Garching Con 2015 Teil 2

Weiter geht’s mit meinem Con-Bericht. Im Vorfeld war zu erfahren, dass der als Programmpunkt geplante Kostümwettbewerb ausfallen musste. Es hätten sich zu wenige Teilnehmer gemeldet. Nun, diese beiden vom Fabylon-Verlag (in der Mitte Uschi Zietsch) hätte sowieso keiner schlagen können!

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Bevor am Freitag der Con-Prolog startete, trafen die ersten Fans und Autoren ein. Im Bild von links nach rechts Peter (Piet) begeisterter Sammelkartenspieler, Andrea, Uwe, Volker, Uwe Anton und mit dem Rücken zu uns Robert Ernsting, der auf dem Con das Buch Time Splitter – Einsteins Vermächtnis vorstellte, ein bisher unveröffentlichtes Manuskript seines Vaters Walter Ernsting, das im Hesper Verlag erscheint.

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Dann ging es drinnen weiter. Der Con-Trailer war dieses Jahr relativ unspektakulär. Mir ist nur wenig in Erinnerung geblieben. Anschließend bat Stefan Friedrich, der lässig und locker wie immer durch die nächsten drei Tage führte, die Redaktionsmitglieder Sabine Kropp und Klaus Bollhöfener aufs Podium. In meinen ersten Eindrücken hatte ich ja schon von den geplanten 2-3 Serien berichtet. Klaus Frick hat im Netz bereits reagiert und ein bisschen zurückgerudert. Tatsächlich aber hat Sabine auf Nachfrage aus dem Publikum, wann die erste Kurzserie starten würde, das Frühjahr 2016 in Aussicht gestellt. Na, mal sehen!

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Obwohl dieses Jahr die Serie mit 54 Jahren kein rundes Jubiläum erwartet, wird es doch Aktionen geben. Am 06. Oktober jährt sich der Todestag von Johnny Bruck zum 10. Mal und aus diesem Anlass haben die vier aktuellen Titelbildzeichner eine Reminiszenz an den Altmeister erstellt. Es wird, wenn ich mich richtig erinnere, von Heft 2824-2827 jeweils ein TiBi geben, das den Stil Brucks zum Inhalt hat. Wie Klaus Bollhöfener betonte, sollen dabei Brucks Stil und der Stil der aktuellen Zeichner gleichermaßen zum Ausdruck kommen. Die vier TiBi seht ihr in den folgenden Bildern.

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Anschließend wurden die Plejaden-Hörspiele vorgestellt. Dennis Ehrhardt und Christian Montillon plauderten unter der Moderation von Roman Schleifer munter drauf los. Da ich die Serie abonniert habe und die Premierenfeier erlebte, gab es zumindest für mich nichts Neues. Auf Nachfrage ans Publikum, wer die Hörspiele konsumiert, hoben sich nur wenige Hände. Das Interesse scheint nicht groß zu sein. Zumindest bei den Anwesenden. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum die Hörspielreihe momentan mit einem starken Preisnachlass zu erwerben ist. Vom Rest des Programms am Freitag habe ich dann nichts mehr mitbekommen.

 

Samstag war dann die offizielle Con-Eröffnung und auch der 2. Bürgermeister von Garching begrüßte die Anwesenden mit einem Grußwort. Ich habe an etlichen Kaffeeklatschrunden teilgenommen. Zunächst Uwe Anton, gefolgt von Leo Lukas, dann Oliver Fröhlich zusammen mit Christian Montillon, gefolgt von Marc A. Herren, der zusammen mit Arndt Drechsler erschien. Auch die beiden Frauen des Autorenteams, Michelle Stern und Verena Themsen traten zusammen auf. Zuletzt besuchte ich noch Michael Marcus Thurner. Auf den Fotos sieht das alles ein bisschen leer aus. Aber das Zimmer ist nicht groß, so dass sich meist zwischen 20 und 30 Fans darin eingefunden haben. Als ich die Kamera zückte waren noch nicht alle da.

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Uwe Anton ist dann auf meine Fragen zu den Tiuphoren, dem vermissten Tiefgang zu diesem Volk und zu den Problematiken einer Zeitreise eingegangen. Da ich den erwähnten Tiefgang vermisse und der letzte Roman von Uwe Anton zwar in der Hinsicht etwas mehr geboten hatte, hat der Autor aber nochmals klargestellt, dass die Produktionsabläufe für ihn als Autor natürlich zu berücksichtigen sind. Drei Monate vor Erscheinen von 2819 muss sein Roman abgegeben sein. Rechnet man also 12 Hefte grob zurück, dann sind wir nach seinem Stand relativ am Zyklusanfang. Wenn Tiefgang vermisst würde, dann in den Romanen davor. Vielleicht hat auch die Exposé-Steuerung zu diesem Thema nicht optimal funktioniert. Zur Zeitreiseproblematik, die ich auch kritisiere, hat Uwe eine einfache Antwort parat. Er hält es aus dramaturgischen Gründen für wichtiger, die Auswirkungen einer Zeitreise nicht in ein Korsett zu pressen. Die Figuren müssen in einer unsicheren Umgebung agieren. EGWEG oder Beharrungskräfte der Zeit sollen mit einer gewissen Freizügigkeit durch die Autoren ausgelegt werden können.

