Ansichten zu PR 2651

Rettet die BASIS! – von Leo Lukas – Handlung:
Die Superintelligenz QIN SHI hat die Werft APERAS KOKKAIA passiert und sich den dort aufhaltenden Intelligenzwesen gezeigt. Der mentale Druck geht zurück ohne vollständig zu verschwinden. Die Entität ist nach wie vor in der Nähe. Aus ihrem unerschöpflichen Bewusstseinsreservoir hat die SI frühere, in ihr aufgegangene, Entitäten ausgespien, die nun an verschiedenen Orten die Werft infiltrieren.
An Bord der kleineren BASIS-Kugel, die lt. Raphael als Versorgungseinheit für die größere BASIS-Kugel mit dem Multiversum-Okular dient, ist die Situation nach dem Tod von Samburi Yura angespannt. Raphael teilt den Anwesenden mit, dass die Phanes-Schaltung in die nächste Phase eingetreten sei. In der Folge erlischt der blaue Schutzschirm, der bisher beide BASIS-Teile vor den Angriffen der Xylthen geschützt hat. Nunmehr müssen die BASIS-Kugeln mit eigener Energieversorgung Paratronschirme aufbauen. Deren Schutzwert gegen Angriffe der Werft und der Kristallkugeln ist unbekannt.
Nemo Partijan hat zwischenzeitlich die Überreste der Kosmokratenbeauftragten analysiert. Seiner Ansicht nach handelt es sich um eine Kopie. Er bezeichnet das Wesen als Pseudo-Enthonin. Dies würde die Reaktion des Anzugs der Universen erklären, der seinen eigentlichen Träger in der Nähe vermutet hat, durch die Pseudo-Enthonin allerdings verwirrt wurde. Rhodans Gedanken überschlagen sich, er vermutet, dass Delorian eigene Pläne verfolgt und durch die Aktivitäten von QIN SHI in Zugzwang geraten war.
Die Lichtzelle, mit MIKRU-JON in ihrem Hangar, dockt an die BASIS-Kugelzelle an. Mikru meldet das Verschwinden von Quistus und dem Báalol Rynol Cog-Láar. Gucky kann zwar noch vor QIN SHI warnen, wird aber ebenso wie Rhodan und Nemo Partijan von der SI in das Innere der Werft versetzt. Rynol findet sich mitten in einer Prozession von kleinwüchsigen Humanoiden. Er erinnert sich an Beschreibungen Rhodans zum Volk der Oracca, die von QIN SHI betrogen wurden. Der Báalol wird vom Zug der Oracca mitgerissen, die mit einem Sprechgesang vom Aufstieg in höhere geistige Sphären den Sänger beeinflussen. Als Cog-Láar schließlich gegen ein Gestänge mit Drahtseilen gestoßen wird und diese in Schwingungen geraten, kann sich der Báalol dem Einfluss des Gesangs widersetzen. Er spielt auf dem Gestänge ähnlich wie auf seinem Kitharon.
Nemo Partijan materialisiert in einem Wasserbassin. Nachdem er an die Oberfläche getrieben wurde, meldet ihn sein SERUN Waffenfeuer in einiger Entfernung. Durch in der Luft schwebende Quallenwesen, die ihn trotz SERUN empfindlich verletzen, kann sich Nemo einen Weg bahnen. Der Wissenschaftler beobachtet Xylthen, die offensichtlich Mann gegen Mann kämpfen. Auch den Iothonen kann Nemo ausmachen. Er will den Kraken unbedingt erledigen, den er für alle Verbrechen der jüngsten Vergangenheit verantwortlich macht. Quistus kann den Wissenschaftler von seinem Vorhaben abbringen. Die Medusen hatten es geschafft, ein Gift in Nemos Körper einzubringen, das ihn beeinflusst hat.
Gucky wird in einem kugelförmigen Areal, das von einem 5-D-Schirm umgeben ist, von einer Horde Insektoiden gejagt. Der Ilt hat Mühe, sich der Angreifer zu erwehren. Er schnappt die Information auf, dass QIN SHI nicht nur geschwächt sei sondern auch verwirrt. Schuld an QIN SHIS Verwirrung hätte eine andere Superintelligenz mit Namen ES.
Perry Rhodan wird ebenfalls von den Konzepten QIN SHIS bedrängt. In einem Strategiespiel soll er um sein Leben spielen. Der Unsterbliche gewinnt und erhält wertvolle Informationen von seinen Gegenspielern. QIN SHI erschafft Anomalien, um diese Machtinstrumente als Transportsystem und Waffe zu benutzen. Auf lange Sicht will sich QIN SHI dem Zugriff der Hohen Mächte entziehen. Die Worte Delorians kommen Rhodan in den Sinn: „Ich tue das, was du schon immer tun wolltest, dich aber nie getraut hast!“ Arbeitete sein Sohn ebenfalls an einem Plan, sich den Hohen Mächten zu entziehen? Hatte er sich mit dem Feind verbündet? Wenn ja, was war schief gelaufen? Rhodan gerät in Gefahr, von QIN SHI aufgenommen zu werden. Er wird von Gucky gerettet. Alle Entführten können zur BASIS-Zelle zurückkehren.
In der Werft beobachtet Kaowen eine verhängnisvolle Entwicklung. Die Eindringlinge, die von seinen Leuten als Vertreter früherer Völker im Machtbereich QIN SHIS identifiziert wurden, verschwinden wieder und die SI dringt in die Anomalie ein, um sie zu stabilisieren.
Rhodan hofft auf eine Verbindung zwischen der Anomalie und dem Solsystem. Aber Raphael kann diesbezügliche Fragen nicht beantworten. Raphael will das Multiversum-Okular vorerst in Sicherheit bringen. Beide BASIS-Teile verfügen über Triebwerke, die ihnen eine Transition aus dem Stand heraus ermöglichen. Bevor Raphael verschwindet, übergibt er Ennerhahl die Kommando-Codes für die kleinere BASIS-Zelle. Der Bordrechner der Versorgungseinheit nennt sich RYAN. Er rät dazu ebenfalls zu verschwinden. Als die große Kugelzelle die Transition an einen unbekannten Ort vollzieht, entsteht eine hyperphysikalische Schockfront, die schwere Schäden in der Werft verursacht. Rhodan und Ennerhahl springen mit der Versorgungseinheit zum Standort des Kalten Raums.
Protektor Kaowen hat sich aus der Werft auf sein Flaggschiff RADONJU gerettet. Die Werft steht vor dem Untergang. Kaowen war auf ganzer Linie gescheitert.

