Ansichten zum Garching Con 2013

Alle zwei Jahre findet der Garching-Con statt. Alle 2 Jahre? Nicht ganz, denn immer wenn ein Weltcon „dazwischen“ kommt, wird die Traditionsveranstaltung der Perry Rhodan-Fans und der Macher der Serie verlegt oder entfällt. Nach der Pause 2011 zugunsten des Weltcons in Mannheim, war es endlich wieder soweit. Der 9. Garching Con fand diesmal am Pfingstwochenende statt. Teilgenommen habe ich am Freitag und Samstag und um von den Feiertagen auch noch etwas zu haben, trat ich dann am Sonntagmorgen die Rückreise an. Der Con wurde wie immer im Rahmen der Garchinger Weltraumtage veranstaltet, die vom Archiv der Astronomie- und Raumfahrt-Philatelie e.V. ausgerichtet werden. Die Organisatoren kamen wieder vom Perry Rhodan-Stammtisch „Ernst Ellert“ München. Das Team organisierte zum wiederholten Male einen Con vom Feinsten, tolle Gäste, tolle Atmosphäre, tolle Technik. Ich ziehe meinen Hut. Das ist wieder einmal große Klasse gewesen!

Natürlich zeigte der Con ein breites Spektrum zu Perry Rhodan, Atlan, Neo und weiteren Serien. Schwerpunkt war allerdings der Jubiläumsband 2700, der am Freitag erschien und den ich während der Anreise im Zug gelesen habe. Meine Rezension dazu folgt in den nächsten Tagen. Doch zunächst meine Ansichten und Eindrücke vom Garching Con.

Ich traf gegen 16:00 in Garching ein und wollte nach dem Einchecken im Hotel dann auch gleich den Sprung rüber ins Con-Gebäude machen. Doch irgendwelche Höheren Mächte ließen ein Unwetter mit Gewitter und starken Regenfällen just in diesen Minuten über Garching ziehen. Nach einer halben Stunde war dann allerdings das Gröbste vorüber und um 17:00 konnte ich als Voranmelder meine Eintrittskarte abholen und das Con-Package in Empfang nehmen. Der erste Eindruck war wie immer, die gleichen „Gesichter“ wie auch 2011 in Mannheim oder 2009 beim letzten Garching-Con. Allerdings fiel mir auf, dass diesmal doch einige bekannte „Gesichter“ fehlten. Nicht gefehlt hat allerdings Helmut Freisinger. Zusammen mit ihm und Andrea habe ich in den Bürgerstuben (nennt sich jetzt Rondell, da mal wieder ein neuer Pächter) zu Abend gegessen. Mit am Tisch saßen Inge Mahn und Regina Vlcek und da die Runde sehr gesellig war, habe ich neben dem ConProlog auch noch die Vorstellung der Chronik dritter Teil verpasst. Zur Staffelübergabe der Expokraten, die ab 18:45 im Großen Saal stattfand habe ich es dann immerhin mit einiger Verspätung noch geschafft. Wim Vandemaan war nicht nach Garching gekommen und daher übernahm Christian Montillon alleine die Fackel von Uwe Anton. Christian war gut drauf, um nicht zu sagen regelrecht aufgekratzt, und die Inhalte, die er zu den neuen Exposés verriet, zeigten sehr deutlich, dass er mit großer Leidenschaft an diese Aufgabe herangeht. So verriet er u.a. dass er öffentlich zugängliche Bilder aus Model-Agenturen heraussucht und ans Exposé heftet, um den Autoren damit seine Vorstellungen einer neuen Figur besser darzulegen.

Expokraten
Expokraten unter sich

Danach folgte der Vortrag „Ein ganzes Universum in 30 Minuten“ von Roger Schulz. Um das zu schaffen, hat er die Serie in Großzyklen gegliedert. Anders wäre das nicht zu schaffen gewesen. Nach dem recht kurzweiligen Vortrag habe ich vom nächsten Programmpunkt „50 Jahre Dr. Who“ nur etwas mehr als 45 Minuten mitgenommen, dann zog es mich wieder nach draußen, um mit Fans den Abend langsam ausklingen zu lassen.

Ueberblick DrWho
Roger Schulz und Dr. Who

Bevor am Samstag der Con offiziell gestartet wurde habe ich einige wenige Bilder geschossen.

Ruesselmops Con-Impressionen1 Sammelkarten2
Con-Impressionen

Um 09:30 war dann Con-Eröffnung und der Con-Teaser wurde vorgeführt. Den von Raimund Peter mit Animationen versehenen Film fand ich schlicht genial. Alle bekannten SF-Serien, wie z.B. Star Trek, Star Wars, Star Gate, Orion u.a. wurden mit ihren Eröffnungssequenzen an das Perryversum angepasst und hintereinander abgespielt. In der letzten Sequenz materialisierte die TARDIS aus Dr. Who auf dem Platz vor dem Con-Gebäude. Nach dem Grußwort der Bürgermeisterin folgte auch schon der erste große Programmpunkt zum Thema Perry Rhodan Neo.

