Ansichten zu PR 2652

Traum der wahren Gedanken – von Susan Schwartz – Handlung:
Der Arkonide Tormanac da Hozarius besucht mit seinem Leibwächter Ghlesduul, einem Naat, die arkonidische Welt Travnor. Dort herrscht die Familie Akkat, die ihren Macht und ihren Reichtum auf die Schürfung und Veredelung von Hyperkristallen zurückführt. Tormanac da Hozarius ist enger Berater Bostichs und sucht auf dem Planeten Verbindungen der dort herrschenden Arkoniden zur Ark´Tussan. Dieser Geheimbund ist Bostich ein Dorn im Auge.
Schon kurz nach seiner Ankunft wird ein Attentat auf Tormanac verübt. Da er stets mit einer solchen Gefahr rechnen musste, hat er seine unbekannten Gegner überlistet und seine Anwesenheit in einem Gleiter, der ihn vom Raumhafen zum Hotel bringen soll, vorgetäuscht. Tatsächlich wird der Gleiter zum Ziel einer Bombenexplosion. Tormanac kommt mit seinem Begleiter in einer privaten Residenz der Akkat-Familie unter. Noch bevor sich der Berater mit Mapoc da Akkat, dem Herrscher Travnors, trifft, wird ein zweites Attentat auf ihn verübt, das er nur mit Hilfe Ghlesduuls überlebt.
Auch an anderer Stelle Travnors braut sich Ungemach zusammen. Die Unither, die als Arbeiter auf dem Planeten für die Arkoniden arbeiten, werden immer häufiger mit Entlassungen und Lohnkürzungen, bei gleichzeitig steigenden Preisen und schlechteren Arbeitsbedingungen konfrontiert. Nachdem die Bildung von Betriebsräten gescheitert ist, wird die Gründung einer Gewerkschaft beschlossen. Der vorläufige Sprecher, der Unither Kormph, soll die Forderungen der Arbeiter an die Arbeitgeber übermitteln.
Tormanac da Hozarius wird schließlich von Mapoc da Akkat zum Essen eingeladen. Danach kommt es zu einem privaten Gespräch der beiden Arkoniden, in der Mapoc andeutet, zum Kreis der Ark´Tussan zu gehören. Darüber hinaus macht er ein Angebot an Tormanac, ihn mit führenden Vertretern der Gruppe Ark´Tussan, zusammenzubringen.
Der Sprecher der Unither trifft sich mit Anelag da Akkat, dem Bruder des Herrschers von Travnor. Anelag leitet die Konzerne. Kormph hat sich viel vorgenommen. Allerdings kommt er kaum zu Wort. Unverhohlen wird ihm mitgeteilt, dass der Konzern die Produktion zu 90 Prozent auf den Travnor-Mond Travsheyn verlagern wird und die Unither dorthin umgesiedelt werden sollen. Anschließend lässt Anelag den Unither von zwei Zalitern vor die Tür setzen. Auf dem Rückweg wird Kormph von vier Robotern paralysiert und in ein unterirdisches Höhlensystem unterhalb eines Trichterbaus entführt. Die Roboter legen den Unither in ein mit Flüssigkeit gefülltes Becken. Der Unither spürt, wie die Flüssigkeit in ihn hineindiffundiert.
Ghlesduul hat inzwischen den Attentäter anhand einer DNA-Analyse identifiziert. Es ist der Arkonide Herm Porlt, ein Angestellter des Konzerns. Kurzerhand entführen Tormanac und der Naat den Arkoniden. Ghlesduul kann dem Mann unter Zwang Informationen entlocken. Tormanac erfährt so von einem unterirdischen Höhlensystem, von einem Becken der wahren Gedanken, dem Geneseplasma und den Badakk.
Kormph trifft sich mit den anderen Unithern und vermittelt seinem Volk die Umsiedlungspläne. Er verspricht strategisch vorzugehen und weitere Verhandlungen mit dem Akkat-Konzern führen zu wollen. Als Kormph wieder alleine ist, spürt er, dass ihn die unbekannte Macht zu früh aus dem Becken entlassen hatte. Wahrscheinlich sollte er zunächst erst mal die Massen der Unither beruhigen. Nun drängt es Kormph zurück in das Becken der wahren Gedanken, um den Prozess abzuschließen.
Anhand der Aussage Herm Porlts dringt Tormanac trotz der Bedenken seines Leibwächters in das Höhlensystem ein. Er wird von einer Gruppe Badakk und ihrer Roboter entdeckt und paralysiert. Anschließend wird er in das Becken gelegt und er spürt, wie sich die ölige, gallertartige Flüssigkeit um ihn legt und in ihn hineinsickert.

