Articles for the Month of April 2015

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2801

Der Kodex – von Uwe Anton – Handlung:

An Bord der RAS TSCHUBAI wird der Überfall eines Sterngewerks auf das Heimatsystem der Chemebochavi beobachtet. Die Chemebochavi betreiben erst seit kurzer Zeit die Raumfahrt und haben den Tiuphoren nichts entgegenzusetzen. Perry Rhodan benötigt Verbündete, um den flüchtigen Avestry-Pasik und seine LARHATOON zu finden. Wenn er den Chemebochavi im Kampf beisteht, vermitteln sie ihm vielleicht Kontakte zu anderen Zivilisationen dieser Zeit. Also greift die RAS TSCHUBAI ein. Während das Trägerschiff das Sterngewerk ausschaltet, vernichten die ausgeschleusten MARS-Kreuzer die Sternspringer des Imperiums der Empörer. Nur eines der Bumerang-förmigen Schiff der Angreifer entkommt schwer beschädigt.

Die Chemebochavi laden Perry Rhodan auf eine ihrer Orbitalstationen ein. Zwei Vertreter des exotischen Volks, die sich als Vortrefflichkeiten vorstellen, empfangen den Terraner und Gucky. Bei den Chemebochavi gelten Individuen als Regenten, wenn sie sich in den Bereichen Gartenbau oder Architektur hervorgetan haben. Die beiden Vortrefflichkeiten vermitteln erste Erkenntnisse zu den Strukturen in Phariske-Erigon, wie die Milchstraße in der Vergangenheit genannt wird. Der Kodex ist die einzige Institution, die es mit den extragalaktischen Tiuphoren aufzunehmen vermag. Der Kodex ist in den Alten Sternenlanden beheimatet, der Southside der Milchstraße in der Gegenwart. Drei Völker führen den Kodex gleichberechtigt an. Die Ziquama, die Eyleshioni und die Rayonen. Der Begriff Eyleshioni sagt Rhodan etwas. Ein Wesen dieses Volks hat die Besatzung der KRUSENSTERN auf der Posbi-Welt Everblack getroffen. Es sind geniale Biologen und Genetiker. Die Ziquama sind die Techniker. Sie haben die Purpur-Teufen entwickelt, die ein Mittel gegen die Tiuphoren sein sollen. Die Rayonen sind die Raumfahrer, die sich mit dem Halbraum, den On-Raum beschäftigen. Ein Kundgeber des Kodex, der Rayone Goyro Shaccner hält sich auf Chemeb auf.

Perry Rhodan erhält die Erlaubnis, mit dem MARS-Kreuzer BJO BREISKOLL auf Chemeb zu landen. Die Oberfläche des Planeten ist wie ein riesiger Garten angelegt. Er trifft auf weitere Vertreter des Planeten aber als Überraschung entpuppt sich der Kundgeber des Kodex selbst. Rayone Goyro sieht wie ein Onryone der Gegenwart aus! Noch bevor das Gespräch richtig in Fahrt kommen kann, wird Alarm gegeben. Der schwer beschädigte Sternspringer ist zurückgekehrt und stürzt sich auf Chemeb. Mehr noch, die Tiuphoren nehmen Kurs auf den Ort, an dem die Begegnung zwischen den Terranern und dem Rayonen stattfindet.

Perry Rhodan kalkuliert, dass die Angreifer nicht etwa ihn selbst als Ziel auserkoren haben, sondern dass sie es auf Goyro Shaccner abgesehen haben. Wenn sie einen Kundgeber des Kodex fangen, dann wäre das ein großer Sieg für die Tiuphoren. Kurz vor dem Einschlag des Sternspringers schleusen die Tiuphoren in Beibooten aus und landen. Über tausend Invasoren greifen an. Die Raumlandetruppen der BJO BREISKOLL und TARAS können den Angriff abwehren. Alle Tiuphoren sterben. Keiner geht in Gefangenschaft, sie töten sich vorher gegenseitig. Aber auch die Terraner haben Verluste. Auf besonderen Wunsch der Chemebochavi werden die Gefallenen auf Chemeb bestattet.