Neo-Konferenz
Neo-Konferenz

Ich habe leider nicht allzu viel davon mitbekommen, da ich es vorzog zu einigen Kaffeeklatschrunden zu gehen, da diese Runden mit Zeichnern und Autoren intimer und informativer sind. In der ersten Runde saß ich mit Michael Wittmann zusammen. Außer mir waren nur 2 weitere Fans anwesend. Das fand ich auf der einen Seite sehr schade, andererseits ermöglichte es viele Fragen an und ebenso viele Antworten von Michael. Wie der Zeichner uns verriet, ist er leider nicht mehr länger beim Verlag beschäftigt, d.h. er hat keine über Band 2700 hinausgehenden Aufträge vom Verlag mehr erhalten. Zukünftig wird Swen Papenbrock alle Innenillustrationen zeichnen, mit Ausnahme der Hefte, deren Tibi von Dirk Schulz stammen. Dort macht Dirk die Illus selbst. Ansonsten plauderte der Zeichner aus dem Nähkästchen, beispielsweise wie er im Laufe der Zeit seine Technik und seine Stile geändert hat.

Wittmann
Michael Wittmann

Die zweite Kaffeeklatschrunde, die ich besuchte, war die mit Uwe Anton. Uwe gehört ja leider zu den Autoren, die zwar viel reden aber nicht viel sagen. Zum Beispiel wollte Uwe partout nicht verraten, wie lange seine Exposés sind. Dazu im nächsten Absatz mehr. Dennoch war die Runde natürlich unterhaltsam. Uwe hat auf diverse Fragen zum Thema Zyklusaufbau nochmal dargelegt, dass er sich darin von Robert Feldhoff abgrenzen wollte. Während Feldhoff nach seinen Zyklen radikal aufräumte, war es Uwe Antons Absicht, immer etwas in den oder die nächsten Zyklen zu retten. Auf die Frage, ob wir noch etwas von Mondra Diamond lesen werden, hat Uwe Anton nochmals auf das letzte Kapitel von 2699 verwiesen. Ist es wirklich sicher, dass Mondra ins Neuroversum ging und ist es wirklich sicher, dass Delorian seine Mutter mitgenommen hat?

Anton
Uwe Anton (und einige Foristen an der Seite und im Hintergrund)

Die dritte Kaffeeklatschrunde war mit Marc A. Herren. Die halbe Stunde mit dem Autor war leider viel zu schnell vorbei. Unter anderem haben wir uns zum Mahnenden Schauspiel vom See der Tränen und zu den Längen von Exposés unterhalten. Marc verriet, dass das Exposé seines Romans 2599 sage und schreibe 90.000 Zeichen enthielt! Ich habe mich später mit Uwe Anton nochmal dazu unterhalten. Uwe hat das relativiert. Mittlerweile sind die Fußnoten in den Exposés nicht mehr mit Querverweisen auf andere Quellen versehen, sondern werden mit Text vollständig, d.h. zu allen Quellangaben an den Autor mitgeliefert. Dadurch wird dem Autor eine Menge Arbeit abgenommen. Allerdings wird die Arbeit des Expokraten natürlich immer umfangreicher.

Mit Marc haben wir uns auch zum Thema Tifflor ausgetauscht. Die Idee zum Jahrmillionenmarsch stammt ursprünglich von Marc. Neben vielen Details, die Marc dazu verriet, ging es letztlich darum, der Figur Tifflor, die eh auf der Todesliste stand, neues Potential zu geben. Dafür sind die möglichen Konsequenzen einfach nicht hundert Prozent durchdacht worden. Jedenfalls haben wir in der Runde zu der einen oder anderen Textstelle, des von Leo Lukas geschriebenen Romans, uns köstlich amüsiert.

Herren
Marc A. Herren

Nach den Kaffeeklatschrunden habe ich erstmal die Mittagspause zum Essen genutzt. Der Pächter des Rondells hatte sein Restaurant bis 17:00 Uhr geschlossen und draußen einen Grill aufgebaut. Ich zog es vor im Biergarten Neuwirt zu speisen. Es war zwar nicht besonders warm, dennoch konnte man draußen sitzen. Michael Kummerfeld hatte sich angeschlossen und Andrea Dornof war dabei. Später gesellte sich auch Rita Grünbein dazu. Nach der Pause habe ich den Vortrag von Heiko Langhans zum Thema „Altleser – Ein Begriff und seine Frustrationen“ besucht. Da ich selbst der angesprochenen Gruppe angehöre, war der Besuch dieses Programmpunktes natürlich verpflichtend.

