Ansichten zu PR 2650

Die Phanes-Schaltung – von Uwe Anton – Handlung:
Die MIKRU-JON mit Perry Rhodan an Bord verlässt den Kalten Raum. Beim Übergang in den Normalraum gerät das Schiff in Schwierigkeiten. Durch den Aufenthalt in dem Miniatur-Universum haftet dem Raumschiff noch eine fremde Raumzeit an. Die damit verbundenen Phänomene klingen jedoch rasch ab und Rhodan bekommt Kontakt zu Ennerhahl, der an Bord seiner Lichtzelle ausgeharrt hat. Rhodan informiert den Fremden über die Erlebnisse und über die Erkenntnisse Nemo Partijans zur Werft APERAS KOKKAIA, die dabei ist, die BASIS in sich aufzunehmen, deren Umwandlung bald abgeschlossen ist. Ennerhahl schlägt vor, die MIKRU-JON an Bord der Lichtzelle aufzunehmen und schnellstmöglich die Werft anzufliegen. Rhodan hat zwar Bedenken, willigt aber schließlich ein. Es werden Bojen für die noch nicht eingetroffenen Schiffe KADURA und die SICHOU-1 zurückgelassen.
In APERAS KOKKAIA gibt Protektor Kaowen den Befehl aus, die BASIS, die sich mittlerweile im Inneren der Werft befindet, erneut anzugreifen. Die beiden Kugelzellen sind nun fast vollständig. Nur noch wenige Fragmente müssen in die neuen Körper integriert werden. Kaowen baut darauf, dass die Umwandlung der BASIS und der blaue Schutzschirm, der beide Teile einhüllt, mehr Energie verschlingt, als für beide Zwecke zur Verfügung steht. Die Badakk steuern Chanda-Kristalle, die von Traktorstrahlen bewegt werden, gegen die blauen Schirme. Es kommt zu heftigen Entladungen auf der Schirmoberfläche. In der zweiten Phase des Angriffs werden Nanomaschinen auf den Schirm der BASIS angesetzt, in der dritten Phase hyperphysikalische Blockadefelder und schließlich in der letzten Phase zahlreiche Transitblasen auf der Schirmoberfläche erzeugt, um die Schirme zu perforieren. Das Ergebnis ist vernichtend. Statt eines Erfolgs, vereinigen sich die beiden Schutzschirme der BASIS-Kugelzellen zu einem einzigen Schirm von 25 Kilometer Durchmesser, der sich plötzlich zu 30 Kilometer Durchmesser aufbläht, wodurch starke Entladungen entstehen, die in Bereiche der Innenzelle der Werft einschlagen. Eine Katastrophe bahnt sich an.
Die Lichtzelle materialisiert in sicherer Entfernung zur Werft. APERAS KOKKAIA wird von einem 500 km durchmessenden Transit-Überladungsfeld eingehüllt. Rings um die Werft haben 41 Kristallkugeln Stellung bezogen, eine mit 23 km Durchmesser, die anderen mit 18 km Durchmesser. Dazu kommen 37.000 Zapfenraumer. Die Invasionsarmee für Escalian! Im Inneren der 23-km-Kristallkugel erkennt Rhodans Urcontroller einen Polyporthof. Ein Zugriff ist jedoch nicht möglich. Ennerhahl schlägt vor, mit der Lichtzelle unter maximalem Ortungsschutz eine Strukturlücke im Überladungsfeld zu erzeugen und durchzustoßen. Rhodan ist das zu riskant. Vorerst nähert sich die Lichtzelle nur dem Rand des Transitfelds. MIKRU-JON liefert weitere Ortungen vom Versuch der Xylthen, der BASIS die Energie abzudrehen.
Dann dehnt sich der BASIS-Schirm aus. Die Energieentladungen lassen die Energiekuppel in der Werft, unter der sich die BASIS befindet, zusammenbrechen. Dann erlischt auch das Transit-Überladungsfeld. Die Lichtzelle dringt in die Werft ein. Rhodan nimmt Kontakt zum Anzug der Universen auf. Er soll eine Strukturlücke im BASIS-Schirm schaffen. Der Anzug will ihm noch einmal helfen. Er teilt Rhodan aber mit, dass er sich in ihm geirrt hätte. Rhodan sei nur zweite Wahl gewesen. Gucky espert Gedanken von Galaktikern in der kleineren Kugelzelle. Sie sind verzweifelt. Mit Rhodan und Partijan teleportiert der Ilt durch die Strukturlücke. Sie treffen auf Überlebende, unter ihnen Erik Theonta, der Kommandant der BASIS. Gucky schaltet die Xylthen aus, bringt die Galaktiker an Bord der MIKRU-JON und kehrt mit Ennerhahl zurück. Die BASIS ist mittlerweile komplett umgewandelt und setzt sich in Bewegung in Richtung der Anomalie. Dann erscheint Raphael. Das Formenergiewesen respektiert neben Rhodan auch Ennerhahls Autorität, den er als Beauftragten der Superintelligenz ES erkennt.
Von Raphael erfahren sie, dass ES das Multiversum-Okular, ein Machtmittel unvorstellbaren Ausmaßes, zur Navigation an der Großen Leere geplant hatte, sollten die Sampler-Planeten nicht zur Verfügung stehen. Später, als die BASIS im Sektor X-DOOR zerlegt wurde, war auch das Thanatos-Programm blockiert. Raphael sei jetzt erwacht, weil das Thanatos-Programm aktiviert wurde. Allerdings weiß er nicht von wem. ES war es nicht. Als Rhodan einwirft, dass Delorian das Programm aktiviert habe, kann sich Raphael nicht an den Chronisten erinnern. Plötzlich erschüttert eine starke Explosion die Werft und die BASIS.
Kaowen lässt sich Aufzeichnungen vorspielen, die zeigen, dass die Anomalie von einer unbekannten Strukturbombe angegriffen wurde, die offensichtlich aus ihrem Inneren kam. Die Anomalie blähte sich auf und erzeugte einen Energiestrahl, der in einem besonders geschützten Bereich der Werft einschlug. Hier verbarg QIN SHI einen unbekannten Gefangenen. Auch sein letzter Klonkörper wurde durch die Energieentladung vernichtet.
Der Anzug der Universen meldet sich bei Rhodan und behauptet der eigentliche Träger sei in der Nähe und auch wiederum nicht. Die ominösen Worte veranlassen Rhodan, sich mit Gucky, Ennerhahl und Partijan auf die Suche in der Werft zu begeben. Sie werden Zeuge, wie eine Hyperraum-Erscheinung mehrere Xylthen angreift. Als sich Rhodan nähert, löst sich die Erscheinung auf und Samburi Yura erscheint. Rhodan erkennt sie anhand der Beschreibungen von Alaska Saedelaere. Die Enthonin bricht zusammen und alle teleportieren zurück in den kleineren BASIS-Teil. Die Kosmokraten-Beauftragte scheint im Sterben zu liegen, auch Ennerhahl kann ihr nicht helfen. Raphael verkündet, dass der Flug des Multiversum-Okulars vorerst gestoppt sei, da die Anomalie durch die Explosion gestört wurde. Plötzlich wird ein starker mentaler Druck ausgeübt. QIN SHI nähert sich der Werft. Dann verschwindet die mentale Präsenz wieder. Vor den Augen von Rhodan zerfließt der Körper Samburi Yuras zu einer amorphen Masse. Zurück bleibt ein Sternsaphir.

