Articles for the Month of Oktober 2014

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2775

Stadt der Kelosker – von Oliver Fröhlich – Handlung:

Velleshy Pattoshar trifft sich an Bord der VOOTHOY mit dem Uralten Hoonushur und dem Quartiermeister Loitmahd. Die Ereignisse der letzten Tage haben Spuren an der Onryonin hinterlassen. Zuerst der Tod ihres Ziehsohns, dann die Abweisung durch den Kristallinen Richter, Clocc Otym wiederzubeleben. Schließlich ihr Versuch, sich das Leben zu nehmen und die Rettung durch den Richter. Sie hat Zweifel an ihrer Aufgabe. Die unbekannten Eindringlinge, die Fender aus der STAULCETT befreit haben, konnten noch nicht gestellt werden. Loitmahd ist für ein hartes Vorgehen gegen die unbekannten Invasoren, doch die beiden Onryonen wollen die Vorfälle nicht allzu publik machen.

An Bord der RAS TSCHUBAI bleibt Baucis Fender zunächst in Quarantäne, was der Agentin gar nicht gefällt. Der Rest des Venus-Teams, sowie Perry Rhodan, Gucky, Sichu Dorksteiger und die beiden Haluter fliegen mit einem LAURIN-Jet, Eigenname DOBRAK nach Shyor. Rhodan sucht nach wie vor nach einem Richterschiff und die Frage, was mit den Keloskern geschehen ist, soll ebenfalls geklärt werden.

In der der Stadt Ghavd auf Shyor wird indessen dem Kelosker Gholdorodyn mal wieder seine Andersartigkeit vorgeführt. Er muss als Behinderter auf die Annehmlichkeiten der Siebendenker verzichten, die von Onryonen pausenlos umsorgt werden. Er darf bestimmte Orte nicht aufsuchen, steht sogar unter Hausarrest, bis die Kristalline Wesenheit entschieden hat, was mit ihm geschehen soll. Immerhin benutzt er sein handwerkliches Geschick dazu, in seinem Haus, das er mit dem ebenfalls behinderten Eldhoverd teilt, an diversen Maschinen zu basteln. Die Einzelteile klaut sich der Kelosker zusammen, was den Onryonen nicht verborgen bleibt. Er bekommt eine deutliche Warnung.

Die Onryonin Velleshy Pattoshar wird an Bord des Spochanenschiffs GAOGONDH beordert. Ihr soll etwas übergeben werden. An Bord wird der Kommandantin mitgeteilt, dass die Kristalline Wesenheit sich bei ihr für die erbrachten Dienste bedankt. Ein Behälter wird vor ihren Augen geöffnet und ihr Ziehsohn Clocc Otym entsteigt diesem Behälter. Der Kristalline Richter hat ihn vom Tod zum Leben erweckt.

Shyor zeigt sich dem Einsatzteam als kaum besiedelte Welt. Es gibt nur eine Stadt namens Ghavd, alle anderen Städte stehen leer und verfallen. Wie lange sie verlassen sind, kann nicht herausgefunden werden. Abseits von Ghavd stehen zwei aus Quadern erbaute Türme, die Residenz des Richters. Die Türme sind durchsichtig und scheinbar leer. Aber sie werden von Spochanen und Neypashi bewacht.

Mit der Rückkehr von Clocc Otym geht eine Wandlung mit Velleshy Pattoshar vor. Sie ist wieder voller Tatendrang und beschließt die Eindringlinge, die sie noch im System vermutet, unter allen Umständen zu fassen. Alle Bewohner des Systems sollen Meldung machen, wenn etwas Verdächtiges bemerkt wird.

