Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2782

Duell auf Everblack – von Susan Schwartz – Handlung:

Im März 1517 NGZ ist die KRUSENSTERN unter dem Kommando von Viccor Bughassidow nach wie vor auf Everblack im Einsatz. Auch zwei Tefroderschiffe sind auf der Posbi-Welt gelandet, während die VOHRATA längst wieder abgezogen ist. Für die Posbis des Dunkelplaneten halten die Terraner die Tarnung der KRUSENSTERN als normale BOX-3206 aufrecht. Das ist auch dringend nötig, denn die Posbis von Everblack sind allesamt infiziert und im höchsten Grade paranoid. Und diese Paranoia richtet sich ausschließlich gegen Terraner. Neben der Paranoia hat die Infektion der Balpirol-Halbleiter auch noch andere Auswirkungen. Die Posbis begehen Fehler. Es kommt immer wieder zu Unglücken und Explosionen. Die KRUSENSTERN hat mehrere Besatzungsmitglieder dadurch verloren. Viccor Bughassidow, die Ara Jatin und der Anti Peo Tatsanor untersuchen einen Unglücksort. Die Daten verraten, dass die Posbis an einem Librationszonen-Blendschild gearbeitet haben als es zu einer Katastrophe kam. Man vermutet, dass dies eine Waffe gegen die Terraner sei.

Marian Yonder versucht indessen immer wieder den gefangenen Posbi Tetoon umzudrehen. Doch alle Versuche, den Infizierten von seiner Paranoia zu befreien, misslingen. Am Ende begeht Tetoon Selbstmord.

In den folgenden Wochen wird das Chaos auf Everblack immer größer. Die Posbis verfallen in Hektik. Jatins Suche nach einem Gegenmittel bleibt erfolglos. Bughassidow will allerdings keine Hilfe anfordern, obwohl befürchtet wird, dass die Seuche bald irreversibel sein wird. Peo Tatsanor schlägt vor, stattdessen die Tefroder dazu zu bringen, Hilfe anzufordern. Auch den Tefrodern kann nicht entgangen sein, dass die Infektion der Posbis zu Fehlern geführt hat. Wenn man sie zwingen könnte, denjenigen herbeizurufen, der für die Infektion verantwortlich ist, kommt man vielleicht an ein Heilmittel. Jatin synthetisiert für Tatsanor Glasfrost II. die Ersatzdroge soll nicht abhängig machen aber den Suggestor stärken. Der Plan gelingt. Mittels Suggestion ruft ein tefrodischer Kommandant die OVASAPIAN VII herbei, einen Raumer der NEBERU-Klasse. Über Spionsonden der KRUSENSTERN wird die Ankunft der Tefroder beobachtet. Ein Fremder begleitet sie. Es ist ein Eyleshion namens Monanjo Shatabad. Schnell wird klar, dass der Eyleshion der Konstrukteur des Virus ist. Peo Tatsanor erkennt auch einen Mutanten in der Gruppe der Tefroder. Es ist der Positronikleser Dienbacer. Der Anti ist Feuer und Flamme, sich mit diesem Gegner zu messen. Bughassidow und Jatin verlieren nach und nach die Kontrolle über Tatsanor.

Auch Dienbacer ist nicht entgangen, dass sich ein anderer Mutant auf Everblack aufhält. Ein Paradetektor soll von den Posbis gebaut werden, um den Mutanten aufzuspüren. Während einige Posbis von der KRUSENSTERN sich aufmachen, den Bau des Detektors zu sabotieren, infiltrieren die Terraner die OVASAPIAN VII. Mit seinen durch das Glasfrost II gesteigerten Fähigkeiten kann Peo Tatsanor einen Trupp an Bord bringen. In einem Hangar wird ein uraltes Cheborparner-Schiff entdeckt, mit dem der Eyleshion reist. Der Pilot ist ein verkrüppelter Cheborparner. Man kann die Datenbank mit den Daten zu der Posbiseuche herunterladen. Auch die Koordinaten der Heimatwelt des Fremden, eine Dunkelwelt namens Eyyo, kann gespeichert werden. Als der Pilot durch Tatsanors Angriff stirbt wird Alarm ausgelöst. Dienbacer erkennt den Anti und versucht über die Positronik die Eindringlinge abzuwehren. Der Anti reflektiert den Angriff und das Cheborparner-Schiff explodiert, wobei auch die OVASAPIAN VII schwer beschädigt wird.