Bevor sich Perry Rhodan erneut mit Goyro Shaccner trifft, stattet er zusammen mit Sichu Dorksteiger und Gucky der TICCNYT, dem Schiff des Rayonen, einen geheimen Besuch ab. Sie sammeln Daten und kehren unentdeckt zur RAS TSCHUBAI zurück. Merkwürdig ist, dass sich das Schiff, abgesehen vom Patronit, kaum von den bekannten Schiffen der Onryonen 20 Millionen Jahre später unterscheidet. Die Auswertung des internen Bordverkehrs der TICCNYT bringt eine wichtige Nachricht zutage. Darin ist von den Hütern der Zeiten von Zeedun die Rede, die das Achalabatsystem für vorläufig abseits der Drangsal erklärt haben. Das Imperium der Empörer hätte sich einem anderen Ziel zugewandt. Nun könne man über die Einrichtung einer Purpur-Teufe für Chemeb sprechen.

Das erneute Gespräch mit dem Kundgeber bringt Rhodan in Erklärungsnot. Der Zeitriss wurde entdeckt und Rhodan muss einräumen, dass ihm der Verursacher bekannt ist. Er zeigt Shaccner ein Bild von Avestry-Pasik. Dem Rayonen sind Laren wohl keine Unbekannte. Auch die Tiuphoren haben den Zeitriss entdeckt und Rhodan bittet Shaccner um Hilfe bei der Suche nach der LARHATOON. Schließlich bekommt Perry Rhodan eine Nachricht. Regierungsmitglieder der Rayonen wollen sich mit ihm in der Sternenmark-Bastion Vennbacc treffen.

 

Rezension:

Nach dem eher durchwachsenen Auftakt zu diesem Zyklus liefert Uwe Anton die direkte Fortsetzung zu Band 2800. Für seine Geschichte lässt sich Uwe Anton einiges einfallen. Er liefert eine differenziertere Betrachtung der Tiuphoren und greift dabei u.a. auf Vergleiche mit den Kamikaze-Piloten der Japaner zurück. Mit den Chemebochavi bringt er ein exotisches Volk ins Spiel, bei denen insbesondere die Leistungen in der Gesellschaft andere Bewertungen erfahren, als beispielsweise die Anstrengungen eines Menschen in der terranischen Gesellschaft. Und mit der Zeremonie für getötete Galaktiker bringt der Autor ebenfalls ein Element ein, das nicht allzu häufig in der Serie zu lesen ist. Sogar einen Geistlichen lässt der Autor auftreten. Neben diesen Inhalten schildert der Autor eine Raumschlacht, ein Gefecht Mann gegen Mann auf dem Planeten und lässt etliche Informationen einfließen, die eine Verbindung zwischen der Vergangenheit von vor 20 Millionen Jahren und der Gegenwart aufzeigen.

So betrachtet, ein ereignisreicher Roman. Allerdings war nicht alles rund, was der Autor da geschrieben hat. Die Geschichte beginnt bereits widersprüchlich. In einer eher schwach geführten Moral-Diskussion stellt Perry Rhodan seine Ziele in den Mittelpunkt. Er will Avestry-Pasik und die LARHATOON finden, um zu verhindern, dass die Menschheit durch die Aktivitäten der Laren ausgelöscht wird. Dazu greift er in einen Kampf zwischen Chemebochavi und Tiuphoren ein. Zum Zeitpunkt, als der Terraner diese Entscheidung fällt, ist ein Zusammenhang zwischen Avestry-Pasiks Aktivitäten und dem Konflikt, in dem Rhodan eingreift, jedoch nicht zu erkennen. Rhodans Aktivitäten könnten also ebenso dazu dienen, die Zukunft der Menschen zu gefährden. Die Ausführungen, die Uwe Anton seinen Protagonisten dabei in den Mund legt, sind schwach. Er spricht von Verantwortung, die Rhodan hätte, um einen Völkermord zu verhindern, wohlwissend, dass genau dieser Völkermord bereits geschehen ist. Und weiter lässt er wissen, dass sich der Lauf der Geschichte auf lange Sicht nicht aufhalten lässt und es seine Protagonisten auch nicht dürften. Was denn nun?

