Articles for the Month of August 2022

Ansichten zu Perry Rhodan Atlantis 12

Nekrolog – von Ben Calvin Hary
Caysey ist mit dem Speicherkristall in die Vergangenheit gereist. Entsetzt muss sie feststellen, dass der Zeitsprung viel zu kurz war. Ihr bleiben nur 35 Minuten, bevor Tolcai das Talagon öffnet. Die Zeitzwillinge von Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger erhalten sonst nicht mehr die wertvollen Informationen aus der Zukunft.
Caysey Aktivitäten bleiben nicht unbemerkt. An Bord der STRAHLKRAFT erkennt Tolcai mit seinem AUGE, dass seine Gegner eine Agentin durch die Zeit geschickt haben. Er gibt Anweisung an Logan Darc, Cayseys Auslesen des Speicherkristalls zu sabotieren. Der Commo’Dyr ist in einem Gewissenskonflikt. Seiner Programmierung nach ist er dem Herrn des Schiffes zu absoluter Loyalität verpflichtet. Aber er hat schon in der Vergangenheit die eine oder andere Intrige durchgeführt.
Während die Zeitzwillinge von Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger auf Tolcai zufliegen, erleben sie Déjà-vus. Winzige Fragmente von Erinnerungen aus der Zukunft vereinen sich mit ihnen. Rhodan hat keine Erklärung. Er ändert aber spontan seine Vorgehensweise. Caysey hat inzwischen die STRAHLKRAFT kontaktiert. Das Schiff gibt das Gespräch weiter an Logan Darc. Der hat die ÜBSEF-Fragmente auf dem Speicherkristall entdeckt. Nach langem Zögern handelt der Zwergandroide.
Die Geschehnisse laufen nun zwar anders ab, als in der Zeitlinie davor. Dennoch können Rhodan und seine Begleiter das Öffnen des Talagons wieder nicht verhindern. Hier schreitet nun RCO-3342/B ein. Der Roboter reißt seinem Herrn das AUGE aus dem Schädel. Die Energiequelle des Auges bewirkt die Neutralisierung der Nukleotiden Pest. Die Katastrophe wird verhindert. Beim Verlust des AUGES geht ein Quant von Tolcais ÜBSEF-Konstante auf RCO über. De Roboter wird zu etwas Neuem. RCO erkennt das selbst und Rhodan gibt ihm spontan den Namen Rico.
Atlan erscheint mit einer großen Flotte und kann nur mühsam davon abgehalten werden, gegen die STRAHLKRAFT loszuschlagen. Der frühere Kommandant des Schiffes, Tolcais Vorgänger Tuun Yomorikon erscheint als Geist und bedeutet Rhodan in seine Zeit zurückkehren zu können. Atlan erhält Kenntnis von Rhodans wahrer Identität und der Zeitreise. Caysey nimmt Abschied von ihrem Dorf. Sie will mit Rowena, Perry und Sichu in die Zukunft reisen. Am Zeitportal kann der junge Atlan einen Blick auf seinen verletzten älteren Ich in der Zukunft werfen. Eine unbekannte Gestalt ist über seinem späteren Selbst gebeugt. Als die Verbindung hergestellt ist, kommt die Gestalt durch den Zeittransmitter. Es ist Joshiron. Und er hat ein rotes und ein schwarzes Auge. Der junge Takerer macht einige kryptische Aussagen. Unter anderem bedeutet er Caysey und Rowena, dass ihre Aufgaben in der Vergangenheit erfüllt seien und sie in die Zukunft reisen dürfen. Joshiron heilt den späteren Atlan durch Handauflegen und gibt Quartam seinen ursprünglichen Körper wieder. Joshiron ist 13000 Jahre zurückgereist und bedankt sich für seine Läuterung. Das Tor wird abgebaut, sobald Rhodan und die anderen in ihre Zeit zurückgekehrt sind. Dann verschwindet Joshiron per distanzlosen Schritt.
Atlans Erinnerung an die Ereignisse wird im Tiefschlafbehälter und Hypnoschulungsbehältern der Kuppel gelöscht. Der Arkonide bekommt somit fünf Jahre vor seinem endgültigen Einzug in die Tiefseekuppel einen Vorgeschmack. Rhodan, Dorksteiger, Rowena und Caysey mit ihrem Baby reisen in die Zukunft.
 
Finale der Atlantis-Miniserie.
