Articles for the Month of August 2022

Ansichten zu Perry Rhodan Tage 2022 in Braunschweig

Die 4. PRFZ-Tage in Braunschweig
Noch Anfang letzter Woche hatte ich meine Bahnfahrkarte nach Braunschweig storniert. Ich hatte einfach keine Lust, bei großer Hitze mit Mundschutz in überfüllten Waggons zu sitzen. Die Reise trat ich mit dem Auto an. Was leider nicht weniger stressig war. Ich stand mind. 1 Stunde im Stau. Die Rückfahrt am Sonntag geriet besser.
Meine Unterkunft in Braunschweig lag nur 100 Meter vom Veranstaltungsort, dem Kinder- und Jugendzentrum Mühle, entfernt. Hier fand schon 1999 der ThoreCon statt. Die Räumlichkeiten reichten für die etwa 200 Besucher locker aus. Im Erdgeschoss war der Einlass, einige Club- und Händlertische und die Weltraumbar Old-Rocketman, in der man auch zu Essen bekam. Auch in der 1. Etage gab es Club- und Händlertische und einen größeren Raum für Programmpunkte. Auf der 2. Etage schließlich lag der Hauptsaal mit einer Bilder-Ausstellung und einem riesigen Risszeichnungsposter von Gregor Sedlag. Vor der Tür hatte der TCE seinen Clubtisch. Was ich vermisste, war ein Außenbereich. Zumindest einen, an den man sich auch mal hinsetzen konnte.
Am Freitag gab es noch kein Programm. Brauchte es auch nicht. Nach zwei Con-losen Jahren war es einfach schön, die vielen Fans mal wieder persönlich zu treffen. Wir machten unser eigenes Programm. Also hauptsächlich quatschen, essen und trinken. Beim Frühstück am nächsten Morgen im Hotel ging das weiter. Nach eineinhalb Stunden Frühstücksgesprächen mit TCE-Mitgliedern machte ich mich auf zum offiziellen Con. Die Con-Tasche, die mir am Einlass in die Hand gedrückt wurde, war prall gefüllt. Auf die Inhalte und das Merchandising gehe ich später ein.
Ich habe nicht alle Programmpunkte besucht. Zum einen, weil sie z.T. parallel liefen, zum anderen, weil ich persönliche Gespräche mit Autoren und Fans vorzog. Dennoch, die Vorträge, die ich mir anschaute, waren (fast) alle interessant.
Im Gruppenraum liefen am Samstag einige Gesprächsrunden. Hermann Ritter holte über den Tag verteilt jeweils für knapp 30 Minuten verschiedene Gesprächspartner zu sich und führte Interviews. Hermann Ritter war für jeden Gast gut vorbereitet und wer ihn kennt, weiß, dass ihm der Schalk im Nacken sitzt. Entsprechend waren die Gespräche nicht nur informativ, sondern auch humorvoll und locker. Ich besuchte u.a. die Runden mit Nils Hirseland, Janina Zimmer und Kai Hirdt.
Im Hauptsaal moderierte wie gewohnt Roman Schleifer einige der Programmpunkte. Hier besuchte ich Ausführungen von Kai Hirdt zu Comics, Erstauflage und Mission SOL. Dann hörte ich mir auch UFO-Akten Revival von Arndt Ellmer an. In die Serie hatte ich vor Jahren mal reingeschnuppert. Ein größerer Programmpunkt war der Atlantis-Miniserie gewidmet. Hier standen Ben Calvin Hary, Kai Hirdt und Olaf Brill Rede und Antwort. Wobei Olaf seine Stimme schonen musste. Interessant war es schon, dass insbesondere auf den zweiten Teil der Serie besonderer Schwerpunkt gelegt wurde. Dieser kosmische Part mit durchgeknallten Kosmokratenroboter und Hohen Mächten ist wohl doch nicht so gut angekommen, wie es scheint. Jedenfalls gab es erheblichen Erklärungsbedarf. Nicht alles davon hat mich überzeugt. Insbesondere die Aussage, dass der Grund, damit Perry Rhodan eingreift, eine Gefahr von unermesslichen Ausmaßen sein muss, überzeugt mich nicht. Perry hätte auch eingegriffen, wenn eine einzelne Person in Gefahr geraten wäre. Oder nur Atlantis hätte eine Gefahr gedroht, in deren Folge Atlan nicht in die Tiefseekuppel hätte einziehen können. Auch das wäre ein vernünftiger Grund für den Helden. Man muss nicht immer die galaxiengroße Keule aus dem Keller holen.
