Articles for the Month of April 2015

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2799

Zur letzten Grenze – von Oliver Fröhlich und Christian Montillon – Handlung:

Die Terraner haben die CHUVANC erobert. Nun machen sich die Eroberer mit der Bedienung des Richterschiffs vertraut. Insbesondere die drei Piloten Samu Battashee, Farye Sepheroa und Avan Tacrol müssen schnell Zugriff auf die Systeme des Schiffes erlangen. Richter Chuv ist durch den OptAg-Dispenser zwar unter Kontrolle, allerdings kämpft der Richter gegen die Beeinflussung an. Tief in seinem Innersten spürt Chuv, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Bevor die CHUVANC ins Arkonsystem aufbrechen kann, müssen einige Dinge geklärt werden. Die Onryonen müssen von Bord, die RAS TSCHUBAI in die Synkavernen eingelagert und der flüchtige Sekretär des Richters gestellt werden.

Für die Onryonen täuscht man einen Rettungseinsatz vor, der es der CHUVANC erlaubt, das Naatasystem zu verlassen und sich mit der RAS TSCHUBAI zu treffen. Chuv wird dazu gebracht, mit dem ANC die Trans-Chronalen Treiber der CHUVANC um die RAS RSCHUBAI auszudehnen und das Schiff in die Synkavernen einzulagern. Die Onryonen der CHUVANC werden in ein präpariertes Beiboot verfrachtet und ausgeschleust. Es wird Tage dauern, bis die Onryonen um Hilfe rufen können. Derweil kehrt das Richterschiff ins Naatasystem zurück und benutzt die Transmitterverbindung ins Arkonsystem.

Gucky und die larische Telepathin Pey-Ceyan versuchen mit Hilfe eines Parablocks den Sekretär des Richters aufzuspüren, der sich in die Synkavernen geflüchtet hat. Gucky kann sich und Pey-Ceyan zusammen mit Gholdorodyn in die Synkavernen versetzen, wo sie Yuunüs Phörn aufspüren. Phörn plant den Tod von Chuv, damit die Terraner keine Macht über das Schiff bekommen. Bei seiner Attacke wird Richter Chuv schwer verletzt. Gucky treibt Phörn aus der künstlichen Dimension in die Zentrale der CHUVANC. Der Ilt wird bei diesem Einsatz stark beansprucht und fühlt sich ausgebrannt, so als hätte er erneut seine Parafähigkeiten verloren. Erneut kann der Sekretär entkommen und wird nun von Perry Rhodan gejagt.

Chuv liegt im Sterben. Als er schließlich stirbt, sieht sich das Bordgehirn Chuv-ANC nach einem neuen Lebensteil um und adaptiert Atlan. Die CHUVANC hört auf zu existieren und wird zu Atl-ANC, das Schiff zur ATLANC. Perry Rhodan tötet in einem Zweikampf Yuunüs Phörn, während sich die ATLANC langsam dem Atopischen Konduktor nähert. Plötzlich erscheint die 233-COLPCOR und greift die ATLANC ohne jede Vorwarnung an. Auch Onryonenschiffe beschießen die ATLANC. Das Gegenfeuer verpufft wirkungslos, da das ANC sich weigert mit aller Feuerkraft auf ein Richterschiff zu schießen. Attilar Leccore kommt zur Hilfe. Er behauptet, dass ein Einsatzkommando die 233-COLPCOR übernommen hat und nun die CHUVANC attackiert. Er fordert alle Schiff auf, die 233-COLPCOR anzugreifen. Die Onryonen sind verwirrt und wissen nicht mehr, welche Seite sie unterstützen sollen. Mit Hilfe von Gholdorodyns Kran kann das Einsatzteam um Sichu Dorksteiger an Bord der ATLANC geholt werden. Attilar Leccore wird an Bord der CLOSSOY festgenommen, nachdem der onryonische Oberbefehlshaber die Befehle Leccores aufgehoben hat.

Die ATLANC fliegt zum Kosmoglobus. Die Angriffe der 233-COLPCOR sind so schwer, dass das Unternehmen zu scheitern droht. Richter Matan Addaru Jabarim nimmt keinerlei Rücksichten mehr. Bei seinen Angriffen wird der Planet Zhusha vernichtet. Auch zahlreiche Onryonenschiffe explodieren. Von Luna aus meldet sich YLA. Sie öffnet das Atopische Portal und die ATLANC kann mit letzter Kraft das Portal durchfliegen und in die Synchronie eindringen.

