Ansichten zu PR 2529

Handlung:

Reginald Bull lässt den bei der Schlacht um ITHAFOR in Gefangenschaft geratenen Frequenzfolger Sinnafoch nach Oxtorne bringen. Dort finden sich alljährlich einige tausend Menschen ein, um dem Weg Deshwan Jankoffs zu folgen. Der Sterbeplatz dieses Oxtorners ist das Ziel der Pilgernden, die Frieden für sich suchen und Antworten auf die Fragen des Lebens. Ein Teilnehmer des Pilgerzuges ist auch der besonders geschulte und befähigte oxtornische TLD-Agent Steelion Hartok. Er soll sich im Auftrag Reginald Bulls Zugang zu den Gedanken, dem Wesen und der Mentalität des Vatrox machen. Auf diese Weise will Bully mehr über den Vatrox erfahren. Sinnafoch erwacht in der Nähe des Lagers der Pilger. Obwohl er natürlich eine Falle hinter der Aktion vermutet, schließt er sich, die Warnungen der Induktivzelle ignorierend, dem Pilgerzug an. Geschützt wird er von einem Ambientalanzug. Der Schutzanzug mindert die hohe Gravitation des Planeten und hat darüber hinaus die Aufgabe zu verhindern, dass sich der Frequenzfolger zu weit von den Pilgern entfernt. Auf der gemeinsamen Pilgerreise über die für Normalmenschen mörderische Oberfläche des Extremplaneten, immer überwacht von Reginald Bull von einem Raumschiff der Liga aus, kommen sich der Vatrox und der Oxtorner näher. Die Art und Weise wie Sinnafoch den Spieß umzudrehen scheint, gefällt dem Ligaminister ganz und gar nicht. Er argwöhnt, dass sich Steelion Hartok vom Frequenzfolger hat vereinnahmen lassen. Am Ziel der Pilgerreise angekommen, schafft es Sinnafoch mit ein paar Tricks Panik unter den Pilgern zu erzeugen. In dem folgenden Chaos können Sinnafoch und Hartok untertauchen.

 

Rezension:

Nach dem Jubiläumsband war es still um Frank Borsch. Nun kehrt er mit einem Doppelband zurück. In Teil 1 „Der Weg des Vatrox“ zeichnet Frank Borsch eine ganz ungewöhnliche Geschichte. Sie hat, zumindest anfangs, relativ wenig Gemeinsames mit den bisherigen Schilderungen über die Vatrox. Wie es sich für einen Doppelband gehört, lässt der Autor den Ausgang der Geschichte natürlich offen. Es bleibt also unklar, ob sich der TLD-Agent tatsächlich auf die Seite Sinnafochs geschlagen hat oder ob dieser Akt nur Teil eines eigenen Plans ist.

Aber zunächst zum Anfang der Geschichte. Hier verspielt der Autor die große Chance, den Leser mit seiner Geschichte zu überraschen. Statt mit dem Erwachen Sinnafochs in der Nähe der Pilger zu beginnen, lässt Frank Borsch die Protagonisten Bully und Ellin einen mehr als holprigen Einstiegs-Dialog führen. Dieser Einstieg diente zwei Zielen. Erstens soll der Leser zurück in die Geschehnisse nach der Schlacht um ITHAFOR geführt werden und zweitens soll dem Leser beigebracht werden, dass die jetzt folgenden Ereignisse einem Plan von Reginald Bull folgen.

An die mit dem ersten Ziel verfolgte (ärgerliche) Praxis der Autoren, nur wenige Wochen zurückliegende Ereignisse für den Leser mittels langweiliger Wiederholungen immer und immer wieder in Erinnerung zu rufen, hat man sich ja schon fast gewöhnt. Die mit Ziel Zwei verfolgte Absicht war im höchsten Maße unnötig. Das war stilistisch einfach nur schlecht. Die Reise Sinnafochs über Oxtorne hat der Autor nämlich wirklich gut geschrieben. Nur schade, dass wir Leser aber nach den ersten Zeilen schon wissen, warum Sinnafoch auf diesen Weg geht.

Der vom Schreibstil her überzeugende Roman endet mit einem Logik-Bug. Der wichtigste Gefangene der Galaxis entkommt, weil Reginald Bull nur mit 1 Leichten Kreuzer nach Oxtorne geflogen ist. Laut Aussage von Bull, äh Borsch, sollten so knappe Ressourcen nicht gebunden werden. Diese Aussage bei der Größe der galaktischen Flotte von mehreren Hunderttausend Schiffen und Angesichts der Wichtigkeit des Gefangenen ist lachhaft. Da kann ich nur hoffen, dass der Autor im zweiten Teil des Doppelbandes eine plausible Lösung für diesen Fauxpas findet.

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