Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2848

Paraschock – von Uwe Anton – Handlung:

Anfang Juni 1518 NGZ liegt die RAS TSCHUBAI nach wie vor im Hyperfrost auf dem Planeten Medusa. Die beiden Kerouten Glaslinc und Paikale versuchen mit ihren Fähigkeiten als Hüter der Zeiten in das Schiff vorzudringen. Verstärkt werden ihre Parafähigkeiten durch Kapuzen aus PEW-Gewebe und von den Terranern der TOMASON zur Verfügung gestellte SEMT-Hauben. Die beiden Kerouten können tatsächlich erste Erfolge verbuchen. Sie erkennen die Muster von Indoktrinatoren und sie können die Schemen mehrere Besatzungsmitglieder erkennen, die in Suspension liegen, darunter Perry Rhodan und Gucky. Von einer Befreiung der RAS TSCHUBAI aus dem Hyperfrost ist man aber noch weit entfernt.

In Yeenis, der Hauptstadt von Liemer, dem vierten Planeten des Achavursystems, ist unterdessen die USO-Agentin Berenice Hashbatin für Monkey im Einsatz. Sie tarnt sich als Archäologin, die in alten lemurischen Kavernen unter Yeenis eine Drokartronik untersucht, die dort gefunden wurde. Die Positronik arbeitet mit PEW-Metall und dafür interessiert sich auch die Gläserne Insel. Deren Agent Vacdin Faiersal ist ebenfalls vor Ort und Berenice lässt sich dienstbeflissen auf eine Affäre mit Faiersal ein, um dem Agenten die notwendigen Informationen zukommen zu lassen. Denn die Tefroder sollen in eine Falle gelockt werden.

Ahasver Solo, Kommandant der TOMASON unterrichtet die Solare Premier über den Stand der Dinge und auch über Monkeys Plan, Mutanten der Tefroder zu entführen, um mit deren Hilfe die RAS TSCHUBAI zu befreien. Cai Cheung stimmt Monkeys Plan zu und Projekt Morgenglocke wird in Angriff genommen. Die YART FULGEN fliegt das Achavursystem im Hoheitsbereich der Trans-Genetischen Allianz an und Monkey geht mit dem Siganesen Kayl Vardo und dem Anti Ruval Hanóor in einen Einsatz. Monkey tarnt sich als der Parawissenschafter Dyawad Thane, der die Drokartronik angeblich aktivieren kann. Da das Gerät in Wirklichkeit ein Fake ist, sollen Vardo und Hanóor mit Effekten die angebliche Aktivierung glaubhaft erscheinen lassen. Bei der Lichtshow ist auch Vacdin Faiersal dabei. Dem Agenten wird vorgegaukelt, dass die Maschine die telekinetischen Kräfte von Ruval Hanóor verstärkt. Was würde die Maschine erst mit einem starken Mutanten anstellen?

Monkeys Plan geht auf. Vetris-Molaud entsendet die Mutanten Balgen Orgudd und Dienbacer nach Liemer. Die beiden Mutanten sollen die Drokartronik untersuchen und für das Tamanium sichern. Vacdin Faiersal ist misstrauisch geworden. Er vermutet eine Falle hinter der Aktion. Als er die beiden Tefroder warnen will, wird er von Berenice Hashbatin aufgehalten, die er im Zweikampf tötet. Im Raum mit der Drokartronik setzt der Anti Ruval Hanóor seine zweite Fähigkeit ein. Er kann Psi-begabte Wesen mit einem Paraschock außer Gefecht setzen. Der Anti stirbt bei der Aktion, aber Monkey kann die beiden Mutanten zusammen mit dem Siganesen entführen. Auf der Flucht tötet der Oxtorner den Agenten Vacdin Faiersal.

Noch während die YART FULGEN auf dem Rückflug zum Planeten Medusa ist, meldet sich Bostich bei Monkey. Der Ex-Imperator will die Tiuphoren und den Zeitriss mit allem bekämpfen, was zur Verfügung steht. Der Arkonide plant den Einsatz von Teslym-Geschossen und von terranischen SHIVA-Aufrissbomben. Zurück auf Medusa verweigern die beiden Mutanten die Kooperation. Monkey nimmt Kontakt zu Vetris-Molaud auf und überzeugt den Tamaron davon, den beiden Mutanten einen Einsatz zu befehlen. Es ginge dabei um die tiuphorische Bedrohung und dem Sammeln notwendiger Informationen über die Tiuphoren. Der Handel kommt zustande.

 

Rezension:

Als Monkey nach Medusa zurückkehrt, wird er dort mit den Worten begrüßt: „Wir haben sinnvoll gewartet, doch der Sinn hat sich nicht eingestellt.“ Das könnte auch mein vorgezogenes Fazit für die Handlung um die RAS TSCHUBAI sein!