 

 

Rezension:

Nun ist es also vollbracht. Phase 4 konnte ebenfalls erfolgreich abgeschlossen werden. Aufgrund der seit Wochen laufenden massiven Werbung für Band 2800 war das Ergebnis eigentlich keine Überraschung mehr.

Wie dieser Zyklus endet war allerdings ohne Kenntnis des 4-Phasen-Plans und ohne der Beeinflussung durch die Werbung zum kommenden Jubiläumsband allerdings dann doch wieder eine Überraschung. Noch in Heft 2700 hatte Andreas Eschbach im Epilog ein Bekenntnis gemacht. Geschichte, schreibt er, neige dazu, ähnlichen Mustern zu folgen, aber das, was tatsächlich geschah, war letzten Endes immer eine Überraschung. 99er Nummern eines Zyklus folgten tatsächlich sehr häufig bestimmten Mustern. Meist wurden Handlungsfäden in einem finalem Showdown zusammengeführt, große Geheimnisse gelüftet, Akteure aus der Serie geschrieben oder geparkt und nicht selten auch ein bestimmter Status Quo hergestellt.

Diese 99er Geschichte, von Oliver Fröhlich und Christian Montillon gemeinsam verfasst, ist anders. Der Roman enthält kein einziges dieser Elemente. Damit ist er sehr wohl eine Überraschung. Allerdings hinterlässt der Roman noch einen anderen Eindruck. So wie sich die ATLANC mit letzter Kraft zur letzten Grenze schleppt und diese überschreitet, so hinterlässt dieser Roman, zusammen mit den vorhergehenden Geschichten ein ähnliches Gefühl, nämlich dass der Zyklus sich ebenfalls gerade so über die Ziellinie gerettet hat. Und um bei dem Vergleich zu einem Rennen zu bleiben: Dieser Zyklus ist sicherlich nicht als Erster durchs Ziel gegangen. Und für nochmal Hundert Hefte fehlt es an Ausdauer.

Zurück zur Story. Wie auch schon zum Heft der Vorwoche geschrieben, mangelt es auch diesem Roman an Originalität. Die Darstellung von Chuvs Gedanken konnte am meisten überzeugen. Für die Handlung, die in den Synkavernen angesiedelt ist, haben sich die beiden Autoren zwar Mühe gegeben, um die Fremdartigkeit einer solchen Umgebung zu transportieren, dennoch waren die Beschreibungen dieses Phänomens nicht ganz gelungen.

Gleich zu Beginn des Romans gibt es eine Textstelle, in der Perry Rhodan Skrupel zeigt, als es darum geht, den Richter mittels Fernsteuerung zu beeinflussen. Stellt man diese Textstelle dem Wahnsinnsplan der Akteure gegenüber, bei dem nur wenige Handlungsstunden zuvor vier Milliarden Wesen mit dem Tode bedroht wurden, wird nun zumindest für den Serienhelden etwas an Wiedergutmachung betrieben.

Der Rest der Geschichte ist unauffällig. Es gibt keine Wendungen, sieht man von Gucky einmal ab. Der Ilt scheint erneut ein Upgrade oder Downgrade seiner Fähigkeiten zu erfahren. Die Darstellung des Ilts in den ersten zwei Dritteln des Zyklus kann man als überaus gelungen bezeichnen. Das Autorenteam hatte dieser Figur eine neue Rolle verpasst, die in vielen Geschichten vorteilhaft eingesetzt wurde. Die frühere Omnipotenz der Figur wurde beschnitten und Charakterzüge mehr in den Vordergrund gestellt. Szenen, in denen sich der Ilt Gedanken darüber macht, wie er andere mit seinen nunmehr begrenzten Fähigkeiten überhaupt unterstützen kann, gehörten zu den glaubwürdigsten Umsetzungen einer Figur in diesem Zyklus. Seit dem Einsatz gegen Faktor IV und der Übernahme der neuen Teleporterfähigkeiten gerät die Figur zunehmend aus dem Takt. Die Darstellungen seiner Fähigkeiten werden uneinheitlich beschrieben und der sorgsame Aufbau des neuen Gucky scheint dahin.

