Articles for the Month of Oktober 2014

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2774

Der Kosmoglobus – von Hubert Haensel – Handlung:

Die RAS TSCHUBAI hat sich auf dem Weg ins Khochd-System gemacht, um der STAULCETT zu folgen. An Bord des Spochanenraumers haben sich Perry Rhodan, Gucky und die verbliebenen Mitglieder des Venus-Teams geschlichen, weil dort auch Baucis Fender gefangen gehalten wird. Und auch die beiden Haluter sind mit der TONDAR GHI nach Shyor aufgebrochen. An Bord des terranischen Schiffsgiganten hält sich nach wie vor auch der Pseudo-Rhodan auf. Das Wesen, das aus dem Schwarzen Bacctou entstanden ist, hält sich nach wie vor für den echten Rhodan. Als Alarm gegeben wird, begibt sich Pseudo-Rhodan, der schlecht geträumt hatte, in Begleitung eines TARAs in die Kommandozentrale.

Kurz zuvor hatte das Schiff nur 7 Lichtmonate vom Khochd-System entfernt, den Überlichtflug beendet und Aufklärung betrieben. Mindestens 20.000 Schiffe der Onryonen halten sich im System der Kristallinen Wesenheit auf. Jawna Togoya will das Schiff in den Schutz eines nahen Sterns bringen, als mehrere Raumväter der Onryonen in kürzester Distanz zum Schiff erscheinen. Pseudo-Rhodan, der inzwischen die Zentrale betreten hat, bemerkt dazu, dass dies ein Zufall sei. Der Paros-Schattenschirm verhindert tatsächlich eine Entdeckung. Togoya ist die Anwesenheit des falschen Rhodans unangenehm, zumal der keine Gelegenheit auslässt, darauf hinzuweisen, dass er der echte Rhodan sei. Sie mutmaßt, dass es inzwischen sein könnte, dass der Rohling, aus dem der Pseudo-Rhodan entstand, nun derart eingeschliffen ist, dass selbst Gucky keinen Unterschied mehr zum echten Rhodan entdecken könnte.

Den echten Rhodan plagen unterdessen ebenfalls Albträume. Gucky weckt ihn und gemeinsam verarbeiten sie die Informationen, die der Swoon Benner inzwischen ermitteln konnte. Dem Positronik-Spezialisten kann mit Daten der STAULCETT aufwarten, die für die Befreiung von Fender und der Flucht von Bord wichtig sind. Außerdem liefert Benner einige Informationen zu den beiden Kosmogloben, die als künstliche Monde Shyor umkreisen. Die beiden Gebilde stellen die Handlungsfähigkeit des Tribunals sowohl in Larhatoon als auch in der Milchstraße her. Kosmoglobus I stellt die Verbindung zu den Jenzeitigen Landen her und wird von Penparzen, der inneren Welt des Khochd-Systems justiert. Kosmoglobus II dient der Ernte, was auch immer das bedeuten mag. Für seine Steuerung ist der dritte Planet, Vangtermachd zuständig. Bei den Globen handelt es sich um künstlich geschaffene Miniaturuniversen, deren Außendurchmesser bei knapp 1900 km liegt. Die innere Größe ist unbekannt. Benner kann einen Funkspruch abfangen. Die STAULCETT soll zum Ernteeinsatz in den Kosmoglobus II einfliegen.

Die RAS TSCHUBAI ist unentdeckt geblieben und die Onryonenschiffe weiter geflogen. Wie geplant wird im Orbit einer nahen Sonne Position bezogen. Sonden scannen das Khochd-System. Die beiden Globen werden entdeckt und ähnliche Erkenntnisse gewonnen, wie sie Rhodans Team an Bord der STAULCETT in Erfahrung gebracht hat.

Der Unsterbliche ergreift inzwischen die Chance, die sich ihm bietet. Die Befreiung von Fender wird aufgeschoben, man macht den Flug in Globus II mit. Mehrere Tolocesten kommen an Bord. Außerdem Onryonen, darunter der Uralte Hoonushur, der oberste Befehlshaber der Domänenwacht und Velleshy Pattoshar. Güter werden geladen, dann fliegt das Schiff über ein von Vangtermachd geschaffenes Portal in den Kosmoglobus II ein.

