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Todesfalle Sektor Null – von Arndt Ellmer – Handlung:
Die Teile der Heimatflotte Sol, insgesamt über 55.000 Schiffe unter dem Kommando von Admiral Lagon Claudrin sind rund um die ehemalige Position des Sol-Systems verteilt. Die Schiffe halten Sicherheitsabstand zum „Sektor Null“. So wird die Zone bezeichnet, aus der alle Materie verschwunden ist und die sich langsam wieder mit Raumzeit füllt. Zwei Wochen nach verschwinden der Zentralwelt der LFT haben die Wissenschaftler den Vorgang bislang nicht analysieren können und die Theorien, die sie aufstellen sind eher vage.
Zu den Schiffen, die den Sektor Null umkreisen gehört auch der EXPLORER EX-1003, Eigenname GEMINI. Der Ortungsoffizier Wahna Porant beobachtet über seine Instrumente einen Hypersturm, dessen Epizentrum sich nur 172 Lichtjahre entfernt am Antares-Riff befindet. Parallel dazu bildet sich im Sektor Null ebenfalls ein Epizentrum. Vom Flaggschiff der Flotte, der CORONA erfolgt die Anweisung, einen Abstand von 10 Lichtjahren zum Sektor Null einzunehmen. Als sich nach einiger Zeit die Verhältnisse am ehemaligen Standort Sols zu beruhigen scheinen, dringt die GEMINI, zusammen mit weiteren Explorern und dem Bebenforschungsschiff BURNORRAL in den Sektor Null vor.
Die Expedition, die nach Spuren des Sol-Systems suchen soll, gerät in einem plötzlich entstehenden Hyperaufriss. Die BURNORRAL explodiert, der GEMINI wird die untere Hälfte der Kugelzelle abrasiert und die anderen Schiffe werden ebenfalls schwer beschädigt. Da eine Rettungsmission für die Schiffe der Heimatflotte zu gefährlich ist, lässt Lagon Claudrin die JULES VERNE in den Sektor Null beordern. An Bord der GEMINI kämpfen die Überlebenden der Katastrophe um ihr Leben. Wahna Porant gehört zu den Rettungstrupps, die das Schiff nach Verletzten durchsuchen. Er trifft auf eine schwer verletzte Frau, die behauptet von einem unbekannten Wesen angegriffen worden zu sein. Die Frau stirbt wenig später. Die Waffe, mit der sie attackiert wurde, scheint vergiftet gewesen zu sein. Bevor die GEMINI vollends vernichtet wird, ziehen sich die Besatzungsmitglieder in die autonome Zentralkugel zurück. Energie und Sauerstoff werden knapp.
Auf der Zentralwelt des Galaktikums, Aurora, geben sich unterdessen die politischen Vertreter der Milchstraßenvölker ein Stelldichein. Unter dem Vorsitz Bostichs erörtern die Diplomaten die Situation. Bostich bekommt von Monkey die Information, dass auch 46 Schiffe im Ordhogan-Nebel verschwunden sind, ohne Spuren zu hinterlassen. Bostich mutmaßt, dass es die unbekannten Angreifer womöglich auf weitere Sonnensysteme abgesehen haben und lässt Vorbereitungen für die Evakuierung Arkons treffen. Gleichwohl kommt ihm das Verschwinden des Sol-Systems nicht ungelegen. Er beordert Wissenschaftler zum Sektor Null, die die LFT unterstützen sollen aber gegebenenfalls die Rückkehr des Sol-Systems verhindern sollen. Erste Untersuchungsergebnisse vom Verschwinden des Sol-Systems und der BASIS werden bekannt. In beiden Fällen wurden violett pulsierende Energieblasen angemessen, die an Tryortan-Schlünde erinnerten. Von Sichu Dorksteiger, die sich im Handelsstern JERGALL aufhält, kommt die Information, dass der Handelsstern kurzfristig übernommen wurde und dabei der C-Controller von Pral vorübergehend die Polyport-Galaxis Alkagar anzeigte, die bislang nicht zu erreichen war.
Bostich fordert die Vertreter auf, den Ausnahmezustand auszurufen, was dann auch erfolgt. Die LFT ist ebenfalls dabei, dem Machtvakuum zu begegnen. Die Vertreter der Liga Freier Terraner wollen sich auf dem Planet Maharani treffen, der im Yogul-System die Zentralwelt des Plejadenbunds darstellt, ein Staat, der sich mit seinen 68 Welten der Liga angeschlossen hat.