Was lässt sich sonst noch zum Zyklus sagen? Eigentlich eine ganze Menge. Vieles habe ich in meinen Rezensionen bereits geschrieben. An Substanz mangelte es dem Zyklus nicht. Der Ideenreichtum des Exposé-Teams und der Autoren verblüfft mich nach wie vor und ist ein Garant dafür, der Serie die Treue zu halten, auch wenn dieser Zyklus Schwächephasen hatte. Die deutlichste Schwäche ist sicherlich die, dass es nicht gelungen ist, an den richtigen Stellen der Gesamtgeschichte die Informationen so zu platzieren, dass sie nach und nach ein umfassendes Gesamtbild ergeben. Im Bemühen darum, den Lesern möglichst keine relevanten Hinweise zu geben, die Aufschlüsse über Hintergründe oder Ziele des Atopischen Tribunals geben könnten, entwickelte sich trotz einiger dramatischer Szenen nur ein zäher Handlungsfluss. Große Meilensteine oder Spannungshöhepunkte blieben aus. Ein Gesamtbild ist nicht entstanden. Und auch die Teilbilder enthalten viele weiße Stellen.

Die Figuren taten erkennbar zu wenig, um den Hintergründen der Okkupation auf die Spur zu kommen. Der Ausflug in die Galaxis der Laren schien anfangs genau zu diesem Zweck angelegt zu sein, nämlich Grundlagenforschung zu den Atopen zu betreiben. Die Ansätze waren vielversprechend und sind dann, als die Inhalte konkreter wurden, abgebrochen worden. Der Rest ist bekannt. Zurück in der Milchstraße quälte sich der Zyklus zu diesem Ende. Zwar sind in einzelnen Romanen die Protagonisten nicht mehr so die Getriebenen wie in früheren Zyklen. Auf die Gesamtgeschichte bezogen sind sie dennoch mehr Beobachter als Handelnde geblieben. Die letzten vier Hefte scheinen dem zu wiedersprechen. Vielleicht sind sie aber auch als Auftakt zu verstehen. Dass mit mehr Schwung den Geheimnissen auf den Grund gegangen werden soll. Zu wünschen wäre es.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2798

Phase 3 – von Oliver Fröhlich – Handlung:

In zwei Schüben wechselt das Einsatzteam der RAS TSCHUBAI mit Hilfe von Gholdorodyns Kran auf das Richterschiff. Das erste Problem ergibt sich unmittelbar nach der Rematerialisation des Vorauskommandos, dem auch Perry Rhodan angehört. Statt in der Zentrale der CHUVANC herauszukommen, hat es den Unsterblichen und seine Begleiter an einen unbekannten Ort innerhalb des Riesenschiffs verschlagen. Auch der zweite Transport, der vor allem die Soldaten und Laren befördert, endet nicht in der Zentrale. Immerhin können sich die beiden Trupps verständigen und zueinander finden.

Das Einsatzkommando muss sich zu Fuß zur Zentrale durchschlagen, denn ihr Eindringen bleibt nicht unbemerkt. Aus Wänden und Decken formen sich Roboter aus, die sofort angreifen. Die CHUVANC hüllt sich in ihren Repulsorwall, so dass weder eine Verstärkung, noch ein Rückzug möglich sind. Gholdorodyns Beobachtungen zeigen auch, dass sich die Zentrale in einen fraktalen Paratronschirm gehüllt hat. Für den Kran ist ohne neue Justierung kein Durchkommen.

Während die Soldaten die angreifenden Roboter abwehren hat Samu Battashee, einer der Piloten für den Genifer-Einsatz, eine Halluzination. Zwischen den Kämpfenden sieht er ein kleines Mädchen. Schon während der Ausbildung auf Terra und später auf Neo-Ganymed sind seine Leistungen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Ärzte haben einen Mnemo-Block bei ihm entdeckt, der Erinnerungen aus seiner Kindheit unterdrückt. Mit Einverständnis der Ärzte wird eine Therapie begonnen, die den Block abbauen soll. Seine Leistungen steigen, doch die Erinnerungen kommen nicht vollständig zurück. Durch seine Sinnestäuschung bringt Battashee sich und den Trupp in Gefahr.

Die zerstörten Roboter der CHUVANC werden zu einem weißen Pulver, das im Boden versickert. Beim zweiten Angriff haben die Roboter des Richterschiffs dazugelernt. Auf Seiten der Terraner und Laren gibt es erste Verluste. Gucky teleportiert mit Atlan in eine Wartungshalle des Belüftungssystems. Die Teleportation bereitet dem Ilt große Schwierigkeiten, denn die CHUVANC wird von einem unbekannten Netzwerk durchzogen. Der Gang durch die Passage, wie es Lan Meota tat, kostet viel Kraft. Der Ausflug ist umsonst. Das Belüftungssystem isoliert den eingebrachten OptAg-Dispenser, mit dem Chuv infiziert werden soll.

