Ansichten zu PR 2649

Die Baumeister der BASIS – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Protektor Kaowen wird von QIN SHI zum Rapport geladen. Über ein Transitparkett wechselt der Xylthe an einen ihm unbekannten Ort. Eine Zylindersäule dominiert den Raum. In deren Oberfläche entsteht ein perfektes Abbild seines eigenen Gesichts. Von früheren Begegnungen weiß Kaowen, dass die SI ihrer Erscheinung immer das Abbild ihres Gegenübers gibt. Die Präsenz der SI setzt dem Protektor stark zu. QIN SHI manifestiert sich in seinen Gedanken und zwingt ihn über seine Fehler nachzudenken. Außerdem zeigt ihm die SI ihre Verzweiflung, denn sie benötigt dringend Energie, da der Einsatz der Weltengeißel mehrmals durch den Verzweifelten Widerstand gestört wurde. QIN SHI tötet Kaowen und nimmt dessen Geist in sich auf. Kaowen wird Zeuge, wie die Weltengeißel mehrere Welten entvölkert. Nachdem sich die SI so kraftvoll präsentiert wie lange nicht mehr, wird der Protektor entlassen und erwacht in einem seiner Klonkörper.
In einem Fragment der BASIS ist die Gruppe um Trasur Sargon und Erik Theonta bemüht den Invasoren aus dem Weg zu gehen und gleichzeitig Wasser und Nahrung zu finden. Zur Gruppe gehört auch Tino, ein Verbrecher von Stiftermann III. Tino ist drogenabhängig, sein Vorrat an Sogo-Kraut geht zu Ende. Den Mitgliedern seiner Gruppe bringt Tino nur Verachtung entgegen, zudem hält er sich im Hintergrund und überlässt den anderen die Drecksarbeit. Dennoch sind seine Sinne scharf genug, um in dem sich ständig ändernden BASIS-Fragment eine Gefahr zu spüren. Er kann seine Begleiter rechtzeitig warnen, wird aber selbst schwer verletzt. Sein Drogenrausch hilft ihm über die ersten Schmerzen hinweg. Wie die Terraner auch, kämpfen im gleichen Fragment Xylthen, Dosanthi und Badakk ums Überleben. Erste Überlegungen werden angestellt, um mit der anderen Partei zumindest einen Nichtangriffspakt auszuhandeln.
Die Terraner müssen vor den stetigen Veränderungen des Fragments fliehen. Wände entstehen aus dem Nichts, Gänge werden schmaler oder verschwinden ganz. In einem ehemaligen Mannschaftsquartier kann sich die Gruppe längere Zeit verbarrikadieren. Tinos Zustand verschlechtert sich. Seine Droge ist aufgebraucht, seine Verletzung bricht voll durch und er leidet unter schweren Entzugserscheinungen. In seinem Fieberwahn gibt er unfreiwillig Dinge aus seinem Verbrecherleben preis, die er seinen Begleitern lieber verschwiegen haben wollte. Die Ablehnung ihm gegenüber wird noch größer. Trotzdem wird er von Marie-Louise Sak, einer Lebensmitteltechnikerin gepflegt.
Nach einem Monat muss die Gruppe weiterziehen. Tino ist mittlerweile einigermaßen auf die Beine gekommen. Unterwegs wird die Gruppe angegriffen. Tino schleicht sich in den Rücken der Gegner und kann einen Xylthen töten. Plötzlich ertönt eine Lautsprecherstimme, die erklärt, dass sich die Konfiguration Phanes in einem entscheidenden Stadium befindet. Die Sicherheit anwesender Lebewesen kann nicht garantiert werden. Mitten auf dem Gefechtsfeld erscheinen zwei Humanoide in langen Kutten. Die beiden Fremden ignorieren die kämpfenden Parteien und machen sich an einem Schaltpult zu schaffen. In der Folge unbekannter Manipulationen lösen sich Wände, Decken und Einrichtungsgegenstände auf, verwirbeln in Energiefontänen, aus denen neue unbekannte Aggregate entstehen.
Kaowen hat seinen Platz wieder eingenommen. Die Invasionsvorbereitungen Escalians schreiten voran. Riesige Flottenverbände werden zur Werft verlagert. Gigantische Sphären aus Chanda-Kristallen formieren sich. Auch die BASIS-Fragmente werden von gigantischen Sphären umschlossen. Die Badakk wollen so Einfluss auf das Trägerschiff nehmen.
An Bord der BASIS gelingt es Tino, die Aufmerksamkeit einer der vielen regelmäßig erscheinenden Kuttenträger auf sich zu ziehen. Der Fremde bezeichnet sich und seinesgleichen als Raphaeliten. Tino trotzt dem Wesen eine Unterstützung beim Verlassen der BASIS ab. Allerdings müssen alle Lebewesen, also auch die Angehörigen der QIN SHI-Garde das Schiff verlassen. Mit den Außerirdischen kommt es zu einer Übereinkunft. Die Raphaeliten geleiten die Überlebenden auf einen Teil der BASIS, das zu einem Raumschiff umgebaut wurde und das nicht Teil des Multiversum-Okulars sein würde.
Kaowen beobachtet derweil, dass die Bemühungen der Badakk wohl ohne Erfolg blieben. Aus der BASIS sind zwei kugelförmige Objekte entstanden. Das eine mit einem Durchmesser von 12,5 km, das andere Objekt mit einem Durchmesser von knapp 6 km.
Auf dem BASIS-Fragment läuft die Evakuierung. Durch einen energetischen Schlauch werden die überlebenden Terraner, insgesamt ca. 70 Personen und dazu 150 Wesen der Gegenseite von den Raphaeliten an einen anderen Ort gebracht. Doch die QIN SHI-Garde spielt ein falsches Spiel. Während sich die Terraner vorerst in Sicherheit wiegen, schlägt einer der Dosanthi mit einer Panikattacke zu, um die Terraner wehrlos zu machen, während seine Kameraden die Waffen ziehen.