Wir erinnern uns. Der Plan sah vor, dass die ÜBSEF-Konstanten von Perry und Sichu extrahiert und auf einen Speicherkristall übertragen wurden. Diesen Speicher sollte Caysey in die Vergangenheit tragen und die Inhalte von der Positronik freigeben lassen. Im Vorgängerroman beobachtet Rhodan Caysey und hofft, dass sie ihren Auftrag erfüllt, während er sich fragt, wie es sich anfühlt, wenn seine ÜBSEF extrahiert wird. Er also sterben wird. Rhodan hat dann keine Zeit mehr, sich mit Caysey zu beschäftigen, denn der junge Joshiron will durch das Zeitreiseportal und Rhodan muss ihn aufhalten. Sie kämpfen. Derweil ist der Speicherkristall schon gar nicht mehr in der Positronik. Caysey findet ihn unter dem Körper von Quartam. Rhodans ÜBSEF konnte gar nicht mehr extrahiert und auf dem Kristall gespeichert werden. Als Caysey durchs Tor geht, sieht sie eine Spiralgalaxie. Ihre letzte Beobachtung ist also, dass Rhodan stirbt. Seine ÜBSEF ist daher nicht auf dem Speicherkristall.
Den Autor freilich kümmert das nicht. In diesem Roman hat alles so geklappt, wie es geplant war. Leider wurde es nur nicht so geschrieben. Autor Ben Calvin Hary bringt die Serie, die er auch als Exposé-Autor betreut hat, dennoch zu einem Ende. Seine Figur Perry Rhodan schwankt zwischen Selbstzweifeln („Was tun wir hier überhaupt?“) und Déjà-vus durch die Handlung. Die Selbstzweifel der Figur wären schon deutlich früher in der Serie angebracht gewesen. Denn Rhodan kann die Geschehnisse nur selten in seinem Sinne beeinflussen. Der Gang durch die Zeit ist seine Entscheidung. Danach tut sich der berühmte Sofortumschalter ein ums andere Mal schwer. Die Geschichte mit Rowena, seiner ärgsten Verfolgerin, die er immer wieder laufen lässt, statt die Dinge zu klären, ist einer seiner Fehler. Ab dem Zeitpunkt des Auftauchens Tolcais mit der STRAHLKRAFT ist der Unsterbliche abgemeldet. Er gewinnt das eine oder andere Scharmützel aber er hat keinen Plan, wie er Tolcai besiegen kann. Stattdessen liefert er ihm auch noch das Talagon frei Haus. Auch hier hatte die Figur (oder die Autoren) unendlich viel Zeit damit verschwendet, Caysey nicht nach dem Versteck des Talagons zu fragen. Der Plan, der hier im Finale umgesetzt wird, stammt auch noch von Blaue-Pille-Quartam. Was für die Serie schon richtig peinlich ist, dass nur durch die Blaue Pille es überhaupt zu einem Plan kommt.
Lässt man nun diverse Fehler und diese Deus ex machina einfach außer Acht, ergibt sich im zwölften Band immerhin ein interessantes Geschehen. Rhodan erlebt Déjà-vus. Er selbst und auch neutrale Beobachter sehen ein geändertes Verhalten gegenüber den ersten Ereignissen. Das war interessant geschrieben und hätte noch mehr Wirkung entfaltet, wenn es noch subtiler in die Handlung eingebaut worden wäre.
Caysey, die nette Atlanterin, ist Hauptakteurin. In ihren Gedanken und Überlegungen ist sie gereift. Dennoch sind einige der Handlungen, die sie vollzieht, nicht glaubhaft. Ihre Überlegungen zur Torintelligenz und zu Algorithmen sind schon abgehoben. Caysey bedient dann eben mal nach zahlreichen Versuchen auch das Hyperfunkterminal richtig. Mit dem Ergebnis, dass die STRAHLKRAFT ihren Anruf erwartet hat. Die Figur hat vieles an der Seite von Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger erlebt. Das heißt aber nicht, dass ihre Auffassungsgabe deren Wissen oder Kenntnisse soweit verinnerlicht hat, wie es der Autor hier stellenweise ausführt. Dennoch ist Caysey die Sympathieträgerin der Serie und die mit Abstand am besten charakterisierte Figur.
Was ist mit Atlan? Dessen Gedächtnislöschung wirkt wenig durchdacht. Alle anderen seiner Wegbegleiter dürfen sich erinnern. Von den positronischen Aufzeichnungen der Raumschiffe ganz zu schweigen. Oder zaubert der Autor hier einen Posizid herbei?
