Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2807

Sternspringer über Swoofon – von Leo Lukas – Handlung:

Die drei Sterngewerke der Tiuphoren unter dem Kommando von Accoshai fliegen das Swaft-System an. Die erbeuteten Daten bei Boscyks Stern versprechen einen interessanten Planeten mit genialen Mikro-Technikern. Der Flug verläuft alles andere als problemlos. Die erhöhte Hyperimpedanz lässt die verwendeten Hyperkristalle schneller ausbrennen und die Triebwerke sind in der Leistung eingeschränkt. Dennoch plant Accoshai zusammen mit den Kommandanten der beiden anderen Schiffe den Angriff auf Swoofon. Angesichts der Umstände wollen sie jedoch zunächst nicht offen auftreten sondern sich einer List bedienen.

Auf Swoofon ahnt man nichts von der Bedrohung. Die kleine Welt, Heimat von 270 Millionen Swoon, hat sich bislang sehr erfolgreich dem Atopischen Tribunal widersetzt. Zwar wurde eine Ordische Stele auf den Planeten installiert aber die Swoon haben einen Weg gefunden, diesen Zwang des Tribunals ins Lächerliche zu ziehen, indem sie die Stele mit einer Flut von einfachsten Anfragen bombardieren. Dem Kommandanten des kleinen Onryonenclusters über Swoofon sind die Hände gebunden. Appac Cengerroy hätte es viel lieber, wenn die Bevölkerung offenen Widerstand leisten würde. Aber gegen die immer freundlich auftretenden Swoon ist kein Mittel zu finden. Die überwiegend subplanetar lebenden Swoon fangen alle Spionsonden der Onryonen ab und sind um keine Ausrede verlegen. Auch die Tesqiren sind gescheitert. Nun hat Cengerroy zwei Xenopsychologen seines Volkes angefordert, die ihn unterstützen sollen.

In der größten Ansiedlung des Planeten, in Swatran, lebt auch die siganesische Urbanrätin Merve Löwengart. Sie hat ein gutes Verhältnis zum Swoon Swolcadiu Khessner. Allerdings verheimlicht der Swoon ihr das Projekt Jabberwocky. Beim Versuch der Datenspionage wird Löwengart von Khessner erwischt und unter Hausarrest gestellt. Swolcadiu Khessner steht kurz vor Vollendung des Projekts. Er benötigt nur noch wenige Daten, die er vom Terraner Pino Gunnyveda erhält. Im Gegenzug erhält Gunnyveda eine hochmoderne Datenbrille, vollgestopft mit Mikro-Technologie.

Die beiden onryonischen Xenopsychologen Injel Harrfog und Barynan Daegem haben inzwischen Appac Cengerroy davon überzeugen können, zur Völkerverständigung ein gemeinsames Krocketspiel auszurichten. Die Onryonen lassen die Swoon gewinnen. Im Anschluss findet eine gemeinsame Feier statt. Swolcadiu Khessner hat noch während des Spiels einen Funkanruf des befreundeten Mehandor-Patriarchen Tran-Traocast empfangen, der unweit des Swaft-Systems von einer Onryonen-Patrouille aufgehalten wurde. Der Mehandor beschwert sich über die grobe Behandlung und kündigt drastische Maßnahmen für den Fall an, dass so etwas noch mal passiert. Cengerroy versichert dem Swoon auf dessen Nachfrage hin, dass die Onryonen die Springerwalze nicht durchsucht hätten. Pino Gunnyveda und Swolcadiu Khessner werden misstrauisch und vermuten, dass Unbekannte das Mehandor-Schiff gekapert haben könnten und treffen Vorbereitungen. Als die TRAOCAST XII auf Swoofon landet, geht Gunnyveda unter einem Verwand an Bord. Mit seiner Datenbrille erkennt er Fremde, die die Besatzung als Geiseln genommen haben.

Die Onryonen werden informiert und die LFT um Beistand gebeten. Doch die TRAOCAST XII startet plötzlich, als sich onryonische Einheiten dem Schiff nähern. In der Luft explodiert das Schiff und 50 fremde hochgerüstete Gleiter verlassen den Explosionsort und greifen Swoofon an. Merve Löwengart setzt zwei TARA-X-T gegen die Angreifer ein, die sich davon aber nicht aufhalten lassen. Auch die Onryonen erleiden schwere Verluste. Zugleich materialisieren die drei Sterngewerke im System. Appac Cengerroy wird dadurch mit seinen 12 Raumvätern gegen die angreifenden Sternspringer im Kampf gebunden und kann gegen die gelandeten Tiuphoren nichts ausrichten, die sich in die subplanetaren Anlagen vorarbeiten.