Rhodan und Dorksteiger machen als Onryonen getarnt den Versuch, verschiedene Kelosker anzusprechen. Doch die ignorieren zumeist die Anrede durch die Niederbewussten. Schließlich werden sie jedoch an Gholdorodyn verwiesen, den sie zu Hause aufsuchen. Mit etwas Schwierigkeiten gelangen sie in das Haus des Keloskers. Rhodan lässt die Tarnung fallen und erzählt seine Erlebnisse mit dem Rechenmeister Dobrak vor 1500 Jahren. Von den beiden Keloskern erfährt das Einsatzteam auch, dass die Kelosker dem großen Plan folgen. Sie vergeistigen sich. Allerdings werden sie nicht zu einer SI sondern in einem Prozess, der wahrscheinlich Jahrhundertausende dauert, wird der Kristalline Richter geschaffen. Die Kristalline Wesenheit ist somit die Summe aller Kelosker und aus der fernen Zukunft in diese Zeit gekommen, um die eigene Geburt zu betreuen.

Indessen sind die Onryonen auf die Spur des Einsatzteams gekommen. Besonders Clocc Otym tut sich auf der Jagd hervor. Dabei zeigt er sich bei allen Handlungen äußerst gefühlskalt, was Pattoshar mehrmals irritiert.

Der LAURIN-Jet wird entdeckt und von der VOOTHOY vernichtet. Das Haus der Kelosker, in das sich die Eindringlinge versteckt halten wird umstellt. Perry Rhodan bittet Gholdorodyn, ihnen zu helfen. Während die Haluter für Ablenkung sorgen, aktiviert Gholdorodyn eine Maschine, die er als Kran bezeichnet. Rhodan hat zunächst keine Vorstellung, was das Gerät kann. Dann transportiert der Kran das Einsatzteam mehrere tausend Kilometer von dem Haus weg. Es ist ein Fiktivtransmitter, der sich selbst mittransportiert.

 

Rezension:

Vor zwei Wochen hatte ich noch prophezeit, dass Velleshy Pattoshar keine größere Rolle spielen würde. Und nun ist die Onryonin zum zweiten Mal nach ihrer Wunderheilung durch die Kristalline Wesenheit Bestandteil der Handlung. Ich ordne das mal in die Rubrik „Überraschung“ ein. Und überrascht werden will ich ja als Leser. Die Figur macht eine Wandlung mit, nicht zum ersten Mal übrigens. Zuerst nährt der Autor durch die Gedankengänge der Figur die Hoffnung, endlich mal einen kritischen Vertreter der Ordo in der Handlung erleben zu dürfen, dann versiegt diese karge Pflanze abrupt und Fröhlich schildert sie als treue Dienerin. Alleine die Rückkehr des Ziehsohns würde mir als Begründung nicht ausreichen, da schließlich gerade der Tod des Ziehsohns Folgeereignisse ausgelöst hatte, die Pattoshar nicht einfach vergessen kann. Sie tut es dennoch. Allerdings beobachtet sie die Gefühlskälte des Wiederbelebten Sohns am Ende mit steigendem Argwohn. Eine interessante Entwicklung. Ich bin gespannt, wo sie hinführen wird.

Mit der Rückkehr von Baucis Fender an Bord der RAS TSCHUBAI wird der Widerspruch in der Handlung, in der es um die Freiheiten des Pseudo-Rhodans geht, erst recht herausgestellt. Nun, da ein weiterer Mensch sich dem Wirken eines Richters des Atopischen Tribunals ausgesetzt hat, greift der Autor auf naheliegende Überlegungen zurück. Es wird untersucht, ob eine Gefahr für die Besatzung besteht. Baucis Fender kommt gar in Quarantäne. Die Ungleichbehandlung sticht ins Auge. Oliver Fröhlich hatte das Glück, dass er Pseudo-Rhodan nicht erwähnen musste. Die Argumente wären ihm dabei ausgegangen.

Beim Anflug auf Shyor benutzt die DOBRAK den Linearantrieb. Das erinnerte mich an die JULES VERNE, die beim Anflug auf das Solsystem ebenfalls diesen Antrieb verwendet hat und von den Onryonen aufgespürt und mit Linearraumtorpedos attackiert wurde. Warum schafft die DOBRAK etwas, was die JULES VERNE nicht konnte? Und nebenbei erwähnt alle anderen Schiffe der Galaktiker seit Band 2700 nicht.

