Articles for the Month of Juni 2015

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2808

Tiuphorenwacht – von Marc A. Herren – Handlung:

Die Kommandantin der GALBRAITH DEIGHTON V, Anna Patoman, bekommt Mitte Januar 1518 NGZ eine neue Aufgabe. Sie soll die drei Tiuphorenschiffe ausfindig machen, die durch den Zeitriss kamen. Seit den Angriffen auf das Swaft-System sind die Tiuphoren untergetaucht. 200 Schiffe werden zusammen mit der GALBRAITH DEIGHTON V die Tiuphorenwacht bilden. Darunter sind 130 voll automatisierte EPRIK-Raumer, die von der Arkonidin Heydaran Albragin gesteuert werden sollen und die deshalb den Beinamen Robotregentin erhalten hat. Auch der USO-Spezialist Pino Gunnyveda wird hinzugezogen. Zur gleichen Zeit wird auch eine wissenschaftliche Flotte zusammengestellt, die vom Algustraner Professor Armand Sentaire geleitet wird. Einer der Wissenschaftler in Sentaires Team ist Taran Nesser, der frühere Ehepartner von Anna Patoman. Vor 50 Jahren hatte sie sich von Nesser getrennt. Er hatte unethische Experimente durchgeführt und dabei unerlaubt eine Eizelle seiner Frau verwendet. Seinem eigenen eingebrachten Genmaterial hatte Nesser noch eine fremde Prägung beigemischt und daraus einen Menschen geschaffen. Nun wird Anna vermutlich auf Taran Nesser treffen und seinem Sohn Troy, der besondere Fähigkeiten haben soll.

An Bord der SCHRÖDINGER untersucht man den Zeitriss in der Nähe Olymps. Die meisten Versuche bringen keine Erkenntnisse. Erst als der terranische Parawissenschaftler Taran Nesser seinen Sohn Troy einsetzt, werden erste Erkenntnisse gewonnen. Troy kann sich mit Hilfe des Ki in Pararealitäten versetzen und erkennt, dass der Zeitriss eine Einbahnstraße ist. Man kann nur aus der Vergangenheit in die Zukunft reisen, nicht jedoch zurück.

Während die Wissenschaftler weiter versuchen, dem Phänomen des Zeitrisses auf den Grund zu gehen, sucht die Tiuphorenwacht nach Hinweisen zum Verbleib der drei fremden Schiffe. Bis Ende März 1518 verläuft die Suche ergebnislos. Schließlich bringen neue Suchkriterien und ein verfeinertes Auswahlverfahren die Schiffe der Tiuphorenwacht auf die richtige Spur. Sie führt ins Pharyxsystem zum Planeten Vaar. Der Forschungsraumer TZADHÜ ist seit einiger Zeit überfällig. Als das Schiff schließlich auftaucht und Kontakt zu Vaar aufnimmt, wird das Gespräch von der GALBRAITH DEIGHTON V aufgezeichnet und analysiert. Herauskommt, dass der Kommandant der TZADHÜ immensen Druck ausgesetzt ist. Patoman schickt dem Diskusraumer, der Kurs auf Vaar nimmt, ein Beiboot hinterher.

Kaum hat die TZADHÜ auf dem Raumhafen Pozalin Port aufgesetzt, greifen die Tiuphoren, die sich an Bord versteckt hatten, den Planeten an. Regierungsmitglieder werden getötet oder entführt. Gleichzeitig materialisieren die drei Sterngewerke in der Nähe von Vaar und schalten die Raumforts und die wenigen Schiffe der planetaren Verteidigung, darunter 20 Onryonenschiffe, aus. Die Tiuphoren erbeuten die Ordische Stele und verankern sie am Bug der PRUITENTIU neben dem Sextadim-Banner. Die 201 Schiffe der Tiuphorenwacht greifen nun die Sterngewerke und deren Sternspringer an. Obwohl Anna Patoman es verboten hat, nähern sich Taran Nesser und sein Sohn in einer Kleinst-Space-Jet dem Kampfgeschehen. Die Tiuphorenwacht erleidet Verluste. Die Sterngewerke können, das zeigt die Analyse des Angriffs, nur durch bestimmte Mengen an Energie in Gefahr gebracht werden.