Nach der Überwindung des Strangeness-Schocks kann Benner erste Daten liefern. Die STAULCETT hat ein Universum unbekannter Größe erreicht. Mehrere Sonnensysteme werden passiert, die alle ohne Leben sind. Dann kommt ein walzenförmiges Raumschiff in Sicht, an das der Spochanenraumer andockt. Die Onryonen gehen an Bord des fremden Schiffes. Rhodan und Gucky folgen ihnen unbemerkt. Der Walzenraumer heißt HAND VOLLER LICHT und ist seit langer Zeit unterwegs und besitzt kein Überlichttriebwerk. Es ist ein Generationenschiff und seine Besatzung besteht möglicherweise aus Ur-Laren, da sie sich körperlich leicht von den heutigen Laren unterscheiden. Sie sind größer und geringere Schwerkraft gewohnt. Hin und wieder wird ein „Unfertiger“ an Bord geboren und in Quarantäne gehalten. Diesen „Unfertigen“ gilt der Besuch der Onryonen. Die Laren an Bord nennen die Besucher Weggäste. In der Isolierstation erleben Rhodan und Gucky Erstaunliches. Der Uralte Hoonushur begibt sich zu den Unfertigen und gibt ihnen die Droge Glasfrost, damit sie ihre Gestalt bewahren können. Nach ihrem Entdecker, dem Onryonen Toycott Jajorric werden die Unfertigen als Jaj bezeichnet. In einem günstigen Moment stiehlt Gucky eine Kapsel Glasfrost.

Die Jaj werden an Bord der STAULCETT gebracht, die daraufhin ins Khochd-System zurückkehrt. Nun erst wird Fender befreit und das Team kann vom Schiff fliehen. Die TONDAR GHI nimmt sie an Bord. Bevor der LAURIN-Jet vernichtet wird, können Rhodan und Co per Transmitter zur RAS TSCHUBAI wechseln. ANANSI wertet die Daten aus. Die Semitronik schließt eine Zeitreise aus. Das Schiff der ersten Laren-Zivilisation ist wohl absichtlich in den Globus versetzt worden und damit in die aktuelle Gegenwart gelangt. Spekulativ ist, ob die Onryonen die archaischen Laren benutzen, um das Hilfsvolk der Jaj zu erzeugen. ANANSI sieht Anzeichen dafür, dass die HAND VOLLER LICHT nicht in Not gebracht wurde, sondern im Gegenteil aus großer Gefahr gerettet wurde, einer Gefahr, die aus der Milchstraße kam. Auf Nachfrage Rhodans, worin der Zusammenhang zwischen Milchstraße und der Laren-Galaxie bestehen würde, verweigert ANANSI eine Auskunft.

 

Rezension:

Autor Hubert Haensel legt den Schwerpunkt seiner Geschichte eindeutig in die Entdeckung und Untersuchung der Kosmogloben. Andere Handlungen, darunter wieder einmal der Pseudo-Rhodan und auch die Befreiung Fenders, waren zwar nicht unwichtig aber der Autor widmet diesen Themen nur wenig Raum. Etwas umfangreicher geriet nur der Einstieg ins Generationenschiff. Die Sequenzen benutzt der Autor, um seine Leser zunächst über die Identität der Besatzung im Unklaren zu lassen.

Die Entdeckung und Analyse der Kosmogloben geht Hubert Haensel aus zwei Blickwinkeln an, nämlich von der RAS TSCHUBAI aus und von Rhodans Team an Bord der STAULCETT. Rhodans Team setzt bei der Informationsgewinnung auf den Datenklau des Swoon Benner und Guckys Para-Fähigkeiten. In der RAS TSCHUBAI müssen die Informationen aus der Distanz gewonnen werden. Das versprach Abwechslung, da die gewonnenen Daten bei den jeweiligen Empfängern Unterschiede in der Qualität aufwiesen. Und die Daten wurden auch unterschiedlich interpretiert. Diese Herangehensweise lockerte das Ganze etwas auf. Letztlich erfährt der Leser allerdings nicht zu viel. Serientypisch ist einmal mehr, dass die gewonnenen Daten aus den Speichern der STAULCETT, bei näherer Betrachtung eigentlich armselig sind. Ein paar Stichworte, mehr wird nicht in Erfahrung gebracht.

