Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2767

Die Engel der Schmiege – von Caroline Brandt – Handlung:

An Bord der CHEMMA DHURGA ist Perry Rhodan nun seit längerer Zeit in einer Zelle inhaftiert. Durch sein Gefängnis fließt ein Bach, der auch einer kleinen Gruppe von Lebewesen ein Zuhause bietet, die Rhodan aufgrund ihres Aussehens als Schnabelratten bezeichnet. Seine Langeweile wird nur durch ein Gespräch mit Saeqaer unterbrochen. Die Atopische Richterin besucht ihn und erzählt bereitwillig vom Angriff eines unbekannten Kugelraumers auf Globus 2 ihres Schiffes. Wer die Angreifer waren, kann Saeqaer nicht sagen und auch Rhodan kann sich nicht vorstellen, dass Terraner bis nach Larhatoon vorgedrungen sind. Sollte doch ein Einsatzkommando in die größere Kugel der WIEGE DER LIEBE eingedrungen sein, hätten sie keine Chance in den Globus 1 zu wechseln, in dem Rhodans Gefängnis liegt. Die Schnittstelle zwischen den Kugeln wird als die Schmiege bezeichnet. Die Richterin nimmt Rhodan zu einen Besuch an der Schmiege mit. Die kreisrunde Fläche zwischen den Kugeln wirkt wie ein großes Aquarium, in dem Rhodan insektoide Wesen wahrnehmen kann, die sich darin wie in Zeitlupe bewegen. Der Unsterbliche ist solchen Wesen schon einmal begegnet. Es sind Karduuhls, die vor langer Zeit den Schwarm mit ihren starken Psi-Kräften beherrscht hatten. Die Richterin bezeichnet sie als die Kostbaren, die Veszi. Sie sind Wächter, die niemand überwinden kann.

An anderer Stelle in Globus 2 befindet sich noch ein weiteres Wesen, das einst Aufnahme an Bord der CHEMMA DHURGA gefunden hat. Das Wesen bezeichnet sich selbst als Pend und kann alle möglichen Universen besuchen. Pend jongliert mit Realitäten und Wahrscheinlichkeiten und befindet sich in einem Bannkreis der Racheschuld. Er schuldet Richterin Saeqaer eine Dank-Rache. Doch er kann seinen Plan nicht ausführen, weil die Richterin schwanger ist und dem ungeborenen Kind soll kein Leid zugefügt werden. Pend erkennt auch, dass ein Wesen mit Vitalenergiespeicher an Bord gekommen ist.

Im Globus 2 ist die Space-Jet mit Gucky, Sichu Dorksteiger und den beiden Halutern Icho Tolot und Avan Tacrol erstmal auf Tauchstation gegangen. Die Besatzung beobachtet die Geschehnisse außerhalb des Schiffs. Die Außenhülle der riesigen Kugel repariert sich selbst. Das Loch, das von dem Robotkreuzer in die Wandung gerissen wurde, wächst langsam zu. Die darunter befindlichen Zonen hingegen müssen mit anderen Mitteln repariert werden. Heerscharen an Robotern räumen Trümmer weg und beseitigen Schäden. Nach Stunden kann Gucky endlich Gedankenbilder zweier Wesen ausmachen, die Rhodan begegnet sind. Der Ilt erfährt so vom Absturz eines Flugzeugs. Das Team macht sich auf dem Weg zur Absturzstelle. Rhodan finden sie nicht aber immerhin DNS-Spuren. Dorksteiger entdeckt zudem, dass ein dimensional übergeordneter Transport stattgefunden haben muss, um Rhodan aus dem Fluggerät zu holen. Das Team kehrt zum Ausgangspunkt zurück, wo sie auf die Gmoda treffen. Die Wesen bezeichnen sich auch als Sorgfalter und kommen immer dann zum Einsatz, wenn etwas aufgeräumt werden soll.