Patoman lässt den Angriff intensivieren und scheinbar führt dies zum Erfolg, denn eines der Sterngewerke zeigt ein merkwürdiges Verhalten. Nur kurze Zeit später zerstören heftige Explosionen das Tiuphorenschiff. Ein mentaler Impuls lähmt die Besatzungen der kämpfenden Schiffe. Die anderen Tiuphorenschiffe entkommen. Die Ordische Stele scheint der Auslöser für die Vernichtung gewesen zu sein. Anna Patoman trifft sich mit Troy. Er bestätigt diese Vermutung. Mit seinen besonderen Fähigkeiten hat er beobachtet, dass der Bug des Tiuphorenschiffs und die Stele in eine Wechselwirkung geraten sind. Anna erfährt auch, dass die fremde DNS-Information, die Taran Nesser für Troy verwendet hat, von Sato Ambush stammt. Troy verlässt Anna, um sich auf die Suche nach seinem ersten Vater zu machen.

Die beiden verbliebenen Sterngewerke nehmen Kontakt mit der Vergangenheit auf. Das Sterngewerk MORRCROI erhält detaillierte Informationen aus der Zukunft zur Hyperimpedanz. Accoshai benötigt eine tiuphorische Flotte. Auch erhofft sich der Tomcca-Caradocc mehr Informationen, von den bei der Schlacht gefallenen Tiuphoren. Diese werden nach drei Tagen vom Catiuphat aufgenommen.

 

Rezension:

Das Tiuphorenthema wird regelrecht ausgeschlachtet, auch nächste Woche geht’s mit dem Thema weiter. Berücksichtigt man die Ankündigungen, dann werden die Tiuphoren auch noch im übernächsten Heft 2810 eine Rolle spielen. In 2811 könnte dann ein anders Thema vorherrschend sein, bevor der angekündigte Minizyklus von vier Heften ab 2812 startet, der sich mit einer alternativen Zeitlinie zu beschäftigen scheint.

Möglicherweise wird es also erst ab 2816 dann etwas zum eigentlichen Zyklus um die Jenzeitigen Lande zu lesen geben. Dieser Aufbau ist ungewöhnlich, was zunächst gut ist, weil er eben anders ist als in anderen Zyklen gehandhabt. Dennoch sollte man das Tiuphorenthema nicht auf die Spitze treiben. Die Bemerkungen, die Autor Marc A. Herren auf Seite 57 des vorliegenden Romans zum Catiuphat und dessen materiellen Träger macht, lassen vermuten, dass aber noch mehr hinter den Tiuphoren steckt. Dennoch streckt sich das Thema schon viel zu lange und es gibt genügend andere offene Handlungsfäden, die endlich fortgeführt werden sollten.

Während also der Zyklusaufbau überraschen kann, sieht es mit dem vorliegenden Roman von Marc A. Herren anders aus. Auch wenn ich diesen Satz in letzter Zeit häufig verwendet habe, möchte ich festhalten, dass der Roman, trotz der Tiuphoren, einen gewissen Unterhaltungswert besaß aber in Teilbereichen doch enttäuschte. Mit der Rückblende auf die Geschehnisse von vor 50 Jahren setzt der Autor zunächst einen guten Einstieg und für seine Hauptfigur Anna Patoman bedeutet dieser Ausflug in die Vergangenheit gleichzeitig etwas mehr Tiefgang und barg Potential für die weiteren Auftritte und Aktionen der Figur. In dem, was die Forschungen an Menschen im Jahre 1518 NGZ, bzw. 1468 ethisch zulässig macht, bleibt der Autor etwas schwammig. Er spricht von Schlupflöchern, die es Taran Nesser erlaubt hätten, seine Experimente voranzutreiben. Tatsächlich ist die Herkunft oder vielmehr die Art und Weise, wie Nesser an eine Eizelle von Anna Patoman gelangt ist, schon fragwürdig, denn er hat sie ihr wohl ohne deren Einverständnis einfach geraubt. Und auf die Aspekte bei der Verwendung genetischen Materials toter Menschen geht der Autor gar nicht ein.

Mit der Hereinnahme der Figur Pino Gunnyveda konnte ich gar nichts anfangen. Da ging es mir wie Anna Patoman. Man musste ihn einfach ertragen. Als Leo Lukas letzte Woche Gunnyveda einsetzte, da erschien mir die Figur als Veralberung der Agentenfiguren des letzten Zyklus. Nun zeigt sich Gunnyveda bei Herren tatsächlich als waschechter USO-Agent. Wenn schon, dann hätte man den Schwebestatus, wie ihn Leo Lukas für diese Figur angewandt hat, beibehalten sollen.