Einer guten ersten Halbzeit folgte eine zweite Halbzeit der Serie mit vielen Showeinlagen und Effekten. Im Finale kann der Autor die Schwächen der Serie, die sich insbesondere im kosmischen Part der Serie auftaten, nicht mehr auffangen. Er will es auch gar nicht. Er schreibt, dass schon normale Zeitreisen mit Logikwirrungen daherkommen, die einem normalen Menschen das Hirn zerbröckeln konnten. Waren hingegen Hohe Mächte beteiligt, konnte man die verbliebenen Regeln des Determinismus anscheinend gleich ruhigen Gewissens aus dem Fenster kippen.
Konjunktiv ist das nicht mehr. Der Autor kippt die Regeln aus dem Fenster und macht deutlich, dass er an nachvollziehbaren Lösungen kein Interesse hat. Er überlässt es auch hier den Lesern, mit seinen Ausführungen zurechtzukommen. Am Ende erledigt Joshiron mit ein bisschen Handwedeln den Rest und die Serie ist zu Ende.
Ich kann die Serie nicht empfehlen. Ich bin froh, damit endlich durch zu sein.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3182

Die Engel der Pallas – von Leo Lukas
Die Chaos-Bake hat mit ihrem neuen Kommandanten Reginald Bull das Solsystem verlassen. Noch hält sich der Rote Stern in der Nähe auf, abgeschirmt von starken Kräften FENERIKS. Der ehemalige Resident nimmt Kontakt zu seiner Nachfolgerin auf. Sichu Dorksteiger wird mit einer ungewöhnlichen Bitte Bulls konfrontiert. Der Unsterbliche, der als Quintarch FEBERIKS wirken soll, will dem Chaoporter eine Spende mitgeben. Eine Mitgift, die seine Loyalität beweist und den guten Willen der Menschheit. Er will einen Himmelskörper in FENERIK integrieren. Die Pallas.
Der Asteroid birgt ein Geheimnis. In den Tiefen wird er von einem merkwürdigen Material durchzogen, das von früheren Prospektoren aufgrund seiner Farbgebung als Metazinn bezeichnet wurde. Und es besitzt PEW-Metall-ähnliche Eigenschaften. Bei einem Unfall rettete sich das Bewusstsein des Terraners Eric in das Metazinn. Er schuf sich dort eine virtuelle Welt. Andere Bewohner der Pallas, die eine Affinität zum Metazinn haben, kamen im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende nach ihrem Tod in diese Welt. Auf der realen Seite der Pallas bewahren die Zinnwächter dieses Geheimnis vor den Behörden.
Während Sichu Dorksteiger die politischen Hebel ansetzt, um dem Wunsch Reginald Bulls zu entsprechen, soll Kontakt zu der Pallasintelligenz im Metazinn aufgenommen werden. Die ehemalige Terranerin Mieke Meideina, die nun eine Ash’sharal ist, reist mit Bull, Aurelia Bina und dem Sorgoren Spateese zur Pallas. Mieke Meideina kann ihr Bewusstsein aus ihrem Körper lösen und in das Metazinn eindringen. Sie nimmt Bull ebenfalls mit. Auf ihrer ungewöhnlichen Reise müssen die beiden feststellen, dass sich in dieser Welt zwei Gruppierungen gebildet haben. Eric, der Altvater herrscht über den einen Teil. Eine zweite Gruppierung unter Günay Thomsipe stellt sich dem Ersten gegenüber. Aber Reginald und Mieke machen auch noch eine andere Entdeckung. Sie stoßen auf das „Betagte Tor“ und Bull sieht Alaska Saedelaere.
Im Solsystem werden die Weichen gestellt. FENERIK benötigt das PEW-ähnliche Metall, um nicht aus der hypergravitativen Trasse auszuscheren und seinen Sturz zu unterbrechen. Und Spateese will unbedingt die Kollision FENERIKS mit der Yodor-Sphäre verhindern. Das Konstrukt, das dabei entstehen würde, könnte weder von Kosmokraten noch Chaotarchen gebändigt werden. Um das zu verhindern, soll FENERIK humanisiert werden. Bulls Berufung als Quintarch und die Aufnahme der Pallas sollen das bewirken. Aber wird das auch gelingen?