Rezension:
Susan Schwartz liefert mit dem Roman exakt 1000 Wochen nach ihrem Einstand mit Heft 1652 einen weiteren Gastbeitrag zur Serie.
Die Milchstraßenebene hielt ich vor einem halben Jahr für ein kurzes Intermezzo ohne Langzeitcharakter. Geschildert wurden die Entführung des Solsystems und die Lage im Galaktikum. Obwohl die vier Romane recht gelungen waren, traute ich allenfalls der JULES VERNE noch einen weiteren Auftritt in diesem Zyklus zu. Die Konzentration der Superintelligenz QIN SHI auf das Solsystem und auf den Korpus ARCHETIMS begründen eigentlich kein weiteres Interesse an der Milchstraße, zumal zuletzt angedeutet wurde, dass QIN SHI durch ES verwirrt wurde. Nun kommt Uwe Anton doch noch mit weiteren Romanen aus der Milchstraße. Doch statt der erwarteten Rettungsmission der JULES VERNE wird uns die Infiltration der Arkoniden kredenzt.
Doch halt, welche Geschichte erzählt uns Susan Schwartz eigentlich? Ging es um den Versuch einer Superintelligenz namens QIN SHI, Einfluss auf ein Volk der Milchstraße zu nehmen? Oder wurden die Ereignisse zur Gründung einer unithischen Gewerkschaft geschildert? War vielleicht der Versuch der Ark´Tussan sich an Bostich ranzumachen der Inhalt dieses Romans?
Legt man nur den Romantitel zu Grunde dann ging es eigentlich um QIN SHI. Leider räumt Susan Schwartz dieser Angelegenheit weniger als 5 Prozent ihrer Erzählung ein. In der Schule hieße das „Thema verfehlt“. Knapp zwei Drittel der Geschichte beschäftigen sich mit der arkonidischen Lebensart, garniert mit dem Element der Ark´Tussan. Und der Rest war einigen zwar liebenswerten aber naiven Gesellen, äh Genossen aus dem Volk der Unither gewidmet.
Die Dialoge waren insgesamt gut gelungen. Auch die Charakterisierung der Figuren war weitestgehend widerspruchsfrei. Bei der Darstellung des Arkoniden Tormanac da Hozarius bin ich etwas unschlüssig, ob die Autorin diesen Eindruck, den die Figur hinterlässt, tatsächlich beabsichtigt hat. Auf der einen Seite ist es sicherlich Ziel der Autorin gewesen, dass ihre Hauptfigur gewisse Sympathien beim Leser erzeugt, damit man mit der Figur mitfiebern kann. Auf der anderen Seite geriet der Berater dadurch sehr umgänglich für einen Arkoniden und seine Beziehung zu seinem Leibwächter ist auch eher untypisch für seinen Status.
Wären die letzten vier Romane, die immerhin die Halbzeit des Zyklus markierten eine Bombe gewesen, dann wäre die übliche Vorgehensweise, nämlich nach Höhepunkten etwas die Fahrt aus der Geschichte zu nehmen, noch verständlich gewesen. Da aber die letzten Hefte eher auf Knallfrosch-Niveau lagen, war mir dieser Roman, so gut die arkonidischen Figuren auch geschildert wurden, insgesamt eine Spur zu belanglos geraten.

Leave a reply