Articles for the Month of Juni 2021

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3121

Das versteinerte Schiff – von Michelle Stern
Auf Ghuurdad sind nach wie vor die Truppen des Chaoporters FENERIK als auch Perry Rhodan und sein Team auf der Suche nach der STATOR-FE. Nach dem Krummen Gryllner ist es den Terranern gelungen auch Vimuin Lichtschlag aufzuspüren. Der Pilot des Kosmokratenschiffs ist allerdings seit 10 Jahren von dem Beiboot getrennt. Die STATOR-FE ist ein besonderes Schiff, das einer anderen Entwicklungslinie von Walzenbeibooten entstammt und gewissermaßen von der LEUCHTKRAFT adoptiert wurde. Doch das Walzenbeiboot ist beschädigt und hat sich zur Regeneration einer Metamorphose unterzogen. Wie das Schiff jetzt aussieht und wo es sich befindet, kann auch der Pilot nicht sagen.
Perry Rhodan und seinen Begleitern bleibt nichts anderes übrig, als in den öffentlichen Informationsnetzwerken nach Spuren zu suchen. Der Paddler Kemur, der inzwischen auch zur Gruppe gehört, ist dabei behilflich und stellt für die Suche und den Transport die KE-wohlfeil zur Verfügung.
Während man sich auf die Suche macht, sorgt der Topsider Hroch-Tar Kroko für Ablenkung. Er lockt mit verschiedenen Maßnahmen die Meute der Munuam in die Irre und verschafft Perry Rhodan einen Vorsprung. Doch die Munuam geben nicht auf. Sie werden selbst unter Druck gesetzt, als ihnen eine Frist zur Erfüllung des Zertifikats gestellt wird. Und Ghuurdad droht weiteres Ungemach. Vom Chaoporter wurden die Arynnen entsandt. Sie werden radikale Methoden anwenden, wenn die Meute versagt.
Als der Standort der STATOR-FE endlich gefunden wird, sind auch die Jäger FENERIKS nicht weit.
 
Michelle Stern setzt an den Anfang ihres Romans verschiedene Elemente. Noch vor dem Prolog, der wieder Reginald Bull und den Sternenruf zum Inhalt hat, setzt sie ein Motto. Es geht um Unterdrückung der Freiheit und den Kampf gegen das Böse. Das passte zur folgenden Geschichte. Allerdings hatte das vorangestellte Zitat einen ungewöhnlichen Verfasser. Es ist Jacob Rhodan. Der Vater des Titelhelden tritt selten in Erscheinung. Dass dann in der Folge Perry einen Tagtraum mit Bezügen zur Familie hatte, die von einem Unglück gezeichnet war, wirkte auf mich etwas fremd, weil es sehr überraschend kam. Zudem war mir diese Passage etwas zu deutlich in der Aussage. Als Leser wusste ich nun, dass es in der folgenden Geschichte Opfer geben wird.
Doch zunächst entwickelte sich eine interessante, temporeiche und kurzweilige Story. Das Figurenensemble, das von der Autorin und ihren Vorgängern im Amt auf Ghuurdad im Einsatz war, wuchs weiter an. Mit dem Paddler und den beiden Besatzungsmitgliedern der STATOR-FE waren deutlich zu viele Figuren im Spiel, die berücksichtigt werden mussten. Kurzer Hand beförderte die Autorin den Krummen Gryllner, Mandanda und Kafka ins Abseits. Auch Gucky wurde zurückgehalten. So gelang es, bei den verschiedenen Einsätzen, den Überblick zu behalten. Zwei weitere Figuren „opferte“ die Autorin im Namen des Mottos, dass die Freiheit ein hohes Gut, und sie zu verlieren, schlimmer als der Tod sei.
Es bleibt spannend. Verschnaufpausen gibt es bislang nicht und neue Bedrohungen werden schon mal lanciert. Sukzessive werden die Hilfsvölker des Chaoporters FENERIK aktiv. Mit einzelnen gestaltwandelnden Swekkter hat Perry Rhodan schon mehrmals Berührungspunkte gehabt. Mit den Gharsen trat dann ein ganzes Hilfsvolk in Erscheinung, das Planeten erobert. Mit den Munuam wurde ein weiteres Hilfsvolk, spezialisiert auf die Jagd, eingesetzt. Die Munuam selbst wissen von den Audh. Nun werden die Arynnen in Stellung gebracht. Freunde, da rollt ne Welle auf uns zu!
Der Leitgedanke des Romans, der sich in den Zwischengedanken spiegelt, war für meinen Geschmack etwas zu dick aufgetragen. Aber es ist ein Heftroman. Da darf das so sein. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung. Soweit ich das überblicke, bleiben wir in Cassiopeia. Nur steht mal nicht Perry im Mittelpunkt.