Zur Kultur der Gmoda gehört das gemeinsame Singen und Sichu Dorksteiger und Avan Tacrol können mit einem gemeinsam vorgetragenen Lied einer terranischen Oper eine Verständigung zu den Gmoda herstellen. Von den seltsamen Wesen erfährt das Team von der Schmiege und mittels Gedankenbildern vermitteln die schwach Psi-begabten Gmoda Bilder von einem gescheiterten Feldzug ehemaliger Bewohner gegen die Schmiege. Das Team bekommt auch Informationen zum Allwissenden Pend, den sie daraufhin aufsuchen.

Die Stätte Einszweinull des Allwissenden Pend entpuppt sich als zwei quadratische Platten unbekannten Materials in einem Abstand von ca. 1,5 cm. Während das Team mit seinen Untersuchungen beschäftigt ist, manifestiert sich Pend mit Hilfe der Platten in diesem Universum, das er als komplexdimensional plus 1 eins bezeichnet und als etwas Besonderes wahrnimmt. Pend ist auf die beiden Träger von Vitalenergiespeichern aufmerksam geworden und kann mit Gucky kommunizieren, wenngleich die Fremdartigkeit von Pend dem Ilt Schmerzen bereitet. Dennoch erfährt das Team von der Dank-Rache. Dorksteiger hat eine Idee. Sie wollen Pend dazu bringen, Rhodan der Richterin zu entreißen. Dadurch würde Saeqaer Leid zugefügt, es wäre jedoch nur ein ideeller Schaden und das Kind würde nicht gefährdet werden.

Pend bringt das Team zur Schmiege. Inzwischen hat die Richterin damit begonnen, nach den Eindringlingen zu suchen. Pend schafft Durchgänge zu anderen Realitäten, aus denen Invasoren die Schmiege und die Veszi attackieren. Auch für Rhodan wird ein Durchgang geschaffen. In dem Chaos der Kämpfe wird das Team mit Rhodan durch einen Seitenweg eines retrochronen Paralleluniversums in der Zeit zurück in die Space-Jet versetzt. Mittels Transmitter flieht das Kommando mit Rhodan zur RAS TSCHUBAI.

Noch einmal wird es wohl nicht möglich sein, ein Richterschiff anzugreifen. Man fliegt nun zur Domäne des kristallinen Richters. Parallel dazu will Reginald Bull zusammen mit Quick Silver in die Stadt Allerorten zurückkehren. Der Silberne behauptet, von dort aus Atlan finden zu können. Im Gegenzug soll ihm der Weiße Saal, den er aus der JULES VERNE geborgen hatte, offiziell übereignet werden. Rhodan wird Expeditionsleiter. Sein erster Gang führt ihn zu Pseudo-Rhodan.

 

Rezension:

Und wieder ein Gastbeitrag. Nachgezählt habe ich nicht aber der Zyklus dürfte über den Daumen gepeilt im Schnitt die meisten Gastromane aller Zyklen aufweisen. Caroline Brandt ist ein Pseudonym. Die wahre Identität der Autorin hält Christian Montillon geheim. Na gut, das muss man respektieren.

Oberflächlich betrachtet konnte die Geschichte durchaus unterhalten. Drei Schwerpunkte bilden das Rückgrat des Romans. Da wäre das Einsatzteam mit den beiden Halutern, der Ator und dem Ilt. Zumindest zu Beginn der Geschichte stehen diese Figuren und ihre Handlungen für das Bodenständige in dem Roman. Schon etwas abgehobener die Situation der Figur Rhodan. Dafür sorgten seine seltsamen Zellengenossen und der ungebetene Besucher. Die Gespräche mit der Richterin dienten dem kosmischen Überbau. Und schließlich der mit Paralleluniversen jonglierende Allwissende Pend, der durchaus auch aus der Feder von H.G. Ewers entsprungen sein könnte, würde der Autor noch leben.