Das Grundproblem in diesen Ausführungen ist, dass Uwe Anton (und natürlich auch die Expokraten) absichtlich zu schwammig bleiben, was die Auswirkung einer Zeitreise angeht. Würde man ein selbstkonsistentes Universum beschreiben, wäre es zwar möglich, in die Vergangenheit zu reisen aber man könnte keine Kausalitätsverletzungen verursachen. Alles, was die Zeitreisenden in der Vergangenheit tun, ist bereits Teil ebendieser Vergangenheit. Würde dies zutreffen bräuchte Rhodan nicht in den Konflikt eingreifen, weil er seine Gegenwart nicht ändern kann, ebenso wenig wie Avestry-Pasik. Der Terraner könnte daher in die Gegenwart zurückkehren.

Sollte hingegen die Viele-Welten-Interpretation herangezogen werden, würden Rhodan und Co in einer von unendlich vielen Parallelwelten agieren, bzw. mit dieser Zeitreise ein eigenes Parallel-Universum erzeugen. Indem Rhodan also in den Konflikt eingreift, hat er sich bereits der Möglichkeit beraubt, in sein eigenes Universum zurückzukehren.

Zu den schwammigen Ausführungen passen Rhodans Überlegungen, als er auf die Chemebochavi trifft. Er überlegt nämlich, ob die Nennung des Begriffs Terraner, als er nach seinem Volk gefragt wird, vielleicht ein Zeitparadoxon auslösen könnte. Wohlgemerkt, nachdem zuvor die Terraner ein Sterngewerk der Tiuphoren samt Beibootflotte vernichtet haben!

Auch die Schlussfolgerungen, die der Autor aus den Aktionen der Tiuphoren zieht, sind mehr als gewagt, um nicht zu sagen, gänzlich übertrieben. Uwe Anton kommt nämlich zu dem Schluss, dass sich die Tiuphoren aufgrund ihres Kamikaze-Einsatzes nicht so sehr von den Menschen unterscheiden würden. Kamikaze-Piloten waren jedoch eine kleine Spezialtruppe von Japanern, die freiwillig ihre Flugzeuge gegen Schiffe lenkten. Die Handlungen einer Handvoll Menschen mit denen der Tiuphoren gleichzusetzen hinkt gewaltig.

Sicherlich ist es zu früh, um bereits von einem Trend zu sprechen. Es scheint jedoch so, dass die übliche zögerliche Informationsgewinnung am Zyklusbeginn der Vergangenheit angehört. Man bekommt schnell Kontakt, erfährt Hintergründe und trifft sich mit Vertretern des Kodex. So kann es weiter gehen.

Fazit: Uwe Anton kann mit einigen Inhalten überzeugen. Insbesondere in der Zeitreiseproblematik stottert seine Geschichte im Kleinen, was beispielsweise Rhodans Äußerungen zeigen, als auch im Großen, was die Auswirkungen der Zeitreise insgesamt angeht.

 

Und nochmal Ansichten zu Band 2800

Mit einem Tag Abstand betrachtet, will ich noch ein paar Gedanken äußern.

Ich habe Verständnis, wenn versucht wird, auch Leuten Zugang zum Perryversum zu schaffen, die bislang noch keinen Roman der größten Science-Fiction-Serie der Welt in den Händen hielten. Und ausschließlich für diese Zielgruppe sind die ersten 40 Seiten der Geschichte geschrieben worden. Doch ehrlicherweise muss man nach diesem Roman doch zur Einsicht gelangen, dass beide Seiten, Fan und Neuling, mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein können. Da die aktuelle Geschichte nahtlos an den vorhergehenden Zyklus anschließt, wäre es gerade in diesem Fall angebracht gewesen, den Lesern der letzten Hundert Bände auch eine stimmige Fortsetzung anzubieten, die ein paar Antworten zu den Fragen zum Atopischen Tribunal liefert und schließlich „Jubiläumstypisch“ zu neuen Ufern aufbricht. Im ersten Teil werden stattdessen Antworten zur Frage geliefert: Was ist eigentlich Perry Rhodan? Im zweiten Teil wird tatsächlich zu neuen Ufern aufgebrochen, doch bei einer Gesamtbetrachtung sieht eine Highlight-Folge anders aus.

Jubiläumsbände sollten für Fans geschrieben werden!