Immerhin geht der Autor über die reine Informationssichtung hinaus. Er lässt seine Figuren anhand der sich langsam aufbauenden Informationen auch mal spekulieren. Das Teilhaben an den Gedanken der Figuren fehlt allzu häufig. Meist werden nur die Daten wiedergegeben und weitergehende Gedanken der Protagonisten weggelassen. Hier verdient sich der Autor ein paar Pluspunkte.

Auf der anderen Seite steht die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den gewonnenen Daten. Und die verläuft einmal mehr enttäuschend. Am Ende stellt Sichu Dorksteiger resignierend fest, dass hier Mächte in Aktion sind, die alles Menschenmaß übersteigen. Wir erinnern uns. Die Ator hat nach ihrer erzwungenen Ausbildung für die Frequenzmonarchie in deren Forschungszentrum TZA’HANATH, bestehend aus 8 Handelssternen, gearbeitet. Dort hat sie an einem Projekt mitgewirkt, das die Bedingungen, die durch die Erhöhung des hyperphysikalischen Widerstands entstanden sind, dauerhaft etablieren sollte. Später arbeitete sie an der Durchdringung des Feldes, das Far Away abschirmte.

Wenn schon solche Figuren in einem SF-Roman eingebaut werden, dann sollte zumindest mal der Versuch einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der Beobachtungen gemacht werden. Dies könnte durch Aufstellung einer Hypothese oder die Erstellung einer Theorie erfolgen. Auch eine Prognose könnte durch Dorksteiger mal abgegeben werden. Aber da passiert leider fast nichts. Als Wissenschaftlerin hat die Figur mittlerweile einen Downgrade erfahren. Nur noch ihr Aussehen veranlasst die Autoren, sie hin und wieder zu erwähnen. Sie ist die überflüssigste Figur an Bord der RAS TSCHUBAI, abgesehen von Bostich, den Hubert Haensel aber immerhin einen vollständigen Satz sagen lässt.

Wie gut, dass Perry indessen die Gelegenheit am Schopfe packt und Kosmoglobus II entert. Der Zyklus scheint jetzt, da dreiviertel davon absolviert sind, nochmals an Fahrt aufzunehmen, zumindest, was die Diskrepanz zwischen den Möglichkeiten des Atopischen Tribunals und den Fähigkeiten der Terraner angeht. Üblicherweise waren bei gleicher Bandnummer in den vergangenen Zyklen erste Fortschritte der Terraner erkennbar. Davon ist in diesem Zyklus nicht die Spur zu erkennen. Entweder geht’s zum Schluss hin hopplahop oder es geht über 2800 hinaus mit dem Thema.

Immerhin gibt’s an Bord des Generationenschiffs einiges zu entdecken, beispielsweise ob es eine Verbindung zwischen den Holzfiguren der Laren und den Figuren der Onryonen gibt, die diese zum Schutz ihres Schlafrudels aufstellen. Auch die „Herkunft“ der Jaj war überraschend.

Wie das Thema Pseudo-Rhodan angegangen wird, erschließt sich mir als Leser einmal mehr gar nicht. Wieder werden Situationen geschildert, die Pseudo-Rhodan in Interaktion mit der Zentralebesatzung zeigen. Die „Erklärungen“, die Haensel anführt, wirken lachhaft. Der echte Rhodan lässt den Pseudo-Rhodan Freiheiten, da alles andere unzivilisiert wäre. Den entscheidenden Fehler begeht Hubert Haensel auf Seite 18. Pseudo-Rhodan und Farye verlassen die Zentrale und der Autor bemerkt dazu, dass sich der Pseudo-Rhodan nur zwei- oder dreimal in der Zentrale aufgehalten habe. „Er machte sich rar, genauso, wie es der echte Rhodan getan hätte.“

Und genau das ist falsch. Der echte Rhodan hat sich nämlich noch nie rar gemacht. Möglicherweise sah sich Hubert Haensel veranlasst, den vom Exposé vorgeschriebenen merkwürdigen Auftritten des Pseudo-Rhodan eine Erklärung zu geben. Die ist allerdings gründlich misslungen. Die dümmliche Handlung ist an der Stelle leider immer noch nicht zu Ende. Farye geht mit Pseudo-Rhodan in einer Kantine frühstücken. Die anderen Besatzungsmitglieder mustern sie neugierig, unschlüssig darüber, ob es der echte oder der falsche Rhodan sei. Abgesehen davon, dass mehrmals zuvor erwähnt wurde, dass das falsche Rhodan von einem TARA begleitet wird, sollte die Besatzung doch informiert werden.