Die exotische Zusammensetzung des Einsatzteams und ein paar gelungene Einlagen der Figuren konnten manche Schwäche dieses Handlungsabschnitts kaschieren. Wie üblich wird auf das vertraute Muster gesetzt, d.h. erstmal reinschicken und dann sehen, was dabei rauskommt. Für die Planeten Vi und Volterhagen ging dieses Konzept zuletzt auf. Ein drittes Mal in Folge wirkte dieses Szenario dann doch etwas abgenutzt. Zumal das Einsatzteam im Grund genommen nicht den Hauch einer Ahnung hatte, wie es Rhodan befreien sollte. Ganz zu schweigen von der Übernahme des Richterschiffes. Allerdings musste sich die Autorin darum auch keine Gedanken machen. Schließlich hielt das Exposé für die finale Rettung den Allwissenden Pend parat. Dennoch konnte der Handlungsteil mit dem Kommando am meisten überzeugen.

Im Rhodan-Part der Geschichte wurde ein wenig das bisherige Wissen über die Atopen zusammengetragen. Damit das nicht zu langweilig geriet, wurden die Schnabelratten, der Besucher und die Engel der Schmiege eingebaut. Gerade letzteres Element, das immerhin dem Roman zum Titel verhalf, geriet nach der ersten „Enthüllung“ irgendwie ins Abseits. Die Faszination über die Identität der Wächter hielt nur kurz an und letztlich verlor dieses Element schnell an Gewicht.

Wie schon erwähnt dienten die beiden Gespräche, die Rhodan mit der Richterin führte, dem kosmischen Überbau der Serie. Neues erfuhr man dabei nicht, außer Rhodans Spekulationen hinsichtlich der Schwangerschaft der Richterin und der Bedeutung ihres Embryos. Diese Hypothesen kamen etwas überraschend und um sie ausreichend würdigen zu können, hätte uns die Autorin doch etwas mehr an den Gedanken und Überlegungen des Unsterblichen teilhaben lassen müssen. Da sie es nicht tat, haben wir nun ein kleines Puzzleteil, das vielleicht ins Bild gehört, vielleicht auch nicht.

Ein Gespräch zwischen Rhodan und Saeqaer geriet seltsam. Das dürfte allerdings weniger an der Autorin als vielmehr an der Feinabstimmung zwischen den Roman-Exposés gelegen haben. In dem Gespräch teilt Rhodan der Richterin sein Wissen darüber mit, dass man jenseits der Materiequellen gewesen sein muss, um ein Richterschiff zu steuern. Dumm nur, dass er diese Infos selbst erst von ihr bekommen hat. Die Art und Weise, wie Rhodan mit seinem angeblichen Wissen kokettiert ist dabei etwas peinlich.

Bleibt noch der Allwissende Pend. Hier hat sich die Autorin ausgetobt. Sollte sich zwischen all den Polyrealitäten ein Hinweis eingeschlichen haben, der sich für das Verständnis der Geschichte oder des Zyklus von Bedeutung erweisen sollte, ich habe ihn übersehen. Und obwohl diese Parts recht bizarr gerieten, hat die Autorin Konstanten eingebaut, etwa die Pend-Wahrscheinlichkeiten, an denen man sich durchhangeln konnte.

Natürlich muss dieser Part mit einer gewaltigen Schwäche leben. Immer dann, wenn in der Serie mit Hausmitteln kein Erfolg mehr erzielt werden kann, wird die Karte eines omnipotenten Wesens gezogen. So absonderlich der Pend geriet, so vertraut war doch das Muster dieses Handlungselements. Hätte sich Sichu Dorksteiger vom Pend gewünscht, dass er alle anderen Richter und die Onryonen beseitigt, dann würde Saeqaer nun alleine dastehen. Leider fällt der Wunsch der Wissenschaftlerin an Pend etwas bescheidener aus. Nur Rhodan soll befreit werden. Schade, der Zyklus hätte mit diesem Roman zu Ende gehen können. So müssen wir uns noch etwas gedulden.

