Ansichten zu PR 2687

Alles gerettet auf ewig – von Wim Vandemaan – Handlung:
Toufec ist alleine nach Pareezad zurückgekehrt und tarnt sich als Gyvie. Zusammen mit Ynirt nähert er sich der Pyramide, in der er die Akademie für Logistik vermutet. Kurz vor der Pyramide, die Ynirt als Zinne der Verklärung bezeichnet, tritt ihnen ein würfelfömiges Wesen entgegnen. Steward Schtaoros, so nennt sich der Würfel, prüft die Identität der Ankömmlinge. Mit Pazuzus Hilfe kann Toufec seine Tarnung aufrechterhalten. Toufec und Ynirt werden in die Garde der zu verwertenden Körper aufgenommen und Schtaoros führt sie in die Zinne der Verklärung.
Auf Terra trifft sich Reginald Bull mit Anicee. Die Sprecherin des Umbrischen Rats teilt Bull mit, dass der Kommandeur der Invasionsflotte, Paitäcc, gegebenenfalls auf Seiten der Chour stehen würde. Auf Nachfrage Bulls erläutert Anicee die Bedingungen. Paichander müsse fallen und mit ihm die Akademie für Logistik. Außerdem eröffnet Anicee dem Residenten, dass die Sayterraner Terra verlassen und zurück ins Weltenkranzsystem gehen werden.

In der Zinne der Verklärung angelangt, werden Toufec und sein Begleiter von einem Antuu attackiert. Das rotglühende schlangenförmige Wesen wird von Toufec mit einem Schwert getötet. Den Steward scheint der Vorfall nicht zu interessieren und auch sonst wird kein Alarm ausgelöst. Schtaoros führt sie in eine Kammer, wo die Verklärung stattfinden soll. Toufec und Ynirt weigern sich, ihre Körper verwerten zu lassen. Auch der Steward wird von Toufec mit einem Schwert in zwei Teile gespalten. Nun zeigt die Pyramide eine Reaktion. Mehrere Fagesy in ihren Rüstgeleiten greifen die Eindringlinge an. Toufec kann die Angriffe mit Hilfe seines Dschinns abwehren, doch Ynirt wird durch die Schallwaffen der Fagesy verletzt. Toufec geht alleine weiter.
Er trifft auf einen Sayporaner und eine Zofe. Der Sayporaner Yävtcai gehört der gesellschaftlichen Gruppe der Yäv oder Yävt an, die bislang unbekannt waren und macht einen verwirrten Eindruck. Yävtcai spricht davon, dass das Spainkon, der Datenhort der sayporanischen Kultur, eine Fälschung sei. Die Zofe an der Seite Yävtcais nennt sich Khayd und Pazuzu ist nach der Begegnung der Meinung, dass sie Toufec geschickt verhört hat. Schließlich erreicht Toufec die innere Schachtwand der hohlen Pyramide. Mit Pazuzus Hilfe durchdringt er die Wand. Im Hohlraum erkennt er die Akademie für Logistik. Mehrere Antuu attackieren Toufec, der sich mit Bomben Zugang zur Akademie verschafft.

Er trifft dort auf einen uralten Sayporaner namens Dhaeconost in seinem Uteral. Toufec wähnt sich ertappt und eröffnet das Feuer. Der sterbende Dhae verrät Toufec, dass er ein Siegelfoscher sei. Er bezeichnet ein Siegel in einer Sonne als Sphragis. Er habe in seinem Leben zwei Sphragides erforscht, eines im Zentrumsbereich der Galaxis Scheay, das andere in einem dunklen Stern, mehr als dreizehn Milliarden Jahre alt. Er bezeichnet die Sphragides als alt wie die Sterne oder sogar älter und als persönlich. Toufec fragt Dhaeconost, ob es von den Spenta richtig war, das Siegel Sols zu brechen und wer überhaupt Sterne siegelt. Doch der Dhae gibt keine Antwort mehr.
Die Nanogenten erzeugen aus anderen verlassenen Uterals Waffen. Toufec kann unter Einsatz der Waffen zur Spitze der Pyramide vorstoßen. Unterwegs wird er erneut von den Antuu angegriffen. Bei der Abwehr des Angriffs scheint Toufec Unterstützung von unbekannter Seite zu erhalten. Pazuzu hat einen Funkspruch aufgezeichnet, der die Antuu zum Rückzug bewegt hatte. Toufec geht dem Funkspruch nach. Schließlich gelangt er zu Paichander. Der Greis hat ihn schon erwartet. Er möchte sich Toufecs Körper einverleiben. Da stürzen sich mehrere Antuu auf Paichanders Schutzschirm und schwächen ihn. Toufec tötet den Dekan der Akademie. Die Zofe Khayd erscheint und Toufec fragt sie, ob er ihr danken müsse. Doch die Zofe gibt wie immer unbegreifliche Antworten.

Toufec kehrt zur TOLBA zurück und erstattet Delorian Bericht. Anschließend teilt er Rhodans Sohn mit, dass er ihn verlassen werde um irgendwann nach Aures zu gehen. Delorian ist nicht überrascht. Im Banteira-System materialisieren hunderte von sayporanischen Kleinraumschiffen. Die Chour kehren zurück und verkünden im Namen der Neuen Sayporanischen Konstitution das Ende des Bündnisses mit QIN SHI.
Auf Terra wendet sich Delorian in einer Ansprache, die mit Sextadim-Technik unterstützt wird, an die Menschheit. Die Menschen, die sich der Übertragung „öffnen“ bekommen in stimmungsvollen Bildern das gezeigt, was sie sich ersehnen. Auch Bull lässt sich auf die Übertragung ein, auch wenn er Delorian Manipulation unterstellt. Delorian verspricht den Menschen ein Leben ohne Leid. Dazu müssen sie aufgeben, was den Geist leiden lässt, ihre Körper. Sie sollen im Neuroversum entstofflicht werden. Bull wendet sich ebenfalls in einer Ansprache an die Terraner. Er beschwört sie, sich nicht in Delorians Ewigkeit „retten“ zu lassen. Die Menschheit stimmt ab und eine überragende Mehrheit stimmt gegen Delorians Plan. Etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung, also ca. 35.000.000 Menschen wollen jedoch im Neuroversum bleiben und siedeln in das Weltenkranzsystem über.

