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Die verlorene Stimme – Handlung:
Die MIKRU-JON ist von der Sonde aus TALIN ANTHURESTA heraus transportiert worden. Die Besatzung leidet unter den Folgen der Transition. Der Zellaktivatorträger Rhodan erholt sich am schnellsten. Allerdings leidet Rhodan seit dem Erwachen unter seltsamen Halluzinationen. Er vermeint ständig, die Stimme eines Kindes zu hören. Zusammen mit Mikru verschafft er sich einen Überblick. Die Beobachtungsmöglichkeiten sind jedoch eingeschränkt, die von der Sonde ausgestoßene Psi-Materie umgibt die MIKRU-JON wie eine Kugelschale. Langsam aber sammelt die Sonde, die nach wie vor an der Außenhülle angedockt ist, die Psi-Materie wieder ein.
Wie es aussieht erfolgte der Transport über mehrere tausend Lichtjahre in einen unbekannten Raumsektor einer Ringgalaxis, die von Mikru als Anthuresta identifiziert wird. MIKRU-JON entdeckt 2 fremde Raumschiffe in unmittelbarer Nähe. Eines der Schiffe, ein Oktaeder, nimmt das Obeliskenschiff mit Fesselfeldern gefangen und zieht es zu einer etwa 2 km durchmessenden gelben Energiekugel. Die blockierten Systeme MIKRU-JONs können den Vorgang nicht verhindern. Ein drittes unbekanntes Kugelschiff von 1700 m Durchmesser, dessen Oberfläche wie ein Globus gestaltet ist, erscheint und greift die beiden anderen Schiffe an, ohne etwas auszurichten. Dann wird das Obeliskenschiff in die Energiekugel gezogen.
Mittlerweile sind auch einige der Raumlandesoldaten wieder einsatzbereit. Ein 5-köpfiger Trupp von Weltraumveteranen, die Young Boys, die schon gegen die Terminale Kolonne gekämpft haben, meldet Rhodan Einsatzbereitschaft. Rhodan beschließt, sich mit den Young Boys und dem Konzept in der Energiesphäre umzusehen. Tschubai/Lloyd bringt den Trupp in die Energiesphäre, in der eine Wasserstoffatmosphäre herrscht.
Das Konzept ortet diverse unterschiedliche Lebewesen in unmittelbarer Umgebung. Die Gruppe um Rhodan geht einer Begegnung jedoch vorerst aus dem Weg und erkundet das fremde Schiff. Die Sinnestäuschungen von Rhodan verstärken sich. Er „hört“ nicht nur die Stimme eines Kindes, er „sieht“ auch ein Kind, einen Jungen, der ihm, wie es scheint, etwas zeigen möchte. Rhodan kann sich nur mit Mühe auf seine Mission konzentrieren. Die Gruppe stellt fest, dass die Energiesphäre wohl aus einer Art Formenergie besteht, die jedoch paranormal erzeugt wird. Die unterschiedlichen Gerätschaften, die von Rhodan und den Soldaten angefunden wird, scheinen nicht recht zur Umgebung zu passen. Einer Begegnung mit der Besatzung der seltsamen Energiesphäre entgehen die Galaktiker mehrmals durch Teleportation. Dann jedoch treffen sie auf ein schwebendes fladenförmiges Wesen, dass sich als dem Volk der Ja’woor entstammend vorstellt. Die Kommunikation gestaltet sich schwierig. Das Wesen spricht Handels-Idiom, also die Sprache, die auch von der Frequenz-Monarchie genutzt wird. Der Ja’woor spricht davon, dass die Tryonische Allianz bereits angreift und bittet um Informationen zur Psi-Materie und der Sonde. Dann tauchen plötzlich 5 andere bewaffnete Fremdwesen auf. Das Konzept sondiert deren Gedanken und stellt sie als Essa Nur und als Sha’zor vor. Die Essa Nur ähneln in ihrem Aussehen Clun’stal, dem Esnur. Die Neuankömmlinge bedrohen den Trupp von der MIKRU-JON.
Plötzlich wird die Energiesphäre von Explosionen erschüttert. Die Tryonische Allianz greift mit hinzugekommener Verstärkung die Energiesphäre an. Die Fremdwesen sind von der Situation überfordert. Rhodan bietet seine Hilfe an. Man wird der Besatzung der Energiesphäre helfen, ein Rettungsschiff zu erreichen. Im Gegenzug soll die MIKRU-JON freigelassen werden. Die Fremden willigen ein. Rhodan überträgt die Mission an die Young Boys. Er selbst will seinen Halluzinationen auf dem Grund gehen. Er folgt dem Jungen, den er immer wieder schemenhaft sieht durch verschiedene Räume der Energiesphäre, ohne ihn zu erreichen. Dann kommt ihm das Konzept zur Hilfe. Fellmer Lloyd bittet Rhodan, seine Mentalabschirmung aufzugeben und „zeigt“ ihm den Jungen. In einer Vision sieht sich Rhodan selbst, sein Kindheits-Ich hat Kontakt zu ihm aufgenommen. Lloyd vermutet einen Zusammenhang mit der Transition im Psi-Materie-Kokon. Dieses Ereignis hat zu einer Auseinandersetzung in Rhodans Innerem geführt. Auf der einen Seite die seit tausenden von Jahren längst vergessenen Ängste, die er als Kind hatte und auf der anderen Seite der Druck, stets als Sofortumschalter der Erste sein zu müssen, der auf eine Lösung kommt. Während Rhodans Vision bringt ihn Tschubai zurück zur Energiesphäre. Die Energiesphäre ist mittlerweile vergangen. Als Rhodan den Antrieb startet, kreisen mehrere Globusraumer der Tryonischen Allianz das Obeliskenschiff ein. Ein Humanoider, von Rhodan vom Aussehen her mit einem Lemurer verglichen, nimmt Kontakt auf. Der Fremde bezeichnet die Bewohner der Energiesphäre als Piraten und freut sich, die MIKRU-JON und die Psi-Materie vor deren Zugriff geschützt zu haben.