Swolcadiu Khessner startet den Jabberwocky. Zusammen mit dem Zentralrechner von Swatran, ALICE, erzeugt der Jabberwocky über alle Netzwerke und angeschlossene Lichtquellen ein optisches Chaos, das bei den Angreifern Halluzinationen auslöst und die Verbindung zwischen dem Träger eines Kampfanzuges und seinem Anzug pervertiert. Die Tiuphoren müssen sich zurückziehen. Zeitgleich trifft eine LFT-Flotte ein. Auch die Sterngewerke treten den Rückzug an. Der Tiuphore Accoshai ist dennoch zufrieden. Positroniken wurden erbeutet. Die Indoktrinatoren werden die Verschlüsselung knacken.

 

Rezension:

Mit dem Titel „Sternspringer über Swoofon“ kündigte sich der achte Roman in Folge mit den neuen Lieblingskindern der Rhodan-Autorenliga an. Entsprechend hielt sich meine Vorfreude in Grenzen. Und bereits die ersten Kapitel hat Leo Lukas dann auch den Tiuphoren gewidmet und mein Lesegenuss bekam den nächsten Dämpfer. Andererseits lässt sich der Österreicher meistens eine interessante Rahmenhandlung einfallen und seine Charaktere können häufig ebenso überzeugen. Von daher überwand ich die genannten Kapitel und gab dem Roman eine Chance.

Abseits vom Tiuphoren-Geschehen lässt der Autor zahlreiche Charaktere gegeneinander antreten, die sich zum Ende hin alle zusammenschließen müssen, um der Tiuphoren-Gefahr zu begegnen. Dabei setzt die Hintergrundgeschichte u.a. auch Figuren und Ereignisse der fiktiven Welt des Schriftstellers Lewis Carroll aus Alice im Wunderland ein. Die sind nicht zum ersten Mal Bestandteil eines Perry Rhodan-Romans. Wir erinnern uns etwa an Alaska Saedelaeres Begegnung mit einem Kaninchen an Bord der LEUCHTKRAFT.

In Leo Lukas Roman treten neben ALICE (zentrale Positronik) auch noch der Hutmacher (Pino Gunnyveda) und der Jabberwocky auf. Neben diesen Elementen setzt der Autor zahlreiche Figuren ein. Da sind zunächst die Onryonen. Die Exekutive des Atopischen Tribunals tut sich mit den Swoon schwer. Die Onryonen sind gar gelangweilt, weil es für sie einfach nichts zu gewinnen gibt im Swaft-System. Da fragt man sich unwillkürlich, wie sich erst in Larhatoon die Onryonen langweilen müssen. Wie auch zu lesen ist, haben die weiteren Schritte des Atopischen Tribunals in der Milchstraße durch den Tod des Richters einen Dämpfer erhalten. Das Atopische Tribunal tritt auf der Stelle und irgendwie kommt auch die Handlung in der Serie zu diesem Thema nicht vom Fleck. Nach über 100 Romanen zu dem Thema zeigt sich durch die geschilderte Langeweile der Onryonen, dass der bislang dominierende Aspekt des letzten Zyklus jetzt nur mehr ein Nischendasein führt. Infolgedessen kann auch Leo Lukas mit seinen geschilderten Onryonen keine neuen Akzente setzen. Jedenfalls keine ernsthaften. Immerhin setzt der Autor seinen Humor ein und bringt die Onryonen dazu, an einem Krocketspiel teilzunehmen.

Mit dem Hutmacher setzt Leo Lukas dem Element des Agenten ein neckisches Denkmal. Im letzten Zyklus waren in den 100 Romanen auch ebenso viele Geheimdienstmitarbeiter im Einsatz. Leo haben wohl die Leserreaktionen darauf derart amüsiert, dass sein Pino Gunnyveda gleich mehreren Organisationen, wie TLD, USO Tu-Ra-Cel o.ä. angehören könnte.

Manche Ausführungen gerieten dem Autor etwas zu langatmig, beispielsweise die Aufdeckung dessen, was sich hinter dem ominösen Funkspruch des Mehandor verbergen könnte oder auch die Beschreibung zu dem TARA-X-T. Der sich zudem im weiteren Geschehen als Knallerbse entpuppte. Als gut gelungen erweisen sich die Übergänge zwischen einzelnen Kapiteln. Der Autor führt nämlich seine Leser dabei ein ums andere Mal in die Irre. Während man im neuen Kapitel noch glaubt, der vorherige Handlungsabschnitt wird nahtlos fortgesetzt, hat der Autor Ort und Figuren jedoch gewechselt.

Am Ende scheint es so, dass dem Leo Lukas der Platz ausgegangen ist. Der Jabberwocky-Einsatz, bzw. dessen Auswirkung wirkt etwas überhastet geschrieben. Ebenso der Rückzug der Tiuphoren und das Geschehen im All.

 

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