Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2798

Phase 3 – von Oliver Fröhlich – Handlung:

In zwei Schüben wechselt das Einsatzteam der RAS TSCHUBAI mit Hilfe von Gholdorodyns Kran auf das Richterschiff. Das erste Problem ergibt sich unmittelbar nach der Rematerialisation des Vorauskommandos, dem auch Perry Rhodan angehört. Statt in der Zentrale der CHUVANC herauszukommen, hat es den Unsterblichen und seine Begleiter an einen unbekannten Ort innerhalb des Riesenschiffs verschlagen. Auch der zweite Transport, der vor allem die Soldaten und Laren befördert, endet nicht in der Zentrale. Immerhin können sich die beiden Trupps verständigen und zueinander finden.

Das Einsatzkommando muss sich zu Fuß zur Zentrale durchschlagen, denn ihr Eindringen bleibt nicht unbemerkt. Aus Wänden und Decken formen sich Roboter aus, die sofort angreifen. Die CHUVANC hüllt sich in ihren Repulsorwall, so dass weder eine Verstärkung, noch ein Rückzug möglich sind. Gholdorodyns Beobachtungen zeigen auch, dass sich die Zentrale in einen fraktalen Paratronschirm gehüllt hat. Für den Kran ist ohne neue Justierung kein Durchkommen.

Während die Soldaten die angreifenden Roboter abwehren hat Samu Battashee, einer der Piloten für den Genifer-Einsatz, eine Halluzination. Zwischen den Kämpfenden sieht er ein kleines Mädchen. Schon während der Ausbildung auf Terra und später auf Neo-Ganymed sind seine Leistungen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Ärzte haben einen Mnemo-Block bei ihm entdeckt, der Erinnerungen aus seiner Kindheit unterdrückt. Mit Einverständnis der Ärzte wird eine Therapie begonnen, die den Block abbauen soll. Seine Leistungen steigen, doch die Erinnerungen kommen nicht vollständig zurück. Durch seine Sinnestäuschung bringt Battashee sich und den Trupp in Gefahr.

Die zerstörten Roboter der CHUVANC werden zu einem weißen Pulver, das im Boden versickert. Beim zweiten Angriff haben die Roboter des Richterschiffs dazugelernt. Auf Seiten der Terraner und Laren gibt es erste Verluste. Gucky teleportiert mit Atlan in eine Wartungshalle des Belüftungssystems. Die Teleportation bereitet dem Ilt große Schwierigkeiten, denn die CHUVANC wird von einem unbekannten Netzwerk durchzogen. Der Gang durch die Passage, wie es Lan Meota tat, kostet viel Kraft. Der Ausflug ist umsonst. Das Belüftungssystem isoliert den eingebrachten OptAg-Dispenser, mit dem Chuv infiziert werden soll.

Bei den Gefechten werden Samu Battashee und Farye Sepheroa vom Trupp getrennt und können eine wichtige Anlage sabotieren. Als Farye dabei in große Gefahr gerät, brechen Samus Erinnerungen durch. Er hat als Kind den Tod seiner Schwester verschuldet und seine Eltern hatten ihm den Mnemo-Block verpasst. Samu kann Farye retten. Die beiden werden jedoch von Onryonen gefasst.

Inzwischen hat Gholdorodyn eine Entdeckung gemacht. Die CHUVANC wird von einem Gespinst durchzogen. Von einem Tolocesten in einer Sterbesphäre erfahren sie mehr. Im inneren der CHUVANC existiert eine künstliche Dimension Null-Minus-Eins. In diese auch als Synkavernen bezeichnete Dimension werden wichtige Maschinen eingelagert.

Das Einsatzkommando gerät immer mehr in Bedrängnis. Gucky entschließt sich zu einem Alleingang. Er will den Paratronschirm der Zentrale durchdringen. Fast scheitert er, doch im letzten Moment aktiviert er die von Meota geerbte Fähigkeit eines Telepsimaten und kann den OptAg-Dispenser in Chuvs Körper transportieren. Das Einsatzkommando muss sich den Onryonen ergeben. Richter Chuv bittet Rhodan, Atlan und einige Begleiter in die Zentrale. Der Richter ist tatsächlich infiziert und kann gesteuert werden. Der Sekretär von CHUV erkennt, dass der Richter nicht mehr er selbst ist und kann fliehen. Atlan übernimmt den Platz des Richters und Avan, Farye und Samu besetzen die Pilotensitze. Perry Rhodan plant die Einlagerung der RAS TSCHUBAI in eine Synkaverne der CHUVANC, damit das Trägerschiff den Flug in die Synchronie mitmachen kann.

 

Rezension:

Der letzte Roman von Oliver Fröhlich, Band 2793, zeichnete sich mit einen durchdachten Aufbau aus. Phase 3 bietet in derlei Hinsicht keine besonderen Handlungselemente. Zwar war auch diese Geschichte vielschichtig, es fehlte jedoch eine richtig gute Idee. Die eingesetzten Haupthandlungsträger, allen voran Perry Rhodan und Atlan, können der Handlung ebenfalls keine entscheidende Impulse geben. Zwar erläutert der Autor die Sonderstellung dieser beiden Figuren, die einfach zu wichtig sind, als dass sie verstärkt in die Gefechte an Bord eingreifen könnten. Demgegenüber sind die Durchhalteparolen der beiden Unsterblichen allerdings etwas wenig, wenn man ohne Plan B auf der CHUVANC gestrandet ist.

Damit schlug die Stunde der Nebencharaktere, die mit unterschiedlichen Handicaps an der Mission teilnahmen und deren Sicht der Geschehnisse an Bord der CHUVANC in den Erzählfokus gerückt wurde. Na ja, nicht ganz, denn Gucky ist keine Nebenfigur. Es schlug daher die Stunde der psychisch Beeinträchtigten. Während der Ilt einmal mehr mit seinen Fähigkeiten haderte, traten bei Samu Battashee Halluzinationen auf.

Neurosen im Alltag sind lästig, in Romanen und Filmen aber ein vortrefflicher Kniff, um Figuren interessanter zu gestalten. Ich kann es Oliver Fröhlich daher nicht verdenken, wenn er auf eine Figur setzt, deren unverarbeitete Erlebnisse die Mission in Gefahr bringen. Insofern greift der Autor nur zu gerne auf eine etablierte Handlungsform zurück. Auch die Art und Weise, wie Oliver Fröhlich diesen Handlungsstrang erzählt, kann überzeugen. Dennoch ist dieses Muster einfach zu vertraut. Der Autor haucht diesem Part seiner Geschichte keine besondere Originalität ein. Außerdem, das gebe ich gerne zu, hatte ich andere Erwartungen an diesen Roman gehabt. Letztlich wachsen beiden Protagonisten über sich hinaus und ermöglichen einen erfolgreichen Abschluss von Phase 3.

Es bleibt dabei. Auch im vorletzten Roman des laufenden Zyklus werden keine großen Geheimnisse mehr gelüftet. Das dürfte auch für Band 2799 gelten. Wenn dann mit Band 2800 nach einhundert Heften Anlauf die Helden endlich zu jenem Ort vorstoßen wollen, an denen die drängendsten (Leser-)Fragen beantwortet werden sollen, wird hoffentlich nicht nur das Erzähltempo der Zyklusstory erhöht, sondern vom Exposé-Team auch ein paar Zwischenhochs eingebaut werden. Nicht zu ertragen wäre, wenn es erneut 100 Hefte dauern würde, bis die großen Geheimnisse gelüftet werden.

 

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