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Das Goldene Zeitalter – Handlung:
Nachdem die Teilnehmer des Einsatzkommandos Infiltration die KATARAKT verlassen haben, bleibt Stuart Lexa nicht tatenlos. Er will so bald wie möglich den Planetoiden P-17-25-1463 erreichen. Durch die beiden überlebenden Prospektoren, Kom Agonis und Vacucha Sabo, hat die Besatzung der KATARAKT Informationen über das Erscheinen der Frequenz-Monarchie auf dem Planetoiden bekommen. Über Fernbeobachtung der Stardust-Flotte gibt es zudem Erkenntnisse über ein Kristallschiff der FM, das trotz schwerer Hyperstürme seine Position in der Nähe des Planetoiden hält. Lexa will mehr über den Feind erfahren. Die Stardust-Flotte, ca. 75 Schiffe, begibt sich auf einen gefahrvollen Flug zu dem Planetoiden. Die Schiffe der Elfahder begleiten sie. Seitdem der Sextadim-Schleier um Far Away verschwunden ist, beeinträchtigen schwere Hyperstürme jeden Flug im Kugelsternhaufen. Ein Mitglied der Besatzung der KATARAKT, Marten, erweist sich als Glücksfall. Der eigensinnige Egozentriker ist ein Genie im Bereich von Ortung und Navigation. Mit Hilfe von ihm selbst entwickelten Datenkuben kann er Passagen durch die Hyperstürme berechnen. Obwohl die Besatzung der KATARAKT dem Query misstraut, lässt sich Lexa auf den Berechnungen des Außenseiters ein. Die Schiffsärztin erkennt, dass dem Wesen und den Handlungen Martens eine selbstzerstörerische Kraft innewohnt. Er „verbrennt“ geradezu, wenn er mit seinen Datenkuben hantiert. Dazu kommt, dass er seine Depressionen und seine manische Besessenheit nicht medizinisch behandeln lässt.
Tatsächlich erreicht die Flotte den Planetoiden ohne Verluste. Beim Anflug erkennt Marten in seinen Datenkuben für einen Moment ein ungewöhnliches Objekt von 17 km Durchmesser, das aber sofort wieder verschwindet. Marten bleibt nicht verborgen, dass dieses Objekt bei den Elfahdern für Aufregung sorgt, so als sei es diesen bekannt. Marten erkennt auch, dass das Kristallschiff durch die Hyperstürme schwer havariert ist und auf dem Planetoiden notlanden musste. Die KATARAKT und ein Schiff der Elfahder unter dem Kommando Bellyrs landen und beginnen mit der Untersuchung des Wracks. Alle Besatzungsmitglieder in der Peripherie des Schlachtlichts sind tot. Im Zentrumsbereich werden jedoch 2 Überlebende entdeckt, 2 Humanoide, eine Frau mit smaragdgrüner Haut und ein Mann mit rotem Haar. Beide liegen in einer Art Koma. Bellyr reagiert sehr stark auf den Anblick der Frau. Auch Stuart Lexa glaubt in der Frau eine Hathor zu erkennen.
Zurück an Bord der KATARAKT berichtet Bellyr von seinen Erlebnissen. Eine von mehreren Erinnerungsblockaden ist beim Anblick der Frau gelöst worden. Auch schon vorher gab es Auslöser für Erinnerungsschübe. Perry Rhodan war einer der Katalysatoren, ein anderer der Sextadim-Schleier. Bellyr berichtet, dass die Blockade von ESTARTU geschaffen wurde. Er gibt den Stardust-Terranern einen Einblick in die Geschichte der Elfahder. Auch Marten hört die Erzählung der Elfahder bevor er stirbt.