Wie schon letzte Woche genannt, erfährt die Figur des Gucky mal wieder eine Veränderung. In welche Richtung sich diese Figur bewegen wird, bleibt erneut offen. Aber möglicherweise ist es genau das, was die Exposé-Autoren beabsichtigen. Dass nämlich das Unstete bei den Parafähigkeiten des Ilts nun zum beständigen Part dieser Figur wird. Richtig gut gelungen sind Michelle Stern zwei andere Elemente ihres Romans, nämlich die Tiuphoren und die Chefwissenschaftlerin der LFT. Die Darstellung ihrer Protagonistin Sichu Dorksteiger gehört mit zum Besten, was man bislang zu dieser Figur hat lesen können. Diese Darstellung knüpft wieder an die Einführung der Figur im Stardust-Zyklus an. Dorksteigers Beobachtungsgabe und die daraus folgenden logischen Schlussfolgerungen, sind exzellent erzählt. Anders als die Onryonen im Vorgängerzyklus erfährt man durch die Einführung der Autorin sehr viel mehr über die Tiuphoren, ohne dass gleich alle Geheimnisse aufgedeckt werden. Die Mimik der Fremden, das Lauernde in ihrem Auftreten werden von der Autorin erstklassig dargestellt. Auch die Gefühle von Perry Rhodan und der Ator, als sie als Kriegsgäste durch das Sterngewerk geführt werden, werden von der Autorin nachvollziehbar transportiert. Als Leser kann ich mich in diese Figuren hineinversetzen und mitfiebern oder in diesem Fall mitleiden.

Mein zweites Fazit: Der erste Teil der Geschichte ist verhunzt. Da bleibe ich auch nach einer zweiten Betrachtung bei meinen Ansichten direkt nach der Lektüre. Zu kurz gekommen sind bei meinem ersten Fazit die positiven Inhalte des zweiten Jubiläumsteils. Hier holt Michelle Stern sehr viel aus der Story.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2800

Zeitriss – von Michelle Stern – Handlung:

Die ATLANC ist unterwegs in der Synchronie. Sichu Dorksteiger und ihr Team, das in letzter Sekunde mit Hilfe von Gholdorodyns Kran an Bord des Richterschiffs gelangt ist, versuchen die Dimension zu messen und zu erfassen, in der das Schiff unterwegs ist. Die Ator kann nur Hypothesen äußern. Die Technik der ATLANC entzieht sich dem Verständnis der Wissenschaftler und zur RAS TSCHUBAI gibt es keine Verbindung. Atlan ist als Pilot in einer Art von Trance versunken und nicht ansprechbar. Perry Rhodan will endlich einen Schritt weiter kommen. Über eine der Geniferenhauben sucht der Terraner den Kontakt zum ANC. Tatsächlich kommt eine Übereinkunft zustande. Das ANC soll Atlan unterstützen, einen Weg durch die Synchronie zu finden und weiterhin eine Verbindung zur RAS TSCHUBAI herstellen.

Mit dem Kran wird ein Transmitter vom Trägerschiff in die Zentrale der ATLANC gebracht und eine dauerhafte Verbindung geschaffen. Dorksteiger kehrt in ihre Labors an Bord zurück und der Leichnam von Chuv wird an Bord gebracht, um untersucht zu werden. Gucky und die Larin Pey-Ceyan erkunden derweil die ATLANC. Wie es scheint, hat Chuv an einigen Stellen Gebäude von Terra nachbilden lassen, als hätte er sich auf dem Einsatz dort vorbereitet. In der Zentrale der ATLANC und an anderen Orten treten plötzlich seltsame Phänomene auf. Es kommt zu Abweichungen vom Zeitstrom. Dopplereffekte treten auf. Manche Besatzungsmitglieder sehen sich selbst, wie sie die Zentrale durchqueren, Rhodan hört einen Befehl von sich selbst, den er Minuten später erst tatschlich gibt. Avan Tacrol leidet besonders unter den Kausalphänomenen. Der Haluter, der ein präzises Zeitverständnis hat, dreht vollständig durch. Gucky, der in die Zentrale zurückkehrt, kann Schlimmeres verhindern, indem er den Haluter telekinetisch festhält. Der Ilt hat plötzlich wieder seine alten Fähigkeiten. Alle Besatzungsmitglieder werden in die RAS TSCHUBAI evakuiert und begeben sich in die Suspensionsbänke, um darin den Auswirkungen der Synchronie zu entgehen. Nur Atlan und Sichu Dorksteiger bleiben zurück.