Langshans
Heiko Langhans

Ab 16:15 liefen dann hintereinander die nächsten Höhepunkte des Cons. Zuerst die Präsentation des Bandes 2700, unterlegt mit Film und Musik und natürlich einigen Ausblicken zum Zyklus durch Christian Montillon.

Moderation1
Moderation durch Stefan Friedrich

Es folgte die Elefantenrunde zum Thema „Zwischen dem Neuroversum und dem Atopischen Tribunal“. Während der Neuroversum-Zyklus nachbereitet wurde und zum Begriff „Atopisch“ zahlreiche Erklärungen und Begriffsbestimmungen gemacht wurden, ist auch ein Kurzclip von einer Pressekonferenz mit Andreas Eschbach eingespielt worden. Es würde sicherlich zu weit führen, wenn ich versuchen würde, die zahlreichen Andeutungen der Autoren hier wiederzugeben. Kritisch wurde einmal mehr aus dem Publikum der übermächtige Gegner aus Band 2700 gesehen. Dreißig Raumschiffe gegen 1000 terranische Schiffe und die Terraner schaffen es nicht, auch nur ein Schiff des Gegners nur zu gefährden. Christian Montillon sah das allerdings nicht so. Na ja.

Fragestunde
Von links nach rechts, A.Drechsler, S.Papenbrock, U.Anton. Moderator S.Friedrich, C.Montillon, M.Herren, V.Themsen, L.Lukas

Nach der Fragestunde folgte die Stunde des Jägers. Ich habe die Gelegenheit ergriffen und von allen Ehrengästen ein Autogramm geholt. Anders als beim Weltcon war die Wartezeit mit wenigen Minuten erfreulich kurz.

Autogrammjaeger
Autogrammjäger

Den Kostümwettbewerb habe ich verpasst und daher auch kein Bild davon. Wie am Freitag habe ich mit Inge Mahn und Regina Vlcek zu Abend gegessen und die Runde war so gesellig, dass ich erst gegen 21:00 Uhr die letzten Minuten der Auktion mitbekam, die von Rita Grünbein als Auktionatorin geleitet wurde. Anschließend stellte Robert Vogel noch einen PR-Fanfilm vor, der nicht im Programm des Weltcons lief. Den Film fand ich gut, er hatte einige Gags, die das Publikum zum Lachen brachte.

Letzter Programmpunkt, der dann bis 23:30 über die Bühne ging, war eine Adaption der SAT.1-Sendung „Genial daneben“. In „Perrygenial“ mussten vier Autoren zu herrlich schrägen Fragen aus dem Perryversum eine Antwort finden. Hugo Egon Balders Part wurde von Rüdiger Schäfer übernommen. Ihm saßen Leo Lukas, Uschi Zietsch, Marc Herren und Hermann Ritter (alias Wigald Boning, Hella von Sinnen, Bastian Pastewka und Berhard Hoecker) gegenüber. Der Programmpunkt geriet zu einer herrlich schrägen Veranstaltung, die das Publikum prächtig unterhielt. In einer der Fragen musste das Rateteam herausfinden, was die Bewohner von Forril-Station machen mussten, wenn das Robotgehirn, das sie verehrten, angesprochen wurde (Anm.: Sie mussten rülpsen). Rüdiger Schäfer hat das schließlich erläutert und da die Bewohner von Forril-Station das Robotgehirn auch als Großen Waza verehrten, war das geflügelte Wort des Abends in der Raterunde und beim Publikum geboren. Jede Aktion, insbesondere das gegenseitige zuprosten beim Trinken wurde nun mit lauten Waza-Rufen begleitet. Ich fands irre komisch!

Perrygenial
Perry genial

Tja, das war’s mal wieder. Den Sonntag habe ich ja leider verpasst aber mein Fazit lautet: Eine klasse Veranstaltung mit gut aufgelegten Ehrengästen und einem sagenhaft guten Con-Team!

Zum Schluss noch ein Bildchen von einigen Sammelobjekten. Ein Con-Kalender, ein Anstecker, Anhänger, das Con-Buch und zwei Sonderstempel der deutschen Post. Die anderen Merchandising-Artikel habe ich noch nicht ausgepackt.

Sammelobjekte
Sammlersachen

Und noch ein letzter Punkt. Irgendwann wurde auch mal abgefragt, wie viele Besucher doch zum ersten Mal auf dem Garching Con seien. Die Zahl der Hände, die da in die Höhe gingen, waren gar nicht wenig. Fast ein Drittel dürften es gewesen sein. Es ist also immer noch möglich, neue Fans zu motivieren, solche Veranstaltungen zu besuchen. Also dann bis zum nächsten Garching Con!

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