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Homunks Botschaft – Handlung:
Jason Moor, ein Mitarbeiter von Whistler-Simulationen, erwacht nach wochenlanger Unterdrückung durch das Geistwesen VATROX-VAMU in seiner Wohnung im Omega-Tower in Stardust-City. An die vergangenen Ereignisse hat er keinerlei Erinnerung. Nur der Begriff VATROX-VAMU geistert durch seinen Kopf. Moor, der beruflich Simulationen schafft, hat selbst Probleme damit zuerkennen, was Simulation und was Realität ist. Da die Energieversorgung größtenteils noch nicht funktioniert und auch die öffentlichen Netze nicht zugänglich sind, braucht Moor eine ganze Weile, bis er sich einen Überblick über seine Lage verschafft hat.
Rhodan befindet sich derweil mit einigen Begleitern im Polyportnetz auf dem Weg von ESHDIM-3 nach KREUZRAD. Die Reise verläuft seltsam. Ein goldenes Leuchten hüllt die Reisenden ein. Schließlich ist die Reise zu Ende. Zu Ihrer Überraschung wird die Gruppe von Harold Thargano, einem Offizier der Stardust-Flotte auf NEO-OLYMP begrüßt. Die Reise wurde offenbar umgeleitet. Da der Sextadimschleier um das Stardust-System aktiviert ist, war der Hof über den B-Controller als nicht anwählbar klassifiziert worden. Rhodan mutmaßt, dass ES den Transport umgeleitet hat und das seltsame goldene Leuchten die sichtbare Auswirkung des Transfers durch den Sextadimschleier darstellte. Rhodan wird über die Geschehnisse im Stardust-System seit seiner Abreise informiert. Thargano gibt ihm auch Informationen zum verborgenen Raum von NEO-OLYMP, den Rhodan daraufhin umgehend aufsucht. Dort erscheint ein Holo Homunks. Der Bote von ES erneuert die Aufforderung, das PARALOX-ARSENAL zu finden.
Mittlerweile sind Tolot, Whistler und Legrange auf NEO-OLYMP eingetroffen. Zwischen Whistler und Legrange kommt es im Beisein von Rhodan zu einer Schlägerei. Whistler sieht in dem VARIO-1000 in der Maske seines Verteidigungsministers den Schuldigen für seinen jetzigen Zustand. Tolot und Rhodan können zumindest vorrübergehend den Streit schlichten. Dann berichtet Rhodan von seinen Erlebnissen in Andromeda und Anthuresta. Die Besprechung wird unterbrochen mit einer Meldung, dass Homunk in der Nähe von Talanis auf dem Leichten Kreuzer TELETRANS erschienen sei. Rhodan bricht sofort dorthin auf. Der Kreuzer TELETRANS hatte versucht, in den Nebeldom einzudringen, als Homunk erschien.
Jason Moor versucht unterdessen herauszufinden, was mit ihm in den vergangenen Monaten geschehen ist. Die Nachbarn in seinem Wohnturm, mit denen er versucht in ein Gespräch zu kommen, sind allerdings ebenso verschlossen, wie der Whistler-Mitarbeiter selbst. Nur mit einer Nachbarin, Ina Chalod, kann er sich länger austauschen und ein wenig Licht ins Dunkel seiner Erinnerungen bringen. Nach und nach keimt in Moor der Verdacht, dass er und vielleicht auch andere Stardust-Menschen von VATROX-VAMU für die Erledigung bestimmter Aufgaben missbraucht wurden. Jason Moor selbst scheint an irgendwelchen Aktivitäten in der Stardust-Felsnadel beteiligt gewesen zu sein. Auch scheint der Gedächtnisverlust anzuhalten. Auch jüngste Erinnerungen gehen verloren. Er beginnt damit, schriftliche Aufzeichnungen anzulegen, um sie beim nächsten Blackout lesen zu können.
Rhodan ist an Bord der TELETRANS. Mit dem Schiff dringt er in den Nebeldom ein. Dann erscheint Homunk. Der Bote von ES teilt mit, dass die Superintelligenz vor Kälte erstarrt ist und stirbt. Dann verschwindet er. Rhodan versucht mit dem Konzept nach Talanis zu teleportieren. Sie scheitern. Rhodan kehrt nach NEO-OLYMP zurück und bittet Whistler den Sextadimschleier vorübergehend abzuschalten, um Kontakt nach außen aufzunehmen. Er erreicht über Polyport-Funk den Hof ITHAFOR. Die dortige Besatzung berichtet, dass Atlan mit der ATLANTIS in den Nebeldom auf der Erde eingedrungen ist und seither als verschollen gilt. Außerdem wird vom Angriff des Feuerauges auf das Sol-System berichtet. Mehrmals hat das Feuerauge versucht, den Kristallschirm zu durchdringen. Dann ist es verschwunden. Aus dem Sol-System kommen seither keine Nachrichten mehr. Der Kristallschirm ist komplett geschlossen. Rhodan schaltet Verbindungen nach ITHAFOR und DARASTO in Andro-Beta. Für den Fall des Eindringens Fremder könnte jederzeit die Verbindung unterbrochen und notfalls der Schleierschirm errichtet werden. Als nächstes holt Rhodan mit dem B-Controller KREUZRAD in das Stardust-System. Rhodan erhält Infos über den Fund von Stuart Lexa. Dieser hatte Sichu Dorksteiger und Fyrt Byrask, zwei Mitglieder der Tryonischen Allianz gerettet. Außerdem bekommt Rhodan über die Elfahder die Infos zur Fragmentierung des PARALOX-ARSENALS in Zeitkörner.
Rhodan sucht die Halle der 1000 Aufgaben auf. Dort werden er und Whistler plötzlich von Jaranoc angegriffen. Auch Jason Moor hat die Felsnadel aufgesucht. Er weiß nun, was er hier gemacht hat, als er unter dem Einfluss von VATROX-VAMU stand. Er hat Projektionen von Jaranoc geschaffen. Bevor die Simulationen Rhodan töten können, kann Moor den Projektor zerstören. Zurück bleibt die Unsicherheit, ob das Geistwesen weitere Überraschungen zurückgelassen hat.

