Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2803

Unter dem Sextadim-Banner – von Marc A. Herren – Handlung:

Die Terraner halten sich noch immer mit der RAS TSCHUBAI im Cyoterrisystem auf. Perry Rhodan bereitet sich mit Sichu Dorksteiger und Gucky auf die Begegnung mit den Pyzhurg und den Mitglieder des Umsichtigen Gremiums vor. Ein erstes Treffen musste zuvor aufgrund des Angriffs der Tiuphoren, abgesagt werden. Obwohl die Kontakte zum Kundgeber Goyro Shaccner inzwischen recht gut sind, setzt Perry Rhodan auch noch auf andere Möglichkeiten der Informationsgewinnung. Er schickt Licco Yukawa und die Posbi Aurelia, die als Rayonin maskiert ist, los, um in der Stadt Mictorry mehr über die Aktivitäten der Laren auf Vennbacc zu erfahren.

Auch anderenorts laufen Vorbereitungen, die die Sternenmark-Bastion Vennbacc betreffen. An Bord des mächtigsten Sterngewerks der Tiuphoren in Phariske-Erigon, der TOIPOTAI, sehnt der junge Tiuphore Poxvorr Karrok den ersten echten Einsatz herbei. Obwohl Karrok Bestleistungen in den Simulationen erbringt, ist es ihm bislang nicht vergönnt gewesen, mit dem Commentum seiner Rüstung eine Verbindung einzugehen. Obwohl nur fünf Prozent der Tiuphoren eine solche Verbindung herstellen können, wurmt dieser Punkt Karrok sehr, den er gehört mittlerweile zu den ältesten nicht-inhörigen Ornatsnovizen an Bord der TOIPOTAI. Unterstützung findet er in seinem Mentor. Zunächst jedoch muss der junge Tiuphore an der Bestattung seines Vaters teilnehmen. Nach dem Ahnenkult ihres Volkes glauben die Tiuphoren, dass sie sich durch besonders grausame und einfallsreiche Kampfhandlungen den Weg in ein künstliches Jenseits bahnen können, dem Catiuphat.

Die Zeremonie zur Aufhebung seines Vaters findet statt. Vorr Yaconc war eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen. Das Orakel Klerctinc vollzieht die Aufhebung, die Yaconc ins Catiuphat leitet. Poxvorr Karrok ist überrascht, dass auch Xacalu Yolloc, der Tomcca-Caradocc der TOIPOTAI und oberster Anführer der Tiuphoren in Phariske-Erigon, an der Aufhebung teilnimmt. Er fasst allen Mut zusammen und spricht ihn nach der Zeremonie an. Er bekommt die Erlaubnis an der nächsten Banner-Kampagne teilzunehmen. Ziel ist Vennbacc.

Auf Vennbacc haben sich Licco Yukawa und Aurelia an die Verfolgung von vier Laren gemacht, die ihr Schiff verlassen haben und in Mictorry unterwegs sind. Mit viel Geschick erhalten die beiden Beobachter Einsicht in die Pläne der Proto-Hetosten. Die Laren planen den Umbau der Larhatoon in einen SVE-Raumer. Dazu müssen sie notwendige Maschinen bauen und in den Besitz eines seltenen Materials gelangen. Sie benötigen PEW-Metall, das es zu dieser Zeit auf dem Planeten Zeedun gibt, auf dem auch die Hüter der Zeiten leben. Aurelia kann bei einem Gesprächsmitschnitt in Erfahrung bringen, dass Zeedun im Mitraiasystem identisch ist mit Zeut im Solsystem.

