Ansichten zu PR 2648

Die Seele der Flotte – von Christian Montillon – Handlung:
In der MIKRU-JON wird ein früherer Pilot des Museumsraumers aus dem Bewusstseinspool des Schiffes getrennt und mit einem Körper versehen. Der Pilot hat Probleme, sich zu erinnern. Es könnten tausende von Jahren vergangen sein. Schließlich fällt ihm sein Name ein, Numenkor-Bolok. Mikru zeigt ihm sein Ebenbild. Er ist ein Lare. Numenkor-Bolok erkennt, dass sich andere Wesen an Bord befinden. Er betrachtet Perry Rhodan, Nemo Partijan, Ramoz und die anderen als Konkurrenten. Als Teil des ewigen Informationsstroms des Schiffes hat er erkannt, dass die Fähigkeiten des Museumsraumers lange Zeit vergeudet wurden. Er wird eine neue Ära einläuten und will die Rivalen um den Posten des Piloten ausschalten.
Es ist eiskalt in der Zentrale der MIKRU-JON, als Rhodan wieder das Bewusstsein erlangt. Die unbekannte mentale Stimme, die sich an ihn und Ramoz gewandt hatte, ist nicht mehr zu vernehmen. Die MIKRU-JON hängt weiterhin in dem seltsamen Raum, der mit einer gewaltigen Wolke aus Hyperkristallen angefüllt ist, fest. Zwischen den Staubschwaden aus blauen Chanda-Kristallen zeichnen sich die schemenhaften Reflexe tausender Schiffe ab. Bis auf Nemo Partijan, Gucky und Rhodan sind alle anderen Besatzungsmitglieder des Obeliskenraumers nach wie vor bewusstlos. Der Wissenschaftler scheint von den Hyperkristallen fasziniert zu sein. Er bezeichnet die Kristalle als Schlüssel. In Rhodan reift der Entschluss an Bord des fremden Schiffes zu gehen, an den die MIKRU-JON angedockt hat, um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
Als auch Ramoz zu sich kommt, entsteht in der Zentrale ein Holo mit dem Abbild eines fremden Wesens, das sich unter einer Kutte verbirgt. Die Erscheinung erinnert Rhodan an die Oracca, die er im Verzweifelten Widerstand kennengelernt hat, nur dass dieses Wesen größer zu sein schien. Der Fremde fordert Ramoz auf zu erklären, wie er den Kalten Raum gefunden und warum er Fremde mitgebracht hat. Ramoz kann sich jedoch nicht erinnern. Der Fremde kündigt an, dass er herausfinden will, ob Ramoz der sei, der er vorgibt zu sein. Dann löst sich das Holo auf. Der Zustand der MIKRU-JON verschlechtert sich. Die SERUNS funktionieren nicht mehr und Nemo Partijan, der sich vor Schmerzen am Boden krümmt und immer wieder von einem Schlüssel spricht, fordert die anderen auf, zu ihm zu kommen und ihn zu berühren. Ramoz und Rhodan brechen bewusstlos über dem Wissenschaftler zusammen.
Als nächstes beobachtet Rhodan eine fremde Gestalt, die im Antigravschacht nach unten schwebt. Er folgt dem Fremden, wird aber von den beweglichen Wänden des Schiffes an der Verfolgung gehindert. Schließlich gelingt ihm der Wechsel an Bord des fremden Raumers. Er folgt Symbolen, die ihn tiefer in das Schiff führen, wo er schließlich auf den Kuttenträger trifft, der ihn begrüßt und mit Ramoz anspricht. Als Rhodan erklärt, nicht Ramoz zu sein, will der hochgewachsene Oracca seine Identität prüfen. Die ganze Szenerie erscheint Rhodan sehr unwirklich. Als er auf einem Operationstisch liegt, verwandelt sich der Oracca für kurze Zeit in Nemo Partijan. Nachdem der Oracca wieder erscheint, führt er Rhodan tiefer in das Schiff. In Spiegeln erkennt Rhodan seine Gestalt. Er sieht aus wie Ramoz. Nichts scheint wirklich zu sein. Er fordert den Oracca auf, ihn zu den Kristallen zu bringen. Unterwegs wird Rhodan von einem Laren angegriffen. Er kann den Gegner abwehren. Während Numenkor-Bolok in der Zentrale der MIKRU-JON zu sich kommt, ist Rhodan sicher, dass alles nur ein Traum ist. Schließlich erreichen sie eine kleine Schaltzentrale. Der Oracca verschwindet und an seiner statt erscheinen Nemo Partijan und Ramoz. Der Wissenschaftler behauptet, dass dies nicht die Realität sei. Er führt Rhodan und Ramoz zu einem Transmitter. Als sie hindurchtreten sind sie wieder in der Realität und an Bord der MIKRU-JON.
Nemo Partijan behauptet den Schlüssel gefunden zu haben. Dazu müssten sie erneut an Bord des fremden Schiffs. Diesmal in der Realität. Er hat erkannt, dass die Kristalle die Energie der Flotte in sich binden. Er könne diese Energie wieder zurückführen. Zurück an Bord des Schiffes nimmt der Wissenschaftler die notwendigen Schaltungen vor. Rhodan wundert sich einmal mehr, warum der Stardust-Wissenschaftler die fremden Anlagen bedienen kann. Als die Kristalle sich formieren erkennt Nemo, dass zu viel Zeit vergangen ist. Die Energie reicht gerade mal für ein Schiff. Nemo behauptet, dass er über die Kristalle Zugriff auf die Fernortung des Schiffes bekommen hat. An der Werft APERAS KOKKALA, zu der eine Schleuse aus dem Kalten Raum führt, sei der Umbau der BASIS fast abgeschlossen. Rhodan werde dort gebraucht. Ramoz und Mondra bleiben auf dem Schiff zurück. Bevor die MIKRU-JON das Miniaturuniversum verlässt hilft Rhodan Numenkor-Bolok. Er tötet den ohnehin im Sterben liegenden Laren und sorgt somit dafür, dass dessen Bewusstseinssplitter zurück in den Informationspool des Obeliskenraumers gelangen kann.