Mit dem Einsatz auf Shyor beginnt dann der Autor seine eigentliche Geschichte. Zwar war das Stereotyp nicht zu übersehen, nämlich Rhodan in wechselnder Begleitung stattet Feindwelt einen Besuch ab, Autor Oliver Fröhlich verpackt das Ganze jedoch in eine launige Sprache. Bereits die Verabschiedung durch die Kommandantin, die gerne mal ein Beiboot auch wieder heil zurückhaben möchte oder Rhodans Zählweise des Teams, Benner als ein Viertel und Gucky als halbe Portion, zeigten schnell, dass mal eine andere Art des Einsatzes zu erwarten war.

Und auch in den Einschüben, in denen der Kelosker Gholdorodyn eingeführt wird, zeigt der Autor Humor. Mit den Keloskern hatte er nicht gerade ein einfaches Fremdvolk zu stemmen. Die Art, wie er die Sache angeht, war klasse gelöst. Ich habe keine Ahnung wie ein siebendimensional denkendes Wesen mit Behinderung nur noch fünfdimensional denken kann und der Autor vermutlich ebenso wenig. Oliver Fröhlich macht das Beste aus der Sache. Er verpasst seiner Figur eine Art von Humor, der zwar den Zwängen der Heftromanausgabe nach nur zweidimensional geriet, bestenfalls dreidimensional, der mir aber gefiel, oh, là, là. 🙂

Auf Shyor selbst wirken die Aktionen etwas einfältig. Aber auch hier findet der Autor die richtige Sprache, so dass das Geschehen unterhalten konnte.

Zu guter Letzt: Oliver Fröhlich sei Dank, werden die Onryonen wieder als Wesen geschildert, die eine gemeinsame Nahrungsaufnahme widerwärtig finden. Und der Autor bringt auch hier noch eine humorige Einlage unter. Es gibt Onryonen, die kleine schmutzige Filme ansehen, nämlich solche, die andere Onryonen bei der zügellosen Nahrungsaufnahme zeigen. Köstlich!

Fazit: Gelungene Unterhaltung. Der Autor kann durch Sprache und Stil dem eigentlich sattsam bekannten Inhalt einen eigenen Stempel aufdrücken. Kleinere Fehler kann man da verzeihen.

 

Ansichten zu NEO-Story 1

Die Frau im Mond – von Marc A. Herren – Handlung:

Die Story ist im Frühsommer 2036 angesiedelt. Hauptperson ist Matti Mikkola, ein Raumfahrer auf der finnischen Mondstation. Er hat das Chaos von Umweltzerstörungen und terroristischen Anschlägen auf der Erde hinter sich gelassen und will auf dem Mond einen Neuanfang suchen. Leider haben auch auf dem Mond die Probleme zugenommen. Ein Beben und der Ausfall von Technik macht den Raumfahrern zu schaffen.

Matti Mikkola hat eine Entscheidung zu treffen. Durch verschiedene Umstände ist er in den Besitz von zwei wichtigen Informationen gelangt. Vor einiger Zeit hat er dem ältesten Besatzungsmitglied der Station, Frances Donovan, nach einem Unfall das Leben gerettet. Frances, die von allen nur die verrückte Mrs. Delaware genannt wird, wollte eigentlich sterben und hat Matti das Versprechen abgenommen, alleine im Observatorium leben zu dürfen. Ihre Einsamkeit bekämpft sie mit dem Anfertigen von Fettstiftzeichnungen. Als Matti sie mal wieder besucht, fällt ihm eine neue Zeichnung auf, die im Stil anders gehalten ist. Sie zeigt einen jungen Mann. Auf seine Frage, wer das sei, antwortet die Alte nur, dass sei ihr Besucher, womit sie nicht Matti meint. Später bekommt Matti von Francis einen Zettel ausgehändigt mit Zahlen und Buchstaben. Ihr fremder Besucher will den Menschen damit helfen. Matti verspricht der Alten, dass er das Rätsel lösen wird.

