Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3380

Galaxis im Schatten – Christian Montillon

Der PHOENIX ist auf dem Weg zur Galaxis Malora. Vorher steuert das Schiff den Sternhaufen Yillagmeniir an. Dort befindet sich eine Raumstation, die Kaelom als Leibesspender bezeichnet. Denn der Kurator der Portuu liegt im Sterben. Er benötigt einen neuen Wirtskörper. Das stürzt Meg Ontares in ein Dilemma. Auch Reginald Bull behagt es nicht, dass ein anderes Wesen in die geistige Gewalt eines Parasiten geraten soll. Noch vor Erreichen der Station stirbt Kaelom, bzw. der von ihm besetzte Körper. Der Parasit wird in einer Nährflüssigkeit am Leben erhalten. An der Station angekommen, warten Bull und Ontares ab, bis ein anlegendes Schiff der Portuu eine Schleuse öffnet, um den Stellaren Hauch, mit dem die Station überzogen ist, mit dem Pentaferer zu durchdringen.

Zur Überraschung der beiden Galaktiker enthält die Station die Körper von Portuu in verschiedenen Entwicklungsstadien. Auch genetische Abweichungen können sie beobachten. Bull und Ontares beobachten auch gespinstförmige Wesen von der Art Aelors und Kaelom. Als sie Kaelom einen neuen Körper „besorgen“, wird Alarm ausgelöst. Der nun wieder hergestellte Kaelom kann die Situation beruhigen. Zurück auf dem PHOENIX klärt Kaelom die Besatzung auf. Die Portuu als humanoides Volk gibt es nicht. Die Portuu, das sind Wesen wie Aelor und Kaelom. Sie haben Wirtskörper gezüchtet. Wenn einer ihrer Körper stirbt, wechseln sie in den nächsten. Nun wollen Bull, Ontares, Barstow und die Legende alles wissen. Und Kaelom erzählt. Seine Geschichte beginnt vor 200.000 Jahren:

Exakt anderthalb Milliarden Jahre liegt Geardals Opfergang zurück. Kaelom und sein Freund Aelor bereiten die Feierlichkeiten der Erinnerungsfeier vor. Zu der ist auch Dialon mit seinem Äonenschiff zurückgekehrt. Er hat das achte Brennende Nichts aufgespürt. Bewacht von den Trassenmachern, die es auch nach Malor transportiert haben, liegt die Anomalie im System der Loower, die seit jeher die Kuratoren bei ihrer Arbeit unterstützen. Aelor kommt die Aufgabe zu, das Brennende Nichts zu schließen. Die Vitalenergie zahlreicher Wirtskörper wird dabei verbrannt. Mit einer Schattenhand und unterstützt von seinem Freund Kaelom gelingt das Unterfangen.

Später gehen Aelor und Kaelom die Aufgabe an, eine Museumswelt zu schaffen. Dabei treffen sie wieder auf Dialon, der sie dabei unterstützen will. Dialon hat auf seiner langen Reise damit begonnen, die Programmierung der Trassenmacher zu ändern. Sie besitzen nun die Fähigkeit sich auf Zuruf zu replizieren. Sie können für alle möglichen Arbeiten eingesetzt werden. Eine Bezahlschranke sorgt dafür, dass Aelor, Kaelom und Dialon an jedem neu geschaffenen Exemplar verdienen. Ein halbes Jahrtausend später sind die drei Puertino die berühmtesten, die je gelebt haben. Trassenmacher der neuen Generation sind überall im Einsatz. Bis zum ersten Fehler, der Kaelom das Leben kostet. Als er einen neuen Körper hat, erkennen er und Dialon die Auswirkungen. Die Trassenmacher vervielfältigen sich unkontrolliert. Nur mit Mühe können die Roboter gestoppt werden.