Die Figur des Pseudo-Rhodan ist eigentlich interessant angelegt. Und natürlich wird diese vollständige Kopie irgendwann ihre von den Expokraten zugedachte Bestimmung erhalten. Bis dahin sollten die Autoren die Gefühlswelt der Leser mit dem beschriebenen Umgang mit dieser Figur allerdings nicht über Gebühr strapazieren.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 9

Das Seuchenschiff – von Dennis Mathiak – Handlung:

Perry Rhodan und Eritrea Kush sind mit dem Virus des Generex infiziert. Mit ihrer Rückkehr an Bord der FUNKENREGEN haben sie auch die Besatzung angesteckt. Trotz seines Aktivators zeigt der Unsterbliche ebenfalls Symptome der Krankheit. Kommandant Patrick Dirmio hat weitere schlechte Nachrichten. Das HMI-Virus hat sich rasend schnell verbreitet, Quarantänemaßnahmen kamen zu spät. Die FUNKENREGEN ist nun ein Seuchenschiff. Da weitere Schiffe der Stardust-Union an Rettungsmissionen auf den Kolonialwelten beteiligt waren, sind wohl 25 Prozent der Flotte betroffen.

Die Amöbenraumschiffe um den Planeten Horatio verhalten sich ruhig. Von einem der Schiffe hat man ein Signal von Mehul Tondesi, dem verschleppten Piloten der FUNKENREGEN, empfangen. Doch zunächst müssen alle Kräfte auf die Bekämpfung der Seuche konzentriert werden. Der Ara Tippatz vermittelt einen Kontakt zu seinem Landsmann Varrim-Ga, dem angeblich besten Mediker in Far Away. Rhodan kann den arroganten Ara dazu bewegen, mit seinem Schiff an die FUNKENREGEN anzudocken. Varrim-Ga verlangt 100 Millionen Galax für die Suche nach einem Gegenmittel. Rhodan willigt ein und überlässt Varrim-Ga alle bisher bekannten Daten. Der Ara bekommt auch Proben der aus der Vergangenheit mitgebrachten Tagaris-Blumen. Nach einer ersten Sichtung der Daten ist Varrim-Ga zuversichtlich, ein Gegenmittel entwickeln zu können. Er kommt sogar ohne Schutz an Bord der FUNKENREGEN. Von Rhodan nimmt er eine Blutprobe. Bei der Untersuchung kann er zumindest feststellen, dass der Terraner durch seinen Aktivator inzwischen geheilt wurde und auch als Überträger des Virus nicht mehr in Betracht kommt.

Inzwischen kommt Mehul Tondesi an Bord des Amöbenraumer in einem Tank mit schleimiger Flüssigkeit zu sich. Über Schläuche wird der junge Terraner beatmet. Tondesi schöpft Hoffnung aus dem Gedanken, dass etwas von Rhodan auf ihn übergegangen sei, das ihm Kraft gibt. Tatsächlich kann er sich aus dem Tank befreien. Auf seiner Flucht tötet er einen Pseudo-Jaroc und macht eine schreckliche Entdeckung. In einem Raum, in dem er sich verstecken möchte, ragen die Oberkörper dreier Terraner aus den Wänden. Das Amöbenschiff ist dabei, die Unglücklichen in sich zu integrieren. Tondesi wird erneut gefangen und in den Tank gesteckt. Doch sein Aufenthalt dort ist nur von kurzer Dauer. Pseudo-Jaroc holen ihn und er wird an eine Wand des Amöbenraumers gestellt. Das Schiff beginnt sofort damit, seinen Körper zu assimilieren. Tondesi resigniert.

