Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2937

Das Zerwürfnis – von Wim Vandemaan – Handlung:
Auf Thoo, der alten Welt der Thoogondu, haben Opiter Quint, Ernst Ellert und Zau das Relais entdeckt und betreten. Es enthält das Protokoll des Zerwürfnisses. Die drei Besucher nehmen darin Anteil an den Erinnerungen des Thoogondu Khuulespiu.
Der Medikus Khuulespiu hat einst die Re-Engrammatik erfunden. Seine Apparatur arbeitet mit speziellen Hyperkristallen, die aus dem Umfeld eines Neutronensterns gewonnen werden. Seine Schwester Nalanaodir bittet ihn eines Tages um Hilfe. Ein Kind hat seine Eltern bei einem Unfall verloren und leidet unter den schrecklichen Bildern, die sich auf ewig in sein Gedächtnis eingebrannt haben. Rochashad ist die erste Thoogondu, bei der eine Re-Engrammierung vorgenommen wurde. Sie hat einen neuen Gedächtnisinhalt bekommen.
An der Operation hat auch Hooronon teilgenommen. Der greise Wissenschaftler hatte Khuulespiu zuvor eingeladen, den Abbau der Kristalle beizuwohnen. Kescher genannte Raumschiffe springen nahe an den Neutronenstern heran, bergen die Hooris-Kristalle und strahlen sie unverzüglich mit einem Transmitter an eine Raumstation. Danach vergehen die Kescher in den Urgewalten des Sterns. Nur wenige Gramm können so gesammelt werden. Die Kristalle werden mit Hyperstrahlung aufbereitet. Sie sind dann 5-D-Strahler mit einer sechsdimensionalen Tastresonanz, die auf das Mentalum eines Thoogondu wirkt.
Durch seinen Erfolg gewinnt Khuulespiu an Ansehen. Er lernt Paosoydee kennen, die Tochter des Gondus. Und macht die Bekanntschaft des Xenopsychologen Madronoor, der einen ganz speziellen Klienten hat. Es ist der Wanderer. Wie alle Thoogondu weiß auch Khuulespiu über die Superintelligenz Bescheid. Sie unterstützt sein Volk und verleiht dem Gondu ein langes Leben. Madronoor sieht in dem Geistwesen auch eine Gefahr. Obwohl es aus unzähligen Bewusstseinen zusammengesetzt ist, hat diese Ansammlung an Bewusstseinen auch ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelt. In der Außenwahrnehmung neigen die Thoogondu wie andere Lebewesen auch, ihr Gegenüber ganzheitlich wahrzunehmen. Madronoor befürchtet, dass der Wanderer die Thoogondu ebenfalls als Ganzheit wahrnimmt. Die Verfehlungen einzelner könnten dann ein Problem werden.
Im Auftrag des Gondu soll Khuulespiu an tausenden von gefangenen Piraten seine Re-Engrammierung vornehmen. Khuulespiu sieht sich unter Druck gesetzt, als Paosoydee ihren Vater sagt, dass er das schaffen kann. Die Tochter des Gondus und der Medikus gehen eine Beziehung ein. Und der Wissenschaftler Khuulespiu schafft es. Er und sein Team werden gefeiert. Die Re-Engrammierung wirkt also nicht nur auf Thoogondu, sondern kann auch bei anderen Völkern angewandt werden. Über Paosoydee erfährt Khuulespiu von der Gilde des Gondu. Ein erlesener Kreis von Thoogondu gehört dieser Gilde an. Madronoor und der Stellaringenieur Buutrondh und natürlich Paosoydee. Die Gilde bestimmt sich selbst. Der Gondu weiß nichts davon. Die Gilde ist im Krieg. Gegen wen, erfährt Khuulespiu nicht.
Eines Tages wird er von Paosoydee zu einer weit entfernten Welt gerufen. Dort ist die Flotte gegen einen Industrieplanet der Gansan vorgegangen. Dieses Volk hatte Verträge mit den Thoogondu gebrochen und Aufforderungen zur Räumung des Planeten ignoriert. Es kommt zum Kampf und zur Invasion des Planeten. Die Thoogondu sind überlegen. Plötzlich taucht ein schwarzes Kugelraumschiff auf. Die drei gigantischen Insassen, greifen zugunsten der Gansan in die Auseinandersetzung ein. Dabei wird auch Nalanaodir, die als Logistikerin in der Flotte dient, getötet. Nach schwerem Kampf siegen die Thoogondu. Einer der Bestien, ein Haluter, wird lebend gefangen. An ihm nimmt Khuulespiu eine Re-Engrammierung vor. Der Haluter warnt daraufhin seine Artgenossen davor, bestimmte Sternregionen aufzusuchen, die für die Haluter gefährlich sind.