Die Ahnen der Elfahder entsandten auf Befehl ESTARTUs eine Expedition in die Mächtigkeitsballung des Bruders. In Hathorjan sollten die Elfahder Kontakt zu den Hathor aufnehmen. Dort angekommen existieren jedoch nur noch 2 Mitglieder dieses Volkes, Yuga und Marduk Lethos. Die beiden Hüter des Lichts verweigern den Kontakt. Die Hathor sind dabei, einen seltsamen weißen Zwergstern zu untersuchen, der Psi-Materie in sich birgt. Die Hathor warnen die Elfahder. Plötzlich nähert sich ein im UHF-Bereich strahlende Wesenheit dem Weißen Zwerg und dringt in ihn ein. Für einen kurzen Moment ist eine Verbindung, eine „Nabelschnur“ zu einem ungleich größeren Psi-Materie-Reservoir zu erkennen. Diese Ansammlung von Psi-Materie scheint ihren Standort in unbekannten kosmischen Entfernungen zu haben. Für einen kurzen Moment wird ein hyperphysikalischer Kontakt zu einem Raumgebiet hergestellt, das die beiden Hüter des Lichts als „affin zur Lokalen Gruppe“ interpretieren. Dann greift die fremde Wesenheit gierig nach der Psi-Materie. Die Auswirkungen sind fatal. Es kommt zu Ausbrüchen im Hyperraum. Die Expedition der Elfahder erleidet Verluste, die Hathor überstehen die Explosionen unbeschadet. Die unbekannte Wesenheit ist verschwunden. Der Weiße Zwergstern ändert sein Farbspektrum und seine Größe. Es ist jetzt eine orangefarbene Sonne mit 1 Millionen Kilometer Durchmesser, und beginnt, seinen Standort mit Hilfe der absoluten Bewegung zu verändern. Die Hathor bannen die Pseudosonne, indem sie eine Art Sextadim-Schleier um die Sonne legen. Sie wollen sie weiter untersuchen und lehnen den Wunsch der Elfahder, sie in die MB ESTARTU zu begleiten, ab.
Jahre später erkennen die Elfahder, dass durch die Explosion des Weißen Zwergs ihre Zellstruktur verändert wurde. Sie beginnen sich zu verändern. Ein Teil der Elfahder siedelt auf Elfahd. Dort beginnt das Goldene Zeitalter. Dann jedoch bedroht ein Weißer Zwergstern, das „Auge des Teufels“, ihr Sonnensystem. Ein Teil der Elfahder kann evakuiert werden. Ein Ewiger Krieger hilft den Elfahdern und das Volk verfällt dem Permanenten Konflikt. Durch die Netzgänger werden die Elfahder befreit und machen sich seither als Nomaden auf die Suche nach den Ahnen. Als die Hyperimpedanz erhöht wird, stranden die Nomaden in der Galaxis Diktyon. Dort kommt es schließlich zu einer Begegnung mit einer Manifestation ihrer Superintelligenz, Hirdal. Die Inkarnation verkündet den Elfahdern, dass die Schrecken der Vergangenheit erwacht seien. Ein Bote Ihres Bruders wird sie aufsuchen, über die Funktionsweise des Polyport-Netzes berichten und für einen Transport zu einem fernen Ziel sorgen, um dort die Terraner zu unterstützen. Es erscheint ein 17 km durchmessendes Objekt, dessen diverse Auswüchse vergrößerten das Objekt auf 23 km Durchmesser. Der Bote, Ernst Ellert, nimmt die Flotte der Elfahder in das Objekt, das er als Sektorknospe bezeichnet, auf. In einem Kugelsternhaufen, in der Nähe eines Polyport-Hofes, endet der Transport. Die Sektorknospe verschwindet in einem Trichteraufriß.
Als letzte Information fließt Bellyr eine wörtliche Botschaft von Hirdal zu. „Als VATROX-VAMU darauf zugreifen wollte, ist das PARALOX-ARSENAL in Zeitkörner fragmentiert. Findet den Zugang, um meinem sterbenden Bruder zu helfen!“