Peo Tatsanor nimmt nun immer mehr von dem synthetisierten Glasfrost zu sich. Er ist längst wieder abhängig geworden. Während die Terraner zurück zur KRUSENSTERN gelangen, stellt sich der Anti dem Duell gegen Dienbacer. Zur gleichen Zeit jagen die Posbis von der KRUSENSTERN den Forschungskomplex in die Luft, wo der Paradetektor gebaut wird. Durch die Explosion verliert Tatsanor für einen kurzen Moment die Konzentration. Kampfroboter, die Dienbacer begleiten, töten den Anti.

Die KRUSENSTERN kann mit Alarmstart von Everblack fliehen. Auf der Posbi-Dunkelwelt Alpha-Sheredado werden die Daten zur Seuche an die Posbis übermittelt. Die Posbis riegeln Everblack mit einer Flotte ab und die KRUSENSTERN nimmt Kurs auf die Heimatwelt Eyyo des geheimnisvollen Konstrukteurs der Seuche.

 

Rezension:

Der Zyklus wird, abgesehen davon, dass er den Gegner über Gebühr stark in Szene setzt, auch noch aus einem anderen Grund in Erinnerung bleiben. Noch nie sind derart häufig fremde Raumschiffe infiltriert worden wie in den Heften ab 2700. Die Protagonisten der Gastautorin Susan Schwartz schleichen sich gleich in zwei fremde Schiffe. Während in der Vergangenheit Raumschiffe als uneinnehmbare Festungen geschildert wurden, gehört es mittlerweile zum Standardrepertoire jeder Schiffsbesatzung, sich in andere Schiffe zu schleichen. Möglicherweise haben die Exposés inzwischen neben dem Handlungsteil, dem Figurencharakterteil und dem Technikteil auch einen Abschnitt mit Standardoperationen terranischer Schiffsbesatzungen angehängt bekommen. Kapitel 1: Wie man in fremde Schiffe eindringt und Daten sammelt. Kapitel 2 ff: Noch nicht erschienen!

Die Geschichte konnte nicht wirklich überzeugen. Irgendwie schienen alle Ideen bereits niedergeschrieben, alle möglichen Handlungen bereits durchdacht, alle Figurenentwicklungen bereits durchlebt, als sich die Autorin an den Roman setzte. Ein Posbi begeht Selbstmord, ein Anti befindet sich im Drogenrausch, ein geheimnisvolles Fremdwesen erscheint, eine Ärztin versucht einen Fehler zu korrigieren. Durchaus interessante Ansätze. Aber in der Durchführung erreichten diese Themen nur Mittelmaß. Es fehlte an Würze. Einzig die Auseinandersetzung zwischen Jatin und Tatsanor, bevor der Anti sich mit Glasfrost vollpumpt, hat einen gewissen Schwung in die ansonsten uninspiriert dahinplätschernde Handlung gebracht. Auffallend ist, dass die Autorin den an und für sich historischen Ort Everblack kaum eine Erwähnung widmet. Man bekommt keine Beschreibung der Dunkelwelt und ihrer merkwürdigen Bewohner. Es mangelt auch an einer effektvollen sprachlichen Gestaltung. Die merkwürdigen Posbis der KRUSENSTERN hätten eigentlich noch für manchen humorigen Dialog herhalten können. Aber da war kaum was davon zu lesen. Historische Anspielungen aufgrund des Handlungsorts fehlten ebenso.

Was fällt sonst noch auf? Die Figur des Dienbacer, dem tefrodischen Positronikleser, hat zwischen seinem ersten Auftritt in 2770, dem Intermezzo auf Halut in 2781 und diesem Einsatz auf Everblack, eine Wandlung erfahren. Allgemein ist es zu begrüßen, wenn sich ein Protagonist entwickelt. Leider ist die geschilderte Änderung am Verhalten des Mutanten nicht auf Erfahrung oder Erlebnisse zurückzuführen, die die Autoren dieser Figur haben angedeihen lassen. Nein, die Figur wird schlicht falsch beschrieben. Sie passt nicht zu den anderen Schilderungen. Ein Fauxpas, der leider deshalb besonders deutlich in Erscheinung tritt, weil die Geschichte darum herum sehr seicht ist.

Am Ende macht sich die KRUSENSTERN auf dem Weg zu einem weiteren neuen Handlungsort. Auch wenn die Komplexität der Zyklushandlung zu begrüßen ist, läuft das Autorenteam momentan Gefahr, mit dieser sehr fragmentarischen Erzählweise die wesentlichen Elemente dieses Zyklus aus den Augen zu verlieren. Es finden zu wenige Anstrengungen seitens der Autoren statt, die Vielzahl an Orten, Zeiten und Figuren in einem stringenten Handlungsfluss zu integrieren. Stattdessen verlässt man sich zu sehr darauf, dass der Leser alles selbst rekonstruieren kann.

 

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