Rezension:
Ein schwaches Exposé, das Christian Montillon zu einem Roman verarbeiten musste. Am Ende bekommt Rhodan die Flotte (vorerst) nicht, die er so gerne gehabt hätte und Nemo Partijan bekommt urplötzlich den Anstrich des Geheimnisvollen verpasst.
Um dieses Ziel zu erreichen schuf der Autor einen Laren, der aus unerfindlichen, äh hyperphysikalischen Gründen aus dem Bewusstseinspool von MIKRU-JON gelöst wurde und aus gleichen unerfindlichen, ´tschuldigung hyperphysikalischen Gründen mit einem organischen Körper versehen wurde. Als Bewusstseinssplitter ist sich der Lare anschließend seiner Selbst soweit bewusst, dass er mordend durch die Gegend zieht, zumindest in einer Traumwelt. In der gleichen Traumwelt sind Rhodan und Ramoz unterwegs. Diese Traumwelt kann Partijan beeinflussen und die Beteiligten in die reale Welt zurückführen. Immerhin hat er sich was ausgedacht, der Autor, könnte ich jetzt sagen, auch wenn es nicht besonders originell war. Wenn Filmemachern und Theaterschaffenden nichts mehr einfällt, zeigen sie zumeist viel nackte Haut. Wenn Perry Rhodan-Autoren nichts einfällt, dann werden die handelnden Figuren in Traumwelten versetzt oder durch irgendwelche unbekannten, ´tschuldigung hyperphysikalische Einflüssen in ihren Handlungen soweit beeinträchtigt, dass es irgendwie nicht mehr vorrangeht mit der Geschichte aber letztlich 60 Seiten gefüllt sind und das ganze Elend auf die nächste Woche vertagt wird.
Der Roman entwickelt sich zum Ende hin zu einer Wundertüte. Da sind die Fähigkeiten, die Partijan urplötzlich entwickelt und nicht erklärt werden, die Fernortung des Schiffes, das problemlos aus dem Mikru-, äh Mikrouniversum die Werft beobachten kann, eine Schleuse, die direkt zum Schauplatz der nächsten Woche führt und so manches an Ungereimtheiten mehr.
Herausgekommen ist also ein schwer zu lesender Roman mit einer Mischung aus realen Erlebnissen und Traumsequenzen. Zu dieser Melange rührt der Autor unermüdlich kryptische Botschaften und nervige, weil in der Regel nichtssagende Auskünfte der Beteiligten. Da schafft es also eine hochstehende Technologie tatsächlich mehrere tausend Raumschiffe in einem Miniaturuniversum über Äonen zu konservieren und den Ankömmlingen dann ein Holo zu projizieren (Energie muss also vorhanden sein) und verpasst es einfach eine klare Botschaft zu hinterlassen.
Nun ja, dieses altbekannte Element wird in der Serie seit Band 1 beginnend immer wieder eingesetzt und so alle 20 bis 30 Romane empfinde ich es eben als nerv tötend. Und zu guter Letzt auch eine Wiederholung von mir: Nächste Woche kann es nur besser werden!

Leave a reply