Reginald Bull besucht das Weltenkranzsystem und landet auf Saypor. Chourtaird zeigt ihm gigantische Höhlen, in denen Millionen Suspensionsbänke stehen. Alle Lebewesen würden darin sicher sein vor einem Angriff QIN SHIS. Und letztlich dienen die Geräte zum Übertritt in Delorians verheißenes Land.

Rezension:
Die Perry Rhodan-Serie hat eine unglaublich hohe Anzahl an Geschichten hervorgebracht. Von daher stellt sich Woche für Woche die Frage, was den aktuell vorliegenden Roman aus dieser Masse heraushebt. Diese Woche macht uns Wim Vandemaan den Gerd (Gerhard) Schröder! Alles wird gut! Schsch! Gerettet auf ewig! Der Himmel auf Erden! Aufbruch in das gelobte Land! So oder so ähnlich ziehen sich diese Formulierungen durch Vandemaans Roman, natürlich immer mit einem spöttischen Unterton versehen.
Ansonsten greift der Autor auf die übliche, was nicht heißen soll langweilige, Rezeptur für seine aktuelle Inszenierung zurück. Der Prolog lebt von einer zwar einfachen, dennoch intensiv empfundenen Schilderung der Bergwelt. Es ist faszinierend, wie der Autor diese Szenen lebendig werden lässt.

Weniger lebendig und auch nur zum Teil mit Spott versehen ist der folgende Dialog zwischen Reginald Bull und Anicee. In Heft 2646 ist Anicee als Sprecherin des Umbrischen Rats zur Erde zurückgekehrt. Viel hat man seitdem über die Motive der Sayporaner für die Gehirnwäsche und über die Motive der Formatierten selbst nicht erfahren. Die Auftritte der Figur Anicee reduzieren sich auf einige Darbietungen in ihrer Rolle als Sprecherin des Umbrischen Rates und als Teilnehmerin in wenigen Besprechungen. Gerade in diesem Dialog wird daher deutlich, wie sehr sich der Autor dem Diktat des Zyklusüberbaus beugen muss. Die Figur Bull darf einfach nicht die Weisheit eines 3000-jährigen einbringen, er darf nicht die richtigen Fragen stellen, er darf nicht die Rhetorik benutzen, die sein Gegenüber in Verlegenheit bringen würde.
Die Autoren und im aktuellen Fall Wim Vandemaan schildern insofern ständig Regierungsmitglieder oder andere verantwortliche Personen, denen es pausenlos die Sprache verschlägt. Insbesondere mit der Rhetorik der Unsterblichen werden Woche für Woche Chancen verpasst. Wenn nicht mit der Sprache und einem unglaublichen Erfahrungsschatz können diese Figuren sonst punkten? Dabei müsste Vandemaan es doch am besten wissen. Als Lehrer für das Fach Deutsch kann ihm nicht entgangen sein, das die Redekunst mit der Häufigkeit wächst, wie Sprache angewandt wird. Reginald Bull ist Politiker mit 3000 Jahren Praxisanwendung. Dennoch holpert er in den Dialogen auf einem Niveau, das ungefähr dem entspricht, wie es Karl-Herbert Scheer im Band 1 geschrieben hat.

Da Wim Vandemaan im nächsten Zyklus das Ruder als Expokrat übernimmt, wäre ein Wunsch von mir mal ein Roman mit Schwerpunkt auf geistreiche und anspruchsvolle Dialoge der Unsterblichen.
Doch zurück zum aktuellem Heft. Viele Begebenheiten bleiben bei Vandemaan in dessen typischen Stil mystisch, im Falle der Zofen regelrecht esoterisch. Eigenartigerweise scheinen Vandemaans Figuren allesamt kein echtes Interesse an Aufklärung zu haben. Sie geben sich mit ausweichenden, mythischen, verklärten Antworten zufrieden. Das ist nur zum Teil dem Diktat des Zyklusüberbaus geschuldet. Der Autor lässt auch in Szenen, die erkennbar nichts mit der Rahmenhandlung zu tun haben, Fragen offen oder legt falsche Spuren.

Toufecs Einsatz hatte ein paar Längen. Eine Spur zu häufig greift der Autor auf Erlebnisse und Erinnerungen aus Toufecs früheren Leben zurück. Die Begegnung mit dem Siegelforscher platziert wohl bereits Elemente für spätere Zyklen. Am Ende geht plötzlich alles schnell. Paichander wird besiegt, die Chour kehren zurück und übernehmen die Macht. Die anderen Pai scheint das nicht zu stören. Delorian darf die Menschheit mit suggestiven Bildern manipulieren. Erstaunlicherweise fällt nur ein geringer Prozentsatz darauf herein. Die Terraner zeigen sich gefestigter, als die Schilderungen im bisherigen Zyklusverlauf weismachen wollten. Da hatte man eher den Eindruck, die Menschheit wäre degeneriert.
Obwohl, Zweifel an den Entscheidungen, dem Verhalten der Formatierten, Fragen zu den Aussichten im Neuroversum etc. werden auch erst gar nicht laut. Da bleibt dieser Roman, wie auch seine Vorgänger, zu oberflächlich.

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