Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2825

Unter dem Sternenbaldachin – von Robert Corvus – Handlung:

Die infizierten Posbis auf der BRUSSILOW I greifen die Cheborparner an. An Bord der KRUSENSTERN versucht Marian Yonder alles, um die belagernden cheborparnischen Schiffe von ihren friedlichen Absichten zu überzeugen, jedoch vergeblich. Nach einem Beschuss löst sich das Beiboot in seine Bestandteile auf. Im Alleingang und ohne Rücksprache mit Yonder fliegt Amaya los, um nach Posbis zu suchen, die den Untergang der BRUSSILOW I überlebt haben können. Es gelingt ihr Madame Ratgeber zu retten. Allerdings muss sie den Posbi Gava von Chort töten, der durch die Paranoia jede Kontrolle verloren hat.

Indessen sind Viccor Bughassidow und Jatin an Bord eines Shuttles auf dem Weg zum Planeten Eyyo. Sie werden von der Anoree Meechyl und dem Syntharchen Voyc Lutreccer begleitet. Der Anflug auf die Dunkelwelt ist beeindruckend. An den Polen erheben sich Stationen von über 100 km Höhe. Zwischen diesen Stationen sind gigantische Bahnen gespannt, die den Planeten mit Licht und Wärme versorgen. Unter dem Sternenbaldachin präsentiert sich Eyyo als grüne Welt mit zwei Meeren. Der Flug geht zur Stadt Glays am Nordufer eines der Meere. Die Syntharchin Tammal Zeygast empfängt die Gruppe.

Auf die Balpirol-Proteindirigenten angesprochen, verteidigt Zeygast den Einsatz der Waffe. Im bevorstehenden Kampf gegen die Tiuphoren könnte sie den Milchstraßenvölkern eine letzte Chance verschaffen. Bughassidow hört zum ersten Mal von den Tiuphoren. Er will mehr erfahren, insbesondere über die Motive der Eyleshioni und deren Werdegang. Tammal Zeygast willigt darin ein, dem Eigner der KRUSENSTERN einen Einblick in die Geschichte Eyyos zu geben. Mit Hilfe der Anoree Meechyl werden dem Terraner Sonden ins Gehirn geschoben, die den Zweck haben, Erinnerungen zu übermitteln. Das Prozedere ist nicht für Terraner abgestimmt und daher lebensbedrohend. Aus Sicht unterschiedlicher Eyleshion der Vergangenheit bekommt Bughassidow Stationen der Geschichte gezeigt.

132.000 Jahre zuvor ist es Bughassidows Aufgabe, Abtrünnige im Volk aufzuspüren. Die Purpurteufe hat Eyyo über 20 Millionen Jahre in die Zukunft versetzt. Aber es gibt Eyleshioni, die Eyyo endlich verlassen wollen. Das lassen die Verantwortlichen nicht zu. Das Projekt Sternenbaldachin soll das Überleben des Volkes sichern. Beim Bau kommt es zu einer Katastrophe mit Millionen Toten. Die Eyleshioni beginnen damit, sich für Hypertechnologie im UHF-Bereich zu interessieren. 130.000 Jahre vor der Gegenwart wird das Volk genetisch manipuliert. Den Eyleshioni wird eine Scheu vor dem All angezüchtet. Nur noch einzelne Vertreter können den Planeten verlassen. Die Obergrenze des Volkes wird auf 10 Millionen begrenzt, um das ökologische Gleichgewicht Eyyos nicht zu gefährden. Vor 101 Jahrtausenden trifft ein Eyleshion auf Lkandoner. Die Eyleshioni bekommen den Kampf der Lemurer gegen die Haluter mit und erleben später den Aufstieg der Menschheit unter Perry Rhodan zu einem galaktischen Machtfaktor. Der Sternenschwarm, der durch die Galaxis zog, hatte keinen Einfluss auf die Eyleshioni. Vor 357 Jahren wurde der Kontakt zu den Anoree hergestellt. Eine kleine Kolonie der Anoree mit gerade 100 Bewohnern entsteht auf Eyyo. Vor 261 Jahren kommt man in Kontakt zu den Cheborparnern. Die Eyleshioni lassen sich Fluchtraumschiffe bauen, um bei einer Rückkehr der Tiuphoren fliehen zu können. Vor 174 Jahren wird in Erwägung gezogen, sich TRAITOR zu offenbaren und unterzuordnen. Schließlich wird die Entscheidung getroffen, in der Hyper-Versunkenheit zu verblieben und alle Aktivitäten einzuschränken.

Der Durchgang durch die Geschichte hat Bughassidow zugesetzt. Er muss sich erholen. Der Anoree Meechyl lässt sich immerhin die Aussage entlocken, dass die Partitur der Balpirol-Proteindirigenten geändert werden und so die Posbi-Paranoia geheilt werden könnte. Bughassidow und Jatin schmieden einen Plan. Sie wollen Meechyl mit Hilfe einer bewusstseinsändernden Substanz gefügig machen, ihr die Daten zu den Balpirol-Proteindirigenten stehlen und auch ein Shuttle in ihre Gewalt bringen und dann von Eyyo fliehen. Der Plan wird umgesetzt. Im Labor der Anoree bekommt Bughassidow Zugang zu verwirrenden Daten. Eyyo wurde von der Purpurteufe über 20 Millionen Jahre transportiert. Der Milliardär denkt sofort an die Bughassidow Kaverne auf dem Jupitermond Europa, die ähnlich alt ist. er forscht in den Daten nach Medusa und findet tatsächlich Einträge, die auf den Planeten hinweisen.