Ansichten zur Miniserie Wega Heft 07

Oase der Mutanten – von Katharina V. Haderer
Für Gucky, dem letzten Ilt, ist die Begegnung mit der Vergangenheit ein Schock. Er und Reginald Bull sind auf Tramp gestrandet. 45.000 Jahre in der Vergangenheit. ES hat ihnen einen Auftrag erteilt. Die beiden Unsterblichen sollen Wissen über die Gefahr sammeln, in der Perry Rhodan schwebt. Doch Gucky erkennt auch eine Chance, die Geschichte zu ändern. Das sieht sein Freund anders und warnt ihn vor Veränderungen der Vergangenheit. Doch Gucky wäre nicht Gucky, wenn er die Gelegenheit einfach verstreichen ließe. Er macht sich auf die Suche nach Ilts. Was gar nicht einfach ist, denn seine Para-Fähigkeiten werden durch einen unbekannten Einfluss beeinträchtigt.
In einer unterirdischen Oase wird er fündig. Er trifft auf Ilts, die hier eine sichere Zuflucht gefunden haben. Doch der Frieden ist trügerisch. Wächter beschützen die Ilts vor Jägern. Doch die Wächter üben nicht nur eine Schutzfunktion aus. Gucky stößt auf seltsame Lebewesen, die eine eigenartige Symbiose mit seinen Artgenossen eingegangen sind. Als Gucky dem Geheimnis auf die Spur kommt, bringt er sich und die Ilts in Gefahr.
 
Der zweite Roman nach Band 4, der die Bully/Gucky-Handlungsebene zum Inhalt hat, wurde von Katharina V. Haderer geschrieben. Für die Phantastik-Autorin ist es der erste Beitrag zum Perryversum. Der Autorin ist etwas vergönnt, das Leser seit Generationen fordern: Bringt Gucky endlich wieder mit anderen Ilts zusammen! Eine Forderung, der ich übrigens skeptisch gegenüberstehe. Um nicht zu sagen, ablehnend. Als Einzelwesen ist Gucky gerade so zu ertragen. In der Herde, pardon, in einer größeren Gruppe oder gar mit einem ganzen Volk, könnte das schnell albern werden, wie frühere Romane aus den Anfängen der Serie belegen. Nun sind wir hier aber nicht in der Hauptserie sondern in einem Ableger. Da kann man so was durchaus mal probieren.
Wird ein neues Volk in der Serie eingeführt, dann ist neben dem Aussehen vor allem die Frage interessant, was die den lieben langen Tag so machen. Die Ilts sind zwar nicht neu, die Frage ist dennoch nicht so einfach zu beantworten. Aber wenn ich mich recht entsinne, dann machen die eigentlich außer Spielen gar nichts. Der Müßiggang scheint das hervorstechende Merkmal der Ilts zu sein. Das wäre, abgesehen von Bullys Verdruss, nicht besonders aufregend für einen Roman gewesen. Die Autorin findet für die Faulenzerei der Ilts aber eine Erklärung in der Geschichte. Das vermeintliche Paradies, in dem Guckys Artgenossen leben, hat Schattenseiten. Die Autorin fängt diese Schattenseiten zunächst aus der Sicht von Ghiafir ein. Die Iltin verstößt gerne gegen Tabus. Aus ihrem Blickwinkel werden die Gefahren eingeführt, auf die Gucky und später auch Bully treffen. Die Figur Ghiafir zeigt viel Empathie. Die Darstellung hat mir gut gefallen, auch wenn Katharina Haderer in einigen Szenen die Verniedlichung in Sprache und Beschreibung für meinen Geschmack zu häufig einsetzt. Später, in den actionbetonten Szenen, bessert sich das.
Sowohl die Kämpfe gegen die Roboter als auch Guckys Verfolgung der Traumsauger empfand ich ein wenig in die Länge gezogen. Einige Beschreibungen beim Einsatz von Technik, insbesondere der SERUNS, fallen auf, weil sie ungewohnt sind. Beispielsweise wenn der Flugantrieb des SERUNS in den Ohren dröhnt. Das fand ich aber nicht so schlimm. Dem Konflikt zwischen Bully und Gucky, der sich schon im Vorgängerroman andeutete, wird nur wenig Raum gegeben. In der Heftigkeit ist er allerdings ungewohnt. Gucky attackiert seinen besten Freund telekinetisch. Gucky weiß, dass er eine Grenze überschritten hat. Aber er ändert seine Einstellung nicht. Das Zyklusthema über das Galaktische Rätsel ruht in dieser Geschichte. In einer Videokonferenz hat ein anderer Perry Rhodan-Fan heute gesagt, dass es reichen wird, Band 12 der Miniserie zu lesen. Die Oase der Mutanten hat zum Zyklusthema nichts beigetragen. Rhodan und Wetherby sind wesentlich aktiver unterwegs. Ohne allerdings mit Erkenntnissen punkten zu können. Es könnte also wirklich sein, dass erst in Band 12 Entscheidendes passiert.
Die Geschichte über die Oase der Mutanten ist auf ihre Art unterhaltsam, wenngleich der Episode etwas mehr Spannung gut getan hätte. Gefallen hat mir, dass Gucky, trotz seiner Einschränkungen in Bezug auf seine Fähigkeiten, überzeugend agiert. In Heft 4 war der Unsterbliche noch künstlich zurückgehalten worden. Katharina V. Haderer lässt ihn in ihrem Roman von der Leine.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3120