ANANSI holt die Besatzung nur kurze Zeit später aus der Suspension. Die ATLANC ist havariert und hängt in einer Ausbuchtung der Synchronie. Durch einen Schleier ist das normale Universum zu sehen. Astronomische Berechnungen zeigen schnell, dass die ATLANC sich im Jahr 20.103.191 v. Christus befindet. Außerdem hat die Havarie einen Riss in der Zeit verursacht. Während noch Mutmaßungen laufen, warum Atlan das Schiff in diese Lage gebracht hat, überschlagen sich die Ereignisse. Das Larenschiff an Bord der RAS TSCHUBAI sprengt den Hangar auf und verlässt das Trägerschiff. Gleichzeitig wird es aus den Synkavernen entlassen und im Normalraum abgeladen. Danach verschwindet das Schiff. Schnell kommt heraus, dass sich die Laren des gleichen Tricks bedient haben, mit dem man Chuv zu einem willfährigen Sklaven gemacht hatte. Die Laren haben sich wohl von den Aras einen Cocktail mischen lassen, mit dem sie Atlan infiziert haben. Der Arkonide hat, ohne es zu wollen, die Laren bei ihrem Plan unterstützt. Vermutlich hat Avestry-Pasik doch mehr Informationen über die Laren in der Milchstraße, als er zugegeben hat. Perry Rhodan vermutet, dass er die Laren vor Ort unterstützen möchte gegen den damaligen Feind. Das könnte ein Zeitparadoxon heraufbeschwören. Die RAS TSCHUBAI macht sich auf, die Laren zu verfolgen.

Die ATLANC bleibt mit Atlan, Jawna Togoya und 500 Besatzungsmitgliedern in der Ausbuchtung zurück, während die RAS TSCHUBAI unter den Bedingungen der niedrigen Hyperimpedanz den Flug zur Milchstraße aufnimmt. Avestry-Pasik kennt die Koordinaten Terras und dort ist das seltsame Bild entstanden, das Laren vor Luna zeigt. Zuerst gilt es jedoch den Rand der Galaxis zu erreichen. Während des Fluges werden auch die Gerätschaften und Maschinen an den veränderten Widerstand angepasst.

Nahe eines Systems, wenige hundert Lichtjahre unter der Milchstraßenhauptebene materialisiert das Trägerschiff und müsste eigentlich das geflohene Larenschiff überholt haben. Plötzlich werden Explosionen geortet. Es findet einige Lichtjahre entfernt ein Raumkampf statt. Erste Ortungen und Auswertungen der Funksprüche zeigen, dass Raumschiffe des Imperiums der Empörer über ein hoffnungslos unterlegenes Raumfahrervolk und dessen Heimatwelt herfallen. Die Raumschiffe der Eroberer werden als Sterngewerke bezeichnet, kleinere Einheiten als Sternspringer. Die Besatzungen dieser Schiffe nennen sich Tiuphoren. Die angegriffenen Joppachio rufen verzweifelt um Hilfe durch die Streitkräfte des Kodex.

Perry Rhodan will mehr erfahren. Wenn Avestry-Pasik den Ur-Laren gegen das Imperium der Empörer beistehen will, muss er früher oder später vor Ort erscheinen. Rhodan ahnt nicht, dass es noch andere Beobachter der Schlacht gibt. Die Bitenni sind ein Volk, das nur wenige Lichtjahre entfernt seine Heimatwelt hat. Die Angst ist groß, dass sich die Sterngewerke der Tiuphoren nach der aktuellen Schlacht der Heimat der Bitenni zuwenden. Man bittet um den Beistand des Kodex. Und eine weitere Option wird ins Auge gefasst. Man will eine neue Macht um Hilfe bitten, die erst seit kurzen aktiv ist. Die Laren.

Perry Rhodan, Gucky, Sichu Dorksteiger und einige weitere Besatzungsmitglieder nähern sich in dem getarnten MINERVA-Kreuzer ISHY MATSU der Schlacht, um mehr Daten zu sammeln. Urplötzlich erscheint ein fünf Kilometer großer Raumer. Das Sterngewerk der Tiuphoren greift sofort an. Der Paros-Schirm wird geknackt und die Fremden entern das Schiff. Sichu Dorksteiger leistet Widerstand. Die Ator beobachtet, dass die fremden Humanoiden in den blauschwarzen Kampfanzügen sich geradezu an der Gewalt berauschen, mit der sie vorgehen. Rhodan und die anderen werden gefangengenommen. Als Dorksteiger ihre Zelle untersucht, betritt ein Tiuphore den Raum und tötet einen Terraner ohne Vorwarnung, nur damit die Ator ihre Untersuchungen einstellt.

