Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2721

Der Paradieb – von Leo Lukas – Handlung:

Die Mitglieder des tefrodischen Mutantenkorps haben an Bord eines Frachttransporters versteckt eine Strukturschleuse im Kristallschirm um das Solsystem passiert. Auf Cosmoledo-Orbital, einer Luxus-Residenz im Orbit Terras, nehmen die vier Eroberer den Platz von vier Tefrodern ein, die dort seit Jahren als Schläfer genau für diesen Fall in Bereitschaft standen. Die Vitaltelepathin Toio Zindher setzt ihre Fähigkeiten ein, um Zellaktivatorträger aufzuspüren. Bald wird sie fündig. Über GALILEO erreicht ein Zellaktivatorträger das Solsystem, mutmaßlich Perry Rhodan. Die vier Eroberer checken in einem Luxushotel in Terrania ein, zünden dort eine Bombe und verwischen so ihre Spuren. Sie gehen in den Untergrund und beginnen damit zwielichtige Personen für ihre Zwecke einzuspannen. In Terrania kann allerdings die Vitalenergie der Aktivatorträger in der Masse untergehen. Dennoch spürt Toio Zindher einen weiteren Aktivatorträger, dessen Signatur allerdings seltsam verschleiert ist.

Währenddessen setzt Severin Fock seine besonderen Fähigkeiten bei sportlichen Wettkämpfen mit dem Gravosurfbrett ein. Der junge Mann ist von Geburt an blind und orientiert sich an Gedanken und Erinnerungen der Menschen seiner Umgebung. Am Ende eines Wettkampfes, den er bestreitet, haben sich aber zu viele Zuschauer entfernt. Dem Seher-Mutanten fehlt es dadurch an Input und er verletzt sich. Sein Betreuer David Kupferblum bringt ihn in die Startac-Klinik und anschließend geht Fock zurück ins TIPI. Das Terranische Institut für Paranormale Individuen ist ein Internat unter der Leitung von Orest Athapilly. Zu den Schützlingen des Professors für Parawissenschaften gehören auch die psi-begabten Geschwister Muaz und Shadin Riocourt. Muaz ist schwacher Telekinet, während seine Schwester als Euphorikerin bezeichnet wird, weil sie das Talent besitzt, gute Laune zu verbreiten, selbst in den unpassendsten Situationen. Diese Fähigkeit setzt sie vor allem zur Stabilisierung ihres Bruders ein, der seit dem Verschwinden Lunas unter Wahrnehmungsstörungen leidet und ständig in eine Albtraumwelt abzudriften droht.

Andessou Bouring von der Startac-Klinik, zu dessen Patienten auch Gucky zählt, vereinbart mit Orest Athapilly einen neuen Versuch, um den Ilt aus dem Koma zu holen. Seit dem Verschwinden Lunas zeigt Gucky diverse Reaktionen, ohne jedoch aus dem Koma zu erwachen. Severin Fock soll versuchen, in die Gedanken des Ilts einzudringen. Beim ersten Versuch ertastet Severin noch keine konkreten Bilder oder Gedanken, dennoch hat er den Eindruck, bei Gucky etwas bewirken zu können. Severin, der verpflichtet wurde, Stillschweigen zur Situation Guckys zu bewahren, macht am nächsten Tag einen weiteren Versuch. Shadin Riocourt kann mit ihrer Gabe Severin das Geheimnis um Gucky entlocken. Mittlerweile ist der 01. September 1514 angebrochen. Um 18:32 Uhr, als sich Severin Fock erneut bei Gucky aufhält, erwacht der Ilt aus dem Koma. Gucky kann sich erstaunlich schnell orientieren. Sein Langzeitgedächtnis hat nicht gelitten. Fragen nach Reginald Bull und Perry Rhodan weicht Andessou Bouring jedoch aus. Dann ereilt Gucky jedoch ein Schock. Seine Parafähigkeiten sind allesamt weg. Severin Fock will mit Gucky einen Parablock bilden, um ihm zu helfen. Als sie sich berühren, kommt es zu einer Tragödie. Der junge Seher stirbt und Gucky besitzt dessen schwache Telepathie-Fähigkeit.

Der Ilt ist außer sich und kommt mit der Lage, einen Menschen getötet zu haben, nicht zurecht. In diese Situation platzen die Riocourt-Geschwister und werden von Andessou Bouring aus dem Labor geworfen. Gucky nutzt diesen Augenblick und flieht. Auf seiner Flucht kommt es jedoch zu einer verhängnisvollen Begegnung mit den Riocourt-Geschwistern. Der Ilt dringt mit seinen schwachen Telepathiefähigkeiten in die Albtraumgedanken von Muaz ein. Beide verlieren die Kontrolle und berühren sich. Gucky entzieht Muaz sämtliche Vitalenergie und übernimmt auch dessen telekinetischen Kräfte. Shadin Riocourt muss das entsetzliche Geschehen hilflos verfolgen. Später gelingt es ihr jedoch Gucky mit positiven Emotionen zu überschwemmen. Sie berührt Gucky und diesem gelingt es, seinen Absorptionsdrang zumindest in diesem Moment zu unterdrücken.