 

3 comments on “Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2767

  1. Adolf Faber

    Da es viele Kommentare zu dieser Geschichte gibt, die die Polyrealitäten und beispielsweise ein Seitenweg durch ein retrochrones Universum als für diese Geschichte, aber auch für den gesamten Zyklus, als nicht relevant ansehen, möchte ich hier eine Frage stellen. Wenn also nicht so klar ist warum die Atopen, und vor allem wie, hier einen Weltenbrand gesehen haben, für den sie nun den Kardinal-Fraktor bestrafen wollten, was ihnen aber nicht gelingt, gelungen ist, gelingen wird, dann verstehe ich nicht, wenn – das hier wie auch woanders nach meinem Empfinden unschön als Überbau bezeichnete, kosmologische Modell im Perry Rhodan Universum – endlich erweitert wird und Konturen bekommt, damit man bereits mit eigener Phantasie spekulativ erahnen kann, was mit dem Atopischen Tribunal hier eigentlich abgeht, dann wundert mich das sehr. Die Essenz der Geschichten aus dem Perry Rhodan Universum ist doch von Anfang ein Denkmodell über die Beschaffenheit und die Funktionalität der Welt in der Perry Rhodan lebt, ähnlich der unseren, die darüber lesen. Und diese bereits schön ausführlich angewachsene PR-Kosmologie bekommt hier mit den Chronosphären und Polyrealitäten gerade einen Schub an „Sense Of Wonder“! Und ist nicht dieser „Sense Of Wonder“ nicht die Rechtfertigung hier wöchentlich eine Unterhaltungsserie zu lesen. Nicht irgendwelche Handlungsabläufe, sondern deren „höhergeordnete“ Blick auf diesselben ist doch das Salz in der Suppe dieser SF-Unterhaltungsliteratur, die doch insgesamt gesehen nicht nur SF ist, oder? Und nach diesen, von mir sogerne geschriebenen Endlossätzen, nochmals auf den Punkt gebracht: Mit der Vervielfachung der Abläufe im Sein leuchtet doch all das Geschehen in einem wunderbaren Licht auf, und man ist nicht mehr gelangweilt (klingt irgendwie Deine Rezension in dieser Tonart) die Probleme die man eh schon kennt wieder und wieder zu erleben, sondern man erlebt das Altbekannte mit einem neuen Gefühl, und gibt sich der Sehnsucht (das muss man natürlich auch bewusst wollen und nicht bewusst verhindern wollen) nach noch nicht bekannten Wundern des Lebens und der Realitäten hin, und empfindet den Alltag wieder wie ein kleines Kind, dass die Welt erst im entdecken begriffen ist. Warum empfindet das mancher hier nicht?

