Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2726

Totentanz – von Christian Montillon – Handlung:

Auf Tefor, der Zentralwelt der Tefroder, laufen die Planungen zur Übergabe des Zellaktivators an Vetris-Molaud. Und auch der Tomopat Schechter feilt an seinen Anschlagsplänen. Der Plan des Junkers, das hat die Simulation mit der Messinghaube gezeigt, taugt nichts. Schechter entwickelt einen eigenen Plan. Dazu will er in Kontakt zu einem Attentäter der Gruppe Norec treten.

Schechter ahnt nicht, dass ihm ein Agent der Gläsernen Insel auf die Spur gekommen ist. Der Tefroder Uvan-Kollemy ist Oc Shozdors bester Mann. Als Schechter einen Milizionär tötet, hinterlässt er genetisches Material an der Leiche. Der tefrodische Geheimdienst kann die Spuren einem Insassen des Gefängnisses Holosker auf Aunna zuordnen, der dort angeblich gestorben ist.

Sechs Tage vor den Feierlichkeiten empfängt der Hohe Tamrat den Tesquiren Dhayqe. Sehr zum Bedauern Vetris-Molauds wird kein Richter des Atopischen Tribunals an der Zeremonie teilnehmen. Allerdings verspricht ihm der Fürsprecher des Tribunals, dass der Atope Matan Addaru Dannoer dem Helitas-System in nächster Zeit einen Besuch abstatten wolle. Weiterhin würde Luna nun nicht mehr in das Helitas-System verlegt werden, wie es ursprünglich beabsichtigt war. Das Atopische Tribunal betrachtet die Tefroder nunmehr als Freunde.

Der Agent Uvan-Kollemy ist nach Holosker gereist und lässt sich die Aufzeichnungen von Schechters letztem Picknick zeigen. Auf den Bildern ist nicht zu sehen, dass der Tomopat stirbt. Der Agent durchforstet die Flugbewegungen zur fraglichen Zeit und kommt Gador-Athinas auf die Spur. Der Tefroder ist untergetaucht und hat mit dem Verlust seiner Frau und seines Sohnes ein Motiv für einen Anschlag auf den Hohen Tamrat. Auch sein Schwager Kelen-Setre gerät in das Blickfeld Uvan-Kollemys.

Schechter trifft zur gleichen Zeit weitere Vorbereitungen. Von Choffryd-Sirkeret erwirbt er eine Spezialbombe siganesischer Fertigung, die er verschluckt. Er mietet sich im gleichen Hotel ein, wie der Attentäter der Gruppe Norec und spioniert diesem nach. Vom Chefmediker Caus-Iver vom Tamanischen Heilkunsthaus, der ihm schon einmal eine tefrodische Maske verpasst hat, lässt er sich die Maske des Militärveterans Ghunras-Ghud erstellen. Der Veteran wird an den Feierlichkeiten teilnehmen. Schechter wird den Mann ermorden und dessen Platz einnehmen. Außerdem nimmt Schechter an einer Führung im Stern von Apsuma teil. Auf einer Toilette scheidet er die Bombe aus, die nun auf ein Signal von ihm wartet.

Zwei Tage vor dem 12. Oktober lässt der tefrodische Geheimdienst alle überwachten potentiellen Attentäter festnehmen. Schechter rettet den Mann der Gruppe Norec aus den Fängen der Agenten und überredet ihn, am Attentat festzuhalten. Der Mann ist ein weiteres Puzzle in Schechters Plänen.

Über Kelen-Setre, dem Schwager von Gador-Athinas hat Uvan-Kollemy die Spur zum Vraz-Kloster gefunden. Dem Abt des Klosters, Vigureis, der zum tefrodischen Widerstand gehört, ist der Agent der Gläsernen Insel jedoch bekannt. Er schickt die Nonne Khaika mit einer Nachricht zu Gador-Athinas. Dann sprengt er das Kloster in die Luft. Uvan-Kollemy jedoch entkommt dem Inferno. Er nimmt die Spur des Gleiters auf, der zum Tamanischen Heilkunsthaus THH geflogen ist. Der Agent erkennt die zentrale Lage der Klinik, die in unmittelbarer Nähe zu den Örtlichkeiten der bevorstehenden Zeremonie liegt.

Gador-Athinas und Khaika können mit Hilfe des Terraners A.C. Blumencron ihre Spuren verwischen. Sie gehen an Bord der FRANCESCO DATINI. Dann bricht der entscheidende Tag an. Schechter ermordet den Veteran und nimmt dessen Identität an. Er reiht sich in die Ehrengarde ein und die Feierlichkeiten beginnen. Schließlich ist der Zeitpunkt gekommen und Vetris-Molaud bekommt von seiner schwangeren Partnerin Amyon Kial den Zellaktivator umgehängt. Dazu muss sein Individualschirm für kurze Zeit eine Strukturlücke schalten. Diesen Moment nutzt die Gruppe Norec für ihr Attentat. Von einem Schlachtkreuzer aus eröffnen sie das Feuer auf die Plattform mit dem Hohen Tamrat. Ein Überschlagblitz verletzt Vetris-Molaud und seine Partnerin schwer. Dann können andere Schiffe den Schlachtkreuzer abdrängen. Schechter lässt die Bombe im Stern von Apsuma zünden. Das Regierungsgebäude ist somit nicht mehr sicher und der Hohe Tamrat wird vom Mutanten Lan Meota, wie von Schechter geplant, ins Tamanische Heilkunsthaus teleportiert. Zuvor allerdings wirft sich Schechter einem Schuss des Attentäters der Gruppe Norec in die Bahn, der auf den Hohen Tamrat schießt. Schechter wird ebenfalls ins THH transportiert und gilt als Held, weil er Vetris-Molaud schützen wollte.