Eine interessante Vorstellung war auch der Vortrag zum Fan-Film „Der Einsame der Zeit“, der seit Jahrzehnten in der Postproduktion ist. Inzwischen hat sich ein Team um Sven Knüppel von der Filmproduktionsfirma Gula-Mons in Hamburg der Sache angenommen. Es wurden diverse Filmschnipsel gezeigt, vor welchen Schwierigkeiten das Team stand und wohl auch noch steht. Denn trotz der ermunternden Aussage, dass es nun fast soweit ist, fehlt doch noch einiges. Unter anderem die Synchronisation. Das Thema wird uns noch weiter begleiten.
Am Abend war auch eine Versteigerung. Der Erlös geht in die Kasse der PRFZ. Auch ich habe meinen Obolus geleistet und von Gerhard Huber das streng geheime Gucky-Plätzchen-Rezept mit Ausstechfigur ersteigert. Für ein Bild von Lie H. Ard bekam ich leider nicht den Zuschlag. Den holte sich Rüdiger Schäfer. So ein Autor hat halt doch mehr Geld als ich. Einer (spontanen) Idee folgend wollte Roman Schleifer auch den gigantischen RZ-Druck des Fiktivtransmitters (Miniserie Wega) von Gregor Sedlag versteigern. Wenn ich mich recht entsinne, hat der Spezialdruck 18000 x 12000 Pixel. Anders ausgedrückt, man sieht keine Pixel, selbst wenn man mit der Nase gegen den Druck stößt. Bei Selbstkosten von ca. 750 EUR hätte schon ein höheres Gebot abgegeben werden müssen. Das war nicht der Fall und vielleicht sehen wir den Druck dann nächste Jahr auch noch mal in Garching. Der Samstag-Abend klang locker im Old-Rocketman aus.
Sonntag lauschte ich Götz Roderer, der auch für den Laien verständlich, Physikalische Modelle vorstellte. Einen sehr lustigen Film von der ESA präsentierte Robert Vogel. Um 11:00 war einer der Höhepunkte, den Wim Vandemaan erzählte eine wenig über den laufenden Zyklus, über die Ideen, die eingebracht wurde und was letztlich daraus wurde. Das war informativ und kurzweilig.
Die beiden letzten Programmpunkte zu 60 Jahre Perry Rhodan und zu Kurs 3200 gingen dann ineinander über. Der Kurs 3200 verriet nichts. Und damit meine ich wirklich nichts. Ähnliche Programmpunkte mit Kurs auf den nächsten Zyklus gab es schon auf zahlreichen Cons und wahrscheinlich wird alleine schon aus Tradition dieser Programmpunkt immer wieder aufgenommen. Aber den kann man getrost streichen. Der Kalauer eines beteiligten Autors, er würde nichts ohne seinen Anwalt sagen, prallte am Publikum ab. Die Beipflichtung eines weiteren Autors zu dieser Aussage, sowieso. Für Garching sollte man sich was anderes ausdenken.
Insgesamt betrachtet, ein wirklich schöner Con nach der langen Pause. Den Veranstaltern von der Perry Rhodan Fanzentrale gilt mein Dank. Ich komme gerne wieder.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3184

Die Advokatin Bukk – von Kai Hirdt
Alaska Saedelaere und Gry O’Shannon sind noch immer im Primordialen Korridor unterwegs. Sie haben dort einen der Architekten FENERIKS, den Chaotekten Perneter Horizont, getroffen. Bei ihrer ersten Begegnung tief in der Vergangenheit während der Bauphase des Chaoporters hat das Cappin-Fragment des Unsterblichen die Aufmerksamkeit des Chaotekten erregt. Nun lüftet Saedelaere seine Maske und Perneter Horizont stirbt. Die beiden Terraner werden des Mordes angeklagt. Ein Fluchtversuch scheitert und die beiden kommen in Haft.
Ihnen droht die Todesstrafe und die Rechtsordnung des Korridors lässt den beiden Terraner auch wenig Hoffnung auf ein gerechtes Verfahren. Denn augenscheinlich ist insbesondere das Element der Verteidigung nur in geringem Ausmaß beteiligt.
Der Advokatin Bukk kommen die beiden Angeklagten gerade zur richtigen Zeit. Sie war selbst schon in Gerichtsverfahren tätig und kennt die Verfehlungen der Rechtsdiener zu Genüge. Sie hat sich davon abgewandt und bewusst die Rolle der Verteidigung übernommen, um den Angeklagten Beistand leisten zu können. Nur leider hat sie noch nie jemand engagiert. Saedelaere und O’Shannon sind ihre ersten Klienten. Und ihre Gegner im Verfahren sind durch und durch brutal und zu allen Gemeinheiten fähig.