Jahre und Jahrzehnte vergehen. Eines Tages wird Khuulespiu von Buutrondh eingeladen. Dessen Vorhaben, die Protuberanzen von Sternen einzudämmen und Planeten dadurch bewohnbar zu machen, die sonst zu starker Strahlung ausgesetzt wären, ist in ein entscheidendes Stadium getreten. Khuulespiu wird Zeuge, wie ein Stern durch den Gravitationssuspensor beruhigt wird. Zum Entsetzen von Khuulespiu wird jedoch eine weitere Phase des Programms durchlaufen, der den Stern zerstört. Die Thoogondu haben eine ungeheuerliche Waffe entwickelt.
Viele Jahre später offenbart sich Khuulespiu das Komplott. Das ganze Volk der Verevaid wurde ohne sein Wissen mit manipulierten Erinnerungen versehen. Und ihr Heimatstern wird vernichtet. Die Thoogondu bitten scheinheilig den Wanderer um Hilfe und die SI erscheint und nimmt die Bewusstseine der Verevaid in sich auf, die sonst verloren wären. Khuulespiu erfährt vom Tod Buutrondhs, der angeblich bei einem Unfall starb. Der Stellarwissenschaftler hat jedoch eine Datei angelegt und Khuulespiu erfährt darin, dass die Gilde des Gondu die Übernahme des Kollektivwesens plant. Noch mehr manipulierte Bewusstseine sollen in den Wanderer eingeschleust werden. Khuulespiu soll den Wanderer warnen.
Erst nach Jahren kann Khuulespiu seine Botschaft an den Wanderer loswerden. Bis dahin sind drei Sternensysteme von den Thoogondu vernichtet worden. Seine Nachricht stürzt jedoch die Galaxis ins Chaos, da sie beim Volk der Thoogondu als Intrige eines anderen Volkes verstanden wird. Jemand will einen Keil zwischen die Thoogondu und den Wanderer treiben. Krieg bricht aus. Schließlich beendet der Wanderer die Zusammenarbeit mit den Thoogondu und die ziehen aus der Milchstraße ab und tilgen alle Erinnerungen an sie.
Khuulespiu bleibt als einziger zurück. Ihm wird von Niemandssohn angeboten als Bewusstsein die Ewigkeit zu überdauern und der Wächter von Thoo zu werden. Der alte Thoogondu willigt ein und Opiter Quint, Ernst Ellert und Zau kennen nun das Zerwürfnis.
Rezension:
Eine häufig von mir gemachte Bemerkung ist die, dass ich schnellere Lösungen fordere. Manchmal schreitet die Serie für meinen Geschmack zu langsam voran, wird zu viel Geheimniskrämerei veranstaltet. Dieser Roman von Wim Vandemaan löst einiges auf. Und bin ich deshalb zufrieden? Eigenartigerweise nicht so ganz. Der Roman hat mir dennoch gut gefallen, auch wenn ich den Unterhaltungswert der Geschichte der Vorwoche höher einstufe. Das hat zwei Gründe. Der Erkenntnisgewinn wird mal wieder aus den Erinnerungen anderer Wesen gezogen. Ein beliebter Kniff und für die Auflösung der Geheimnisse hier auch kaum anders zu bewältigen. Es sei denn, die Protagonisten hätten eine Zeitreise in die Vergangenheit unternommen. Aber da hätte ich wahrscheinlich auch gestöhnt. Aber letzte Woche war einfach mehr Aktivität seitens der forschenden Figuren zu verzeichnen.
Der zweite Grund, warum ich den Roman der Vorwoche besser finde, liegt ausgerechnet in den Lösungen dieses Romans selbst begründet. Eigentlich waren sie wenig spektakulär. Sie sind von der Art gewesen, zu der man sagt, das habe ich schon die ganze Zeit gewusst. Erinnerungen werden manipuliert, Sterne zerstört. Das kennt man schon. Neu war die Dimension, das Ausmaß dieser Betrügereien. Und das Ziel, nämlich die Unterwanderung einer Superintelligenz. Aber irgendwie passte das zu den überheblichen Thoogondu. Dass die Gilde ein solch gigantisches Komplott geheim halten kann?
Ein Aspekt des Romans hat mir jedoch sehr gut gefallen. Es dreht sich einmal mehr darum, wie eine Superintelligenz Lebewesen einer niedrigeren Evolutionsstufe wahrnimmt und sie beurteilt. Wie schon im Roman der Vorwoche verleiht der Autor dem Wirken einer solchen Wesenheit eine zusätzliche Perspektive. War es letzte Woche das Medium, ist es nun die Betrachtung einzelner oder aller Wesen und ihre Handlungen. Die ganzheitliche Wahrnehmung, die Madronoor in dieser Geschichte als Problem sieht, erweist sich letztlich als richtig vorausgesagt. Als Niemandssohn am Ende mit Khuulespiu diskutiert, betrachtet er die Thoogondu als Welle. Und jeder einzelne Thoogondu ist ein Tropfen dieser Welle. Und der Wanderer hat entschieden, diese Welle umzuleiten.

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