Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2708

Vier gegen ITHAFOR – von Arndt Ellmer und Christian Montillon – Handlung:

Der Hohe Tamrat Vetris-Molaud strebt danach, einen Polyport-Hof zu kontrollieren. Der Tefroder, der das Neue Tamanium mit einer Politik der Stärke führt, setzt für diesen Plan sein Mutantenkorps ein. Die vier Tefroder, die sich gern als Eroberer bezeichnen, sollen den Polyport-Hof ITHAFOR-5 einnehmen, dessen Leitung vom Galaktikum den Jülziish übertragen wurde. Zum Mutantenkorps gehören die Vitaltelepathin Toio Zindher, der Paradox-Teleporter Lan Meota und Satafar, dessen knabenhafter Körper mit dem Gesicht eines Greises über die Kräfte eines Ertrusers verfügt und der das Team leitet. Vierter im Bunde ist Trelast-Pevor. Als einziger hat er keine Parafähigkeit, allerdings ist er ein Technikgenie.

Agenten des tefrodischen Geheimdienstes, der auch als Gläserne Insel bezeichnet wird, sollen für die notwendige Ablenkung sorgen. Während in der Hauptstadt Apsuma auf Tefor die Vorbereitungen für die Einnahme des Polyport-Hofes laufen, ist der Weddone Ghöllrysch, der das Kommando auf ITHAFOR-5 innehat, mit der Situation ganz zufrieden. Eine starke Flotte der Jülziish sichert den Hof und die Nachricht von der Bedrohung durch die Onryonen mit ihren Linearraumtorpedos ist mittlerweile auch bis in die Eastside vorgedrungen. Nach Ansicht des Kommandanten werden dadurch tefrodische Aktivitäten gehemmt. Ghöllrysch selbst hat Zugriff auf einen A-Controller, mit dem die Station und insbesondere die Transferkamine gesteuert werden. Das Gerät wird zumeist stark gesichert in einem Tresor gelagert. Sein Sicherheitsberater Berháan ter Pikour, ein Akone, ist skeptischer was die Sicherheitslage angeht. Außerdem häufen sich die Ausfälle im Polyport-Netz.

Während die beiden Agenten Benjuber-Wocaud und Holoter-Lyst in der Maske von Blues an Bord von ITHAFOR-5 gelangen, werden die Mitglieder des Mutantenkorps von einem kleinen Raumer einer nach dem anderen von Lan Meota auf die Station teleportiert. Die Fähigkeiten des Teleporters sind einzigartig und wenig erforscht. Messgeräte können den Transport nicht anmessen und er kann auch höherdimensionale Schirme durchdringen. Jede „Passage“ dauert exakt zwei Minuten und neun Sekunden und setzt dem Tefroder physisch stark zu. Nach jeder Passage, die durch eine unbekannte surreale Landschaft führt, muss er sich erholen und die Pausen zwischen den Passagen vergrößern sich bei mehreren Teleportationen hintereinander.

Nachdem alle in der Station in einem Lagerraum sind, hackt sich Trelast-Pevor in die Station-Positronik der Blues. Toio Zindher erwirbt bei einem Händler einen gebrauchten SERUN. Außerdem nimmt sie Kontakt zu einer schwangeren Jülziish auf, mit dem Vorwand, das bei der Geburt auftretende B-Hormon erwerben zu wollen. Die vier Eroberer wollen mit einer Schreckwurmei-Kopie und diesem Hormon die Stationsverantwortlichen bluffen. Zur Täuschung der Stationsbesatzung müssen die beiden Agenten geopfert werden. Eine fingierte Nachricht bringt das Sicherheitspersonal der Station auf die Spur der beiden Agenten, die bei einem Schusswechsel getötet werden.