Zur gleichen Zeit kommen Rhodan, Dorksteiger und Gucky endlich mit Vertretern der Regierung zusammen. Rhodan will unbedingt mehr Informationen darüber haben, wie die Laren in dieser Zeit den Kodex unterstützen und was Avestry-Pasik vorhat. Er erfährt, dass die Hüter der Zeiten erneut eine Warnung für Vennbacc ausgesprochen haben. Nur noch wenige Tage blieben Zeit, um das System zu evakuieren. Zur Installation einer Purpur-Teufe ist es bereits zu spät. Die RAS TSCHUBAI unterstützt bei der beginnenden Evakuierung. Völlig überraschend tauchen vier Sterngewerke der Tiuphoren auf. Viel früher, als vorhergesagt.

Die Tiuphoren überrennen den Planeten. Gucky kann die verbliebenen Regierungsmitglieder der Rayonen an Bord der BJO BREISKOLL in Sicherheit bringen. Dabei muss er sich heftiger Attacken der Tiuphoren erwehren, unter ihnen ist auch Poxvorr Karrok. Mit Hilfe des Ilts gelangen auch Licco Yukawa und Aurelia sicher aus der umkämpften Stadt und an Bord des MARS-Kreuzers. Auch der LARHATOON gelingt die Flucht von der Sternenmark-Bastion. Ihr Ziel ist Zeedun und die RAS TSCHUBAI folgt ihr. Perry Rhodan ist schon gespannt, ob er neben Zeut/Zeedun auch den geheimnisvollen Planeten Medusa in dieser Zeit im Solsystem vorfinden wird. Und auch die Tiuphoren wenden sich den Hüter der Zeiten zu.

 

Rezension:

Autor Marc A. Herren hatte mit dem vierten Tiuphoren-Angriff im vierten Roman in Folge keine leichte Ausgangsbasis. Das Thema schien doch bereits ein wenig abgenutzt. Der Autor musste sich daher etwas einfallen lassen, um seinen Lesern eine spannende Story zu bieten.

Der Autor wechselt zunächst die Perspektive. Während die drei Vorgängergeschichten das Auftreten der Tiuphoren aus terranischer Sicht beschrieben, wählt Herren einen jungen Tiuphoren aus, um aus dessen Sicht das Vorgehen dieses Volkes zu beschreiben. Diese Innenansicht ist trotz der fremdartigen aber eben nicht zu fremdartigen Lebensweise dem Autor gut gelungen. Viele, zumindest auf den ersten Blick, fremdartige Begriffe, haben durchaus eine Entsprechung in der menschlichen Kultur. Dadurch waren die Kapitel, die den Fokus auf die Tiuphoren gerichtet haben, flüssig zu lesen.

Der sehr extremen Philosophie der Angreifer stellt der Autor immer wieder auch eine andere Anschauung gegenüber, indem er aus dem Buch „Die Kunst des Krieges“ zitiert. Der Verfasser war ein chinesischer General, der etwa 500 v.Chr. auf der Erde lebte. Zu bemängeln wäre an der Stelle lediglich, dass keine Auseinandersetzung zwischen diesen Philosophien stattfand. Es gab dazu keine Berührungspunkte. Aber vielleicht bietet sich dafür eine Chance in einem Folgeroman.

Der Autor lässt seine Leser auch noch an einer weiteren Innenansicht teilhaben. Er führt eine Posmi in seiner Geschichte ein. Posmi steht für positronisch-semitronische Entität ohne Plasmaanteil. Er tauft sie auf den Namen Aurelia. Die Posmi, die sich zunächst als Rayonin maskiert und für die Informationsgewinnung auf dem Planeten sogar auf sexuelle Avancen zurückgreift, ist dabei keineswegs Anhängsel des Terraners Licco Yukawa, mit dem sie in den Einsatz geht. Aurelia spielt sich in den Vordergrund und hat das Zeug dazu, Jawna Togoya den Rang abzulaufen. Mit Aurelia kommt auch der Humor in der Geschichte nicht zu kurz.

Fazit: Ein stimmiger Roman mit viel Atmosphäre, der die Zeitreiseproblematik zumindest für einen Roman erfolgreich in den Hintergrund drängt.

 

Leave a reply