Dazu kommt, dass an Angeklagten noch vor der Verhandlung häufig Selbstjustiz verübt wird. Eine von Bukks Stärken ist ihre Nahkampffähigkeit, mit der sie ihre Klienten schützen kann. Leider nicht gut genug. Der Maskenträger wird lebensgefährlich verletzt und Gry O’Shannon rettet sich in Dispersion an einen unbekannten Ort. Bukk will beide zur Verhandlung bringen. Der Anzug der Verheißung soll Alaska heilen und sie selbst sucht die Parabegabte. Die Terranerin ist unterdessen auf Umwegen mit Haretemir Horizont zusammengetroffen. Der zweite Chaotekt ist vom Tod Perneters nicht betrübt. Er will, dass Gry O’Shannon in das Sextadiment hinabsteigt, und dort nach Perneter zu suchen. Vielleicht ist sein Bewusstsein an diesem Ort gefangen. Das wäre etwas, was die beiden Chaotekten immer abgelehnt haben. Die Mutantin gerät in eine unwirkliche Welt und erfährt etwas mehr über FENERIK und seinen Ursprung. Das Fundament des Chaoporters ist ein Geflecht aus ÜBSEF-Konstanten.
Saedelaere glaubt inzwischen, dass er trotz Anzug und trotz Zellaktivator sterben wird. Er will vor Gericht die Schuld auf sich nehmen und vermacht Anzug und Zellaktivator an Gry O’Shannon. Als letzte Tat holt er seine Partnerin aus dem Sextadiment. Es kommt zur Gerichtsverhandlung.
 
Mit dem Titel des Romans führt uns der Autor aufs Glatteis. Aus dem Vorgängerzyklus kennen wir den Advokaten Synn Phertosh, der für die Kandidatin Phaatom tätig war. Und da es in diesem Zyklus auch um Chaotarchen geht, hätte Bukk vielleicht eine ähnliche Funktion einnehmen können. Hätte. Tatsächlich ist Sudvuura Bukk eine klassische Anwältin. Wobei, eigentlich ist sie das nicht. Denn das Rechtssystem im Primordialen Korridor ist etwas verschroben. Man könnte auch sagen: Chaotisch. Was eigentlich seltsam ist, denn die Bewohner des Korridors, die sich als Korridoristen bezeichnen, huldigen weder der Ordnung noch dem Chaos.
Unbestätigten, aber nichtsdestotrotz (un)glaubwürdigen, Gerüchten zufolge, hat sich der Autor Kai Hirdt in der Vorbereitung dieses Romans über Wochen Gerichtssendungen in den Privaten angesehen. Herausgekommen ist eine Geschichte, in der die verschiedenen Parteien und Figuren an diesem Gerichtsdrama mal Kläger, mal Beklagte, mal Richter, mal Henker, mal Täter, mal Unschuldige, mal Jäger, mal Gejagte, mal Verteidiger, mal Staatsanwalt, mal Gefängniswärter, mal Gefängnisinsasse sind. Und ein paar Rollen mehr.
Kai Hirdts Geschichten sind meist komplex. So auch hier. Eigentlich ist das Szenario mit dem vermeintlichen Mord, dem ungerechten Rechtssystem und der seltsamen Verteidigerin schon ausreichend für die Geschichte. Der Autor baut weitere kleine Geschichten ein, die seine Figuren immer tiefer in FENERIK führen. Das ist vom Aufbau ähnlich den Traumwelten in Inception. Insbesondere Gry O’Shannon durchläuft verschiedene Ebenen. Ist der Chaoporter mit seinen Saumwelten schon ein recht merkwürdiges Gefährt, so ist der Primordiale Korridor eine Ebene tiefer eine Welt für sich. Gry O’Shannon führt ihr Weg aber in die (Traum)welt von Sanshy. Die verschafft ihr den Kontakt zu Haretemir Horizont, der sie wiederum in das Sextadiment schickt. Dort trifft O’Shannon ihre Schwester. Oder glaubt, sie zu treffen. Dann geht O’Shannon den Weg in umgekehrter Richtung.
Damit nicht genug, hetzt der Autor die Advokatin der Terranerin hinterher. Sudvuura Bukk macht dabei selbst sehr merkwürdige Erfahrungen. Nicht zu vergessen Alaska, der gegen den Tod, eine Ash’sharal als seine Ärztin und gegen das System kämpft.
Die Einordnung der Geschichte fällt mir schwer. Der Roman hat mir gefallen. Ich kann andererseits jeden Leser verstehen, dem der Roman nicht gefällt. Auf die Geschehnisse muss man sich einlassen können.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3183

Im Primordialen Korridor – von Michael Marcus Thurner
Zwei Terraner suchen nach wie vor einen Weg, um aus FENERIK zu entkommen. Alaska Saedelaere und Gry O’Shannon sind im Primordialen Korridor unterwegs. Sie wissen nur wenig darüber. Der Korridor soll eine Art Fluchtweg sein. Die Erbauer, die beiden Chaotekten Perneter Horizont und Haretemir Horizont, sollen darüber aus FENERIK verschwunden sein. Die Wände des Korridors spiegeln Szenarien aus vergangenen Zeiten wieder.