Inzwischen melden die Nachrichten von der Erde, dass erneut ein Flugzeug Ziel einer terroristischen Attacke geworden ist. Außerdem bekommt Mikkola Bildmaterial zugespielt, das ein außerirdisches Raumschiff auf dem Mond zeigt. Er will das Bild an die Erde senden aber da die Technik ausgefallen ist, verlässt er zusammen mit Francis die Station, um den Einfluss der Störstrahlung zu verlassen. Während des kräftezehrenden Marsches kommt Mikkola hinter das Geheimnis der Zahlenreihen. Am Ende seiner Kräfte gelangt Mikkola in einen Bereich, wo er wieder senden kann. Er steht nun vor der Entscheidung, welche Nachricht tatsächlich den Menschen auf der Erde helfen kann. Die Nachricht von den Außerirdischen oder die Erkenntnisse des Zahlenrätsels. Die Liste würde Menschenleben retten. Das Bild, wer weiß?

 

Rezension:

Ich habe in meiner Zusammenfassung bewusst einige Inhalte weggelassen. Dazu gehört natürlich die Auflösung des Zahlenrätsels und Francis’ Schicksal. In der traurig-melancholischen SF-Geschichte geht’s am Ende um die Entscheidung von Matti Mikkola.

Der Weg dorthin war sprichwörtlich kurzweilig. Dem schnellen Einstieg lässt der Autor sehr bald zwei geheimnisvolle Elemente folgen, nämlich den mysteriösen Besucher der Frau im Mond und das Zahlenrätsel. Der Abschnitt mit dem Bild des abgestürzten Raumschiffs und der darauf folgenden Handlung geriet etwas zu lang, ohne dass das allerdings wirklich störte. Es folgt der Marsch über die Mondoberfläche hin zum knappen Epilog.

Eine, wie ich finde, sehr gelungene Kurzgeschichte, die nicht nur den traurig-melancholischen Anteil hatte, sondern auch einen Schuss Optimismus.

Die Story ist Bestandteil von NEO Band 1 in Buchausgabe. Allerdings ist sie, was ich begrüße, auch im Einzeldownload zu erwerben, für gerade mal 49 Cent.

Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 10

Allianz der Verlorenen – von Rüdiger Schäfer – Handlung:

Der Schwere Kreuzer ZUMA, ein Schiff der Stardust-Union, ist beim Rettungseinsatz auf einer Kolonialwelt mit dem HMI-Virus verseucht worden. Zu den Trägern der tödlichen Krankheit gehört auch der Bordingenieur Assant Delgo. Der Stardust-Terraner pflegt kaum soziale Kontakte und die psychischen Auswirkungen der Infektion machen ihm zu schaffen. Die vom Ara Varrim-Ga übermittelten Informationen zu Aufbaupräparaten haben die Krankheit nicht besiegen können. Den Infizierten bleiben nur wenige Wochen.

Die FUNKENREGEN und andere Schiffe der Stardust-Union haben das Jar-System mit dem Planeten Jaroca und der Rüstungswelt Tark erreicht. Tark wird von ca. 50 Amöbenschiffen abgeschirmt. Während die terranischen Schiffe für eine Ablenkung sorgen wollen, wird Rhodan mit Soldaten und STARA-Kampfrobotern auf Jaroca landen und dort den Transmitter benutzen, mit dem Anthur nach Tark geflohen ist. Mit etwas Glück besteht die Verbindung noch. Auf Tark will man die Rüstungsanlagen sabotieren und vielleicht etwas zum Assimilator herausfinden, den Varrim-Ga benötigt, um ein Heilmittel zu entwickeln.