    1. Uwe Bätz

      Hallo,
      vielen Dank für Deinen Kommentar, der eine Menge Fragen beinhaltet aber auch meine Rezension kritisch durchleuchtet. Du fragst am Schluss, warum mancher hier nicht so empfindet wie Du, beim Lesen der Geschichte. Nun, für andere kann ich nicht sprechen, hier in meinem Blog bin ich alleine. Ich vermute, Du beziehst Dich mit „mancher“ auf die Beiträge in einem Perry Rhodan-Forum, möglicherweise dem galaktischen Forum auf perry-rhodan.net. Dort könntest Du Deine Frage ebenfalls posten.
      Ich glaube in unseren Erwartungen an die Romane liegen wir gar nicht so weit auseinander. Als Leser möchte ich genau wie Du in eine andere Welt entführt werden und zum Träumen angeregt werden. Ich freue mich für Dich, dass der aktuelle Roman Dir genau diese Eindrücke gegeben hat. Meine Ansichten sind halt etwas anders ausgefallen.
      Tatsächlich sind die Romane innerhalb der Serie, die mich zum Träumen bringen, im Laufe der Jahre, vielmehr Jahrzehnte, immer weniger geworden. Aber es gibt sie noch. Wenn Du meine Besprechungen aufmerksam verfolgst, dann wirst Du sehen, dass es immer noch Romane gibt, die mich begeistern. Warum dies bei Roman 2767 nicht der Fall war, habe ich in meiner Rezension dargelegt. Ob die geschilderten Polyrealitäten eine Relevanz besitzen kann ich nicht sagen. Die Bedeutung der Polyrealitäten stelle ich auch nicht in Frage. Ich übe Kritik einzig am Handlungsaufbau, der passgenau zum Handlungshöhepunkt ein quasi allmächtiges Wesen bereithält, mit der die Ziele der Figuren erreicht werden. Das mag, wenn es 1x eingesetzt wird, akzeptabel sein. Ich erkenne jedoch ein wiederkehrendes Muster darin, dieses und ähnliche Elemente wieder und wieder einzusetzen. Ich empfinde das Geschehen grundsätzlich interessant, alternative Realitäten begeistern mich in zahllosen anderen Romanen. Jedoch erwarte ich auch von einer Geschichte, dass sie einen Spannungsbogen aufbaut, Wendungen beinhaltet und Überraschungen bereithält. Es ist definitiv keine Spannung und keine Überraschung, wenn einmal mit dem Finger geschnippt am Ende alle Figuren in der Krankenstation des Schiffes erwachen.
      Es war im Übrigen nicht meine Absicht den „Überbau“ der Serie unschön darzustellen. Im Gegenteil, den kosmologischen Hintergrund der Serie verdanke ich genau die Empfindungen, die Du als Sense of Wonder bezeichnest. Es ist allerdings auch nicht zu übersehen, dass dieser Hintergrund der Serie nicht nur Vorteile bringt. Das Zwiebelschalenmodell zeigt sich gegenüber den tatsächlichen Ereignissen im Perry Rhodan-Kosmos als zu starr. Genau wie Du würde ich es begrüßen, wenn dieses Modell mal überarbeitet wird. In meiner Rezension zu Heft 2522 habe ich schon vor fünf Jahren eine Überarbeitung herbeigesehnt. Im letzten Zyklus schien es bereits Ansätze zu einer Erweiterung zu geben. Sieh mal in 2679.
      Ach ja, Langeweile empfinde ich beim Lesen übrigens nicht. Sonst wäre ich nicht so engagiert und würde nicht jede Woche meine Ansichten ins Netz stellen.

  2. Adolf Faber

    Vorbemerkung!! Klar sind wir verschieden. Alle.
    Meine Formulierungen hatten aber andere Bedeutungen als sie für Dich hatten. Ich bin gewohnt nicht einfach direkt sozusagen meine Meinung zu äußern sondern bemühe mich einen Sachverhalt zu umschreiben, wo dann das Ausgesagte vom Leser selbst überprüft bzw. auch selbst abstrakt erkannt werden kann. Das hast Du natürlich nicht getan, weil Du mich persönlich und wortwörtlich nimmst.
    Rhetorisch war meine Frage in einem bestimmten Sinne:
    (Zur Erklärung dieser Diskrepanz dient vielleicht meine Erklärung über mich.
    Habe als Jugendlicher in den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts einiges an Hefteliteratur gelesen, auch Rhodan. Ab 1970 habe ich mich anderen Dingen zugewandt weil SF ich nun kannte und ich anderen Dingen auf den Grund gehen wollte. (Hier lasse ich das Philosophie-Studium usw. außen vor.)
    Meine Sichtweise auf das Perry Rhodan Universum ist nicht das eines Lesers der unterhalten werden will (bin ein Querleser und beachte die Qualität eines Autors eigentlich nicht) sondern ich habe mich auf die Bühne des Geschehens seit 1986 konzentriert. Um eben meine Forschungsarbeit auch eine Forschungsarbeit sein lassen zu können (was ich jetzt nicht näher begründe oder darstelle) habe ich mich ins Fandom gemischt. Unter anderem habe ich Anfang der Neunziger Jahre in Österreich den Perry Rhodan Stammtisch Wien eingerichtet, bewusst kein Club sondern eine Einrichtung um eine Plattform für den Austausch anzubieten. Natürlich habe ich das PR-Fandom in Wien und Österreich schon nach einigen Jahren sich selbst überlassen, weil ich ja kein Fan bin und auch kein Gruppenmensch, also eher zu zweit mich begegne!