Bei den Gefechten werden Samu Battashee und Farye Sepheroa vom Trupp getrennt und können eine wichtige Anlage sabotieren. Als Farye dabei in große Gefahr gerät, brechen Samus Erinnerungen durch. Er hat als Kind den Tod seiner Schwester verschuldet und seine Eltern hatten ihm den Mnemo-Block verpasst. Samu kann Farye retten. Die beiden werden jedoch von Onryonen gefasst.

Inzwischen hat Gholdorodyn eine Entdeckung gemacht. Die CHUVANC wird von einem Gespinst durchzogen. Von einem Tolocesten in einer Sterbesphäre erfahren sie mehr. Im inneren der CHUVANC existiert eine künstliche Dimension Null-Minus-Eins. In diese auch als Synkavernen bezeichnete Dimension werden wichtige Maschinen eingelagert.

Das Einsatzkommando gerät immer mehr in Bedrängnis. Gucky entschließt sich zu einem Alleingang. Er will den Paratronschirm der Zentrale durchdringen. Fast scheitert er, doch im letzten Moment aktiviert er die von Meota geerbte Fähigkeit eines Telepsimaten und kann den OptAg-Dispenser in Chuvs Körper transportieren. Das Einsatzkommando muss sich den Onryonen ergeben. Richter Chuv bittet Rhodan, Atlan und einige Begleiter in die Zentrale. Der Richter ist tatsächlich infiziert und kann gesteuert werden. Der Sekretär von CHUV erkennt, dass der Richter nicht mehr er selbst ist und kann fliehen. Atlan übernimmt den Platz des Richters und Avan, Farye und Samu besetzen die Pilotensitze. Perry Rhodan plant die Einlagerung der RAS TSCHUBAI in eine Synkaverne der CHUVANC, damit das Trägerschiff den Flug in die Synchronie mitmachen kann.

 

Rezension:

Der letzte Roman von Oliver Fröhlich, Band 2793, zeichnete sich mit einen durchdachten Aufbau aus. Phase 3 bietet in derlei Hinsicht keine besonderen Handlungselemente. Zwar war auch diese Geschichte vielschichtig, es fehlte jedoch eine richtig gute Idee. Die eingesetzten Haupthandlungsträger, allen voran Perry Rhodan und Atlan, können der Handlung ebenfalls keine entscheidende Impulse geben. Zwar erläutert der Autor die Sonderstellung dieser beiden Figuren, die einfach zu wichtig sind, als dass sie verstärkt in die Gefechte an Bord eingreifen könnten. Demgegenüber sind die Durchhalteparolen der beiden Unsterblichen allerdings etwas wenig, wenn man ohne Plan B auf der CHUVANC gestrandet ist.

Damit schlug die Stunde der Nebencharaktere, die mit unterschiedlichen Handicaps an der Mission teilnahmen und deren Sicht der Geschehnisse an Bord der CHUVANC in den Erzählfokus gerückt wurde. Na ja, nicht ganz, denn Gucky ist keine Nebenfigur. Es schlug daher die Stunde der psychisch Beeinträchtigten. Während der Ilt einmal mehr mit seinen Fähigkeiten haderte, traten bei Samu Battashee Halluzinationen auf.

Neurosen im Alltag sind lästig, in Romanen und Filmen aber ein vortrefflicher Kniff, um Figuren interessanter zu gestalten. Ich kann es Oliver Fröhlich daher nicht verdenken, wenn er auf eine Figur setzt, deren unverarbeitete Erlebnisse die Mission in Gefahr bringen. Insofern greift der Autor nur zu gerne auf eine etablierte Handlungsform zurück. Auch die Art und Weise, wie Oliver Fröhlich diesen Handlungsstrang erzählt, kann überzeugen. Dennoch ist dieses Muster einfach zu vertraut. Der Autor haucht diesem Part seiner Geschichte keine besondere Originalität ein. Außerdem, das gebe ich gerne zu, hatte ich andere Erwartungen an diesen Roman gehabt. Letztlich wachsen beiden Protagonisten über sich hinaus und ermöglichen einen erfolgreichen Abschluss von Phase 3.

