Der letzte Mentalstabile – Leo Lukas
Sowohl im als auch außerhalb des Solsystems entwickelt sich eine kritische Situation. Die ES-Fragmente sind zwar an das Zellplasma des NEXUS auf Luna übergeben worden, dieser dient jedoch nur als Anker, damit sich die Bewusstseine im Standarduniversum halten können. Die Bewusstseine der Superintelligenz haben sich jedoch auf die Gehirne sämtlicher Bewohner innerhalb des Solsystems verteilt. Einzige Ausnahme bilden die wenigen Individuen, die mentalstabilisiert sind. In der Folge entwickeln die Individuen auf den Planeten und Monden ein Psionisch Induziertes Aufmerksamkeits-Defizit. Das PIAD-Syndrom führt dazu, dass alle Wesen unter Unkonzentriertheit leiden, schnell vom Thema abkommen und angefangene Aufgaben unerledigt lassen, weil sie stattdessen andere beginnen, nur um auch dort schnell abgelenkt zu werden. Bei den Mentalstabilisierten treten stechende Kopfschmerzen auf, die erst abklingen, wenn sie das Solsystem verlassen
Außerhalb des Solsystems versammeln sich inzwischen Millionen von Raumschiffen aus der Yodor-Sphäre. Milliarden Wesen verlangen den Einflug ins System. Einer von ihnen ist der Yodore Ziran Morgenweg. Er ist Kommandant der VAYOK. Ihn und allen anderen an Bord der Raumschiffe, die den TERRANOVA-Schirm belagern, ist eines gemeinsam. Sie leiden unter einer unstillbaren Sehnsucht nach ES. Die Verantwortlichen im Solsystem verweigern den Einflug. Eine Evakuierung der Bewohner des Solsystems kommt ebenfalls nicht in Frage. Dies würde die ES-Splitter unrettbar verwehen lassen. Wissenschaftler fanden nach Lösungen. Auch die Hüterinnen von ES verfolgen verschiedene Missionen. Eine von ihnen ist Shema Ghessow. Sie verlässt das Solsystem. Als ihr Schiff angegriffen wird, steht ihr Ziran Morgenweg mit der VAYOK zur Seite.
Derweil wird der auf der Gefängnisinsel Rakiura einsitzende Flint Cole zu einem Medienstar. Der Ex-Vizepräsident von Wylon Hypertech und reuige Delinquent ist der einzige Immune gegen das PIAD!
Rezension
Die Geschichte von Leo Lukas wird geprägt von Figurenschicksalen. Da sind Eltern, deren Neugeborenes sich nicht so verhält, wie es Babys tun sollten. Da ist ein Hyperphysiker, der sich ständig ablenken lässt. Eine Kosmopsychologin engagiert sich für Unterprivilegierte. Eine Ex-Agentin der USO folgt einer eigenen Mission. Und Flint Cole, der einzige Mentalstabile des Solsystems knüpft Kontakte. Der Roman glänzt über weite Strecken durch die Abwesenheit der Verantwortlichen, die den Bewohnern der Yodor-Sphäre und denen des Solsystems diese Suppe eingebrockt haben. Erst zum Romanende hin deutet Leo Lukas an, dass die ES-Hüterinnen auf Missionen gehen und dass auch ein Perry Rhodan in der Ferne nach einer Lösung sucht.
Die dargestellten Figuren und ihre Schicksale hat Leo Lukas nachvollziehbar angelegt. Die Dynamik und Beziehungen zwischen den Figuren sind stimmig. Sie werden mit Ecken und Kanten beschrieben und ihre Gefühle sind in dieser Situation gut eingefangen worden. Lediglich mit der Ex-Agentin Coralynn DeWitt habe ich bezüglich ihrer Mission etwas Schwierigkeiten. Ich verstehe ihre Motivation nicht, auf einem kleinen Planeten einen kleinen behaarten Mann zu suchen, der sich als Guru betätigt. Aber vielleicht wird das in der nächsten Geschichte noch aufgeklärt.
Das Szenario spricht mich nicht an. Aber die vielen kleinen Figurenschicksale retten den Roman.

