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Zeichen der Zeit – von Hubert Haensel – Handlung:
Nach dem Tod seines Mentors Shallowain ist der Arkonide Tormanac da Hozarius in seinen Khasurn zurückgekehrt. Fünfeinhalb Jahre später sind seine Bemühungen, die Verantwortlichen für Shallowains Tod zur Rechenschaft zu ziehen, vorerst gescheitert. Tormanac hält sich seit mehr als zwei Jahren auf Urengoll, dem zwanzigsten Planeten des Arkon-Systems auf. Es ist eine Welt der Forschung und der Wissenschaft. Der Arkonide will sich hier in vielen Bereichen weiterbilden. Hier trifft er auch auf den Ka’Marentis. Den Titel des obersten Wissenschaftlers des Kristallimperiums hat Aktakul da Urengoll inne, dessen Laufbahn von Bostich protegiert wurde.
Von Aktakul vermutet Tormanac, dass er Verbindungen zur SENTENZA hat, der größten arkonidischen Verbrecherorganisation. Überraschend stellt Aktakul da Urengoll seinem Prüfling den Naat Ghlesduul zur Seite. Ghlesduul ist nicht nur ein Leibwächter, er soll auch Tormanacs fehlenden Extrasinn ersetzen. Tormanac ist von dieser Entscheidung anfangs wenig begeistert. Bei der Analyse von Forschungsdaten einer Kolonialwelt zeigt sich aber, dass der Naat dem Arkoniden auch bei komplexen Aufgaben Denkanstöße geben kann, die ähnliche Effekte hervorrufen wie ein trainierter Logiksektor. Von da an akzeptiert Tormanac den Naat an seiner Seite.
Tormanac da Hozarius bekommt neue Forschungsaufgaben. Viereinhalb Jahre hat er auf Urengoll verbracht, als er schließlich eine wachsende Unruhe in sich spürt und den Planeten verlässt. Die nächsten Jahre führen ihn in zu verschiedenen Orten, in die Eastside und sogar in den Leerraum zur Hundertsonnenwelt. Die Posbis hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck auf ihn. Schließlich kehrt er zusammen mit Ghlesduul in das Arkon-System zurück. Auf Urengoll folgt er einer Einladung des Ka’Marentis.
Aktakul da Urengoll, der sichtlich gealtert ist, unterbreitet Tormanac zwei Vorschläge. Er könne eine Karriere im wissenschaftlichen Bereich der SENTENZA einschlagen oder einen Einstieg nehmen in das Beratungsgremium „Wissenschaft und Forschung“, das Imperator Bostich I. höchstpersönlich untersteht. Tormanac lässt sich Zeit mit seiner Entscheidung. Er führt lange Gespräche mit Aktakul, dessen Lebensspanne zu Ende geht. Schließlich entscheidet sich Tormanac für Bostich. Kurz darauf stirbt Aktakul, der zuvor Tormanac die Protokollführung für sein Begräbnis übertragen hat.
Tormanac da Hozarius sieht sich mit zwei Herausforderungen konfrontiert. Seine Stellung als Protokollführer beim Begräbnis des angesehensten Wissenschaftlers des Kristallimperiums fordert ihn ebenso, wie auch für den Schutz der wissenschaftlichen Daten Aktakuls zu sorgen. Die SENTENZA wird versuchen, die Daten zu stehlen. Zum Begräbnis reisen tausende von Würdenträgern aus allen Teilen der Galaxis an. Auch Bostich ist gekommen. Als Imperator wird er den Befehl zur Desintegration beim Energiebegräbnis geben. Bostich ist bei einem persönlichen Treffen mit dem Protokollführer zunächst abweisend. Als während der Zeremonie die SENTENZA aktiv wird, kann Tormanac die Situation lösen. Bostich hat einen ersten Eindruck von den Fähigkeiten Tormanacs erhalten.