Außerdem schickt der Ara mit Genehmigung von Kush etliche Freiwillige an Bord von Space-Jets. Die Infizierten stammen von verschiedenen Schiffen und der Mediker möchte beobachten, wie sich das Virus verhält, das sich aufgrund des Assimilators an verschiedene Bedingungen angepasst hat. Zu den Freiwilligen gehört auch Assant Delgo von der ZUMA. Er freundet sich mit der Botanikerin Erin Tomaris an.

Unterdessen ist Anthur an Bord eines Amöbenschiffs in der Nähe des Stardust-Systems unterwegs. Für den Generex macht der ehemalige TALIN-Jäger Experimente mit den Howa-Netzen. Der Generex möchte diese seltsamen Wesen später nutzen. Anthur verfolgt auch die Trivid-Sendungen der Stardust-Terraner. Tatsächlich wird er durch die Sendungen in seinen Gefühlen unsicher. Da meldet sich der Generex bei ihm. Seine mentale Präsenz ist so stark, dass sie Anthur Schmerzen bereitet. Der Generex zwingt Anthur wieder auf seine Linie. Nachdem sein Auftrag beendet ist, soll er zurück ins Jar-System fliegen und die terranischen Schiffe dort vernichten.

Perry Rhodan ist unterdessen dank der Ablenkung der Flotte auf Jaroca gelandet. Die Soldaten können den Transmitter erreichen und ohne Probleme nach Tark springen. Sie landen in einer riesigen leeren Halle. Auch viele angrenzende Bezirke sind völlig leer. Endlich wird eine Schaltzentrale gefunden. Die Daten lassen erahnen, dass es einen stark gesicherten Steuerknoten auf Tark gibt. In einer weiteren Halle werden tausende in Behältern schlafende primitive Jaroca angetroffen. Per Funk teilt Rhodan die Erkenntnisse an die Flotte mit. Die Verbindung ist sehr schlecht. Dann greifen gut ausgerüstete Pseudo-Jaroc an. Die mitgebrachten mobilen Transmitter funktionieren nicht. Rhodans Trupp sitzt fest.

Die Flotte unter dem Kommando von Eritrea Kush bekommt indessen Probleme mit den Amöbenraumern. Etliche Schlachtkreuzer sind bereits vernichtet und auch die letzten Schiffe sind auf ein Manöver des Feindes hereingefallen und wehrlos. Da gelingt die Entschlüsselung des letzten Funkspruchs von Mehul Tondesi. Mit einem Überrangcode kann man die Amöbenschiffe für kurze Zeit lähmen. Die Flotte kann sich zurückziehen. Einen Rettungseinsatz für Rhodan lehnt Kush ab.

Assant Delgo kann die anderen Freiwilligen in den Space-Jets zu einem Selbstmordkommando überreden. Sie stürzen sich auf Tark über der Lenkzentrale und bringen die Space-Jets zur Explosion. Der Schirm um Tark wird kurzzeitig gestört, so dass Rhodan und die anderen per Transmitter entkommen können. Trotz des Rückschlags planen der Generex und Anthur die nächsten Schritte. Die Anlagen auf Tark sind zwar schwer beschädigt aber sie können repariert werden.

Varrim-Ga hat inzwischen aus den Daten der Freiwilligen ein neues Mittel entwickelt, dass die Übertragung des Virus hemmen soll. Kush meldet sich freiwillig für den Test. Von Aveda trifft ein Funkspruch ein. Alle Schiffe sollen wegen des bevorstehenden Angriffs ins Stardust-System zurückkehren.

 

Rezension:

Rüdiger Schäfer beginnt seinen 3. Beitrag zum Stardust-Mini-Zyklus mit der Sicht auf die Geschehnisse aus der Perspektive des kleinen Mannes. Die Figur des Bordingenieurs Assant Delgo war wirklich sehr einfach gestrickt und bediente zahlreiche Klischees. Nichtsdestotrotz gibt der Autor seiner Figur Delgo auch etliche nachvollziehbare Gedanken mit auf dem Weg. Im weiteren Handlungsverlauf war dann die Beziehung der Figur zu Erin zu seicht und zu vorhersehbar.

