin – von Leo Lukas
Der Arkonide Atlan folgt mit einer gemischten Flotte FENERIK. Die Vernichtung des DeColmarsystems hat alle geschockt. Und Addanc, der Taucher, legt nach. Er begehrt freien Zugang zur Yodor-Sphäre, sonst wird erneut ein Chaofakt zum Einsatz gebracht. Gegen diese Waffen sind die Galaktiker machtlos. Atlan willigt daher schnell in einen Plan ein, über den er von Perry Rhodan informiert wird. Zusammen mit Alschoran wollen die beiden Unsterblichen in der THANA, der Sextadim-Kapsel des Kastellans, im Kielwasser der Chaostruppen in die Yodor-Sphäre eindringen.
So kommt es dann auch. Die Yodoren bieten zwar eine beachtliche Flotte auf, um die Schiffe des Chaoporters anzugreifen. Allerdings sind sie Baumeister und keine Soldaten. Gegen die militärische Übermacht FENERIKS sind sie hilflos. Angeführt von der LUCTU, dem Schiff von Addanc, nähern sich die Flotten FENERIKS dem Vektorinverter-Schirm, der die Yodor-Sphäre umgibt. Wieder werden Chaofakte eingesetzt, die einen Riss im Schirm verursachen und den Flotten FENERIKS den Zugang ermöglichen. Getarnt folgt ihnen die THANA. Dann empfangen sie einen Funkspruch. Die Kosmokratin Mu Sargai lässt mitteilen, dass sie die Ritteraura Atlans wahrgenommen hat. Sie bittet ihn um Hilfe. Ein Leitstrahl lotst die Kapsel in eine Dunkelwolke mit einem Sonnensystem und mehreren Planeten. Dort empfängt ein merkwürdiger Roboter die drei Unsterblichen. Sie sollen eine Wanderung zu Mu Sargai machen. Die Kosmokratin tritt den Unsterblichen auf dieser Wanderung in verschiedenen Gestalten gegenüber. Durch die Avatare der Kosmokratin erfahren die drei Besucher einige Einblicke in das Verhältnis Mu Sargais zu Zou Skost und welche Gefahr dem moralischen Code droht. Die Kosmokratin erklärt auch auf eine Frage von Atlan, dass der Vertrag von DaGlausch nichtig sei, der den Hohen Mächten einen Eingriff in die Milchstraße verbiete.
Mu Sargai gibt auch Informationen zu ES preis. Die SI sei fragmentiert. Die Kosmokratin würde zwei der Refugien, in die sich ES-Fragmente befinden, bekannt geben, wenn ihr geholfen wird. Die Hilfe ist auch notwendig, denn die Chaostruppen haben die Dunkelwolke erreicht. Atlan übernimmt das Kommando über die Yodoren und organisiert den Abwehrkampf. Gegen die LUCTU sind alle Bemühungen jedoch vergebens. Deshalb greift Alschoran zu einem letzten Mittel. Kann Addanc, der Taucher, aufgehalten werden?
 
Nachdem der Titelheld ein gutes halbes Jahr in der Versenkung verbracht hat und nur hin- und wieder namentlich erwähnt wurde, greift er nun an der Seite von Atlan in das Geschehen ein. Auch Alschoran darf mitspielen. Der Kastellan wird vom Autor geradezu in die Opferrolle gedrängt. Dass die Galaktischen Kastellane nicht unbedingt die beste Idee dieses Zyklus sind, steht schon lange fest. Zu selten deren Einsatz, zu wenig durchdacht eine Truppe von Unsterblichen, die für ES die Kastanien aus dem Feuer holen. Perry und Co waren und sind es noch: Die bessere Eingreiftruppe. Nun zeichnet sich zumindest das Schicksal der Kastellane ab. Irgendwie muss deren Auftreten in diesem Zyklus zumindest im Nachhinein einen Sinn erhalten. Den der Opferrolle wie in diesem Roman oder den der Ich-mache-mich-auf-die-Suche-nach-Fragmenten-von-ES-Rolle. Die von Mu Sargai erwähnte Fragmentierung von ES erlaubt es, die Kastellane elegant loszuwerden. Sollte Alschoran dem Wahnsinn nochmal entrinnen, wird ihm Atlan sicherlich seine RA als Ersatz für die verlorene Sextadim-Kapsel anbieten. Zuvor noch schnell im Sextadim-Park ein Physiotron einbauen lassen und die Kastellane sind Geschichte. Es sei denn, die Opferrolle gefällt den Autoren besser.
Auch wenn ich den Roman in einem Rutsch durchgelesen habe, was meistens ein positives Zeichen ist, nützt sich das Element, wie Hohe Mächte in diesem Zyklus auftreten, doch ein wenig ab. Avatare, die wenig bis gar nichts von sich geben, sind zuletzt inflationär gebraucht worden. Immerhin bereitet uns dieser Roman auf den nächsten Zyklus vor, der „Fragmente“ heißen wird. Das von Atlan anfänglich nicht zu Unrecht mit Spott behandelte Kommandounternehmen, „ins Ungewisse vorstoßen und wenn wir drin sind, dann mal weitersehen“, hat sich auch abgenutzt. Da hilft auch nicht, dass Perry, resp. der Autor darauf hinweist, dass die Helden häufig damit Erfolg haben. Letztlich sind diese beiden Elemente, das Auftreten Hoher Mächte, und die Art und Weise, wie die Abenteuer von Perry und Co erzählt werden aber halt typisch für die Serie. Aber eine kleine Pause davon, wäre nicht schlecht. Ach ja, das dritte, stets wiederkehrende Element, nicht zu vergessen. Mu Sargai hat glatt vergessen, die Yodor-Sphäre richtig zu schützen. Andere kosmokratische Technologien stehen nicht zur Verfügung und die Helden sind mal wieder auf sich alleine gestellt.
Insgesamt dennoch ein unterhaltsamer Roman von Leo Lukas.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3192