Es bleibt dabei. Auch im vorletzten Roman des laufenden Zyklus werden keine großen Geheimnisse mehr gelüftet. Das dürfte auch für Band 2799 gelten. Wenn dann mit Band 2800 nach einhundert Heften Anlauf die Helden endlich zu jenem Ort vorstoßen wollen, an denen die drängendsten (Leser-)Fragen beantwortet werden sollen, wird hoffentlich nicht nur das Erzähltempo der Zyklusstory erhöht, sondern vom Exposé-Team auch ein paar Zwischenhochs eingebaut werden. Nicht zu ertragen wäre, wenn es erneut 100 Hefte dauern würde, bis die großen Geheimnisse gelüftet werden.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2797

Das Land Collthark – von Leo Lukas – Handlung:

Das Projekt Ultima Margo geht in die ersten beiden Phasen. Richter Chuv soll mit der CHUVANC aus dem Arkonsystem gelockt werden. Anschließend soll die Eroberung des Richterschiffes eingeleitet werden. Unter dem Kommando von Gaumarol da Bostich haben sich zahlreiche galaktische Schiffe in der Nähe des Naatasystems versammelt, um am Morgen des 14. November 1517 NGZ die erste Phase einzuleiten.

Auf Naatsdraan laufen ebenfalls Vorbereitungen. Einhundert arkontreue Naats helfen dabei, eine Barkasse zu entführen, mit der Ausreisewillige Bewohner des Naatasystems ins Baagsystem geflogen werden sollen. Ein Marskreuzer der RAS TSCHUBAI steht für Phase Eins ebenfalls bereit.

Schließlich beginnt der Überfall der galaktischen Flotte auf Naatsdraan und dem dortigen Stelen-Septagon. Während der Schlacht entführt der Marskreuzer die Barkasse, ohne dass die Onryonen Verdacht schöpfen und Bostich feuert das Teslym-Geschoss auf den Naatplaneten ab. Sollte Richter Chuv nicht rechtzeitig mit seinem Schiff eingreifen, sind 4 Milliarden Wesen zum Tode verurteilt. Der riskante Plan gelingt. Über die Transmitterverbindung erscheint Chuv mit seinem Schiff und fängt das Geschoss ab. Anschließend geht die CHUVANC in einen Orbit um Naatsdraan. Phase 1 ist vollbracht.

Auf der RAS TSCHUBAI wird die onryonische Barkasse präpariert und ins Naatasystem zurückgebracht. Mit an Bord sind Sichu Dorksteiger und das Venus-Team. Sie sollen ins Land Collthark vorstoßen und den Flottenstützpunkt mit Bostichs Überrangcodes infiltrieren. Später sollen sie zur CHUVANC dazu stoßen, um den Flug in die Synchronie mitzumachen.

Das zweite Einsatzteam wechselt mittels Fiktivtransmitter auf das Richterschiff. Bereit stehen Hundert Raumlandesoldaten und 20 Laren, darunter Avestry-Pasik, die Gholdorodyn, Atlan, Gucky und Perry Rhodan begleiten. Dazu die Piloten für das Richterschiff. Die Biowaffe wird freigesetzt, die Chuv kontrollieren soll. Während der Zugriff auf die CHUVANC erfolgt, wird die erbeutete Barkasse ins Arkonsystem zum Riesenplaneten Zhusha abgestrahlt. Die dort stationierten Onryonen können getäuscht werden. Während die Barkasse in Flammen aufgeht, hat sich das Einsatzteam abgesetzt und beginnt mit der Eroberung des Stützpunktes.

Im Arkonsystem ist unterdessen auch Attilar Leccore eingetroffen. Der TLD-Chef tritt nach wie vor als Onryone Boyton Holtorrec auf und kommandiert den Raumvater CLOSSOY. Leccore läuft aufgrund der schon lange andauernden Nachahmung eines anderen Lebewesens Gefahr, seine eigene Identität in dem fremden Charakter zu verlieren. Da bekommt Leccore/Holtorrec von der 233-COLPCOR den Auftrag, sich um Unregelmäßigkeiten im Land Collthark zu kümmern. Leccore/Holtorrec erkennt in den Aktivitäten vertraute Muster. Ein terranisches Kommandounternehmen ist auf Zhusha aktiv. Leccore/Holtorrec geht das Risiko ein und kontaktiert NATHAN. Seine unauffällige Anfrage ergibt, dass NATHAN ihn als Vertrauten einstuft und seine Zusammenarbeit anbietet. Mit dieser Unterstützung im Rücken fliegt Leccore zum Land Collthark.

