Ansichten zu PR 2557

Der Mentalpilot – Handlung:

Rhodan ist noch immer im Tank. Er versucht die fremde Beeinflussung zurückzudrängen. Nach einiger Zeit reicht sein Wille nicht mehr aus, um den hypnotischen Zwängen zu widerstehen. Er befürchtet im Schiff aufzugehen. Dennoch gibt er den hypnotischen Zwängen nach. Zu seiner Verwunderung werden seine Gedanken wieder klarer. Er hört Stimmen. Es sind die Gedankensplitter der früheren Piloten, an deren Erinnerungen er nun teilhaben kann. Seine Angst ist verschwunden, seine Bedenken, dass sein Bewusstsein mit dem Schiffspool verschmelzen könnte, bleiben. Rhodan kann nach einiger Zeit Einfluss auf die MIKRU-JON nehmen und er kann nun den Tank verlassen. Zurück in der Zentrale des Schiffes setzt sich Rhodan in den Sessel des Piloten. Von hier kann er nun das Schiff steuern. Mikru deutet allerdings an, dass in Rhodan noch eine Barriere vorhanden sei, die ihm die volle Kontrolle über das Schiff noch nicht erlaube.

Nach einigen Manövern nimmt Rhodan Kurs auf die Nebelgebilde. Unterstützung erhält er durch seinen B-Controller. Dieser erkennt, dass auch in der MIKRU-JON ein Controller integriert sein muss und synchronisiert sich mit diesem. Aus den Nebelgebilden schießt von Zeit zu Zeit ein Jet-Strahl, der die Dyson-Sphäre verlässt. Gleichzeitig verringert sich die Menge an Psi-Materie in den Gebilden. Die MIKRU-JON ortet in einem der Nebelgebilde eine Raumstation. Von Clun’stal erhält Rhodan die Auskunft, dass es sich um einen Psi-Materie-Dispenser handelt und das Kristallwesen an dessen Bau mitgewirkt habe. Er kennt auch noch einige Zugangscodes. Sie beobachten, wie ein kleines Schiff die Station verlässt. Rhodan fliegt das Obeliskenschiff an die Station. Zusammen mit Clun’stal und dem Konzept geht Rhodan  an Bord. Clun’stal führt sie in die Zentrale. Dort kann der Esnur einige Schaltungen vornehmen. Erneut beobachten sie, wie ein Fahrzeug die Station verlässt. Clun’stal gibt die Auskunft, dass es sich um Jäger handelt, die Fremdkörper in TALIN ANTHURESTA eliminieren sollen. Als ein weiteres Fahrzeug Kurs auf die MIKRU-JON nimmt, transportiert das Konzept alle zurück an Bord. Rhodan schafft es nicht, dem fremden Schiff auszuweichen. Das Fahrzeug erfasst die MIKRU-JON und transitiert sie aus TALIN ANTHURESTA hinaus.

Mondra befindet sich in der Halle der tausend Aufgaben auf Aveda im Stardust-System. Sie sieht Wissenschaftler der Stardust-Menschheit, die dabei sind, die Kartuschen zu untersuchen. Als sie die Menschen anspricht, erkennt Mondra, dass es sich um Projektionen handelt. Sie mutmaßt, dass sie nach wie vor auf Wanderer ist und vielleicht sogar das Original der Halle der tausend Aufgaben auf Wanderer steht, während die Halle auf Aveda im Stardust-System lediglich ein Spiegelbild darstellt. Da sie zunächst nichts erreicht, verlässt sie die Halle und findet sich auf Wanderer wieder. Jedoch ist sie in der Lage, jederzeit in die Halle zu gelangen. Bei einem neuerlichen Besuch trifft sie auf Geoffry Abel Waringer. Dieser behauptet als eine Art Sicherheitsbeauftragter an diesem Ort zu sein. Er gibt Mondra Tipps zum Entschlüsseln der Aufgaben. Mondra beginnt damit, Lösungssysteme für das Enträtseln der Kartuschen zu entwickeln. Wochen vergehen. Von Homunk erhält sie die Auskunft, dass das neue Galaktische Rätsel langfristiger und komplexer angelegt sei als das alte und damit nicht zu vergleichen. Als sie eines Tages erneut in der Halle ihren Forschungen nachgeht, betreten plötzlich Eindringlinge die Halle. Mondra geht zunächst davon aus, dass die Stardust-Terraner wie gehabt Projektionen sind. Aber die Neuankömmlinge reagieren auf sie und kommen mit Waffen auf sie zu. Mondra flüchtet. Plötzlich taucht Homunk auf und zeigt ihr einen Fluchtweg. Nach einigen Schritten befindet sich Mondra wieder auf dem Zentralplatz der Maschinenstadt. Sie begreift, dass ES ihr eine Vision geschickt hat, sie hat sich an alles erinnert, was sie auf Wanderer erlebt hat. Nur mit den Hinweisen kann sie noch nicht viel anfangen.

