Ansichten zu PR 2606

Unter dem Stahlschirm – von Hubert Haensel – Handlung:
Die VAHANA, zum FATROCHUN umgebaut, bricht erneut zur Planetenbrücke Shatrona auf. Auf dem Weg dorthin wird der SKARABÄUS von einem Eisrochen angegriffen. Nur mit Mühe kann die Besatzung die VAHANA aus den Klauen des Tieres befreien. Endlich erreicht der FATROCHUN den Bereich des Übergangs von Faland zur Brücke, an deren Ende der Planet Shathfauth steht. Der Übergang vom Planeten zur Brücke wird durch die dsyfunktionalen Gezeiten erschwert. Mit Hilfe des Codeworts, das sie von Zachary Cranstoun erfahren haben, kann der Torwächter überwunden werden. Der SKARABÄUS fliegt dicht über der Oberfläche des Tubus in Richtung der Ringstadt, die beim Anflug der BOMBAY in der Mitte der 224.220 Kilometer langen Planetenbrücke entdeckt wurde.
Die Oberfläche Shatronas zeigt nur geringe Konturen. Nachdem das Schiff einige tausend Kilometer zurückgelegt hat, zwingen einige technische Ausfälle die Expedition zu einem Zwischenhalt, der zur Erkundung des Ödlands genutzt wird. Plötzlich nähert sich ein Fluggerät. Der Nurflügler überfliegt den SKARABÄUS und greift unvermittelt an. Dabei werden ein schwacher Desintegrator und eine Schallwaffe eingesetzt. Nur durch die Armbrüste der Favadarei wird der Angreifer vertrieben.
Der Pilot des Fluggeräts, ein Fagesy, unterrichtet den Marschgeber Zacas über die Eindringlinge. Der wiederum informiert den Hohen Marschgeber Mareetu in der Ringstadt. Weitere Fagesy werden ausgesandt, um die Fremden abzufangen.
Die Expedition hat unterdessen ihren Flug Richtung Ringstadt fortgesetzt. Plötzlich tauchen gleich mehrere der Nurflügler auf und greifen an. Der Besatzung der VAHANA gelingt es, mehrere Fluggeräte durch Manöver oder durch Beschuss zum Absturz zu bringen. Eine Untersuchung der Wracks zeigt eine vermutlich biologische Konstruktion der Flugzeuge. Auch einer der Piloten, ein Wesen mit mehreren Tentakeln, wird angetroffen, stirbt aber, bevor es zu einer Kommunikation kommen kann.
Die VAHANA setzt ihren Flug fort. Je weiter sie kommen, desto mehr verändert das Land sein Aussehen. Vegetation taucht auf und schließlich treffen die Terraner und Favadarei auf erste Bewohner, die als einfache Farmer, der nahe gelegenen Stadt Hascomen, das Land bewirtschaften. Es ist ein Völkergemisch, auch Wesen, die sich als Fato’Fa bezeichnen und unzweifelhaft biologisch mit den Favadarei verwandt sind, bevölkern Hascomen. Die Terraner bekommen von einem Informationssammler namens Cuumflou erste Erkenntnisse über dieses Sonnensystem und seine Bewohner. Eine Wesenheit namens ALLDAR hat seinerzeit über Shath gewacht. Die Schutzmacht starb irgendwann und das Reich, dass sie geschaffen hatte, zerfiel. ALLDAR hatte jedoch schon vorher die Fato’Fa mit dem Bau eines Mausoleums beauftragt. ALLDARS unsterblicher Leichnam wurde in der Gruft NIMMERDAR im Inneren des Shath begraben, behütet von der Allgegenwärtigen Nachhut. Um den Schutz zu gewährleisten, haben die Mitglieder der Allgegenwärtigen Nachhut, die sich Fagesy nennen, vor langer Zeit das Shath mitsamt dem Sonnensystem an den Ort versetzt, wo es sich zurzeit befindet. Die Terraner vermuten, dass es sich bei ALLDAR um eine SI handelte.
Die VAHANA erreicht schließlich die Ringstadt. In einem Canyon vor der Stadt sucht das Schiff Schutz, während die Terraner und Favadarei unter der Führung von Jenke Schousboe in die Stadt vordringen. Auch hier herrscht ein Vielvölkergemisch vor. Die dsyfunktionalen Gezeiten haben in der Stadt keine Wirkung. Die Bevölkerung drängt es zum Zentrum der Stadt, zum Stahlschirm. Seit langer Zeit soll mal wieder ein Avatar ALLDARS erschienen sein. Im Zentrum der Stadt werden die Terraner Zeuge eines Auftritts des Avatars Trogey. Wie es sich herausstellt ein Cyborg, vom Aussehen eines Fagesy. Auch ein perlmuttfarbener Humanoide tritt auf. Seine Rede vom Beginn einer schönen neuen Zeit schlägt alle Zuhörer in ihren Bann.
Plötzlich werden die Expeditionsteilnehmer verhaftet. Die Allgegenwärtige Nachhut hatte sie die ganze Zeit beobachtet. Noch bevor ein Urteil über die Gefangenen gefällt werden kann, werden sie von einem Fato’Fa namens Shipa Gajoship befreit. Er und sein Gefolge wollen kein Überwesen zurückhaben und werden darum von den Fagesy verfolgt. In den Terranern sehen die Rebellen potentielle Verbündete. Gajoship hält den Auftritt des Avatars für einen Täuschungsversuch der Allgegenwärtigen Nachhut. Jenke Schousboe erfährt nun auch, dass in Shath ein Energiefeld erzeugt wird, das die Bedingungen des umgebenden Raums so verstärkt, dass alle höherwertigen Maschinen ausfallen.
Die Verbündeten kommen überein, in das Mausoleum der Schutzmacht einzudringen. Darin befindet sich auch ALLDARS Archiv. Während die Gruppe um Shipa Gajoship ein Ablenkungsmanöver startet überwältigt eine weitere Gruppe den Hohen Marschgeber Mareetu und entwendet ihm eine Identifikationsplakette, die zum Betreten der Gruft benötigt wird. Die Verbündeten erlangen mit der Plakette das Intratum, den Schlüssel zur Gruft und gelangen unter den Stahlschirm. Dort erwartet sie eine riesige Halle, die von spinnennetzartigen Geflechten durchzogen ist. Hinter den Knoten des Geflechts vermutet Jenke Schousboe das Archiv, kann allerdings vorerst keinen Nutzen aus den Beobachtungen ziehen. Nach der Durchquerung eines Spiegelkabinetts erreicht die Gruppe den Schrein ALLDARS. Das eiförmige Gebilde ist jedoch leer. Ob der Leichnam verfallen, gestohlen oder auferstanden ist, bleibt unklar. Die Fagesy haben als Wächter versagt.