Das Einsatzteam ist bei der Infiltration auf Probleme gestoßen. Leccore gibt sich heimlich gegenüber dem Team zu erkennen und nimmt sie als Gefangene an Bord der CLOSSOY.

 

Rezension:

Wie schon letzte Woche angekündigt beschäftigen sich die letzten drei Hefte des Zyklus mit dem in vier Phasen ablaufenden Plan zum Flug in die Jenzeitigen Lande. Phase 1 und 2 sind mit diesem Heft abgeschlossen. Phase 3 wird zum Inhalt von Band 2798 und Phase 4 wird den Zyklus beenden. Dass sich der abschließende Band des Doppels von Leo Lukas mit gleich zwei Phasen auseinandersetzt versprach Hochspannung. Herausgekommen ist ein zerfahren wirkender Roman, der deutlich zu viele Figuren zum Einsatz bringt. Außerdem beschreibt Leo Lukas in seiner Geschichte ein höchst fragwürdiges Vorgehen seiner Protagonisten zur Erreichung ihrer Ziele.

Während der Roman der Vorwoche zumindest in der Beschreibung der Nebencharaktere in einer launigen Sprache daherkam und die Handlungen der Figuren teilweise bizarr anmuteten, erledigt der Autor seine Aufgabe diesmal in ungewohnt nüchternen Stil. Mehr als ein oder zwei charakterisierende Sätzchen bekommt keine der Figuren verpasst. Auch sonst werden Phase 1 und 2 eher sachlich als emotional abgespult. Als Hemmnis erweist sich die hohe Zahl an zu berücksichtigenden Figuren. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Insbesondere bei der Infiltration des Landes Collthark verzettelt sich der Autor. Es sind einfach zu viele unterschiedliche Figuren im Einsatz und wer wo mit wem was gerade tut, erschließt sich nicht immer oder es spielt eigentlich keine Rolle. Die Figuren kommen irgendwie ans Ziel, bzw. werden sie vom TLD-Chef in „Empfang“ genommen.

Auch die Unsterblichen unter den Akteuren spielen in diesem Roman erneut keine große Rolle, wäre da nicht eine Szene im ersten Romandrittel gewesen. Perry Rhodan hat einem irrsinnigen Plan zugestimmt. Bostich feuert eine Waffe auf den Naatplaneten ab, die nur von Richter Chuv gestoppt werden kann. Erscheint der Atope nicht im System, werden 4 Milliarden Wesen sterben!

Ich habe diese Textstelle zunächst nur mit einem Stirnrunzeln konsumiert, immer in Erwartung eines kommenden erläuternden Passus, der den Helden aus seinem moralischen Elend befreit und dem Leser die Möglichkeit bietet sich immer noch guten Gewissens mit dem Helden zu identifizieren.

Leider blieb dieser Abschnitt aus. Das Gegenteil trat ein. In seltener Klarheit, ganz ohne beißenden Spott oder das entsetzliche Geschehen ins Absurde zu überzeichnen, ohne Merkmale des schwarzen Humors, ohne Satire und ohne surrealistische Verfremdungen lässt der Autor seinen Protagonisten einen Wahnsinnsplan durchziehen. Es gibt keinen Plan B, kein Hintertürchen, keine anderen Optionen. Auch darin lässt der Autor keinerlei Zweifel aufkommen.

Es stellt sich die Frage, was das Ganze soll? Warum wird ein derart perverser Plan verfolgt? Dramaturgisch lässt sich dieses Verhalten jedenfalls nicht begründen. Der Autor hätte vielerlei Möglichkeiten gehabt, das Geschehen dramatisch zu gestalten und ohne eine fragwürdige Moral einzubauen. Wobei das eine Untertreibung ist. Fragwürdig ist die Moral des Helden hier nämlich nicht. Sie ist einfach nicht vorhanden!

Andere Interpretationsmöglichkeiten lässt der Text von Leo Lukas nicht zu. Am Ende spielt es wohl keine Rolle, ob der Autor alleine oder weil es im Exposé stand, diese Schnapsidee produziert hat. Egal. Es bleibt festzuhalten, dass in dieser Geschichte eine Textstelle eingeflossen ist, die in ihrer Brisanz wahrscheinlich weder vom Autor noch vom Expokrat in ganzer Dimension begriffen worden ist.