Kommen wir nun zu den wesentlichen Schwächen des Romans. Dass er nicht überraschen konnte, habe ich schon geschrieben. Und das der neue Gegner wie immer von den Autoren „stark“ geschrieben wird, ist auch keine Überraschung. Und dass Marc Herren auch versucht Gründe zu finden, warum die Terraner/Galaktiker mal wieder schlecht dastehen, ist zwar schön aber die Textstellen dazu konnten nicht recht überzeugen.

Der Autor wird nicht müde zu betonen, dass die Suche nach drei Schiffen in einer nach hunderten von Milliarden Sonnen zählenden Galaxis der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleicht. Also ersinnt er eine Idee, wie man die Schiffe dennoch finden kann. Man nehme alle Meldungen von Schiffsbewegungen in der gesamten Galaxis und untersuche sie auf Abweichungen. Nach Durchforsten des Datenberges bleiben fünf (!) mutmaßliche Angriffsziele über und die Tiuphorenwacht wählt davon das richtige Ziel aus. Anders ausgedrückt, der Autor ersetzt die hoffnungslose Suche nach der Nadel im Heuhaufen einfach durch eine erfolgreiche Suche in einem anderen Heuhaufen der gleichen Größe.

In hohem Maße unverständlich bleiben die darauf folgenden Handlungen der Verantwortlichen der Tiuphorenwacht. Man vermutete, dass die Tiuphoren wieder ein Schiff kapern könnten. Und schließlich hat man dieses Schiff auch tatsächlich gefunden, auch wenn der Erfolg etwas konstruiert daherkam. Mit dieser Erkenntnis und mit dem Wissen im Hinterkopf, wie die Tiuphoren im Swaft-System vorgegangen sind, macht Anna Patoman das, was alle Galaktiker am Anfang eines Zyklus tun. Sie macht nichts oder das falsche.

In diesem Fall schickt sie der TZADHÜ ein Beiboot hinterher. Wozu? Wenn Tiuphoren an Bord des Diskusraumers sind, wie man vermutet, was soll da ein einzelnes Beiboot ausrichten? Was für eine Aufgabe hat das Beiboot überhaupt? Wenn die drei Sterngewerke parallel zum erwarteten Angriff auf Vaar aus dem Hyperraum kommen, wie sie es im Swaftsystem taten, warum hält dann Anna Patoman ihre Flotte auf Distanz? Warum werden die Onryonen im System nicht gewarnt? Es drängen sich noch weitere Fragen auf, letztlich ist es jedoch so, dass das Ergebnis des Romans im Exposé vorgegeben war. Der Autor hätte den Weg dorthin jedoch anderes gestalten müssen. Stattdessen greift er zum sattsam bekannten Muster und setzt dem Nimbus der Unbesiegbarkeit eines neuen Gegners einmal mehr ein Denkmal.

Zwei Szenen im Roman verheißen nichts Gutes für die GALBRAITH DEIGHTON V und ihre Besatzung. Vermutlich wurde sie von Indoktrinatoren der Tiuphoren getroffen. Das dritte Schiff, auf den Accoshai mit seinen zwei Sterngewerken wartet, könnte die GAL sein.

Fazit: Während der Zyklus im Aufbau überrascht, bot der Roman nur Alltagskost.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2807

Sternspringer über Swoofon – von Leo Lukas – Handlung:

Die drei Sterngewerke der Tiuphoren unter dem Kommando von Accoshai fliegen das Swaft-System an. Die erbeuteten Daten bei Boscyks Stern versprechen einen interessanten Planeten mit genialen Mikro-Technikern. Der Flug verläuft alles andere als problemlos. Die erhöhte Hyperimpedanz lässt die verwendeten Hyperkristalle schneller ausbrennen und die Triebwerke sind in der Leistung eingeschränkt. Dennoch plant Accoshai zusammen mit den Kommandanten der beiden anderen Schiffe den Angriff auf Swoofon. Angesichts der Umstände wollen sie jedoch zunächst nicht offen auftreten sondern sich einer List bedienen.