Varrim-Ga ist inzwischen einen Schritt weiter gekommen. Mittels Aufbau-Präparaten kann er den Prozess der Krankheit verlangsamen. Nach seinen Berechnungen bleiben den Menschen etwa 4 Wochen bis die Ansteckung zum Tod führt. Der Ara sichtet auch die Aufzeichnungen des Generex. Er entdeckt, dass der HMI-Virus sehr heimtückisch ist und nur intelligentes Leben tötet. Nur das Volk der Indochimi hat in der Vergangenheit in Far Away überleben können. Die Wasserbewohner waren gegen das in der Luft übertragene Virus geschützt. Und es muss einen Assimilator geben, der das Virus jeden Planeten und seinen Bewohner anpasst. An Bord eines Amöbenschiffs könnte man vielleicht den Assimilator finden.

Mehul Tondesi kommt wieder zu sich. Zu seinem Entsetzen ist sein Körper nahezu vollständig vom Amöbenschiff aufgesogen worden. Sein Bewusstsein soll mit den Bewusstseinen der anderen integrierten Menschen als Steuerhirn dienen. Im Gegensatz zu seinen Leidensgenossen ist Tondesi mit seinen Gedanken jedoch frei. Tondesi erkennt, dass die Schiffe ins Stardust-System fliegen wollen. Er kann die Datenbanken des Schiffes durchsuchen und ein Datenpaket an die FUNKENREGEN absetzen.

Die FUNKENREGEN ist inzwischen vom Administrator der Stardust-Union darüber informiert worden, dass der Planet Tark unzählige fortentwickelte Amöbenschiffe ausspuckt. Man benötigt jetzt alle Kräfte. Rhodan möchte mit einem Team an Bord des Schiffes gehen, wo er Tondesi vermutet und er will Daten zum Assimilator suchen. Doch Admiralin Kush will keine Zeit auf die Eroberung eines einzelnen Amöbenschiffs verschwenden. Tondesi kann die Schutzschirme des Amöbenraumers abschalten. Kush lässt das Feuer eröffnen und der Feindraumer vergeht in einer Explosion.

 

Rezension:

Autor Dennis Mathiak steuert seinen 2. Roman zum Stardust-Zyklus bei. Die Geschichte beschränkt sich auf zwei Handlungsorte. An Bord der FUNKENREGEN wird der Kampf gegen die Seuche geschildert und an Bord des Amöbenraumers kämpft ein Terraner ums Überleben.

Der fiktiven Geschichte über eine virale Bedrohung steht in der wirklichen Welt eine ganz und gar reale Bedrohung gegenüber. Derzeit vergeht kein Tag, in der nicht über das Ebolavirus berichtet wird. Und obwohl ein Schutz möglich ist, kann sich das Virus ausbreiten. Sogar in Isolierstationen und trotz Schutzkleidungen stecken sich Menschen an. Der Grund ist wahrscheinlich menschliches Versagen. Mathiaks Roman spielt in einer technisch weit entwickelten Zukunft. Und doch wird es dort eines mit Sicherheit auch noch geben. Menschen, die versagen. Tatsächlich wissen Rhodan und Kush über die Vergangenheit des Generex nun Bescheid und dass er mit dem Virus ganz Far Away entvölkert hat. Rhodan weiß auch, dass Anthur die Ampulle an sich gebracht hat. Und doch werden keinerlei Maßnahmen zum Schutz ergriffen. Es gibt keine Seuchenprotokolle, keine Isolierstationen nach der Rückkehr, keine wie auch immer geartete Abschottung sensibler Schiffsbereiche. Ja selbst die Information an andere Schiffe der Stardust-Union wird nur mit Verzögerung rausgeschickt. Das alles wirkte träge aber lässt sich eben mit menschlichen Versagen erklären.

Die Figur Rhodan kommt erneut nicht gut weg. Der Unsterbliche ist Teil dieser Versagerkette und kann lediglich mit seinem Verhandlungsgeschick punkten, als er den Ara für 100 Millionen Galax überzeugen kann, an einem Gegenmittel zu arbeiten. Die kranke Eritrea Kush ist den ganzen Roman keine Hilfe trotz ihrer Präsenz an allen Orten. Am Ende trifft sie eine falsche Entscheidung und Rhodan bleibt einmal mehr nur der wütende Abgang. Also das einzige Amöbenschiff, das durch Tondesi geschwächt, Informationen zum Assimilator hergeben könnte, wird von Kush vernichtet, mit der Begründung, die Stardust-Union kann sich damit nicht aufhalten. Dümmer geht’s nimmer.