Rezension:
Uwe Antons Roman geriet in den ersten 20 Seiten zu einer Geduldsprobe. Eine Handlung war im ersten Romandrittel nicht auszumachen. Stattdessen nutzte der Autor den Platz für zahlreiche Wiederholungen. Daran hat man sich ja schon fast gewöhnt. Seine Autorenkollegen machen das auch des Öfteren. Die Mittel, die sie dabei einsetzen sind höchst unterschiedlich. Manchen gelingt es geschickt, diese Wiederholungen in einer spannenden Handlung unterzubringen, andere stellen sich dabei weniger begabt an. Zu letzteren gehört auch Uwe Anton. Der Autor lässt seine Protagonisten ein Stichwort, einen Satz oder einen Ausruf tätigen, um dann anschließend die Figur über Vergangenes sinnieren zu lassen. Das sieht dann so aus:
Rhodan flüstert mit ersterbender Stimme „Der Kalte Raum!“ Sogleich erinnert sich die Figur, wie sie dorthin gefunden hat, wer sie dabei begleitet hat, dass dies nicht der erste seltsame Raum war, den sie besucht hat und so weiter und so weiter. Dann erinnert sich Perry an den Anzug der Universen. Es folgt eine ausführliche Beschreibung des Kleidungsstücks, wie er den Anzug gefunden hat und so weiter und so weiter. Dann fragt Rhodan den Iothonen Quistus um Rat. Sogleich erinnert sich der Unterbliche daran, wie er mit Quistus Fähigkeiten den Kalten Raum gefunden hat. In der Folge werden nochmal die Erlebnisse im Kalten Raum durchdacht. Irgendwann, nach zahlreichen weiteren Erinnerungen trifft Antons Figur Rhodan auf Ennerhahl. Es folgt, man kann es sich denken, nochmal die komplette Lebensgeschichte dieser Figur. Uns so geht es ständig weiter. Das ist einfach unerträglich, was Uwe Anton bis dahin abliefert.
Mit dem Eintreffen an der Werft wird es etwas besser. Die Figur Rhodan wird vom Autor jedoch einmal mehr in diesem Zyklus als Zauderer geschildert. Obwohl die Autoren gerne betonen, dass die Figur Rhodan nun endlich die Initiative ergreifen möchte, schildern sie dann doch immer etwas anderes. Vorschläge und Aktionen gehen zunächst von Ennerhahl aus. Ohne sein besonderes Kleidungsstück und ohne die Strukturbombe aus Escalian wäre Rhodan sonst mal wieder zum Nichtstun gezwungen gewesen. Seine Aktivitäten, die er schließlich entwickelt, sind also nur möglich, weil anderenorts und von anderen Figuren bereits Tatkraft und Wagemut gezeigt wurde. Charaktereigenschaften, die Rhodan in diesem Zyklus weitgehend vermissen lässt und wenn er diese Eigenschaften hin und wieder aufblitzen lässt, stellt er sich zumeist dumm und dusselig an. Siehe dazu sein „Einsatz“ auf dem defekten Polyport-Hof (PR 2636)! Liegt das jetzt an den Autoren? Wagt sich keiner mehr so richtig an die Hauptfigur heran?
Eine richtige Handlung beginnt der Expokrat schließlich mit dem Fall der Schutzschirme der Werft. Von da an war der Roman gut zu lesen, wurden zyklusrelevante Themen aufgegriffen und mit Aktionen der Figuren verwoben.
Fazit: Der Roman hinterlässt zwiespältige Gefühle. Die ersten 20 Seiten gehören mit zum Schlechtesten, was Uwe Anton je geschrieben hat. Um die Mitte des Romans wird’s besser und schließlich kriegt der Autor noch die Kurve und liefert einen brauchbaren Roman ab.

 

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