Der Kommandant der YONNTICC nennt sich Caradocc Ohxon Bysccu. Der Tiuphore, von dem Perry Rhodan nicht zu erkennen vermag, ob es eine Frau oder ein Mann ist, führt den Terraner in die Zentrale. Auch Sichu Dorksteiger wird dorthin gebracht. Bysccu bezeichnet die beiden als Kriegsgäste. Die Tiuphoren zeigen sich extrem fremdartig in ihren Vorstellungen. Sie leben im All und erobern Welten, um deren Technologien auszuplündern. Die Angriffe werden regelrecht choreographiert. Das Schlimmste kommt jedoch noch. Die Tiuphoren führen auch eine Banner-Kampagne durch. Jeder ihrer Sterngewerke trägt am Bug einen Seelensack. Darin werden die ÜBSEF-Konstanten besondere Feinde eingesperrt. Rhodan und Dorksteiger sind angewidert. Jede Schwäche von ihnen provoziert jedoch die Tiuphoren. Teilweise müssen Rhodan und Dorksteiger in Zweikämpfen den Tiuphoren begegnen, die von ihresgleichen angefeuert und bejubelt werden.

Gucky kommt inzwischen wieder zu Bewusstsein. Seine Fähigkeiten wurden nicht entdeckt. Als Rhodan und Dorksteiger in eine Zelle gebracht werden, schlägt die Stunde des Ilts. Er kann die beiden befreien und in die ISHY MATSU teleportieren, die in die YONNTICC eingeschleust wurde. Dorksteiger manipuliert das Schiff, während Gucky die anderen Gefangenen befreit. Die Tiuphoren zeigen sich gnadenlos und töten etliche Gefangene noch vor der Flucht. Die ISHY MATSU explodiert und die Gefangenen können mit einer Space-Jet entkommen und zur RAS TSCHUBAI zurückkehren.

Das Trägerschiff kehrt zur Ausbuchtung zurück. Der Versuch, in die Synchronie und zur ATLANC zurückzukehren, misslingt. Die RAS TSCHUBAI muss in der Vergangenheit bleiben oder per Dilationsflug in die Gegenwart zurückkehren. Bevor die Verbindung zu Atlan zusammenbricht, wird vereinbart, dass Atlan alleine in die Jenzeitigen Lande weiterfliegt. Sollte man jemals wieder zusammentreffen, dann 1936 Lichtjahre von Hyperon-Gal-Süd entfernt. Dann bricht die Verbindung zu Atlan ab. Der Zeitriss vergrößert sich. Ein Beiboot bleibt zurück, um den Riss zu untersuchen und eine Möglichkeit auszuloten, um darüber in die Gegenwart zurückzukehren. Die RAS TSCHUBAI fliegt wieder weiter, auf der Suche nach den Laren.

 

Rezension:

Oha. Diesen Jubiläumsband muss man eigentlich erst mal sacken lassen. Dennoch will ich direkt nach der Lektüre meine Ansichten äußern, solange die Erinnerungen noch frisch sind.

Michelle Stern hatte es sicherlich nicht leicht. Der letzte Doppelnull-Roman wurde von keinem geringeren als Andreas Eschbach geschrieben. Der Beststeller-Autor schaffte es, mit Band 2700 einige der typischen Jubiläumsband-Klippen zu umschiffen. Keine epischen Wiederholungen, kein Herunterbeten von Lebensläufen, Lexikoneinträgen und Ähnlichem. Figuren wurden kurz mit Namen benannt und taten ansonsten das, was man von Romanfiguren erwartet. Sie handelten. Und das reichte auch, denn die Leser kannten die Figuren bereits aus früheren Romanen. Michelle Stern tat sich erkennbar schwerer. So ein Jubiläumsband soll ja eine Eierlegende Wollmilchsau sein. Altleser müssen damit genauso zufriedengestellt werden, wie der Jungleser, der den ersten Perry in den Händen hält. An der Stelle sei verkündet, der Jungleser wird sich schwer tun mit 2800 und der Altleser wird zumindest phasenweise enttäuscht sein.

