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Der Tote und der Sterbende – Handlung:
Weniger als 24 Stunden nach den Ereignissen auf Wanderer ist die MIKRU-JON zusammen mit den anderen Silberkugeln und der Sektorknospe auf der Suche nach Hinweisen zum PARALOX-ARSENAL. Das Schiff operiert in der Schneise. Die Ereignisse der vergangenen Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Auch die Aktivatorträger sind erschöpft. Julien Tifflor macht sich Gedanken über seinen Status und über die möglichen Auswirkungen wenn es zum Tode von ES kommt. Als er sich endlich für einige Zeit in seine Privaträume zurückziehen will, wird Alarm gegeben. Elf Schiffe der Frequenz-Monarchie haben die MIKRU-JON entdeckt und eröffnen sofort das Feuer. Gleichzeitig entstehen mehrere Tryortan-Schlünde. Rhodan wird wieder zum Piloten der MIKRU-JON. Die Schlachtlichter haben gegen den mit einer Silberkugel verschmolzenen Obeliskraumer keine Chance.
Piet Rawland kämpft unterdessen einen anderen Kampf. Der Revolverheld wird von der Sektorknospe nicht als Steuermann anerkannt. Mit allerlei Tricks kann sich Rawland schließlich durchsetzen.
Nach dem Gefecht gegen die Schlachtlichter hat die MIKRU-JON die Suche wieder aufgenommen. Ständig kommen unzählige Daten von den Messergebnissen herein. Tifflor, der endlich etwas Ruhe bekommen hat, ist gerade in die Zentrale zurückgekehrt, als erneut Alarm ausgelöst wird. Ein hyperphysikalischer „Blitz“ zuckt durch die Schneise. Der Blitz ist Vorbote einer ganz anderen Erscheinung. Plötzlich taucht ein Objekt auf. Es ist eine Scheibenwelt. Rhodan lässt Kurs auf das Gebilde nehmen. Noch bevor das Schiff die Scheibenwelt erreicht, werden sie von gewaltigen Strukturerschütterungen erfasst. Mit Mühe überstehen Schiff und Besatzung die Hypergewalten. Als das Schiff endlich freikommt verschwindet der Abdruck der Scheibenwelt im Nirgendwo. Die MIKRU-JON kehrt zur QUEEN OF ST.LOUIS zurück. Daten werden ausgetauscht. Rawland präsentiert eine Reihe von Informationen. Das Polyport-Netz gerät immer mehr unter die Kontrolle der Truppen aus Milchstraße und Andromeda. Auch die Endlose Stadt der Halbspur-Changeure in Kyon Megas wurde von terranischen und maahkschen Truppen erreicht. Die Stoßtrupps melden erhöhte hyperenergetische Aktivitäten vom Korpus der SI APHANUR in der Sonne Andury-Aphanur auf nicht lokalisierbare Einflüsse. Aus TALIN ANTHURESTA kommt die Nachricht, dass dort keine Scheibenwelt verschwunden sei. Auch von Tolot kommen Daten zu einer kaum wahrnehmbare Hintergrundstrahlung, die womöglich einen Nachhall des Hyperblitzes darstellt.
Rhodan lässt alle Daten zur JULES VERNE übertragen. Die Speicher des Schiffes sollen Vergleichsinformationen liefern. Anschließend lässt Rhodan die Suche nach dem Ursprung der seltsamen hyperdimensionalen Kennung in der Schneise aufnehmen. Als die MIKRU-JON wieder unterwegs ist, kommt es erneut zu einem hyperphysikalischen Blitz. Die Erscheinung ist schwächer als der letzte Blitz. Nur Julien Tifflor wird diesmal betroffen. Die anderen sind von den Auswirkungen unberührt. Tifflor erleidet einen katatonischen Schock. Tifflor ist von den Auswirkungen beunruhigt. Sein Zellaktivator hätte gegen die Wirkung des Hyperblitzes angehen müssen. Tifflor vermutet, dass der Chip nicht mehr funktioniert!
Mikru untersucht daraufhin das Zellgewebe des Aktivatorträgers, ob dieses weiterhin einer Zellregeneration unterliegt. Das Ergebnis ist erschreckend und bestätigt den Verdacht des Unsterblichen. Der Aktivatorchip ist ohne Funktion. Tifflor bleiben nur noch 62 Stunden zum Leben! Die Nachricht wird von allen Besatzungsmitgliedern mit Bestürzung aufgenommen. Tifflor zieht sich in seine Kabine zurück und beginnt mit Aufzeichnungen, um seinen Nachlass zu regeln. Doch schon bald zieht es ihn wieder in die Zentrale.
Dort wurde inzwischen die Quelle der Hyperstrahlung lokalisiert. Das Zielgebiet befindet sich am Rand der Schneise. Dort angekommen, trifft ein Funkspruch der QUEEN OF ST.LOUIS ein. NEMO, der Bordrechner der JULES VERNE hat eine Verwandtschaft der Hyperstrahlung mit der Strahlung der psionischen Quanten im Kosmonukleotid DORIFER festgestellt. Außerdem entspricht das Strahlungsbild exakt jenem des Schwarzen Lochs Anansar. Unter der Strahlung dieses Schwarzen Lochs hatten die Nakken ihre 5-D-Fähigkeiten entwickelt. Rhodan vermutet sofort, dass hier ein Weg markiert wurde und dass es Lotho Keraete war, der diese Spur hinterlassen hat, die auch nur von Terranern interpretiert werden konnte.
