Perry Rhodan Extra Nr. 14

Der vierzehnten Ausgabe von Perry Rhodan EXTRA ist eine DVD mit fünf prämierten Kurzfilmen beigelegt. Die Fan-Filme sind im Rahmen des Perry Rhodan Stardust Award anlässlich des letztjährigen Weltcons gezeigt worden. Ansonsten enthält die Nr. 14 natürlich einen exklusiven Roman, der diesmal aus der Feder von Achim Mehnert stammt.

Catomens Gesetze – von Achim Mehnert – Handlung:
Im Oktober 491 NGZ werden die Cantaro von Monos manipuliert. Die Cyborgs erschaffen die Wälle um die Milchstraße. Dazu benötigen sie spezielle Hyperkristalle, die ihnen Monos zur Verfügung stellen will. Das Bewusstsein von Galbraith Deighton ist nach dem Diebstahl seines Zellaktivators in einen Cyborgkörper transferiert worden. Der Kriegsminister sucht in Begleitung des neuen Hansesprechers Ager Catomen den Finanzsprecher Homer G. Adams auf. Adams hat Zweifel an Deightons Loyalität. Er befürchtet, dass er zu einer Marionette geworden ist. Auch Ager Catomens Vorschläge, die auf eine stärkere militärische Präsenz der Liga und des Galaktikums auf den Hansestützpunkten abzielen, missfallen dem Unsterblichen. Der neue Hansesprecher ist ihm nicht geheuer.
Tatsächlich wird nur wenige Monate später von den Hansesprechern die Stationierung von Militär auf den Kosmischen Basaren beschlossen. Adams kann diese Entscheidung und auch nachfolgende andere seltsame Beschlüsse nicht verhindern. Er ahnt Unheil, hat aber keinerlei Beweise. Palina Gosren-Hysak, eine alte Bekannte von Adams wird zur Befehlshaberin der Streitkräfte auf den Basaren ernannt. An ihrer Seite profiliert sich ein junger Mann namens Farlon Stretter. Nur wenige Monate später stirbt Gosren-Hysak bei einem Attentat. Bei der Trauerfeier wird Adams von einem Unbekannten zu einem Treffen eingeladen. Aden Milton entpuppt sich als Stalker. Der ehemalige Sotho Tal Ker warnt Homer G. Adams. Er erzählt ihm etwas vom Projekt VIRTUS und lädt ihn zu einer Reise nach Persienne ein. Auf der in Vergessenheit geratenen terranischen Kolonialwelt tarnen sich Stalker und Adams als Medienvertreter. In den Minen werden seltene rote Hyperkristalle abgebaut. Die Minengesellschaft wurde angeblich von der Hanse beauftragt. Adams kann sich keinen Reim darauf machen. Als eine Hansekogge im Auftrag von Deighton die Ausbeute der Minen abholen will, taucht ein Buckelschiff der Cantaro auf, zerstört die Kogge und Stalkers Schiff und nimmt die Hyperkristalle an Bord. Adams und Stalker können sich retten.
Während Adams noch auf Reisen ist, sind die Aktivitäten Monos in den Masken von Ager Catomen und Farlon Stretter vorangeschritten. Er erwirkt, dass die Anzahl der Hansesprecher auf neun Personen verkleinert wird. Angeblich um handlungsfähiger gegenüber den ständigen Bedrohungen durch Blitzer und Hauri zu werden. Die acht Herren der Straßen nehmen die Plätze der Sprecher ein, dazu Deighton. Adams hat nur noch eine beratende Funktion inne. Bei seiner Rückkehr nach Terra muss Adams zähneknirschend den Machtverlust hinnehmen. Er stellt Deighton und Catomen zur Rede. Projekt VIRTUS ist angeblich ein militärisches Geheimprojekt, das sich gegen die Blitzer richtet. Die beiden Hansesprecher werden von Adams mit den Geschehnissen auf Persienne konfrontiert. Doch Deighton und Catomen lassen sich nicht in die Karten schauen. Wenige Tage später wird auf Adams ein Attentat verübt. Er überlebt, zieht sich von Terra zurück und geht unter dem Decknamen Romulus in den Untergrund.