Tatsächlich lässt sich der Roman grob in zwei Teile gliedern. In den ersten 40 Seiten befriedigt die Autorin die Interessen des Verlags und erzählt brav, was ein Mausbiber ist, wie Telekinese funktioniert, was ein Haluter so alles anstellen kann, wenn er wütend ist, wie diverse Gimmicks des 51. Jahrhunderts funktionieren und so weiter und so fort. Ab Seite 42 beginnt mit dem Abflug der RAS TSCHUBAI zum Milchstraßenrand der eigentliche Jubiläumsband und der deutlich interessantere Teil der Geschichte.

Die ersten 40 Seiten unterscheiden sich auch im Stil erheblich vom zweiten Teil des Romans. Noch nie sind mir derart gravierende Unterschiede in 1 Roman aufgefallen. Der erste Teil der Geschichte ist geprägt durch viele kleine Beschreibungen, die selbst die einfachsten Handlungen begleiteten. Nicht selten übertreibt Michelle Stern diesen Stil, indem sie einen eigentlich klaren Sachverhalt nochmals anders formuliert in einem weiteren Satz erneut beschreibt und umschreibt. Stellenweise mutete das wie ein Kinderbuch an. Beinahe schien es so, als hätte die Autorin das Vertrauen in ihre Leser verloren, nicht alles zu verstehen, was sie schreibt. Sie hetzt von einer Erklärung zur nächsten Erklärung.

Ebenso auffallend sind Star-Trek-typische Charakteristiken, die plötzlich Einzug in den ersten Romanteil hielten. SF-Serien unterscheiden sich trotz vieler Übereinstimmungen doch häufig im benutzten Vokabular oder in typischen Handlungsweisen. Scanner in den Händen werden im Band 2800 auf merkwürdige Phänomene gerichtet und Gerätschaften arbeiten innerhalb der definierten Parameter. Das kennen wir aus Star Trek aber sehr selten aus dem PR-Kosmos. Nicht, dass ich es schlecht fand, es fällt aber auf.

Und noch ein Stilelement beherrscht den Jubiläumsband im ersten Teil. Die Protagonisten neigen in allen Tätigkeiten und Äußerungen zu Extremen. Alles wird übersteigert. Den Zustand Normal gibt es in diesem Abschnitt nicht. Atlan wird nicht etwa vorgeworfen, sich „verflogen“ zu haben, nein, ihm wird von allen Seiten „Verrat“ vorgeworfen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Als wäre die Vorstellungsorgie im ersten Romanabschnitt nicht genug, verfolgt die Autorin mit Sichu Dorksteigers Gedankengängen zu ihrer Herkunft und zu den Terranern einen weiteren Weg, um Perry Rhodan dem Neu-Leser zu erklären. Völlig zu kurz kommt Atlan. Der Arkonide, von dem wir rein gar nichts erfahren, wie es ist, ein Schiff durch die Synchronie zu fliegen, wird von Michelle Stern faktisch gar nicht erwähnt. Auch der Zeitriss, immerhin titelgebend, kommt irgendwie zu kurz. Überhaupt wird das ganze Geschehen um die Synchronie, für die immerhin 100 Hefte Anlauf genommen wurde, seltsam zurückhaltend präsentiert. Am Ende fliegen Atlan, Jawna Togoya und 500 Unbekannte alleine weiter in die Jenzeitigen Lande.

Soweit der erste Teil und der Schluss. Mit dem Ausschleusen der RAS TSCHUBAI und dem Vordringen in die Milchstraße ändert sich auch der Schreibstil der Autorin. Plötzlich sind wir mitten im Geschehen. Die Tiuphoren müssen einen Vergleich zu den Onryonen nicht scheuen. Die Onryonen sind subtiler. Freundlich lächelnd vernichten sie Raumschiffe und Planeten im Namen der Atopischen Orto. Die Tiuphoren zeigen ihre Grausamkeit unverhüllt und vernichten Raumschiffe und Planeten im Namen ihres Glaubens.

Erstes Fazit: Die ersten 40 Seiten waren einfach schlecht. Danach wurde es besser. Immerhin ist die Neugierde entfacht, wie es weitergeht.