Zeitgleich hat Satafar eine Droge genommen, die sein Gesicht verjüngt. Er wirkt jetzt wie ein 10-jähriger Junge und wird von Toio Zindher als ihr Sohn ausgegeben, der an einer unheilbaren Krankheit leidet. Dafür benötige sie das B-Hormon. Sicherheitsberater Berháan ter Pikour bekommt Kenntnis von dieser Geschichte und ganz wie es Satafar und Toio Zindher geplant hatten, werden sie gefasst und zu Pikour und Ghöllrysch gebracht, die in den beiden getöteten Agenten zunächst die eigentliche Bedrohung sahen. Zum Bluff der vier Eroberer gehört auch, das Spiel mit dem Schreckwurmei und dem B-Hormon weiterzuspielen und den Verdacht auf einen vermeintlichen Terraner zu lenken. Lan Meota, der den heruntergekommenen SERUN trägt, wird „gefasst“ und ebenfalls zum Kommandanten gebracht. Lan Meota setzt eine weitere Fähigkeit ein, indem er auf die kurze Distanz den Controller aus dem Tresor teleportiert und mit dem Gerät zusammen ins Versteck teleportiert. Satafar kann mit seinen Kräften das Sicherheitspersonal ausschalten und Meota tötet den Sicherheitschef der Station. Trelast-Pevor kontrolliert mit dem Controller die Station, die von den Galaktikern geräumt wird. Tefrodische Schiffe, die in der Nähe gewartet haben, sichern den Polyport-Hof. Auf Tefor verkündet Vetris-Molaud den neuen Namen des ersten tefrodischen Polyport-Hofs. Er lautet WOCAUD.

 

Rezension:

So also fühlt es sich an, wenn man auf der anderen Seite steht. Früher hat das Solare Mutantenkorps solche Handstreiche ausgeführt und dabei fremde Raumschiffe und Technologien für das Solare Imperium erobert. Die Tefroder machen das jetzt nach. Eine recht amüsante Geschichte, die uns das Autorenduo Arndt Ellmer und Christian Montillon hier serviert. Wobei der Begriff amüsant nicht unbedingt auf die letzten Seiten des Romans anwendbar ist. Während sich die beiden Autoren für die Eroberung des Polyport-Hofes einige Gedanken gemacht haben und ihre Figuren mit einem plausiblen Plan in Szene setzen, greift Christian Montillon am Ende doch wieder auf seine übliche Konfliktlösung zurück, nämlich auf die Gewalt.

Das Mutantenkorps wurde geschickt aufgebaut. Nach und nach erfährt man als Leser ein bisschen mehr über die Mitglieder des Teams und über deren Para-Fähigkeiten. Ein bisschen fehlten die Reibungspunkte der vier Teammitglieder, die ein wenig zu perfekt agierten. Andererseits ist natürlich klar, dass es für eine erweiterte Darstellung dieser vier Figuren auch an Platz mangelte. Die Darstellung der vier Teammitglieder hinsichtlich ihrer eigenen Moralvorstellungen hinterließ zunächst ein positives Echo. Allerdings gab es auch anfangs keine Ereignisse, die eine Beurteilung der Figuren nach moralisch schlecht oder moralisch gut zuließen. Erst nach und nach wurde diese positive Wahrnehmung durch negativen Äußerungen oder Gedanken der Figuren abgeschwächt. Da war der immer wieder eingebrachte „Abgesang“ auf die beiden Agenten, die für den großen Plan geopfert werden müssen. Später zeigen die vier Eroberer auch in anderen Situationen, dass sie für die Durchsetzung ihrer Ziele skrupellos vorgehen können. Die Gewaltorgie in der Zentrale am Romanende lässt schließlich keine Zweifel mehr an der Gesinnung der vier Mutanten.

Die Parafähigkeiten, insbesondere die Gabe des Paradoxteleporters hat das Autorenteam anschaulich erzählt. Die Regenerationsphasen, die der Teleporter benötigt, waren glaubhaft und wurden geschickt für den Spannungsbogen genutzt. Den Balance-Akt zwischen glaubhaften Fähigkeiten und aufgesetzt wirkenden oder hingebogenen Begabungen haben die Autoren ganz gut hinbekommen.

Das Ende konnte nicht ganz überzeugen. Zum einen, weil Montillon, wie leider üblich bei ihm, zur Lösung des letzten Konflikts wieder auf Gewalt und wie leider auch üblich bei ihm auf die Zurschaustellung von Gewalt setzt, zum anderen, weil die Übernahme des Hofes durch die tefrodische Flotte dann ein bisschen zu schnell ging. Die im Roman erwähnte große Blues-Flotte, die den Hof sicherte, wird nicht mehr erwähnt als die tefrodischen Einheiten an die Station anlegen. Für die Schilderung einer Geiselsituation und der Übergabe der Station fehlte wohl auch hier der Platz.

Bleibt noch die Frage zu klären, welcher Autor für welche Textpassagen steht. Ich kann keine Romanstellen explizit einem bestimmten Autor zuordnen. Allerdings behaupte ich, dass vor allem Arndt Ellmer von dieser Zusammenarbeit profitiert hat.

 

Leave a reply