Rezension:
Autor Achim Mehnert siedelt seine Geschichte in einem bereits bekannten Umfeld an. Der Cantaro-Zyklus ist mehr als 2 Jahrzehnte her. Wir wissen, dass die Herren der Straßen allesamt von Monos dargestellt wurden. Wir wissen um Adams Widerstandsgruppe WIDDER. Auch Deightons Schicksal ist bekannt. Achim Mehnerts Episode spielt in den ersten Jahren der Monos-Ära und nach dem Diebstahl des Zellaktivators von Galbraith Deighton.
Von daher verlangt ein solcher Roman natürlich eine Handlung, die trotz der dem Leser bekannten Gegebenheiten auch etwas Neues beinhalten muss. Etwas, dass nicht im Cantarozyklus behandelt wurde oder ein Aspekt, der interessant genug erschien, um ihn näher zu beleuchten. Achim Mehnert skizziert die Machtübernahme durch Monos und die Entwicklung einiger Figuren. Galbraith Deighton ist zu einem Cyborg geworden und der Autor lässt die Figur Adams bereits auf den ersten Seiten mehrmals Zweifel gegenüber der Loyalität des alten Weggefährten äußern. Allerdings ist diese Darstellung nicht immer schlüssig. Zum einen liefert die Figur Deighton anfänglich viel zu wenig Hinweise, zum anderen ist Adams Verhalten nicht konsequent. Achim Mehnert lässt seine Figur Adams mutmaßen, dass die Cantaro Kontrolle über den Freund haben um dann wenige Zeilen weiter zum Schluss zu kommen, dass der Mensch Galbraith Deighton unverändert geblieben ist.
Die Sprache ist einfach gehalten und den Dialogen fehlt es meist an Leichtigkeit. Die politischen Inhalte von Mehnerts Roman, damit meine ich insbesondere die Entwicklungen, die ein Unterwandern der Hansegremien ermöglichten und letztlich jeder Kontrollinstanz verborgen blieben, sind sicherlich nicht gänzlich unmöglich, dennoch sind manche Schilderungen schon recht naiv und die Machtergreifung Monos´ hat der Autor recht einfach gestrickt. Zudem ist der Autor mit keinem Wort auf die eigentlich interessante Situation eingegangen, wie denn nun die Hanse gegenüber der LFT eine solche Macht hat erlangen können. Die Hanse war eine Handelsorganisation. Die Hansesprecher hatten nur z.T. politische Ämter in der LFT inne. Deren politischen Organe übergeht der Autor vollständig. Alles in allem wartete diese Episode mit wenig Tiefgang auf.
Manche Redewendung ist unfreiwillig komisch, etwa wenn Homer G. Adams sich nicht an seinen letzten Besuch in Atlan Village erinnern kann. Für einen Menschen mit photographischen Gedächtnis? Die Figur Adams ist von Achim Mehnert ansonsten zwar recht nett skizziert worden aber von einem Unsterblichen, der seiner Rechte beraubt wird, in dessen unmittelbarer Umgebung zahlreiche Menschen verschwinden oder ermordet werden und auf dem selbst Anschläge verübt werden, erwartet man einfach etwas mehr an Aktivität. Die Gründung von WIDDER ist widersprüchlich. Zu Beginn seines Romans und im Jahr 492 angesiedelt, hat Adams lt. Achim Mehnert WIDDER bereits gegründet. Am Romanende liegt die Gründung von WIDDER plötzlich etliche Jahre in der Zukunft.
Die Handlung plätscherte so dahin. Zuerst ein paar Eindrücke der Geschehnisse auf der Erde, als Monos in verschiedenen Masken die Macht übernahm, eine Episode von einem Angriff der Blitzer, eine weitere Episode von marodierenden Hauri. Vom Auftreten Stalkers erhoffte ich mir ein Anziehen des Erzähltempos. Aber zunächst wird auch hier der üblichen Seriendoktrin gefolgt, nämlich Figuren ins Spiel zu bringen, die einer Lieblingsspielart der PR-Autoren nachgehen, nämlich der Geheimniskrämerei.
Schließlich machen Adams und Stalker Maske und gehen in einen Einsatz. Aber auch hier Langeweile, wohin man schaut. Eine ehemalige Kolonialwelt, heruntergekommen. Hinter allen auftretenden Figuren erhoffte ich mir einen würdigen Gegenspieler. Aber keine der Figuren brachte Spannung. Zuerst der harmlose Verfolger vom Raumhafen in die Siedlung, danach die harmlosen Verwaltungsmitarbeiter, danach die harmlosen Minenarbeiter, danach die harmlosen Überschweren, danach wieder die harmlosen Verwaltungsmitarbeiter. Dass Hyperkristalle für Monos abgebaut werden, verriet schon das erste Kapitel im Roman. Von daher habe ich auf weitere rätselhafte Wendungen im Roman gehofft. Doch leider Fehlanzeige.
Fazit: Eine Reminiszenz an den Cantarozyklus sollte es wohl werden. Leider geriet der Roman insgesamt zu harmlos.

Die Kurzfilme:

Platz 5: Wiedersehen mit AL (Daniel von Euw, Dieter Bohn)
Platz 4: Die Posbis (Raimund Peter)
Platz 3: Der letzte Tag (Patrick A. Kompio)
Platz 2: Happy Birthday, Perry! (Dennis Albrecht)
Platz 1: Galaxy Adventures (Denis di Floriano)

 Die Episode um Alaska Saedelaere ist nett gemacht, zeigt sie doch eine Begebenheit vor seinem Aufbruch nach Peruwall und seinem Transmitterunfall. Persönlich hätte ich den Film höher eingestuft als Platz 5. Der Film über die Posbis zeigt zwar einige nette Animationen, ist aber ansonsten etwas kalt geraten. Der letzte Tag zeigt drei philosophierende Perry-Rhodan-Stammtischler. Die fand ich recht witzig. Happy Birthday werde ich mir wohl noch einige Male anschauen müssen. Momentan kann ich wenig damit anfangen. Galaxy Adventures ist zu Recht die Nummer 1 geworden. Der Film ist aus einem Guss und hat Witz. Aber vor allem hat der Film Charme!

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