Anthurs Kontakt zum Generex geriet stellenweise unfreiwillig komisch. Der Generex, der in der Vergangenheit und in der Gegenwart für unvorstellbare Gräueltaten verantwortlich ist, äußert sein Bedauern über Anthurs Gefühle. Selbst wenn es nur Floskeln waren, die da geäußert wurden, sie wirkten an der Stelle deplatziert. Mit den Gefühlen der Figur Anthur selbst kann man leben. Vielleicht ist dies die Vorbereitung für Band 12, wenn alle Stricke reißen und sich Anthur letztlich gegen seinen Herrn stellt.

Die Ausbreitung des Virus beschränkt sich trotz des dramatischen Titels eigentlich nur auf wenige Schiffe der Stardust-Union. Nämlich die Schiffe, die an Hilfsmaßnahmen auf den verseuchten Kolonialwelten beteiligt waren. Warum keine Nichtinfizierten Soldaten zum Einsatz kamen, bleibt unbekannt. Natürlich kann man mutmaßen, dass die Flotte sich auf die Sicherung des Stardust-Systems konzentriert. Andererseits steht ein Massengenozid von unvorstellbaren Ausmaßen bevor. Da wäre etwas mehr an Unterstützung angebracht gewesen.

Spannung kam zu keiner Zeit auf. Selbst Rhodans Einsatz auf Tark geriet merkwürdig distanziert. Manche Entwicklungen, bzw. Überlegungen Rhodans auf Tark haben sich mir als Leser nicht erschlossen. Man entdeckt die primitiven Jaroc von Jaroca, die der Generex als Soldaten missbrauchen will. Rhodan mutmaßt, dass die eigentlichen Zuchtsoldaten, die Pseudo-Jaroc, die lange Zeit von 180.000 Jahren nicht überstanden haben. Dabei hat die Flotte doch mehrmals Kontakt zu den Pseudo-Jaroc gehabt und Rhodan selbst auch. Und nur ein paar Zeilen weiter greifen Pseudo-Jaroc an und darüber wundert sich Rhodan dann nicht mehr?

Auffallend ist auch, dass viele Aktionen, bzw. die begleitenden Dialoge zwischen den Protagonisten häufig im Streit enden und mit den entsprechenden Gefühlsausdrücken von Wut, Ärger, Enttäuschung etc. ausgeschmückt werden. Das geriet sehr nervig. Auf der einen Seite sind diese Reaktionen verständlich, auf der anderen Seite schafft es der Autor nicht, diese Gefühlsausbrüche adäquat einzusetzen. Insbesondere die Figur Eritrea Kush ist nur noch mit unkontrollierten Empörungen an der Handlung beteiligt. Überhaupt tut es weh zu sehen, wie Eritrea Kush von Schäfer und seinen Mitautoren in diesem Zyklus regelrecht kaputtgeschrieben wird.

Es gibt Ansätze des Autors zu moralischen Verhalten seiner Figuren. Beispielsweise der Schutz unschuldiger Jaroc auf Tark oder Bedenken bei der Nutzung von Gefangenen zur Suche nach einem Heilmittel. Auch die Freiwilligen, die der Ara unter den Stardust-Terranern nutzen möchte, sind hier anzuführen. Alles in allem geraten Schäfers Textpassagen dazu sehr kurz und oberflächlich. Einer echten Auseinandersetzung mit diesen Themen geht der Autor aus dem Wege. Möglichweise sind meine Erwartungen an diesen Mini-Zyklus einfach auch zu hoch gegriffen.