Auf Swoofon ahnt man nichts von der Bedrohung. Die kleine Welt, Heimat von 270 Millionen Swoon, hat sich bislang sehr erfolgreich dem Atopischen Tribunal widersetzt. Zwar wurde eine Ordische Stele auf den Planeten installiert aber die Swoon haben einen Weg gefunden, diesen Zwang des Tribunals ins Lächerliche zu ziehen, indem sie die Stele mit einer Flut von einfachsten Anfragen bombardieren. Dem Kommandanten des kleinen Onryonenclusters über Swoofon sind die Hände gebunden. Appac Cengerroy hätte es viel lieber, wenn die Bevölkerung offenen Widerstand leisten würde. Aber gegen die immer freundlich auftretenden Swoon ist kein Mittel zu finden. Die überwiegend subplanetar lebenden Swoon fangen alle Spionsonden der Onryonen ab und sind um keine Ausrede verlegen. Auch die Tesqiren sind gescheitert. Nun hat Cengerroy zwei Xenopsychologen seines Volkes angefordert, die ihn unterstützen sollen.

In der größten Ansiedlung des Planeten, in Swatran, lebt auch die siganesische Urbanrätin Merve Löwengart. Sie hat ein gutes Verhältnis zum Swoon Swolcadiu Khessner. Allerdings verheimlicht der Swoon ihr das Projekt Jabberwocky. Beim Versuch der Datenspionage wird Löwengart von Khessner erwischt und unter Hausarrest gestellt. Swolcadiu Khessner steht kurz vor Vollendung des Projekts. Er benötigt nur noch wenige Daten, die er vom Terraner Pino Gunnyveda erhält. Im Gegenzug erhält Gunnyveda eine hochmoderne Datenbrille, vollgestopft mit Mikro-Technologie.

Die beiden onryonischen Xenopsychologen Injel Harrfog und Barynan Daegem haben inzwischen Appac Cengerroy davon überzeugen können, zur Völkerverständigung ein gemeinsames Krocketspiel auszurichten. Die Onryonen lassen die Swoon gewinnen. Im Anschluss findet eine gemeinsame Feier statt. Swolcadiu Khessner hat noch während des Spiels einen Funkanruf des befreundeten Mehandor-Patriarchen Tran-Traocast empfangen, der unweit des Swaft-Systems von einer Onryonen-Patrouille aufgehalten wurde. Der Mehandor beschwert sich über die grobe Behandlung und kündigt drastische Maßnahmen für den Fall an, dass so etwas noch mal passiert. Cengerroy versichert dem Swoon auf dessen Nachfrage hin, dass die Onryonen die Springerwalze nicht durchsucht hätten. Pino Gunnyveda und Swolcadiu Khessner werden misstrauisch und vermuten, dass Unbekannte das Mehandor-Schiff gekapert haben könnten und treffen Vorbereitungen. Als die TRAOCAST XII auf Swoofon landet, geht Gunnyveda unter einem Verwand an Bord. Mit seiner Datenbrille erkennt er Fremde, die die Besatzung als Geiseln genommen haben.

Die Onryonen werden informiert und die LFT um Beistand gebeten. Doch die TRAOCAST XII startet plötzlich, als sich onryonische Einheiten dem Schiff nähern. In der Luft explodiert das Schiff und 50 fremde hochgerüstete Gleiter verlassen den Explosionsort und greifen Swoofon an. Merve Löwengart setzt zwei TARA-X-T gegen die Angreifer ein, die sich davon aber nicht aufhalten lassen. Auch die Onryonen erleiden schwere Verluste. Zugleich materialisieren die drei Sterngewerke im System. Appac Cengerroy wird dadurch mit seinen 12 Raumvätern gegen die angreifenden Sternspringer im Kampf gebunden und kann gegen die gelandeten Tiuphoren nichts ausrichten, die sich in die subplanetaren Anlagen vorarbeiten.

Swolcadiu Khessner startet den Jabberwocky. Zusammen mit dem Zentralrechner von Swatran, ALICE, erzeugt der Jabberwocky über alle Netzwerke und angeschlossene Lichtquellen ein optisches Chaos, das bei den Angreifern Halluzinationen auslöst und die Verbindung zwischen dem Träger eines Kampfanzuges und seinem Anzug pervertiert. Die Tiuphoren müssen sich zurückziehen. Zeitgleich trifft eine LFT-Flotte ein. Auch die Sterngewerke treten den Rückzug an. Der Tiuphore Accoshai ist dennoch zufrieden. Positroniken wurden erbeutet. Die Indoktrinatoren werden die Verschlüsselung knacken.