In den Nachrichten werden widersprüchliche Meldungen verbreitet. Die Sorgfaltsministerin spricht von ernsthaften Verletzungen des Hohen Tamrats und man müsse mit seinem Tod rechnen. Andere Quellen behaupten anderes. In der Klinik kommt es zum letzten Akt. Die Partnerin von Vetris-Molaud hat ihr Kind bei dem Attentat verloren. Auch eine weitere Partnerin des Tefroders wurde getötet. Schechter tötet auf seinem Weg zu Vetris-Molaud den Agenten Uvan-Kollemy und wird dabei allerdings selbst schwer verletzt. Im Behandlungszimmer des Tamrats stellen sich ihm Satafar und die Biotechnoiden des Tamrats entgegen. Auch Satafar wird schwer verletzt, doch Lan Meota kann Vetris-Molaud erneut wegteleportieren. Schechter wird getötet.

Nur einem Tag später überreicht Oc Shozdor, der Chef der Gläsernen Insel, den Zellaktivator noch einmal symbolisch an Vetris-Molaud. Medienwirksam werden gleichzeitig die überführten Attentäter hingerichtet. Darunter auch Ashya Thosso. Die Ministerin des Sorgfaltsministeriums war das Oberhaupt der Verschwörung. Sie war der Junker.

Nachdem Oc Shozdor den Zellaktivator überreicht hat, kniet er nieder und preist Vetris-Molaud als „Maghan“, jenem Titel, mit dem vor einer schieren Ewigkeit den Meistern der Insel die Ehre erwiesen worden war.

 

Rezension:

Der Roman geriet Christian Montillon deutlich besser als die Geschichte der Vorwoche, zumindest wenn man den Anfang ausblendet. Der Einstieg war nämlich zunächst wenig verheißungsvoll. Der Autor lässt seinen Protagonisten Schechter Kontakt zu anderen potentiellen Attentätern aufnehmen und hat damit bereits sehr früh die Richtung vorgegeben, in die sich die Geschichte entwickeln sollte. Viele Mitwisser bedeuten auch viele Ansatzpunkte, das Vorhaben scheitern zu lassen.

Im zweiten Kapitel schwenkt der Autor dann auch bereits auf den Gegenspieler Schechters um, den Agenten Uvan-Kollemy, der einen der potentiellen Attentäter aus der Gruppe Norec überwacht. Der Agent bekommt vom Autor nach ersten Hinweisen auf Schechter einen Ausflug auf den Gefängnisplaneten spendiert. Die Handlung dort war von Christian Montillon viel zu breit angelegt. Die Beobachtung der Gefangenen bei einem rüde geführten Sport geriet zu lang und die spätere Diskussion über die Einhaltung von Gesetzen des Tamaniums zwischen einem perversen Wärter und einem Agenten der Gläsernen Insel war deplatziert.

Von diesem Zeitpunkt an wird die Geschichte jedoch besser. Hauptsächlich setzt der Autor zwei Figuren ein. Schechter, den wir bei seinen Vorbereitungen begleiten und den Agenten Uvan-Kollemy. Während die Aktionen Schechters vom Autor nicht ganz so durchsichtig angelegt wurden sind wir bei der Figur des Agenten der Gläsernen Insel immer auf dem gleichen Wissensstand dieser Figur. Andere Figuren im Roman spielen nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings kommt dem Autor die hohe Zahl an Mitwissern und Verschwörern auf der Widerstandsseite und Beteiligten auf der Regierungsseite nun entgegen. Sie erlauben es Christian Montillon eine sehr dichte Geschichte zu weben. Die Spuren, die Schechter und Co hinterlassen haben, werden vom Autor konsequent mit der zweiten Figur Uvan-Kollemy verfolgt.

Der Autor baut zwei Linien auf, die sich schließlich im Showdown kreuzen. Bis dahin hat der Autor fast alles richtig gemacht. Die Absichten Schechters werden endlich klar und das Finale kann beginnen. Auf der Zielgeraden knickt der Autor jedoch wieder etwas ein. Das eigentliche Attentat Schechters, der so viel in Vorbereitungen investiert hatte, erscheint im Lichte dieses Aufwands dann doch wieder dilettantisch. Ohne jede weitere Aktion zur Ablenkung oder zur Unterstützung stürmt der Tomopat durch die Klinik in das Behandlungszimmer des Tamrats. Auf dem Weg dorthin wird er von Uvan-Kollemy verletzt und schließlich von Satafar und Lan Meota um den „Lohn“ seiner Arbeit gebracht. Auch die Enttarnung des Junkers am Ende war enttäuschend. Besser wäre es gewesen, diese Figur einfach beizubehalten. Selbst wenn sie keine Rolle mehr spielen sollte, wäre das immer noch besser gewesen, als der Halbsatz auf der vorletzten Seite.

Am Ende macht der Autor schließlich das, was in der Serie gern gesehen wird. Er sorgt für Spekulationen, indem er die Begriffe Maghan und Meister der Insel einstreut. Glaubt man den Äußerungen der Fans in Foren, dann ist der MDI-Zyklus der beliebteste Zyklus der Serie. Christian Montillon kann sich beruhigt zurücklehnen und aus der Distanz beobachten, wie seine Begriffe die Diskussionen unter den Lesern anheizen werden. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Rufe nach einer Auferstehung Mirona Thetins laut werden. Ach ja, das wäre dann auch der Zeitpunkt, um Atlan aus der Versenkung zu holen. Oder ist der bereits aktiv?

 

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