    Gut, ich versuche auf den Punkt zu kommen. 🙂

    Natürlich habe ich alle über 4000 Geschichten, einschließlich den Perry Rhodan Lesergeschichten untersucht nach Details und Ideen zur Bühne. Also kosmohistorischer Hintergrund, Lebensformen und ihre Entwicklung. Die PR-Kosmologie ist von jeher am anziehendsten gewesen, und finde diese Form des Sense Of Wonders eigentlich nur bei Perry Rhodan. Wissenschaftlich betrachtet ist meiner Meinung Perry Rhodan eindeutig mehr als bloß SF. Aber dies ist ja nicht das Thema.
    Der Überbau ist deswegen kein Überbau wenn man begreift dass hier eine fiktive Welt von mehreren Menschen seit über 50 Jahren erphantasiert wird. Tolkien war ein Einzelner der einen Kunstmythos schuf. Hier ist ein vielfältiger Prozess im Laufen den ich mich als Feldforscher direkt näherte. Daher kenne ich viel Autoren (auch schon verstorbene) und natürlich N. gut.
    Der Punkt ist, dass nirgendswoanders etwas vergleichbares zu finden ist. Ich lese keine SF weil sie ganz einfach nicht das bringt was da mit den Polyrealitäten und dem Verhältnis dazu (!) stattfindet. SF-Leser geht es hauptsächlich um naturwissenschaftlichen Schmus und die Verbindung mit unserer eigenen Lebensrealität. Klar, ich habe ja das SF-Fandom untersucht und weiß daher, dass dort die Leser immer sich selbst einbringen, es immer um ihre subjektive Erfahrung geht, sie eigentlich (natürlich auch viele PR-Leser) sie auch nicht wirklich sich über diese fiktive Welt, die bitte bitte nicht so angepasst werden soll, dass sie unserer Lebenswelt und den heutigen Erkenntnissen der Kosmologie entspricht.
    Das Schreckgespenst von NEO geht um! (Keine persönliche Meinung, sondern ein Hinweis!)
    Die PR-Kosmologie in meiner Interpretation, die viele Leser auch als PR-Kosmologie erkennen können, ist weder ein Gimmick für Leute die sich nur unterhalten wollen, sondern ist ein sich kausales system einer eigenen Interpretation.
    Also diese subjektive Sicht auf PR ist jetzt in dem Zusammenhang wo ich diese Frage stellte ganz einfach Quatsch. Ich versuche wissenschaftlich redlich aus den Texten eine Kosmologie abzuleiten die so spontan und ohne Führung entstanden ist. Aber um nicht mich in dogmatische Diskussion zu verlieren oder verkannt zu werden, betone ich die Eigene Interpretation. Diese spiegelt selbstverständlich auch vieles wieder was so sich SF-Interessierte oder auch Naturwissenschaftler zusammenspinnen. Aber wenn ich sage (hier findet wieder oft eine Fehlinterpretation statt) dass das mein PR-Interpretation ist, dann sage ich nicht dass diese nicht die gewachsene richtige ist, denn das will ich ja von den Lesern meiner Zeilen lesen können! In etwa so:
    Du (also ich) habe phänomenal diese bemerkenswerte und für sich als was besonderes stehende PR-Kosmologie herausgearbeitet. Also Du solltest baff sein und meinen, der hat hier was geleistet, der hat es herausgearbeitet. Jetzt relativierst Du es aber dergestalt, dass Du anmerkst dass du nicht sagen kannst, dass mit den Polyrealitäten habe Relevanz! Auch habe ich nicht gemeint, dass du den Begriff des Überbaus unschön verwendet hast, sondern meinte dass viele die den Begriff verwenden eben sich nicht mit diesem „wie auch immer“ ernsthaft beschäftigen, und es ihnen bedauerlicherweise leider (weinend fast geschrieben 🙂 das ist jetzt sarkastischer Humor) eher nur auf eine lesbare unterhaltende Handlung ankommt. Klar. Soll sein. Ich habe diesen viele Worte aber deswegen geschrieben weil ich mit einer Antwort auf Deine Ansichten erreichen wollte, dass der Leser meiner Zeilen (eben in erster Linie Du) es nicht mit den Augen eines Konsumenten sieht, sondern eben sachlicher.
    Da ja Religionsphilosophie im Grunde meiner Auseinandersetzung mit der Geistesgeschichte der Menscheit als Werkzeug steht habe ich auch dieses PR-kosmologisches Modell herausgearbeitet. Ich kenn mich also mit den Naturreligionen, den östlichen Lebensphilosophien, den Spielarten des Monotheismus, dem antiken Polytheismus, aber auch mit aktuellen esoterischen und spirituellen Strömungen aus.