In der Charon-Wolke erhält Tristan Kasom, Kommandant der JULES VERNE die Botschaft von Admiral Lagon Claudrin. Nach kurzer Zeit bricht das Schiff auf. Im Sektor Null angekommen, kann die VERNE die Überlebenden der Explorerschiffe in Sicherheit bringen. Die speziellen Instrumente des Hantelraumers orten zudem eine Strahlung, die auf einen extrauniversellen Zugriff hindeutet. Plötzlich erscheint Bostich mit 2000 Schiffen und übernimmt die Sicherung von Sektor Null und das Kommando über die JULES VERNE.

Rezension:
Mal wieder ein halbwegs akzeptabler Roman von Arndt Ellmer auch wenn mich sein Stil und seine Schreibweise an manchen Stellen ein ums andere Mal verwirrte. Dazu kommen noch ein paar kleinere Flüchtigkeitsfehler und ein nicht immer nachvollziehbarer Technikeinsatz. Überdies bin ich mir nicht sicher, ob der Autor bestimmte Textabschnitte wirklich so verfassen wollte, wie sie letztlich gedruckt wurden. Dazu sind einige Kapitel einfach zu nachlässig geschrieben. Positiv bewerte ich den Romanaufbau und die Handlungsorte. Der Autor gibt uns einen zuweilen interessanten Einblick in die aktuelle Situation der Milchstraße.
Wie schon erwähnt ist der Technikeinsatz des Autoren zuweilen gewöhnungsbedürftig. So lässt der Autor beispielsweise seine Protagonisten feststellen, dass als einziges Schiff die JULES VERNE in der Lage sei, dem Chaos im Sektor Null zu trotzen. Und weiter schreibt der Autor, es gehe um Leben und Tod. So weit so gut. Doch dann wird das Hantelschiff über eine diktierte Botschaft, die mit einem Raumtorpedo transportiert wird, angefordert. Was sollte das denn, fragte ich mich? War der Hyperfunk ausgefallen oder nicht möglich? Aber nein, denn die Funknachricht von Bostich, die unmittelbar vor der Anforderung der VERNE eintraf, belegte etwas anderes. Na ja, ein typischer Ellmer eben, in der Absicht Würze in den Roman zu bringen und eine schnöde Funkbotschaft wäre ja auch wirklich zu langweilig, wird eben ein Raumtorpedo losgeschickt. Erheiternd auch der Weg des Roboters, dem der Text der Funkbotschaft diktiert wurde. Wir erinnern uns, es ging um Leben und Tod! Der Roboter suchte sich auf verschlungenen Pfaden den kürzesten Weg zur Außenhülle! Wie grotesk ist das denn?
An anderer Stelle des Romans machen sich Arndt Ellmers Figuren Sorgen um explodierende Gravitraf-Speicher und Hyperkon-Zapfer. Die Hyperimpedanz ist an dem Autor wohl spurlos vorrübergegangen? Oder haben wir hier gar einen Rebellen im Autorenteam?
Ein ums andere Mal überraschte mich der Autor auch mit der Nennung von Begrifflichkeiten, die einfach nur merkwürdig sind und die im Kontext nicht erklärt werden. Dem stellt er Altbekanntes gegenüber, das, obwohl geläufig, dann in aller Ausführlichkeit von ihm beschrieben wird. Dieser Schiefstand, Neues nicht zu kommentieren und lieber Altes lang und breit zu erläutern ist ebenfalls typisch für den Autor. Mir sind ca. ein halbes Dutzend dieser Eigenarten aufgefallen. Ziemlich am Ende des Romans und damit deutlicher in meiner Erinnerung sind die Begriffe POLLUX und CASTOR geblieben. Der Autor verwendet plötzlich den Begriff POLLUX als Platzhalter für den zerstörten Explorer, während CASTOR die noch halbwegs intakte Zentralekugel bezeichnet. Vielleicht habe ich ja einfach nur was verpasst aber diese Terminologie für Bestandteile terranischer Schiffe ist nicht nur neu, sie ist auch ungewöhnlich.

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