Siebenunddreißig Jahre später begleitet Tormanac da Hozarius den Vorsitzenden des Galaktikums an Bord des Flaggschiffs THANTUR-LOK in das Akon-System, wo das Fanal von Akon gezündet werden soll. Auf dem Flug wird Tormanac von einem Unbekannten kontaktiert, der ihm brisante Informationen anbietet. Der Arkonide ist sich bewusst, dass er bei Entgegennahme erpressbar sein wird. Zumindest würde er jemanden einen Gefallen schulden. Er geht das Risiko ein und erhält Informationen über die bevorstehende Sabotage beim Zünden des Akon-Fanals. Er kann Bostich auf die Bedrohung aufmerksam machen und die gemeinsamen Bemühungen aller Beteiligten verhindert die sich anbahnende Katastrophe. Tormanac da Hozarius wird in den Beraterstab Bostichs berufen.
In den Folgejahren etabliert er seinen Status. Nach dem Verschwinden des Solsystems kann er Ronald Tekener vor einem geplanten Attentat auf der Plejaden-Welt Maharani warnen. Er hatte Tekener schon zuvor Informationen unter der Hand zukommen lassen. Nun informiert er Tekener über die Verschwörung bei den Arkoniden und die Interessengruppe Ark’Tussan. Irgendwann wird er vom Smiler einen oder mehrere Gefallen zurückfordern. Schließlich folgt Tormanac einer Einladung nach Travnor. Dort trifft er auf die seltsamen Wesen mit den zylindrischen Körpern und landet in einem Becken mit einer öligen Flüssigkeit.

Rezension:
Die Fortsetzung der Lebensgeschichte des Arkoniden Tormanac da Hozarius durch Hubert Haensel knüpft nahtlos an den Vorgängerroman an. Beide Romane gleichen sich im Stil und Aufbau wie ein Ei dem anderen. Ich hatte die Hoffnung dass der zweite Teil nur anfänglich die Lebensgeschichte des Arkoniden fortsetzt und der Autor dann schnell den Bogen zu den Geschehnissen auf Travnor schlägt, um endlich die Aktivitäten QIN SHIS zu behandeln. Diese Aussicht erfüllte sich nicht. Es obliegt nun Arndt Ellmer die Anstrengungen von Susan Schwartz und Hubert Haensel in einem finalen Schlussband des Viererblocks zu würdigen.
Wie schon festgestellt bleibt Hubert Haensel seinem Stil treu. Abgesehen von dem kurzen Scharmützel mit der SENTENZA wartet der Roman auch nicht mit Action auf. Deutlich wird allerdings, dass die Figur des Tormanac da Hozarius von langer Hand aufgebaut wurde. Die Rückblicke, die der Autor seine Figur machen lässt, beispielsweise die Kontakte mit Ronald Tekener und die Geschehnisse im Akon-System lassen vermuten, dass diese Figur zukünftig eine nicht unwesentliche Rolle spielen wird. Andererseits enden Figuren aus Doppelromanen nicht selten auch auf dem Abstellgleis. Wer weiß schon, welche Probleme Uwe Anton hat um 100 Bände dieses Zyklus zu füllen?
Die Geschichte war einigermaßen unterhaltsam. Es fehlte die Würze. Die hätte durch die fehlende Aktivierung des Extrasinns und den Ersatz durch den Naat entstehen können. Die wenigen Ecken und Kanten, die sich bei dem Zusammentreffen der beiden Figuren zeigten, wurden von Hubert Haensel aber schnell abgefeilt, so dass die Zusammenarbeit der beiden so unterschiedlichen Wesen unproblematisch und auch ein Stück weit uninteressant geriet. Der Gemütszustand der Hauptfigur änderte sich über die Jahre eigentlich nicht. Das war eine wenig originelle Grundkonstellation. Ein paar Probleme mehr hätte die Figur schon vertragen können. Der Protagonist der letzten 3 Hefte muss ja nicht gleich irgendwelche Neurosen entwickeln aber ein paar Ecken und Kanten würden den Reiz der Figur etwas erhöhen.

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