Die vier Eroberer haben ihr Netz gesponnen, um den Aktivatorträger Rhodan zu fangen. Am 03. September treffen zwei weitere Aktivatorträger auf der Erde ein. Mutmaßlich Bostich und Tekener. Rhodan trifft sich mit Gucky. Er benötigt dessen Hilfe und das, was von dem Ilt übrig ist, ist Rhodan immer noch mehr als genug.

 

Rezension:

Der Menschheit feindlich gesinnte Mutanten, demgegenüber eine Mutantenschule mit jungen Talenten und mit einem freundlichen glatzköpfigen Leiter alias Professor X, Gucky alias Deadpool, David Kupferblum alias David Copperfield und noch einiges mehr. Der Autor Leo Lukas fährt einiges Geschütz auf, um seine Geschichte zu füllen. Manches gelang ihm gut, manches war karikiert, manches geriet zu künstlich und wiederum manches misslang.

Aber von Anfang an. Der Einstieg mit Familie Rossi, die ihr Glück suchte und zumindest 8 Jahre gefunden hatte, ist Leo Lukas gut gelungen. Der Autor zeichnet die Situation beim Austausch der Schläfer gegen die vier Eroberer mit einem schelmischen Unterton. Leo Lukas verzichtet auf längere Erklärungen und Einführungen der nunmehr hinreichend bekannten Charaktere. An späterer Stelle im Roman werden dann wieder ein paar Erläuterungen eingebaut, die sogar in Klammern gesetzt werden, als würde Lukas es den Lesern dann doch nicht zutrauen, die vier Mutanten zu identifizieren, deren neue Identitäten sowieso nur vorübergehend benutzt wurden.

Auch das zweite Kapitel ist Leo Lukas gut gelungen. Die Einführung der jungen Mutanten des TIPI war flüssig geschrieben. Über die zu offensichtlichen Anleihen bei den X-Men kann man sich streiten. Am Rande sei erwähnt, dass es die X-Men seit 1963 gibt, die Mutanten der Serie aber bereits seit 1961. Nach dieser langen Zeit ist es wohl schwierig geworden, noch neue, unverbrauchte Fähigkeiten zu ersinnen. Der Stinker und die Blitzerin werden hoffentlich keine weiteren Auftritte haben. Zwischen die skurrilen Fähigkeiten oder vielmehr bedauerlichen Abnormitäten packte der Autor auch noch den neuerdings zum Mutanten-Betreuer aufgestiegenen Illusionisten David Kupferblum, der in seiner Freizeit aber nach wie vor in Zaubershows auftritt.

Bis dahin gekommen kehrte Leo Lukas im folgenden Kapitel wieder zu den vier Eroberern zurück. Die Einführung im ersten Kapitel war noch im Ich-Erzählstil aus der Sicht von Toio Zindher geschildert worden, den der Autor leider erst ganz am Ende wieder hervorholt. Die weiteren Aktivitäten der vier Tefroder wurden z.T. aus der Perspektive anderer Menschen geschildert, die das Pech hatten, den vier zu begegnen, wie z.B. der bedauernswerte Butler des Croesus Terrania, das, wie der Name schon sagt, ein Luxushotel darstellt. Das Kapitel war für meinen Geschmack zu verspielt, insbesondere die Ausführungen zu Kammerdienern waren zu ausufernd. Eine kurze Anekdote hätte genügt.

Dem Erwachen Guckys fehlte es ein wenig an Dramatik, allerdings sind die folgenden Ereignisse an Dramatik kaum zu überbieten. Die unglücklichen Treffen der beiden jungen Mutanten mit Gucky hat Leo Lukas sehr tragisch in Szene gesetzt. Dennoch hätte zuvor die Schilderung vom Erwachen des Mutanten und seine Orientierung nach 2 Jahren im Koma etwas ausführlicher sein können. Das ging alles recht schnell. Und das Gucky vom Atopischen Tribunal wusste, passte nicht in die folgenden Szenen, die sich darum drehten, wie der Ilt mit dem Schock um den Verlust seiner Parafähigkeiten umgehen würde. Da wäre wohl keine Zeit geblieben, ihn auch noch tagesaktuelle Ereignisse zu vermitteln.

Die weiteren Aktivitäten der vier Eroberer gerieten etwas oberflächlich. Hier ging es wohl darum, den Lesern nicht zu früh zu viel zu verraten, mit welchen Mitteln die vier Tefroder den Aktivatorträger Rhodan jagen und gefangen nehmen wollen.

Für die Tragödie, die sich zwischenzeitlich abspielte und mit dem Tode von zwei jungen Mutanten endete, fand ich das Schlusskapitel von Leo Lukas mit Gucky und Rhodan beim Frühstück nicht ganz passend. Ein Cliffhanger hätte die neue alte Beziehung der beiden Freunde spannender gemacht.

Wie schon der Roman der Vorwoche, kann auch dieses Heft gut unterhalten.

 

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