 

Rezension:

Mit dem Titel „Sternspringer über Swoofon“ kündigte sich der achte Roman in Folge mit den neuen Lieblingskindern der Rhodan-Autorenliga an. Entsprechend hielt sich meine Vorfreude in Grenzen. Und bereits die ersten Kapitel hat Leo Lukas dann auch den Tiuphoren gewidmet und mein Lesegenuss bekam den nächsten Dämpfer. Andererseits lässt sich der Österreicher meistens eine interessante Rahmenhandlung einfallen und seine Charaktere können häufig ebenso überzeugen. Von daher überwand ich die genannten Kapitel und gab dem Roman eine Chance.

Abseits vom Tiuphoren-Geschehen lässt der Autor zahlreiche Charaktere gegeneinander antreten, die sich zum Ende hin alle zusammenschließen müssen, um der Tiuphoren-Gefahr zu begegnen. Dabei setzt die Hintergrundgeschichte u.a. auch Figuren und Ereignisse der fiktiven Welt des Schriftstellers Lewis Carroll aus Alice im Wunderland ein. Die sind nicht zum ersten Mal Bestandteil eines Perry Rhodan-Romans. Wir erinnern uns etwa an Alaska Saedelaeres Begegnung mit einem Kaninchen an Bord der LEUCHTKRAFT.

In Leo Lukas Roman treten neben ALICE (zentrale Positronik) auch noch der Hutmacher (Pino Gunnyveda) und der Jabberwocky auf. Neben diesen Elementen setzt der Autor zahlreiche Figuren ein. Da sind zunächst die Onryonen. Die Exekutive des Atopischen Tribunals tut sich mit den Swoon schwer. Die Onryonen sind gar gelangweilt, weil es für sie einfach nichts zu gewinnen gibt im Swaft-System. Da fragt man sich unwillkürlich, wie sich erst in Larhatoon die Onryonen langweilen müssen. Wie auch zu lesen ist, haben die weiteren Schritte des Atopischen Tribunals in der Milchstraße durch den Tod des Richters einen Dämpfer erhalten. Das Atopische Tribunal tritt auf der Stelle und irgendwie kommt auch die Handlung in der Serie zu diesem Thema nicht vom Fleck. Nach über 100 Romanen zu dem Thema zeigt sich durch die geschilderte Langeweile der Onryonen, dass der bislang dominierende Aspekt des letzten Zyklus jetzt nur mehr ein Nischendasein führt. Infolgedessen kann auch Leo Lukas mit seinen geschilderten Onryonen keine neuen Akzente setzen. Jedenfalls keine ernsthaften. Immerhin setzt der Autor seinen Humor ein und bringt die Onryonen dazu, an einem Krocketspiel teilzunehmen.

Mit dem Hutmacher setzt Leo Lukas dem Element des Agenten ein neckisches Denkmal. Im letzten Zyklus waren in den 100 Romanen auch ebenso viele Geheimdienstmitarbeiter im Einsatz. Leo haben wohl die Leserreaktionen darauf derart amüsiert, dass sein Pino Gunnyveda gleich mehreren Organisationen, wie TLD, USO Tu-Ra-Cel o.ä. angehören könnte.

Manche Ausführungen gerieten dem Autor etwas zu langatmig, beispielsweise die Aufdeckung dessen, was sich hinter dem ominösen Funkspruch des Mehandor verbergen könnte oder auch die Beschreibung zu dem TARA-X-T. Der sich zudem im weiteren Geschehen als Knallerbse entpuppte. Als gut gelungen erweisen sich die Übergänge zwischen einzelnen Kapiteln. Der Autor führt nämlich seine Leser dabei ein ums andere Mal in die Irre. Während man im neuen Kapitel noch glaubt, der vorherige Handlungsabschnitt wird nahtlos fortgesetzt, hat der Autor Ort und Figuren jedoch gewechselt.

Am Ende scheint es so, dass dem Leo Lukas der Platz ausgegangen ist. Der Jabberwocky-Einsatz, bzw. dessen Auswirkung wirkt etwas überhastet geschrieben. Ebenso der Rückzug der Tiuphoren und das Geschehen im All.