Leo Lukas sprang für den erkrankten Arndt Ellmer ein. Ich nutzte die Gelegenheit und sprach ihn auf den Roman 2796 an, der ja auch kontrovers diskutiert wurde. Ich wollte wissen, wie die Figur Kulgneeck entstanden ist, wie die Strömungen der Naats entstanden sind und wie Leo die Kritik an dem Roman wahrgenommen hat. Im Exposé waren zwar die Naats enthalten, in welchem Umfang diese Volk von Leo Lukas zu berücksichtigen war, wurde aber nicht festgelegt. Leo hat die Nebenfigur des Kulgneeck geschaffen, die dann auch einen Roman später nochmals verwendet wurde. Dann kam ihm der Gedanke, die Verhältnisse auf Naatsdraan ein wenig interessanter zu gestalten. Die beiden Strömungen entstanden. Leo Lukas hat dann erkannt, dass eine der extremistischen Gruppen eine gewisse Ähnlichkeit mit PEGIDA zeigte. Das hat er dann zum Anlass genommen, dies auch durch die Namensgebung darzustellen.

Als Christian Montillon und Oliver Fröhlich ihre Runde hatten, musste sich zunächst vor allem der Exposé-Autor den Fragen stellen. Hauptthema waren die vielen angefangenen Handlungsstränge, die zu keinem Ende geführt werden. Zwar hat Christian wiederholt betont, dass er und Wim die Kritik dazu ernstnehmen und hat zukünftig Besserung gelobt. Gleichwohl wird diese Besserung, so sie denn tatsächlich kommt, noch auf sich warten lassen. Denn gleichzeitig hat der Autor betont, fallen ihnen immer wieder kleine Geschichten ein, die unbedingt erzählt werden müssten. Dieses Potential wolle man ausschöpfen.

Marc A. Herren und Arndt Drechsler haben den Kaffeeklatsch ein wenig anders aufgezogen. Während Marcs Sprössling sich im Hintergrund dass eine oder andere Mal fröhlich meldete und dem Papa ein Lächeln ins Gesicht zauberte, plauderten Autor und Zeichner aus ihrer Zusammenarbeit zum Roman 2821 und wie die beiden zusammen das Motiv des unsteten Turms entwickelt haben. Das war sehr interessant, da die Informationsflüsse eben nicht wie gedacht nur vom Autor zum Zeichner, sondern auch wieder zurückfließen.

Michelle Stern wurde hauptsächlich zu ihrer Tätigkeit als Betreuerin der LKS gefragt und wie es zu der Übernahme kam. Kurz gesagt, während alle anderen einen Schritt zurücktraten, blieb Michelle vorne stehen und hat diese Aufgabe gerne übernommen. Von Verena Themsen wollte ich ein wenig mehr über die Zusammenarbeit mit Andreas Eschbach erfahren. Auch wollte ich wissen, wie die Abstimmung lief. Da die vier Bände im Block erschienen, würden ihr normalerweise nur die Exposés der beiden Bände vorliegen, die Eschbach zu schreiben hatte. Verena sagte, dass Eschbach ein Schnellschreiber sei. Tatsächlich lagen ihr die Versionen seiner beiden Romane schon vor, als sie mit ihren Romanen am Arbeiten war. Und die beiden Entwürfe von Eschbach hätten schon zu fast 100% der später veröffentlichten Romanversion entsprochen.

Michael Marcus Thurner arbeitet an einem Projekt, das er selbst dem Verlag vorgeschlagen hat, wenn ich mich richtig erinnere. Überraschenderweise bekam er Zustimmung. Es geht darum, die drei Bände, in denen er die Rückkehr von Atlan geschrieben hatte, zu erweitern. Der erweiterte Umfang könnte dann in elektronischer Form publiziert werden.