 
Leo Lukas hatte die nicht ganz leichte Aufgabe, den Roman von Wim Vandemaan aus der Vorwoche fortzusetzen. Und, hier greife ich schon mal vor, es ist ihm gelungen. Ich habe meine obige Zusammenfassung weniger an den Abfolgen der einzelnen Handlungsebenen orientiert, sondern vielmehr den Fokus auf die verschiedenen Resümees gelegt.
Der Autor verfolgt tatsächlich einen ganz anderen Aufbau seiner Geschichte. Sie beginnt mit dem ersten Menschen, dessen Bewusstsein im Metazinn erhalten bleibt und sich seiner selbst bewusst wird. Der Autor belegt diese Figur auch in der Vorgeschichte mit einem Trauma, so dass sich später ein diktatorisch herrschender Altvater im Metazinn ergibt. Auch dessen Kontrahenten, dem Pallas-Bewohner Günay Thomsipe gibt der Autor eine längere Vorgeschichte. Mit Günay Thomsipe wird eine Figur begleitet, die affin zum Metazinn ist und davon träumt. Sie erhält Kontakt zu den Zinnwächtern. Tragisch, dass Günay Thomsipe bei seiner Flucht vor den Zinnwächtern, die ihn eigentlich von der Aufnahme in die Zinnwelt ausschließen wollen, zu Tode kommt und in seine Traumwelt gelangt.
Interessanterweise wird die Pallasintelligenz getrennt. Und nicht etwa Eric und seine Anhänger wechseln nach FENERIK sondern die Gruppierung um Günay Thomsipe. Auch ein nicht geringer Anteil der Pallas-Bevölkerung will mit FENERIK weiterreisen. Erneut wird ein Schema aufgegriffen, das seit Anbeginn der Serie immer wieder eingesetzt wird. Die Menschheit schafft Ableger an den ungewöhnlichsten Orten.
Geerdeter sind die Zusammenkünfte Sichu Dorksteigers, Perry Rhodans und Reginald Bulls, die der Autor schildert. Erstaunlicherweise sind die Weggefährten Bulls wenig beeindruckt vom Vorhaben des Unsterblichen. Leo Lukas lässt sie die eine oder andere Überlegung hinsichtlich des Doppelagenten Bulls anstellen und in welche Richtung sein Pendel ausschlägt, wenn er sein Engagement vorantreibt. Aber es sind keine düsteren Gedanken, die die Freunde Bulls hegen.
Mit der kurzen Sicht auf Alaska Saedelaere schafft Lukas den Übergang zum nächsten Roman, der den Maskenträger im primordialen Korridor zeigen wird. Ich bin gespannt.

Ansichten zu Perry Rhodan Atlantis 11

Atlantis muss sterben! – von Olaf Brill
Tolcai hat das Talagon geöffnet und die Nukleotide Pest rafft alles Leben auf Atlantis dahin. Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger werden im letzten Moment vom Raumschiff QUARTAM aufgenommen. Der ehemalige, mit Kosmokratentechnologie umgewandelte arkonidische Wissenschaftler, sieht eine Möglichkeit, die Ereignisse doch noch zum Guten zu wenden. Eine erneute Zeitreise soll sie an einen Zeitpunkt bringen, bevor der Kosmokratenroboter das Talagon öffnet. Was so einfach klingt, stellt QUARTAM vor beinahe unlösbare Probleme. Rhodan und Dorksteiger sind kaum noch am Leben. Lediglich der Zellaktivator Rhodans verlangsamt die Nukleotide Pest. Zunächst muss QUARTAM die Vitalenergie verstärken, damit seine Passagiere lange genug am Leben bleiben. Die Verstärkung hat einen unerwünschten Nebeneffekt. Das Leben, das gerade auf Atlantis ausgelöscht wird, erkennt die Vitalenergie und versucht sie mit allerletzter Kraft zu erreichen. Zahlreiche Mutationen behindern QUARTAMS Vorankommen. Ein weiteres Problem ist, dass die Zeitreise die Nukleotide Pest in die Vergangenheit bringen würde. Rhodan und Dorksteiger dürfen körperlich diese Reise nicht antreten.
Das kann nur Caysey. Die Atlanterin hat inzwischen ihren Sohn zur Welt gebracht. Mutter und Kind sind immun gegen die Nukleotide Pest. Wie QUARTAM erklärt, haben die GEN-Experimente der Takerer den „Fluch“ der Totgebärenden zur Folge. Caysey und ihr Baby leben deshalb noch, weil die Nukleotide Pest für sie das Heilmittel ist. QUARTAM nimmt Caysey und ihren Sohn an Bord und fliegt zum Zeittransmitter.