Während die Situation an Bord der FUNKENREGEN seltsam antiseptisch wirkte, ist der zweite Handlungsstrang dem Autor besser gelungen. Zwar mutete der Gedanke Tondesis, etwas von Rhodan sei auf ihn übergesprungen, etwas seltsam an, immerhin war das aber dir treibende Kraft für etwas Handlung. Die Szenen im Tank und der kurzen Flucht, sowie die Entdeckung, welches Schicksal den jungen Terraner erwartet, hat der Autor überzeugend schildern können.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2773

Der Kristalline Richter – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Perry Rhodan, Gucky und die verbliebenen Mitglieder des Venus-Teams sitzen auf Vlaera fest. Das Team möchte mehr über den Kristallinen Richter erfahren und auch Baucis Fender befreien. Dazu suchen sie den Hafen der Zelte auf. Unbemerkt können sie eindringen und eine Loge besetzen. Tausende Wesen strömen in das seltsam anmutende Zelt. Die Einkehr des Richters steht unmittelbar bevor. Auch der Quartiermeister Loitmahd und mehrere Neypashi sind vor Ort. Dann erscheint die Kristalline Wesenheit aus dem Nichts. Schicht über Schicht bildet sich eine kristalline Struktur, in deren Inneren es zu schneien scheint. Das Wesen ist dreigeteilt und über 4 m groß. Drei humanoid wirkende Geschöpfe, die Rücken an Rücken stehen. Gucky kann das Wesen mit seinen Sinnen nicht erfassen. Die Ankunft sorgt dafür, dass den Besuchern Wärme entzogen wird. Es wird bitterkalt im Hafen der Zelte. Bevor die SERUNS ausfallen, sorgen allerdings die Neypashi wieder für Wärmezufuhr.

Inzwischen erstattet Farye Sepheroa an Bord der RAS TSCHUBAI Bericht. Jawna Togoya schickt die beiden Haluter Icho Tolot und Avan Tacrol mit der LAURIN X, Eigenname TONDAR GHI nach Vlaera. Mit dabei zwei Drohnen und ein Hochleistungstransmitter. Die beiden Haluter landen unbemerkt außerhalb der Stadt. Die Drohen werden vorbereitet und anschließend begeben sich Tolot und Tacrol auf die Suche nach Rhodan.

Im Hafen der Zelte verkündet der Richter den Anwesenden, dass er sie inspirieren möchte. Den Bedürftigen wird geholfen werden. Dabei spricht das Wesen von sich selbst in der Mehrzahl. Sofort bilden sich lange Schlangen vor den Podium mit dem Kristallwesen. Rhodan erkennt, dass der Richter Heilungen vollziehen will. Und tatsächlich, Kranke und Kriegsversehrte stehen an. Die meisten in der Schlange werden fortgeschickt. Der Richter hat sie auf unbekannte Weise aussortiert. Drei Auserwählte dürfen vortreten. Ein krankes onryonisches Kind, zwei Insektoiden, die ein Geschwür verbindet und ein verletztes weibliches Fellwesen.

Im Assaree Dymae breitet sich andächtige Stille aus. Dann werden die Insektoiden in den Leib des Richters gezogen, verschwinden in dem Schneetreiben. Nach kurzer Zeit speit sie die Kristalline Wesenheit wieder aus. Das Geschwür ist verschwunden, die Wesen geheilt. Auch das Fellwesen und das Kind werden geheilt. Für das Kind benötigt der Richter einige Minuten. Das Wort Inspiration wird dabei nicht nur vom Richter sondern auch von den Anwesenden gerufen. Nach der Heilung bietet der Richter weitere Inspiration an. Wieder bilden sich Schlangen. Es kommt zu tumultartigen Szenen als die Phudphogs ihren verstorbenen Cuurem-Prinzen in seinem Sarg nach vorne tragen. Loitmahd sorgt für Ruhe und schließlich verkündet der Richter, dass eine Inspiration für den Cuurem-Prinzen angemessen erscheint. Der tote Körper wird in den Leib gezogen und der Prinz tritt lebend wieder daraus hervor.