Nach den ganzen Kaffeklatschrunden habe ich auch noch den Programmpunkt „Zwischen Terra und den Jenzeitigen Landen“ besucht. Die Elefantenrunde brachte den einen oder anderen Lacher aber nicht allzu viele Erkenntnisse über den Zyklusfortgang. Der kosmische Überbau wird in den Jenzeitigen Landen eine wichtige Rolle spielen. Auch die Tiuphoren sollen mit dem kosmischen Überbau etwas zu tun haben. Bis Atlan in den Jenzeitigen Landen ankommt, dauert es noch etwas. Ich weiß jetzt nicht, ob das in der Elefantenrunde angesprochen wurde oder ob mir das Christian in einem anderen Gespräch, das ich mit ihm führte, sagte. Aber weder der aktuelle Viererblock noch der später erscheinende Fünferblock mit der ATLANC bringt den Arkoniden ans Ziel. Die Jenzeitigen Lande werden also noch ein bisschen später erreicht. Zumindest in der Elefantenrunde war zu hören, dass wir nicht bis 2899 warten müssen. Das Atopische Tribunal wird irgendwo zwischen 2849 und 2899 einer Auflösung entgegenstreben. Eine bedeutende Rolle soll Medusa spielen. An diesem Ort werden viele Handlungsfäden zusammengeführt.

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Sehr witzig fand ich in der großen Runde noch Marcs persönliche Anekdote zum galaktischen Beobachter (Rainer Stache). Manch anderer Teilnehmer blieb sehr einsilbig, wie beispielsweise Swen Papenbrock. Vielleicht ist die Runde inzwischen auch zu groß geworden. Man könnte über ein anderes Format seitens der Veranstalter mal nachdenken.

Nach der Elefantenrunde war Abendessen angesagt. Davor und danach habe ich mit vielen Autoren auch persönliche Gespräche geführt. Danke auch an Marc zu der Auflösung, wer der geheimnisvolle Besucher der verrückten Mrs. Delaware ist.

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Im Hauptprogramm liefen ab 19:00 Uhr Videos von früheren Garching-Cons. Immerhin das letzte konnte ich dann auch sehen. Ab 19:30 gab es eine kleine Raterunde. Zwei Autoren und zwei Fans mussten Melodien von SF-Serien erkennen. Christian Montillon bildete zusammen mit Sascha ein Team, und Marc mit einem weiteren Fan das zweite Team. Christian und Sascha gewannen knapp.

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Danach wurde zum MDI-Zyklus ein weiterer Teil eines Animationsvideos von Raimund Peter gezeigt. Die Geschichte ist gut erzählt, der Animationsstil jedoch mittlerweile veraltet. Im Fanbereich haben inzwischen Techniken Einzug gehalten, die einfach fortschrittlicher sind.

Um 20:30 begann die Galanacht des futuristischen Schüttelreims. Leo Lukas, Simon Pichler und Ludwig Müller präsentierten eine vergnügliche Stunde, bei der ich nur eines vermisst habe. Da die drei Kabarettisten neben dem Schüttelreim auch andere Gedichtformen vortrugen, hätte zumindest von Leo Lukas ein Hinweis auf Mentro Kosum kommen müssen, der für seine Knüttelverse berühmt-berüchtigt gewesen ist.

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Den im Anschluss gezeigten SF-Animationsfilm Proll-Out von Thomas Zeug habe ich nicht gesehen. Wohl aber die am Sonntagmorgen gezeigten Animationsvideos „2 Aliens“ von Thomas Zeug. Ich hatte zuvor noch nie von diesem Filmmacher gehört, bzw. gesehen und bin von der Qualität seiner Filme richtiggehend begeistert. Schöner Stil, durchdachte Handlung und ein toller Wortwitz kennzeichnen seine gezeigten Arbeiten.

Obwohl ich dieses Jahr auch noch am Sonntag geblieben bin und mir fest vorgenommen hatte, die berühmten letzten Worte des Cons zu besuchen und zu hören, habe ich ausgerechnet das nicht geschafft. Am Sonntag bin ich doch wieder vielen Programmpunkten ferngeblieben und habe stattdessen den Gesprächen mit anderen Fans und Autoren den Vorzug gegeben. An der Versteigerung habe ich noch teilgenommen. Die ersteigerten Artikel werde ich auch noch hier später präsentieren.

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Was gibt es sonst noch zu berichten? Ich bin im galaktischen Forum nicht sonderlich aktiv. Als Leser sind mir aber einige Foristen bekannt und es ist schön, die mal am Con zu treffen. Ich glaube, auf dem einen oder anderem Foto können sich manche erkennen. Auch Alexandra habe ich getroffen, deren Sprachanalysen ich zwar nur zu 10 % Prozent verstehe, die ich aber dennoch interessant finde.

Die Organisatoren vom Perry Rhodan-Stammtisch „Ernst Ellert“ haben zum wiederholten Male einen Con vom Feinsten auf die Beine gestellt. Tolle Gäste, tolle Atmosphäre, tolle Technik. Das ist wieder einmal große Klasse gewesen!

Danke und bis zum nächsten Mal!

 

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