    Ja, Du sagst es in meiner Richtung im Prinzip ganz meiner Meinung, es sollte aus diesem Dornröschenschlaf aufgeweckt werden , es sollte überarbeitet werden.
    Nun hat es aus meiner Sicht, und ich dachte, da Du ja Deine Ansichten zu schon etlichen Geschichten hier abgeliefert hast, ich dachte, Du wenigstens müsstest doch erkennen, dass Dr. Hartmut Kasper alias Wim Vandemaan es hier geschafft hat, dieses herumdümpelnde Etwas auf wirklich neue Beine zu stellen.

    Die meisten sehen das als Geschwurbel an. So extrem bist Du sicherlich nicht in Deiner Meinung, aber auch Du hast kein Hocherlebnis mit dieser Geschichte gehabt.

    Erstmals seit Jahrzehnten hat sich ein Zipfel eines Schleiers gelüftet, hinter dem keine platten Ausformungen einer ansonst guten Idee, wie beim „Größten Kosmischen Rätsel“ das unsagbare Jahre gedauert hat und dann nur einen gewöhnlichen SF-Trivial-Plot herausgab.

    Das hier ist doch wirklich eine Wiedergeburt (du siehst ich versuche übertreibend zu formulieren um Dich mitzureissen) des alten Sense Of Wonder.

    Warum empfindest Du es nicht auch so?? (Ich meine natürlich gleichzeitig alle anderen die nicht meine Empfindung teilen können!)

    Viele haben mir im FB-Chat (bin bei einem Dutzend Perry Rhodan Facebook Gruppen dabei) oder im PR-Forum (früher Galaktisches Forum, dann Neues Galaktisches Forum) klar gezeigt, dass sie diesem Sense Of Wonder nicht erliegen können. (Vielleicht zu harsch formuliert)
    Viele andere teilen aber meine Begeisterung. Die setzen sich aber nicht so ausführlich mit den Texten auseinander so wie Du.

    Darin liegt vielleicht die Antwort: Du bist über die Jahre, seit Du erwachsen wurdest (gibts eigentlich irgendwo Erwachsene?) 🙂 nüchtern geworden und der Alltag hat Dir den Wunsch genommen beispielsweise mal in den Himmel zu kommen. Hoppla, wann hast Du an sowas das Letzte Mal gedacht? Gibt es Engel? Natürlich nicht! (Denkst Du wahrscheinlich reflexhaft) Gibt es gar 123Allmächtig aus „gereinigten“ sechsdimensionalen ÜBSEF-Konstanten die einen für uns Lebewesen der Niederungen (=4D Raumzeitkontinuum nach Einstein) unwirklichen Reigen auf der 7D-Ebene tanzen?

    Punkt. Das war eh viel, und ich dank Dir wirklich, dass Du bis hierher mitgelesen hast.

    Ich hoffe Du erkennst das mein Zugang zwar mir persönlich viel gibt, aber dennoch kein persönlicher ist, so wie es halt für den Konsumenten von phantastischer Unterhaltungsliteratur ist!
    (Vielleicht lesen das noch andere und ich bekomme ein Feedback auf das) …

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