Rhodan will kurzentschlossen den abziehenden Phudphogs folgen, um herauszubekommen, was tatsächlich geschehen ist. Da entdeckt Gucky, dass die schwer verletzte Baucis Fender in einem Kyrostasebehälter zum Richter gebracht wird. Rhodan entscheidet zu bleiben. Fender wird tatsächlich auserwählt und vom Richter geheilt. Danach wird sie an Bord von Loitmahds Schiff, der STAULCETT gebracht, die nach Shyor fliegen wird. Die Onryonin Velleshy Pattoshar, die das jüngere Besatzungsmitglied Clocc Otym als Ziehsohn und als Teil ihres Rudels angenommen hat, ist mit dem Vorgehen des Quartiermeisters nicht einverstanden. Sie möchte die Terranerin selbst befragen. Ihr Ansinnen wird vom Spochanen abgewiesen.

Unterdessen hat das Team die Veranstaltung verlassen und trifft auf die Haluter. Während die beiden Giganten im Raumvater VOOTHOY für Ablenkung sorgen sollen, wollen die anderen an Bord des Pfeilschiffes gehen. Velleshy Pattoshar wird aufgefordert, die Terranerin binnen drei Stunden freizugeben. Die Onryonin denkt nun, dass die Terraner glauben, dass Fender an Bord des Raumvaters ist. Die beiden Haluter stürmen den Raumvater und richten allerlei Zerstörungen an, wobei unbeabsichtigt auch Clocc Otym getötet wird. Rhodans Trupp schleicht sich in die STAULCETT, die ins Khochd-System abfliegt.

Während die Haluter zur RAS TSCHUBAI entkommen, die ebenfalls ins Khochd-System abfliegt, ersucht Pattoshar den Richter um Inspiration für Clocc Otym. Als das verweigert wird, schießt sie sich in den Kopf. Doch für sie beginnt ein zweites Leben, denn der Richter heilt sie.

Im Khochd-System leben Millionen von Onryonen auf zahllosen Schiffen. Sie beschützen die Kristalline Wesenheit auf Shyor, die den Planeten nie verlassen hat. Der Richter existiert multilokal und benötigt offensichtlich kein Schiff. Shyor wird von zwei Trabanten umkreist. In den Gedanken der Onryonen, die Gucky ausspäht, werden sie als Kosmogloben bezeichnet und sind das Herzstück des Atopischen Tribunals in Larhatoon.

 

Rezension:

In seinem Blog verrät Michael Marcus Thurner, dass er diesen Roman kurzfristig übernommen hat. Diese Info habe ich vor der Lektüre gelesen und sie hat mich höchst wahrscheinlich in der Beurteilung des Romans beeinflusst. Denn der Autor äußert in seinem Blog auch, dass er nicht einschätzen kann, ob ihm seine Geschichte gelungen sei. Als ich dann das Heft las, konnte ich mich nicht vollständig von diesen Äußerungen Thurners lösen.

Der Schwerpunkt des Romans liegt ganz eindeutig auf dem Geschehen im Hafen der Zelte und dem Wirken des Kristallinen Richters. Daneben bedient der Autor nur noch drei kleinere Handlungsstränge. In dem einen wird das Geschehen an Bord der RAS TSCHUBAI kurz thematisiert, im anderen steht Velleshy Pattoshar im Mittelpunkt. Die beiden Haluter bilden das dritte kleinere Element.

Zwar gehört der Onryonin Velleshy Pattoshar die letzte Szene im Roman, allerdings ist die Figur in diesem und auch im letzten Roman nicht so stark präsent gewesen. Von daher wird die Figur kaum noch eine größere Rolle spielen. Mit diesem Handlungsstrang bedient der Autor die Tragik in seinem Roman. Der Einsatz der Haluter war ebenfalls kurz und bedient die Action.

Mit den Szenen an Bord der RAS TSCHUBAI bedient der Autor das erweiterte Umfeld. Schließlich will man ja wissen, was das modernste Schiff der Menschheit mit 30.000 Besatzungsmitgliedern so tut, wenn Rhodan nicht an Bord ist. Wir erfahren, dass sich da nicht viel tut. Die Konferenz an Bord der RAS TSCHUBAI, in der es um die Planung und Durchführung einer Rettungsmission geht, gehört zu den Szenen, die als wenig durchdacht erscheinen. Wurde im Roman der Vorwoche noch ausgeschlossen, mit einem getarnten Schiff den Planeten mit dem Hafen der Zelte zu erreichen, so wird nun, da das Einsatzteam entdeckt und deren Schiff vernichtet wurde, auf eben dieses Instrument gesetzt. Nun aber sind die Onryonen noch aufmerksamer und es ist noch unwahrscheinlicher, dass eine solche Vorgehensweise erfolgreich sein könnte.