Rezension:
Der Geschichte stand ich nach den ersten 2-3 Seiten skeptisch gegenüber. Mich störte gewaltig, dass die Hauptperson Rhodan mal wieder nicht im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte geschildert wurde, ein Zustand, der seit dem Eintreffen in Anthuresta zu einem Dauerzustand zu werden droht. Jedenfalls wird dieses „Strickmuster“ von allen Autoren seit Heft 2550 über Gebühr strapaziert.
Im weiteren Verlauf der Geschichte hat Marc A. Herren jedoch einen sehr schönen Grund für den Zustand seines Helden präsentiert. Die Selbstzweifel seiner Hauptfigur hat er schlüssig skizziert, die „Lösung“ des kleinen Rätsels war durchdacht. Dazu „Anleihen“ an den Jungen von Case Mountain, einem meiner Lieblingsromane. Ja, das gefiel mir.
Der Autor bringt die „Stimmung“ der seltsamen Umgebung gut rüber. Etwas störend wirkten anfänglich nur die eingestreuten „Personaldossiers“ der Young Boys. Man stelle sich die Situation vor. Die MIKRO-JON im Innern eines fremden Schiffs, Rhodan und ein Trupp Raumsoldaten kurz vor einem Einsatz und was macht der „Sofortumschalter“ Rhodan? Er liest im Dossier, das einer seiner Begleiter im Alter von 15 Jahren die Bürgerrechte der Liga angenommen hatte und ein paar weitere ähnlicher Details. Klar, ein bisschen mehr will man natürlich über die Begleiter Rhodans erfahren. Zeitpunkt und Ort waren jedoch eher unpassend oder die Inhalte hätten sich auf die wesentlichen Fakten für den Einsatz beschränken müssen.
Später hat der Autor die Figuren dann jedoch überzeugend im Einsatz beschrieben. Das hat Spaß gemacht. Weniger überzeugend ist nach wie vor die Storyline. Es mangelt der Anthuresta-Ebene an Substanz. Der Autor hat aber das Beste aus dem Exposé gemacht.
Fazit: Schöner Roman, der auch vom Aufbau überzeugen konnte. Der Spannungsbogen war nach meinem Geschmack, die Figuren konnten überzeugen.

 

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