 

Perry Rhodan Plejaden Hörspiele Teil 03

Das Volk der Schläfer

Kaum ist Perry Rhodan bei der Suche nach Kalton Morkena auf Oxtorne gelandet, wird er vom USO-Spezialisten Lenny Hestis darüber informiert, dass die Space-Jet von Gucky einen automatischen Notruf gesendet hat. Der Ilt und Tindras’Solekort werden auf dem Planeten der Lkandoner vermisst.

USO-Spezialisten, die das Wrack der Space-Jet untersuchen, erfahren durch die Logbucheinträge, dass der Absturz durch Beschuss erfolgt ist, wobei der Ilt zuvor mit Tindras’Solekort aus dem Schiff teleportieren konnte. Später übermittelte Gucky nochmals Einträge per Funk an die Space-Jet. Er und Tindras’Solekort untersuchten eine alte Ruinenstadt aus blauen kristallinen Säulen.

In einem Archiv kann Tindras eine alte Aufzeichnung abspielen. Sie zeigt eine Szene in der Stadt vor 100.000 Jahren. Ein metallenes Geschöpf, das wie ein Lkandoner aussieht, fordert von der Bevölkerung des Planeten einen gestohlenen Apparat zurück. Die Herrscher der Lkandoner weigern sich. Die Aufzeichnung bricht ab. In einer weiteren Aufzeichnung des Lkandoner Letros wird von Schläfern gesprochen, die das Volk der Lkandoner retten sollen.

Gucky und Tindras’Solekort finden den Apparat im Schutt der Ruinen. Tindras vermutet, dass dieses Gerät dazu diente, die Lkandoner in Sicherheit zu bringen und dass das Metallwesen irgendetwas anderes von den Lkandonern zurückgefordert hat.

Tindras kann mit Teilen aus Guckys SERUN das Gerät reparieren. Als sie es einschalten, entsteht ein Durchgang zu einer anderen Dimension. Urplötzlich erscheint das Metallwesen, als hätte es die ganze Zeit darauf gewartet. Das Metallwesen übermittelt Gucky Erinnerungen aus der Vergangenheit. Das Metallwesen hat die Lkandoner damals angegriffen und viele getötet. Tindras’Solekort und Gucky vermuten jedoch, dass einige entkommen konnten. Der Ilt und der Lkandoner können das Metallwesen abwehren, das mit einer Raumkapsel entkommt.

Gucky und Tindras beschließen die dimensionale Verwerfung zu untersuchen. Der Ilt holt aus dem Wrack der Space-Jet ein paar Roboter, die vor dem Durchgang Wache schieben sollen. In ein paar Stunden wollen Gucky und Tindras zurück sein. Der Ilt bekommt nach dem Durchgang nicht mehr mit, dass das Metallwesen zurückgekommen ist. 100.000 Jahre des Wartens sind vorbei.

 

Rezension:

Mit einmonatiger Verspätung ist nun der dritte Teil der Serie erschienen. Mit einer Laufzeit von 42:09 Minuten ist die Folge wieder etwas länger geraten, wobei auch hier 02:00 Minuten auf die Einleitung und die Rückschau entfallen.

Abgesehen von einer winzigen Sequenz zu Beginn, hat Perry Rhodan keinen Auftritt. Die Folge konzentriert sich auf Gucky und seinem Begleiter. Etwas überraschend war, dass die beiden die Heimatwelt der Lkandoner problemlos gefunden hatten. Ich hatte aus den bisherigen Folgen in Erinnerung, dass die Lkandoner auf der Suche nach ihrer Welt waren.

Auch die USO war dann schnell vor Ort. Die Geschehnisse werden dann aus Guckys Logbucheinträgen rekonstruiert und zuweilen mit Kommentierungen der USO-Spezialisten untermalt, die zudem eigene Untersuchungen in der Ruinenstadt anstellen.

Der Aufbau des Hörspiels hat mir sehr gut gefallen. Es wird nicht nur einfach eine Geschichte vorangetrieben sondern es werden unterschiedliche Perspektiven geboten. Zunächst Rhodans Sicht, der von Guckys Verschwinden erfährt, dann die USO-Spezialisten, die das Wrack untersuchen und die ersten Logbucheinträge abspielen. In diese Aufzeichnungen verpackt Guckys Erlebnisse. Schließlich die eigenen Untersuchungen der USO und zuletzt auch noch die Perspektive des Metallwesens. Durch diesen Aufbau geriet auch diese Folge rasant und kurzweilig. Ich freue mich schon auf die nächste Folge. Ich hoffe, Teil vier erscheint pünktlich.