Die Suche führt die Silberkugeln schließlich wieder zurück zu dem Mond, auf dem das Duell der Jaranoc stattgefunden hat. Im Zielgebiet halten sich jedoch zahlreiche Schiffe der verfeindeten Vatrox und Jaranoc auf. Tolot startet ein Ablenkungsmanöver, damit die MIKRU-JON den Irrläufermond untersuchen kann. Von einem Trümmerstück, das dem Mond folgt wird eine Sextadim-Strahlung registriert, die jener des Sextadim-Schleiers im Stardust-System gleicht. Das Trümmerstück mit den Abmessungen acht mal zehn mal acht Meter wird an Bord genommen und von den Mutanten untersucht. Rence Ebion und Tanio Ucuz tragen Schicht für Schicht des Gesteinsbrockens ab. Eine Silberkugel kommt zum Vorschein. Als Rhodan die Kugel berührt wird er zurückgeschleudert und die Kugel beginnt zu schrumpfen. Ein humanoider Körper kommt zum Vorschein. Es ist Lotho Keraete, der tote Bote von ES. Plötzlich beginnt sich dessen metallener Brustkorb zu heben. Keraete öffnet die Augen und aus seinem Mund entflieht ein wurmartiges Geschöpf und steuert auf Tifflor zu …

Rezension:
Auch wenn der Romantitel und die Situation, in die Julien Tifflor geraten ist, einen Zusammenhang vermuten lassen, so ist mit dem Toten Piet Rawland gemeint und mit dem Sterbenden ES. So steht es zumindest im Romanvorspann. Für Tifflor besteht also noch Hoffnung!
Stellt sich lediglich die Frage, worauf noch Hoffnung besteht? In diesem Zyklus wurde zumindest in Ansätzen der (erfolgreiche) Versuch unternommen sich von einigen Altlasten der Vergangenheit zu trennen. Damit meine ich die in ES aufgegangenen Menschen, insbesondere die Altmutanten und deren endgültigen Abgang. Wenn ich unterstelle, dass die Romanfigur des Julien Tifflor in diesem Zyklus am Ende ihres Weges angekommen ist, dann wäre jede weitere Verwendung dieser Figur, in welcher Form auch immer, eine Verschlimmbesserung. Die Figur gibt nicht viel her und ihr ein Hintertürchen offenzuhalten und sie in welchem Zustand auch immer beizubehalten würde wieder zu den gleichen Problemen führen, wie sie die in ES Aufgegangenen verursacht haben.
Ich habe jedenfalls die Befürchtung, dass an dieser Figur, vielleicht in anderer Form oder Funktion festgehalten wird. Zu dieser Annahme berechtigt natürlich auch die vorliegende Geschichte, die von Michael Marcus Thurner stammt und der darin der Figur Julien Tifflor einen besonderen Stellenwert einräumt. Zuletzt liest man den ganzen Zyklus lang nichts über den Unsterblichen und dann, Bang! So ist die Trivialliteratur eben. Vor dem Abgang hat die Romanfigur nochmals einen großen Auftritt und ob es der letzte Auftritt war, lesen wir nächste Woche. Obwohl, ganz so groß war der Auftritt ja nicht. Es waren eher leise Töne, die der Autor anschlägt. Michael Marcus Thurner verwendet die Ich-Erzählform für seine Figur Tifflor. Zweites Stilmittel ist der Vergleich. Insbesondere bei den Schilderungen der Gefühlwelt des Unsterblichen waren diese Gegenüberstellungen stets zutreffend. Im weiteren Romanverlauf verwendet der Autor dieses Element auch in anderen Situationen. Das war ab und an etwas zu viel des Guten. Und schließlich verwendet der Autor Tifflor weniger in Action-Sequenzen, sondern vielmehr als stillen Beobachter. Diese Sequenzen, wenn Tiff die anderen Besatzungsmitglieder beobachtet, analysiert und zu verstehen versucht, gefielen mir am besten.
Auffällig war, dass der Autor die Reaktionen der anderen Besatzungsmitglieder auf Tifflors Situation recht reserviert beschrieben hat. Das könnte natürlich an der Ich-Perspektive liegen, d.h. der Autor hat diese Zurückhaltung der anderen Handlungsträger bewusst so geschrieben. Es sind eben genau diese Eindrücke, die Julien Tifflor gewinnt. Mehr als einmal entsteht so die Situation, dass sich die Welt (das Universum) weiterdreht, während die Hauptfigur an ihrem Scheideweg steht.
Herausragend wäre es jetzt, wenn MMT im nächsten Roman die weiteren Ereignisse aus der Sicht Rhodans schildern würde. Zumindest ich würde das gerne so lesen. Viele Eindrücke, die der Autor mit der Ich-Erzählung Tifflors in diesem Roman vermittelt hat, könnten dadurch eine andere Geltung erlangen.

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