Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2735

Das Kontrafaktische Museum – von Leo Lukas – Handlung:

Perry Rhodan und Bostich haben als Shetorner maskiert, Zutritt zur HOPTCHER-VOIC bekommen. Der Larenraumer befindet sich unter dem Kommando des Laren Voruder-Paac und hat das Kontrafaktische Museum auf Axxallia-Annor zum Ziel. Ebenfalls an Bord ist der Onryone Gesspyr Hocctosser, der sich der Suche nach der Ursprungswelt der Laren verschrieben hat.

Der Flug zum Kontrafaktischen Museum nimmt geraume Zeit in Anspruch. Obwohl nur 909 Lichtjahre zu überwinden sind, dauert der Flug mehr als einen Monat. Das Atopische Tribunal hat auf jedem Fernraumschiff der Laren einen Radiusinduktor installieren lassen, der unter der Kontrolle eines Tolocesten steht. Der Radiusinduktor ist eine Variante des Technogeflechts und überwuchert wesentliche Maschinenanlagen des Larenraumers. Der in der Atopischen Ordo derzeit definierte Ordische Radius liegt bei 10.000 Lichtjahren. Größere Distanzen können Schiffe in Larhatoon nicht zurücklegen, wobei die einzelne Etappe zudem auf 100 Lichtjahre beschränkt ist und ein Überlichtfaktor von maximal 10.000 zugelassen wird.

Auf dem Flug haben Rhodan und Bostich Gelegenheit, nähere Kontakte zum Kommandanten Voruder-Paac zu knüpfen. Sie warnen den Laren vor einem Sabotage-Akt der Proto-Hetosten an Bord. Tatsächlich kann der Anschlag abgewehrt werden und Voruder-Paac macht die beiden Unsterblichen daraufhin mit Gesspyr Hocctosser bekannt, den Rhodan mit seinen Kenntnissen der Vergangenheit aus der Zeit des Konzils der Sieben beeindrucken kann. Gesspyr Hocctosser bittet Rhodan und Bostich, ihn bei seinen Forschungen zur Urheimat der Laren zu begleiten und ihn ggf. vor Attentaten zu beschützen. Die beiden Männer gehen darauf ein.

Schließlich erreicht man das Axxallia-System. Um den zweiten Planten Axxallia-Annor kreisen zehntausende Antlitzraumer auf Parkpositionen. Der Planet wird von 9 Kontinenten bedeckt. Auf jedem Kontinent steht eine Filiale des Kontrafaktischen Museums. Überspannt werden die Filialen von elf Kilometern hohen Kuppeln, die über tausend Kilometer Durchmesser haben. Dank der Kontakte des Onryonen Hocctosser darf die HOPTCHER-VOIC alsbald landen und die vier Männer checken in einem Hotel in Qhy auf dem Kontinent Zantbragen ein. Vor dem Besuch des Museums erfährt Perry Rhodan, dass sich der derzeitige Erste Hetran auf seiner zeremoniellen Abschiedsreise befindet und demnächst auch Axxallia-Annor besuchen wird.

Schließlich steht der Besuch im Kontrafaktischen Museum an. Die Besucher erhalten Anzüge, die als Skaphander bezeichnet werden. Diese Anzüge stellen einen mentalen Kontakt zwischen Museum und Besucher her. Rhodan und die Anderen werden Zeuge der Lebenserinnerungen der larischen Wissenschaftlerin Amtyphar-Thae. Als Amtyphar-Thae sieben Jahre alt ist, wird sie von ihrem Großvater zu einer Reise mitgenommen. Sie wird Zeugin einer totalen Sonnenfinsternis. Dieses Ereignis beeindruckt sie derart, dass sie entgegen den Erwartungen ihrer Familie keine militärische sondern eine wissenschaftliche Laufbahn einschlägt. Nach dem Studium der Hyperphysik tritt sie eine Stelle im Forschungszentrum Caunnry an. Im Team des Laren Bassaron-Taak darf sie an der Entwicklung eines neuartigen Antriebs arbeiten. Der sogenannte Hypertraktor wird zur Serienreife entwickelt.

Unter dem Druck des Militärs muss das Team seine Forschungen auf Volterhagen fortsetzen und mit dem Laren Puyar-Keotost, der zum Militär gehört, zusammenarbeiten. Amtyphar-Thae lässt sich auf eine Liaison mit Puyar-Keotost ein. Eines Tages erleidet Bassaron-Taak einen tödlichen Unfall, doch erst viel später kommt Amtyphar-Thae dahinter, dass sie von Puyar-Keotost hinters Licht geführt wurde. Der Hypertraktor wurde zu einer Waffe fortentwickelt, die man als Gravokompressor bezeichnet. Amtyphar-Thae wird von Puyar-Keotost entlassen und stiehlt die Daten der Waffe. Kurze Zeit später wird die larische Superwaffe erstmalig bei der Bestrafung einer Gruppe von Renegaten eingesetzt, die sich auf die paradiesische Welt Laccbogon flüchten. Die Waffe zerstört fast den ganzen Planeten. Milliarden von Unschuldigen sterben. Amtyphar-Thae gibt die Daten der Waffe an andere Larenvölker weiter, in der falschen Hoffnung, bei Waffengleichheit weitere Kriege zu verhindern.