Die Legende ist vom Gehörten entsetzt. Sie hat die Trassenmacher einst geschaffen und dafür gesorgt, dass die Replikationsfähigkeit für keinen Benutzer zugänglich ist. Doch die Geschichte von Kaelom ist noch nicht zu Ende und zeigt das ganze Ausmaß dieses Eingriffs. Denn Kaelom beginnt nun selbst auf einer abgelegenen Forschungsstation mit der Programmierung der Trassenmacher zu experimentieren. Er gibt dies zwar auf, aber er hat nicht bedacht, dass zwei Diebe seine Experimente stehlen. Die Folgen sind verherrend. Aelor und Kaelom finden ein System, das vollständig von den entarteten Trassenmachern aufgefressen wurde. Und sie breiten sich weiter aus.

Das ist nun 80.000 Jahre her. Alle Versuche, die Trassenmacher aufzuhalten, scheiterten. Nur ein Brennendes Nichts könnte sie aufhalten. Nun kennt die Besatzung des PHOENIX Aelors Motiv. Der PHOENIX steht schließlich wenige hundert Lichtjahre vor Malor. Die Galaxis ist dunkel. Nur noch unfassbare Mengen der Roboter füllen den Raum. In dieser Situation materialisiert der Sternwürfel. Aelor meldet sich. Der letzte Ennu Malor kann Malora nicht mehr retten. Aber er will Rache an den Yuit üben, die ihm das Brennende Nichts vor 60.000 Jahren gestohlen haben.

Rezension

Schnöder Mammon verbirgt sich hinter den Problemen, denen unsere Helden hinterherjagen, um sie aus der Welt zu schaffen. An anderer Stelle haben wir schon gehört, dass die Legaten auch nur Frieden wollen. Gibt es keine echten Bösewichter mehr in der Perry Rhodan-Serie?

Die an Gigantismus nicht arme Serie setzt in dieser Geschichte, bzw. mit etlichen Geschichten in diesem Zyklus, noch mal eine Schippe obendrauf. Die Zeiträume verschlagen einem den Atem und alleine an der Vorstellung, einer galaxiengroße Masse an Robotern, muss der Leserverstand kapitulieren.

Zwischen dem unkontrollierten Ausbruch der Trassenmacher und der aktuellen Handlungszeit liegen 80.000 Jahre. Lt. Roman von Christian Montillon ist das ein fünftel der Lebensspanne eines Puertino. Lebt ein Wirtskörper zwischen 200 und 300 Jahren, wären das 1600 Körperwechsel. Bei solchen Schilderungen werden die Probleme, die alleine schon die Langlebigkeit verursachen, komplett ausgeblendet. Extrem unfassbar ist jedoch das Aufrechterhalten einer Erinnerung an Ereignisse von vor 1,5 Milliarden Jahren! Demnach wären Aelor und Kaelom trotz ihrer hundertausendjährigen Lebensspanne die 3750. Generation (!), die die Erinnerung an Geardal aufrechterhält. Sorry, wir wissen doch wie so was läuft. Schon bei der 17. Erinnerungsfeier, die alle 100 Jahre stattfindet, hätte sich kein Geldgeber mehr gefunden. Absolut illusorisch, was Christian Montillon hier schreibt. 😉 Und äh, in den 1500 Millionen Jahren vorher ist niemand auf die Idee gekommen, ein Museum einzurichten?

Am Ende kippt die Geschichte dann noch. Aelor, der durch Kaeloms Schilderungen bald schon wie ein netter Freund erschien, richtet sein Augenmerk auf die Yuit. Die haben ihm das Brennende Nichts gestohlen und ihn in einer Rettungskapsel 60.000 Jahre verlieren lassen. Malora konnte er nicht mehr retten. Nun müssen Bull und Co. doch noch gegen Aelor vorgehen, wollen sie die Yuit retten. Oder kommt es doch anders?

Die Geschichte lässt mich ein wenig ratlos zurück. Einerseits liefert sie Antworten, andererseits stört es mich, dass die literarische Fiktion so ausufert. Weniger wäre mehr gewesen.


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