Rezension:
Der Romantitel „Homunks Botschaft“ suggeriert einen wichtigen Roman innerhalb des Zyklus. Autoren, die Schlüsselromane schreiben, profitieren i.d.R. von den Exposés. Mal sehen, ob Arndt Ellmer das umsetzen konnte.
Der Einstieg war wenig verheißungsvoll. Die Person Jason Moor wird vom Autor sehr ungenau geschildert. Es gibt verschiedene Ansätze, die der Autor verfolgt um eine interessante Figur zu schaffen. Doch Ellmer versäumt es, die Charaktereigenschaften der Figur im Detail auszuarbeiten. Es bleibt bei Ansätzen. Ansatz 1 ist der menschenscheue Typ. Untermauert wird diese Eigenschaft anfangs mit den Verhältnissen, in der die Figur lebt, mit der Beschreibung seiner Wohnung und der Zugänge zu dieser Wohnung. Moor betritt die Wohnung über einen eigenen Flur, um nicht anderen Menschen begegnen zu müssen. Ansatz 2 ist der Unordentliche Typ. Moor hasst Ordnung. Es gibt eine Szene, in der Moor die chaotischen Zustände beobachtet, die durch den Ausfall der Energieversorgung und der Netze entstanden sind und sich darüber erleichtert zeigt. Ansatz 3 ist der Typ, der zwischen Simulation und Realität nicht zu unterscheiden vermag. Dieser Ansatz erscheint mir eigentlich am Interessantesten. Gleichzeitig ist es aber genau dieser Aspekt, der vom Autor am wenigsten glaubwürdig herausgearbeitet wurde. Auch die anderen Charaktereigenschaften werden mit zunehmender Romandauer immer weniger vom Autor beachtet ohne dass die Figur dabei eine echte Entwicklung durchläuft. Das Einstiegskapitel ist zu lang geraten. Es dauerte einfach zu lange, bis Jason Moor sein Refugium verließ. Der anschließende Rhodan-Part brachte als einziges überraschendes Element die Tatsache, dass Rhodan auf NEO-OLYMP ankam, statt wie erwartet KREUZRAD. Leider gibt es auch hier längere Passagen, in denen der Autor Altbekanntes wiederholt. Während das Konzept Tschubai/Lloyd in den vergangenen Romanen von verschiedenen Autoren kompromisslos eingesetzt wurde, hat Ellmer für das Konzept wenig Verwendung und greift von daher auf langatmige Beschreibungen und Wiederholungen zurück. Die Geschichte vom Tod der beiden Mutanten mal wieder als Rückblick ist hoffnungslos ausgelutscht und nervt einfach nur noch. Der erste Auftritt von Homunk, bzw. dessen Holo geriet ebenfalls zu einer banalen Aufzählung der bisherigen Ereignisse. Rhodan ärgert sich zu Recht über die mangelnden Informationen des Boten von ES und ich als Leser über die mangelnde Bereitschaft des Autors/Exposés etwas Würze in die Litanei zu bringen. Spätestens hier war dann deutlich, dass dies kein Schlüsselroman sein würde und der Informationsgehalt mager ausfallen würde.
Die Sprache wirkt hölzern und unbeholfen, teils unfreiwillig komisch. Der Autor lässt in seine Beschreibungen häufig Begriffe einfließen, die deplatziert wirken und einfach nicht zur Situation passen. Da das Exposé offensichtlich nicht sehr viel hergab, versucht der Autor Spannung in alltäglichen Situationen zu erzeugen, was ebenfalls unpassend wirkt. Verschiedene wichtige Ereignisse werden wie beiläufig erwähnt, z.B. der Angriff des Feuerauges auf das Sol-System. Auch die Offenbarung Whistlers geriet zur Nebensache. Bisher hatte der Administrator sein Geheimnis, d.h. in welchem Umfang sein Körper zu einem künstlichen Körper umgewandelt wurde, zu wahren gewusst. Das wird plötzlich aufgegeben. Die Situation mit dem VARIO-1000 scheint der passende Grund zu sein aber auch hier konnte mich das Geschehen nicht überzeugen. Die Gefühlswelt dieser Personen wird bei so entscheidenden Ereignissen einfach nicht glaubwürdig geschildert.

Fazit: Schwaches Exposè, ebenso schwache Umsetzung. Statt sich auf einige wenige Kernelemente zu konzentrieren, wird zu viel Wert auf die Nebenschauplätze gelegt. Der Autor versucht, die Fäden diverser Handlungen und Ereignisse der vergangenen Romane zu bündeln und verzettelt sich dabei. Elfahder-Erlebnisse, Stuart Lexas Fang, Sol-System, Atlans Verschwinden, DARASTO, ITHAFOR, KREUZRAD und und und. Ach ja und Homunk, dem der Roman seinen Titel verdankt. Botschaft? Fehlanzeige!

 

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