Doch sie erreicht das Gegenteil. Es folgten furchtbare Kriege, Sonnen wurden in Pulsare verwandelt, ganze Planeten vergingen. Immer mehr Sterne erloschen. Dann begann die letzte Phase der Apokalypse. Im 774. Großjahr larischer Zeitrechnung kam es zur finalen Katastrophe. Die beginnende Hyperimpedanz führte zu ersten Tryortan-Schlünden. Beim Versuch, diese Gebilde mit dem Gravokompressor auszulöschen, wurde ein neues Gebilde geschaffen. Ein Mega-Tryortan-Schlund sprang unkontrolliert durch die ganze Galaxis und löschte mit Gravoschauern ganze Zivilisationen aus. Der Sternenhammer teilte sich wieder und wieder und unzählige Sternenhämmer machten sich auf den Weg zu anderen Galaxien.

Rhodan erkennt, dass das 774. Großjahr in etwa dem Jahr 1331 NGZ entspricht. Die Aufzeichnung versetzt ihn nun 500 Jahre in die Vergangenheit. Bevor die Laren ihren verhängnisvollen Fehler begehen können, tritt das Atopische Tribunal mit einer gigantischen Flotte auf den Plan. Die reptiloide Richterin Saeqaer bewahrt Larhatoon vor dem Untergang und bringt den Frieden. Rhodan ist von der mentalen Vorführung tief beeindruckt. Mit den anderen diskutiert er einzelne Beobachtungen. Unter anderem gab es eine Information, dass der Erste Hetran tot und das Vektorion verloren sei. Das Vektorion scheint eine besondere Bedeutung zu haben. Diesem Hinweis will man nachgehen.

 

Rezension:

Während meine Zusammenfassungen üblicherweise den Romanaufbau wiederspiegeln, habe ich diesmal die Inhaltsangabe anders gegliedert. Leo Lukas beginnt seinen Roman mit den Erinnerungen der larischen Zeitzeugin Amtyphar-Thae und unterbricht hin und wieder diese Aufzeichnungen mit den Erlebnissen Perry Rhodans und Bostichs. Erst im letzten Drittel des Romans fügt der Autor diese beiden Stränge zusammen, als Rhodan und Co eine Führung im Kontrafaktischen Museum erhalten und dadurch ebenfalls mit den Erinnerungen von Amtyphar-Thae konfrontiert werden. Es war für mich einfacher, diese Erinnerungen in der Zusammenfassung am Ende zu bündeln.

Was gibt es sonst zum Roman zu sagen? Leo Lukas beginnt seine Erzählung mit einem Zitat des österreichischen Schriftstellers Adalbert Stifter, der für seine episch breiten Naturdarstellungen bekannt ist, die zu einer Entschleunigung der Handlung seiner Erzählungen führten. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt. Allerdings ging ich bislang davon aus, dass die Entschleunigung der Handlung eine Erfindung der Perry Rhodan-Autoren sei, um Zyklen auf die befohlene Länge von 100 Romanen zu strecken.

Entschleunigt präsentiert sich auch der Flug der beiden Hauptfiguren zum Kontrafaktischen Museum. Dank der atopischen Entschleunigungsgeräte sind Rhodan und Bostich im Schneckentempo unterwegs. Den Zwischenfall an Bord nutzt der Autor, um seine Figuren einander bekannt zu machen. Wie unwahrscheinlich allerdings der Sabotageakt angelegt ist, zeigt sich erst, als das Schiff Axxallia-Annor erreicht, wo zehntausende von Pilgerschiffen den Planeten besuchen. Unter zehntausenden Schiffen hat sich Rhodan mal wieder dasjenige ausgesucht, auf dem ein Sabotageakt durchgeführt wurde. Warum ich das erwähne? Ich habe gerade nochmal die einleitenden Worte von Wim Vandemaan zum Weltcon in Mannheim gehört. Der Exposé-Autor geht mit einem Augenzwinkern auf einen immer wiederkehrenden Umstand ein, dass Rhodan nämlich immer zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Die Geschichte war flüssig zu lesen, was auch dem Umstand zu verdanken ist, dass Leo Lukas die vier Hauptfiguren, als da wären ein Terraner, ein Arkonide, ein Lare und ein Onryone, stets mit gleicher Mundart sprechen lässt. Und auch die Zeitzeugin greift hin und wieder auf österreichische Redewendungen zurück. Diese Herangehensweise lässt die Figuren sehr vertraulich miteinander agieren, allerdings bleibt das Exotische, das Unbekannte, das Fremde etc. dadurch auf der Strecke.

Am Ende wirft der Autor dann noch den Begriff „Vektorion“ ein und die Figuren haben ihr nächstes Ziel. Die Entschleunigung wird nächste Woche fortgesetzt, wenn wie angekündigt der Erste Hetran auf Axxallia-Annor eintrifft. Apropos Laren! Ich habe mir heute auch nochmal die Rede von Andreas Eschbach vom Weltcon 2011 angehört. Etwaige Gemeinsamkeiten zwischen Leos Roman und Eschbachs Ausblick auf Heft 5217 sind sicherlich nicht beabsichtigt gewesen. Wer mehr wissen möchte, hört sich Andreas Eschbachs Rede Teil 2 (ab Zeitindex 05:55) vom Perry Rhodan Weltcon in Mannheim an. Zu finden im Youtube-Kanal der Perry Rhodan-Redaktion.

 

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