Unter dem Nabel von Zou Skost – von Michael Marcus Thurner / Christian Montillon
Mit Anzu Gotjian, der Sextadim-Kanonierin und mit Reginald Bull, dem angehenden Quintarch, sind zwei Terraner in FENERIK tätig, die das Schicksal der Milchstraße beeinflussen können. Als sie sich in der GNATOK des Thoron Ruuman begegnen, überwiegt jedoch bei Beiden das Misstrauen. Reginald sieht in der mit einer blauen Azur-Flüssigkeit behafteten Parabegabten nicht unbedingt eine Verbündete. Ihr Werdegang in FENERIK spricht nicht gerade für sie. Gotjian hingegen weiß zu wenig über Reginald Bull und dem Sternenruf und inwieweit sich der Unsterbliche von der Milchstraße abgewandt haben könnte. Nicht zuletzt wegen des chaotarchisch geprägten Zellaktivators. Die beiden Terraner müssen ihre Zweifel erstmal zurückstellen. Bull will eine Audienz bei Zou Skost und Addanc verschafft sie ihm. Mit dabei ist auch Anzu Gotjian.
Während in FENERIK Entscheidungen über die Zukunft der Milchstraße reifen, geht das Leben auf den Planeten in der Milchstraße weiter. So auch auf dem Planeten Odhner im DeColmarsystem. Die gemischte Bevölkerung aus Terranern und Jülziish beobachtet zwar Raumschiffe des Chaoporters im System, denen sich eigene Einheiten entgegenstellen, doch besorgt sind sie nicht. Sie setzen darauf, dass FENERIK an ihnen vorüberzieht. Die Gesellschaft auf Odhner hat ein System etabliert, in der eine Vielzahl an Amtsträgern hoheitliche Tätigkeiten wahrnimmt. Die Augen, Ohren und Münder des Staates nehmen vielfältige Aufgaben wahr. Auch solche, die über Leben und Tod entscheiden.
In FENERIK wird Bull die Ehre zuteil, mit Zou Skost zu tauchen. Er erhält damit nicht nur den Status eines Quintarchen, er bekommt auch Informationen über eine frühere Begegnung von Zou Skost mit Mu Sargai. Der Chaotarch gibt auch bekannt, dass er mehr seiner Substanz in FENERIK fluten lässt, um den Chaoporter von der Sziento-Phase 2 auf 5 anzuheben. Addanc bekommt Zugriff auf den Chaofaktenhort. Auf Bulls Intervention hin, erhält der Terraner ein Vetorecht, was den Einsatz der Chaofakte angeht. Reginald Bull, Anzu Gotjian und Mieke Meideina schließen einen Pakt. Sollte eine der Parteien von ihnen gegen die Interessen der Menschheit verstoßen, nehmen die beiden anderen ihn aus dem Spiel.
Addanc hat unterdessen mehrere Chaofakte an Bord seines Schiffes, der LUCTU, genommen. Beeinflusst von den Auswirkungen der Anhebung auf die Sziento-Phase 5, hat Bull nicht mitbekommen, dass Anzu von Addanc an Bord seines Schiffes abberufen wurde. Sie soll zur Warnung an die Milchstraßenvölker ein Chaofakt abfeuern. Addanc offenbart den Milchstraßenvölkern über Funk, dass zur Warnung von Anzu Gotjian ein Chaofakt in einen unbelebten Raum eingesetzt wird. Und er gibt bekannt, dass Reginald Bull, als neuer Quintarch auf FENERIK tätig ist. Als das Chaofakt abgefeuert wird, erkennen Bull, Gotjian und Meideina entsetzt, dass Addanc sie belogen hat.
 
An den Beginn ihres Romans stellen die beiden Autoren die Besorgnis der beiden Figuren Anzu Gotjian und Reginald Bull, die ihrem jeweiligen Gegenüber nicht vertrauen. Dieser Argwohn, den die beiden Figuren empfinden, beseelt mich auch als Leser. Fruchtet der Auftrag noch, den Anzu Gotjian von Perry Rhodan erhalten hat? Ist sie eine Doppelagentin oder hat sie sich längst auf die Seiten des Chaos geschlagen und in FENERIK eine Heimat gefunden. Letzteres, nämlich in FENERIK eine Heimat zu sehen, betont sie auch noch in dieser Geschichte, auch wenn sie die Gründe dafür nicht benennen kann. Und Bull? Hier hatten die Autoren viel Zeit, um dem ältesten Freund Rhodans Dinge anzudichten, die sein Verhalten verschleierten. Letztlich agieren aber beide Terraner in dieser Geschichte auf Seiten der Menschheit, auch wenn das Ergebnis dieses Romans nicht so ausfällt. Das Duo könnte man noch zu einem Trio aufbohren. Auch für Mieke Meideina wird es Zeit, sich für eine Seite zu entscheiden. Und auch hier scheint dies die Menschheit zu sein.
Die Dinge spitzen sich zu. Es kommt zu einer Entscheidung über Leben und Tod. Vorbereitet haben das die beiden Autoren über die Ereignisse auf Odhner. Dort fällt ein „Auge“ die Entscheidung über ein Leben, das keine lebensfähige Zukunft hat. Übertragen auf die Situation mit FENERIK werden auch dort Entscheidungen gefällt, die ähnlich sind. Nur ungleich drastischer. Und die nicht von allen getragen werden. Addancs Eingreifen hat dies deutlich vorgeführt. Für die Zukunft und die letzten Romane vorausgedacht: Müssen Opfer erbracht werden, damit andere überleben werden?