Mit Entsetzen erkennt Tolcai, was seine Feinde vorhaben. Der Kosmokratenroboter, der von der STRAHLKRAFT verlassen wurde, sehnt den Tod herbei. Es ist seine einzige Möglichkeit, aus dem Dienst der Kosmokraten entlassen zu werden. Er verwandelt sich wieder in den takerischen Jungen, der er einst war. Mit seinen letzten Fähigkeiten analysiert er, was QUARTAM und Rhodan vorhaben. Auch er fliegt zum Zeitportal, um die Aktion zu verhindern.
In der Unterwasserstation kommt es zum Kampf. Es ist nur noch 1 Zeitreise möglich. Wer wird sie antreten?
 
Olaf Brills Leistung in diesem Roman besteht sicherlich darin, einen guten Spannungsbogen entworfen zu haben. Dass mich die Geschichte längst nicht mehr anspricht, habe ich in den letzten Rezensionen mehrfach geschrieben. Die Zyklusstory erschien mir in den ersten 6 Heften der Miniserie durchdacht. Zunächst wurden sehr geschickt an verschiedenen Stellen Informationen platziert, die mit dem Fortgang der Serie nach und nach ein umfassendes Bild zeichneten.
Zwar musste das übliche Bedrohungsszenario mal wieder herhalten, aber mit der Zeitreise, mit Atlantis, dem avisierten Ort der Geschehnisse und dem Treffen mit Atlan, der im Konflikt mit den Maahks lag, schuf der Exposé-Autor eine solide Basis für die Serie. Nur leider schien der Exposé-Autor damit nicht zufrieden gewesen zu sein. Er legte nach und führte die Miniserie in der zweiten Hälfte in den kosmischen Überbau der Hauptserie. Lebte die Serie in der ersten Hälfte von gut gezeichneten Charakteren, nachvollziehbaren Jägern und Gejagten-Sequenzen und dem einen oder anderem Geheimnis, wurde alles nun dem kosmischen Überbau und einer wilden, unglaubwürdigen Effekthascherei geopfert. Es erscheint mir so, als hätte man auf dem Weg zu einer Lösung der eigenen Story nicht mehr vertraut, will die ursprüngliche solide Lösung nicht mehr vorantreiben und setzt stattdessen auf billige Effekte. Davon gibt es jede Menge in diesem vorletzten Roman der Serie. QUARTAM vollzieht die irrsinnigsten Aktionen. Verwandelt sich in eine Lichtgestalt und letztlich zurück in den Wissenschaftler, der er vorher war. Perry Rhodan ist meist nur Zaungast. Versprach uns der Roman davor noch einen tollkühnen Plan Rhodans, muss man nun akzeptieren, dass der Held gar keinen Plan hat. Es ist QUARTAM, der den Plan entwirft und Rhodan nickt ihn nur ab. Auch Tolcai vollzieht nun eine unglaubwürdige Verwandlung. In seinem Roboterkörper steckt noch der takerische Junge. Das ist Unfug und passt vor allem nicht zu den Schilderungen zuvor.
Die ersten sechs Romane lebten noch vom Mysterium des Ortes und der Figuren. Die zweite Hälfte gibt das Rätselhafte gänzlich auf. Der Stil ist zwar opulenter geworden aber die Geschichten sind inhaltsleer. Olaf Brill wird nicht müde, die Auswirkungen der Nukleotiden Pest zu schildern. Bei der zwanzigsten oder dreißigsten Schilderung von Körpern und deren Aussehen bin ich zwangsläufig dazu übergegangen, die Passagen zu überspringen, da der Autor in diesen Stellen die Geschehnisse eh nicht voranbringt.
Richtig haarig wird es am Ende. Der Plan sieht vor, dass Perrys und Sichus ÜBSEF-Konstante die Reise in die Vergangenheit machen und ihre Körper sterben. In der Vergangenheit sollen ihre „Seelen“ verschmelzen. Nachvollziehbar sind die Beschreibungen, wie das geschehen soll, nicht mehr. Am Ende ist mir auch unklar, ob die Speicherung auf dem Kristall überhaupt gemacht wurde. Da Caysey den Datenträger schon an sich genommen hat und Rhodan noch kämpfen sieht, wurde das vermutlich dann doch nicht gemacht.