Die Figur Rhodan scheint sich dem allgemeinen wenig anspruchsvollen Figurenequipment angepasst zu haben. Den Unsterblichen lässt Rüdiger Schäfer kaum nennenswerte Ideen beim Einsatz auf Tark beisteuern und der Fauxpas mit den Transmittern, die man nicht mehr nutzen kann, geht klar auf seine (des Autors) Kappe. Schäfer lässt den Helden plötzlich die Aussage tätigen, er hat damit gerechnet, dass sie nicht funktionieren würden. Einen Alternativplan lässt der Autor seinen Helden dennoch nicht entwickeln. Stellt sich bloß noch die Frage, wie man überhaupt per Transmitter nach Tark gelangen konnte? Die zuerst nach Tark abgestrahlten Roboter schickten einen Datenkristall zurück. Warum man nun diese Zwei-Wege-Verbindung für die Flucht nicht in Betracht zieht, hat sich ebenfalls nicht erschlossen. Ach nein, Rhodan wollte ja keine Sicherung für den Transmitter zurücklassen! Und schon wieder eine Fehlentscheidung des Serienhelden, bzw. des Autors.

Die Ungereimtheiten wurden nun immer zahlreicher. Am Anfang hatte man als Leser ja noch die Hoffnung, dass da irgendwann noch eine Erklärung nachkäme. Aber die Hoffnung erfüllte sich nicht. Rhodan und Co saßen fest, bzw. waren sie auf der Flucht. Dazu diese Passage:

„Auf ihrer Flucht auf Tark zerstören die Terraner so viel wie möglich und auch die Überwachungssysteme, dennoch wusste der Gegner immer, welchen Weg sie einschlugen.“

Na ja, vielleicht lag es ja daran, weil der Gegner nur der Spur der Zerstörung folgen musste. Oder die ausfallenden Überwachungssysteme haben dem Feind den Weg gezeigt! Interessant ist auch, dass es plötzlich was zum Zerstören gab. Vorher sind alle stundenlang durch leere Hallen gewandert. Und Überwachungssysteme hatten sie vorher auch keine gefunden.

Solche Ungereimtheiten gab es dutzendweise. Die STARA-Kampfroboter, 2,5 m große Ungetüme werden von den Pseudo-Jaroc problemlos ausgeschaltet. Die Soldaten in den SERUNS schienen besser geschützt zu sein. Als Kush der drohenden Vernichtung durch Amöbenschiffe gerade soeben entkommt, fragt der Kommandant der FUNKENREGEN, was mit Rhodan sei. Der Admiralin ist das Schicksal des Unsterblichen und der anderen Soldaten jedoch völlig egal. Obwohl die Amöbenschiffe zu diesem Zeitpunkt lahmgelegt sind! Diese Reaktion, die der Autor da seiner Figur gibt, war verworren.

Als dann die Freiwilligen in den Space-Jets sich auf Tark stürzen, um die Lenkzentrale zu vernichten, stellt Rhodan die Überlegung an, dass er diese Aktion verhindert hätte, denn auch Roboter alleine hätten die Attacke ausführen können. Hier sei nochmal daran erinnert, dass Funkkontakt zu den Stardustschiffen bestand. Warum wird nicht versucht, Tark auf diese Weise früher zu attackieren? Natürlich hat das Ende von Delgo und Co die vom Autor beabsichtigte Tragik. Aber die Handlung wurde auch bewusst dumm vorangetrieben, um zu diesem Ergebnis zu gelangen.

Ein „Einlassen“ auf die Geschichte war ab diesem Zeitpunkt kaum noch möglich. Der Autor hat eine in weiten Teilen nicht nachvollziehbare Handlung geschrieben. Zur Mitte des Romans zeigten sich die Widersprüche immer deutlicher. Der Geschichte mangelte es an einem Gerüst. Im Nachhinein wird deutlich, dass der Autor zwar das durch das Exposé vorgegebene Ziel erreicht hat, für den Weg dorthin aber der Plan fehlte.

Ein sehr enttäuschender Roman!