Rezension:
Was letzte Woche Uwe Anton nicht geschafft hat, liefert Leo Lukas ab. Einen kurzweiligen Roman mit zahlreichen Einfällen und Entwicklungen. Betrachtet man nur den Einzel-Roman, und vernachlässigt den Zyklusüberbau, dann gibt sich Leo Lukas erkennbar mehr Mühe, um eine abwechslungsreiche und mit zahlreichen Aktionen gespickte Geschichte abzuliefern. Das gelingt, weil Leo Lukas die Figuren geschickt in unterschiedliche, anfangs getrennte und unterhaltsam geschriebene Erzählebenen versetzt, die zum Showdown dann wieder zusammengeführt werden.
Der Autor verwendet insbesondere in den Dialogen eine recht flapsige Tonart. Diese Umgangssprache macht den Roman zwar leichter lesbar, passt aber nicht immer zu den Figuren. Insbesondere die Figur Kaowen erhielt dadurch einen anderen Wesenszug, als bisher geschildert. Der Protektor wirkte durch die Sprache umgänglicher. Dabei war der Xylthe bei seinen bisherigen Auftritten eher brutal und unnahbar. Nun erlaubt ihm Leo Lukas auch den einen oder anderen Scherz mit seinen Untergebenen.
Die Fähigkeiten, die Nemo Partijan zuletzt im Kalten Raum an den Tag legte, werden zwar nicht erklärt aber Leo Lukas gibt uns zumindest einen Hinweis. Alle Personen, die sich QIN SHI einverleiben möchte, weisen entweder ein starkes Psi-Potential auf oder tragen einen Vitalenergiespeicher. Der Wissenschaftler hat also etwas, dass ihn auch für QIN SHI interessant macht. Zudem entwickelte Nemo gegen das Gift der Medusen eine überraschende Immunität.
Der Roman hat mir als Einzelwerk gut gefallen. Natürlich kann man die Entwicklungen, die in diesem Roman ihren Lauf nehmen nicht einfach unter dem Tisch fallen lassen, wenn man eine Rezension schreibt. Der Zyklusaufbau offenbart doch einige Schwächen. Nicht alle Fortschritte, die die Handlung in diesem Roman nahm, erschienen mir folgerichtig. Da wird doch etwas zu stark gekünstelt, um in das Geschehen etwas an (Pseudo)Spannung einzubringen. Dazu gehört u.a. der „Rückzug“ des Multiversum-Okulars. Die beiden Teile müssen also irgendwann in den nächsten Wochen und Monaten ohne einander auskommen, bzw. irgendwann wieder zusammengeführt werden. Warum beide Teile sich nicht zusammen absetzen, hat sich mir jetzt nicht wirklich erschlossen.

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