Rezension:
Es ist 35 Wochen her, als wir zuletzt von der kleinen Gruppe BASIS-Überlebender gelesen haben. Standen anfänglich der Ertruser Trasur Sargon und der Kommandant Erik Theonta im Mittelpunkt der Erzählung wurden danach die Erlebnisse aus Sicht der pubertierenden Jugendlichen in Gestalt der Scharlach-Roten und der Zwillinge geschildert. Michael Marcus Thurner konzentriert sich auf ein weiteres Mitglied der Gruppe. In der Ich-Erzählform bedient sich der Autor dabei einer sehr anrüchigen Figur. Tino ist ein drogensüchtiger Verbrecher von Stiftermann III, den es auf die BASIS verschlagen hat. Solange er seine Drogen konsumiert ist er schmieriger selbstgefälliger und bisweilen größenwahnsinniger Mensch. Nachdem seine Drogen aufgebraucht sind und er im Entzug ist, ändert sich an seinem Verhalten eigentlich nicht viel. Er ist zwar nun auf die anderen Mitglieder der Gruppe stärker angewiesen aber seine Geringschätzung, die er den anderen gegenüber empfindet wird trotz der Hilfe, die sie ihm angedeihen lassen, kaum geschmälert.
Die Figuren Thurners durchleben Höhen und Tiefen. Die Entbehrungen, die sie erleiden müssen und die permanente Bedrohung sind sicherlich ausschlaggebende Elemente, die ihr Handeln und ihre Emotionen ausreichend erklären. Dazu ein drogenabhängiger, im zweiten Part auf Entzug stehender Verbrecher, der von einer Samariterin gepflegt und gehasst wird. Thurners Geschichte wartet mit einem beeindruckenden Repertoire auf und lässt keine wie auch immer geartete Entwicklung an den Figuren missen. Das war in der Menge dann doch etwas übertrieben. Nichtsdestotrotz sind mir Thurners Figuren allemal lieber gewesen als die glattgeleckten oder apathischen Terraner der Sol-Ebene.
Ansonsten muss leider mal wieder festgehalten werden, dass ein erneut inhaltsschwaches Exposé verarbeitet werden musste. MMT stellt das geschickter an als CM letzte Woche. Die Wiederholungen werden einigermaßen geschickt verpackt, die Charaktere funktionieren bis auf die Sex-Szene zwischen Tino und Marie-Louise weitgehend widerspruchsfrei. Die Protagonisten standen beinahe permanent unter Spannung, so dass ein guter Erzählfluss zustande kam.
Die kleinteilige Geheimniskrämerei dieses Zyklus geht allerdings unvermindert weiter. Aus 1 Raphael werden x Raphaeliten. Aus 1 BASIS werden das Multiversum-Okular (was auch immer das ist) und 1 Raumschiff. Diese Vorgänge werden von den üblichen Phrasen wie Konfiguration Phanes, Thanatos-Programm oder Wiedergeburt begleitet. Begriffe, die uns seit 1 Jahr begleiten, die hin und wieder in den Heften eingebaut werden, so als wäre damit alles gesagt und die Autoren sich im Geiste gegenseitig auf die Schulter klopfen, wie geschickt sie doch die Spannung aufrechterhielten. Tatsache ist, dass das Ganze unendlich ausgelutscht wurde und natürlich ist die Taktik, die Uwe Anton verfolgt nicht zu übersehen. Nach dem Lückenfüller vergangene Woche darf auch Michael Marcus Thurner kaum zyklusrelevante Informationen von sich geben. Durch diese Durststrecke soll der Halbzeitband 2650 des Expokraten noch aufgewertet werden.
Was also erwartet uns nächste Woche? Ein paar der o.a. Phrasen werden von Uwe Anton gnädiger Weise behandelt und natürlich neue Geheimnisse eingebaut, denn es müssen weitere 50 Bände bis zum Showdown überbrückt werden.

 

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