Bereits letzte Woche konnte man lesen, dass der Pseudo-Rhodan Freiheiten an Bord genießt. Diese Woche geht’s noch einen Schritt weiter. Der falsche Rhodan hat sogar Zutritt zur Leitzentrale und tauscht sich mit Mitgliedern der Besatzung aus. Ein überaus dümmlicher Plot. Geschaffen von einer Richterin der Atopen gelangt ein Geschöpf mit unbekannten Fähigkeiten und Absichten an Bord, nur um dort frei herumspazieren zu können? Die Absprachen der anderen Besatzungsmitglieder wirkten hölzern. Welche Absichten der Autor mit dem Abkanzeln der Figur Bostich durch die Posbi-Frau verfolgt, bleibt unklar.

Höhepunkt des Romans war zweifelsohne das Erscheinen des Kristallinen Richters, sein Aussehen und die Wunder, die er vollbringt. Die Beschreibungen der Örtlichkeiten, der Auftritt des Richters und das Verhalten des Einsatzteams konnten anfangs überzeugen. Und auch zum Ende hin, als Rhodan Entscheidungen treffen muss, ist die Geschichte gelungen. Dazwischen gibt es ein oder zwei Szenen, die nicht so überzeugen können.

Da ist zum einen Rhodans Frage im Hafen der Zelte an seine Gefährten, ob man irgendwie an den Kristallinen Richter herankommen könne. Angesichts der Umstände entbehrte diese Frage nicht einer gewissen Hohlheit. Bar jeder Information zum Richter und dessen Fähigkeiten, ohne Hinweise durch den einzigen Mutanten im Team, im Angesicht des Quartiermeisters und seiner Gehilfen, den Neypashi, ist diese Frage nur der Ausdruck einer besonderen Hilflosigkeit. Hätte der Autor parallel dazu einen resignierenden Rhodan geschildert, hätte das überzeugen können. Die Frage war aber ernst gemeint. Dazu darf man allerdings den Roman alleine nicht betrachten, man muss auch den Zyklusaufbau im Auge behalten. Der Gegner ist derart dominant geschildert, dass selbst die berühmt-berüchtigte Vorgehensweise unserer Helden getreu dem Motto „Frechheit siegt“ hier nicht mehr angewendet werden kann. Bislang ist in diesem Zyklus nämlich noch keine einzige Aktion geschildert worden, die den Gegner von einem seiner Vorhaben abgebracht hat. Alle sogenannten Erfolge der Verteidiger waren nur Nadelstiche, bewirkt oder verhindert haben sie nichts.

Mit dieser Frage Rhodans drohte die Geschichte daher ins Absurde abzugleiten. Glücklicherweise erspart uns der Autor dann doch eine überhastete Aktion. Seine Figuren richten ihr Augenmerk darauf, Baucis Fender zu befreien. Ein zweites Element im Hafen der Zelte streift der Autor in seinen Auswirkungen nur am Rande. Der Richter erweckt ein totes Wesen zum Leben. Aufgrund dieses Ereignisses sinniert Rhodan kurz über Seele und ÜBSEF-Konstante. Und auch den Swoon Benner lässt Thurner mit Spekulationen zum Zugriff auf verbundene Bewusstseinsstrukturen in parallelen Welten etwas beitragen. Das alles wirkte unausgegoren. Die Begriffe und Überlegungen werden nur in die Geschichte eingeworfen und nicht miteinander verbunden. So richtig wohl bei dem Thema schien sich der Autor nicht gefühlt zu haben. Von daher wäre eine rein medizinische Betrachtung der Vorkommnisse besser gewesen, als den unausgegorenen Gedanken Rhodans und des Swoons einen deutlich zu kleinen Raum einzuräumen. Möglicherweise haben die – durchaus berechtigten – Spekulationen der Figuren dazu beigetragen, dass sich Michael Marcus Thurner in der Beurteilung seines Romans so unsicher fühlt.