Nach tagelangem Marsch erreichen die beiden Terraner eine Ausbuchtung, der später weitere folgen. Sie treffen schließlich auf Tshekdar. Der Doomoide verspricht, ihnen mehr über die Erbauer des Korridors zu verraten. Alaska und Gry müssen jedoch vorsichtig sein. Tshekdar ist gerissen. Sie treffen auf verschiedene Spezies. Unter anderen auch auf Yodoren. Der Pakt mit Tshekdar endet unvermittelt. Alaska und Gry werden von ihm und seinen Kumpanen aus dem Primordialen Korridor gestoßen.
Was das heißt, erfahren die beiden Terraner alsbald. Sie sind in die Vergangenheit gereist und beobachten den Bau FENERIKS. Beide geben sich als Qualitätsmanager aus. Sie treffen auf den Oblus. Das Wesen wurde im Inneren eines Braunen Zwergs mit Strahlung aufgeladen. Seine Oberfläche zeigt die gleichen Muster, wie sie Alaskas Cappin-Fragment aufweist. Der Maskenträger ist das einzige Wesen, das den Oblus ungeschützt betrachten kann. Das bringt ihn Anerkennung bei den hiesigen Spezies ein.
Als Perneter Horizont eintrifft, um den Fortschritt des Baus zu begutachten, erhalten Alaska und Gry eine Audienz. Der Chaotekt vom Volk der Osyrnen verrät ein wenig über den Bau. Die Informationen versetzen den beiden Terranern einen kleinen Schock. Sie sind 4 Millionen Jahre in der Vergangenheit! Die beiden Chaotekten sollen als Schlusssteine eine zeitlose Heimat im Fundament FENERIKS finden. Perneter lässt durchblicken, dass er dieses Schicksal nicht will. Er möchte einen Blick auf Alaskas Fragment werfen, weil er sich dadurch erhofft, die Prozesse die er und Haretemir auslösen, besser verstehen zu können.
Doch auch Perneter hintergeht Alaska. Gry O’Shannon kann ihn mit der abyssalen Dispersion vor einem Angriff des Chaotekten retten. Sie erpressen Perneter. Entweder er schickt sie wieder in die Zukunft, oder sie verraten ihn. Der Chaotekt ermöglicht ihnen die Reise wieder an den Ausgangspunkt. Dort überwältigen die beiden Terraner Tshekdar und seine Kumpanen und lassen sich zu Perneter in dieser Zeit bringen. Für den Osyrnen sind vier Millionen Jahre vergangen. Er will nun einen Blick auf das Cappin-Fragment werfen und Alaska lüftet die Maske.
 
Es sind zwei sehr unterschiedliche Romane, die ich an diesem Wochenende aus dem Perryversum gelesen habe. Mit Atlantis Band 12 durfte, nein, musste ich das Finale der Miniserie lesen, das von Ungereimtheiten und abgedrehten Szenarien nur so strotzte.
Dagegen mutet dieser Roman von Michael Marcus Thurner beinahe schon altbacken an. Als ruhigen Gegenentwurf zu den Zeitreiseverwirrungen in Atlantis ist auch die Zeitreise zu betrachten, die von den beiden Protagonisten in Thurners Geschichte absolviert wird. In einem Rutsch vier Millionen Jahre in die Vergangenheit, um ein wenig zum Bau FENERIKS zu erfahren und anschließend zurück an den Ausgangspunkt, wo sie die Bande um Tshekdar überwältigen können. So einfach kann eine Zeitreise sein. Dazwischen menschelt es etwas zwischen Alaska und Gry. Ein schöner, ruhig erzählter Roman, der Atlantis 12 um Lichtjahre schlägt. Das ist selbstverständlich nur meine Meinung. Andere sehen es vielleicht anders herum. Das Gute ist, Perry Rhodan bedient an diesem Wochenende unterschiedliche Leserinteressen.
Interessant ist, dass Saedelaere und seine Begleiterin auf ihrer Wanderschaft im Korridor auch auf Yodoren treffen. Die sind als Hilfsvolk der Kosmokraten bekannt. Der Maskenträger scheint sie nicht zu kennen. Jedenfalls macht er sich keine Gedanken darüber. Es stellt sich die Frage, ob die Yodoren ein Hilfsvolk sind, das seine Dienste beiden Hohen Mächten anbietet? Oder sind es hier nur einzelne Vertreter, die vom Weg abgekommen sind? Oder sind die Yodoren der Milchstraße vom Weg abgekommen? Oder sind alle auf dem richtigen Weg? Ich bin gespannt, wie es weitergeht.