 

 

Rezension:

Der Roman ist vom Aufbau her identisch zu Montillons Roman der Vorwoche. Arndt Ellmer verfolgt die Handlungsstränge um Perry und Mondra weiter. Die Geschichte, die der Roman erzählt, lässt sich eigentlich in wenigen Sätzen niederschreiben. Rhodan wird zum Piloten von MIKRU-JON, düst durch die Dyson-Sphäre, entdeckt zufällig in den Nebelwolken ein seltsames Gebilde und wird ausgesperrt. Mondra macht derweil ein paar Ausflüge mit Ramoz.

Arndt Ellmer hat sich dafür ein bisschen mehr Zeit gelassen und natürlich die eine oder andere Information eingestreut, die uns Leser bei der Stange hält. Leider gibt die Geschichte, bzw. das Exposé nicht viel her. Dennoch mussten knappe 58 Heftseiten gefüllt werden, was zwangsläufig zu einigen Längen führte. Es finden sich die bekannten Historien-Einschübe in der Erzählung wieder. Sie werden vom Autor als „Erinnerungen“ Rhodans verpackt, beim Kontakt mit den früheren Piloten des Museumsraumers. Nur bei wenigen „Erinnerungen“ Rhodans passten diese zur aktuellen Handlung. Bei recht vielen war der Bezug nur mit Mühe oder gar nicht erkennbar. Natürlich waren diese Einschübe viel zu lang aber das sagte ich ja bereits. Da hat der Autor teilweise über eine komplette Seite Textstellen aus früheren Romanen der Serie abgeschrieben. Wenigstens waren diese Auszüge größtenteils in kursiv gehalten, man konnte also darüber hinwegspringen, ohne Angst zu haben, etwas zu verpassen.

An Stellen, an denen man endlich etwas an Handlung erwartet hat, scheut der Autor davor zurück wie ein aufgeschrecktes Pferd. Meist lässt er die Gedanken seiner Protagonisten „abschweifen“ statt endlich mal eine Aktion länger als nur über 2-3 Sätze auszuweiten. Ansonsten beschränkt sich der Autor darauf seinen Protagonisten Rhodan Fragen stellen zu lassen, die seine jeweiligen Gesprächspartner aber nie beantworten.

Mit der Entdeckung des Psi-Materie-Dispensers wird es etwas besser. Zumindest über einige Romanseiten wird eine Aktion geschildert. Leider endet die abrupt (um Rhodan wird es mal wieder dunkel) und erfahren tun wir nur wenig.

Der 2. Handlungsstrang ist leider auch nur befriedigend bis ausreichend. Die Geschehnisse des Handlungsparts Mondra wirkten zuweilen surreal. Den entsprechenden Textstellen fehlte es jedoch an Leichtigkeit. Ein Wim Vandemaan hätte dieses Thema wahrscheinlich besser zu Papier gebracht. An sich sind die surrealen Momente auf Wanderer seit Rhodans erstmaligen Besuch dort ein ständiger Wegbegleiter. Letztlich dienen diese phantastischen Elemente doch dazu, aus diesem Ort etwas Besonderes zu machen, etwas, das Wanderer von „gewöhnlichen“ Welten abhebt. In der Vergangenheit hat das recht gut funktioniert. Mondras Erlebnisse auf Wanderer wirkten auf mich zuweilen jedoch albern. Das phantastische Element hat bei mir nicht gezündet.