Rezension:
Hubert Haensels letzter Beitrag zur Serie liegt bereits mehr als 1 Jahr zurück. In Erinnerung sind mir die schrecklichen trivialen Satzkonstruktionen geblieben und der z.T. unlogische Handlungsaufbau seines letzten Romans.
Um es vorwegzunehmen, die vorliegende Geschichte geriet dem Autor deutlich besser. Interessanterweise kann ich keinen großen Unterschied zum Schreibstil des Romans von Verena Themsen feststellen. Sicherlich gibt es diese Unterschiede und ich habe die Romane auch nicht miteinander verglichen. Rein gefühlsmäßig fand ich die Schreibweise aber recht ähnlich.
Die Geschichte hatte einige kleinere Fehler, die mir zwar auffielen, die den Lesegenuss aber nicht weiter störten. Beispielsweise wird zum spärlichen Sternenhimmel über Faland die Überlegung angestellt, ob einer der Lichtpunkte Sol sei. Da das Solsystem erst vor 8 Tagen in den fremden Raum versetzt wurde, kann natürlich das Licht der Sonne noch keine 17 Lichtjahre überwunden haben.
Der Roman war geradlinig geschrieben. Der Aufbau folgte den gleichen Ansätzen wie der der Vorwoche, soll heißen, das Ziel wird angesteuert und den Protagonisten werden einige Steine in den Weg geworfen, die sie zwar behindern aber eben auch nicht scheitern lassen. Die Geschichte hatte einen hohen Unterhaltungswert, war flott geschrieben und ebenso flott zu lesen. Den exotischen Schauplatz seiner Handlung hat der Autor dabei sehr anschaulich in Szene gesetzt.
Fazit: Ein gelungenes Planetenabenteuer! Oder soll ich sagen Abenteuer auf der Tube?

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