Rezension:
In einer Fernsehsendung, die sich mit Trivialliteratur beschäftigte, hat Michael Marcus Thurner in einem Interview mal die, seiner Meinung nach, wesentlichen Fixpunkte eines Romanhefts skizziert, als da sind:
1. Starker Beginn, Einstieg mit Action
2. Ruhigere Phase in der erklärt wird, was in dem Roman geschieht, was die Aufgabe ist
3. Es muss Hindernisse geben, Zwischenhöhepunkte
4. Hauptbösewicht
5. Der Held könnte scheitern

Die Sendung lief, wenn ich mich recht entsinne, Anfang 2010. Ich hatte mir seinerzeit diese Punkte aufgeschrieben, die Notiz dann aber wieder vergessen. Mal sehen, ob sich der Autor an seine eigenen Prämissen im vorliegenden Heft hält.

Punkt 1: Der Einstieg war eher 3-geteilt. Einer kurzen Sequenz aus der Elfahder-Geschichte folgt die Einführung des Protangonisten Marten, dessen persönlicher Einsatz im nächsten Abschnitt die Actionsequenz einleitet. Ein starker Beginn sieht für meinen Geschmack anders aus, zumal der Charakter der Figur Marten mehr als gewöhnungsbedürftig ist. Der Typ ist anfangs ein Stinkbrocken und nur schwer zu ertragen. Hätte ich hier aufgehört zu lesen, wäre der Einstieg inakzeptabel gewesen. Mit dem Wissen des ganzen Romans war der Beginn jedoch gut gelungen.
Punkt 2: Die ruhige Phase gibt’s tatsächlich. Es gibt ein paar Erläuterungen zu den Zielen der Stardust-Terraner unter der Führung von Stuart Lexa und der Charakter Martens wird weiterentwickelt. Die Aufgabe, nämlich Erkundung des Asteroiden, wird erläutert. Die Geschichte der Elfahder ist über das ganze Heft verteilt, was man meiner o.a. Inhaltsangabe nicht entnehmen kann. Ich habe diese Abschnitte aus Vereinfachungsgründen in einem Abschnitt zusammengefasst. Aber auch das ist die „Aufgabe“ des Hefts. Einige Informationen zu den Elfahdern und deren Bedeutung für die Storyline näherzubringen.
Punkt 3: Hindernisse gibt es. Für die Stardust-Terraner sind es die Hyperstürme, was zugegeben nicht besonders einfallsreich ist. Für Thurners Figur Marten gibt es auch ein Hindernis. De Figur selbst ist sich ständig im Wege. Und auch die Elfahder werden behindert. Richtige Zwischenhöhenpunkte gibt es nicht. Die Aktionen rund um die Terraner erreichen zwar verschiedene Etappenziele, aber für einen Höhepunkt würde ich die nicht halten. Bei der Historie der Elfahder gibt es eine Reihe an verschiedenen Punkten, die rein informatorisch betrachtet interessant sind, aber auch hier keine echten Zwischenhöhenpunkte.
Punkt 4: Wo ist der Hauptbösewicht? Der Feind hat kein konkretes Gesicht in dieser Geschichte. Natürlich kann man die FM als Statthalter setzen oder VATROX-VAMU oder andere Interessenbünde. Aber der Hauptbösewicht fehlt.
Punkt 5: Wer ist der Held in dieser Geschichte? Marten? Marten ist eher ein Antiheld. Anfangs sehr unsympathisch, entwickelt sich dieser Charakter. Für mich die stärkste Leistung in diesem Roman. Thurner gelingt es, die Figur erschreckend plastisch zu beschreiben. Und ja, von Anfang an ist klar, dass diese Figur scheitern könnte, bzw. scheitern will, oder scheitern muss.
Fazit: Der Roman überzeugte. Thurner erfüllt seinen eigenen Fixpunkte nicht alle zu 100% aber da stehen schließlich auch die Exposé-Vorgaben etwas im Wege.

 

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