Für den Einstieg in seinen Roman wählt Uwe Anton ein Szenario, das wir bereits kennen. Paramental begabte Kerouten versuchen in die RAS TSCHUBAI vorzudringen, die im Hyperfrost eingeschlossen auf Medusa liegt. Schon die beiden Kontakt-Orter Beldech und Töyontur sind bei ihren Versuchen trotz Glasfrost gescheitert. Auch die nächste Karte, die Uwe Anton zieht, setzt auf das gleiche Vorgehen. Da aller guten Dinge drei sind, sollen nun tefrodische Mutanten besorgt werden. Die Entscheidung dazu wurde bereits in Band 2839 getroffen. Leider lässt sich der Autor für diese Entwicklung, die ich als Leser bereits im Umsetzungsstadium wähnte, zu viel Zeit und zitiert unnötigerweise aus dem alten Roman. Auch sonst setzt der Autor in der ersten Romanhälfte für meinen Geschmack zu häufig auf Wiederholungen. Zudem vertändelt Uwe Anton die Story unnötigerweise, als er Cheung und Monkey das Thema erneut besprechen lässt, und die Premier fragt, ob Monkey das Mutantenkorps ausschalten will. Für diese Frage gab es überhaupt keinen Anlass. Wäre es nur um die Thematik der RAS TSCHUBAI-Befreiung gegangen, hätte die Geschichte mich an der Stelle bereits gelangweilt. Glücklicherweise verfolgt der Autor noch eine zweite Handlungsebene, bei der zu Beginn unklar war, was sie mit den aktuellen Geschehnissen verbindet.

Dass sich die Handlung um die RAS TSCHUBAI im Hyperfrost überhaupt wie Kaugummi zieht, hat wieder einmal mit einem der allzu bekannten Mustern zu tun, denen die Perry Rhodan-Serie so gerne folgt, nämlich Personen und Gruppierungen, die Hilfe von anderen erhoffen, tun nicht das Notwendige, um die Helfenden zu unterstützen. Das Vorenthalten von Informationen steht dabei an erster Stelle. Inzwischen hat sich dieses Muster zu einem Running-Gag entwickelt und die Autoren machen sich ihre Späßchen damit, wenn ihre Figuren, meist sind es unsere Helden Perry und Co. mal wieder fluchend über ein solches Szenario herziehen. In der Geschichte von Uwe Anton sind die Vorzeichen einmal anders herum. Perry hat mit seiner im Hyperfrost liegenden RAS TSCHUBAI den Terranern ein Rätsel aufgegeben. Er will gerettet werden aber an eine Botschaft an die Finder des Schiffes hat er nicht gedacht.

Der Roman von Uwe Anton begann also wenig vielversprechend und vor allem sehr holprig. Als die YART FULGEN endlich in den Einsatz geht, ist die erste Romanhälfte bereits vorbei. Und auch die Einsatzbesprechung Monkeys nutzt Uwe Anton für langatmige Wiederholungen. Als Leser stellte sich mir lediglich die Frage, was den USO-Chef nach Liemer getrieben hat. Diese Frage wird dann schnell beantwortet und damit die Verbindung Liemers zu Monkeys Plan erklärt, die tefrodischen Mutanten in eine Falle zu locken.

Spannung kam nur selten auf. Hin und wieder kann der Autor mit einem trockenen Kommentar punkten, beispielsweise die Bemerkung von Cheungs Adjutanten zu Monkeys Leidenschaften, bzw. Freunden.

Der Autor bringt in seiner Geschichte jede Menge an technischen Informationen unter. Insbesondere die YART FULGEN wird mit Leistungsmerkmalen beschrieben. Die Daten sollen wohl dem Leser suggerieren, dass hier eine Macht im Spiel ist, die es mit so ziemlich allem aufnehmen kann. Leider entwickelt sich die Handlung selten analog der technischen Fakten, sonst wären die Krisenherde der aktuellen Handlung, nämlich Tamanium, Tribunal und Tiuphoren, längst ad Acta gelegt. Die Leistungsdaten des USO-Flaggschiffs werden die Handlung also nicht vorantreiben oder entscheidend beeinflussen können.

Neben diversen im Glossarstil gehaltenen Beschreibungen sorgt Uwe Anton auch an anderen Stellen für Ablenkung von der schwachen Story. Da werden ein paar historische Informationen zur Trans-Genetischen Allianz eingeflochten oder mal kurz der erweckte Meister der Insel erwähnt. Es bleibt einmal mehr unklar, ob der MDI noch eine Rolle in diesem Zyklus spielen wird oder erst in einem späteren Handlungsbogen.

Fazit: Eine durchsichtige Story, in der Uwe Anton nur ein Element geschickt kaschierte, nämlich den Titel. Den Begriff Paraschock bezog ich auf die RAS TSCHUBAI. Tatsächlich war der Paraschock dann ein Schöckchen am Rande.

 

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