Die Eyleshioni vereiteln die Flucht von Bughassidow und Jatin. Der Rat der Syntharchen kommt zum Ergebnis, dass die Bedrohung durch die Tiuphoren ohne Verbündete nicht zu meistern sei. Die LFT könnte ein solcher Verbündeter sein. Man will Bughassidow als Vertreter der LFT ziehen lassen. Der Milliardär will ins Solsystem und die Bughassidow-Kaverne aufsuchen. Damit er und Jatin im Sinne der Eyleshioni handeln, bekommen sie Mentalmodulatoren eingesetzt. Meechyl und Voyc Lutreccer gehen mit an Bord der KRUSENSTERN.

 

Rezension:

Mit dem zweiten Band seines Gastbeitrags setzt der Autor Robert Corvus die Erlebnisse von Viccor Bughassidow und Jatin fort. Die Ereignisse an Bord der KRUSENSTERN, die im ersten Teil noch dominierten, werden auf ein Minimum reduziert. Im Vordergrund stehen die implantierten Erinnerungen, über die Bughassidow Einblick in Teile der eyleshionischen Geschichte bekommt. Die Zeitsprünge zu den verschiedenen Abschnitten der Geschichte Eyyos trugen dazu bei, dass die Ereignisse, die der Roman schildert, sehr intensiv erlebt werden konnten. Auffällig sind die vielen Vergleiche, die der Autor anstellt, wenn es darum geht, eine fremde Technologie zu schildern oder eine fremde Handlungsweise zu erklären. Der Autor lässt selten etwas stehen oder einfach so wirken. Er greift häufig zu Erklärungen, die aber stets durchdacht sind. Dennoch gibt es Widersprüche und auch die gewählten Zeitpunkte oder Ereignisse der Geschichte sind zu kritisieren.

Mit Bughassidows Teilhabe an den Erinnerungen der Eyleshioni versprach der Autor einen Einblick in die Geschichte dieses Volkes. Tatsächlich legt der Autor den Schwerpunkt der geschilderten Lebenserinnerungen aber nur selten auf den Werdegang der Eyleshioni sondern vielmehr auf Streiflichter von Begegnungen einzelner Eyleshioni mit Vertretern von Milchstraßenvölkern zu herausragenden historischen Zeitpunkten. Das ergab zwar den einen oder anderen Aha-Effekt, aber etwas mehr über den Stellenwert der Eyleshioni im Kodex, den Transport mit der Purpurteufe und die eigentliche Entwicklung dieses Volkes hätte es schon sein dürfen.

Nicht erklärt wurde, warum die Eyleshioni plötzlich verstärkte Aktivitäten entwickeln. Durch die Purpurteufe wurden 20 Millionen Jahre übersprungen. Bleiben ca. 132.000 Jahre, die das Volk, trotz einiger Rückschläge, in Sicherheit verbracht hat. Die Aktivitäten zum Bau von Fluchtschiffen begannen mit dem Kontakt zu den Cheborparnern lange vor dem erneuten Auftauchen der Tiuphoren. Berücksichtigt man den Zeitraum von gut 130.000 Jahren davor, dann kommen diese Anstrengungen plötzlich und überraschend. Die angezüchtete Raumscheue macht den Bau von Fluchtschiffen oder gar deren Einsatz widersinnig.

An einer Stelle des Romans lässt Corvus seinen Protagonisten Bughassidow die Aussage tätigen, dass dieser das Gefühl habe, ihm würden entscheidende Fakten fehlen. Dem kann ich aus Lesersicht zustimmen. Der Autor hat zum Teil nur Belanglosigkeiten verbreitet. Aber der Kampf der Lemurer gegen die Bestien, der Aufstieg des Solaren Imperiums, der Schwarm und andere Ereignisse erklären eben nicht die Geschichte der Eyleshioni. Die wichtigen Daten liefern wohl andere Romane. Der Gastautor hat seine Sache gut gemacht, aber bestimmende Elemente durfte er nicht verbreiten. Am Ende werden seinen Figuren Mentalmodulatoren eingepflanzt. Ein schreckliches Gerät, das sicherlich von den Expokraten erfunden wurde und auch bei Gastautoren Anwendung findet. Robert Corvus ist somit entschuldigt. Er konnte nicht gegen den Willen der Expokraten handeln und Erkenntnisse in seinen Roman einbauen, die den Zyklus mal ein wenig voran gebracht hätten.

Insgesamt ein gelungener, wenngleich wenig spektakulärer Gastbeitrag. Der Schreibstil des Autors ist gegenüber seinen Stardust-Beiträgen runder, gefälliger und abwechslungsreicher geworden.

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