Die Gilde der Kidnapper – von Susan Schwartz
Mit dem Eingreifen der BJO BREISKOLL konnte die JOZZVAR vertrieben werden. Auf Ghuurdad ist die Meute der Munuam allerdings noch immer im Einsatz. Masurosh will unbedingt das Zertifikat erfüllen. Der Krumme Gryllner ist ihrer Meute entwischt. Aber da ist noch Vimuin Lichtschlag von der STATOR-FE. Ihn will sie in die Tentakel bekommen. Die Meutenführerin tut sich mit der Gilde der Kidnapper zusammen. Diese Organisation ist auf Ghuurdad gut vernetzt und soll die Munuam unterstützen. Sehr unterschiedliche Vertreter von Gaids, Tefrodern und Maahks gehören der Gilde an. Außerdem der junge Paddler Kemur, der gerne eigene Wege geht.
Auch Perry Rhodan und seine Begleiter wollen unbedingt zu Vimuin Lichtschlag gelangen. Als Pilot eines Kosmokratenschiffs besitzt er wertvolle Informationen und kann vielleicht etwas zum Verbleib der LEUCHTKRAFT und von Alaska Saedelaere sagen. Während sowohl Munuam, die Gilde der Kidnapper als auch Rhodans Team sich auf die Suche nach Vimuin Lichtschlag machen, erscheinen zwanzig Ornamentraumer der Gharsen im System. Begleitet wird die Flotte von einem unbekannten Diskusraumschiff, das aufgrund seiner Bauart als Scherbenschiff bezeichnet wird. Später kehrt auch die JOZZVAR zurück. Die BJO BREISKOLL bringt sich auf Geheiß Perry Rhodans in Sicherheit.
Auf Ghuurdad kommt der Unsterbliche in Kontakt zu Vimuin Lichtschlag und erhält von ihm wichtige Informationen. Doch auch die Gilde der Kidnapper hat erfolgreich recherchiert und stört das Treffen. Welche Partei wird sich durchsetzen?
 
Mit der Gilde der Kidnapper hatte die Autorin Susan Schwartz keine leichte Aufgabe. Die bisherigen Romane dieser Handlungsebene waren durch die Bank spannend geschrieben. Aber die verwendeten Elemente nutzen sich etwas ab. Was Neues musste her. In den bisherigen Auseinandersetzungen mit den Abgesandten des Chaoporters konnten sich die Terraner bislang durchsetzen. Interessanterweise setzen die Vertreter des Chaos nicht auf eine offene militärische Präsenz. Entweder weil sie die nicht haben oder weil sie aus welchen Gründen auch immer, einen solchen Auftritt scheuen. Perry Rhodan kann es nur recht sein. Dem Leser auch. Die Konfliktparteien begegnen sich auf Augenhöhe und im Ergebnis gibt es spannende Romane. Nun allerdings musste Susan Schwartz beim Gegner eine Schippe drauflegen, denn sonst wäre das terranische Einsatzteam mit dem Krummen Gryllner und Vimuin Lichtschlag von Ghuurdad abgereist.
Die Munuam werden von den Gharsen unterstützt, die wir schon kennen. Dieses Volk bleibt jedoch in dieser Geschichte im Hintergrund, ebenso eine weitere Partei, die momentan nur das Scherbenschiff genannt wird. Um nicht zum wiederholten Male die gleichen Auseinandersetzungen zwischen Munuam und Terranern zu schildern, setzt die Autorin auf eine Auseinandersetzung zwischen Stellvertretern dieser beiden Gruppierungen. Die Gilde der Kidnapper soll für die Meute die Kastanien aus dem Feuer holen. Auf der Gegenseite ist die Stellvertretung anfangs nicht so deutlich. Aber Vimuin Lichtschlag hat mehr Anteil, als Rhodan ahnt.
Damit hat es die Autorin geschafft, die bekannten und somit für die Leser berechenbaren Gegner, bzw. Parteien zu ersetzen. Die Stärken und Schwächen der neuen Gruppen, bzw. Einzelfiguren und vor allem deren Motive, waren den Lesern somit unbekannt. In die Gilde der Kidnapper wiederum hat die Autorin eine weitere unbekannte Komponente eingebaut. Aus diesen unbekannten neuen Komponenten bezog der Roman seinen Reiz. Nicht ganz so spannend wie zuletzt aber unterhaltsam.