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Die zweite Wirklichkeit – von Arndt Ellmer – Handlung:
Perry Rhodan und seinen Begleitern ist die Flucht dank Eroin Blitzers Eingreifen gelungen. Der Androide konnte dem mentalen Angriff des Geistwesens widerstehen und das Weltenschiff in den Hyperraum steuern. Damit kann nicht geklärt werden, welchem Ziel die Aktivitäten der Invasoren bei Sholoubwas ehemaligen Steuerungsplaneten dient.
QIN SHI konzentriert seine Streitkräfte aus Chalkada in einem Randbereich der Kleingalaxis Dranat. Dort ist auch die Weltengeißel aktiv. Die Angriffe auf Escalianer werden hauptsächlich von den Unharmonischen geführt. Um noch eine Chance zu einer Wende in diesem ungleichen Kampf zu haben, muss Rhodan TANEDRAR finden.

Doch zunächst verhalten sich Alaska Saedelaere und zunehmend auch Eroin Blitzer mysteriös. Beide hantieren, wie unter fremden Einfluss stehend, an den Kontrollen des Weltenschiffs. Gucky kann keine fremde Macht espern. Die Handlungen bleiben unklar. Eine Ortung soll nach Angaben Saedelaeres auf Pean hindeuten. Rhodan lässt daraufhin Kurs zum Planeten der Peaner nehmen. Dort angekommen, zeigt sich keine Spur der psibegabten Baumwesen. Rhodan, Partijan, Saedelaere und Gucky landen mit der SCHRAUBE-B auf Pean. Nachdem sie ergebnislos mehrere Regionen überflogen haben, findet der Mausbiber einen blinden Fleck in seiner Psi-Wahrnehmung.
Auf diesen Ort konzentriert sich die Untersuchung. Wie es scheint, verbergen sich die Peaner dank ihrer suggestiven Kräfte vor den Besuchern. Nur Alaska Saedelaere wird schließlich von den Peanern kontaktiert und erfährt, wie die Peaner in Kontakt zu TANEDRAR kamen. Die vier noch namenlosen Geistwesen kamen auf ihrer Flucht vor QIN SHI einst nach Pean. Das Howalgonium-Vorkommen des Planeten scheint sie angezogen zu haben. Sie treten in Kontakt zu den Peanern, die ihre Fähigkeit, sich mental miteinander zu vernetzen und ihre Suggestivkräfte dazu verwenden, die vier Geistwesen von ihrer Angst zu heilen. Die Erinnerungen an ihre Entstehung wird den Geistwesen von den Peanern genommen, außer der Angst vor QIN SHI. Die Peaner bieten den Geistwesen den Planeten Pean mit seinem reichen Hyperkristallvorkommen als Anker an. Mit der Zeit entwickeln sich TAFALLA, NETBURA, DRANAT und ARDEN. Die vier werden zu TANEDRAR und etablierten das Reich der Harmonie. Nicht mit allem, was TANEDRAR tat, waren die Peaner einverstanden, dennoch kehrte TANEDRAR immer wieder zu seinem Anker zurück.

Eines Tages nähert sich auch QIN SHI dem Planeten Pean. Die Peaner nahmen dem Geistwesen die Erinnerung an Pean. Doch die suggestive Beeinflussung wird im Laufe der Zeit verschwinden und QIN SHI wird sich wieder an Pean erinnern.
Alaska erfährt auch, dass TANEDRAR sich jetzt auf Pean verbirgt. Die Peaner verfolgen den Plan, TANEDRAR und QIN SHI zu versöhnen. Mit diesem Wissen kehrt der Maskenträger zu seinen Gefährten zurück. QIN SHI befände sich bereits auf dem Weg nach Pean. Um sich zu schützen, begeben sich Rhodan und seine Gefährten in eine unterirdische Grotte. Der Hyperphysiker Partijan, der sie in die Andachtsgrotte geführt hat, bricht dort zusammen. Alle spüren, dass sich QIN SHI nähert.