Auch in dieser Ebene irrt die Handlungsträgerin etwas uninspiriert durch die Gegend. Die Schilderungen der einzelnen Kartuschen bringt weder Mondra, noch mich als Leser weiter. Es gibt nur eine Stelle in der Mondra-Ebene, die mich als Leser angesprochen hat. Das ist die kurze Verfolgungsszene. Möglicherweise standen die Jäger unter dem Einfluss von VATROX-VAMU. Das wäre dann ein interessantes Bindeglied zur Stardustebene. Auch Mondras Geschichte endet damit, dass sie von Dunkelheit umfangen wird. Entzückend! 😉

 

Fazit: Der Roman von Arndt Ellmer konnte mich nur im letztem Viertel gut unterhalten. In den 45 Seiten davor sind für meinen Geschmack die Rückgriffe auf frühere Romane und Personen viel zu umfangreich gestaltet worden und offenbaren deutlich, dass der Autor seine Probleme hatte, eine eigene „neue“ Geschichte zu schreiben. Das kennt man ja auch aus Fernsehserien. Es gibt immer mal Serienfolgen, in denen verstärkt auf Szenen früherer Folgen zurückgegriffen wird. Diese Folgen bleiben jedoch Ausnahmen. Bei den derzeitigen Heften habe ich jedoch den Eindruck, dass die Ausnahme bei Perry Rhodan zur Regel wird.

Der Roman offenbart damit eine Schwäche, die ich zuletzt auch bei den Werken der anderen Autoren beobachtet habe. Dem Zyklus liegt zwar eine tolle Idee zugrunde und den derzeitigen Heften auch ein toller Handlungsort. Den Romanen fehlt es jedoch an Substanz. Das vorliegende Heft ist immerhin bereits der 8.Roman (!), der in und bei TALIN ANTHURESTA angesiedelt ist. Außer einer ansprechenden Umgebung und vielen geheimnisvollen Hinweisen passiert jedoch nichts Konkretes. Zudem ist der Handlungsaufbau unlogisch. Insbesondere die Vorgehensweise der Protagonisten ist irrational. Weder ist die Rettung der JULES VERNE der wesentliche Handlungstrieb, noch das Entschlüsseln von Geheimnissen anderer Art. Wie auf einer Sightseeing-Tour durcheilen unsere Helden das Wunder von Anthuresta. Sie beobachten nur, statt zu agieren, reagieren sie nur.

Es wird kein Versuch unternommen, die Dyson-Sphäre zu verlassen, den Kommandostand des Handelssterns aufzusuchen, eine Polyport-Verbindung ins Stardust-System zu schalten oder anderswohin, was naheliegend wäre. Nein, nichts dergleichen findet statt. Einige Autoren können aufgrund ihrer sprachlichen Fähigkeiten und ihrer Liebe zum Detail den einen oder anderen Roman verfassen, der für sich allein betrachtet eine gute Unterhaltung bietet. Letztlich sind es jedoch die Exposés, die hier schwächeln. Diese Schwäche kann auf Dauer nicht durch interessante Nebencharaktere, wie sie beispielsweise Frank Borsch und Leo Lukas in ihren Scheibenweltromanen geschildert haben, kompensiert werden. Und wenn, wie im vorliegenden Roman, auch noch die Nebencharaktere fehlen, dann wird’s eben kritisch. Dann greifen die Autoren verstärkt auf die Personen und Ereignisse der Vergangenheit zurück. Das kann in Einzelfällen funktionieren, wenn es denn die Handlung unterstützt. Bei zu häufiger Anwendung ist das Mittel allerdings schnell ausgereizt.

 

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