Rezension:
Der Autor bleibt auch in seinem neuesten Beitrag zur Serie seinem Stil treu. Der Leser muss sich wieder auf zahlreiche Wiederholungen, gehäuften unnatürlichen Verhalten der Figuren sowie unsinnigen Spekulationen der Figuren über das abweichende Verhalten der Anderen einstellen. Logische Reaktionen auf merkwürdige Handlungen bleiben aus, keine der Figuren zeigt echtes Interesse, den Absonderlichkeiten auf den Grund zu gehen. Gleich zu Beginn seines Romans lässt der Autor die Figuren Blitzer und Saedelaere ungewöhnliches Verhalten an den Tag legen. Perry, Nemo, Mondra und Gucky beobachten das aber mehr als nur ein paar Spekulationen der Art, das könnte ein Einfluss von QIN SHI sein oder das könnte ein Einfluss von TANEDRAR sein oder das könnte ein Einfluss des Weltenschiffs sein oder das könnte ein Einfluss von Chanda-Kristallen sein oder das könnte ein Einfluss vom umgebenden Raum sein oder noch irgendetwas anders, fällt dem Quartett nicht ein. Echte Hypothesen aufstellen? Fehlanzeige! Technische Untersuchung der Vorkommnisse? Fehlanzeige! Abhalten der Figuren von ihrem Tun? Fehlanzeige. Rhodan und Co kneifen und ziehen sich in die MIKRU-JON zurück.
Seine Figuren machen keine Anstalten die Hintergründe zu analysieren oder gar aufzudecken. Saedelaere murmelt etwas von einer ominösen „Ortung“, die auf Pean hinweist. Rhodan hinterfragt diese Ortung nicht, er beschließt aufgrund dieser dürftigen Informationslage aber sofort, dorthin zu fliegen. Bemerkung am Rande: Pean ist zum Zeitpunkt der Ortung mehr als 65.000 Lichtjahre entfernt!

Der Autor weicht dem von ihm selbst ersonnenen Geschehen aus. Nun, er hat auch keine andere Wahl, er hat ja keine Lösung. Wie könnte er auch, die plumpen Aktionen seiner Protagonisten sind ein Spiegelbild seiner eigenen Hilflosigkeit eine überzeugende und realistische Geschichte zu schreiben. Vielmehr dichtet sich der Autor etwas zusammen, um ein an sich ereignisloses Kapitel spannender zu gestalten. Dass er durch diese plumpen Handlungsfolgen die Spannung erst recht abwürgt, bemerkt Arndt Ellmer nicht. Wie so häufig bei diesem Autor wirken einige der „Spannungselemente“ extrem aufgesetzt, wobei der Autor durchgehend sowieso nur zum einfachsten aller Spannungselemente greift, nämlich dem Vorenthalten von Informationen für den Leser. Der Autor tut zudem wirklich alles um seine Geschichte regelrecht zu verschleppen. Es ist mir während der Lektüre zu keiner Zeit gelungen einen Zugang zu dieser Geschichte zu finden.
Die Figuren und ihre Handlungen wirkten so dümmlich, dass teilweise nur noch Fremdschämen möglich war.
Der Gebrauch der Technik überfordert den Autor. In der SCHRAUBE-B, dem fortschrittlichsten Raumschiff, das man sich vorstellen kann, versucht sich der Autor mit Hilfe eines Kompasses an einer Richtungsorientierung und scheitert. Überhaupt ist es besonders auffällig an Arndt Ellmers Roman, dass der Autor den ihm zur Verfügung stehenden Gestaltungsspielraum, den die Technik bietet, nicht nutzt. Die SCHRAUBE-B verkommt zu einem reinen Beförderungsinstrument, die SERUNS werden nur deshalb getragen, weil wohl keine andere Kleidung zur Verfügung steht. Die Erkenntnisse der Hauptdarsteller werden nur mit den begrenzten physiologischen Sinnen zusammengetragen. Die Darsteller trampeln stundenlang durch einen Urwald und versuchen verzweifelt, das Dickicht mit ihren Augen zu durchdringen. Im Roman nahmen diese Szenen 11 Seiten ein. Eine dynamische und fokussierte Handlung sieht anders aus und auch sonst bot die Story inhaltlich erschreckend wenig.

In den Beschreibungen und Handlungen seiner Figuren greift der Autor verstärkt auf Begriffe ähnlicher Bedeutung zurück, um in seinem Text zu häufige Wiederholungen von Wörtern zu vermeiden. Dabei schießt der Autor über das Ziel, seinen Text abwechslungsreich zu gestalten und Sprachkompetenz vorzugaukeln, öfter mal hinaus. Manche Redewendung und manche Beschreibung wirkt ungelenk und unfreiwillig komisch. Sprachlich hat sich der Autor seit seinem Einstieg in die Serie nicht weiterentwickelt. Seine Geschichten lassen einen strukturierten Aufbau vermissen, sind zu einfach gestrickt, die Figuren sind steif und die Dialoge holprig.
Fazit: Der aktuelle Roman ist mehr was fürs Sammlerregal, weil zum Lesen eher ungeeignet.

 

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